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Dresden, Loschwitzer Kirche

Aus Deckenmalerei-Lab
Hertzig, Stefan:Dresden, Loschwitzer Kirche, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/fca221c6-0cc8-4682-a237-80ea154ffc59

Inventarnummer: cbdd30002

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Die in den Jahren 1705–1708 errichtete Loschwitzer Kirche diente zur Abpfarrung von der überfüllten Dresdner Frauenkirche und Gründung einer neuen Gemeinde. Eine historische Notiz gibt einen Eindruck zu dem heute verlorenen Deckengemälde.

Dresden, Loschwitz (Dresden), Pillnitzer Landstraße
Dresden, Loschwitz (Dresden), Pillnitzer Landstraße

Die Loschwitzer Kirche in Dresden

Dresden, Loschwitz (Dresden), Pillnitzer Landstraße

Baugeschichte

Um eine Auspfarrung aus der zu weit entfernt liegenden und zudem überfüllten Dresdner Frauenkirche zu ermöglichen, wurde die Loschwitzer Kirche in den Jahren 1705–1708 im Auftrag des Rats und der Kirchenältesten der Ortschaften Loschwitz und Wachwitz errichtet. Die Architekten waren (federführend) der Dresdner Ratsmaurermeister Johann Michael Fehre (1654–1715) sowie (in Fragen der Dachgestaltung) Ratszimmermeister George Bähr.[1]

Beschreibung

Die Loschwitzer Kirche ist über dem Grundriss eines länglichen Achtecks von 24,5 x 16 m mit drei Fensterachsen an den Längsseiten und jeweils einer an den kurzen Seiten errichtet. Neben Rustizierungen an den Ecken und hohen Stichbogenfenstern mit Dreieckgiebeln bildet ein schönes Korbbogenportal mit gestuften ionischen Pilastern an den Seiten und bekrönendem, gesprengtem Segmentbogengiebel mit zwei Kartuschen den einzigen Schmuck des Äußeren. Über dem kräftigen Kranzgesims mit ornamental gestalteter Frieszone bildet das hohe Mansarddach mit seinem turmartigen Dachreiter den Abschluss des Sakralbaus.

Der Innenraum

Der weitgehend schmucklose Innenraum der Loschwitzer Kirche wird von einer zweigeschossigen, hölzernen Emporenanlage mit aufgemalten Marmorierungen, sowie von dem sich im Osten (bis 1945) befindlichen Kanzelaltar beherrscht.

Die Decke des Innenraums

Das sich über dem Hautgesims erhebende und durch aufstuckierte Gurte gegliederte Spiegelgewölbe ist heute in seiner Deckenmitte weiß und schmucklos. Einer historischen Notiz des ersten Loschwitzer Pfarrers, Johann Arnold, zufolge besaß es ursprünglich aber ein Deckengemälde. So berichtete Arnold, man habe dort „(…) ein schönes biblisches Gemälde von H. Johann Schirnitzer einem Kunst erfahrenen Mahler mahlen laßen. Es presentiret unweit über dem Altar von Morgen her der Nahme יְהוֹה[Jehova] in feuriger Flamme (…) von welchen viele feurige Strahlen gegen den Abend zu heraus gehen, und durch den Wolcken=Himmelleuchten; mitten und weiter herunter auff dem Gemälde und Felde praesentieren sich allerhand große und kleine Figuren der Engel, welche ihre Angesichter mit Flügeln bedecken, und den dreyEinigen Gott mit aufgehobenen Auge loben und preisen auch einen hellen Strahl von sich geben, welcher das gantze Feld biß zum Ende erfüllet“.[2] Das Deckengemälde wird wohl zu Ende des 18. oder im frühen 19. Jahrhundert verloren gegangen sein. Fotografien aus der Zeit vor dem historistischen Umbau von 1898/99 zeigen es bereits nicht mehr.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Arnold, Kurze aber gründliche Beschreibung, 1710. – Arnold, Johann: Kurze aber gründliche Beschreibung der von grundauf neuerbauten Kirche zu Loschwitz (…), Loschwitz 1710, S. 195f.
  • Hertzig, Die Kirche zu Dresden-Loschwitz, 2020. – Hertzig, Stefan: Die Kirche zu Dresden-Loschwitz und ihre Erbauer Johann Michael Fehre und George Bähr, in: Die Dresdner Frauenkirche, Jahrbuch zu ihrer Geschichte und Gegenwart, Bd. 24, Regensburg 2020, S. 21–44.
  • Münzner, Die Kirche zu Dresden-Loschwitz, 1994. – Münzner, Eberhardt: Die Kirche zu Dresden-Loschwitz (Schnell-Kunstführer Nr. 2170), Regensburg 1994.

Einzelnachweise

  1. Münzner, Die Kirche zu Dresden-Loschwitz, 1994; Hertzig, Die Kirche zu Dresden-Loschwitz, 2020, S. 21–44.
  2. Arnold, Kurze aber gründliche Beschreibung, 1710, S. 195f; Hertzig, Die Kirche zu Dresden-Loschwitz, 2020, S. 28.