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Bad Iburg, Ensemble Residenzschloss und Kloster Iburg

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Bad Iburg, Ensemble Residenzschloss und Kloster Iburg, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/f5842360-cb0a-11e9-b810-4983cc384b82

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Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Die Residenz Iburg birgt eine Innenraumgestaltung von 1656/58 mit Scheinarchitektur Bologneser Schule, einen Herkuleszyklus in Folge von Frans Floris/Cornelis Cort sowie ein Gemäldezyklus von Bischofsporträts. Es ist eine der letzten nördlich der Alpen erhaltenen Scheinarchitektur jener Zeit.

Schlossensemble Iburg

Bereits im 8. Jahrhundert stand anstelle von Schloss und Kloster eine Burg der sächsischen Herzog, später der fränkischen Karolinger. Das gegenwärtige Schloss geht auf eine Neugründung von 1070 zurück. Bereits 1080 wurde hier auch ein Benediktinerkloster. Die Doppelanlage[1] mit wenigen Unterbrechungen vom 11. bis 17. Jahrhundert bevorzugter Wohn- und Residenzort der Bischöfe und später Fürstbischöfe von Osnabrück. Eine Besonderheit stellt die Kombination von Kloster und Residenz in baulicher Verzahnung dar. Der Schlossbereich steht im Westen auf einer Bergzunge, im Osten schließt sich das Kloster an. Der Zugang erfolgt von Südosten in der Mitte zwischen den beiden Komplexen. Die Klosterkirche diente bis in das 17. Jahrhundert auch als Schlosskapelle, dann wurde für die lutherischen Bischöfe eine zusätzliche lutherische Schlosskapelle eingerichtet.

Außerhalb des Schlossbezirks steht der ehemalige Marstall, und zwar im Süden des Klosters an der Zufahrt und wurde so jedem Besucher der Residenz präsentiert. Nahe dem Schloss, aber doch nicht direkt an die Gebäude angrenzend, befand sich auch ein Lustgarten.

Schloss Iburg

Westlicher Schlosshof von Westen

Kurzbeschreibung

Schloss Iburg[2] liegt auf einer Anhöhe oberhalb von Bad Iburg auf einem Bergsporn. Im Osten schließt sich ein Kloster an. Das Schloss selbst setzte sich um 1700 aus vier Höfen zusammen, die verschiedenen Funktionsbereichen entsprachen. Durch das Tor erreicht man unter dem Südflügel hindurch den ersten Hof. An seiner Ostseite befindet sich die Klosterkirche. Weiter nach Norden schließen sich zwei weitere kleine Höfe an, von denen der östliche zum Kloster gehört. Vom westlichen aus gelangt man durch einen Schlossflügel an der Westseite in den ehemaligen Fürstlichen Hof. Er ist heute nach Westen geöffnet. Ehemals[3] war er an seiner Westseite von einer Mauer — der Mittelgalerie — mit Durchfahrt abgeschlossen. Von diesem Hof aus betritt man die Räume des Schlosses. Westliche des Fürstlichen Hofes lag der Küchenhof mit Wirtschaftsbauten, der ehemals an seiner Westseite bebaut war. Heute stehen im Westen und Nordwesten keine Gebäude mehr. Der Südflügel des Schlosses nahm die Wohn- und Repräsentationsräume auf. Er hat einen Annex nach Süden über der Zufahrt zum ersten Hof.

Baugeschichte

Schloss Iburg[4] ist unter Bischof Benno II. 1070 gegründet worden. Vorgänger war eine sächsische Wallanlage. 1080 wurde durch Benno II. das mit dem Schloss verbundene Kloster gegründet. Von wenigen Unterbrechungen abgesehen war die Iburg bis zum Ende des 17. Jahrhunderts der bevorzugte Aufenthalts- und Residenzort der Osnabrücker Bischöfe bzw. Fürstbischöfe. Nach zahlreichen Erweiterungen und Ausbauten ließ Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig und Lüneburg zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Anlage zu einem Schloss umgestalten. Auf ihn geht im Wesentlichen der Südflügel mit den so genannten Rittersaal zurück. Die neue Anlage wurde im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt. Der Landesherr Franz Wilhelm von Wartenberg musste fliehen und kehrte es 1650 zurück. Es ließ ganze Gebäudeflügel 1652-1658 von Grund auf erneuern und den Rittersaal 1656/57 neu mit Wand- und Deckenmalerei ausstatten. Der leitende Baumeister war der Johann Krafft aus Bayern, der weitere bayerische Handwerker hinzuzog. Nach dem Tod Wartenbergs folgte gemäß den Bestimmungen des Westfälischen Friedens ein lutherischer Fürstbischof aus dem Welfenhause. Ernst August I., später erster Hannoverscher Kurfürst, ließ für Frau und Kinder – die sein Vorgänger nicht gehabt hatte — neue Wohnräume anbauen sowie 1664 eine lutherische Schlosskapelle. Dafür entstand am Südflügel über dem Eingangstor ein nasenartiger Anbau nach Süden — der Prinzenflügel. Seine Tochter Sophie Charlotte — die spätere Königin in Preußen — wurde hier 1668 geboren. Bereits 1665 wurde die Residenz nach Osnabrück verlegt und 1672 verlor die Iburg diesen Status endgültig, als Landesherr und Hof das neu erbaute Residenzschloss in Osnabrück bezogen. Im 19. und 20. Jahrhundert nutzen verschiedene Institutionen bestimmte Schlossteile. Heute (2017) hat unter anderem das Amtsgericht Bad Iburg und der Landschaftsverband Osnabrücker Land seinen Sitz im Schloss. Ein Museum macht die wichtigen historischen Räume der Öffentlichkeit zugänglich. Im 20. und 21. Jahrhundert fanden zudem einige Sanierungs- und Rekonstruktionsarbeiten statt, vor allem im Bereich des ehemaligen Hauptsaals — des so genannten Rittersaals.[5]

Südflügel

Der zweigeschossige Südflügel mit sitzt auf der ehemaligen Ringmauer der Burg auf.[6] An der südlichen Außenseite verfügt er über ein zusätzliches Sockelgeschoss, durch das auch eine Zufahrt in den ersten Schlosshof führt. Aus diesem wurde der Südflügel erschlossen. Auf einen kleinen Vorraum an der Hofseite folgte der die ganze Tiefe des Flügels durchmessene so genannte Rittersaal. An den Saal grenzte die an der Südseite nach Osten eine Tafelstube. Auf diese folgte das landesherrliche Appartement, das wie die Tafelstube auch vom Vorraum aus erreicht werden konnte. Es reichte bis an das Kloster. Vom Schlafzimmer des Bischofs führte ein Gang zur Klosterkirche, wo der Bischof einen eigenen Herrschaftsstand hatte. Im ersten Geschoss – über den Gemächern des Bischofs – befanden sich Kanzlei und Registratur. Über dem Rittersaal und den ersten Räumen des landesherrlichen Appartements waren Kammern vorgesehen, die wohl Gastgemächer oder Zimmer für das Personal aufnehmen sollten. Ein Korridor an der Hofseite erschloss sie. Vor das Audienzzimmer und das Kabinett wurde der Erweiterungsflügel angefügt.

Bemerkenswert ist vor allem die erhaltene Malerei des Rittersaals von 1656/57. Weitere Räume erhielten ebenfalls Deckenmalereien. So wurde im Obersaal des Obergeschoss des Schlosses 1656 die Decke mit Leinwand beklebt und dann von Johann Krafft bemalt.[7] Diese Malerei hat sich jedoch nicht erhalten.

Charlottenzimmer

Das Chrarlottenzimmer in Bad Iburg

Im Torflügel des Südflügels von Schloss Iburg befindet sich das so genannte Charlottenzimmer.[8] Es gehört zu jenen Räumen, die Ernst August I., der erste lutherische Bischof vom Osnabrück nach der Regelung des Westfälischen Friedens, für seine Familie im Schloss errichten ließ. Das Zimmer hat eine bemerkenswerte Deckengestaltung. Die flechtwerkartig ornamentierte Holzdecke zeigt sein Ledermonogramm „E.A.V.B.“ in der Mitte. Hinzu kommen zwei geschnitzte Kronen. Die Decke dürfte Vorbild für das Galeriegebäude in Hannover-Herrenhausen gewesen sein.

Rittersaal

Der Hauptsaal[9] des ehemaligen Residenzschlosses in Bad Iburg ist im Südflügel gelegen. Er hat zwei Ausstattungsphasen. Er entstand um 1600 für Fürstbischof Philipps Sigismund, von Braunschweig und Lüneburg und trug damals den Namen das „Neue Gemach“.[10] Nach den Beschädigungen des Dreißigjährigen Krieges wurde der Saal für Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg 1552-58 (1656/57) neu ausgestattet und nun „Großer Saal“ genannt.[11] Heute wird der Raum als Rittersaal bezeichnet.

Bau- und Ausstattungsgeschichte

Im Zuge der Modernisierung von Schloss Iburg für Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig und Lüneburg ließ der Bauherr im Südflügel einen Hauptsaal mit den Maßen 12 auf 15 Meter einrichten.[12] Die Wände erhielten einen Gemäldezyklus von Osnabrücker Bischöfen und Fürstbischöfen in Grisaillemalerei vom Gründer des Stiftes von Karl d. Großen bis in die Gegenwart. Die eventuell zweireihige Galerie wurde 1607 durch Georg Berger beschrieben, der wohl auch die Gemälde schuf. Ein Malereirest konnte an der Südseite des Raumes freigelegt zwischen zwei Fensternischen freigelegt werden. Während das Porträt nicht mehr vorhanden, ist die Bildunterschrift weitgehend erhalten und gibt „Gunter Anno 978“ an. Es handelte sich um das Bild des elften Bischofs. Das Malereifragment mit gemaltem Rahmen aus umlaufenden schwarzen Streifen unterschiedlicher Breite, die eine perspektivische Wirkung erzielen, lässt die Vermutung zu, dass der Zyklus möglicherweise optisch als Folge von Steinreliefs mit Architekturgliederung gestaltet war. Die Wand selbst scheint einen ockerigen Farbton gehabt zu haben. Die Balkendecke des Raums war lediglich weiß gekalkt.

Nach dem Abzug der Schweden 1650 ließ Franz Wilhelm von Wartenberg mit dem Schloss auch den Saal erneuern.[13] Die Bischofsgalerie wurde durch eine neue sechzigteilige ersetzt, die verändert und erweitert noch heute erhalten ist. Im Gegensatz zur ersten Fassung waren die Porträts nun auf Leinwand gemalt. An die Ostwand wurde ein Kamin mit einem zentralen Bildprogramm gestellt, an die Westwand kam als Pendant eine Kredenz, die Decke wurde kassettiert und mit einer aufwendigen, teilweise illusionistischen Malerei versehen. Sie zeigte eine Auswahl der Taten des Herkules, öffnete die Decke illusionistische nach Oben und zeigte über allem Jupiter.

Nach dem Tode Wartenbergs wurde der Hauptsaal vorerst weitergenutzt.[14] Der neue — lutherische — Landesherr veränderte jedoch das Programm der Bischofsgalerie, indem er sich und seine Frau einfügte und das Bild Karls des Großen durch ein Doppelporträt vom Karl und dessen Frau ersetzte. Die Galerie wurde auch unter seinen Nachfolgern ergänzt und fortgeschrieben; zuletzt mussten Porträts im vorgelagerten Flur aufgehängt werden. Die Decke des Saals hing bald durch und bereits 1682 sind erste Mängel an der Saaldecke dokumentiert. Von 1773 bis 1781 musste der Saal sogar gänzlich verschlossen werden. Die Porträts wurden entfernt, 1780 teilweise restauriert und — wohl erstmals — mit Rahmen versehen. 1823 musste die Decke mit einem mittigen Unterzug auf Säulen abgestützt werden. Dabei wurden sowohl die Kassettenrahmen als auch die Malereien an den entsprechenden Stellen in 40 Zentimeter Breite zerstört. 65 Porträts wurden 1836/37 restauriert, sieben fehlende Porträts wurden 1838 ergänzt. Damals wurde auch mit dem bislang nicht vorhandenen Bildnis des letzten Fürstbischofs — Friedrich von York — die Reihe vervollständigt. Bereits 1872 kam es zu einer erneuten Restaurierung. 1907 wurde der Raum „erneuert“ und dabei wurden die Bilder gereinigt, aber auch alle Holzteile abgebeizt, die damit ihrer Farbfassung verlustig gingen. 1950-59 wurde der Saal restauriert. Man entfernte den Unterzug, brachte aber aus statischen Gründen eine Betondecke ein, unter die die Kassettendecke gehängt wurde. Seither ist der Raumeindruck verfälscht, da der Raum nun 15 Zentimeter niedriger ist und die Decke damit zu dicht über den Fenstern. Der Fehlstreifen an der Decke aufgrund des entfernten Unterzugs wurde ergänzt. Ferner erhielt der Raum einen Parkettboden. Auch entfernte man die ursprünglichen grünlich-gelben Naturglasfenster. Die Bischofsbilder wurden ebenfalls restauriert und vor allem die stark entstellenden Übermalungen der vorherigen Maßnahmen abgenommen. Nachdem bereits 1980 aufgrund von Übernutzung erneut erhebliche Schäden an der Bildergalerie festgestellt worden waren, wurde der ganze „Rittersaal“ 1983-98 sukzessive restauriert und annährend in einen Zustand gebracht, wie er zur Zeit Wartenbergs bestand. Dazu gehört, dass auch wieder ein Steinfußboden in den Raum kam.

Beschreibung

Der Hauptsaal[15] ist mit 12 auf 15 Meter annährend quadratisch. Er öffnet sich nach Süden zum Tal und nach Norden zum Hof mit jeweils drei Fenstern. Der Haupteingang befindet sich an der Ostseite, nahe der Nordwand. Ein Pendant gibt es nahe der Südwand. Zwei Türen an der Westwand spiegeln die Zugänge der Ostseite. Zwischen die Türen der Ostwand ist ein stark vortretender Kamin gestellt, der ein Pendant in einer Kredenz an der Westseite hat. Kamin, Kredenz, Türlaibungen sowie ein umlaufendes Lambris haben eine rotmarmorierte Farbfassung. Hinzu kommen vergoldete Schmuckornamente. Unter der Decke umläuft den ganzen Raum eine Porträtgalerie der Osnabrücker Bischöfe und Fürstbischöfe bis zu Säkularisation, unterbrochen nur von den Fensteröffnungen und dem Kaminkasten. Die Kassettendecke selbst setzte sich aus einem umlaufenden acht- bzw. zehnteiligen Gemäldezyklus mit Darstellungen wichtiger Taten des Herkules und einem großen Mittelbild, das in einer Scheinarchitektur Jupiter zeigt, zusammen. Alle Gemälde wurden in Öl auf Leinwand gemalt. Sie waren ursprünglich nicht gerahmt und wurden auch nicht von den Türlaibungen überschnitten. Für die gesamte farbige Ausgestaltung war der Bologneser Maler Vitorio Andreas Aloisius Romanus (Andrea Aloisi) verantwortlich. Der Kamin weist ein Bildprogramm aus, das die inhaltliche Gesamthaussage des Raums in die entscheidende Richtung lenkt. Auf dem Kaminsturz sind gegen der Raum die drei Männer im Feuerofen und an den Seiten das Brandopfer und der Brudermord Kains sowie der Untergang Sodoms und Gomorrhas gezeigt.

In die Kassettendecke[16] sind insgesamt 27 Einzelgemälde eingelassen. Acht bzw. zehn Gemälde am Rand in eigenem Rahmen zeigen Darstellungen aus dem Leben des Herkules: Über der Westseite, auf die man beim Eintreten in den Raum blickt, befinden sich über der Kredenz sich die Darstellungen des Herkules, dem die Äpfel der Hesperiden überreicht werden, Herkules bei Omphale und Herkules im Kampf mit Achelaus. Über Ostwand mit dem Kamin sind Herkules im Kampf mit der Hydra, Herkules, der die Himmelskugel für Atlas trägt und Herkules mit dem gebändigten Zerberus zu sehen. Über der Südwand wird der Kampf des Herkules mit dem nemeischen Löwen, über der Südwand der Kampf des Herkules mit Antäus präsentiert. Zu allen Darstellungen kommen im Hintergrund antike römische Ruinen in einer Landschaft. Die Ansichtigkeit ist auf die Raummitte hin ausgerichtet. Zu allen Herkulesszenen gehören kurze erklärende lateinische Texte. Links und rechts des Kaminkastens sind zwei Vogeldarstellungen angebracht, die auf die stymphalischen Vögel bezogen werden können. Das große Mittelfeld setzt sich aus 17 Einzelgemälden zusammen. 16 zeigen eine illusionistische Architekturmalerei, das 17. zentrale Mittelfeld über eine die Architektur abschließenden Balustrade Jupiter auf Wolken mit einem Blitzbündel haltenden Adler über seinem Haupt. Seine Ansichtigkeit ist auf den Eingang an der Ostseite hin ausgerichtet. Die Architekturmalerei zeigt einen steilen zweigeschossigen Schacht von drei auf fünf Achsen. Im unteren Geschoss öffnete sich hinter einer Balustrade sowie einer gekuppelten korinthischen Säulenstellung eine umlaufende Arkadenhalle, die Einblicke tiefer gelegene Loggien gibt. Das obere Geschoss zeigt eine Fensterzone. In die Butzenscheiben sind die Wappen Wartenbergs dargestellt.

Der Saal hat heute einen rekonstruierten weiß-schwarzen Steinplattenbelag.[17] Dieser bezieht sich auf die Decke: unter dem großen Mittelfeld ist ein Rautenmuster. Ob sich in der Mitte ehemals ein Wappen befand, ist ungeklärt.

Die Wände werden von Kamin und Kredenz sowie den Tür- und Fensteröffnungen dominiert. Aufgrund der heute tiefen Decke kann der Porträtzyklus direkt unter der Decke nicht seine Wirkung entfalten.[18] Die 73 Leinwandbildnisse zeigen fiktive Darstellungen stehender Bischöfe als Hüftstücke. Lediglich den Personen der Frühen Neuzeit kann Realitätsnähe zugesprochen werden, bei Wartenberg und seinen Nachfolgern handelt sich um reale Abbilder. Teilweise können im Hintergrund in Fenstern Darstellungen mit Bezug zum Dargestellten erblickt werden, etwa ein Dom, oder es treten Assistenzfiguren hinzu. Attribute wie Tracht, Brille oder Urkunden tragen zur Individualisierung bei. Resignierte haben Bischofsstab und Mitra abgelegt. Unter dem Dargestellten befindet sich jeweils ein kurzer Tatenbericht.

Die Verkleidung der Kaminhaube präsentiert drei Leinwandbilder von Aloisii.[19] Sie reichen bis an die Decke. Gegen den Raum zeigt das Gemälde die drei Jünglinge im Feuerofen vor Nebukadnezar. Einer der Jünglinge ihnen trägt bemerkenswerterweise die Züge von Wartenberg. Die Seitenbilder ergänzen das Frontbild. Auf der rechten Seite erkennt man Lot und seine Töchter, im Hintergrund das brennende Sodom. Auf der linken Seite wird der Brudermord Kains an Abel gezeigt.

Stellung der Malerei des Rittersaals

Der sogenannte „Rittersaal“ von Schloss Iburg birgt eine der wenigen erhaltenen vorbarocken Innenraumgestaltungen nördlich der Alpen, die sich erhalten hat. Zu ihr gehört die gefelderte Decke mit eingelassenen Leinwänden, die eine Scheinarchitektur Bologneser Schule sowie einen Herkuleszyklus in Folge von Frans Floris/Cornelis Cort präsentieren, eine Gemäldezyklus von Bischofsporträts an der Wand und ein Prunkkamin. Die Deckenamlerei zeigt eine der letzten nördlich der Alpen erhaltenen Scheinarchitektur aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Die Galerie der Osnabrücker Bischöfe und Fürstbischöfe ist eine der größten und vor allem vollständigsten, die sich aus der zweiten Hälft des 17. Jahrhunderts erhalten hat.

Forschungsstand

Der Forschungsstand vor allem zum Rittersaal und seiner Ausstattung ist sehr gut. Im Herbst 2004 fand vor Ort nach Abschluss der letzten Restaurierungsarbeiten eine Tagung statt, auf der Restauratoren, Denkmalpfleger, Kunsthistoriker, Historiker und Theologen gleichermaßen zu Wort kamen. Ihre Akten wurden 2007 publiziert. Neben Beiträgen zur Restaurierung,[20] zur Geschichte des Saals und seiner Auftraggeber[21] und zum Bildprogramm[22] lieferte Grommel mit ihrer Betrachtung des Kamins den Schlüssel zur Ikonografie des Hauptsaals.[19]

Auftraggeber

Auftraggeber der Malerei und Ausstattung des Hauptsaals war Graf Franz Wilhelm von Wartenberg (1595-1661).[23] Er war der Sohn des Wittelsbacher Herzogs Ferdinand und der Maria Pettenbeck. Er stieg jung zu hohen geistlichen Würden auf und war ein glühender Verfechter der Gegenreformation. 1602 wurde er wie auch seine Geschwister in den Reichgrafenstand erhoben. Er besuchte das Jesuitenkolleg in Ingolstadt und das Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom. Seit 1604 erhielt er verschiedene geistliche Ämter. So wurde er 1625 Bischof von Osnabrück sowie Bischof von Verden, 1631 Bischof von Minden sowie 1649 Bischof von Regensburg. 1633 musste er seine norddeutschen Bistümer aufgrund der Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges verlassen. Nach 1648 erhielt er nur Osnabrück zurück, in das er erst 1650 zurückkehren konnte. Trotz seines vehementen Einsatzes für die katholische Sache — gerade auch in den Friedensverhandlungen in Münster — zählte er zu den Verlierern des Krieges. Das arme Bistum Regensburg war kein adäquater Ersatz. Immerhin wurden seine Verdienste von Geistlicher Seite anerkannt und Papst Alexander VII. ernannte ihn 1660 zum Kardinal.

Künstler und Konzeptoren

Die Konzeption des Saales geht wohl in weiten Teilen auf Franz Wilhelm von Wartenberg zurück. Der leitende Baumeister war der Hofbaumeister Johann Krafft. Als Tischler arbeitet im Saal — auch an der Decke — Hans Bäckert. Für die gesamte Ausstattung und Malerei aber war der Bologneser Maler Vitorio Andreas Aloisius Romanus (Andrea Aloisi) verantwortlich. Er war Osnabrücker Hofmaler. Ferner arbeitete an der Ausstattung der Maler Johann Krafft und ein unbekannte Künstler ,,Joh.....g“, mit. Aloisi ist seit 1641 in Wartenbergs Gefolge nachweisbar.[24] Er ist um 1620 in Rom geboren und vermutlich 1687 in Amsterdam gestorben. Er wird auch als Andrea Alovisii, Andrea Alovisii-Galanini und Andreas Aloisius bezeichnet. Neben der Malerei im Hauptsaal von Schloss Iburg sind Altargemälde und Porträts von seiner Hand bekannt. Wartenberg lernte Aloisi während eines Aufenthaltes in Rom 1641 kennen und nahm ihn als Kammerdiener und Hofmaler in Dienst. Aloisi gehörte während der Friedensverhandlungen in Münster zum Hofstaat Wartenbergs. Er blieb in Münster wohnen und begründete hier eine Werkstatt. Seit 1655 arbeitete er wieder Wartenberg bis zu dessen Tod 1661. Danach kehrte er nach Münster zurück.

Befund

Die Ausstattung des Saales ist in stark restauriertem Zustand auf uns gekommen. Erste Mängel an der Decke[25] traten bereits 1682 auf. Von 1773 bis 1781 musste der Saal sogar gänzlich verschlossen werden und die Bischofgalerie[26] an den Wänden wurden entfernt. Sie war bereits zuvor verändert worden. Zu den ursprünglichen 60 Bischofsporträts und sechs weiteren Bildern kamen in Ergänzung die Porträts der Nachfolger hinzu. Der Zyklus wurde aber auch verändert. Bilder ausgetauscht oder entfernt. 1718 waren 72 Gemälde vorhanden, 1765 schon 76. 1782 gab es nur noch 72 Gemälde. Sie hingen aller Wahrscheinlichkeit nach ursprünglich ohne Rahmung in auf die Wand gemalten Rahmen oder in Blendrahmen — Spanngirlanden sind nachgewiesen.

1780 erfolgte eine teilweise Restaurierung, in deren Folge die Gemälde — wohl erstmals — 1782 mit Zierrahmen versehen wurden. Der Saal wurde wieder geöffnet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts — in Napoleonischer Zeit — gingen sieben Bischofsgemälde sowie eine Stadtansicht von Osnabrück verloren. 1828 musste ein zentraler Unterzug mit zwei Stützen eingebracht werden. Dafür wurden alle Profilierungen und Leinwandgemälde im Bereich der neuen Stützkonstruktion in 40 Zentimeter Bereite zerstört und damit auf den Gemälden auch das Gesicht Jupiters sowie die Figur des Herkules bei Omphale und die des Herkules neben Atlas. 1838 stiftete der Hannoversche König Ernst August die Mittel für ein Gemälde, das den letzten Fürstbischof von Osnabrück — Friedrich von York — zeigte. Der Osnabrücker Maler Heinrich Neelmeyer restaurierte in diesem Zusammenhang 65 Gemälde und ergänzte die Folge um die sieben fehlenden. Bereits 1872 erfolgte eine erneute Instandsetzung der Porträts.

1907 erneuerte man den Saal, beizte dabei alle Holzteile ab und beseitigte die Polychromierung. 1951 wurde der Unterzug wieder entfernt und bei der folgenden Restaurierung[27] bis 1956 eine Betondecke eingezogen und die Fehlstellen der Rahmen und Gemälde ergänzt. Die Decke ist seither 15 Zentimeter tiefer als ursprünglich. Eine weitere Restaurierung fand sukzessive von 1983 bis 1998 statt. Die Gemälde wurden dabei letztmalig 1984 restauriert und die stark entstellenden Übermalungen des 19. Jahrhunderts abgenommen. Die ursprüngliche farbige Fassung der Decke, die graumarmorierte Wandgestaltung mit Lambris, die Türen, der Kamin und die Kredenz konnte zurückgewonnen werden. Ferner kam wieder ein Steinfußboden in den Raum.[28]

Während die Decke heute weitgehend dem Zustand von 1656 entspricht, ist der Fries mit den Bischofsporträts verändert. Die gegenwärtige Hängung von 73 Gemälden unter der Decke stammt aus dem späten 20. Jahrhundert und nähert sich der Hängung unter Wartenberg lediglich an. Es sind sieben weitere Porträts integriert, darunter ein Doppelgemälde von Karl d. Gr. und seiner Frau sowie eines von Ernst August I. und seiner Frau. Diese rahmen jetzt das zentrale gehängte Bildnis Franz Wilhelm Wartenbergs an der Westwand. Die vermutete ursprüngliche chronologische Abfolge der Dargestellten ist nicht wieder hergestellt worden.

Programm

Das Programm des Hauptsaals von Schloss Iburg war in seiner ursprünglichen Ausführung für Wartenberg ein gegenreformatorisches, das auf die persönliche Situation des Auftraggebers Bezug nahm.[29] Der Kamin an der Ostwand weist ein Bildprogramm auf, das die inhaltliche Gesamthaussage des Raums in die entscheidende Richtung lenkt.[30] Auf dem Kaminsturz sind gegen der Raum die drei Jünglinge im Feuerofen und an den Seiten das Brandopfer und der Brudermord Kains sowie der Untergang Sodoms und Gomorrhas zusammen mit Lot und seinen Töchtern gezeigt. Einer der drei Jünglinge trägt die Züge von Wartenberg. Das Gemälde zeigt den Moment, in dem König Nebukadnezar erkennt, dass die drei Jünglinge im Feuerofen nicht verbrennen werden. Nebukadnezar wird sie daraufhin freilassen und den Gott der drei Jünglinge preisen, dessen Macht er anerkennen muss. Wartenberg sah sich selbst als ein Märtyrer. Wie die Männer im Feuerofen ihrem Glauben treu geblieben waren, war auch Wartenberg im Dreißigjährigen Krieg trotz Vertreibung aus seinen Bistümern von seinem Glauben nicht abgewichen. Die Folgen falscher Opfer und Missetaten verdeutlichen die Darstellung von Kain und Abel sowie Lot und seinen Töchtern. Diese können auf die Protestanten bezogen werden, die wie Kain über Abel kurzfristig siegten, letztendlich aber im Sinne Wartenbergs der Verdammnis anheimfallen müssen.

