Laß, Heiko:Windeby, Gut Windeby, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/210ec279-1832-43b2-b12c-6666c4a62852

Inventarnummer: cbdd10508

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Im Herrenhaus von Gut Windeby wurden 1979 unter Abdeckungen Reste von Deckenmalerei aus der ersten und der zweiten Hälfe des 17. Jahrhunderts entdeckt, darunter phantastische Parklandschaften.

Gut Windeby
Gut Windeby

Das Herrenhaus von Gut Windeby

 
Gut Windeby

Kurzbeschreibung und Lage

Gut Windeby[1] setzt sich aus einem Herrenhaus und im Süden vorgelagerten, beiderseits einer Mittelachse annähernd symmetrisch angeordneten Wirtschaftsgebäuden zusammen.

Bau- und Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Seit 1469 werden Mitglieder der Familie Brockdorff auf Windeby genannt. Sie erbauten das Herrenhaus in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. 1675 gelangte Windeby erst an die verwandten Levetzow und dann an die von Qualen. Für Otto von Qualen wurde nach Plänen von Johann Gottfried Rosenberg ab 1761 das Herrenhaus tiefgreifend zur Dreiflügelanlage umgebaut. Bei einem Brand 1773 wurde auch das Herrenhaus in Mitleidenschaft gezogen und Hof und Herrenhaus unter Friedrich Christian von Qualen wieder aufgebaut. Damals wurden die Seitenflügel der Eingangsseite zum Garten hin verlängert. 1800 gelangte das Gut an neue Besitzer und wurde im 19. Jahrhundert mehrfach umgebaut.

Beschreibung

Das zweigeschossige Herrenhaus über Sockelgeschoss hat einen H-förmigen Grundriss. Sein Mittelteil geht auf den Ursprungsbau aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Die Raumaufteilung des 18. Jahrhunderts ist bis heute nahezu unverändert erhalten, ebenso in einigen Räumen die spätbarocke Ausstattung mit Supraporten.

Die verborgenen Deckenmalereireste im Herrenhaus

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Im Obergeschoss befinden sich in mehreren Räumen des Kernbaus, unter Verkleidungen verborgen, an den Balkendecken Reste von Bemalungen, die bei einer partiellen Öffnung der Verkleidung 1979 entdeckt wurden.[2]

Beschreibung und Ikonographie

Es handelt sich um Malerei von 1620/30, die Ranken, Zweige, Palmwedel und Marmorierungen zeigt sowie in den unteren Wandzonen Reste von Vorhangmalerei mit Brokatmuster. Ferner kamen ochsenblutfarbene Schablonenmalereien mit Dreipassblumen zum Vorschein. Heute nicht mehr bekannt und im Dehio nicht erwähnt ist eine ebenfalls 1985 beschriebene Malerei aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. „Aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen die Ausmalung der Decke im nordwestlichen Erdgeschossraum in kräftigen rot-gelben Tönen mit Akanthusranken an den Spiegeln der Balkenseiten und Stirnwandfelder sowie eine etwas furiose Parklandschaft in den Deckenfeldern. Dieser späteren Zeit dürften weitere bemalte Decken über dem Erdgeschoss mit Marmorierung zugehören, desgleichen mehrere reichprofilierte und geohrte Türrahmen.“ [3]

Bibliographie

  • Literatur:
  • Dehio, Schleswig-Holstein, 2009. – Dehio, Georg: Hamburg. Schleswig-Holstein (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Johannes Habich, Christoph Timm, Lutz Wilde. München/Berlin 2009.
  • Lafrenz, Herrenhäuser, 2015. – Lafrenz, Deert: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Petersberg 2015.
  • Stilling, Herregårde, 2021. – Stilling, Niels Peter: Danmarks Herregårde. Slesvig og Holsten. Kopenhagen 2021.
  • Teuchert, Bericht, 1985. – Teuchert, Wolfgang: Bericht über neue Ergebnisse der Bauforschung des Landesamtes für Denkmalpflege 1969-1984. In: Nordelbingen 54 (1985), S. 193-301.

Einzelnachweise

  1. Stilling, Herregårde, 2021, S. 166-170; Lafrenz, Herrenhäuser, 2015, S. 621-624; Dehio, Schleswig-Holstein, 2009, S. 975-976.
  2. Lafrenz, Herrenhäuser, 2015, S. 622; Dehio, Schleswig-Holstein, 2009, S. 976; Teuchert, Bericht, 1985, S. 260-270 (Text zu Windeby stammt von Johannes Habich).
  3. Teuchert, Bericht, 1985, S. 270 (Text zu Windeby stammt von Johannes Habich).