Blankenburg, Residenzschloss Großes Schloss
Inventarnummer: cbdd10166
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In der Schlosskapelle in Blankenburg war 1937 noch ein Deckengemälde zu sehen, das Gott als Weltenlenker präsentierte. Es ist übertüncht und wird zurzeit (2021) freigelegt.

Das Große Schloss Blankenburg
Kurzbeschreibung und Lage
Das Große Schloss Blankenburg[1] erhebt sich oberhalb der gleichnamigen Stadt. Es trägt seinen Namen zur Unterscheidung von einem kleineren Bau zu Füßen des Schlossberges.
Bau- und Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Schloss geht auf eine mittelalterliche Burganlage zurück, die erstmals 1133 genannt wird. Unter den Blankenburger Grafen entstand im 16. Jahrhundert ein Schloss. Nach ihrem Aussterben kam die Grafschaft 1599 an das Fürstentum Wolfenbüttel. Die Herzöge vorlehnten sie jedoch sofort wieder und erst 1671/80 gelangte die Grafschaft endgültig an Wolfenbüttel.
Herzog Anton Ulrich übertrug die Grafschaft 1590 seinem jüngsten Sohn Ludwig Rudolf. 1707 gelang es, die Grafschaft zum Fürstentum zu erheben. Nachdem die Wolfenbütteler Hauptlinie 1731 abgestorben war, ging Ludwig Rudolf nach Wolfenbüttel und Blankenburg und Wolfenbüttel waren fortan bis zum Ende des Alten Reiches in Personalunion miteinander verbunden, auch wenn beide Fürstentümer eigenständig blieben.
Die Erhebung zum Fürstentum 1707 hatte eine komplette Umgestaltung des Schlosses zur Folge. Unter Leitung von Hermann Korb wurde 1705-11 der Ostflügel umgebaut. Ab 1708 erfolgte der Neubau des Nordflügels mit einer Schlosskapelle, die 1715 geweiht werden konnte. 1713-15 wurde der Südflügel umgebaut und 1714-27 der Westflügel neu errichtet. Zuletzt wurde 1727-31 ein Redoutensaal angebaut. Es entstand eine unregelmäßige Vierflügelanlage um einen großen Hof.
Die Schlosskapelle in Blankenburg und ihre ehemalige Malerei
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Die Schlosskapelle[2] im Nordflügel wurde im Rahmen des Ausbaus von Blankenburg zur fürstlichen Residenz errichtet. 1715 wurde sie geweiht.
Beschreibung
Udo von Alvensleben, schreibt 1937 zur Schlosskapelle: „Ein hölzernes Oktogon ist in einen zweistöckigen, annähernd quadratischen Raum eingebaut. Die Pfeiler sind mit korinthischen Pilastern ummantelt. Das Gebälk dient gleichzeitig als Brüstung für die Emporen, die sich in Bogenstellung zum Mittelzentrum öffnen. Das stuckierte Holzgewölbe trägt im Spiegel ein Deckenfresko, Gott als Weltenlenker, vom Meister der Deckenbilder in der Braunschweiger Nikolaikirche und in Hundisburg.“[3]
Die Deckenmalerei
Die Deckenmalerei ist heute übertüncht.[4] Im Kunstdenkmälerinventar von 1922 steht: „Stuckgewölbe mit achteckigem Spiegel, Rippen und Rahmen in Akanthus belegt. Im Spiegel derb gemalte Fresko in der Art der Nikolaikirche in Braunschweig: Gott Vater mit erhobener Rechten, von Engeln getragen, als Weltlenker. Putten darüber schwebend mit Zepter und Weltkugel.“[5]
Bibliographie
- Literatur:
- Alvensleben, Korb, 1937. – Alvensleben, Udo von: Die Braunschweigischen Schlösser der Barockzeit und ihr Baumeister Hermann Korb. Berlin 1937.
- Arnhold/Paulus, Balkenburg, 2006. – Arnhold, Elmar/Paulus, Simon: Schloss Blankenburg. In: Albrecht, Peter/Paulus, Simon (Red.): Hermann Korb und seine Zeit: 1656-1735. Barockes Bauen im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Wolfenbüttel/Braunschweig 2006, S. 90-91.
- Grote, Bey-Zierden, 2006. – Grote, Hans-Henning: Von den Bey-Zierden der Architectur. Welche durch Mahlerey und Bildhauerey zuwege gebracht werden … In: Albrecht, Peter/Paulus, Simon (Red.): Hermann Korb und seine Zeit: 1656 - 1735. Barockes Bauen im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Wolfenbüttel/ Braunschweig 2006, S. 267-272.
- Steinacker/Schmidt, Blankenburg, 1922. – Steinacker, Karl/Schmidt, Julius (Bearb.): Die Kunstdenkmale des Kreises Blankenburg (Die Bau- und Kunstdenkmäler des Landes Braunschweig, 6). Wolfenbüttel 1922.
Einzelnachweise
- ↑ Arnhold/Paulus, Balkenburg, 2006; Alvensleben, Korb, 1937, S, 53-58; Steinacker/Schmidt, Blankenburg, 1922, S. 45-63 zur Geschichte des Schlosses, S. 63-69.
- ↑ Alvensleben, Korb, 1937, S. 55; Steinacker/Schmidt, Blankenburg, 1922, S. 64.
- ↑ Alvensleben, Korb, 1937, S. 55.
- ↑ Grote, Bey-Zierden, 2006, S. 268.
- ↑ Steinacker/Schmidt, Blankenburg, 1922, S. 64.