So ist auch der Herkuleszyklus an der Decke auf den Auftraggeber Wartenberg zu beziehen.[16] Über der Westseite befinden sich über der Kredenz die Darstellungen des Herkules, dem die Äpfel der Hesperiden überreicht werden, des Herkules bei Omphale und des Herkules im Kampf mit Achelaus. Über der Ostwand mit dem Kamin sind Herkules im Kampf mit der Hydra, Herkules, der die Himmelskugel für Atlas trägt und Herkules im Kampf mit Zerberus zu sehen. Über der Südwand wird der Kampf des Herkules mit dem nemeischen Löwen, über der Nordwand der Kampf des Herkules mit Antäus präsentiert. Zu allen Darstellungen kommen im Hintergrund antike römische Ruinen in einer Landschaft. Damit wird zwischen dem Tugendhelden Herkules und der Stadt Rom, die Sitz des Papstes ist, ein direkter Bezug hergestellt. Das Leben des Herkules weist Parallelen zu Wartenbergs eigenem auf. Herkules war wie er das Kind einer nicht standesgemäßen Verbindung. Seine Leistungen ermöglichten Herkules schließlich seine Vergöttlichung. Wartenberg sah sich selbst als Herkules Christianus und wurde auch von anderen so bezeichnet. Er war sein Leben lang unermüdlich für die katholische Sache eingetreten und hatte persönlich wenig davon profitiert. Nun wollte Wartenberg auch seine Leistungen ebenso anerkannt wissen wie die des Herklules anerkannt worden waren und überhöhte also nicht nur seine Herrschaft, sondern auch seine Leistungen mit dem Zyklus an der Saaldecke.

Das große Mittelfeld präsentiert über der steil aufragenden Scheinarchitektur Jupiter auf Wolken mit einem Blitzbündel haltenden Adler über seinem Haupt. Auch Jupiter kann auf Wartenberg selbst bezogen werden. Mit dem Sturz Saturns und der Herrschaft Jupiters begann das Silberne Zeitalter, in dem der Mensch nun seine Unschuld verloren hatte und sein Verhältnis zu den Göttern neu ordnen musste. Gesetze für Religion und Kult wurden festgelegt, die Tugend der Pietas entstand. Nahm Wartenberg diese selbstverständlich für sich in Anspruch, so war auch er es, der nach dem westfälischen Frieden die Verhältnisse neu geordnet und die Gesetze für Religion und Kult festgelegt hatte.

Einen Bezug zu Wartenberg beim Bischofszyklus[31] zu finden ist leicht, da sein Porträt selbst Bestandteil dieses Zyklus ist. Es handelt sich um mehr oder minder fiktive Darstellungen stehender Bischöfe als Hüftstücke. Lediglich den Personen der Frühen Neuzeit kann Realitätsnähe zugesprochen werden, bei Wartenberg und seinen Nachfolgern handelt sich um reale Abbilder. Zu allen Darstellungen gehört jeweils eine Vita, die auf der Leinwand in einer gemalten Tafel unter dem Dargestellten in Latein geschrieben steht. Die Viten beziehen sich auf die Verteidigung von Bistum und Glauben. Die Tafeln wirken wie Steinplatten und sollten wohl die Anmutung von Wandmalerei verstärken. Im Rahmen der Bischofsgalerie stellte sich Wartenberg als Bischof und Landesherr dar und in die legitimierende Tradition der Geschichte.

Im gesamten Raumprogramm wird deutlich, dass Wartenberg sich als Märtyrer oder zumindest nicht richtig gewürdigt sieht. Er ist in die Galerie der Bischöfe eingebunden, womit seine geistliche weltliche Macht gezeigt wird. Er ist auf den Herkules zu beziehen. Dieser kann als Herkules Christianus verstanden werden, der gegen das Böse kämpft — so wie Wartenberg die Protestanten bekämpft. Jupiter steht für die christliche Tugendhaftigkeit, der auch Wartenberg teilhaftig ist. Wartenberg steht als Märtyrer — wie er am Kamin vorgeführt wird — über den menschlichen Schwächen. Wartenberg wird daher vor dem Weltgericht bestehen. Zusammenfassend kann konstatiert werden, dass sich Wartenberg als zu Unrecht verfolgter sah, der unverbrüchlich und gegen alle Widrigkeiten am wahren Glauben festgehalten hatte (Kamin). Er vertraute auf die Gottes Gnade und die Verdammnis der Sünden. Er sah sich in einer langen Tradition von Kämpfern und Bewahrern des Glaubens (Porträtzyklus, Jupiter) und suchte um Anerkennung seiner Leistungen nach (Herkuleszyklus).

So war das Programm des Hauptsaals von Schloss Iburg in seiner ursprünglichen Ausführung für Wartenberg ein gegenreformatorisches, das auf die persönliche Situation des Auftraggebers Bezug nahm.[29] Sein lutherischer Nachfolger Ernst August I. interpretierte diese Aussage neu.[32] Indem er im Porträtzyklus das Einzelgemälde Karls des Großen durch ein Doppelporträt Karls mit seiner Frau ersetzte, machte er aus Karl d. Gr. einen weltlichen Herrscher. Zugleich ließ sich Ernst August zusammen mit seiner Frau Sophie ebenfalls in einem Doppelporträt zeigen. So stellte er die weltliche Herrschaft an den Beginn und an das Ende Fürstbistums. Karl am Anfang und Ernst August am Ende des Zyklus machten aus der Abfolge von Bischöfen eine Reihe von Landesherren, unabhängig von ihren geistlichen Würden und Aufgaben. Um die Reihe der weltlichen Herrscher zu komplettieren, wurde später auch ein Porträt von Gustav Gustavson von Wasaberg angefertigt. Dieser war nie Bischof gewesen, hatte Osnabrück aber zur Zeit der schwedischen Besatzung im Dreißigjährigen Krieg verwaltet. Der Herkuleszyklus konnte mühelos auf den Aufstieg des Welfenhauses bezogen werden. Und am Kanin konnte man — sofern man die Züge Wartenbergs nicht erkannte — für die Aussage einfach Katholiken und Lutheraner austauschen.

Entwürfe

Entwürfe sind bislang unbekannt.

Vorlagen und Vergleiche

Für fast alle Gemälde des Hauptsaals von Schloss Iburg lassen sich Vorlagen nachweisen. Vorbilder für die formale Gestaltung der Decke können in München und Italien gefunden werden. Zu nennen ist der heute verlorene Schwarze Saal in der Münchner Residenz. Hier hatte Hans Werl kurz nach 1600 ein großes perspektivisches Deckenbild. mit Scheinarchitektur auf Leinwand geschaffen,[33] das zum Teil der Iburger Lösung gleicht. Wartenberg kannte den Saal aus persönlicher Anschauung. Allerdings folgte die Malerei in München wiederum einem italienischen Vorbild, das auch direkt Vorbild für den Iburger Saal gewesen sein könnte: dem Bologneser Palast Vizzani aus den 1560er Jahren, der von Tommaso Laureti ausgemalt wurde.[34] Diese ist durch ein Reproduktionsstich Jacopo Vignolas von 1562 überliefert. Vorbild könnte der Stich gewesen sein. Da Aloisi aber aus einer Bologneser Künstlerfamilie stammte, könnte er wir auch Wartenberg den Saal aus eigener Anschauung gekannt haben. Die Darstellungen am Kamin folgen weitgehen jenen der Merianbibel.[35] Für den Herkuleszyklus dürfte die Anregung in jedem Fall aus München stammen.[36] Herzog Albrecht V. hatte 1565 für den Hauptsaal seines Schlosses in Dachau eine Teppichserie anfertigen lassen, deren acht Szenen einer Stichserie von Cornels Cort aus dem Jahre 1563 folgte. Sie kam später in die Münchner Residenz und ist dort ab 1638 nachweisbar und Wartenberg dürfte sie gekannt haben. Die meisten Darstellungen an der Iburger Decke folgen der Serie von Cort. Die Texte auf den Gemälden stammen sogar dann von diesem Zyklus, wenn ein anderes Motiv gewählt wurde.[37] Neben Cort dienten aber auch Stiche von Aegidius Sadeler als Vorlage.[38]

Eine Porträtgalerie wie in Bad Iburg war um 1650 nichts Ungewöhnliches. So gab es in der Münchner Residenz eine Ahnengalerie mit Texten, die in die Rahmung eingepasst waren.[39] Konkretes Vorbild für die Lösung Wartenbergs in Bad Iburg war aber ein Zyklus im selben Raum, der von Bischof Philipp Sigismund um 1600 beauftragt worden war sowie ein ebenfalls für Philipp Sigismund geschaffener und 1830 beseitigter Zyklus von 51 Gemälden (Fresken?) im Chor des Verdener Doms.[40]

Deckenmalerei

Der Hauptsaal von Schloss Iburg hat eine Kassettendecke von 1656/58 mit aufgesetzten vergoldeten eichenen Holzornamenten, in deren Felder 27 Einzelgemälde auf Leinwand eingelassen sind.[41] Der Tischler der Decken war Hans Bäckert, der Maler der in Gemälde Andrea Aloisi aus Bologna. Das Mittelbild mit zentralperspektivischer Architekturmalerei zeigt eine Öffnung in den Himmel. Die an sich eher konventionelle Gestaltung ist ein sehr seltenes und frühes erhaltenes Beispiel aus der Mitte des 17. Jahrhunderts mit einer architekturillusionistischen Gestaltung. Im der Mitte des zentralen Gemäldes thront Jupiter, die Randkassetten nehmen Darstellungen mit Taten des Herkules auf. Die Kassetten dazwischen stellen eine schachtartige Architektur vor, die durch Arkadenbögen den Blick in Loggien gewährt.

Befund

Die Decke präsentiert sich heute nicht mehr im ursprünglichen Zustand. Erste Mängel traten bereits 1682 auf.[25] 1828 musste ein zentraler Unterzug mit zwei Stützen eingebracht werden. Dafür wurden alle Profilierungen und Leinwandgemälde im Bereich der neuen Stützkonstruktion in 40 Zentimeter Bereite beseitigt und damit auf dem Gemälden auch das Gesicht Jupiters sowie die Figur des Herkules bei Omphale und die des Herkules neben Atlas. 1907 erneuerte man den Saal, beizte dabei alle Holzteile ab und beseitigte die Polychromierung. 1951 wurde der Unterzug wieder entfernt und bei der folgenden Restaurierung[27] bis 1956 eine Betondecke eingezogen und die Fehlstellen der Rahmen und Gemälde ergänzt. Die Decke ist seither 15 Zentimeter tiefer, als ursprünglich. Eine weitere Restaurierung fand 1983-86/98 statt. Die Gemälde wurden letztmalig 1984 restauriert (Stand 2017).

Beschreibung

Die Kassettendecke[42] misst rund 12 auf 15 Meter. Sie wird von den kräftig profilierten Eichenholzrahmen der Kassetten gegliedert. Die elf Felder sind von unterschiedlicher Größe. Das große Mittelfeld ist annähern doppelt so breit wie die kleinen Nebenbilder an den Langseiten. Insgesamt umgeben acht Gemälde das Hauptbild, eines an jeder Seite und eines vor jeder Ecke. Beiderseits des Kaminkastens sind an der Ostseite zwei kleine längliche zusätzliche Gemälde angebracht. Ihre Rahmen sind zwar vergoldete wie alle anderen auch, aber erheblich schmaler und schmuckloser, Zwischen den einzelnen Rahmen sind florale Ornamente angebracht, von den größeren Flächen an den Ecken des Hauptbildes hängen vier Kronleuchter herab.

Die äußeren acht bzw. zehn Darstellungen entstammen dem Herkulesmythos und zeigen auf den zwei Gemälden beiderseits des Kamins (die stymphalischen) Vögel, ferner den Kampf des Herkules mit der Hydra von Lerna, sein Kampf mit dem Riesen Antaeus, die Erlangung der Äpfel der Hesperiden, Herkules bei Omphale, sein Kampf mit Achelous, sein Kampf mit dem nemeischen Löwen, seine Bändigung des Zerberus und Herkules, der das Himmelsgewölbe für Atlas trägt. Über der Westseite, auf die man beim Eintreten in den Raum blickt, befinden sich über der Kredenz die Darstellungen des Herkules, dem die Äpfel der Hesperiden überreicht werden, Herkules bei Omphale und Herkules im Kampf mit Achelous. Über Ostwand mit dem Kamin sind Herkules im Kampf mit der Hydra, Herkules, der die Himmelskugel für Atlas trägt und Herkules mit dem gebändigten Zerberus zu sehen. Über der Südwand wird der Kampf des Herkules mit dem nemeischen Löwen, über der Südwand der Kampf des Herkules mit Antäus präsentiert. Die Ansichtigkeit ist auf die Raummitte hin ausgerichtet. Zu allen Herkulesszenen gehören kurze erklärende lateinische Texte

Das mittlere Feld setzt sich aus 17 Einzelgemälden zusammen. 16 zeigen eine illusionistische Architekturmalerei, das 17. zentrale Mittelfeld über eine die Architektur abschließenden Balustrade Jupiter auf Wolken mit einem Blitzbündel haltenden Adler über seinem Haupt. Seine Ansichtigkeit ist auf den Eingang an der Ostseite hin ausgerichtet. Die Architekturmalerei zeigt einen steilen zweigeschossigen Schacht von drei auf fünf Achsen. Im unteren Geschoss öffnete sich hinter einer Balustrade sowie einer gekuppelten korinthischen Säulenstellung eine umlaufende Arkadenhalle, die Einblicke tiefer gelegene Loggien gibt. Das obere Geschoss zeigt eine Fensterzone. In die Butzenscheiben sind die Wappen Wartenbergs dargestellt.

Entwürfe

Entwürfe sind bislang nicht bekannt.

Programm

Das Programm der Decke ist komplex. Zu unterscheiden sind die Herkulesdarstellungen, die Architekturmalerei und der alles bekrönende Jupiter. Die Verteilung der Szenen mit Herkules erscheint nicht willkürlich.[43] Vor dem Kamin, wo der ikonografisch wichtigste Punkt des Saales lag und Wartenberg Platz nahm, wird gezeigt, wie Herkules das Himmelsgewölbe trägt. Begleitet wird dieses Gemälde zum einem von der Darstellung des Kampfes von Herkules mit der Hydra, zum andren mit dem der Bändigung des Zerberus. Hier geht es um die selbstlosen Taten des Herkules im Dienste der Menschheit sowie seine gottgleiche Stärke und den Göttern überlegene Gewitztheit (es gelingt ihm ja, Atlas die Himmelskugel wieder aufzubürden). Herkules ist also der siegreiche Tugendheld. Und diese Darstellungen befinden sich auf der Seite des Kamins und damit auf jener Seite des Saals, an der Wartenberg Platz nahm. Im Gegensatz zur Ostseite stehen die Darstellungen im Westen: über der Kredenz ist Herkules mit dem Spinnrocken bei Omphale zu sehen, daneben an der einen Seite der passive Herkules, der sich die Äpfel der Hesperiden reichen lässt, auf der anderen Seite sein Kampf mit Achelous. Hier ist ein moralisierender Ton gegen die Weibermacht unübersehbar. In der Mitte dient Herkules einer Frau, mit Achelous kämpft er um eine auf der dritten Darstellung erscheint die Dienerin aktiver als der Heros selbst, der zudem nicht in der Lage war, die Äpfel aus eigener Kraft zu erlangen. Auch ein Herzog zeigt Schwächen, er überwindet sie aber.

Die perspektivische Architekturmalerei war für den zeitgenössischen Betrachter ein Kunstgenuss und stellte die Kompetenz des Auftraggebers in Kunstfragen unter Beweis.[44] Wartenberg bediente sich hier einer angemessenen und zeitgemäßen künstlerischen Form. Vollsäulen – auch gemalte – standen für höfische Pracht und fürstliche Magnifizenz.

Jupiter als oberster aller Götter beendete mit seinem Herrschaftsantritt – und dem Sturz Saturns – das Goldene Zeitalter.[45] Nun hatte der Mensch seine Unschuld verloren und musste sein Verhältnis zu den Göttern ordnen. Religion und Kult, Tugend und Frömmigkeit entstanden. Für einen Fürsten der Gegenformation scheint Jupiter daher sehr geeignet.

Alle Punkte können auf Wartenberg bezogen werden, der bereits früh als „Christianus Hercules“ von den Zeitgenossen verstanden wurde.[46] Zudem entstammte Wartenberg wie Herkules einer nicht ebenbürtigen Verbindung und widmete sein Leben dem Wohle der Menschheit.[47] Er war mit der angemessenen Form vom Pracht und Magnifizenz vertraut, er war tugendhaft und fromm. Deutlicher wird dieser Interpretationsansatz bei Betrachtung des ganzen Raumes.

Jupiter

Die Deckenmitte des Hauptsaales von Schloss Iburg wird von einem großen Gemälde eingenommen, das sich aus 17 Einzelgemälden zusammensetzt. 16 zeigen eine illusionistische Architekturmalerei, das 17. zentrale Mittelfeld über einer die Architektur abschließenden Balustrade Jupiter auf Wolken mit einem Blitzbündel haltenden Adler über seinem Haupt. Seine Ansichtigkeit ist auf den Eingang an der Ostseite hin ausgerichtet.

Befund

Es handelt sich um Leinwandgemälde des Künstlers Andrea Aloisi. Es wurde letztmalig 1984 restauriert (2017). Ein 40 Zentimeter breiter Mittelstreifen von oben nach unten wurde nach 1951 rekonstruiert, so auch der der Adler und das Gesicht Jupiters.[48]

Beschreibung und Ikonographie

Die Architekturmalerei stellt einen steilen zweigeschossigen Schacht von drei auf fünf Achsen dar. Im unteren Geschoss öffnet sich hinter einer Balustrade sowie einer gekuppelten korinthischen Säulenstellung eine umlaufende Arkadenhalle, die Einblicke in tiefer gelegene Loggien gibt. Das obere Geschoss zeigt eine Fensterzone. In den Butzenscheiben sind die Wappen Wartenbergs dargestellt. Im offenen Himmel erblickt man Jupiter auf Wolken sitzend mit einem Lorbeerkranz im Haar. Er ist in ein rotes Gewand gehüllt. Zusammen mit Haar- und Bartschnitt der Rekonstruktion wird man unwillkürlich an Jesus Christus erinnert. Seine rechte Hand legt Jupiter an seine Brust, die linke ist geöffnet und gerade dem Betrachter entgegenstreckt. Über Jupiter fliegt vor einer Sonne ein Adler mit einem roten Blitzbündel in seinen Klauen.[49]

Vorlagen und Vergleiche

Die Architekturmalerei geht auf Bologneser Vorbilder des späten 16. Jahrhunderts zurück.[50] Der Rezeptionsweg ist jedoch unbekannt. Eine Möglichkeit wäre, dass man sich in Schloss Iburg am Schwarzen Saal der Münchner Residenz orientiert hätte. Dieser hatte kurz nach 1600 für Herzog Maximilian eine neue Ausmalung erhalten. Ein großes perspektivisches Deckenbild mit imaginiertem Schacht präsentierte eine Scheinarchitektur, der die Iburger sehr ähnlich, aber oben geschlossen war. Vorbild für diese Gestaltung dürfte ein Stich von Jacopo Vignola aus dem Jahre 1562, gewesen sein der 1583 in den Regole delle cinque ordini d’architettura publiziert wurde. Dieses Vorbild für den Schwarzen Saal könnte auch Vorbild für den Hauptsaal von Schloss Iburg gewesen sein. Der Iburger Maler Aloisi stammte jedoch aus einer Bologneser Künstlerfamilie und könnte daher die Bologneser Vorbilder auch direkt gekannt und genutzt haben. Vor allem der Palazzo Vizzani ist hier zu nennen, bei dem sich die Decke über der Scheinarchitektur ebenfalls öffnete — dort schwebte eine Fama herab. Der Saal wurde von Tommaso Laureti ausgemalt und ist durch ein Reproduktionsstich Jacopo Vignolas von 1562 überliefert. Unterschiede und Gemeinsamkeiten lassen sich zwischen Iburg und den Stichvorlagen ebenso finden wie zu den Raumausstattungen in München und Bologna. Es ist wohl am wahrscheinlichsten, dass Wartenberg bzw. Aloisi sich an München orientierte, aber Vignolas Reproduktion vorlag und mit verarbeitet wurde.

Programm

Verweis auf Zyklus

Herkuleszyklus

Die Decke des Hauptsaals in Schloss Iburg präsentiert einen Herkuleszyklus von 1656/57.[51] Die in die Decke eingelassenen Leinwandgemälde wurden von Andrea Aloisi für Franz Wilhelm von Wartenberg geschaffen.

Beschreibung

An der Decke werden acht Taten des Herkules gezeigt:[52] sein Kampf mit der Hydra, sein Kampf mit Antaeus, die Erlangung der Äpfel der Hesperiden, Herkules bei Omphale, Herkules Kampf mit Achelous, sein Kampf mit dem nemeischen Löwen, seine Bändigung des Zerberus und das Tragen des Himmelsgewölbes durch Herkules. Auf alle Gemälde sind Schrifttafeln gemalt, die die Szene erläutern. Hinzu kommen zwei Bilder mit (stymphalischen) Vögeln. Die Figuren des Herkules und die seiner Gegner wurden überwiegend nach Vorlagen von Cornelis Cort nach Frans Floris sowie Aegidius Sadeler nach Bartholomäus Spranger geschaffen. Hinzu kommen im Hintergrund Ansichten wichtiger antiker Ruinen Roms, ebenfalls nach grafischen Vorlagen. Die Figur des Herkules ist allen Gemälden von annähernd gleicher Größe. In den vier Eckbildern ist Herkules daher in Bezug auf die Gemäldegröße vergleichsweise klein. Die Architekturen dominieren dann die Darstellung. Die Herkulesgruppen folgen den grafischen Vorlangen eng. Die Texte der Schrifttafeln entstammen ebenfalls diesen Vorlagen. Die hinzugefügten Ruinen stehen grundsätzlich im Bildhintergrund und sind deutlich zu erkennen. Lediglich die Szene mit Herkules bei Omphale, die in einem Innenraum stattfindet, zeigt im Hintergrund keine Ruine.

Vorlagen und Vergleiche

Herkuleszyklen waren in der Entstehungszeit weit verbreitet. Die meisten Darstellungen an der Iburger Decke folgen einer Kupferstichserie von Cornelis Cort aus dem Jahre 1563, der ein fast komplett verlorener zehnteiliger Gemäldezyklus von Frans Floris aus den Jahren 1554-55 zugrunde liegt.[53] Dieser Zyklus schmückte eine Herkuleskammer des Kaufmanns Nicolaas Jongelinck in Antwerpen, die bereits im 16. Jahrhundert zerstört wurde und nur über die Stiche Corts bildlich überliefert ist. Direktes Vorbild für den Iburger Zyklus dürften zwei Zyklen in der Münchner Residenz gewesen sein.[54] Dort gab es zwei Teppichserien mit je acht Taten des Herkules. Einer davon hatte dieselben Vorlagen wie der Iburger Zyklus. Von Herzog Albrecht V. 1565 für den Hauptsaal seines Schlosses Dachau beauftragt, kam er bald nach München, wo er spätestens 1638 in der Residenz nachweisbar ist. Eine zweite Teppichserie entstand im frühen 17. Jahrhundert im Auftrag von Kurfürst Maximilian für den Herkulessaal. Diese dürften Wartenberg präsenter gewesen sein. Der Bezug zur Serie von Albrecht ist aber wegen der Vorlagen eindeutiger.

Programm

Herkules galt in der Frühen Neuzeit ganz allgemein als jener Held, der in selbstlosem Wirken der ganzen Menschheit nützte und zuletzt für seine Leistungen vergöttlicht wurde.[55] Hier kann man einen Bezug zur Person des Auftraggebers sehen.[56] Wartenberg entstammte wie Herkules einer nicht standesgemäßen Verbindung. Durch seine Leistungen sah er aber seine Gleichrangigkeit, die er als Fürstbischof hatte, als gerechtfertigt an. Wartenberg war unermüdlich tätig für die katholische Sache gewesen. In seinem eigenen Verständnis sah er sich als ein selbstloser Streiter für den Glauben. Und tatsächlich war Wartenberg bereits bei seinem Regierungsantritt im Fürstbistum Osnabrück als Herkules Christianus bezeichnet worden. In diesem Lichte können auch die römischen Ruinen gesehen werden, die einen Bezug zu Rom und damit zum Sitz des Papstes herstellen.

Vogel

An der Kassettendecke des Hauptsaals von Schloss Iburg ist links des Kamins an der Ostseite das Gemälde eines fliegenden Vogels eingelassen. Im Kontext des Herkuleszyklus an der Decke wird der Vogel als stymphalischer Vogel interpretiert.[57]

Befund

Es handelt sich um ein Leinwandgemälde des Künstlers Andrea Aloisi. Es wurde letztmalig 1984 restauriert (2017).[48]

Beschreibung und Ikonographie

Auf dem weit gestreckten längsrechteckigen Bild sieht man unter dem Himmel einen Vogel mit geöffnetem Schnabel vom Kamin wegfliegen. Er hat angelegte Flügel und einen weit nach hinten flatternden Schweif.

Herkules Kampf mit der Hydra

Das Gemälde von Andrea Aloisi an der Kassettendecke des Hauptsaals von Schloss Iburg zeigt Herkules im Kampf mit der Hydra von Lerna. Es gehört zu einem Zyklus, zusammen mit sieben weiteren Gemälden der Decke.[58] Herkules erhielt von König Eurystheus den Auftrag, die Hydra von Lerna zu töten. Diese neunköpfige Schlange galt als unbezwingbar, da ihr bei jedem Versuch, einen ihrer Köpfe abzuschlagen, zwei neue nachwuchsen. Der mittlere Kopf war zudem unsterblich. Daher hatte Herkules auch anfänglich Schwierigkeiten, das Untier zu besiegen, als er mit seiner Keule auf die Köpfe einschlug. Erst, als er seinen Neffen Iolaos die abgeschlagenen Hälse sofort mir einer Fackel ausbrennen ließ, woraufhin keine neuen Köpfe mehr nachwachsen konnten, konnte er die Hydra bezwingen und zuletzt ihren Rumpf spalten.

Befund

Es handelt sich um ein Leinwandgemälde des Künstlers Andrea Aloisi. Es wurde letztmalig 1984 restauriert (2017).[48]

Beschreibung und Ikonographie

Das vom Prinzip her hochrechteckige Gemälde hat ein uregelmäßiges Format, da links fast ein Drittel der Fläche fehlen, denn dort ist an der Decke ein Leuchter aufgehängt. Das eigentliche Geschehen findet im unteren Bilddrittel statt. Herkules schwingt seine Keule gegen das links im Vordergrund befindliche Untier. Er ist mit seinem Löwenfell bekleidet. Die Hydra schlängelt ihre Hälse gefährlich gegen den Heros. Links hinter ihr gewahrt man Iolaos mit einer brennenden Fackel, wie er gerade einen ihrer Hälse ausbrennt. Sein Kopf wird ein wenig vom Bildrahmen überschnitte — über ihm befindet sich die Aufhängung für den Leuchter. In der unteren rechten Bildecke ist eine Schrifttafel gemalt mit der kaum lesbarer und teilweise vom Rahmen überdeckter Inschrift: „INDEFESSA GERENS REDIVIVIS BELLA COLUBRIS ARGOLIS AD LERNAE TVNDITVR HYDRA VADUM“. Rechts neben Herkules — über der Inschrift — erblickt man eine Ruine. Es handelt sich um das Septizonium des Septimus Severus am Rande des Palatin.[59] Ein Schriftband erläutert: „C TRIB. POT. V. COS. FOTRVNATISSIMVS NOBILISMVQVE.“ Beide werden von der Krone eines Baumes überragt, der den rechten Bildrand begrenzt. Über weiteren Ruinen im Hintergrund sowie dem Baum öffnet sich der Himmel.

Vorlagen und Vergleiche

Die Gruppe von Herkules, Iolaos und der Hydra sowie der Text der Inschriftentafel folgen einem Kupferstich von Cornelis Cort aus dem Jahre 1563, dem ein Gemälde von Frans Floris zugrunde liegt, das dieser für einen zehnteiligen Gemäldezyklus 1554-55 geschaffen hatte.[60] Dieser heute bis auf ein Gemälde verlorene Zyklus schmückte eine Herkuleskammer des Kaufmanns Nicolaas Jongelinck in Antwerpen. Sie ist nur über die Stiche Corts bildlich überliefert. Die Iburger Darstellung ist jedoch sehr wahrscheinlich von einer Teppichserie inspiriert, die Herzog Albrecht V. 1565 für den Hauptsaal des Schlosses in Dachau hatte anfertigen lassen. Spätestens seit 1638 war er in der Münchner Residenz nachweisbar. Und seine Vorlagen waren die Kupferstiche von Corts. Der Auftraggeber des Iburger Gemäldes — Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg — kannte die Münchner Residenz und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch die Teppichfolge.[36] Die Römischen Ruinen folgen nicht Cort, sondern sind anderen Stichen entlehnt.[61]

Herkules Kampf mit Antaeus

Das Gemälde von Andrea Aloisi an der Kassettendecke des Hauptsaals von Schloss Iburg zeigt Herkules im Kampf mit dem Riesen Antaeus. Es gehört zu einem Zyklus, zusammen mit sieben weiteren Gemälden der Decke.[58] Der dargestellte Kampf erfolgte auf dem Weg des Herkules zum Garten der Hesperiden. Antaeus war ein Riese und Sohn der Gaia sowie des Neptun. Er zwang allen vorbeikommenden Reisenden einen Kampf auf, den er stets gewann. Kaum berührt er die Erde, erhielt er nämlich von seiner Mutter (Gaia = Erde) neue Kraft. Erst als Herkules dies erkannte, konnte er Antaeus bezwingen: Er hielt den Riesen in die Luft, bis diesem die Kräfte ausgingen, da er keinen Kontakt mehr zur Erde hatte. Herkules erwürgte ihn.

