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Burgharting, Pfarrkirche St. Vitus

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 7: Landkreis Erding. Hirmer, München 2001, ISBN 978-3-7774-7830-2, S. 70–79, geschrieben von Bauer-Wild, Anna. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

BURGHARTING

Pfarrkirche (seit 1923, Pfarrverband Holzland), Gemeinde Kirchberg, Erzdiözese München und Freising; z.Z. der Ausmalung war Burgharting Filiale der großen Pfarrei Wambach, zu der auch Geislbach gehörte (s. S. 107). Gericht Erding

Patrozinium: St. Vitus

Zum Bauwerk: Konsens zum Neubau anstelle der kleinen und baufälligen mittelalterlichen Kirche am 16.10.1722. Abbruch der alten Kirche im Frühjahr 1723, Grundsteinlegung im Juni 1723. Baumeister war Anton Kogler aus Erding. 1727 wurde der Bau mit Inneneinrichtung völlig zu Ende gebracht (der Hochaltar von 1716 mit dem Altarblatt von Johann Degler wurde aus der alten Kirche übernommen). Saal zu vier Jochen, Gliederung durch Pilaster, Doppelempore im W; gleichmäßige Belichtung von N und S in allen Jochen durch hohe Rundbogenfenster (im westlichen Joch wegen des Emporeneinbaus verkürzt). Eingezogener AR zu einem Joch mit halbrundem Schluß, Pilastergliederung, Belichtung durch je zwei Fenster von N und S

Auftraggeber: Gregor Wagner, Pfarrer von Wambach (1711-32), ein Mitglied der Bartholomäer (S. 136), der außer Burgharting auch die Filiale Geislbach erbauen und ausschmücken ließ. Nach den Baudaten ist zu vermuten, daß die Kirche von Burgharting kurz vor der von Großwimpasing ausgemalt wurde. Die endgültige Ausbildung des Bildsystems mit lateinischen Inschriften und deutschen Versen - hier in Burgharting haben zum ersten Mal die zahlreichen Nebenbilder und Embleme neben den lateinischen Inschriften und Lemmata auch deutsche Verse - das wir in den Aiglstorffer Freskierungen im ehemaligen Gericht Erding so oft finden könnte demnach die Leistung von Gregor Wagner gewesen sein. Möglicherweise hat Pfarrer Wagner auch seine Pfarrkirche Wambach ausmalen lassen, denn ein Visitationsbericht aus der ersten Hälfte des 19. Jh. sagt, sie sei »zwar alt, aber fest und gut unterhalten, ist mit Mahlereven ausgeziert«.

Der Erfolg dieser Art von kleinteilig-didaktischen Bildprogrammen ist verständlich, wenn man bedenkt, welche Möglichkeit dem einzelnen Seelsorger damit an die Hand gegeben wurde, seiner Gemeinde die Patrone der Kirche nahezubringen, Wallfahrten zu fördern, Heilswahrheiten zu vermitteln und die moralischen Imperative eines christlichen Lebens zu veranschaulichen. Ansprüche an den künstlerischen Wert einer Ausmalung traten offenbar dahinter zurück. Die Möglichkeit, solche Programme zu realisieren, war eng mit Franz Albert Aiglstorffer und später mit seinem Sohn Franz Joseph verknüpft. Beide schrieben gern und gut (die Handschrift Aiglstorffers ist keine Handwerkerschrift, sondern von der eines gebildeten Mannes nicht zu unterscheiden), und das war im 18. Jh. bei Malern seltener, als man denken möchte.

Die Verschiedenheit in der Denk- und Ausdrucksweise und die stark variierende Geläufigkeit der Verse läßt sicher erscheinen, daß jeder Pfarrer sein Programm selbst entwarf und auch selbst dichtete; doch schuf sich der Maler im Laufe der Zeit einen großen Fundus von Themen, Emblemen und Inschriften, aus dem der jeweilige Auftraggeber schöpfen konnte. Dabei wurden geglückte Formulierungen immer wieder aufgegriffen.

Der Kirchenraum
Taufe des hl. Viti

Autor und Entstehungszeit: Franz Albert Aiglstorffer (* um 1675 Wartenberg † 1741 Wartenberg; s. S 238) 1724. Datum in C, 1724

Uberzeugende Zuweisung an Aiglstorffer durch Georg Brenninger 1980 (S. 133-35). 1729 malte Aiglstorffer auch die Wambacher Filiale Geislbach aus.

