Hertzig, Stefan:Dresden, Palais Hoym-Riesch, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/346c5041-09da-417d-ae0d-307169b1591d

Inventarnummer: cbdd20034

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Das heute verlorene Palais Hoym gehört zu den herausragenden Vertretern der adligen Palaisarchitektur in Dresden im 18. Jahrhundert. Laut einer historischen Notiz war die Decke im Hauptsaal ausgemalt.

Baugeschichte

Das in der Landhausstraße gelegene Palais Hoym-Riesch gehörte zu den großartigen Schöpfungen des adeligen Palaisbaus im Dresden des 18. Jahrhunderts, welche durch Vernachlässigung im 19. Jahrhundert und die nachfolgende Zerstörung im Jahr 1945 heute fast vollkommen in Vergessenheit geraten sind. Das Gebäude war in den Jahren 1739–42 für den Oberstallmeister und Bruder des Premierministers, Johann Adolph Graf von Brühl, durch Johann Christoph Knöffel errichtet worden. Seine drei Geschosse hohe und 13 Achsen breite Hauptfassade war neben feinprofilierten seitlichen Rechteckfenstern in der Mitte von einem dreiachsigen Risalit mit konsolengetragenem Balkon, reichem Rocailledekor, sowie einem bekrönenden Wappengiebel mit verschiedenen Militaria geprägt. Künstlerisch stand der Bau ganz eindeutig in der Tradition und Nachfolge des Palais des berühmten Bruders. Hofseitig gehörte seit 1739 auch der Garten sowie das zwischen 1713 und 1733 erbaute Gartenhaus eines Nachbargebäudes mit zu der Besitzung. Seit 1752 im Besitz Julius Gebhardt von Hoyms musste das Bauwerk nach den Zerstörungen von 1760 wiederhergestellt werden, erhielt ein Mansarddach sowie einen ersten linken Seitenflügel. Nachdem das Palais im Jahre 1766 aus finanziellen Gründen an den Geheimrat Wolfgang Edler von Riesch verkauft wurde, war es durch Friedrich August Krubsacius umgebaut worden: Der vordere Teil wurde dabei zu einer Vierflügelanlage mit Hauptsaaltrakt erweitert. Ab 1777 wurde unter Isaak Wolfgang von Rieschschließlich das veränderte Gartenhaus über einen Flügelbau mit dem Hauptbau verbunden. Der 15 Achsen umfassende rückwärtige Palaisbau wurde dann durch Gottlob August Höltzererrichtet. Im Jahre 1945 wurde das Palais Hoym vollständig zerstört.[1]

Der Hauptsaal

Der nach dem Umbau unter Riesch durch Krubsacius entstandene dreiachsige und drei Geschosse hohe Hauptsaaltrakt lag über einem kleinen Brunnen an der Rückseite des neuentstandenen Hofes. Seitlich war er eingerahmt von nur zweigeschossigen Rücklagenteilen mit Satteldächern, was nach Hasche dem höheren und mit einem Mansarddach gedeckten Hauptsaal zu großem Vorteil gereichte.

Auf seiner Vorder- und Rückseite befanden sich jeweils drei hohe Rundbogenfenster mit runden Okuli. Zarte Rokokoornamente, sowie ein Dreiecksgiebel mit Relief und Vase zierten zusätzlich die hofseitige Front.

Die Decke des Hauptsaals

Einer historischen Notiz zufolge war die Decke des 14 m langen, 9 m breiten und 10 m hohen Saales von Franz Anton Maulbertsch, ausgemalt worden, welcher zur selben Zeit an der Dresdner Hofkirche beschäftigt war: „Ein sehr großer Saal, deßen Plafond, Wande und Lambries gänzlich en Fresco, mit Figuren und antiquen Ornements, dem dem berühmten Malpeghi gemahlt, auch stark mit gutem Gold atrahirt“.[2] Weitere Informationen sind zu der Ausmalung nicht bekannt geworden. Beim Umbau und der Vergrößerung des Raumes für die Musikgesellschaft „Harmonie“ um 1830 waren auch die Fresken Maulbertschs beseitigt worden.

Bibliographie

  • Archivalien:
  • Staatsfilialarchiv Bautzen, Beschreibung des v. Rieschischen Palais in Dresden auf der Pirnaischen Gasse. Rittergut Neschwitz Nr. 739.
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  • Literatur:
  • Henke, Das Palais Hoym, 2006. – Henke, Rainer: Das Palais Hoym. Geschichte einer Dresdner Adelsresidenz, Dresden 2006.

Einzelnachweise

  1. Henke, Das Palais Hoym, 2006.
  2. Staatsfilialarchiv Bautzen, Beschreibung des v. Rieschischen Palais in Dresden auf der Pirnaischen Gasse. Rittergut Neschwitz Nr. 739.