Befund

Es handelt sich um ein Leinwandgemälde des Künstlers Andrea Aloisii. Es wurde letztmalig 1984 restauriert (2017).[48]

Beschreibung und Ikonographie

Das langgestreckte, quergelagerte Gemälde zeigt in der Mitte vor einem mächtigen Baumstamm den Kampf von Herkules und Antaeus. Der mit seinem Löwenfell bekleidete Herkules hält Antaeus in der Luft. Dieser wird bereits schwächer und vermag sich nicht mehr zu befreien. Links ragt ein Baum in das Bild. An den Baum ist eine alte Frau gelehnt — ermattet am Boden zu Füßen des Kämpfenden liegend. Vermutlich handelt es sich um Gaia, die Herkules mit seinem rechten Fuß von Antaeus fortdrückt. Rechts unten ist eine Schrifttafel aufgemalt, in der ein erläuternder Text steht: „Deficit hic pugnax Antaeus in aere victus nullaq. sublato terra ferebat opem.“ Im Bildhintergrund erblickt man rechts und links des Baumes römische Ruinen.

Vorlagen und Vergleiche

Die Hauptszene sowie der Text der Inschriftentafel folgen einem Kupferstich von Cornelis Cort aus dem Jahre 1563, dem ein Gemälde von Frans Floris zugrunde liegt, das dieser für einen zehnteiligen Gemäldezyklus 1554-55 geschaffen hatte.[62] Dieser ist heute bis auf eben das Gemälde vom Kampf des Herkules mit Antaeus verloren. Der Zyklus schmückte eine Herkuleskammer des Kaufmanns Nicolaas Jongelinck in Antwerpen und ist sonst nur über die Stiche Corts bildlich überliefert. Die Iburger Darstellung ist jedoch sehr wahrscheinlich von einer Teppichserie inspiriert, die Herzog Albrecht V. 1565 für den Hauptsaal des Schlosses in Dachau hatte anfertigen lassen. Spätestens seit 1638 war er in der Münchner Residenz nachweisbar. Und seine Vorlagen waren die Kupferstiche von Cort. Der Auftraggeber des Iburger Gemäldes — Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg — kannte die Münchner Residenz und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch die Teppichfolge.[36] Die Römischen Ruinen folgen nicht Cort, sondern sind anderen Stichen entlehnt.[61]

Herkules erhält die Äpfel der Hesperiden

Das Gemälde von Andrea Aloisi an der Kassettendecke des Hauptsaals von Schloss Iburg zeigt Herkules, der die Äpfel der Hesperiden überreicht bekommt. Es gehört zu einem Zyklus, zusammen mit sieben weiteren Gemälden der Decke.[58] Als König Eurystheus von Herkules verlangte, ihm drei der goldenen Äpfel aus dem Garten der Hesperiden zu holen, verlangte er eigentlich etwas Unmögliches. Nur ein Gott konnte nämlich die Äpfel pflücken. Daher bewog Herkules Atlas — den Vater der Hesperiden — durch eine List, ihm die Äpfel zu pflücken. Der Baum mit den goldenen Äpfeln war ein Geschenk gewesen, das Gaia der Juno zur Hochzeit mit Jupiter wachsen ließ. Die Äpfel verliehen ewige Jugend und der Baum wurde von den Hesperiden in ihrem Garten verwahrt, wo sie auch wohnten. Zusätzlich hatte Juno vor den Garten den mehrköpfigen Drachen Ladon zur Wache bestellt. Atlas raubte die Äpfel und Herkules erschlug Ladon.

Befund

Es handelt sich um ein Leinwandgemälde des Künstlers Andrea Aloisii. Es wurde letztmalig 1984 restauriert (2017).[48]

Beschreibung und Ikonographie

Das vom Prinzip her hochrechteckige Gemälde hat ein uregelmäßiges Format, da rechts fast ein Drittel der Fläche fehlt, denn dort ist an der Decke ein Leuchter aufgehängt. Die eigentliche Szene nimmt das untere Drittel des Bildes ein. Herkules ruht lässig hinter eine Balustrade, vor der der erschlagene Ladon liegt. Er stützt sich mit seiner Recht auf die Keule, die er auf der Balustrade abgelegt hat – seine Linke hat er in die Hüfte gestützt. Er blickt nach links zu einer Frau. Diese ist im Begriff, niederzuknien. Sie präsentiert Herkules eine Obstschale. Entgegen der Mythologie wird hier eine der Hesperiden gezeigt, die Herkules die Äpfel anbietet. So ist die Szene äußerst ungewöhnlich, und es konnte bislang keine graphische Vorlage gefunden werden. Im Hintergrund ist eine römische Tempelruine dargestellt.[63] Rechts ist eine Tafel mit folgendem Text: „TRVNCATVM HESPERIDES ETIAM FLEVERE DRACONEM RAPTA QVOD EX HORTIS AVTREA POMA FORENT“.

Vorlagen und Vergleiche

Die Darstellungen des Herkules mit der Überreichung der Äpfel folgt dem Titelkupfer von Giambattista Ferarris „Hesperides sive malorum [...]“ von 1646, das auf Pietro da Cortona zurückgeht. Der beigegebene Text folgt einen Kupferstich von Cornelis Cort.

Herkules und Omphale

Das Gemälde von Andrea Aloisi an der Kassettendecke des Hauptsaals von Schloss Iburg zeigt Herkules am Spinnrocken bei Omphale. Es gehört zu einem Zyklus, zusammen mit sieben weiteren Gemälden der Decke.[58] Herkules musste als Sühne für die Ermordung des Iphitos als Sklave dienen und wurde von der Königin Omphale gekauft. Omphale heiratete ihn, als sie erfuhr, wen sie erworben hatte. Herkules verweichlichte in blinder Liebe zu ihr, trug Frauenkleider und verrichtete Frauenarbeit wie das Wollspinnern. Omphale trug nun seine Keule und sein Löwenfell. Erst, als Herkules seine Strafe verbüßt hatte, erwachte er aus seiner Verblendung und verließ Omphale.

Befund

Es handelt sich um ein Leinwandgemälde des Künstlers Andrea Aloisi. Es wurde letztmalig 1984 restauriert (2017).[48] Ein 40 Zentimeter breiter Mittelstreifen wurde nach 1951 rekonstruiert, so die Gestalt des Herkules.[27]

Beschreibung und Ikonographie

Herkules sitzt vor einem roten Vorhang am Spinnrocken. Rechts vor Herkules sitzt Omphale. Sie hat sich in das Löwenfell des Herkules gehüllt und hält seine Keule, die man unter dem Fuß des Herkules erkennt. Hinter ihr steht eine Dienerin. Von links eilen zwei weitere Frauen herbei, wobei eine mit dem Zeigefinger auf den spinnenden Herkules zeigt. Rechts im Vordergrund befindet sich eine Tafel mit dem Schriftzug: „OMNIA QUI VICT. VICVS SVCCVMBIT AMORI. PRO COLO EXVVIAS REDDENS MVLIBRIA TRACTAT“.

Vorlagen und Vergleiche

Vorlage für die Gruppe von Herkules, Omphale und Dienerin ist ein Stich von Ägidius Sadeler, der auf ein Gemälde von Bartholomäus Spranger zurückgeht. Die links hinzutretenden Frauen entstammen einem weiteren Stich Sadelers.[64]

Herkules im Kampf mit Achelous

Das Gemälde von Andrea Aloisi an der Kassettendecke des Hauptsaals von Schloss Iburg zeigt Herkules im Kampf mit Achelous in der Gestalt eines Stieres.[65] Es gehört zu einem Zyklus, zusammen mit sieben weiteren Gemälden der Decke.[58] Der Zweikampf des Herkules mit dem Flussgott Achelous wurde um die Hand der Königstochter Deianeira geführt. Achelous verwandelte sich im Verlauf des Kampfes in verschieden Tiere, so zuletzt in einen Stier. Diese Taktik führte ihn jedoch nicht zum Sieg, vielmehr gelang es Herkules, dem Stier eines der Hörner abzubrechen. Der unterlegene Achelous musste sein Horn zurücktauschen und Deianeira wurde Gemahlin des Herkules.

Befund

Es handelt sich um ein Leinwandgemälde des Künstlers Andrea Aloisii. Es wurde letztmalig 1984 restauriert (2017).[48]

Beschreibung und Ikonographie

Das vom Prinzip her hochrechteckige Gemälde hat ein uregelmäßiges Format, da links fast ein Drittel der Fläche fehlt, denn dort ist an der Decke ein Leuchter aufgehängt. Das eigentliche Geschehen findet im unteren rechten Bilddrittel statt. Herkules hat dem Stier mit seinem linken Knie niedergezwungen ist im Begriff, eines der Hörner abzubrechen. Die Dynamik seiner Bewegung wird durch sein sich wild aufbauschendes Löwenfell unterstrichen. Im Hintergrund ist eine römische Ruine zu sehen. Im Bildvordergrund links befindet sich eine Tafel mit folgender Inschrift: „MVTILAT INDEFESSVM ACHELOVM DIVITE CORNV CAVSSA TRVCIS PVGNÆ DEIANIRA FVIT“.

Vorlagen und Vergleiche

Die Gruppe mit Herkules und Stier sowie der Text der Inschriftentafel folgen einem Kupferstich von Cornelis Cort aus dem Jahre 1563, dem ein Gemälde von Frans Floris zugrunde liegt, das dieser für einen zehnteiligen Gemäldezyklus 1554-55 geschaffen hatte.[60] Dieser heute bis auf ein Gemälde verlorene Zyklus schmückte eine Herkuleskammer des Kaufmanns Nicolaas Jongelinck in Antwerpen. Sie ist nur über die Stiche Corts bildlich überliefert. Die Iburger Darstellung ist jedoch sehr wahrscheinlich von einer Teppichserie inspiriert, die Herzog Albrecht V. 1565 für den Hauptsaal des Schlosses in Dachau hatte anfertigen lassen. Spätestens seit 1638 war er in der Münchner Residenz nachweisbar. Und seine Vorlagen waren die Kupferstiche von Cort. Der Auftraggeber des Iburger Gemäldes — Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg — kannte die Münchner Residenz und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch die Teppichfolge.[36] Die Ruinendarstellungen stammen jedoch von anderen zeitgenössischen Vorlagen.[61]

Herkules mit dem nemeischen Löwen

Das Gemälde von Andrea Aloisi an der Kassettendecke des Hauptsaals von Schloss Iburg zeigt Herkules im Kampf mit dem nemeischen Löwen. Es gehört zu einem Zyklus, zusammen mit sieben weiteren Gemälden der Decke.[58] König Eurystheus verlangte von Herkules das Fell des nemeischen Löwen. Da dieser unverwundbar war, musste Herkules ihn erwürgen.

Befund

Es handelt sich um ein Leinwandgemälde des Künstlers Andrea Aloisi. Es wurde letztmalig 1984 restauriert (2017).[48]

Beschreibung und Ikonographie

Vor einem Baum sieht man den Kampf von Herkules mit dem Löwen. Der Löwe hat sich in die Keule des Herkules verbissen und sucht den von links kommenden Heroen mit seinen Pranken fortzuschieben. Herkules beugt sich von rechts über dem Löwen und ist im Begriff, ihn zu erwürgen. Zu Füßen der beiden liegen zwei tote Löwen. Rechts und links des Baumes sind in unterschiedlicher Perspektive je eine römische Ruine dargestellt. Links unten befindet sich eine Tafel mit folgender Inschrift: „CÆDITVR HERCVLES MOLES NEMEÆA LACERTIS ARVAQ SVNT PRECIBVS TVTA MOLORCHE TVIS.“

Vorlagen und Vergleiche

Herkules und der Löwe sowie der Text der Inschriftentafel folgen einem Kupferstich von Cornelis Cort aus dem Jahre 1563, dem ein Gemälde von Frans Floris zugrunde liegt, das dieser für einen zehnteiligen Gemäldezyklus 1554-55 geschaffen hatte.[60] Dieser heute bis auf ein Gemälde verlorene Zyklus schmückte eine Herkuleskammer des Kaufmanns Nicolaas Jongelinck in Antwerpen. Sie ist nur über die Stiche Corts bildlich überliefert. Die Iburger Darstellung ist jedoch sehr wahrscheinlich von einer Teppichserie inspiriert, die Herzog Albrecht V. 1565 für den Hauptsaal des Schlosses in Dachau hatte anfertigen lassen. Spätestens seit 1638 war er in der Münchner Residenz nachweisbar. Und seine Vorlagen waren die Kupferstiche von Corts. Der Auftraggeber des Iburger Gemäldes — Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg — kannte die Münchner Residenz und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch die Teppichfolge.[36] Die Ruinen folgen zeitgenössischen Reproduktionsstichen.[61]

Herkules bändigt Zerberus

Das Gemälde von Andrea Aloisi an der Kassettendecke des Hauptsaals von Schloss Iburg zeigt Herkules bei der Bändigung des Höllenhundes Zerberus. Es gehört zu einem Zyklus, zusammen mit sieben weiteren Gemälden der Decke.[58] Die Aufgabe des Königs Eurystheus, den Zerberus zu ihm zu bringen, konnte Herkules nur lösen, da Pluto ihm erlaubte, den Zerberus zeitweise aus der Unterwelt zu entfernen, sofern es ihm gelänge, ihn ohne Waffen zu bezwingen. Herkules rang den Hund nieder, fesselte ihn, brachte ihn zu Eurystheus und anschließend wieder zurück.

Befund

Es handelt sich um ein Leinwandgemälde des Künstlers Andrea Aloisi. Es wurde letztmalig 1984 restauriert (2017).[48]

Beschreibung und Ikonographie

Das vom Prinzip her hochrechteckige Gemälde hat ein uregelmäßiges Format, da rechts fast ein Drittel der Fläche fehlt, denn dort ist an der Decke ein Leuchter aufgehängt. Die eigentliche Szene nimmt das untere rechte Drittel des Bildes unter dem Leuchter ein und wirkt in der Gestaltung sehr gedrängt. Man erkennt Herkules mit erhobener Keule, der den mehrköpfigen Höllenhund an Ketten gelegt aus dem Eingang zur Unterwelt herauszieht. Unter den Füßen des Herkules liegt Theseus, den er mit aus der Unterwelt mit empor nimmt. Links im Hintergrund erkennt man die Tempelruine des Nervaforums in Rom.[59] Auf einer Tafel unten links steht geschrieben: „FATA PHERÆCLADÆ MISERANS UXORE REDEMPTA ABSTVLIT ALCESTEN CERBERE SÆVE TIBI“.

Vorlagen und Vergleiche

Die Gruppe mit Herkules, Zerberus und Theseus sowie der Text der Inschriftentafel folgen einem Kupferstich von Cornelis Cort aus dem Jahre 1563, dem ein Gemälde von Frans Floris zugrunde liegt, das dieser für einen zehnteiligen Gemäldezyklus 1554-55 geschaffen hatte.[66] Dieser heute bis auf ein Gemälde verlorene Zyklus schmückte eine Herkuleskammer des Kaufmanns Nicolaas Jongelinck in Antwerpen. Sie ist nur über die Stiche Corts bildlich überliefert. Die Iburger Darstellung ist jedoch sehr wahrscheinlich von einer Teppichserie inspiriert, die Herzog Albrecht V. 1565 für den Hauptsaal des Schlosses in Dachau hatte anfertigen lassen. Spätestens seit 1638 war er in der Münchner Residenz nachweisbar. Und seine Vorlagen waren die Kupferstiche von Corts. Der Auftraggeber des Iburger Gemäldes — Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg — kannte die Münchner Residenz und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch die Teppichfolge.[36] Die Darstellung der Tempelruine folgt zeitgenössischen Stichvorlagen.[61]

Vogel

An der Kassettendecke des Hauptsaals von Schloss Iburg ist rechts des Kamins an der Ostseite das Gemälde eines fliegenden Vogels eingelassen. Im Kontext des Herkuleszyklus an der Decke wird der Vogel als stymphalischer Vogel interpretiert.[57]

Befund

Es handelt sich um ein Leinwandgemälde des Künstlers Andrea Aloisii. Es wurde letztmalig 1984 restauriert (2017).[67][68]

Beschreibung und Ikonographie

Auf dem weit gestreckten längsrechteckigen Bild sieht man unter dem Himmel einen Vogel mit geöffnetem Schnabel zum Kamin hinfliegen. Er hat erhobene Flügel und einen nach hinten flatternden Schweif.

Herkules und Atlas

Das Gemälde von Andrea Aloisi an der Kassettendecke des Hauptsaals von Schloss Iburg zeigt Herkules zusammen mit Atlas, der die Kugel des Himmelsgewölbes übergibt. Es gehört zu einem Zyklus, zusammen mit sieben weiteren Gemälden der Decke.[58] Herkules sollte für Eurystheus die goldenen Äpfel der Hesperiden beschaffen. Doch nur ein Gott konnte diese Äpfel pflücken. Daher bewog Herkules den Atlas — den Vater der Hesperiden — durch eine List, ihm die Äpfel zu pflücken. Herkules trug in der Zwischenzeit für Atlas das Himmelsgewölbe. Atlas genoss seine Freiheit und wollte bei seiner Rückkehr das Gewölbe nicht wieder tragen, sondern diese Arbeit Herkules überlassen. Dieser ging zum Schein auf das Ansinnen des Gottes ein, erbat sich aber, ein Polster zwischen seine Schulter und die Last legen zu können und dafür solle Atals noch einmal für kurze Zeit das Gewölbe übernehmen. Atlas ging auf den Vorschlag ein, Herkules aber nahm die Äpfel und ließ Atlas zurück.

Befund

Es handelt sich um ein Leinwandgemälde des Künstlers Andrea Aloisi. Es wurde letztmalig 1984 restauriert (2017).[48] Ein 40 Zentimeter Mittelstreifen ist nach 1951 rekonstruiert worden, so die Figur des Herkules.[27]

Beschreibung und Ikonographie

In der Mitte des querrechteckigen Bildes erblickt man Herkules und Atalas. Herkules übernimmt gerade das Himmelsgewölbe. Im Bildhintergrund sind zahlreiche römische Ruinen zu erkennen. Rechts unten ist eine Tafel gemalt. Sie präsentiert eine Inschrift: „PONDERE QVOD VICTVS SVDARET OLYMPIFER ATLAS HERCULES ASTRIFEROS SVSTINE IPSE POLOS.“

Vorlagen und Vergleiche

Die Gruppe von Herkules und Atlas sowie der Text der Inschriftentafel folgen einem Kupferstich von Cornelis Cort aus dem Jahre 1563, dem ein Gemälde von Frans Floris zugrunde liegt, das dieser für einen zehnteiligen Gemäldezyklus 1554-55 geschaffen hatte.[60] Dieser heute bis auf ein Gemälde verlorene Zyklus schmückte eine Herkuleskammer des Kaufmanns Nicolaas Jongelinck in Antwerpen. Sie ist nur über die Stiche Corts bildlich überliefert. Die Iburger Darstellung ist jedoch sehr wahrscheinlich von einer Teppichserie inspiriert, die Herzog Albrecht V. 1565 für den Hauptsaal des Schlosses in Dachau hatte anfertigen lassen. Spätestens seit 1638 war er in der Münchner Residenz nachweisbar. Und seine Vorlagen waren die Kupferstiche von Corts. Der Auftraggeber des Iburger Gemäldes — Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg — kannte die Münchner Residenz und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch die Teppichfolge.[36] Die Römischen Ruinen gehen auf zeitgenössische Veduten zurück.[69]

Kamin

An der Ostseite des Hauptsaals von Schloss Iburg steht ein großer Kamin von ca. 1655 mit einem großen bis unter die Decke reichenden Verkleidung. An dieser sind drei Gemälde von 1657/57 angebracht. Eines ist gegen den Saal gerichtet, je eines ist an der Seite. Auftraggeber war Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg, der Maler Vitorio Andreas Aloisius Romanus (Andrea Aloisi).

Befund

Der Kamin hat bereits im 17. und 18. Jahrhundert Veränderungen erfahren.[70] So wurden Kamin und Gemälde zwar für Franz Wilhelm von Wartenberg geschaffen, die Haube selbst, an der sie angebracht sind, stammt aber von vermutlich 1765. Auf jeden Falls wurden die datierten Säulen, auf denen die Haube ruht damals hergestellt. Nahezu alle Veränderungen wurden 1909 rückgängig gemacht, sodass der Kamin heute annähernd so aussieht, wie zur Zeit Wartenbergs.

Beschreibung

Der Kamin an der Ostwand ist farbig in das System des Raumes eingepasst.[71] Die Rückseite der Feuerstelle wird von blau-weißen Fliesen und einer eisernen Reflektionsplatte eingenommen. Der Abzug ruht auf vier graurotmarmorierten toskanischen Säulen bzw. Halbsäulen. Er wird von einer bis unter die Decke reichenden Haube verkleidet. Die Haube ruht auf einen Gebälk. Alle erhabenen Zierelemente sind analog zu Türrahmen und Decke golden gefasst. In die Kaminverkleidung sind drei Leinwandbilder eingefügt. Zum Saal hin zeigt das große querformatige Gemälde eine Darstellung der drei Jünglinge im Feuerofen vor Nebukadnezar. Auf dem rechten schmalen Hochformat sind Lot und seine Töchter vor den Hintergrund brennenden Sodom und Gomorrha zu sehen, auf dem linken der Brudermord Kains an Abel.

Programm

Das Programm des Kamins ist der Schlüssel zum Programm des ganzen Hauptsaales.[72] Das verwundert nicht, denn an Kaminen wurden im 17./18. Jahrhundert üblicherweise die Kernaussagen des Hausherrn angebracht. Vordergründig fällt auf, dass alle drei Darstellungen mit dem Feuer zu tun haben: Die drei Jünglinge sind im Feuerofen, Sodom und Gomorrha werden mit Feuer vernichtet, das vom Himmel fällt und Kain und Abel bringen Gott Brandopfer dar. In allen Gemälden offenbaren sich aber auch Gottes Gerechtigkeit und die Verdammnis der Sünde. Die drei Jünglinge blieben ihrem Glauben treu und wollten sich nicht dem Standbild Nebukadnezars unterwerfen. Sie sagten ihm vielmehr, dass sie bindungslos zu ihrem Gott stehen würden und wurden dafür von Nebukadnezar in den Feuerofen geworfen. In diesem verbrannten sie nicht etwa, sondern blieben unversehrt. Daraufhin ließ Nebukadnezar sie frei und pries den Gott der Jünglinge, dessen Macht er anerkennen musste. Betrachtet man das Gemälde genauer, bemerkt man, dass der linke der drei Jünglinge erheblich älter ist und die Züge Wartenbergs trägt. Wartenberg stellt sich damit selbst in der Rolle des unbeirrbar an seinem Glauben festhaltenden, bedingungslost auf Gott vertrauenden und damit letztendlich siegreichen Menschen dar. Die Gemälde an den Seiten ergänzen das Programm. Sodom und Gomorrha werden vernichtet aufgrund der großen Sünde, in der die Menschen dort leben. Auch Lots Frau, die sich nicht an die Gebote Gottes hält, muss sterben. Doch auch Lot und seine Töchter sündigen mit Trunkenheit und Inzest. Lot greift auf der Iburger Darstellung sogar nach einem Apfel, womit auf den Sündenfall angespielt wird. Wartenberg, der streng auf die Einhaltung des Zölibats achtete, fühlte sich vor Sodomie und Inzest gefeit. Bei Kain und Abel geht es um falschen und richtigen Glauben. Das Opfer Kains wird von Gott abgelehnt, da Kain der Verpflichtung zum Opfer nur formal folgt, das Opfer des wahrhaftig glaubenden Abels aber wird angenommen. Hier ist ein direkter Vergleich zwischen Protestanten und Katholiken möglich. Ersteren wird ein geheuchelter Glaube unterstellt, und auch, wenn sie kurzfristig den Gläubigen überwinden mögen, sind sie doch langfristig der Verdammnis anheimgefallen.

Im gesamten Raumprogramm wird deutlich, dass Wartenberg sich als Märtyrer sieht. Er ist in die Galerie der Bischöfe eingebunden, womit seine geistliche weltliche Macht gezeigt wird. Er ist auf den Herkules zu beziehen. Dieser kann als Herkules Christianus verstanden werden, der gegen das Böse kämpft – so wie Wartenberg die Protestanten bekämpft. Jupiter steht für die christliche Tugendhaftigkeit, der auch Wartenberg teilhaftig ist. Er steht als Märtyrer — wie er am Kamin vorgeführt wird — über den menschlichen Schwächen. Wartenberg wird vor dem Weltgericht bestehen. Der Kamin ist aber nicht nur ein Denkmal des Märtyrers Wartenberg, sondern auch ein religionspolitisches Mahnmal für alle, die nicht seinem Vorbild folgen.[73]

Lot und seine Töchter

Das Gemälde befindet sich auf der rechten Seite der Abzugsverkleidung des Kamins im Hauptsaal von Schloss Iburg. Es ergänzt ein großes Gemälde an der Hauptseite, das die drei Jünglinge im Feuerofen vor Nebukadnezar zeigt sowie ein Pendant auf der linken Seite der Abzugsverkleidung, das den Brudermord von Kain an Abel präsentiert.

Beschreibung und Ikonographie

Das hochformatige schmale Gemälde[74] wird von einer Baumgruppe um eine kleine Lichtung bestimmt. Über dem Bäumen ist im oberen Bildviertel ein dunkler Himmel zu sehen. In der Mitte befindet sich im Grün eine Öffnung, durch die man das brennende Sodom erblickt. Sehr klein kann man im Hintergrund am Wegesrand auch die zur Salzsäule erstarrte Frau des Lot ausmachen. Rechts der Öffnung steht auf der Lichtung ein Tisch, um den sich Lot und seine Töchter versammelt haben. Lot sitzt rechts an der Tafel. In seiner Rechte hält er eine Weinschale, seine Linke greift nach einem Apfel. Vor ihm sitz eine seiner Töchter, die andere steht links des Tisches. Beide haben bereits ihre Oberkörper entblößt. Gegen den Betrachter grenzen eine niedrige Felsenformation sowie ein gekappter Baumstamm die Szenerie ab.

Vorlagen und Vergleiche

Das Gemälde geht auf einen Kupferstich aus der Merianbibel zurück.[75] Die zentrale Szene mit Durchblick und Tisch ist fast unverändert übernommen, durch Wald, Himmel und Bildvordergrund vom Querformat aber in sein gestrecktes Hochformat gebracht worden.

Programm

Wie alle Bilder am Kamin hat auch dieses zum einen Bezug zum Feuer und offenbart zum anderen Gottes Gerechtigkeit und zeigt Beispiele der Sünde.[76] Es geht um sexuelle Verfehlungen. Hierfür steht zum einen die Stadt Sodom, deren Einwohne Sexualpraktiken hatten, die nicht der Fortpflanzung dienten, zum andere der Inzest der Töchter Lots mit ihrem Vater. Dass Lot nicht nur als trunken gemachtes Opfer zu verstehen ist, verdeutlicht sein Griff nach dem Apfel, der auf die Erbsünde verweist. Der Baumstamm im Bildervordergrund ist ein Vanitassymbol, das auf die Vergänglichkeit allen Irdischen verweist und bei Merian nicht vorhanden war. So wird hier nicht nur die Sünde gezeigt, sondern es ergeht auch die Aufforderung zu einem tugendhaften Leben und zur Glaubensstärke. Vor allem in Bezug auf das Gesamtprogramm des Kamins ist dieser Aspekt wichtig.

Die drei Jünglinge im Feuerofen

Das Gemälde befindet sich auf der Hauptschauseite der Abzugsverkleidung des Kamins im Hauptsaal von Schloss Iburg. Es wird ergänzt durch zwei kleine Gemälde an den Seiten der Verkleidung, die rechts Lot und seine Töchter sowie links den Brudermord von Kain an Abel zeigen.

Beschreibung und Ikonographie

Das Gemälde[30] zeigt den Moment, in dem König Nebukadnezar erkennt, dass die drei Jünglinge im Feuerofen nicht verbrennen werden. Sie hatten sich geweigert, sich nicht vor dem Standbild Nebukadnezars niederwerfen. Als sie daraufhin in den Feuerofen geworfen wurden, hatten sie dem König gesagt, sie würden bedingungslos zu ihrem Gott stehen, auch wenn er sie nicht aus dem Feuerofen erretten könne. Nun bleiben sie unversehrt. Nebukadnezar wird sie daraufhin freilassen und den Gott der drei Jünglinge preisen, dessen Macht er anerkennen muss.