Befund

Träger der Deckenmalerei: LHs (A, B, C1-3, 1-6, a-h) und AR (D, Da-f) Tonne mit Stichkappen, im AR nach O abgemuldet. Rahmen: Einfache Stuckprofile

Technik: Fresko; A, B, C1-3, 1-6, CB1-5, D, Da-f polychrom, a, d, e, h monochrom karmin, b, c, f, g monochrom ocker. Maße: A Höhe 9,60 m; 2,30 × 2,70. B Höhe 9,60 m; 3,50 × 3,00. C1-3 Höhe 9,60 m; 1,00 × 1,40. D Höhe 8,60 m; 2,90 × 2,40

Erhaltungszustand und Restaurierungen: Neufassung der Raumschale 1868 durch den Wartenberger Maler Joseph Zach (dreifarbig »mit braunen Scheidungslinien«) mit Übertünchen der Deckenbilder. Nur indirekt wissen wir von einer Neufassung des Innern durch Joseph Elsner um 1890 (1908 in StAN LRA 148026 unter Geislbach erwähnt: »vor circa 20 Jahren«). Bei der Innenrestaurierung 1911 durch Peter Keilhacker, Taufkirchen, wurden die originalen Deckenbilder unter der Tünche wieder entdeckt, aufgedeckt und durch Martin Herz, München, restauriert. Nässeschäden am Gewölbe 1951: Putzstücke hatten sich von der Decke gelöst, im Hauptfresko waren zwei große Ausbrüche, auch am Chorbogen zeigten sich Schäden. Nach der Baureparatur Restaurierung der Fresken durch Bartholomäus Wappmannsberger, Prien, mit Retuschierung der Fehlstellen.

Letzte Restaurierung des Innenraums 1988/89 durch Ludwig Keilhacker, Taufkirchen: Die Deckenbilder wurden gereinigt, der Putz und die pudernden Partien gefestigt, die Risse (besonders ein Scheitelriß am Chorbogen, der in das AR-Fresko D ausstrahlte) geschlossen, Fehlstellen wurden retuschiert.

Beschreibung und Ikonographie

A, B, 1–6 SZENEN AUS DER VITA DER HEILIGEN VITUS, MODESTUS UND CRESCENTIA Die beiden Hauptfresken A und B und die Fresken 1–6 an den Gewölbezwickeln des LHs (sowie die Patronatsfresken CB, und CB) bringen Szenen aus Vita und Passio des hl. Vitus, seines Lehrers Modestus und seiner Amme Crescentia.

Der hl. Vitus erlitt unter Kaiser Diokletian um das Jahr 304/05 den Martertod. Nach der Legende stammte er aus Mazzara in Sizilien von heidnischen Eltern. Er selbst wurde Christ, wie sein Lehrer Modestus und seine Amme Crescentia. Riba deneira berichtet von seiner Taufe gegen den Willen des Vaters Hylas (1 und 2). Dieser brachte ihn, als er noch ein Knabe war (die Legendenfassungen sprechen von sieben oder zwölf Jahren), vor den Richter Valerianus, der drohte, ihn mit Ruten schlagen zu lassen, wenn er weiterhin dem christlichen Glauben anhänge (3). Als Vitus standhaft blieb, ließ ihn sein Vater in ein Zimmer einschließen, das mit allen Annehmlichkeiten der Welt ausgestattet war (musizierende Mädchen usw.), um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Als dies nichts half, schlug ihn der Vater; da wurde er blind und schließlich von Vitus wieder geheilt (4). Um den Verfolgungen seines Vaters zu entgehen, floh Vitus schließlich mit Modestus und Crescentia. Ein Engel geleitete ihre Fahrt mit einem Boot über das Meer nach Lukanien (5), wo die drei Heiligen am Fluß Siler blieben (CB1). Ein Adler versorgte sie mit Brot (CB2).

Vitus predigte und wirkte Wunder. Als Kaiser Diokletian von ihm hörte, ließ er ihn nach Rom rufen. Vitus heilte dort zwar den Sohn (nach anderen Fassungen die Tochter) des Kaisers von der Besessenheit, wurde aber als Christ verfolgt. Zusammen mit Modestus und Crescentia wurde er in den Kerker geworfen, dort aber auf wunderbare Weise getröstet (A). Vitus wurde in einen Kessel mit heißem Öl gesetzt, um ihn zum Opfer an die heidnischen Götter zu bewegen (B). Schließlich wurden die drei Heiligen am Foltergerüst mit eisernen Haken gemartert (6). Während dieser Marter bebte die Erde. Vitus wurde von einem Engel nach Lukanien gebracht, wo er starb. (AASS, Junii Tom. II, S. 1013–42; LA-Benz, S. 403–05; Riba deneira-Hornig, Bd 1, S. 843–46; BiblSS, Bd XII, Sp. 1244–48; LCI, Bd 8, Sp. 728–38.)

