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Adelshofen, Kuratiekirche St. Michael

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 4: Landkreis Fürstenfeldbruck. Hirmer, München 1995, ISBN 978-3-7774-6310-0, S. 19–20, geschrieben von Böhm, Cordula. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Kuratiekirche (seit 1965), Pfarrverband und Verwaltungs gemeinschaft Mammendorf, Erzdiözese München und Frei sing; z. Z. der Ausmalung Pfarrei Grunertshofen (Pfarrsitz in Adelshofen). Grunertshofen war Wechselpfarrei. Adelshofen war Hofmark, Stammsitz der Adelshofener und seit 1580 in Besitz der Grafen Fugger von Kirchberg und Weißenhorn 1822 ging sie an die Kurfürstinwitwe Maria Leopoldine 1831 Auflösung des Patrimonialgerichts. Im ehem. Schloßbereich, von dem sich die Wirtschaftsgebäude erhalten haben, leben heute die Gerhardinger Schwestern. Gericht Landsberg

Patrozinium: St. Michael, vor 1452 Maria

Zum Bauwerk: Spätgotischer Bau, datiert 1452; 1605 er neuert (Schmidt: »Ecclesia in Adelshoffen, quae vera paro chialis, amoenae structurae est«). Turm 1705 mit neu barocker Turmhaube von 1910. 1837-48 Regotisierung 1867 Verlängerung nach W, 1930 Erweiterung mit Verände rungen 1968 und 1977. Neugotische Ausstattung.

Vierjochiger Saalbau mit Pilastergliederung und spätgotischem Kreuzgewölbe aus der Zeit von 1605; Empore im W. Gleich breiter, dreiseitig geschlossener AR (7,30 × 7,30) zu zwei Jochen. Belichtung durch je ein Fensterpaar im östlichen Joch und in der Schräge. Die Deckenbilder befinden sich im AR

Auftraggeber: Die Ausmalung geschah mit Sicherheit im Auftrag der Grafen Fugger von Kirchberg und Weißenhorn, deren Wappen sich am Chorbogen vor einer gemalten Vorhangdraperie befindet; amtierender Cooperator war in der fraglichen Zeit Balthasar Daimer, † 55jährig am 17.4.1732 (Epitaph ehemals am Chor, heute an der nördlichen LHs- Wand).

Autor und Entstehungszeit: Autor unbekannt, zweites Viertel des 18. Jh.

Wegen des äußerst schlechten Erhaltungszustandes ist eine Zuweisung und Datierung der Deckenbilder nicht möglich. Die Fresken sind Arbeiten wohl eines Malers im lokalen Umkreis.

Befund

Träger der Deckenmalerei: Verschliffenes Kreuzgewölbe Rahmen: A Stuckprofil, 1–7 gemalte Rahmung Technik: Fresko; polychrom Maße: AR Höhe 5,40 m. A 2,00 × T 1,00

1–7 Durchmesser ca. 0,80 Erhaltungszustand und Restaurierungen: Bei einer Renovierung 1937 durch Fa. Josef Finkenzeller, München, wurden die Malereien im Chorgewölbe freigelegt. In einem Schreiben Prof. Blatners (Akten BLfD) 1954 ist auch die Rede von Sinnbildern des AT in den Gewölben zwischen den Rippen. Bei Restaurierungen 1960 und 1987 (Fa. Hausch, Fürstenfeldbruck) wurden die Deckenbilder nur gereinigt. Von der barocken Substanz der Fresken ist wenig erhalten, vor allem das Hauptbild zeigt Übermalungen.

Bildabfolg

A DIE HLL. MARIA UND MICHAEL ALS PATRONE VON ADELSHOFEN

Tafelbildartige Komposition; am westlichen Bildrand ein schmaler Landschaftsstreifen mit der Ansicht von Schloß und Schloßkirche Adelshofen. Maria mit dem Jesuskind schwebt in Wolken. Ihr Zepter senkt sich auf das Doppelwappen Fugger-Gumppenberg über der Hofmarksansicht. Rechts von Maria, der Patronin der Schloßkirche, erscheint der Kirchenpatron St. Michael, der mit seinem Kreuzstab Luzifer, gehörnt und mit Drachenflügeln, in die Tiefe stürzt. Über Maria und Michael ist Gottvater über der Weltkugel und die strahlenumgebene Geisttaube zu sehen, von kleinen Engeln umringt; einer der Putten trägt Rosen.

Die Darstellung bezieht sich vermutlich auf Alexius Graf von Fugger, † 1612, und seine Gemahlin Anna Maria von Gumppenberg, † 1613, die die Hofmark Adelshofen 1580 erwarben und die Kirche 1605 umbauen ließen (Grabsteine aus der im 19. Jh. zerstörten Schloßkapelle heute an der Westwand. Inschrift auf dem Grabstein des Alexius fundator huius sacellia).

1–7 Marienleben Fast kreisrunde gemalte Medaillons, mit goldfarbenen Blattkränzen gerahmt, die in sehr einfachen Darstellungen Szenen aus dem Marienleben zeigen.

Quellen und Literatur

Wening Bd I, S. 66. Schmidtsche Matrikel, Bd 2, S. 262 f. Mayer-Westermayer KDB I (OB) 1, S. 446 f. Historischer Atlas Altbayern, Bd 22/23, S. 136. Kunst- und Kulturdenkmäler 1977, S. 189. Tagblatt Fürstenfeldbruck vom 14.9.1937 und vom 26. 9. 1987. Heimatbuch Fürstenfeldbruck 1992, S. 560.

C.B.