Auf dem Gemälde links ist Nebukadnezar auf seinem Thron unter einem Baldachin zu sehen, ihm gegenüber befindet sich rechts im Bild der Feuerofen aus dessen Öffnung die Flammen herauslodern. Zwischen beiden ist im Mittelgrund ein Schaar von Menschen zu sehen — hinter ihnen erhebt sich eine turmreiche Stadt. Gegen die Menschen stehen vor dem Thron Wachen mit Piken, eine steht lässig neben der Säule des Thronbaldachins. Vor dem Thron, auf der Seite des Betrachters, sitzen zwei morgenländisch gekleidete Personen, von denen eine den Betrachter anschaut und mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf den Ofen verweist. In diesen können wir hineinblicken. Im Zentrum stehen die drei Jünglinge, hinter und über ihnen der sie beschützende Engel, der die Flammen aus dem Ofen heraustreibt. Vor den Jünglingen sieht man Menschen, die sich vor Schmerzen krümmen, da sie verbrennen. Sie werden von den Flammen getroffen, die der Engel aus dem Ofen treibt. Bei genauerer Betrachtung bemerkt man, dass der linke Jüngling bedeutend älter ist als die anderen beiden. Mit Falten auf der Stirn und spitzem Kinnbart hat er die Züge des Auftraggebers Franz Wilhelm von Wartenbergs.

Vorlagen und Vergleiche

Die Darstellung folg weitgehen jener der Merianbibel.[35] Die Unterschiede erscheinen gering — so haben die Wachen Piken erhalten und die Flammen lodern stärker aus dem Ofen heraus. Der Betrachterstandpunkt ist nicht wie bei Merian erhöht. Wichtig erscheinen jedoch die Personen im Vordergrund, von denen eine auf den Ofen zeigt. Es handelt sich in Iburg um Zivilisten. Bei Merian ist es nur ein sitzender Militär, der zum Ofen blickt. Bedeutsamste Änderung sind aber selbstverständlich die Züge Wartenbergs beim linken Jüngling.

Programm

Das große Gemälde am Kamin ist ein ikonografisches Schlüsselwerk zum Verständnis des ganzen Saales.[77] Im allgemeinen offenbart sich in der Erzählung der drei Jünglinge im Feuerofen die Gerechtigkeit Gottes, im speziellen Fall sieht sich der Auftraggeber Franz Wilhelm von Wartenberg als Märtyrer, der trotz aller Anfechtung im Dreißigjährigen Krieg wie etwa seiner Vertreibung aus dem Bistum durch die Schweden unverbrüchlich zu seinem Glauben steht. Damit wird er auch zum Vorbild für andere. Diese Interpretation dürfte noch offensichtlich gewesen sein, wenn Wartenberg vor dem Kamin und damit unter dem Gemälde saß.

Und natürlich bezieht sich die Thematik auf das Feuer des Kamins — so wie auch die anderen beiden Gemälde an der Haube.

Kain und Abel

Das Gemälde befindet sich auf der linken Seite der Abzugsverkleidung des Kamins im Hauptsaal von Schloss Iburg. Es ergänzt ein großes Gemälde an der Hauptseite, das die drei Jünglinge im Feuerofen vor Nebukadnezar zeigt sowie ein Pendant auf der rechten Seite der Abzugsverkleidung mit einer Darstellung des Lot und seiner Töchter.

Beschreibung und Ikonographie

Das Gemälde[78] zeigt zwei wichtige Ereignisse aus der Geschichte von Kain und Abel. Inmitten einer Waldlandschaft erblickt man auf einer Lichtung Kain und Abel. Der dichte Wald lässt hinter ihnen eine Öffnung frei, durch man im Hintergrund einen Landschaftsausschnitt erblickt. In der Mitte sieht man, wie Kain mit erhobenem Arm seinen am Boden liegenden Bruder Abel erschlägt. Hinter ihnen stehen ihre beiden Opferaltäre. Der linke hinter Abel trägt aufgestellte Korngarben, der rechte hinter Kain zeigt das brennende Fleisch von Abels Opfer. Der Baum rechts der Szene steht in vollem Grün, der linke ist verschattet.

Vorlagen und Vergleiche

Wie für die beiden anderen Gemälde an der Kaminverkleidung findet sich auch für dieses ein Vorbild in der Merianbibel.[79] Das Querformat der Vorlage wurde in ein schlankes Hochformat eingepasst. Im Gegensatz zu den beiden anderen Gemälden sind hier die Übernahmen jedoch gering und die Änderungen relativ groß. Merian gewährt einen weiten Blick von einer Anhöhe in ein Flusstal. Im Bildmittelgrund sieht man Kain und Abel vor ihren Altären das Opfer vollziehen. Von Abels Opfer steigt der Rauch zum Himmel empor, von Kains verteilt sich der Rauch über der Erde und steigt nicht empor. Links im Bildvordergrund erblickt man die beiden zu Füßen eines Baumes erneut. Hier geschieht der Brudermord. Lediglich diese Gruppe könnte Vorbild für Iburg gewesen sein. Es ist aber auch möglich, dass es ein anderes — bislang unbekanntes — Vorbild gibt.

Programm

Wie auch bei den anderen beiden Gemälden an der Verkleidung spielt das Feuer eine Rolle und stellt den Bezug zum Kamin her.[80] Eigentlicher Inhalt ist aber eine Gegenüberstellung von wahrem Glauben, der Gott gefällt und falschen geheuchelten Glauben, den Gott ablehnt. Kain erkennt den Mangel an seinem Glauben nicht und wird gewalttätig. Hier kann ein Bezug zum Dreißigjährigen Krieg hergestellt werden. In Wartenbergs Verständnis hingen die Protestanten einem falschen Glauben an und waren gewalttätig geworden. Es geht also wie in allen Bildern am Kamin um die Gerechtigkeit Gottes.

Die Wandgestaltung

Im Hauptsaal von Schloss Iburg hat es nachweislich zwei Wandfassungen gegeben. Die erste entstand zusammen mit dem Raum für Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig und Lüneburg, die zweite 1656/57 im Rahmen des Wiederaufbaus sowie der Neuausstattung des Schlosses für Kardinal und Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg.

Verlorene Fassung von ca. 1600

Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig und Lüneburg ließ an den Wänden des Saals einen Gemäldezyklus von Osnabrücker Bischöfen und Fürstbischöfen in Grisaillemalerei vom Gründer des Stiftes von Karl dem Großen bis in die Gegenwart anbringen.[12] Die eventuelle zweireihige Galerie wurde 1607 durch Georg Berger beschrieben „worinnen alle Bischöfe des Stifts von Fundatore Carolo Magno an […] zu finden.“ Berger schuf wohl auch die Gemälde. Möglicherweise sollte die Malerei eine Folge von Steinreliefs in Architekturgliederung imitieren. Ein Malereirest konnte an der Südseite des Raumes 1967 zwischen zwei Fensternischen freigelegt werden. Während das eigentliche Porträt nicht mehr vorhanden, ist die Bildunterschrift weitgehend erhalten und gibt „Gunter Anno 978“ an. Es handelte sich um das Bild des elften Bischofs von Osnabrück, Günther/Gunthard. Das Malereifragment zeigt einen gemalten Rahmen aus umlaufenden schwarzen Streifen unterschiedlicher Breite, die eine perspektivische Wirkung erzielen. Die umgebende Wand scheint einen ockerigen Farbton gehabt zu haben.

Befund der erhaltenen bzw. rekonstruierten Fassung

Die heute sichtbare graumarmorierte Wandgestaltung mit Lambris und Gemäldezyklus ist das Ergebnis mehrere Restaurierungen und Rekonstruktionen, zuletzt 1983-98.[81] Die ursprünglich 66 Leinwandgemälde, die friesartige unter der Decke angebracht sind, hingen wohl anfänglich ohne Rahmung in auf die Wand gemalten Rahmen oder in Blendrahmen — Spanngirlanden sind nachgewiesen. Ferner wurden in der oberen Wandzone senkrecht und waagerecht verlaufende rote Bänder festgestellt. Sie ergeben ein Band von 72 Registern, das unter der Decke umläuft. Vermutlich erhielten die Gemälde erst seit 1782 Zierrahmen.

Der Zyklus ist nach seiner Vollendung immer wieder um die folgenden Fürstbischöfe ergänzt, aber auch verändert worden. Es gingen aber auch Bildnisse verloren. Die gegenwärtige Hängung von 73 Gemälden stammt aus dem späten 20. Jahrhundert und versucht, sich der Hängung unter Wartenberg anzunähern, hat aber die Doppelgemälde von Karl d. Gr. und seiner Frau sowie von Ernst August I. und seiner Frau belassen. Sie rahmen jetzt das zentrale gehängte Bildnis Franz Wilhelm Wartenbergs an der Westwand. Die vermutete ursprüngliche chronologische Abfolge der Dargestellten ist nicht wieder hergestellt worden.

Beschreibung

Die graumarmorierte Wand ist dreigeteilt.[82] Den unteren Bereich nimmt ein Lambris mit aufgesetzten wein-/graurot marmorieren rechteckigen Farbfeldern, die die Marmorierung von Laibungen, Kamin und Kredenz aufnehmen. Den oberen Abschluss bildet ein umlaufender Fries von 73 Porträts, nur unterbrochen durch die Fenster an der Nord- und Südwand sowie den Kaminaufsatz an der Ostwand.

Entwürfe

Bislang sind keine Entwürfe bekannt.

Programm

Das Programm der Bischofsgemälde hatte im Laufe der Zeit verschiedene Funktionen. Bei Philipp Sigismund, der weder vom Kaiser, noch vom Papst bestätigt worden war, dürfte seine Herrschaftslegitimation im Vordergrund gestanden haben.[83] Bei Wartenberg dürfte es eher um eine Legitimation des Fürstbistums — also der weltlichen Herrschaft des Osnabrücker Bischofs — gegangen sein.[84] Ernst August I. interpretierte diese Abfolge dann um.[85] Indem er aus Karl d. Gr. als einen weltlichen Herrscher an den Anfang der Folge und sich ans Ende setzte, wurde der Zyklus von einer Galerie der Fürstbischöfe in eine der Landesherren umgedeutet

Die Bischöfe von Osnabrück

In Hauptsaal von Schloss Iburg befindet sich an der Wand unter der Decke ein friesartiger umlaufender Gemäldezyklus.[86] Es ist der einer der größten und vor allem vollständigsten, der sich aus der zweiten Hälft des 17. Jahrhunderts erhalten hat. Er umfasst heue alle Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 sowie vier weltliche Klostergründer des Mittelalters, Karl d. Gr. und seine Frau — Karl begründete das Bistum Osnabrück — den schwedischen Verwalter des Fürstbistums im Dreißigjährigen Krieg — Gustav Gustavson von Wasaberg— sowie Papst Innozenz XIII. Der ursprüngliche Zyklus wurde für Bischof Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffen und umfasste 66 Leinwandgemälde. Er setzte sich nach Dethlefs zusammen aus 60 Bischofsporträts, vier Porträts von weltlichen Klostergründern, eine Darstellung des Bistumsgründers Karl d. Gr. und vermutlich zwei Gemälden von Widukind und seinem Vater Wernechin, den letzten sächsischen Herrschern vor Karl d. Gr. zusammen. Letztere sind verloren.

Diese Galerie ist nach ihrer Vollendung immer wieder um die folgenden Fürstbischöfe erweitert, aber auch verändert und ergänzt worden. Wartenbergs Nachfolger Ernst August I. fügte sein Doppelporträt ein und ersetzte das Karls d. Gr. durch ein Doppelporträt des Kaisers und seiner Frau. 1718 waren 72 Gemälde vorhanden, 1765 schon 76. Das bedeutet, dass nicht nur Porträts der neuen Fürstbischöfe Ernst August II. von Großbritannien, Karl von Lothringen und Clemens August von Wittelsbach hinzugekommen waren, sondern zwei weitere, von denen wohl eines Papst Innozenz XIII zeigte. 1782 gab es nur noch 72 Gemälde. Zu Beginn des 19. Jahrhundert — in Napoleonischer Zeit — gingen sieben Bischofsgemälde sowie eine Stadtansicht von Osnabrück verloren. 1838 stiftete der Hannoversche König Ernst August die Mittel für ein Gemälde, das den letzten Fürstbischof von Osnabrück — Friedrich von York — zeigte. Der Osnabrücker Maler Heinrich Neelmeyer restaurierte 65 Gemälde und ergänzte die Folge um die sieben fehlenden. Da das Gemälde von Heinrich von Sachsen-Lauenburg tatsächlich schon vorhanden war, werden seither zwei gezeigt.[87] Bereits 1872 erfolgte eine erneute Instandsetzung der Porträts. Weitre Restaurierungen folgen 1951-52, 1983-86 sowie Ende des 20. Jahrhunderts. Die stark entstellenden Übermalungen des 19. Jahrhunderts wurden wieder abgenommen.[88]

Beschreibung

Die Galerie ist integraler Bestandteil des Raumes. Es waren ursprünglich 66 Leinwandgemälde, die friesartige unter der Decke angebracht waren.[89] Sie hingen aller Wahrscheinlichkeit nach ohne Rahmung in auf die Wand gemalten Rahmen oder in Blendrahmen. — Spanngirlanden sind nachgewiesen. Vermutlich haben die Gemälde erst seit 1782 Zierrahmen. Die Gegenwärtige Hängung von 73 Gemälden unter der Decke stammt aus dem späten 20. Jahrhundert und versucht, sich der Hängung unter Wartenberg anzunähern, hat aber sieben weitere Porträts integriert, darunter die Doppelgemälde von Karl d. Gr. und seiner Frau sowie von Ernst August I. und seiner Frau. Diese rahmen jetzt das zentrale gehängte Bildnis Franz Wilhelm Wartenbergs an der Westwand. Die vermutete ursprüngliche chronologische Abfolge der Dargestellten ist nicht wieder hergestellt worden. Der Fries von 73 Porträts wird nur unterbrochen durch die Fenster an der Nord- und Südwand sowie den Kaminaufsatz an der Ostwand. Die übrigen Gemälde sind heute im Vorsaal.

Die Gemälde der Erstausstattung gewinnen ihre Räumlichkeit fast alle durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei und wenige Farben auf, lediglich das Gemälde Wartenbergs hat diese nicht, sondern eine natürliches Colorit.[90] Die Leinwandbildnisse zeigen fiktive Darstellungen stehender Bischöfe im Hüfstück. Die Maler der ursprünglichen Folge waren Vitorio Andreas Aloisius Romanus (Andrea Aloisi), Johann Krafft und ein unbekannte Künstler ,,Joh.....g“, der auf der Rückseite des Porträts von Wartenberg signierte. Die ursprünglichen Gemälde messen jeweils 130 auf 74 Zentimeter. Etwas kleiner sind die Bildnisse der vier weltlichen Klosterstifter Rudolf von Steinfurt, Simon von Tecklenburg, Otto von Ravensberg-Vechta und Hermann von Hake zu Scheventorf, die nur 112 auf 67 Zentimeter messen. Sie könnten ursprünglich über den vier Türen angebracht gewesen sein.[91]

Lediglich den Personen der Frühen Neuzeit kann Realitätsnähe zugesprochen werden: Bei Wartenberg und seinen Nachfolgern handelt sich um Porträts. Die Älteren folgen wohl den Vorbildern des ersten Zyklus, was die perspektivische Verteilung von Licht und Schatten sowie die relativer Farblosigkeit nahelegt. Teilweise können im Hintergrund in Fenstern Darstellungen mit Bezug zum Dargestellten erblickt werden, etwa ein Dom oder es treten Assistenzfiguren hinzu. Attribute wie Tracht, Brille oder Urkunden tragen zur Individualisierung bei. Gründer sowie Reformbischöfe zeigen den Segensgestus, Resignierte haben Bischofsstab und Mitra abgelegt. Weder Engelbert von Isenburg noch Philipp Sigismund haben Hinweise auf ihren geistlichen Stand. Engelbert war Mitwisser bei einem Mordkomplott und wurde daher abgesetzt und Philipp Sigismund erhielt als Lutheraner nach seiner Wahl keine päpstliche oder kaiserliche Bestätigung. Der Lutheraner Ernst August I,, der nach den Bestimmungen des westfälischen Freiendes Bischofs wurde, hat sie selbstverständlich. Zu allen Porträts gehört jeweils seine Vita, die auf die Leinwand in eine gemalte Tafel unter dem Dargestellten in Latein geschrieben steht.[92] Die Tafeln wirken wie Steinplatten und beziehen sich vermutlich zum einen auf den früheren Zyklus und sollten zum anderen wohl die Anmutung von Wandmalerei verstärken.

Vorlagen und Vergleiche

Eine Porträtgalerie wie in Bad Iburg war in der Zeit nichts Ungewöhnliches. So gab es in der Münchner Residenz eine Ahnengalerie mit Texten, die in die Rahmung eingepasst waren.[39] Konkretes Vorbild für die Lösung Wartenbergs in Bad Iburg war aber selbstverständlich jene von Philipp Sigismund im selben Raum. Vorbild für die Galerie Philipp Sigismunds war vermutlich aber ein 1830 beseitigter Zyklus von 51 Gemälden (Fresken?) im Chor des Verdener Doms.[93] Philipp Sigismund war seit 1586 auch Bischof von Verden und dort hatte sein Vorgänger Eberhard von Holle die Bildfolge 1572 anfertigen lassen. Georg Berger übertrug diese Gemälde übrigens 1609 für Philipp Sigismund auf Leinwand. Bis auf das Wartenberggemälde folgen die ursprünglichen Bilder vermutlich der Erstausstattung von ca. 1600, und zwar in der perspektivischen Verteilung von Licht und Schatten.[94]

Programm

Das Programm der Bischofsgemälde hatte im Laufe der Zeit verschiedene Funktionen.[83] Bei Wartenberg dürfte es eher um eine Legitimation des Fürstbistums — also der weltlichen Herrschaft des Osnabrücker Bischofs — gegangen sein.[84] Nur mit Mühe konnte die Säkularisierung des Fürstbistums 1648 abgewehrt werden — und es kam zu den Kompromiss, dass auf einen katholischen Fürstbischof immer ein lutherischer aus dem Welfenhause folgen musste. So wurde Karl d. Gr. an den Anfang der chronologischen Abfolge gestellt und auch die weltlichen Gründer des Stifts fehlten nicht. Gerade Karl d. Gr. und Widukind verwiesen auf die Landesherrschaft und Staatlichkeit jenseits des geistlichen Amtes. Mit Karl d. Gr. vergewisserte sich Franz Wilhelm der Unterstützung des Kaisers.

Ernst August I. interpretierte diese Abfolge dann um.[85] Indem er aus Karl d. Gr. einen weltlichen Herrscher machte und ihn zusammen mit dessen Frau in einem Doppelporträt darstellen ließ, stellte er die weltliche Herrschaft an den Beginn des Fürstbistums. Er selbst mit einer Gemahlin im abschließenden Doppelporträt schloss jetzt den Zyklus, der nun einfach die Landesherren vorstellen sollte, unabhängig von ihren geistlichen Würden und Aufgaben. Karl legt seine Hand auf die Kirche und ist damit als Summus Episcopus dargestellt — wie es auch Ernst August I. war. Karl blickt auf den Schriftzug Gottes und tritt damit wie die Lutheraner in direkten Bezug zu Gott, ohne kirchlichen Vermittler. Ohne Nimbus ist er ganz im lutherischen Sinne nicht als Heiliger dargestellt. Interessant ist auch das geteilte Wappen im Hintergrund, das den halben Doppeladler des Reiches und die drei Lilien Frankreichs zeigt. Um die Reihe der weltlichen Herrscher zu komplettieren, wurde später auch ein Porträt von Gustav Gustavson angefertigt. Dieser war nie Bischof gewesen, hatte Osnabrück aber zur Zeit der schwedischen Besatzung im Dreißigjährigen Krieg verwaltet.

Zur Gründungsgeschichte des Bistums gehören die Darstellungen von Karl d. Gr., Sachsenherzog Widukind und dessen Vater Wernechinus. Die letzten beiden im Selben Format wie die Klostergründer. Sie werden als Dynasten auf der Iburg bezeichnet.

Kaiser Karl der Große

Das Gemälde hat sich nicht erhalten. Es gehörte zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Noch vor dem ersten Gemälde des Zyklus stand Kaiser Karl, der das Christentum in die Region gebracht und das Bistum Osnabrück gegründet hatte. Zum Bildnis gehörte eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten, deren Text eventuell bekannt ist. Denn das ursprüngliche Gemälde wurde zwar um 1670 unter Bischof Ernst August durch ein Doppelporträt Karls mit seiner Frau ersetzt, der ursprüngliche Text bei diesem neuen Gemälde aber gemäß Dethlefs vermutlich übernommen.[96] Dieser Text lautet:

„Carolus Magnus Imperator, bello tricennali et ampliùs cum Widekindo ac Saxonib,

Habito, augustalem sedem Regum Iburgensem expugnauit; et bis acie conflixit: Semel iuxta montem

Osneggi in loco Theomelle, et iterum ad fluvium hasam. et hoc paucis interpositis dieb , et Regem

in exilium coegit: Tandem conditiones dedit primamq[ue] saxonib Christianam fidem posuit. Ecclesiam,

Cathedral Saxoniam osnabrugi item Academiam ibidem aliaque fundauit multis concessis privilegiis.

Anno Christi DCCLXXII.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Kaiser Karl der Große führte dreißig Jahre und mehr Krieg gegen Widukind und die Sachsen. Er eroberte den erhabenen Königssitz Iburg und schlug zweimal eine Schlacht darum. Einmal am Osning-Gebirge am Ort Theomelle [Detmold] und ein anderes Mal am Fluss Hase, und das im Verlauf weniger Tage, und den König zwang er in die Verbannung. Schließlich stellte er Bedingungen, gab erstmals den Sachsen den christlichen Glauben, gründete die [erste] Bischofskirche in Sachsen zu Osnabrück. Ebenso [gründete er] dort eine Akademie unter Verleihung vieler Privilegien. Im Jahre Christi 772.“[97]

Hl. Wiho, Bischof von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Wiho im Ornat. In der Linken hält er den Krummstab, mit der Rechten segnet er. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit – wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers – durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisii geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Wiho war Gründungsbischof übte sein Amt wohl von 783 bis 804/05 aus. Es ist das erste Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.[98]

„S. Wiho Gente Friso, Discipulus S. Bonifacij Germaniae

Apostoli, Accersitur à Carolo lmp[eratore]. et uti Vir Sanctu[s]

ac Doctus ab Adriano Papa primus Constituitur Episcopu[s]

Huius Ecclesiæ Osnabrugensis. Praefuit zelosissimus

Animarum Pastor Annos XXXII. Obijt mi-

raculis Clarus Anno Christi. D CCCIV.

Die Übersetzung von Dethlefs laute: „Der heilige Wiho aus friesischem Stamm, Schüler des heiligen Bonifatius, des Apostels Deutschlands. Er wurde von Kaiser Karl herbeigerufen und als heiliger und gelehrter Mann von Papst Hadrian als erster Bischof dieser Osnabrücker Kirche eingesetzt. Er regierte als sehr eifriger Seelenhirt 32 Jahre. Er starb berühmt durch Wunder im Jahre Christi 804.“

Bischof Meingard von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Meingard im Ornat. In der Rechten hält er Buch und Krummstab. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit – wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers – durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisii geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Meingard war der zweite Osnabrücker Bischof und übte sein Amt wohl von 804/805 bis 829 aus. Es ist das zweite Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.[98]

„Meingardus Siue Meingerus Episcopus

Secundus, Insignis Praeco Verbi. Diuini

Fidei Negotijs, Diligentissimus, Ideoq[ue]

Ludouico Caroli Magni Filio Acceptissimus

Praefuit Annos XXIX Obijt pie in

Domino Anno Salutis DCCCXXX“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Meingardus oder Meingerus, zweiter Bischof, ausgezeichneter Verkünder des göttlichen Wortes, eilfertigster Förderer des Glaubens, und daher von Ludwig, dem Sohn Karls des Großen, sehr geschätzt. Er regierte 29 Jahre. Er starb fromm im Herrn im Jahre des Heils 830“.

Bischof Goswin von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Goswin im Ornat mit dem Krummstab. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Goswin war der dritte Osnabrücker Bischof und übte sein Amt aktiv wohl nur von 829 bis 835/45 aus. Faktisch abgesetzt, lebte er anschließend im Kloster Fulda. Es ist das dritte Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.[98]

„Goswinus Episcopus Tertius Monachum S[ancti]

Benedict[i] Professus Fuldae in Principio Bene ac

Quiete Praefuit sed cum Conspirationis in Ludoui-

cum Conserus Argueretur Ecclesiæ Suae Minus

Prodesse Potuit Rexet Tamen Eandem

Annis XXXII Obijt Anno Chr[isti] DCCCLXXI“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: Goswin, dritter Bischof, Benediktinermönch in Fulda. Anfangs regierte er gut und ruhig, doch als er als Beteiligter an der Verschwörung gegen Ludwig beschuldigt wurde, konnte er seiner Kirche [nur] noch wenig nutzen. Er regierte sie dennoch 32 Jahre. Er starb im Jahre 871.

Bischof Gosbert von Osnabrück

Das verlorene Gemälde gehörte zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigte Gosbert, der von von 845 bis 860 der vierte Bischof von Osnabrück war. Das Porträt gehörte zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus. Auf dem Gemälde war eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten. Der Text ist aufgrund einer Abschrift von 1720 bekannt: „S. Gosbertus, Episcopus IV. gente Svecus, S. Anscarii Episcopi Bremensis, Apostoli Svecorum, discipulus, virtutumque imitator: strenuus verbi Dei concionator sub Erico, Regi Daniae, magno Christianorum persecutore cum aliquot aliis Episcopis ac primariis pro fide Christi trucidatus, cum praefuit Annos VIII. Martyr sancte occubuit. 874.“[99] Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Der hl. Gosbert, der vierte Bischof, von Nation ein Schwede, Schüler des hl. Ansgars, Bischofs von Bremen und Apostels der Schweden, und Nachahmer der Tugenden: ein eifriger Prediger des Wortes Gottes. Unter Erich, dem König der Dänen, großem Verfolger der Christen, wurde er mit einigen anderen Bischöfen und Vornehmer für den Glauben an Christus ermordet und starb als heiliger Märtyrer, nachdem er acht Jahre regiert hatte, [im Jahre] 874.“[100] Heute befindet sich als Ersatz für das verlorene Porträt eine Nachschöpfung von Heinrich Neelmeyer aus dem Jahre 1838 im Vorraum zum Saal.

Bischof Elvericus von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Elvericus im Ornat mit dem Krummstab in der rechten Hand. sowie erhobenen linken Zeigefinger. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Elvericus war der 16. Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 1037 bis 1052 aus. Es ist das 16. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Eluericus Episcopus. XVI in cuius nomine, Vti

Autores Ludunt, sic Variant, alijs enim est Eleueric[us]

Nonnullis Aluerus, et Præterquam quod Conradum Impe-

ratorem cum Italiam Proficisceretur, hunc Eluericum Comi-

tem sibi lunxisse Volunt, nit aliud Memorant, Præfuit

Annis XV. Obijt Anno Christi. MLII.“

Die Übersetzung von Dethlefs lauftet: „Elvericus, 16. Bischof, dessen Namen, als ob sie spielen, die Autoren so variie¬ren, dass er nämlich den einen Elevericus heißt, einigen [aber] Aluerus. Und an anderer Stelle berichten sie, dass Kaiser Konrad, als er nach Italien zog, diesen Elvericus als Begleiter mit sich nahm. Anderes erwähnen sie nicht. Er regierte 15 Jahre. Er starb im Jahre Christi 1052.“

Bischof Heinrich I. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Heinrich III. von Holstein-Rendsburg, der von 1402 bis 1410 der 42. Bischof von Osnabrück war. 1410 trat er zurück, um nach dem Tod seiner älteren Brüder die Herrschaft in seinen Stammlanden zu übernehmen. Wir sehen Heinrich im Ornat, doch hat er aufgrund seines Rücktritts bereits Mitra und Bischofsstab rechts vor sich abgelegt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 43. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Henricus. I. Comes de Holsatiâ eligitur

â Capitulo Episcopus hujus Osnabrugen-

sis Ecclesiæ XLIII. Sed laboribus

fatigatus resignat, Cum præfuisset tantum

Duobus annis. Anno. Christi MCCCCIV.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Heinrich I., Graf von Holstein, wird vom [Dom-]Kapitel zum 43. Bischof dieser Osnabrücker Diözese gewählt. Aber erschöpft von seinen Mühen tritt er zurück, nachdem er nur zwei Jahre regiert hatte, im Jahre Christi 1404.“[101] Dass Heinrich als 43. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung. Heute befindet sich ein zweites Porträt von Heinrich III. im Vorraum zum Saal. Es wurde Heinrich Neelmeyer 1838 angefertigt, vermutlich für als Ersatz für das verlorene Gemälde von Bischof Heinrich II. von Moers, das sich nicht erhalten hat.[102]

Bischof Dodo I. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Dodo im Ornat mit dem Krummstab, wie er in seine linke Hand auf ein paar Schriftstücke legt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Dodo I. war der siebte Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 918-949 aus. Es ist das siebte Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Dodo Episcopus Septimus Fidelis Pastor ac Prudens

Quem Constituit Dominus Super Familiam Suam.

