Dresden, Katholisches Josephinenstift
Inventarnummer: cbdd30001
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Nach 1765 schuf Johann Benjamin Müller für die Kapelle des Josephinenstifts ein heute nicht mehr erhaltenes Deckengemälde. Es zeigte die Vermählung der heiligen Maria und Joseph.

Das Katholische Josephinenstift in Dresden

Baugeschichte
Eines der eher unbekannten kirchlichen Bauwerke des 18. Jahrhunderts in Dresden war das Katholische Josephinenstift, Große Plauensche Gasse 16. Hervorgegangen aus einer kirchlichen Stiftung der Königin Maria Josepha war dieses ab 1746 errichtet worden. Im Siebenjährigen Krieg war es 1760 stark beschädigt worden und danach wohl durch Christian Friedrich Exner (1718–1798) erweitert wiederaufgebaut worden.
Beschreibung
Das dreigeschossige Gebäude bestand aus einem länglichen, 35 Achsen einnehmenden Hauptbau sowie zwei kürzeren Flügeln, die etwas versetzt nach innen wiesen, sodass der Bau insgesamt die Form eines unregelmäßigen U aufwies. An der schmucklosen Fassade wurden je zwei vier- und neunachsige Abschnitte sowie dreimal ein dreiachsiger Risalit ausgebildet. Neben einfachen Verdachungsgiebeln bildeten an den drei mittleren Hauptabschnitten jeweils breite Korbbogenportale mit barocken Kartuschen und doppelten seitlichen Lisenen mit phantasievollen Gehängen den einzigen größeren Schmuck der Fassade. Ein großes Mansarddach mit einfachen Gaupen bildete den Abschluss.
Im Jahre 1945 ist das Josephinenstift vollständig zerstört worden.[1]
Die Kapelle
Der fotografisch nur unzureichend dokumentierte, länglich-rechteckige Kapellenraum erstreckte sich über fünf oder sechs hohe Rundbogenfenster, welche auf der Gebäudeinnenseite als aufstuckierte Blindfenster wiederholt wurden. Vier gedoppelte Pilasterstellungen rahmten den flachen Altarbereich. Sie trugen ein breites klassisches, dort auch noch mit Konsolen bereichertes Hauptgesims.
Die Decke der Kapelle
Nach 1765 hatte Johann Benjamin Müller (1719–89) für die Kapelle des Josephinenstifts das Fresko mit der Darstellung der „Vermählung des Hl. Josephs mit der Hl. Maria“ geschaffen. Dazu wurde zunächst in das hohe Muldengewölbe des Raumes eine illusionistisch wiedergegebene Scheinarchitektur eingefügt, welche diejenige des realen Raumes fortzusetzen schien: Über einer Balustrade setzte sich eine oval geformte, offene, römisch-antike und teilweise mit Rundbögen versehene Säulenstellung nach oben fort. Innerhalb dieses Rahmens erschien in der Mitte der gesamten Komposition, umgeben von Wolken und fliegenden Engelsköpfchen, das Auge Gottes. Neben weiteren ganzfigurig gegebenen Engeln und Heiligen waren über dem Altarbereich die sich miteinander vermählenden Joseph und Maria dargestellt.
Bibliographie
- Löffler, Das alte Dresden, 1984. – Löffler, Fritz: Das alte Dresden. Geschichte seiner Bauten, (7. Aufl.) Leipzig 1984
Einzelnachweise
- ↑ Löffler, Das alte Dresden, 1984, S. 248, Abb. 279 und 280.