A VITUS, MODESTUS UND CRESCENTIA IM KERKER Lumen in Tenebris (Licht in der Finsternis). Ansicht nach W. In einem Verlies mit vergitterten Fenstern sind die drei Heiligen dargestellt, Vitus als Knabe, sein Lehrer Modestus als bärtiger Mann, seine Amme Crescentia als junge Frau. Alle tragen Ketten. Von oben dringen lichte Wolken in den Raum – hier erscheint ein Engel, der zum Himmel weist. Seyt die Heiligen gefangen in finsterm Arest / ein Engel vom Himmel schön glänzende sie Tröst.

Vitus heilt seinen erblindeten Vater
6 Marter der hll. Vitus, Modestus und Crescentia

1 DER VATER ENTDECKT VITUS IM GEBET InCorupta Fide (Unversehrten Glaubens). In einem weiten Innenraum kniet Vitus als Kind links an einem Altar, auf dem ein Kruzifixus steht und ein geöffnetes Buch liegt. Vitus, betend, wendet sich zu seinem Vater um, der eben das Zimmer betreten hat und seinen Sohn mit rollenden Augen und drohenden Gesten zur Rede stellt. Der Vater erschrickt und sich drum entrist / als er S. Veith sihet das er war ein Christ.

2 TAUFE DES HL. VITUS In aetendo (aeterno) in Veniunt (In der Ewigkeit ernten sie). In einem Innenraum kniet Vitus als Knabe an einem Taufbecken, das auf Stufen erhöht

BURGHARTING steht. Der Priester gießt Wasser über das Haupt des Kindes, ein Ministrant hält ein offenes Buch. Hinter Vitus sieht man seine Amme Crescentia. den Richter und Sündter S. Veith zor nung findt, / der Vatter und Mutter ungnedig s.

B Marter des hl. Vitus
d Pyramide

VITUS ALS KIND VOR DEM RICHTER judicio castigandus traditur (Vitus wird zur Züchtigung vorgeführt). In einem Innenraum sitzt rechts unter Draperie der Richter. Das Kind Vitus, von den Eltern, steht vor ihm. Während Vater und Mutter in flehende Gesten in ihn dringen, schaut Vitus, die Rechte auf die Brust gelegt und die Linke erhoben, den Richter an. Der Richter weist auf eine Rute und zwei Geißeln, die auf dem Tisch neben ihm liegen. den Richter und Sündter S. Veith zor nung findt, / der Vatter und Mutter ungnedig s

VITUS HEILT SEINEN ERBLINDETEN VATER Iluminat Caecum (Er erleuchtet den Blinden). Der Vater liegt auf dem Platz vor einem Palast, die Arme hilfesuchend ausgebreitet. Der junge Vitus ist zu ihm getreten und legt ihm die Rechte auf die Augen, während er zum Himmel blickt. S. Veith sich erbarmet, sein vatter umbfangen / für ihn Gott thun bitten das Gsicht ihm erlangen.

FLUCHT DER HEILIGEN VITUS, MODESTUS UND CRESCENTIA Migrat in alienas terras (Er wandert in andere Länder). Auf felsigem Ufer am Meer sitzen die drei Heiligen. Ihnen erscheint ein Engel, der aufs Meer hinaus weist. Jetzt werden gefüert die drey Heillige Leuth / bin zu dem Fluß Silo durch Englisch geleith.

MARTER DER HEILIGEN VITUS, MODESTUS UND CRESCENTIA Non Timeo Tormenta Tua (Ich fürchte deine Foltern nicht). An einem Martergerüst hängen die drei Heiligen mit entblößten Oberkörpern. Fünf Folterknechte zerfleischen sie mit Haken. Im Vordergrund drei Zuschauer und alle Tormenten / für Nul und nichts achten, von Gott sich nit wendten.

MARTER DES HL. VITUS Ne Laedamur (Auf dem Mededes ist ü een). Im Zerstörten Aufbau ein großer Ölkessel gezogen. Der Henkersknecht das Feuer, von links bringt ein junger Mann lachend Holz herbei. Ein weißgekleideter heidnischer Prinz weist auf eine Götterstatue neben sich, um Vitus zu bekehren. Jetzt sitzet S. Veith in siedendem Oel, / doch gantz unverletzt Gott lobend sein’ Seel.