Summe Acceptus Fuit Ottoni I. Imperatori à quo Con-

firmationem Omnium Priuilegiorum quae Romani Impera-

tores Praedeccessoribus Episcopis et Ecclesiæ Concesserant, Impe-

trauit Præfuit Annis XVI Obijt Anno Chr[isti] DCCCCXXXIV.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet. Dodo, der siebte Bischof, ein treuer und kluger Hirt, den der Herr über seine Familie setzte. Höchst geschätzt wurde er von Kaiser Otto I., von dem er die Bestätigung aller Privilegien erlangte, die die römischen Kaiser seinen Vorgängern als Bischöfen und der Kirche gewährt hatten. Er regierte 16 Jahre und starb im Jahre Christi 934.[103] Die Schriftstücke in Dodos Hand dürften sich auf die genannten Privilegien beziehen.

Bischof Rudolf von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Rudolf von Diepholz, der von 1454 bis 1455 der 48. Bischof von Osnabrück sowie vom 1423 bis 1455 Bischof von Utrecht war. Wir sehen Rudolf im Ornat mit dem Krummstab in der linken und dem blanken Schwert in der rechten Hand. Hinter ihm ist auf Kopfhöhe eine zweite Mitra zu sehen, die auf das Bistum Utrecht verweist. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 49. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Rudolphus, Comes et nobilis Dominus de Diepholt:

Praepositus Osnabrugensis et Canonicus Colonien-

¬sis elegitur E[pisco]p[u]s XLIX vir bellicosus ac magnificus

qui postmodum etiam factus est Ultrajectinus

E[pisco]p[u]s: Vnde post annum huic Ecclesiae

resignauit Anno Christi MCCCCLIV.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Rudolph, Graf und Edelherr von Diepholz, wird als Propst in Osnabrück und Kanoniker in Köln zum 49. Bischof gewählt. Er war ein kriegerischer und ehrgei-ziger Mann, der danach auch Bischof in Utrecht geworden ist. Darum verzichtete er nach einem Jahr auf diese Kirche im Jahre Christi 1454.“[104] Dass Rudolf als 49. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Ludwig von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Ludwig von Ravensberg, der 36. Bischof von Osnabrück war. Er übte sein Amt von 1297 bis 1308 aus. Wir sehen Ludwig im Harnisch mit dem bloßen Schwert in der Hand. Den Bischofsmantel hat er übergehängt, seine Mitra steht rechts hinter ihm auf einem Tisch. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisii geschaffenen Zyklus und ist dementsprechendd nummeriert. Es ist das 36. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Ludoicus Comes de Rauensberg. Vir pius, proui-

dus, diligens ac strenuus, ad Cathedram euehitur

Eps. XXXVI. Statiai Contra Saeuissimos Ecclesiae suae

hostes arma saepi[us] arripere Coact[us], semper trium-

phauit, Ex Vulnere tandem, incaute a suo ministro accepto

Cum laudabiliter Præfuisset Annis XIV Obijt A C. MCCCXII“[105]

Die Übersetzung von Dethelfs lautet: „Ludwig, Graf von Ravensberg, ein frommer, vorausschauender, eifriger und tätiger Mann, wird als 36. Bischof auf den Bischofsstuhl erhoben. Alsbald gezwungen, wiederholt die Waffen gegen die höchst ruchlosen Feinde seiner Kirche zu ergreifen, hat er immer gesiegt. Er starb schließlich an einer Verwundung, die er unvorsichtigerweise von seinem Diener bekam, nachdem er 14 Jahre lang lobenswürdig regiert hatte, im Jahre Christi 1312.“ Harnisch und Schwert spielen auf seine erfolgreiche Verteidigung des Bistums an.

Bischof Dodo II. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Dodo II. im Ornat mit dem Krummstab in der linken Hand. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Dodo II. war der zehnte Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 978-996 aus. Es ist das zehnte Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Dodo Secundus, Episcopus Decimus Vir insignis,

Multisq[ue] dotibus tum animi, tum Corporis Praedit,

ideoq[ue] Imperatoribus Ottoni Secundo, et tertio Com-

mendatus. De hoc negligens, ut Suevit, antiquitas

nil aliud Singulare ad nos Remisit. Praefuit

Annis XIII Obijt Anno Christi. DCCCC. LXXXXVI“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet; „Dodo der Zweite, 10. Bischof, ein ausgezeichneter Mann, begabt mit vielen Talenten des Geistes und Leibes. Daher wurde er von den Kaisern Otto II. und III. geschätzt. Darüber hat die nachlässige alte Zeit wie gewohnt uns nichts anderes Besonderes hinterlassen. Er regierte 13 Jahre, starb im Jahre Christi 996.“

Bischof Markward von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Markward in Mönchskutte. Krummstab und Mitra liegen vor ihm auf einem Tisch. Er stützt seinen Kopf auf den Handrücken der rechten Hand, was ihm eine nachdenkliche Pose gibt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Markward war Abt von Corvey und von 1088 bis zu seiner Absetzung durch das Domkapitle 1093 der 19. Bischof in Osnabrück. Aufgrund der Absetzung trägt er keinen Ornat und die bischöflichen Insignien liegen vor ihm auf dem Tisch. Es handelt sich um 19. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

Marquardus Episcopus. XIX. Monachus ex Corbeia,

in misera incidit tempora, dum Pontifex et Imperator

inter se non Conuenirent, adeo ut quem hic ad guber-

nandas Ecclesias admoueret, alter rursus Pelleret; quam

fortunam et hic Præsul expertus Fuit, dum et loco et honore

Moueretur. Post quintum annum. Rediit ad suum Monasterium Ao. Ch. MLXXXXIII“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Markward, 19. Bischof, Mönch von Corvey, lebte in armseligen Zeiten, da Papst und Kaiser sich nicht einig waren, dass stets der eine den vertrieb, den der andere für die Leitung der Kirchen bestimmte. Dieses Schicksal erfuhr auch dieser Bischof, indem er aus Ort und Amt vertrieben wurde. Nach 5 Jahren kehrte er in sein Kloster zurück im Jahre Christi 1093.“[106]

Bischof Franz von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Franz von Waldeck, der von 1532 bis 1553 der 52. Bischof von Osnabrück und Bischof Münster war sowie ab 1529/30 Bischof von Minden. Wir sehen Franz im Harnisch mit Mitra und Mantel. In seiner Linken hält er seinen Krummstab, in der Rechten das blanke Schwert. Vor ihm aufgeschlagen liegt ein Buch, in dem zu lesen ist: „PROFESSUS FIDEM CATHOLICUM ROMANUM“ (Er hat den römisch-katholkischen Glauben bekannt). Schriftzug und Schwert beziehen sich auf die Abkehrung Franz´ von der Reformation und die Zerschlagung des Täuferreiches in Münster. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 53.. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Francisc[us]. I. Comes de Waldeck, E[pisco]p[u]s. LIII. Consecratur

E[pisco]p[u]s in Marienfelt fit E[pisco]p[u]s Monast. Vbi Anabaptistas sube[-]

git. Item E[pisco]p[u]s Mind. Sub hoc Ciues Osnab. denuò tumultuan-

tur, ac noua dogmata Fidei inducunt. Princeps ipse etiam

inclinat. Tandem resipiscit abiuratis errorib[us], et Catholicam

religionem restituit: Punitis ab Jmp. Carolo V. Ciuib[us]. præfuit

Annis XXI Obijt Anno Christi M. D. L. III.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Franz I., Graf von Waldeck, 53. Bischof, wird zum Bischof geweiht in Marienfeld. Er war Bischof von Münster, wo er die Wiedertäufer unterwarf, ebenso Bischof von Minden. Unter ihm empörten sich aufs neue die Bürger von Osnabrück und führten neue Glaubenslehren ein. Auch der Fürst selbst neigte ihnen zu. Endlich kam er wieder zur Einsicht, schwor den Irrtümern ab und stellte die katholische Religion wieder her, nachdem die Bürger von Kaiser Karl V. bestraft worden waren. Er regierte 21 Jahre lang und starb im Jahre Christi 1553.“[107] Dass Franz als 53. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Gerhard von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Gerhard von Oldenburg, den 27. Bischof von Osnabrück. Er war auch Erzbischof von Bremen und trägt den entsprechenden Ornat. In seiner Linken hält er ein Vortragekreuz, seine Rechte ruht auf einem Tisch, auf dem die Osnabrücker Mitra und der Krummstand abgelegt sind. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Gerhard übte sein Amt von 1190 bis 1216 aus. Es ist das 27. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Gerardus Nobilis D[omi]n[u]s de Lippia, Vir prudens ac Magnanim[us],

assumitur in Ep[iscopu]m XXVII Ecclesiam suam, fidemq[ue] Catholicam

Orthodoxam Romanam strenue defendit: Monasterium Hersse-

brock reformauit, Suamq[ue] sororem Abbatissam Constituit

Bella contra Vicinos Principes gessit: assumptus Bremensis

Archiep[iscopu]s hunc E[pisco]patum reliquit incerto annorum numero.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Gerhard, Edelherr zur Lippe, ein kluger und hochherziger Mann, wird zum 27. Bischof erhoben. Er verteidigt seine Kirche und den wahren katholischen, römischen Glauben eifrig. Er reformierte das Kloster Herzebrock und machte seine Schwester zur Äbtissin. Er führte Kriege gegen benachbarte Fürsten. Angenommen als Erzbischof von Bremen, verließ er dieses Bistum [Osnabrück] nach einer unbekannten Zahl von Jahren.“[108] Der Text verwechselt offenbar teilweise Erzbischof Gerhard I. von Bremen mit Erzbischof Gerhard II. von Bremen, der aus dem Hause Lippe stammte. Gerhard von Oldenburg war es jedoch, der Herzebrock in ein Benediktinerinnenkloster umwandelte.

Bischof Melchior von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Herzog Melchior von Braunschweig-Grubenhagen, der von 1366 bis 1375 der 40. Bischof von Osnabrück war und anschließend von 1376 bis 1381 Bischof von Schwerin. Wir sehen Melchior im Harnisch mit einem Feldherrenstab in der rechten Hand. Hinter ihm auf einem Tisch liegen Osnabrücker Mitra und Krummstab, von rechts naht sich ein Diener, der ihm den Schweriner Bischofshurt reicht. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Zusätzliche Tiefe bringt der über die Schrifttafel ragende Feldherrenstab von Melchior. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 41. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

Melchior ex Ducib[us] Brunsuicensib[us], reiecta illam

Coadiutoria[m] à sede Apostolicà constituitur E[pisco]p[u]s XLI:

Verum cum Theodoric[us] onmium [richtig: omnium] rerum Vi potiretur, parum proficere potuit. Tandem in bello quodam capt[us] ab eodem

Theodorico liberat[us] et postea ad Suerinensem ecclesiam trans-

lat[us] est Anno MCCCLXXVI. Cum praefuisset Annis X.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Melchior aus dem Geschlecht der Herzoge von Braunschweig, wurde, nachdem jene Koadjutorei abgelehnt worden war, vom Apostolischen Stuhl als 41. Bischof eingesetzt. Weil aber in Wahrheit Dietrich [von der Mark] sich mit Gewalt aller Dinge bemächtigte, konnte er nur wenig Nützliches leisten. Schließlich wurde er in einem Kriege gefangen genommen, von eben diesem Dietrich befreit und anschließend im Jahr 1376 zur Schweriner Kirche versetzt, nachdem er zehn Jahre regiert hatte.“[109] Harnisch und Feldherrnstab spielen auf kriegerischen Auseinandersetzungen an. Dass Melchior als 41. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Erich I. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Erich II. von Hoya, der als Erich I. von 1437 bis 1442 der 47. Bischof (eigentlich nur Administrator) von Osnabrück war. Anschließend wurde er abgesetzt. Später beanspruchte er das Bistum Münster. Wir sehen Erich II. im Ornat, aber bereits mit abgelegter Mitra und abgelegtem Krummstab, die beide vor ihm auf einem Tisch liegen. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 46. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Ericus I. Comes de Hoija, eligitur à

Capitulo Episcopus XLVI. Vir magni

Judicij et quietis magis amans, Vnde,

Cum praefuisset tantum tres Annos

resignat. Anno. Christi

M CCC. XL.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Erich I., Graf von Hoya, vom Kapitel als 46. Bischof gewählt. Er war ein Mann von großer Urteilskraft, liebte aber mehr noch die Ruhe. Daher, nachdem er drei Jahre hindurch regiert hatte, trat er im Jahre Christi 1440 zurück“.[110] Dass Erich I. als 46. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Meinerus von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Meinerus im Ornat mit dem Krummstab in der rechten Hand. Die Linke rafft den Mantel. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Meinerus war der 14. Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 1023 bis 1027 aus. Es ist das 14. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Meinerum Episcopum XIV Similiter Historici Faciunt Polyony-

mum, cum eum Moncherum, Mencherum, et Menicherum scri-

bunt, et reliqua eius acta Omnino reticent. Sub huius Praesulis

ætate orta est illa pestilens Hæresis, quam Berengarius Disse-

minauit. Praefuit Episcopus Annis Tantum

V. Obijt Anno Christi MXXVIII.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Den 24. Bischof Meinerus machen die Geschichtsschreiber gleicherweise zu einem Vielnamigen, da sie ihn Moncherus, Mencherus und Menicherus schreiben und seine übrigen Handlungen gänzlich verschweigen. In der Zeit dieses Bischofs entstand jene verderbliche Irrlehre, die Berengar verbreitete. Er regierte als Bischof nur 5 Jahre [und] starb im Jahre Christi 1028.“[111]

Bischof Benno I. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Benno I. im Ornat mit dem Krummstab in der linken Hand. Mit der Rechten hebt er sein Gewand empor. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Benno I. war der 17. Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 1052 bis 1067 aus. Es ist das 17. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Benno. I. Episcopus XVII. Eandem patitur a Scriptorib[us]

Nostris Variationem, dum alijs est Wernicherus, alijs

Brenno, alijs Bernardus nec Dubium, et hunc et alios Bonos

Præsules multa pro Ecclesia sua optimè gessisse, quae temporum

Memoria, Scriptorumq[ue] negligentia ad nos non transmi-

serunt Præfuit Benno Annis XVI Obijt An[n]o Chr. MLXVIII.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Benno I., 17. Bischof, erleidet von unseren Autoren dieselbe Namensverschiedenheit. Während er den einen Wernicher ist, ist er anderen Brenno, anderen Bernard. Dabei besteht kein Zweifel, dass sowohl er wie auch andere gute Bischöfe vieles für ihre Kirche bestens getan haben, was die Erinnerung an [jene] Zeiten und die Nachlässigkeit der Schriftsteller uns nicht überliefert haben. Benno regierte 16 Jahre. Er starb im Jahre Christi 1068.“[112]

Bischof Konrad III. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Konrad von Diepholz, der als Konrad III. von 1455 bis 1482 der 49. Bischof von Osnabrück war. Wir sehen Konrat im Ornat mit dem Krummstab in der linken Hand, eine rechte hat er auf sein Herz gelegt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 50. Gemälde. Auf ihm ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Conradus. III. Comes de Diepholt, ob Vitæ integritatem

eligitur E[isco]p[u]s. L. Hic sua prudentià et armis multa Ecclesiæ

sua bona recuperauit. Egit strenuè et constanter, ut ei se

Principes, et Comites submitterent. Reformauit etiam

Clerum, et Monasteria suæ Diocesis

Digne præfuit Annis. 28 Obijt A[nn]o C[hristi] MCCCCLXXXII“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Conrad III., Graf von Diepholz, der aufgrund seines makellosen Lebenswandels zum 50. Bischof gewählt wird. Mit Klugheit und Waffengewalt gewann dieser viele Güter seiner Kirche zurück. Er handelte zielstrebig und fest, so dass sich ihm die Fürsten und Grafen unterwarfen. Er reformierte außerdem den Klerus und die Klöster seiner Diözese. Würdig regierte er 28 Jahre. Er starb im Jahre Christi 1482.“[113] Dass Konrad als 50. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Wedekind von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Wedekind von Waldeck, den 34. Bischof von Osnabrück im Ornat mit Krummstab in der Linken und einem Buch in der Rechten. Er übte sein Amt von 1265 bis 1269 aus. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Da der 33. Osnabrücker Bischof Balduin von Rüssel im Zyklus als 34. Bischof geführt wird, handelt es sich um bei Wedekinds Porträt um das 33. Gemälde der Folge. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Wedekindus, Comes de Waldeck, Fit Episcop[us]

XXXIII, Vir in rebus gerendis Præstantissimus:

Contulit Capitulo multos agros. Et cum Ecclesia

Frumenti inopia laboraret, ipse improbo

Labore, ex sterili solo fertiles agros

effecit Praefuit Annis VIII Obijt A C. MCCI.X.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Wedekind, Graf von Waldeck, war 33. Bischof, ein hervorragender Mann bei allem, was er tat. Er vermehrte den Kapitelsbesitz um viele Äcker. Und als die Kirche an Getreidemangel litt, machte er selbst in übermäßiger Arbeit selbst aus fruchtlosen Böden fruchtbare. Er regierte 8 Jahre lang und starb im Jahre Christi 1260.“

Bischof Udo von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Udo von Steinfurt, der 24. Bischof von Osnabrück war, im Ornat mit dem Krummstab in der rechten Hand. Im Hintergrund öffnet sich ein Fenster und gibt den Blick auf die Doppeltürme des Osnabrücker Doms frei. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit darüber hinaus — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen. Die beiden Türme im Fensterausschnitt haben eine direkten Bezug zu Udo, wurde doch unter seiner Regentschaft mit ihrem Bau begonnen. Die Darstellung der Türme entspricht prinzipiell dem Zustand um 1656/57, als 1606 der nördlich Turm bereits seinen gotischen Helm zugunsten einer barocken Haube verloren hatte, wohingegen der Südturm erst nach 1769 eine neue Haube bekam.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Udo übte sein Amt von 1137 bis 1141 aus. Es ist das 24. Gemälde des Zyklus. Auf ihm ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Vdo Eps XXIV. Templum Cathedrale quod olim exul-

tum et à suis Antecessoribus tribus iterum in hanc, quae

modo est formam deductum fuit, turribus adjectis orna-

uit, et Monasterii S. Gertrudis insignem fabricam quam

postmodum rebelles Anno M.D.C.XXXVI

exusserunt, feliciter absoluit, Præfuit Annis IV ob[ A . C. MC.XLI“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Udo, 24. Bischof, schmückte die Kathedralkirche, die ehemals niedergebrannt war und von seinen drei Vorgängern wieder in der jetzigen Form aufgeführt wurde, durch Hinzufügung der Türme, und das großartige Gebäude des Klosters der heiligen Gertrud [Gertrudenberg], das später, im Jahr 1636 Aufrührer niederbrannten, vollendete er. Er regierte 4 Jahre, starb im Jahre Christi 1141.“[114]

Bischof Engelbert II. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Engelberg von Weihe, der als Engelbert II. der 37. Bischof von Osnabrück war. Er übte sein Amt von 1309 bis 1320 aus. Wir sehen Engelbert im Ornat mit Krummstab in der Linken, die Rechte hat er zum Segensgestus erhoben. Im Hintergrund links öffnet sich ein fensterartiger Ausblick in eine Landschaft mit einer Architektur. Damit wird Bezug auf die von ihm erbaute Burg in Wittlage genommen. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 37. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Engelbertus de Weihe Eps XXXVII construxit

Castrum Witlagense pro residentia. In temporalibus etiam

Valde grauiter prospexit suae Ecclesiæ: Ampliauit & dotauit

meli[us] Hospitale S. Vrsulae pro duodecim pauperibus

Sacerdotibus alendos. Vir magnae Solicitudinis

ac prouidentiæ, præfuit Annis XI Obijt A. C. MCCCXXIV“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Engelbert von Weihe, 37. Bischof, baute die Burg Wittlage zur Residenz aus. Auch für die weltlichen Angelegenheiten seiner Kirche sorgte er sehr ernsthaft: Er erweiterte und stiftete am verbesserten Hospital der Hl. Ursula eine [Alters-] Versorgung für zwölf arme Priester. Er war ein Mann von großer Sorgfalt und Klugheit. Er regierte 11 Jahre. Starb im Jahre Christi 1324.“

Bischof Egbert von Osnabrück

Das verlorene Gemälde gehörte zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigte Egbert, der von von 860 bis 885 der fünfte Bischof von Osnabrück war. Das Porträt gehörte zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus. Auf dem Gemälde war eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten. Der Text ist über eine Abschrift bekannt: „Egbertus, aliis Egehardus vel Eginhardus Epicopus V. praeficitur post turbulenta illa tempora Ecclesiae dilaceratae, unde diligens fuit in recuperandis decimis aliisque bonis epicopatui oblatis. Invasores auxilio Archiepiscopi Coloniensis via degit ut venia petita ablata restituèrent, praefuit optimus Pater familias Annis X. obiit A[nno]. C[hristi]. 884.“[115] Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Egbert, bei anderen Egehard oder Eginhard, wurde nach jenen turbulenten Zeiten als fünfter Bischof der zerfleischten Kirche vorgestellt. Von daher achtete er darauf, dem Bistum die Zehnten und andere verlorene Güter wieder zu verschaffen. Die Eindringlinge gaben durch die Hilfe des Erzbischofs von Köln, der den Weg vorzeichnete, wie aus Gefälligkeit das geforderte Entfremdete zurück. Er regierte wie der beste Familienvater zehn Jahre [und] verstarb im Jahre Christi 884.“[116] Heute befindet sich als Ersatz für das verlorene Porträt eine Nachschöpfung von Heinrich Neelmeyer aus dem Jahre 1838 im Vorraum zum Saal.

Bischof Konrad I. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Konrad von Velber, der als Konrad I. von 1227 bis 1238 der 31. Bischof von Osnabrück war. Er ist im Ornat mit Krummstab in seiner linken Hand dargestellt. Mit der Rechten übergibt er einem Mönch eine Schriftrolle. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist auch keine Realitätsnähe zuzusprechen..

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 30. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Conradus. I. fit Episcopus XXX

Ecclesiæ Osnabrug[ensis], Vir pius, ac Religiosus.

Confirmât fundationes, ac priuilegia

Monasteriorum Iburg, Bersenbruck

Rulle, et Ozede. Præfuit Annis

IX. Obijt Anno Christi. M. CCXXXIII.“

Die Übersetzung von Detlefs lautet. „Conrad I. war 30. Bischof der Osnabrücker Kirche. Er war ein frommer und gläubiger Mann. Er bestätigt die Stiftungen und Privilegien der Klöster Iburg, Bersenbrück, Rulle und Oesede. Er regierte 9 Jahre lang [und] starb im Jahre Christi 1233.“[117] Die Schriftrolle in der Darstellung dürfte sich auf die genannten Privilegien beziehen. Die abweichende Zählung in der Bischofsfolge kommt daher, dass der von 1226 bis 1227 amtierende 30. Bischof von Osnabrück, Otto I, Graf von Holte, nicht in den Zyklus aufgenommen wurde.

Bischof Drogo von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Drogo im Ornat mit dem Krummstab in der linken Hand. Mit seiner Rechten umfasst er eine Schriftrolle. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisii geschaffenen Zyklus und ist dementsprechendd nummeriert. Drogo war der achte Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 949-969 aus. Es ist das achte Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

Drogo Episcopus VIII: Optimis. Comparandus Praesuli-

us: Vnde Caesari Ottoni Iuniori Gratus Illustria

Impetrat Noua Privilegia Circa Cudendam

Monetam, Instituendos Mcrcatus ac nundi-

nas Optimé de Ecclesia Sua Meritus Præfuit

Annis XXXV. Obijt Anno Chr[isti] DCCCCLXIX.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Drogo, der achte Bischof, ist den besten Bischöfen zu vergleichen. Daher war er dem Kaiser Otto, dem Jüngeren [= dem Zweiten], lieb. Er erwirkte bedeutende neue Privilegien für die Münzprägung, die Einrichtung von Märkten und von Markttagen. Er machte sich auf das höchste verdient um seine Kirche, regierte sie 35 Jahre [und] starb im Jahre Christi 969.“[103] Die Schriften in Drogos Hand dürften sich auf die ihm verliehenen Privilegien beziehen.

Bischof Günther von Osnabrück

Das verlorene Gemälde gehörte zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigte Günther, der von von 996 bis 998 der elfte Bischof von Osnabrück war. Das Porträt gehörte zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus. Auf dem Gemälde war eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten. Der Text ist über eine Abschrift bekannt: „Guntradus, aliis Guntardus, item aliis Guntherus ad hanc Ecclesiam electus Episcopus XI. onus subire recusavit; sed noctu a sanctis Martyribus Crispino & Crispiniano ad acceptandum monitus, altera die humeros submisit, praefuit laudabiliter IV. Ann. Varios perpessus corporis morbos, obiit A. C. 1000.“[118] Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Guntrad, bei anderen Guntard, ebenso bei anderen Günther, zu dieser Kirche erwählt als elfter Bischof, weigerte sich, die Last auf sich zu nehmen, aber er wurde des nachts von den heiligen Märtyrern Crispinus und Crispinian zu Annahme ermahnt. Am anderen Tag empfing er die Weihen (?), regierte löblich vier Jahre. Verschiedene Krankheiten des Leibes erduldend, verstarb er im Jahre Christi 1000.“[119] Heute befindet sich als Ersatz für das verlorene Porträt eine Nachschöpfung von Heinrich Neelmeyer aus dem Jahre 1838 im Vorraum zum Saal.

Bischof Johannes IV. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Johannes von Hoya, der von 1553 bis 1574 der 53. Bischof von Osnabrück war und seit 1566 als Johann III. auch Bischof von Münster sowie als Johann II. Administrator von Paderborn. Wir sehen Johannes IV. im Ornat. In seiner linken Hand hält er den Krummstab, mit der rechten ein offenes Buch, in dem man lesen kann: „CONCILIU TRIDENT“ Das spielt auf die unter ihm erfolgte Umsetzung der Beschlüsse des Konzils von Trient an. Als Verweis auf seine weiteren Bischofwürden steht hinter ihm auf Kopfhöhe eine weitere Mitra. Im Hintergrund ist eine Innenarchitektur bzw. Raumausstattung auszumachen. Man erkennt Bücher, die wohl auf die Gelehrsamkeit von Johannes IV. anspielen sollen. Die Andeutung eines Innenraums ist bei dem Gemälden des ursprünglichen Zyklus ist bis auf das Porträt von Wartenberg singulär. So gewinnt das Gemälde seine Räumlichkeit in diesem Fall nicht nur durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist aber keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 54. Gemälde der Folge. Auf ihm ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Joannes IV. Comes de Hoija: Canonic[us] Colonʼ E[pisco]p[u]s LIV. Fit eti-

am E[pisco]p[u]s Monast. et Paderbornensis: item ab Imperatore Constitui-

tur Iudex Cameræ Spirensis. Vir pius, Doctus, rerum expertis-

simus et disertissim[us], multarum linguarum perit[us] multis

Legationib[us] Clarus. In tractatu pacis Passauico pro religio-

ne Zelosus, in concilio Trid[entino], quod in suis Dioecesib[us] Primus

promulgauit, promouendo Studiosus. Præfuit annis XXI. Obijt. A[nno] M.D.LXXIV.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Johannes IV, Graf von Hoya, Kölner Kanoniker, 54. Bischof, wird auch Bischof von Münster und Paderborn. Ebenso wird er vom Kaiser zum Kammerrichter in Speyer bestellt. Er war ein frommer Mann, gelehrt, ein ganz hervorragender Kenner der Verhältnisse, sehr redegewandt, Kenner vieler Sprachen, berühmt durch viele Gesandtschaften. In den Passauer Friedensverhandlungen voll Eifer für den Glauben, eifrig in der Durchsetzung der Beschlüsse des Konzils von Trient, das er als erster in seinen Diözesen einführte. Er regierte 21 Jahre und starb im Jahre 1574.“[107] Das Johannes als 54. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Adolf von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt den hl. Adolf, Graf von Tecklenburg und Bischof von Osnabrück im Ornat mit Krummstab, wie er einem armen Geld gibt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen. Auf das Engagement um Arme und Kranke spielt die dargestellte Aktion des erst 1651 heiliggesprochenen Adolf an.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Adolf war der 28. Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 1216 bis 1224 aus. Es ist das 28. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„S. Adolphus illustris genere ex Canonico Coloniensi

Monachus Cisterciensis in Coenobio Veteris Campi inde in E[pisco]p[u]m

XXVIII assumitur ob Vitæ Sanctimoniam Cantoriam instituit,

Thesaurariam auxit; Festum S. Catharinae in foro Praecepit seruan-

dum: Liberalis in Ecclesiam Capitulum ac Pauperes, Clarus-

que miraculis Praefuit Anni XXIV Obijt A“[nn]o Ch[risti] M CCXXIV.

