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Deutenhausen, Filialkirche St. Johann Baptist

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 1: Die Landkreise Landsberg am Lech, Starnberg, Weilheim-Schongau. Hirmer, München 1976, ISBN 978-3-7991-5737-7, S. 403, geschrieben von Bauer-Wild, Anna, Böhm, Cordula, Lüdicke, Lore und Werner-Clementschitsch, Heide. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Filialkirche, Pfarrei Marnbach, Diözese Augsburg; z. Z. der Ausmalung eigene dem Augustinerchorherrenstift Poling inkorporierte Pfarrei, Gericht Weilheim

Patrozinium: St. Johann Baptist

Zum Bauwerk: Bau der Kirche 1668 (Jahreszahl am Chorbogen). »Renovierung« 1709, Weihe 1747 (s. Rückert). – Einfacher Saal mit eingezogenem AR; das Deckenbild befindet sich im Langhaus.

Autor und Entstehungszeit: Die Felderteilung des Dekorationssystems an der Decke muß von der Renovierung 1709 stammen; aus dieser Zeit wohl auch das Fresko. Der Autor ist unbekannt. Ein Vergleich mit den LHs-Fresken im nahegelegenen Bauerbach zeigt jedoch trotz der Übermalungen in beiden Fällen, daß der Maler der gleichen sein muß. Besonders überzeugend durch ähnliche Thematik und Bildform ist ein Vergleich mit Fresko B in Bauerbach: Komposition und Figurentypen (Engel, Putti, Bittflehende) stimmen nahezu überein.

Maria, Johannes der Täufer und Johannes Evangelis

In den von Rückert ausgezogenen Kirchenrechnungen taucht in der fraglichen Zeit im Landgericht Weilheim als Maler namentlich nur Simon Bernhardt, ein Mitglied der Murnauer Malerfamilie Bernhardt, auf. Ob er für Deutenhausen und Bauerbach in Frage kommt, muß aus Mangel an stilistischem Vergleichsmaterial offenbleiben. Eine gewisse stilistische Übereinstimmung mit den Deckenbildern des Augustin Bernhardt in Ramsach, St. Georg und Kohlgrub Pestkapelle (OB LKr. Garmisch-Partenkirchen, s. Bd 2) ist festzustellen.

Befund

Träger der Deckenmalerei: Korbbogentonne Rahmen: Farbig bemaltes Stuckprofil Technik: Fresko; polychrom Maße: Höhe 6,80 m; 1,70 × 1,70 Erhaltungszustand und Restaurierungen: Restaurierungen 1938, 1965; beträchtliche Übermalungen

Beschreibung und Ikonographie

Auf Wolken thront Maria als Himmelskönigin, das Kind auf dem Arm, einen Sternenkranz um das Haupt, die Mondsichel unter den Füßen (spätere Zutat). Zu ihrer Rechten kniet Johannes der Täufer, zu ihrer Linken Johannes der Evangelist. Darunter, in einer Landschaft mit Kirche, zwei Bittflehende.

Quellen und Literatur

Gailler, Franciscus Salesius, Vindeliciae Sacrae Tomi 3 . . . Capitulum Weilheimense, Augsburg 1756, Cap. 11. Braun-Augsburg, Bd 1, S. 338. Rückert, Georg, Kirchliche Kunst im alten Landgericht Weilheim, in: Lechisarland 11, 1935, S. 112.