EMBLEME Acht Bildfelder in den Stichkappen des LHs zeigen Embleme, die sich auf das Martyrium des hl. Vitus beziehen, auf dessen Standhaftigkeit während der Folter (c und d), auf das ewige Leben, das er durch den zeitlichen Tod gewann (b) und auf das Heil, das er durch sein Martyrium den Menschen vermitteln kann (a); außerdem weisen sie auf den Schutz hin, den Gott seinen Heiligen gewährt (e, g, h), wie er ihn auch den Gläubigen von Burgharting gewähren wird, wenn sie standhaft im Glauben bleiben (f). Die Embleme hatten ursprünglich lateinische Lemmata über dem Bild, sie sind aber nur bei a und h erhalten.

a Fons Aquarum Viventium (Quelle lebendigen Wassers). Beckenbrunnen mit fließendem Wasser, auf der Brunnensäule ein Kreuz. Ich fliesß und thue geben / das beyl, und das leben. Der Brunnen ist häufig benutztes Bild für die Gnaden, die Heilige vermitteln können.

f Standhaft e Lorbeerb B Marter des hl. Vitus a en ligrt S »uüger (trstet Ggb

BURGHARTING

D Glorie des hl. Vitus

BURGHARTING

C1-1 Symbole der Drei Göttlichen Tugenden um die Hl.-Geist-Öffnung: a) Rechts stürzendes Gebäude, links die Kirche von Burgharting, auf die aus Wolken ein Wind niederbraust. b) Phönix. Mein hoffnung tueth geben / Im Feuer mir neues Leben. Der Phönix ist ein Bild für das ewige Leben, das durch die Hingabe des zeitlichen Lebens gewonnen wird. c) Laute, die von einer Hand aus Wolken geschlagen wird. Vom schlagen ich kling, / gott alzeit Lobsing. Die Deutung wird durch die Inschrift nahegelegt: Wie die Laute nur klingt, wenn sie von der Hand des Musikanten geschlagen wird, so erhebt sich die Seele des Heiligen zum schönsten Lob Gottes durch die Überwindung der Martern (s. dazu Picinelli, Lib. XXIII, s.v. chelys (Geige), Nr. 4, mit dem Lemma MUTA FIDES NISI MOTA; Nr. 6: VIS IPSA TORTURAE FIDEM FACIT ANIMOSAM. Ähnliche Embleme auch bei anderen Musikinstrumenten).

d) Schirm, von einer Hand aus den Wolken gehalten, darüber Auge Gottes, daneben eine Sonne. Unter dies Schirm und Schutz / biet ich allem Unglück Trutz. Dieses und das folgende Emblem zielen wie B, auf den Schutz, den Gott trotz aller Martern seinen Heiligen letztlich gewährt (vgl. auch Picinelli, Lib. XV, Nr. 264, s.v. umbella).

e) Ecce Ad Sum (Sieh, hier bin ich). Stadt in Landschaft; aus den Wolken hält eine Hand einen Schild, auf dem ein Kreuz zu sehen ist. Wenns Donnert und blitzt / Gott allzeit mich beschützt. »Laurus nec a fulminum flammis, nec ab hyemis frigoribus quidquam detrimenti unquam sustinet; Lemma: NEC FULMEM METUIT, NEC HYEMEM. Ita generosus ac imperterritus hominis animus, quibusvis calamitatibus superior, nulla unquam violentia sternitur« (Picinelli, Lib. IX, Nr. 206, s.v. laurus; s. auch Nr. 208, 211). Die Unzerstörbarkeit des Lorbeerbaums durch Unbilden der Witterung wird hier in Beziehung gesetzt zu der Standhaftigkeit des Martyrers.

C1-1 GÖTTLICHE TUGENDEN Um die Hl.-Geist-Öffnung (C) vor dem Chorbogen sind drei herzförmige Bildfelder angeordnet, die in symbolischer Form die Göttlichen Tugenden als Tugenden des hl. Vitus darstellen.

C1 Fides: Ansicht nach O. Kreuz in weiter Landschaft; eine Hand aus den Wolken hält einen Kelch mit Hostie davor. Im glauben gantz fest / gegründet aufs best.

C3 Spes: Ansicht nach N. Über einer weiten Meereslandschaft hält eine Hand aus den Wolken einen Anker. All hoffnung zu gott, im Leben und Todt.

C1 Charitas: Ansicht nach S. Über einer Landschaft hält eine Hand aus den Wolken ein brennendes Herz. Auß Liebe entzündet. / zu gott stets aufbrint.