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Der heilige Adolf, adeliger Herkunft, war Kanonikus in Köln und Zisterzienser-mönch im Kloster Altenkamp. Danach wird er zum 28. Bischof erhoben. Für das heiligmäßige Leben [der Domherren ?] setzte er das Amt eines [Dom-] Kantors ein, vermehrte die Präbende des [Dom]küsters. Das Fest der hl. Katharina befahl er festlich zu begehen. Freigebig gegen die Kirche, das Kapitel und die Armen und berühmt durch Wunder, regierte er 24 Jahre und starb im Jahre Christi 1224.“[108]

Bischof Wiho II. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Wiho II im Ornat mit dem Krummstab in der linken Hand. Im Hintergrund gewährt ein fensterartiger Ausschnitt den Blick auf eine brennende Stadt. Damit wir auf den Brand von Osnabrück unter seiner Herrschaft angespielt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Wiho II. war der 20. Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 1093 bis 1101 aus. Es ist das 20. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Wiho II. alijs Vido Episcopus XX. Infelida tempora sustinuit

Cum sub eo et tota quasi Ciuitas et ipsum Anciquum

Templum Carolinum penitus Conflagrarunt: Reliquias

tamen Sanctorum aliumque Ecclesiae thesaurum

prouide conseruauit. Præfuit Præsul Annis

VIII. Obijt Anno. Christi M.C.I.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Wiho, nach anderen Vido, 20. Bischof ertrug unglückliche Zeiten, da unter ihm sowohl fast die ganze Stadt als auch der alte karolingische Dom nieder[120] brannten. Die Reliquien der Heiligen und den übrigen Schatz der Kirche hat er sorgsam gerettet. Er regierte als Bischof acht Jahre. Er starb im Jahre Christi 1101.“

Bischof Philipp von Osnabrück

Das verlorene Gemälde gehörte zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigte Graf Philipp von Katzenelnbogen, der von 1141 bis 1173 der 25. Bischof von Osnabrück war. Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus. Auf dem Gemälde war eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten. Der Text ist über eine Abschrift bekannt: „Philippus, ex Comitibus de Catzenellenbogen Episcopus XXV. Multos habuit hostes ac insidiatores quibus prudenter armis obviavit, nonnullos etiam devictos Ecclesiae suae subjecit. Duo virginum Monasteria Osede & Quernheim in sua Dioecesi fundavit; praefuit magno commodo Ann. XXXII. obiit A. C. 1173.“[121] Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Philipp, aus den Grafen von Katzenellenbogen, 26. Bischof. Er hatte viele Feinde und Neider, denen er klug mit Waffen entgegentrat, nicht wenige auch besiegt seiner Kirche unterwarf. Er gründete die beiden Nonnenklöster Oesede und Quernheim in seinem Bistum. Er regierte sehr zweckmäßig 32 Jahre [und] starb im Jahre Christi 1173.“[122] Heute befindet sich als Ersatz für das verlorene Porträt eine Nachschöpfung von Heinrich Neelmeyer aus dem Jahre 1838 im Vorraum zum Saal.

Bischof Heinrich II. von Osnabrück

Das verlorene Gemälde gehörte als 47. zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigte Graf Heinrich von Moers der von 1442 bis 1450 der 46. Bischof von Osnabrück war. Das Porträt gehörte zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus. Auf dem Gemälde war eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten. Der Text ist über eine Abschrift bekannt: „Henricus II. de Comitibus de Moerse Theodorici II. Archiepiscopi Coloniensis germanus frater, Episcopus Monasteriensis. Postulatur in Osnabrug[a]. Episcopum XLVII, vir magnae autoritatis. Praefuit hic Ann. X. obiit A. C. 1450“.[123] Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Heinrich II. aus den Grafen von Moers, Zwillingsbruder Dietrichs II., Erzbischofs von Köln. [Auch] Bischof von Münster. Postuliert in Osnabrück zum 47. Bischof, ein Mann von großer Autorität. Er regierte hier 10 Jahre [und] starb im Jahre Christi 1450.“[124] Dass Heinrich als 47. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Balduin von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Balduin von Rüssel, der 33. Bischof von Osnabrück war. Er übte sein Amt von 1259 bis 1264 aus. Wir sehen Balduin im Ornat mit Krummstab in der linken Hand. Mit seiner Rechten verweist er auf einen Fensterausschnitt hinter sich, durch den man eine Landschaft mit zwei extrem hohen und schlanken spitzen Bergen erblickt und dazwischen einen Gebäudekomplex. Es bezieht sich auf das von ihm gegründete Ursula-Hospital vor Osnabrück. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 34. Gemälde des Zyklus, da Balduin fälschlicherweise in der Chronologie nach dem tatsächlich auf ihn folgenden Wedekind geführt wird. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

Boldowinus de Russele vir ob animi Virtutes

Cathedrâ tali dignissimus. Fit E[pisco]p[u]s. XXXIV

Auxit Ecclesiae suae Praebendas, et Capitulo

Widenbrugensi quo ad temporalia optimè pro-

spexit fundat Ecclesiam et Hospitale S. Vrsulæ

extra moenia. Præfuit Annis X. obijt A. C. M.CC.LXX.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Balduin von Russele, ein wegen seiner Geistestugenden eines solchen Bischofsstuhles sehr würdiger Mann. Er wird 34. Bischof. Er mehrte die Pfründen seiner Kirche und ebenso dem Kapitel in Wiedenbrück, wodurch er aufs beste für die zeitlichen Güter sorgte. Er gründete die Kirche und das Hospital der hl. Ursula vor den Mauern [von Osnabrück]. Er regierte 10 Jahre und starb im Jahre Christi 1270.“

Bischof Konrad IV. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Konrad von Rietberg, der als Konrad IV. von 1482 bis 1508 der 40. Bischof von Osnabrück war und ab 1497 auch Bischof von Münster. Er ist im Ornat zu sehen mit dem Krummstab in der linken Hand. Die Rechte vollführt den Segensgestus. Im Hintergrund erkennt man gleich dem Ausblick aus einem Fenster den Teil eines Gebäudes. Es handelt sich um Schloss Iburg, in dem er den Turm aufführen ließ. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 51. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Conrad[us]. IV Cornes de Rittberg, eligitur E[pisco]p[u]s LI.

Vir insignis, industrius, ac humanus. Amplificat suum

Castrum Iburg Reformat Coenobia Quernheim et

Rulle. Ciues Osnabrügensis tumultuantes in Clerum, Si[-]

bique Rebelles Compescuit ac grauiter mul Etam. Praefuit

optimus Princeps Annis 26 Obijt A C. M. DVIII“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Conrad IV., Graf von Rietberg, wird als 51. Bischof gewählt. Ein ausgezeichneter, eifriger, menschenfreundlicher Mann. Er erweiterte sein Schloss Iburg, reformierte die Klöster Quernheim und Rulle. Die Bürger von Osnabrück, die gegen den Klerus tobten und auch gegen ihn rebellierten, bezwang er und bestrafte [sie] schwer. Als hervorragender Fürst regierte er 26 Jahre. Er starb im Jahre Christi 1508.“[113] Dass Albert als 51. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Otto II. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Otto von Hoya, der von 1410 bis 1424 der 43. Bischof von Osnabrück war. Er war ferner als Otto IV. von 1392 bis 1424 Bischof in Münster. Wir sehen Otto II. im Harnisch, wobei der Helm eine mitrenähnliche Form hat. Seine linke Hand hat Otto an sein noch in der Scheide steckendes Schwert gelegt. Hinter ihm liegen auf Kopfhöhe Mitra und Krummstab. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 44. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Otto ex Comitibus de Hoia, omnium calculo suc-

cedit E[isco]p[u]s XLIV. Confirmatur ab Alexandro V. Papa et

regalia ab Imperatore Roberto obtinet: Vir magnae prudentiae, belli

tamen magis quam Ecclesiasticarum Ceremoniarum Studiosus.

fit etiam E[pisco]p[u]s Monasteriensis: Armis multos subegit Præ-

fuit Annis XX. Obijt Anno Christi M. CCCC. XXIV.

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Otto, aus dem Grafengeschlecht von Hoia stammend, folgte mit der Zustimmung aller als 44. Bischof. Bestätigt von Papst Alexander V. und mit den Regalien ausgestattet von Kaiser [richtig: König] Ruprecht, war er ein Mann großer Klugheit, aber mehr in Kriegsdingen als in den kirchlichen Zeremonien bemüht. Er war gleichfalls Bischof von Münster. Viele unterwarf er mit Waffengewalt. Er regierte 20 Jahre und starb im Jahre Christi 1424.“[110] Harnisch und Schwert spielen auf die genannten Kriegsdinge und die Waffengewalt an. Dass Otto als 44. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Gottfried von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Gottfried von Arnsberg, der von 1321 bis 1349 der 38. Bischof von Osnabrück und von 1348/49 bis 1359 Erzbischof von Bremen war. Gottfried ist in entsprechendem Ornat mit einem Vortragekreuz in der linken Hand dargestellt. Seine rechte Hand legt der auf einen Tisch, auf dem eine weitere Mitra steht. Über dem Tisch öffnet sich die Wand und gibt den Blick auf eine kleine Kirche frei. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 38. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

Godefrid[us] ex Comitib[us] de Arensperg Heros Vere nobilis Ep[iscopus]

XXXVIII. E[pisco]po Ludoico Monasteriensi contra comite[m] de Marc-

Ka utiliter in bello astitit Dotat multis ss. reliquijs suam Eccle-

siam Fundat Capellam S Martini apud suam residentiam in

noua Civitat Osnabruge[nsis] Tandem fit Arch[i]epis[copus] Bremensis

praefuit 26 Annis obijt pace Anno Chr: MCCCL“

Die Übersetzung von Dethlefsen lautet: „Gottfried, aus der [Familie der] Grafen von Arnsberg, ein wahrhaft edler Held, 38. Bischof. Dem Bischof Ludwig von Münster stand er hilfreich im Kampf gegen den Grafen von der Mark bei. Er beschenkt mit vielen heiligen Reliquien seine Kirche, gründet die Kapelle des hl. Martin bei seiner Residenz in der Osnabrücker Neustadt. Schließlich wird er Erzbischof von Bremen. Er regierte 26 Jahre, starb in Frieden im Jahre Christi 1350.“[125] Mit dem Kirchenbau im Bild ist aller Wahrscheinlichkeit die in der Bildunterschrift genannte Martinskapelle gemeint.

Bischof Benno II. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Benno II im Ornat mit dem Krummstab in der linken Hand. Seine rechte hat er auf ein paar Schriftrollen auf einem Tisch gelegt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen. Vielmehr erhielt Benno II. die Züge von Jacobus Thorwarth, der von 1642 bis 1666 Abt vom an das Schloss angrenzenden Kloster in Iburg war. Franz Wilhelm von Wartenberg schätze Abt Jacobus enorm und so erhielt der Klostergründer Benno II. die Züge jenes Abtes, der das Kloster nach der Vertreibungen im Dreißigjährigen Krieg wieder bezog und damit quasi neu gründete.[126]

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Benno II. war der 18. Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 1168 bis 1088 aus. Es ist das 18. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„B[eatus] Benno. II. Gente Sueuus; Insignis pietate, doctrina, et religione, Gos-

lariæ Scholarum Moderator: mox Hildesimensis Ecclesiæ Canonic[us]

et Præpositus Henrico III. Imperatori gratissim[us] fit Episcopus

XVIII. Consecratur a. S. Annone Archiepiscopo Coloniensi.

Fundat coenobia Iburgense et S. Gertrudis in monte Priuilegi

orum egregi[us] Vindex Praefuit Annis XX obijt A. C. MLXXXVIII

Die Übersetzung von Dethl

efs lautet: „Der selige Benno II., schwäbischer Herkunft, ausgezeichnet durch Frömmigkeit, Gelehrsamkeit und Glauben, Leiter der Schulen in Goslar, bald Domkapitular und Propst der Kirche in Hildesheim. Bei Kaiser Heinrich III. war er sehr beliebt. Darum wird er 18. Bischof, geweiht vom hl. Kölner Erzbischof Anno. Er gründet die Klöster Iburg und St. Gertrud auf dem Berg [Gertrudenberg bei Osnabrück]. Er war ein ausgezeichneter Verteidiger der Privilegien [des Bistums], regierte 20 Jahre [und] starb im Jahr Christi 1088.“[112] Die Schriftstücke auf dem Tisch dürften sich auf die genannten Privilegien beziehen.

Bischof Gosmar von Osnabrück

Das Gemälde ist verloren und gehörte zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Es war das 15. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde war eine gemalte Texttafel, deren Inhalt überliefert ist: „Gosmarus XV. Episcopus non improbandus sed condolendus, quod antiquitas nil de ipsius virtutibus vitaque ad posteros transmiserit. Ipsius temporis Haeresis Berencharii a S. Leone Papa damnata fuit; praefuit Ann. IX. obiit A. C. 1038.“[127] Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Gosmar, 15. Bischof nicht zu verurteilen, sondern zu bedauern, weil die alte Zeit nichts von seinen Tugenden und Leben an die Nachwelt überliefert hat. Zu desselben Zeiten wurde die Irrlehre des Berengar vom hl. Papst Leo verboten. Er regierte 9 Jahre und starb im Jahre Christi 1038.“[128] Heute befindet sich als Ersatz für das verlorene Porträt eine Nachschöpfung von Heinrich Neelmeyer aus dem Jahre 1838 im Vorraum zum Saal.

Bischof Johannes III. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Johannes von Diepholz, der von 1424 bis 1437 der 44. Bischof von Osnabrück war. Wir sehen Johannes III. im Ornat mit der Mitra auf dem Kopf. In seiner rechten Hand hält er ein blankes Schwer, in der linken den Krummstab. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 45. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Ioan[n]es III. Comes, et Nobilis D[omi]n[u]s de Diepholt E[pisco]p[u]s

XLV. Vir insignis, strenu[us], ac Constans: Varias pugnauit

pugnas pro decimarum, ac limitum Suorum defensione.

Impetrauit ab Imperatore Sigismundo telonium intra

Ciuitatem: Præfuit Vtiliter Annis. XIII. hausto Veneno

Obijt. Anno. Christi. M. CCCCXXXVII.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Johannes III., Graf und Edelherr von Diepholz, 45. Bischof, ein hervorragender, tätiger und standhafter Mann. Verschiedene Kämpfe führte er zur Verteidigung der Zehnten und seiner Grenzen. Von Kaiser Sigismund erwirkte er das Zollrecht innerhalb der Stadt. Er herrschte mit großem Nutzen 13 Jahre. Er starb, nachdem er Gift getrunken hatte, im Jahre Christi 1437.“[110] Das Schwert spielt auf seine erfolgreiche Verteidigung des Bistums an. Dass Johannes als 45. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Gottschalk von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Gottschalk von Diepholz, der 22. Bischof von Osnabrück war im Ornat mit dem Krummstab in der rechten und einem kleinen Buch in der linken Hand. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Gottschalk übte sein Amt von 1109 bis 1118 aus. Es ist das 22. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Gottscalcus Nobilis Dominus de Diepholt.

Vir acris ingenij, ad regimen Ecclesiæ Promouetur

Episcopus XXII. Nec de hoc plura nobis

Constant, quam quod præfuerit utiliter

Annis VIII. et obierit A. C. M. C. XIX.

Iburgi Sepultus in Monasterij Templo.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Gottschalk, Edler Herr von Diepholz, ein Mann von scharfem Geist, wird als 22. Bischof zur Regierung der Kirche berufen. Von ihm ist uns nicht mehr bekannt, als dass er acht Jahre lang nutzbringend regierte und im Jahre Christi 1119 starb. Er wurde beigesetzt in der Iburger Klosterkirche.“[129]

Bischof Waldolph von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Waldolph im Ornat mit dem Krummstab in der linken und einem Stück seines Mantels in der rechten Hand. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Waldolph war der zwölfte Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 998-1003 aus. Es ist das zwölfte Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Wacholphus fit XII Episcopus, de quo apud Historicos

nil Inuenimus, nisi Varietatem Nominis, Alij enim ipsum

Warnandum, alij Wedilolphum, alij Wannonum Dicunt,

Nec duobus Annis, quibus tantum praefuit, Virtutes suas forsan

Singulariter impendere potuit. Vixit sub eo Osnabrugi B[eatus].

Reinerus Eremita Miraculis Clarus, obijt Praesul A. C. MII

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: Wacholph wird der 12. Bischof, über den wir bei den Geschichtsschreibern nichts außer Namensverschiedenheit finden: Die einen nennen ihn nämlich Warnandus, andere Wedilolf, andere Wanno. In den nur zwei Jahren, die er regierte, konnte er vielleicht seine Tugenden zeigen in einzigartiger Weise. Unter ihm lebte in Osnabrück der durch Wunder berühmte Selige Einsiedler Reiner. Er starb als Bischof im Jahre 1002.“[130]

Bischof Engelbert II. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Engelbert von Tecklenburg, der hier als Engelbert II. geführt wird. Er ist im Ornat dargestellt und hält in seiner linken Hand den Krummstab, mit seiner rechten schultert er ein blankes Schwert. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm von Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Engelbert von Tecklenburg war nie Bischof von Osnabrück. Diese Würde bekleidete tatsächlich Engelbert I., der nach seiner Absetzung 1226 nach Bestätigung vom Papst von 1239 bis 1250 erneut Bischof von Osnabrück wurde. Es ist das 31. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Engelbertus II Cornes de Teckle[n]burg,

Episcopus XXXI. Ecclesiam contra hostes

praesertim Violentiam Fratris sui gloriose

défendit. Vir prudens ac nobilitate generis

Clarus. Præfuit Annis Vndecim

Obijt Anno Christi. MCCXLIV.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Engelbert II., Graf von Tecklenburg, 31. Bischof. Die Kirche verteidigte er ruhmreich gegen Feinde, vor allem gegen die Übergriffe seines Bruders. Er war ein kluger Mann und angesehen durch seine vornehme Herkunft. Er regierte 11 Jahre und starb im Jahre Christi 1244.“[131] Das Schwert spielt auf seine erfolgreiche Verteidigung des Bistums an.

Bischof Dietrich von Osnabrück

Das Gemälde des Dietrich von Horne, der von 1346 bis 1402 der 41. Bischof von Osnabrück war, hat sich nicht erhalten. Es gehörte als 42. zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Auf dem Gemälde war eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten, deren Text aufgrund einer Abschrift bekannt ist: „Theodericus de Horn, nobili genere ortus, eligitur a capitulo in Episcopum XLII. Vir magnanimus: ut se a Theodorici de Marcka machinationibus liberaret, eidem magnam pecuniae summam solvit. Ottonem Comitem de Teckleburg ecclesiae suae hostem subegit; Castrum Cloppenburg expugnavit, curiam suam Osnabr[uga]. aedificavit; Praefuit Ann. XXIIX. obiit A. C. 1401.“[132]

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Dietrich von Horne, aus adeligem Geschlecht geboren, wurde vom Domkapitel zum 42.Bischof erwählt. Ein großherziger Mann: um sich von den Machenschafen des Dietrich von Mark zu befreien, zahlte er ihm eine große Summe Geldes. Er unterwarf den Grafen Otto von Tecklenburg als Feind seiner Kirche, eroberte die Burg Cloppenburg, baute seinen Hof zu Osnabrück. Er regierte 28 Jahre und starb im Jahre Christi 1401.“ Dass Dietrich als 42. Bischof bezeichnet wurde, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung. Heute befindet sich als Ersatz für das verlorene Porträt eine Nachschöpfung von Heinrich Neelmeyer aus dem Jahre 1838 im Vorraum zum Saal.

Bischof Ludolph von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Ludolph im Ornat mit dem Krummstab in der linken Hand. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Ludolph war der neunte Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 969-978 aus. Es ist das neunte Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Ludolphus Episcopus Nonus Illustris genere, quem Otto

Tertius Imperator in Diplomate Suum Consanguineum

Appellat. Nobilitatem suam Virtutibus Illustriorem Reddidit,

et Ecclesiam suam etiam Priuilegijs obtentis Clariorem.

Praefuit Optimus Pater annis Viginti sex. Obijt

Anno. Christi DCCCCLXXXIII

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Ludolph, der neunte Bischof, aus erlauchtem Geschlecht, den Kaiser Otto III. in seiner [= von ihm ausgestellten] Urkunde seinen Blutsverwandten nennt. Seinen Adel machte er noch glänzender durch seine Tugenden und auch seine Kirche herrlicher durch erlangte Privilegien. Er regierte als hervorragender Vater 26 Jahre. Er starb im Jahre Christi 983.“[133]

Bischof Albert von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Albert von Hoya, der von 1450 bis 1454 der 47. Bischof (eigentlich nur Administrator, da er weder vom Kaiser, noch vom Papst bestätig wurde) von Osnabrück war sowie von 1436 bis 1454 Bischof von Minden. Wir sehen Albert ohne bischöfliche Insignien, da er für Osnabrück keine Bestätigung erhalten hatte. Im Hintergrund erblickt man eine brennende Festung in einem Fensterausschnitt. Damit wird auf den großen Osnabrücker Stadtband Bezug genommen, der zur Zeit von Albert stattfand. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 48. Gemälde. Auf ihm ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Albertus Comes de Hoija, Canonicus Coloni-

ensis, postulatur E[pisco]p[u]s XLVIII. sed cum nec à Papa

Confirmationem, nec ab Imperatore regalia obtine-

re posset, post triennium, Anno. Christi M. CCCC. LII.

cedit; Electus postea E[pisco]p[u]s Mindensis. Vbi Obijt Sub

hoc Episcopo magnum fuit Osnabrugi incendium“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Albert, Graf von Hoya, Kanoniker in Köln, wird als 48. Bischof postuliert [d. h. als ein nicht dem Domkapitel angehörender Prälat gewählt].Doch da er weder vom Papst die Bestätigung noch vom Kaiser die Regalien erlangen konnte, trat er nach 3 Jahren im Jahre Christi 1452 zurück. Später wurde er zum Bischof von Minden gewählt, wo er starb. Unter diesem Bischof war der große Stadtbrand von Osnabrück.“[134] Dass Albert als 48. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Konrad II. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Konrad von Rietberg, der als Konrad II. von 1270 bis 1297 der 35 Bischof von Osnabrück war. Konrad sitzt im Orant in einem Lehnstuhl und liest in einem Buch. Sein Krummstab ist hinter ihm an die Wand gelehnt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 35. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

Conradus II. Comes de Rittberg E[pisco]p[u]s XXXV

Vir pietate, zelo ac nobilitate insignis. Hic Collegiatum

Ecclesiam ex Bramesche pago transtulit ad Ciuitatem Quakenbrügensem, multumque

auxit Præfuit Annis XXVIII.

Obijt Anno Christi M.CCLXXXXVIII.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Conrad II. Graf von Rietberg, 35. Bischof, ein Mann ausgezeichnet durch Frömmigkeit, Eifer und Adel. Die Kollegiatkirche verlegte er aus dem Dorf Bramsche in die Stadt Quakenbrück und vermehrte [ihre Einkünfte] um vieles. Er regierte 28 Jahre, starb im Jahre Christi 1298.“[135]

Bischof Arnold von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Arnold von Altena, der von 1173 bis 1190 der 26. Bischof von Osnabrück. War erblicken ihn im Ornat mit dem Krummstab in der linken Hand, während seine Rechte sein Kreuz umfasst. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Diethard war der 23. Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 1119 bis 1137 aus. Es ist das 26. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Arnoldus (:quem quidam Volunt fuisse Comitem

de Altena:) ex Canonico Coloniensi, et postea

Præposito factus Episcopus XXVI.

Præfuit huic Ecclesia cum laude, et

Commodo Annis duobus. Obijt

Anno Christi M.C. LXXV“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Arnold (von dem einige annehmen wollen, er sei ein Graf von Altena gewesen) war zunächst Kanoniker in Köln, danach Propst und wurde schließlich zum 26. Bischof ernannt. Er regierte diese Kirche lobenswert und zweckmäßig zwei Jahre lang. Er starb im Jahre Christi 1175.“[114]

Bischof Johannes I. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Johannes I. im Ornat mit dem Krummstab in der linken Hand. Seine rechte hat er segnend erhoben. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechendd nummeriert. Johannes I. war der 21. Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 1101 bis 1109 aus. Es ist das 21. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Joannes in Episcopum XXI dignè et Legitime

eligitur. De reliquo et hic Præsul iniuriam

Temporum Patitur, quae nil aliud Posteris

de eo notum esse Voluerunt. Præfuit

Annis IX. Obijt Anno Christi

M. C. XI.

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Johannes wird in würdiger und vorschriftsmäßiger Weise zum 21. Bischof gewählt. Im Übrigen erleidet auch er die Ungunst der Zeiten, die der Nachwelt nichts anderes über ihn bekannt sein ließen. Er regierte 9 Jahre. Er starb im Jahre Christi 1111.“[129]

Bischof Engelbert I. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Engelbert von Isenberg in ziviler Kleidung mit einem Buch in der linken Hand, während der Zeigefinger seiner rechten aus dem Bild hinaus nach rechts weist. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen. Bischof Engelbert I. ist ohne geistlichen Attribute dargestellt. Er war Mitwisser am Mord am von Erzbischof Engelberg von Köln (Hl. Engelbert) und wurde daher 1226 abgesetzt.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisii geschaffenen Zyklus und ist dementsprechendd nummeriert. Engelberg war der 29. Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 1224 bis 1226 aus. Es ist das 29. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Engelbertus. I. Comes de Isenburg, Præpositus

Vltrajectinus: Postulatur, Episcopus XXIX. Sed

ob S. Engelberti Archieʼpi Colonʼ caedem, cuius

conscius complexque habebatur, a Papa

Honorio III. reiectus, et in Synodo

Leodiensi damnatus ac depositus fuit.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Engelbert I., Graf von Isenburg, Probst von Utrecht, wird postuliert zum 29. Bischof, aber wegen des Mordes an dem Kölner Erzbischof St. Engelbert, bei dem er für einen Mitwisser und Beteiligten gehalten wurde, von Papst Honorius III. abberufen und auf der Synode von Lüttich verurteilt und abgesetzt.“[108]

Bischof Erich II. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Herzog Erich von Braunschweig-Grubenhagen, der von 1508 bis 1532 der 51. Bischof von Osnabrück und Bischof von Paderborn war sowie 1532 auch gewählter Bischof von Münster. Wir sehen Erich II. im Ornat; in der linken Hand hält er einen Krummstab, mit der rechten ein Kruzifix. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 52. der Folge. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Ericus. II. Dux Brunswicensis assumitur E[pisco]p[u]s

LII. Princeps apprimè Catholicus, qui commotos æ

seditionem nouaque Lutheri dogmata in fide, Ciues

mimosè compescuit, et rebelles mulctauit. Fit etiam

E[pisco]p[u]s Paderbornensis et Monasteriensis: et cum

optime præfuisset Annos 24. obijt. A. C. MDXXXII“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Erich II., Herzog von Braunschweig, wird als 52. Bischof angenommen. Er war ein sehr katholischer Fürst, der geschickt die zum Aufruhr und zu den neuen Lehren Luthers aufgewiegelten Bürger bezwang und die Aufständischen bestrafte. Er war auch Bischof von Paderborn und Münster, und nachdem er in bester Weise 24 Jahre regiert hatte, starb er im Jahre Christi 1532.“[136] Das Kreuz in Erichs Hand bezieht sich auf seine Bemühungen gegen die Reformation. Dass Erich II. als 52. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Johannes II. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Johann Hut, der als Johannes II. der 39. Bischof von Osnabrück war. Er übte sein Amt von 1349 bis 1366 aus. Johannes hat sich in vollem Ornat auf einem Lehnstuhl niedergelassen. Den Krummstab hält er lässig mit der Linken zwischen seinen Beinen, seinen Kopf hat der auf die Rechte gestützt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 39. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Joannes II. Hoёde; Nobilis genere et Scientià, SS. Canoni

Doctor. à Papa Clemente. V. Constituitur E[pisco]p[u]s. XXX[I]X.

