Finnentrop, Haus Lenhausen
Inventarnummer: cbdd10268
Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen
Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.
Im Haus Lenhausen hat sich jagdliche Wandmalerei erhalten. Sie ist undatiert.
Haus Lenhausen
Kurzbeschreibung und Lage
Schloss Lenhausen ist eine Wasserburg über unregelmäßigem Grundriss. Es hat im Osten eine Vorburg, über die es erreicht wird.
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Schloss geht auf eine mittelalterliche Anlage zurück. Seine Baugeschichte ist weitgehend ungeklärt. Es wird 1285 genannt und ist seit 1457 im Besitz der Familie Plettenberg-Lenhausen. Vermutlich wurde die Anlage in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ausgebaut und erweitert. Dennoch verlegte die Familie 1733 ihren Hauptwohnsitz von Lenhausen nach Schloss Hovestadt. Nach längerem Leerstand erfolgten 1874 Wiederherstellungsarbeiten. Und erst 1927 zog die Familie nach Lenhausen zurück und ließ den Treppenhausflügel aufführen. 1974-81 konnte das Gebäude saniert werden.[1]
Beschreibung
Die dreigeschossige Wasserburg ist von einem Graben umgeben und verfügt über eine Vorburg. Der vielgliedrige Bau setzt sich im Kern aus zwei Flügeln sowie dem Treppenhausflügel zusammen. Hinzu kommen Türme und Risalite. Im Osten gegen die Vorburg sind die drei mittleren Achsen mit zentralen Eingang unter einem Giebel zusammengefasst.
Das Jagdzimmer
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das Jagdzimmer wurde im Rahmen der Sanierung 1977-79 umgebaut und erweitert.[2]
Beschreibung
Bis zum Umbau war der Raum annähernd quadratisch. Seine Wände waren komplett mit bemalter Leinwand bespannt.[3]
Die Wandmalerei des ehemaligen Jagdzimmers
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Wandmalerei ist in Öl auf Leinwand erstellt worden und war bis 1977 fest an die Wände montiert. Sie war bereits zu einem früheren Zeitpunkt doubliert worden und wurde nicht für das Jagdzimmer geschaffen. Für den neuen Anbringungsort hatte man sie beschnitten. Einige Figuren wurden auch nachträglich hinzugefügt. Der ursprüngliche Raum ist aber ebenso wenig bekannt wie der Auftraggeber und Künstler. Die Malerei ist undatiert.[2]
Beschreibung und Ikonographie
An den drei Innenwänden waren eine Rehbockjagd, eine Wildschweinjagd und eine Bärenjagd dargestellt. Die Fensterseite präsentierte Hunde und Hasen. Spätere Hinzufügungen sind ein Hund mit dem Halsband F.v.P. am linken Rand der Wildschweinjagd und rechts im selben Bild ein Baum, der eine Tür kaschiert, sowie ein Jäger, der einen Hund am Halsband hält. Die vier Supraporten hatten eine biblische Thematik: Lot und seine Töchter, Susanna mit den beiden Alten, Ammon und Thamar, Samson und Delila.[3]
Bibliographie
- Dehio, Westfalen, 2011. – Dehio, Georg: Nordrhein-Westfalen II. Westfalen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Ursula Quednau. München/Berlin 2011.
- Westfalen 62 (1984). – Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde, 62. Münster 1984.