D Glorie des hl. Vitus De gloria Retributionis hilarescit / S. Greg: Hom. 13 (Er freut sich des gebührenden Ruhms). Das Chorfresko zeigt in Wolken den hl. Vitus in römischer Soldatentracht mit weitem roten Mantel. Die rechte Hand hat er auf die Brust gelegt, in der linken hält er einen Palmzweig. Vor ihm zeigen Putten den Olkessel, sein Attribut. Im Scheitel des Bildes erscheint das Dreifaltigkeitssymbol, von dem helle Strahlen ausgehen und auf den Heiligen fallen. Auf den streith volgt die VICTORI / auf die arbeith volgt der lohn, drumb trat S. Veit auch in der glori / Jetzt die Ewifreudt darvon. Dieser Vers auch in Großwimpasing, S. 123, und Großköchlham, S. 111 f.

BURGHARTING

D2-f EMBLEME Alle Embleme beziehen sich auf die Liebe des hl. Vitus zu Gott, seine Andacht und seine Verachtung des Irdischen, wobei allen Bildmotiven das Thema des Aufsteigens, Sich-nach-oben-Wendens gemeinsam ist. D, und D, sind keine eigentlichen Embleme.

Da Inflamatus Amore (Durch Liebe entflammt). Brennendes Herz über Landschaft, darüber Auge Gottes. Inflamiert von außen und innen / stets sein Herz zu gott teth brinen.

Db Sequar quo Ierit. (Ich folge, wohin sie gehen wird). Sonnenblume, die sich zur Sonne wendet. Niemals von den Sonnenstrahlen, wie S. Veith von gott niemahlen.

Dc Terena Sordent (Die irdischen Dinge werden gering geschätzt). Adler, der über einer Landschaft mit Häusern fliegt. In die Höhe alzeit Trachtet / Auf der Erdten alls verachtet. Der Adler, der weit auffliegt und die Erde hinter sich läßt...

Da-f Embleme auf den hl. Vitus

(Picinelli, Lib. IV, Nr. 169, s. v. aquila, mit gleichem Lemma), ist Bild der Verachtung alles Irdischen.

Burghartinger Kirche. Im 18. Jh. waren die Patrone des nördlichen Seitenaltars Leonhard und Florian, die Patronin des südlichen Maria mater dolorosa. Die drei mittleren Szenen beziehen sich auf den Kirchenpatron Vitus mit seinen Gefährten Modestus und Crescentia. Wie die drei Heiligen sollen die Gläubigen von Burgharting Christus folgen (CB1: »Trahe m post te«); wie sie sollen sie auf die göttliche Hilfe vertrauen (CB3). Vitus wird in der Krankheit ihr Helfer sein (CB2).

B5 Mater Dolorosa CB1-5 Patrone von Burgharting

erhobenen Händen. Von oben kommt ein Adler, ein Brot im Schnabel. Gott in der Noth, / versorgts mit Brodt.

CB4 (N) DIE HEILIGEN LEONHARD UND FLORIAN Leonhard von Noblac ist in Wolken dargestellt, in Benediktinertracht, das Haupt von Strahlen umgeben, seine Attribut, die Kette, in der Hand. Neben ihm ist Florian vor Lorch als römischer Krieger zu sehen, die Fahne in der Linken, das Wasserschaf in der Rechten.

CB5 (S) MATER DOLOROSA Das Fresko zeigt die Schmerzhafte Gottesmutter im Typ der Pietà, den Leichnam Christi auf dem Schoß haltend.

Quellen und Literatur StAM, LRA 147553: Restaurierung 1868, 1911 StAM, Landbauämter 139: Restaurierung 1868

AEM, Pfarrakten Wambach, Pfarrbeschreibung; Bauten II; Resignations- und Verlassenschaftsakten; Filiale Burgharting. AEM, Kunsttopographie der Erzdiözese, Dekanat 21/Dorfen, Pfarrei Burgharting, Pfarrkirche St. Vitus (Georg Brenninger). BLfD, Akt Burgharting, Pfarrkirche St. Veit.

Schmidtsche Matrikel, Bd 2, S. 110. Mayer-Westermayer, Bd 3, S. 505-07. KDB I OB (2), S. 1215. Landkreis Erding 1963, S. 273. Brenninger, Georg, Die Kirchen der Pfarreien Schröding und Burgharting (Kirchenführer), Burgharting/Schröding 21983. Brenninger 1980, S. 133–35. Brenninger 1982, S. 107 f. Landkreis Erding 1985, S. 361 f. Dehio 1990, S. 151. A. B