Recusante Luberto electione[m], qui postmodum

Vitam monasticam pijssimè duxit. habuit etiani Regalia

a Carolo. IV. Vir tanto honore dignissimus; sed non sine

inuidia quae ipsi Theodoricum de Marka Praepositum

Colonien Coaiutorem junxit. Præfuit Anni XVI. obyt A. C. M.CCCLXVI“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Johannes II. von Hoёte, edel durch seine Herkunft wie durch seine Bildung, Doctor des kirchlichen Rechtes, wird vom Papst Clemens V. als 39. Bischof eingesetzt, während Lubertus die Erwählung ablehnte und fortan ein sehr frommes klösterliches Leben führte. Er hatte die Regalien [d. h. die vom Kaiser verliehenen Herrschaftsrechte] von Karl IV. empfangen. Ein Mann würdig der höchsten Ehre, aber nicht ohne Neid, so dass man ihm Dietrich von der Mark, den Kölner [Dom-]Propst, als Koadjutor [Helfer] beigab. Er regierte 16 Jahre und starb im Jahre Christi 1365.“[109]

Bischof Heinrich II. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Herzog Heinrich von Sachsen-Lauenburg, der von 1574 bis 1585 als Heinrich II. 54. Bischof von Osnabrück war. Fener war er von 1567 bis 1685 als Heinrich III. Erzbischof von Bremen, als 1577 bis 1585 Bischof von Paderborn. Wir sehen Heinrich lediglich in der Kleidung eines Kanonikers und nicht in bischöflichem Ornat, da er weder vom Papst noch vom Kaiser bestätigt wurde. Im Hintergrund stehen jedoch drei Mitren für seine drei Bistümer. In seiner rechten Hand hält er Schriftstücke, da er ein Glaubensbekenntnis ablegte. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 55.. Auf ihm ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Henricus Dux Saxoniæ Canonic[us] Colon. ac Archiep[i]si[copus] Bre-

mensis, postulatur Ep[iscopu]s LV. Fit etiam Ep[iscopu]s Paderbornensis Prin-

ceps Catholic[us] et ad omne Pontificale munus prompt[us]. Sed

cum Gebhardo Colon[iensis] Apostatæ postmodum nimis famili[-]

aris esset incepit a recto deuiare atq[ue] ex lapsu graui cum

equo Vordenæ in Archiepiscopatu repente obijt Anno Christi

M.DLXXXV. Cum hic præfuisset An[ni] XI.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Heinrich, Herzog von Sachsen, Kanoniker in Köln und Erzbischof von Bremen, wird zum 55. Bischof postuliert. Er war auch Bischof von Paderborn. Anfangs katholisch und geeignet für jede päpstliche Aufgabe. Als er aber mit dem Kölner Abtrünnigen Gebhard später sehr vertrauten Umgang hatte, begann er, vom rechten Wege abzuweichen, und starb plötzlich durch einen schweren Sturz vom Pferde zu Vörde im Erzbistum [Bremen = Bremervörde] im Jahre Christi 1585, nachdem er hier [in Osnabrück] 11 Jahre regiert hatte.“[137] Dass Heinrich als 55. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Diethard von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Diethard im Ornat mit dem Krummstab in der rechten Hand. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist auch keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Diethard war der 23. Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 1119 bis 1137 aus. Es ist das 23. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Diethardus Episcopus XXIII. Inquieta expertus

tempora: Hostes plures habuit præter Competi-

torem, contra quos ab Imperatoribus

Henrico V et Lothario II. Suoque

Capitulo strenue defensus, praefuit Annis

XVIII. Obijt Anno. Christi. M. C. XXXVIII“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Diethard, 23. Bischof, erlebte unruhige Zeiten: Er hatte mehrere Feinde, außerdem Mitbewerber, gegen die er von den Kaisern Heinrich V. und Lothar II. und seinem Kapitel zielstrebig verteidigt wurde. Er regierte 18 Jahre. Er starb im Jahre Christi 1138.“[114]

Bischof Dietmar von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Dietmar im Ornat mit Brille beim Schreiben in einem Buch. Damit wir Bezug auf seine Gelehrt- und Belesenheit genommen. Es gibt keinen Krummstab. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Dietmar war der 13. Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 1003 bis 1022 aus. Es ist das 13. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Dietmarus, ex Canonico S Mauritij extra Muros

Monasterienses, Factus Decanus Aquisgranensis

Vocatur ad Episcopalem sedem XIII Antistes. Vir Doctus,

Sedulus, ac libris clarus: Fundat Collegium Canonicum

S. Joannis Osnabrugi, ubi insignem etiam instituit Bibliothecam.

Tandem Oculis Capitur, et cum Praefuisset an[n]is 21. obijt. A[nn]o Chr. MXXIII“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Dietmar, vom Kanoniker an St. Mauritz vor den Mauern von Münster zum Dekan in Aachen gemacht, wurde als 13. Vorsteher auf den Bischofssitz berufen. Er war ein gelehrter, eifriger, und durch seine Belesenheit berühmter Mann: Er gründete das Kanonikerstift St. Johann in Osnabrück, wo er auch eine ausgezeichnete Bibliothek einrichtete. Schließlich erblindete er und starb, nachdem er 21 Jahre regiert hatte, im Jahre Christi 1023.“[111]

Bischof Bruno von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bruno von Isenberg-Altena, der 32. Bischof von Osnabrück war. Er übte sein Amt von 1251 bis 1258 aus. Wir sehen Bruno im Ornat mit Krummstab in der Linken, die Rechte hat er auf seine Brust gelegt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Es ist das 32. Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Bruno, Comes de Tecklenburg ut

Prædecessor genere Clarus. Episcopus

XXXII. Vir pacificus; multas Composuit

Controuersias. Præfuit utiliter ac

quiete Annis VIII. Obijt in pace.

Anno. Christi. M. CC. LII.“

Die Übersetzung von Dethlefsen lautet: „Bruno, Graf von Tecklenburg, wie sein Vorgänger aus berühmtem Geschlecht, 32. Bischof. Er war ein friedliebender Mann und legte viele Streitigkeiten bei. Er regierte mit hohem Nutzen und ruhig acht Jahre lang. Er starb in Frieden im Jahre Christi 1252.“ Tatsächlich starb Bruno erst 1258.

Bischof Egilmar von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Bischof Egilmar im Ornat mit dem Krummstab, wie er in einem Buch blättert. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit – wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers – durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist auch keine Realitätsnähe zuzusprechen. Durch das Buch erfolgt eine Individualisierung des Dargestellten.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist dementsprechend nummeriert. Egilmar war der sechste Osnabrücker Bischof und übte sein Amt von 885 bis 918 aus. Es ist das sechste Gemälde des Zyklus. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Egilmarus Episcopus Sextus, vir Bono et Doctus Pontificali

Honore Dignissimus Antecessoris Sui in Recuperandis Bonis

Imitator ab Arnulpho Imperatore, apud Quem Summæ fuit

Authoritatis, Multas nouas Donationes Impetrauit

Interque eas Quinqué Parochias. Præfuit

Vtiliter Annos XXXIII. Obijt Anno Chr[isti] DCCCCXVIII

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Egilmar, sechster Bischof, ein guter und gelehrter Mann, der bischöflichen Würde höchst würdig, Nachahmer seines Vorgängers im Wiedererlangen von (kirchlichen) Gütern. Von Kaiser Arnulf, bei dem er höchstes Ansehen genoss, erbat er viele neue Schenkungen, darunter 5 Pfarreien. Er regierte nutzbringend 33 Jahre. Er starb im Jahre Christi 918.“ [103]

Bischof Wilhelm von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Wilhelm von Schencking, der 1585 der 55 Bischof von Osnabrück war. Er starb, bevor noch die päpstliche Bestätigung eingeholt worden war. Wir sehen Wilhelm daher ohne bischöflichen Orant als Domdechant, wie er mit beiden Händen ein kleines Buch hält. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 56. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Wilhelmus, Nobilis de Schencking, ex Beueren:

Canonicus Canior et demum Decanus, eligitur

E[pisco]p[u]s LVI. Vir prudens ac pius, magnæq[ue]

Exspectationis, quam sæua mors truncauit intem-

pestiue, nam quinta post electionem die obijt prius-

quam regimen acciperet. Anno Chr. MDLXXXV“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Wilhelm, Edelherr von Schencking aus Bevern, Domherr, Cantor und danach Dechant, wird als 56. Bischof gewählt. Er war ein kluger und frommer Mann, von dem Großes erwartet wurde, was ein unbarmherziger Tod zur Unzeit zunichte machte, denn er starb am fünften Tage nach seiner Wahl, bevor er die Regierung übernahm, im Jahre Christi 1585.“[138]Dass Wilhelm als 56. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Bernhard von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Graf Bernhard von Waldeck, der von 1585 bis 1591 der 56. Bischof von Osnabrück war. Wir sehen Bernhard im Ornat mit dem Krummstab in seiner Rechten und einem Buch in seiner Linken. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 57 Gemälde der Folge. Auf ihm ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Bernardus Comes de Waldeck: Canonic[us] Col[oni-]

en[sis] = Electus E[pisco]p[u]s LVII. accepta confirmatione á Papa

et Regalibus ab Imperatore, Consecratur, solenniter

præstità fidei professione, in Marienfeld, â

Suffraganeo Monasteriensi. Præfuit Annis.

V obijt ex ulcere male resecato Anno. Chr. M.D.L.X.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Bernhard, Graf von Waldeck, Kanonikus in Köln, wurde als 57. Bischof gewählt. Nachdem er die Bestätigung vom Papst und die Regalien vom Kaiser erhalten hatte, wird er nach Ablegung des Glaubensbekenntnisses vom münsterischen Weihbischof in Marienfeld feierlich geweiht. Er regierte fünf Jahre und starb an einem schlecht entfernten Geschwür im Jahre Christi 1560. [richtig: 1590].“[139]Das Buch in der Linken von Bernhard spielt vermutlich auf seinen Glaubenseid an. Dass Bernhard als 57. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Hermann von Hake zu Scheventorf

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Dargestellt ist aber kein Bischof, sondern einer von vier weltlichen Klostergründern, die ebenfalls Bestandteil des Zyklus waren. Das Hüftstück zeigt Hermann von Hake zu Scheventorf. Obwohl Hake zu Scheventorf im 13.Jahrhundert lebte, ist er in der Mode des späten 16. Jahrhunderts dargestellt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen. Das Porträt gehört zur ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Ausstattung. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Hermannus Hake de Scheventorpff nobilis miles

ac strenu[us] in armis fundavit Domum, seu Commendam

in Lage pro militib[us] Jerosolymitanis S. Jo[hann]is Bapt: qui obiit

anno 1257 in crastino S. Pauli primi Eremitae Engelbertus

E[pisco]p[u]s Osnab[rugensis] anno 1351 in die Decollationis S. Jois Bapt: con-

secrauit magnam illam crucem adhuc ibi cum magna de-

votione populi ob miracula quae Deus concedit existen-

tem eiq[ue] imposuit multas et pretiosas SS. reliquias.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Hermann Hake von Scheventorf; edler Ritter und tapfer im Waffenhandwerk, gründete das Haus oder die Kommende Lage für die Jerusalemsritter des hl. Johannes des Täufers [Johanniterritter]. Er starb im Jahre 1257 morgens am Tage des hl. Paulus, des ersten Einsiedlers. Bischof Engelbert von Osnabrück weihte im Jahre 1351 am Tage der Enthauptung des hl. Täufers Johannes jenes große Kreuz, das sich bis heute hier befindet und sich großer Verehrung des Volkes erfreut wegen der Wunder, die Gott gewährte. Und er verehrte ihm außerdem viele und kostbare heilige Reliquien.“[140]

Kaiser Karl der Große und seine Gemahlin

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[141] Dargestellt ist Kaiser Karl der Große mit seiner Ehefrau. Das Doppelgemälde wurde von Bischof Ernst August I. beauftragt und wohl um 1670 von Cornelisz Beeldemaker gemalt. Das Gemälde ist das formale und inhaltliche Gegenstück zum Doppelporträt von Ernst August und seiner Frau. Es ersetzte ein Gemälde Karls des Großen, dass 1656/67 für die Erstausstattung im Auftrag von Bischof Franz Wilhelm von Andrea Aloisi gemalt wurde. Karl im Harnisch mit Krone auf dem Haupt legt die Hand auf das Modell einer Kirche und blickt auf den Schriftzug Gottes in der rechen oberen Bildecke. Er ist damit wie der lutherische Auftraggeber als Summus Episcopus dargestellt, der über die Kirche herrscht und in persönlichem Kontakt zu Gott steht. Seine Frau schaut aus dem Bild. Links hinter Karl ist unter einer Krone das geteilte Wappen mit dem halben Doppeladler des Reiches und den drei Lilien Frankreichs vom oberen Bildrand abgehängt. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten und folgt damit den bereits vorhandenen Darstellungen. Der Text lautet:

„Carolus Magnus Imperator, bello tricennali et ampliùs cum Widekindo ac Saxonib,

Habito, augustalem sedem Regum Iburgensem expugnauit; et bis acie conflixit: Semel iuxta montem

Osneggi in loco Theomelle, et iterum ad fluvium hasam. et hoc paucis interpositis dieb , et Regem

in exilium coegit: Tandem conditiones dedit primamq[ue] saxonib Christianam fidem posuit. Ecclesiam,

Cathedral Saxoniam osnabrugi item Academiam ibidem aliaque fundauit multis concessis privilegiis.

Anno Christi DCCLXXII.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Kaiser Karl der Große führte dreißig Jahre und mehr Krieg gegen Widukind und die Sachsen. Er eroberte den erhabenen Königssitz Iburg und schlug zweimal eine Schlacht darum. Einmal am Osning-Gebirge am Ort Theomelle [Detmold] und ein anderes Mal am Fluss Hase, und das im Verlauf weniger Tage, und den König zwang er in die Verbannung. Schließlich stellte er Bedingungen, gab erstmals den Sachsen den christlichen Glauben, gründete die [erste] Bischofskirche in Sachsen zu Osnabrück. Ebenso [gründete er] dort eine Akademie unter Verleihung vieler Privilegien. Im Jahre Christi 772.“[142]

Herzog Wernechin von Sachsen

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Herzog Wernechin von Sachsen, den Vater Widukinds, als König. Das Gemälde gehört nicht zum ursprünglichen Zyklus, den 1656/57 Franz Wilhelm von Wartenberg nach seiner Rückkehr im Hauptsaal seines Schlosses anbringen ließ. Dethlefs zählt aber ein Gemälde von Widukind zur Erstausstattung des Saales unter Franz Wilhelm. Das gegenwärtige Gemälde wurde als Ersatz für das verlorene von Heinrich Neelmeyer 1838 geschaffen und befindet sich heute im Vorraum zum Saal. Auf dem Gemälde ist unter dem Dargestellten in Anlehnung an die Folge von 1656/57 eine gemalte Texttafel.

„Wernechinus Rex Saxoniæ Dux Angario[-]

rum, et Dominus Jburgi ubi antiquorum

Saxonum sedem August[am], restituit Pater Wede-

kindi Regis Angarorium

beneficiis dives us

et armis clarus“

Die Übersetzung von Dethelfs lautet. „Wernechin, König von Sachsen, Herzog der Engern und Herr von Iburg, wo er den Hauptsitz der alten Sachsen wiederherstellte. Er war Vater Widukinds, des Königs der Engern, reich an Wohltaten ..., und berühmt durch Waffen.“ der Krone und der Bezeichnung als König wird ein Verweis auf die Landesherrschaft und Staatlichkeit des Bistums Osnabrück jenseits des geistlichen Amtes gemacht. Damit ist das Gemälde in einem Zusammenhang mit den Darstellungen von Karl d. Gr. und Widukindszu sehen.

Gustav Gustavson von Wasaberg

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Gustav Gustavson von Wasaburg, den natürlichen Sohn von König Gustav II. Adolph von Schweden in der Mode um 1650. Es hängt heute im Vorraum zum Saal. Gustav war nach Vertreibung des katholischen Bischofs Franz Wilhelm von Wartenberg von 1633/34 bis 1648/50 Administrator des Fürstbistums. Das Gemälde gehört nicht zum ursprünglichen Zyklus, den 1656/57 Franz Wilhelm von Wartenberg nach seiner Rückkehr im Hauptsaal seines Schlosses anbringen ließ. Es wurde vielmehr in Ergänzung geschaffen und den dabei vorhandenen Gemälden formal angepasst. Auftraggeber dürfte einer der lutherischen Bischöfe Ernst August I. oder Ernst August II. gewesen sein, da es sich bei dem Dargestellten um den lutherischen Verwalter des Fürstbistums Osnabrück während der Vertreibung des katholischen Bischofs Franz Wilhelm von Wartenberg handelt. Das Porträt deutet die Abfolge der Bischöfe von Osnabrück in eine Abfolge der weltlichen Herrscher des Fürstbistums Osnabrück um. Es fehlt in der Beschreibung der Porträts von 1720. Auf dem Gemälde ist unter dem Dargestellten in Anlehnung an die Folge von 1656/57 eine gemalte Texttafel.

„Gustavus Gustavson Comes de Wasaburg etc.

Præfuit Episcopatui Osnabrugensi sub belli

disturbiis, superstite adhuc Episcopo Francisco

Wilhelmo, ab anno 1634 mense Januaris usque

ad finem anni 1650.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Gustav Gustavsson, Graf von Wasaburg usw, stand dem Bistum Osnabrück vor in Kriegswirren, als noch Bischof Franz Wilhelm lebte, von Januar 1634 bis zum Ende des Jahres 1650.“[97]

Herzog Widukind von Sachsen

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Herzog Widukind von Sachsen als König und Christ. Das Gemälde gehört nicht zum ursprünglichen Zyklus, den 1656/57 Franz Wilhelm von Wartenberg nach seiner Rückkehr im Hauptsaal seines Schlosses anbringen ließ. Dethlefs zählt aber ein Gemälde von Widukind zur Erstausstattung des Saales unter Franz Wilhelm. Das gegenwärtige Gemälde wurde als Ersatz für das verlorene von Heinrich Neelmeyer 1838 geschaffen und befindet sich heute im Vorraum zum Saal. Auf dem Gemälde ist unter dem Dargestellten in Anlehnung an die Folge von 1656/57 eine gemalte Texttafel.

„Widekindus vltimus Rex Saxonum Dux Angariæ et

Dynasta Iburgi Vir opibus animo corporis robore et

arte militari Magnus. Deorum cultor bella cum Carolo

Magno ultra XXX annos gerens tandem in exilium ac-

tus. Jesum forma pueri in consecrata Hostia videns. a

S. Bonifacio baptizatus est: Obijt Anno Christi

DCCCVII. Ætatis LXXXVII.

Regni LXII Angariae sepultus“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Widukind, letzter König der Sachsen, Herzog von Engem und Erbherr von Iburg, groß durch seine Werke, seinen Geist, seine Körperkraft und Kriegskunst. Als Verehrer der Götter führte er über 30 Jahre Kriege mit Karl dem Großen und wurde schließlich in die Verbannung geschickt. Er sah den Jesusknaben in einer geweihten Hostie. Vom hl. Bonifatius wurde er getauft. Er starb im Jahre Christi 807 im 87. Lebensjahr. Er wurde im 62. Jahr seiner Herrschaft in Enger bestattet.“ Mit Krone und der Vision von Jesus Christus wird sowohl auf die Königswürde als auch auf das Christentum Widukinds Bezug genommen — was nicht der historischen Bedeutung des Dargestellten entspricht, sondern ein Verweis auf die Landesherrschaft und Staatlichkeit des Bistums Osnabrück jenseits des geistlichen Amtes ist. Damit ist das Gemälde in einem Zusammenhang mit den Darstellungen von Karl d. Gr. und Wernechinzu sehen.

Bischof Graf Otto II. von Ravensberg-Vechta

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Dargestellt ist aber kein Bischof, sondern einer von vier weltlichen Klostergründern, die ebenfalls Bestandteil des Zyklus waren. Das Hüftstück zeigt Graf Otto II. von Ravensberg-Vechta. Obwohl Otto im 13. Jahrhundert lebte, ist er in der Mode des späten 16. Jahrhunderts dargestellt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen. Das Porträt gehört zur ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Ausstattung. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Otto Comes et Sophia Comitissa de Rauenspurg anno

1231 fundarunt cum consensu E[pisco]pi Conradiil mon[aste]rium

Bersenbrück in honorem Jesu Chr[ist]i et B. Virg. pro Virgini[-]

bus Ord[inis] Cisterc[iensium] ibidem Deo servientibus: quam fun-

dationem postea Jutta D[omi]na de Monyoie animo fundato-

rum anno 1251. auxit Hugo de Capellen nobilis et

Jutta eius vxor alijq[uis] plura sua Bona eidem mon[aste]rio

vel donarunt vel E[pisco]pis Conrado et Theodorico

consensientibus vendiderunt.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Graf Otto und Gräfin Sophia von Ravensberg gründeten im Jahre 1231 mit Zustimmung des Bischofs Konrad das Kloster Bersenbrück zur Ehre Jesu Christi und der seligen Jungfrau für Nonnen des Zisterzienserordens, die dort Gott dienen sollten. Diese Stiftung hat später Jutta, die Herrin von Monschau, im Sinne der Stifter im Jahre 1251 vergrößert. Der adelige Hugo von Kapellen und seine Gemahlin Jutta haben noch viele weitere ihrer Güter demselbem Kloster entweder geschenkt oder mit Zustimmung der Bischöfe Conrad und Dietrich verkauft.“[140]

Bischof Philipp Sigismund von Osnabrück

Das verlorene Gemälde gehörte zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaalvon Schloss Iburg. — dem so genannten Rittersaal.[95] Das Hüftstück zeigte Herzog Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel, der von 1591 bis 1623 der 57. Bischof von Osnabrück war und von 1586 bis 1623 Bischof von Verden. Das Porträt gehörte zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisii geschaffenen Zyklus. Auf dem Gemälde war eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten. Nach 1661 wurde ein Ersatzangefertigt, der sich heute im Vorraum des Rittersaals befindet.

Bischof Philipp Sigismund von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Es zeigt Herzog Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel, der von 1591 bis 1623 der 57. Bischof von Osnabrück und von 1586 bis 1623 Bischof von Verden war. Das Gemälde hängt heute im Vorraum des Saals. Es wurde nach 1661 in Ergänzung zu einem bestehenden Zyklus von 1656/57 geschaffen und den bereits vorhandenen Gemälden formal angepasst. Auftraggeber dürfte einer der lutherischen Bischöfe — Ernst August I. oder Ernst August II. — gewesen sein, da es sich bei dem Dargestellten ebenfalls um einen lutherischen Bischof handelt. Philipp Sigismund ist ohne irgendeinen Verweis auf seine geistlichen Würden dargestellt, da er nach seiner Wahl weder vom Kaiser noch vom Papst bestätigt wurde. Vorlage für das Hüftstück war eine Darstellung von Georg Berger aus dem Bergeschen Bischofsbuch um 1607 bzw. ein auf diese Vorlage zurückgehender Kupferstich. 1720 wird das Gemälde nicht erwähnt.[143] Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Philippus Sigimundus Dux Brunsuicensis et

Luneburgensis etiam Episcopus Verdensis et

Praepositus Halberstadiensis Postulatus in Episcopum

huius Dioecesis, XXI Ætatis A[nn]o Princeps

Bonus et pacificus. Sedis Annis 33.

Obijt Iburgi 1623“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Philippus Sigismund, Herzog von Braunschweig und Lüneburg sowie Bischof von Verden und [Dom-] Propst in Halberstadt, zum Bischof dieser Diözese erwählt im 21. Lebensjahr. Er war ein guter und friedliebender Fürst. Er hatte den Bischofssitz 33 Jahre lang inne. Er starb auf der Iburg 1632.“[97]

Bischof Eitel Friedrich von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt den Kardinal Graf Eitel Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen, der von 1623 bis 1625 der 58. Bischof von Osnabrück war. Wir sehen Eitel Friedrich als Kardinal. In seiner Linken hält er ein Schriftstück. Auf einen Podest hinter ihm steht die Mitra, an das Pult ist der Krummstab gelehnt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 59. Auf ihm ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Itelius Friederic [us] S. R. E. Cardinalis Titulo S. Laurentij in

panis perna: Comes de Hohenzolleren Praeposit[us] Colon [iensis]

Magdeburg[ensis] et Constantiensis: pietate ac prudentià insignis;

postalatur E[pisco]p[u]s. LIX. Legationibus Clarus Paci Ínter Princi-

pes Germaniæ, uti et negotijs Imperij,

Maximè Vero Religionis plurimum Studuit

Præfuit Annis 2 Obijt Anno. Chr. M.D.C.XXV“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Eitel Friedrich, Kardinal der heiligen römischen Kirche von der Titelkirche St. Laurentius in panis perna [in der Schinkenbrot-Straße zu Rom], Graf von Hohenzollern, Propst in Köln, Magdeburg und Konstanz, ausgezeichnet durch Frömmigkeit und Klugheit, wird zum 59. Bischof postuliert. Er war berühmt durch seine Gesandtschaften für den Frieden unter den deutschen Fürsten sowie durch Geschäfte für das Reich. Von höchstem Eifer für die wahre Religion, regierte er zwei Jahre [und] starb im Jahre Christi 1625.“[144]Dass Eitel Friedrich als 59. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Karl Joseph von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95]Das Hüftstück zeigt Herzog Karl Joseph von Lothringen, der von 1698 bis 1715 der 61. Bischof von Osnabrück war. Von 1695 bis 1711 war er zudem Bischof von Olmütz und anschließend von 1711 bis 1715 Kurfürst und Erzbischof von Trier. Das Gemälde wurde als Ergänzung für die im Auftrag von Bischof Franz Wilhelm 1656/57 geschaffene Bischofsfolge als Ergänzung bzw. Fortschreibung geschaffen. Bischof Karl wird als Kurfürst und Erzbischof von Trier gezeigt. Kurhut und Mitra stehen rechts von ihm auf einem Tisch. Seine linke Hand har Karl Joseph auf den Kuhut gelegt. Das Gemälde passt sich formal den bereits bestehenden Darstellungen an, hat jedoch mit 128 auf 84 Zentimeter geringfügig andere Maße (130 x 74). Das Gemälde nennt im Gegensatz zu den anderen auch nicht die Ordnungszahl der Bischofsliste und ist vermutlich erst nach dem Tode Karl Josephs 1718 entstanden. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Carolus ex Ducibus Lotharingiæ et Barri, natus Viennæ

24 Nov: 1680. Leopoldi M[agni] Augusti ex Sorore Nepos, imum

ordinis Melit. per Castiliam et Legionem magnus Prior, elect[us]

Coadjutor Ollmuq[esnis] 14. Sept. 1694, fact[us] Epsicop[us] ibid[em] 1695. Eclect[us]

Episc[opus] Osnabr[ugensis] 11. Apr. 1698, Coadiut[or] Trevif[ensis] 24 Sept. 1710, Elector

fact[us] 4 Jan. 1711 denat[us] Viennæ 4 Dec. 1715. Cujus anima Deo Vivat.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Karl, aus [der Familie der] Herzoge von Lothringen und Bar, geboren zu Wien am 24. November 1680 als Neffe des Kaisers Leopold von dessen Schwester, zuerst Großprior des Malteserordens für Kastilien und León, am 14. September 1694 zum Koadjutor von Olmütz gewählt, 1695 zum Bischof dort aufgestie¬gen, erwählt am 11. April 1698 zum Bischof von Osnabrück, am 24. September 1710 zum Koadjutor von Trier, am 4. Januar 1711 zum Kurfürsten aufgestiegen. Er starb in Wien am 4. Dezember 1715. Möge dessen Seele bei Gott weiterleben.“[145]

Bischof Franz Wilhelm von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95]Das Hüftstück zeigt Kardinal Graf Franz Wilhelm von Wartenberg, der von 1625 bis 1661 der 59. Bischof von Osnabrück war. Ferner war er von 1625 bis 1631 Bischof von Verden, von 1631 bis 1648 Bischof von Minden sowie von 1649 bis 1661 Bischof von Regensburg. Wir sehen Franz Wilhelm im Pontifikalgewand mit dem Krummstab in der linken Hand. Die rechte Hand ist auf ein aufgeschlagenes Buch — die Bibel — gelegt. Seine Mantelschließe zeigt die Schlüsselübergabe an Petrus. Auf der Mitra ist das Monogramm der Jesuiten zu sehen. Der Krummstab zeigt die Gottesmutter Maria. Auf einer Anrichte im Hintergrund erblickt man drei weitere Mitren, die für die übrigen Bistümer Wartenbergs stehen. Im Gegensatz zu allen anderen Gemälden der Erstausstattung handelt es sich um ein reales Porträt des Dargestellten. Wartenberg war der Auftraggeber. Der Bildhintergrund ist nicht diffus-schwarz; vielmehr steht Wartenberg vor einer roten Wand. Er stellt sich offensiv als Bischof der Gegenreformation dar.

Das Porträt gehört zum ursprünglichen 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Zyklus und ist das 60. und letzte der Folge. Es ist mit ,,Joh.....g“ signiert und stammt wohl nicht von Aloisi. Auf Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten:

„Franciscus Guilielmus. Comes de Wartenberg, Praeposit[us]

Ratisbonensis, Archidiaconus Bonnensis, postulatur E[pisco]p[u]s LX.

inter motus Imperij acerrimos Variam expertus fortunam

Fit etiam E[pisco]p[u]s Ratisbon[ensis] Mind[ensis] et Verdensis,

Præest adhuc hoc Anno M.D.C.LVI.

Episcopatus sui. XXXII ætatis I X.I.V.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Franz Wilhelm, Graf von Wartenberg, Propst in Regensburg, Archidiakon in Bonn, wurde als 60. Bischof postuliert. Bei den sehr schweren Erschütterungen des Reiches erfuhr er wechselndes Glück. Er war auch Bischof von Regensburg, Minden und Verden. Er regiert bis zum jetzigen Jahr 1656, dem 32. seiner Bischofszeit, dem 64. seines Lebens.“[146]Dass Franz Wilhelm als 60. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Bischof Ernst August II. von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Hüftstück zeigt Herzog Ernst August II. zu Braunschweig und Lüneburg, der von 1716 bis 1728 der 62. Bischof von Osnabrück war. Das Gemälde wurde als Ergänzung für die im Auftrag von Bischof Franz Wilhelm 1656/57 geschaffene Bischofsfolge als Ergänzung bzw. Fortschreibung geschaffen. Es befindet sich heute im Vorraum zum Saal. Es ist formal an die bestehenden Gemälde angepasst, was die Einteilung in ein Porträt mit einem erläuternden Text unter dem Dargestellten anbetrifft. Die Maße weichen ein wenig ab; das Gemälde misst 129 auf 88 Zentimeter im Gegensatz zu 130 auf 74 Zentimeter. Im Unterschied zu den ursprünglichen Darstellungen handelt sich um kein Hüftstück, sondern ein Kniestück. Der Hintergrund ist nicht diffus dunkel, sondern man erkennt einen Vorhang. Ernst August ist nicht als Bischof gekleidet, sondern als Ritter des Hosenbandordens. Sein Krummstab ist rechts hinter ihm an ein Möbel gelehnt. Seine linke Hand ruht auf der Mitra, seine recht hat er lässig an die Hüfte gelegt. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

ERNESTUS AUGUSTUS, II: DUX EBORACENSIS ET ALBANIÆ; E[PISCO]P[U]S

OSNABRUGENSIS, DUX BRUNSWICENSIS ET LÜNEBURGENSIS &c

NATUS ANNO MDCLXXIV 16. SEPT. HUIUS DIOECESEOS EPISCOPUS

SEXAGESIMUS TERTIUS POSTULATUS ANNO MDCCXVI“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Ernst August II., Herzog von York und Albany, Bischof von Osnabrück, Herzog von Braunschweig und Lüneburg, geboren im Jahre 1674 am 16. September, zum 63. Bischof dieser Diözese postuliert im Jahre 1716.“[147]

Rudolf von Steinfurt

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Dargestellt ist aber kein Bischof, sondern einer von vier weltlichen Klostergründern, die ebenfalls Bestandteil des Zyklus waren. Das Hüftstück zeigt Rudolf von Steinfurt. Obwohl Rudolf im 12. Jahrhundert lebte, ist er in der Mode des späten 16. Jahrhunderts in einem Harnisch dargestellt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen. Das Porträt gehört zur ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Ausstattung. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Rudolphus Nobilis de Steinforth ob suam suorumque

memoriam quidquid Dei gra[ti]a, hæreditario qu[am] iure in

Clarholte Lotthe, habuit cum consensu Ludolphi et

Vdonis fratrum suorum tradidit religiosis secundum regu-

lam S. Augustini servientibus, Diethardo Osnabrug[ensis]

Warnero Monaste[ie]n[sis] Siwando Militum concilio car[-]

dinali Anselmo Hawensburcensi E[pisco]pis abisametes usus

confirmavit Lothari[us] piae Imp[erator] per manum S. Norberti

ordinis fundatoris et Archi Episcopi Magde-

burgensis Anno M. CXXXIV.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Rudolph, Edelherr von Steinfurt, übergab zu seines und der Seinigen Gedächtnis, was er durch Gottes Gnade zu Erbrecht in Clarholz und Lette besaß, mit Billigung seiner Brüder Ludolf und Udo den Ordensleuten, die nach der Regel des hl. Augustinus [Gott] dienen, bei einer Zusammenkunft mit den Bischöfen Diethard von Osnabrück, Werner von Münster, Siward von Minden, des Kardinals [Gerhard], des [Bischofs] Anselm von Havelberg, und weiteren Grafen [nicht übersetzbar: abisametes usus]. Kaiser Lothar bestätigte es fromm durch die Hand des Ordensstifters und Erzbischofs von Magdeburg, des hl. Norbert, im Jahre 1134.“[148]

Graf Simon I. von Tecklenburg

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Dargestellt ist aber kein Bischof, sondern einer von vier weltlichen Klostergründern, die ebenfalls Bestandteil des Zyklus waren. Das Hüftstück zeigt Graf Simon I. von Tecklenburg. Obwohl dieser Ende des 12. Jahrhunderts lebte, ist er in der Mode des späten 16. dargestellt. Das Gemälde gewinnt seine Räumlichkeit — wie alle Gemälde der Erstausstattung bis auf das des Auftraggebers — durch eine betonte Licht- und Schattenmalerei mit wenigen Farben. Ihm ist keine Realitätsnähe zuzusprechen. Es gehört zur ursprünglichen, für Franz Wilhelm vom Wartenberg 1656/67 durch Andrea Aloisi geschaffenen Ausstattung. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

„Simon Comes de Teckelenborg, unâ cum ùxore

sua Sophiâ monasterium in Malgarden pro Virginibu[s]

Ord[inis] S. Benedicti, quod prius inchoauerat in Essen

prope Quackenbrugk, ædificauit anno 1170, Mul-

tas eidem donavit possessiones, ac fundauit in ho-

norem B. Mariæ Virginis, ubi sepultus est. Sophia

multa etiam bona donauit monasterio, S. Gertru-

dis ubi vidua multis annis pie vixit ubi obijt et sepulta iacet“.

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Simon, Graf von Tecklenburg, erbaute zusammen mit seiner Gemahlin Sophia das Kloster in Malgarten für die Nonnen des Ordens des hl. Benedikt, das er anfangs in Essen nahe bei Quakenbrück begonnen hatte, im Jahre 1170. Er schenkte ihm viele Besitztümer und stiftete es zu Ehren der seligen Jungfrau Maria, wo er auch begraben ist. Sophia schenkte gleichfalls viele Güter dem Kloster der hl. Gertrud, wo sie als Witwe viele Jahre fromm lebte, wo sie starb und begraben liegt.“[144]

Bischof Ernst August von Osnabrück und seine Gemahlin Sophie

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Dargestellt ist Herzog Ernst August zu Braunschweig und Lüneburg, der von 1662 bis 1698 als Ernst August I. 60. Bischof von Osnabrück war, zusammen mit seiner Frau Sophie. Das Doppelporträt gehört nicht zur ursprünglichen Ausstattung des Saales, der für Franz Wilhelm vom Wartenberg — dem Vorgänger von Ernst August — 1656/67 geschaffen worden war. Das Kniestück wurde wohl 1670 von Cornelisz Beeldemaker angefertigt und zeigt Ernst August in Harnisch und mit Feldherrenstab und Schwert links hinter seiner Frau Sophie. Links hinter Ernst August stehen seine geistlichen Würdezeichen: Mitra und Krummstab. Vom oberen Bildrand hängt immer wieder ein Stück einer Kordel herab, als ob gerade ein Vorhang beiseitegeschoben worden sei. An dieser Kordel hängt in der Mitte unter einem Fürstenhut das verschlungene Monogramm von Ernst August und Sophie. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten und dieses wird damit formal den bestehenden Gemälden angepasst. Auf ihr steht:

„Ernestus Augustus Dei Gratia Episcopus Osnabrugensis LXI Dux Braunsuicen[sis]

& Lünaeburgensis Princeps Humanissimus & Beneuolentissimus, cuius Vitam & Regime[n]

Deus perennet. Sophia Dei gratia palatinatùs Electoralis princeps, Dux Braunsuicensis

& Lunæburgensis princeps benignissima quam Deus ad seros annos sospitet et incolume[m] conservet.“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Ernst August, durch Gottes Gnade 61. Bischof von Osnabrück, Herzog von Braun-schweig und Lüneburg. Ein sehr menschlicher und höchst wohlwollender Fürst, dessen Leben und Herrschaft Gott lang währen lassen möge. Sophia durch Gottes Gnade Prinzessin der Kurpfalz, Herzogin von Braunschweig und Lüneburg, eine sehr gütige Fürstin, die Gott zu hohen Jahren geleiten und unversehrt erhalten möge.“ Dass Ernst August als 61. Bischof bezeichnet wird, liegt daran, dass in der Abfolge offenbar der Koadjutor Heinrich von der Mark als 40. Bischoff mitgezählt wurde. Er gelangte aber nie zur Regierung.

Papst Innozenz XIII.

Das Gemälde gehört heute zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaalvon Schloss Iburg.[95] Das Kniestück zeigt jedoch keinen Bischof, sondern Papst Innozenz XIII. (1721-1724). Es ist nicht bekannt, ob es als Ergänzung zu dem bestehenden Zyklus von 1656/57 geschaffen wurde oder wann es nach Schloss Iburg gelangte. Heute befindet es sich im Vorraum zum Saal. Innozenz sitzt auf einem Lehnstuhl, die rechte Hand zum Segensgestus erhoben, in der linken ein zusammengefaltetes Schrieben haltend. Auf dem Gemälde ist eine gemalte Texttafel unter dem Dargestellten.

INNOCENTIUS XIII, EX FAMILIA CONTI:

CREATUS PAPA DIE VIII MAII MDCCXXI. AETA[TIS] LXVI“

Die Übersetzung von Dethlefs lautet: „Innozenz XIII., aus der Familie Conti, zum Papst erwählt am 8. Mai 1721, im Alter von 66 Jahren.“[149]

Bischof Clemens August von Osnabrück

Das Gemälde gehört zu einem Zyklus aller Osnabrücker Bischöfe vor 1803/06 im Hauptsaal von Schloss Iburg.[95] Das Kniestück zeigt Bischof Clemens August von Bayern, der von 1728 bis 1761 der 63 Bischof von Osnabrück war. Clemens August war ferner von 1716 bis 1719 Bischof von Regensburg, von 1724 bis 1761 Bischof von Hildesheim, von 1723 bis 1761 Kurfürst und Erzbischof von Köln, von 1719 bis 1761 Bischof von Münster, von 1719 bis 1761 Bischof von Paderborn und von 1732 bis 1761 Hochmeister des Deutschen Ordens. Es hängt heute im Vorraum des Saals. Es gehört nicht zum ursprünglichen Zyklus von 1656/57, sondern wurde in Ergänzung bzw. Fortführung geschaffen und den vorhandenen Gemälden formal angepasst. Doch weicht es mit 129 auf 88 Zentimeter von dem Maß der ursprünglichen Bilder (130 x 74) ab und orientier sich am Porträt von Bischof Karl, dem es auch formal weitgehend folgt. Clemens August ist als Kurfürst und Erzbischof vor einem Vorhang dargestellt. Kurhut und Mitra sind rechts auf einem Tisch abgestellt, auf den er seine rechte Hand legt. An den Tisch sind der Krummstab und der Stab des Metropoliten gelehnt. Die auf das Gemälde gemalte Schrifttafel unter dem Dargestellten ist jedoch formal abweichend beschriftet (so wurden keine Kapitälchen verwendet und der Text ist vergleichsweise sehr lang)). Dort steht:

„Clemens August Dei gratiâ ArchiEpiscopus Coloniensis; S. R. I. per Italiam ArchiCancellarius

et Princeps Elector, Legatus natus S[anc]tæ Sedis Apostolicae, E[pisco]p[u]s Osnab[rugensis] Hildes[heimensis] Parderb[ornensis]: et Monas-

teriensis, Militiæ Hierosolomijtanae Ordinis B[eatissi]mæ MariaeTeutonicorum Borussiæ Administrator

Generalis, ac Ejusdem per Germaniam Italiam Partesq[ue] Transmarinas Supremus Magister, utriusq[ue]

Bavariæ, Superioris Palatinatus, Westphaliæ et Angariæ Dux, Comes Palatinus Rehni, Landgravi[us]

Leüchtenb[ergensis]; Burggra[vius] Strombergæ, Comes Pyrmont[i]; D[omi]n[u]s in Borckelohe, Werth, Freüdenthal et Eülenberg etc etc

Electus Osnabrugi E[pisco]p[u]s 4to novembris 1728 Natus Bruxellis 1700

15to Augusti Denatus Confluentiae sexto Februarii 1761.“

Die Übersetzung nach Dethlefs lautet: „Clemens August, von Gottes Gnaden Erzbischof von Köln, des heiligen römischen Reiches Erzkanzler in Italien und Kurfürst, geborener Legat des heiligen apostolischen Stuhles, Bischof von Osnabrück, Hildesheim, Paderborn und Münster, Generaloberer der Ritter von Jerusalem, Generaladministrator des Deutschen Ordens der heiligen Jungfrau in Preußen, Hochmeister dieses Ordens in Deutschland, Italien und den überseeischen Gebieten, Herzog in Ober- und Niederbayern, der Oberpfalz, von Westfalen und Engern, Pfalzgraf bei Rhein, Landgraf von Leuchtenberg, Burggraf von Stromberg, Graf von Pyrmont, Herr in Borckeloh, Freudenthal und Eulenberg etc. etc. Am 4. November 1728 zum Bischof von Osnabrück gewählt, geboren in Brüssel am 15. August 1700, verstorben am 6. Februar.“

Bad Iburg, ehem. Benediktinerkloster

Das Kloster in Bad Iburg ist noch in Bearbeitung

Bibliographie

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  • Quellen:
  • Strubberg, Entwurff, 1720. – Strubberg, Johann Anton: Kurtzer Entwurff einer ausführlichen Osnabrückischen Hisotire. Jena 1720.
  • Archivalien:
  • Lilge, Rüdiger: Das Schloß & Kloster zu Bad Iburg : Bau- und Restaurierungsmaßmahmen 17. bis 20. Jahrhundert. Eine Dokumentation zu den Archivalien, bearbeitet von Rüdiger Lilge im Auftrag des Staatshochbauamtes Osnabrück. Bremen 1997.
  • Niedersächsisches Staatsarchiv Osnabrück. K Akz 21/1999, Nr. 1 H.
  • Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Sammlung der Restaurierung., 0034-4489-005-02 (1) - 0034-4489-005-02 (8).

Einzelnachweise

  1. Vgl. Siebern/Fink, Osnabrück, 1907, S. 247-252. Warnecke, Schlösser, 1980, S. 12-18. Bruch, Rittersitze, 2004, S. 19-32. Schröter, Iburg, 1956, S. 225.
  2. Vgl. zum Schloss u.a. Jänecke, Iburg, 1909, S. 25, S. 33 f., S. 38; Warnecke, Schlösser, 1980, S. 12-18; Laß, Residenzschloss, 2007, S.161-164; Bruch, Rittersitze, 2004, S. 19-29.
  3. Niedersächsisches Staatsarchiv Osnabrück. K Akz 21/1999, Nr. 1 H.
  4. Vgl. zum Schloss Jänecke, Iburg, 1909, S. 10, S. 16, S. 18; Schröter, Iburg, 1956, S. 228; Ridders, Iburg, 1959, S. 378; Poppe, Iburg, 1980, S. 214; Warnecke, Schlösser, 1980, S. 13-14; Westermeyer, Planung, 1991, S. 82-83; Dehio, Niedersachsen, 1992, S. 158-161; Bruch, Rittersitze, 2004, S. 405; Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 55-74; Laß, Residenzschloss, 2007, S. 161-164.
  5. Vgl. etwa Uhrmacher, Restaurierung, 2007, S. 93-95.
  6. Vgl. Ridders, Iburg, 1959; Laß, Residenzschloss, 2007, S. 162-163
  7. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, S. 271.
  8. Poppe, Iburg, 1980, S. 214. Vgl. auch Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Foto-, Schrift- bzw. Plansammlung und Sammlung der Restaurierung, 0034-4489-005-02 (8).
  9. Vgl. u.a. Bruch, Rittersitze, 2004, S. 28; Butt, Rittersaal, 1989, S. 308; Königfeld, Grundlagen, 2007, S. 110.
  10. Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 83.
  11. Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 55.
  12. 12,0 12,1 Poppe, Iburg, 1970, S. 235-236; Poppe, Iburg, 1980, S. 207; Butt, Rittersaal, 1989, S. 308; Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 83; Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, S. 275.
  13. Poppe, Iburg, 1970, S. 236; Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 59-60; Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 85.
  14. Poppe, Iburg, 1970, S. 238; Butt, Rittersaal, 1989, S. 308; Bruch, Rittersitze, 2004, S. 29; Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 67-74; Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 86-92; Uhrmacher, Restaurierung, 2007, S. 93-95; Königfeld, Grundlagen, 2007, S. 112.
  15. Grote/Königfeld, Katalog, 1991, S. 222; Butt, Rittersaal, 1989, S. 308-311; Bruch, Rittersitze, 2004, S. 28; Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 76; Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 85; Uhrmacher, Restaurierung, 2007, S. 97; Butt, Restaurierung, 2007, S. 99-100; Königfeld, Grundlagen, 2007, S. 111.
  16. 16,0 16,1 Poppe, Iburg, 1970, S. 235-137; Butt, Rittersaal, 1989, S. 310-311; Grote/Königfeld, Katalog, 1991, S. 222; Königfeld, Grundlagen, 2007, S. 110.
  17. Uhrmacher, Grundlagen, 2007, S. 104-107..
  18. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007. Vgl. ferner: Poppe, Iburg, 1970, S. 236-237; Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 85-86; Uhrmacher, Restaurierung, 2007, S. 97.
  19. 19,0 19,1 Grommel, Rittersaal, 2007.
  20. Butt, Restaurierung, 2007; Königfeld, Grundlagen, 2007; Uhrmacher, Grundlagen, 2007; Uhrmacher, Anlass, 2007.
  21. Queckenstedt, Rittersaal, 2007; Westphal, Wartenberg, 2007.
  22. Ebd., Feldkamp, Wartenberg, 2007; Wimböck, Wartenberg, 2007: Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007.
  23. Schwaiger, Franz Wilhelm, 1961; Hausberger, Wartenberg, 1990..
  24. Schröter, Alovisii, 1952; Lahrkamp, Aloisii, ,2003.
  25. 25,0 25,1 Poppe, Iburg, 1970, S. 238; Butt, Rittersaal, 1989, S. 308-309; Grote/Königfeld, Katalog, 1991, S. 222; Bruch, Rittersitze, 2004, S. 29.
  26. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, Dethlefs, Bischofsporträts, 2007. Ferner: Grote/Königfeld, Katalog, 1991, S. 222; Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 87, 92.
  27. 27,0 27,1 27,2 27,3 Durch Restaurator Chr. Buhman und seinen Mitarbeiter Georg Laker.
  28. Vgl. ferner Butt, Rittersaal, 1989, S. 310; Uhrmacher, Restaurierung, 2007, S. 97; Butt, Restaurierung, 2007, S. 100.
  29. 29,0 29,1 Westphal, Wartenberg, 2007, S. 131-132; Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 242-243; Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 63; Grommel, Rittersaal, 2007, S. 298, 302--303.
  30. 30,0 30,1 Grommel, Rittersaal, 2007, S. 295-298.
  31. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007. Vgl. ferner: Poppe, Iburg, 1970, s. 236-237; Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 85-86; Uhrmacher, Restaurierung, 2007, S. 97.
  32. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, besonders S. 273, 281. Ferner: Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 62, 66.
  33. Bauer-Wild/Volk-Knüttel, Corpus 3.2, 1993, S. 117-118; Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 233-234.
  34. Wimböck, Wartenberg 2007, S. 234-236.
  35. 35,0 35,1 Grommel, Rittersaal, 2007, S. 296-297.
  36. 36,0 36,1 36,2 36,3 36,4 36,5 36,6 Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 145; Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 237.
  37. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 145.
  38. Poppe, Iburg, 1970, S. 237; Butt, Rittersaal, 1989, S. 310.
  39. 39,0 39,1 Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, S. 276.
  40. Poppe, Iburg, 1970, S. 237; Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 55-56., 61; Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, S. 275.
  41. Butt, Rittersaal, 1989, S. 308-210; Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 144; Grote/Königfeld, Katalog, 1991, S. 222. Vgl. auch: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Foto-, Schrift- bzw. Plansammlung und Sammlung der Restaurierung., 0034-4489-005-02 (5.13-5.15).
  42. Poppe, Iburg, 1970, S. 235; Butt, Rittersaal, 1989, S. 310.
  43. Vgl. auch Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 76.
  44. Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 238-239.
  45. Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 242.
  46. Feldkamp, Wartenberg, 2007.
  47. Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 243.
  48. 48,00 48,01 48,02 48,03 48,04 48,05 48,06 48,07 48,08 48,09 Grote/Königfeld, Katalog, 1991, S. 222; Butt, Rittersaal, 1989, S. 309-310.
  49. Poppe, Iburg, 1970, S. 237; Butt, Rittersaal, 1989, S. 310., Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 234.
  50. Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 233-236.
  51. Butt, Rittersaal, 1989, S. 310.
  52. Poppe, Iburg, 1970, S. 237; Butt, Rittersaal, 1989, S. 310.-311.
  53. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 145. Vgl. Van de Velde, Frans Floris, 1975, S. 218-227, 407-410. Cort hatte allerdings den Zyklus gar nicht selbst gesehen, sondern sich an Zeichnungen von Simon Jansz. Kies orientiert.
  54. Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 237.
  55. Berger, Herkules, 2010; Schmidt, Herakles, 2008.
  56. Feldkamp, Wartenberg, 2007; Westphal, Wartenberg, 2007, S. 131-132. Vgl. ferner Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 63; Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 239, 243.
  57. 57,0 57,1 Butt, Rittersaal, 1989, S. 310; Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 85.
  58. 58,0 58,1 58,2 58,3 58,4 58,5 58,6 58,7 Butt, Rittersaal, 1989, S. 309-310; Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 144.
  59. 59,0 59,1 Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 146.
  60. 60,0 60,1 60,2 60,3 Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 146. Vgl. Van de Velde, Frans Floris, 1975, S. 218-219, 222, 407, 409. Cort hatte allerdings den Zyklus gar nicht selbst gesehen, sondern sich an Zeichnungen von Simon Jansz. Kies orientiert.
  61. 61,0 61,1 61,2 61,3 61,4 Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 239.
  62. Van de Velde, Frans Floris, 1975, S. 218-219, 224-225, 410. Cort hatte allerdings den Zyklus gar nicht selbst gesehen, sondern sich an Zeichnungen von Simon Jansz. Kies orientiert.
  63. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 146; Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 76.
  64. Poppe, Iburg, 1970, S. 237; Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 146.
  65. Nicht mit dem kretischen Stier, so Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 85.
  66. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 146. Vgl. Van de Velde, Frans Floris, 1975, S. 218-219, 222, 407, 409. Cort hatte allerdings den Zyklus gar nicht selbst gesehen, sondern sich an Zeichnungen von Simon Jansz. Kies orientiert. Butt, Rittersaal, 1989, S. 310, irrt, wenn er meint, die Vorlage stamme von Sadeler.
  67. Butt, Rittersaal, 1989, S. 309-310.
  68. Grote/Königfeld, Katalog, 1991, S. 222.
  69. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 146; Wimböck, Wartenberg, 2007, S. 239.
  70. Grommel, Rittersaal, 2007, S. 293-294..
  71. Grommel, Rittersaal, 2007, S. 293, 296-302.
  72. Grommel, Rittersaal, 2007, S. 291, 295, 297-299, 301-303.
  73. Grommel, Rittersaal, 2007, S. 303.
  74. Grommel, Rittersaal, 2007, S. 299-300.
  75. Grommel, Rittersaal, 2007, S. 299.
  76. Grommel, Rittersaal, 2007, S. 299-303.
  77. Grommel, Rittersaal, 2007, S. 297-298, 302-303.
  78. Grommel, Rittersaal, 2007, S. 300.
  79. Grommel, Rittersaal, 2007, S. 300-301.
  80. Grommel, Rittersaal, 2007, S. 301-303.
  81. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007. Vgl. ferner Butt, Rittersaal, 1989, S. 310; Uhrmacher, Restaurierung, 2007, S. 97; Butt, Restaurierung, 2007, S. 100.
  82. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007. Vgl. ferner: Poppe, Iburg, 1970, S. 236-237; Butt, Rittersaal, 1989, S. 308-310; Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 85-86; Uhrmacher, Restaurierung, 2007, S. 97.
  83. 83,0 83,1 Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007. Ferner: Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 56.
  84. 84,0 84,1 Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007. Ferner: Poppe, Iburg, 1980, S. 209.
  85. 85,0 85,1 Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, besonders S. 273, 281. Ferner: Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 62.
  86. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007. Vgl. ferner Poppe, Iburg, 1970, S. 236; Butt, Rittersaal, 1989, S. 310; Uhrmacher, Restaurierung, 2007, S. 97; Butt, Restaurierung, 2007, S. 100. Vgl. auch: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Foto-, Schrift- bzw. Plansammlung und Sammlung der Restaurierung., 0034-4489-005-02 (5.1-5.4).
  87. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, S. 275.
  88. Grote/Königfeld, Katalog, 1991, S. 222; Königfeld, Restaurierungen, 2007, S. 87, 92.
  89. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, Dethlefs, Bischofsporträts, 2007.
  90. Poppe, Iburg, 1970, S. 236.
  91. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, S. 272.
  92. Ihr Verfasser ist unbekannt. Es könnte sich um Wartenbergs Beichtvater Nikolaus Schaten (1608-1676) gehandelt haben (Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, S. 283).
  93. Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 55-56., 61; Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, S. 275.
  94. Poppe, Iburg, 1970, S. 237.
  95. 95,00 95,01 95,02 95,03 95,04 95,05 95,06 95,07 95,08 95,09 95,10 95,11 95,12 95,13 95,14 95,15 95,16 95,17 95,18 95,19 95,20 95,21 95,22 95,23 95,24 95,25 95,26 95,27 95,28 95,29 95,30 95,31 95,32 95,33 95,34 95,35 95,36 95,37 95,38 95,39 95,40 95,41 95,42 95,43 95,44 95,45 95,46 95,47 95,48 95,49 95,50 95,51 95,52 95,53 95,54 95,55 95,56 95,57 95,58 95,59 95,60 95,61 95,62 95,63 95,64 95,65 95,66 95,67 95,68 95,69 95,70 95,71 95,72 Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007.
  96. Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007, S. 281.
  97. 97,0 97,1 97,2 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 359.
  98. 98,0 98,1 98,2 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 339.
  99. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 362 nach Strubberg, Entwurff, 1720, S. 60.
  100. Dethlefs, Bichofsporträts, 2007, S. 362.
  101. Dethlefs, Bischofporträts, 2007, S. 350.
  102. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 366.
  103. 103,0 103,1 103,2 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 340.
  104. Dethlefs, Bischofsprorträts, 2007, S. 352.
  105. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 349
  106. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, 343-344.
  107. 107,0 107,1 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 354.
  108. 108,0 108,1 108,2 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 346.
  109. 109,0 109,1 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 350.
  110. 110,0 110,1 110,2 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 351.
  111. 111,0 111,1 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 342.
  112. 112,0 112,1 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 343.
  113. 113,0 113,1 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 353.
  114. 114,0 114,1 114,2 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 345.
  115. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 363 nach Strubberg, Entwurff, 1720, S. 60-61.
  116. Dethlefs, Bichofsporträts, 2007, S. 363.
  117. Dethlefs, Bischofporträts, 2007, S. 347.
  118. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 363 nach Strubberg, Entwurff, 1720, S. 62.
  119. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 363.
  120. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 344,
  121. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 364 nach Strubberg, Entwurff, 1720, S. 65.
  122. Dethlfes, Bischofsporträts, 2007, S. 364-365.
  123. Dethlefs, Bischoftsproträts, 2007, S. 352, nach Strubberg, Entwurff, 1720, S. 69-70.
  124. Dethlefs, Bischoftsproträts, 2007, S. 352.
  125. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, 349.
  126. Queckenstedt, Kloster, 2009, S. 16.
  127. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 364 nach Strubberg, Entwurff, 1720, S. 63.
  128. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 364.
  129. 129,0 129,1 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 344.
  130. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 341
  131. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 347.
  132. Dethlefs, Bischofsporträts, S. 365, nach Strubberg, Entwurff, 1720, S. 68-69.
  133. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 341.
  134. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 352.
  135. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 348.
  136. Dethelfs, Bischofsporträts, 2007, S. 353.
  137. Dehlhefs, Bischofsporträts, 2007, S. 355.
  138. Dethlefs, Bischofsporträt, 2007, S. 355.
  139. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 355.
  140. 140,0 140,1 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 357.
  141. Queckenstedt, Rittersaal, 2007, S. 62; Dethlefs, Bildnisgalerie, 2007.
  142. Dethelfs, Bischofsporträts, 2007, S. 359.
  143. Strubberg, Entwurf, 1720, S. 58.
  144. 144,0 144,1 Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 356.
  145. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 360.
  146. Dethlefs, Bischofporträts, 2007, S. 356.
  147. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 160.
  148. Dethlefs, Bischofsporträts, 2007, S. 358.
  149. Dethlefs, -Bischofsporträts, 2007, S. 360.