Walleshausen, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 1: Die Landkreise Landsberg am Lech, Starnberg, Weilheim-Schongau. Hirmer, München 1976, ISBN 978-3-7991-5737-7, S. 274, geschrieben von Bauer-Wild, Anna, Böhm, Cordula, Lüdicke, Lore und Werner-Clementschitsch, Heide. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Pfarrhof, z. Z. der Ausmalung Sommersitz der Pollinger Pröpste, Saal im zweiten Stock

Zum Bauwerk: Der Sommersitz wurde im Verlaufe des 18. Jh. errichtet (das holzgeschnitzte Portal zeigt das Wappen von Propst Franz Töpsl von Polling, 1744-96). Der einfache, ziemlich niedere, rechteckige Raum (ca. 5 × 7,50 m), von der O- und S-Seite belichtet, hat eine Stuckdecke mit einfachen Akanthusranken, welche wohl aus dem Anfang des 18. Jh. stammt.

Autor und Entstehungszeit: Das gerahmte, als Tafelbild konzipierte Ölbild ist in die stuckierte Decke, deren Ornamentformen in die Zeit um 1710 weisen, eingelassen. Das Bild dürfte schon früher entstanden sein.

Befund

Träger der Deckenmalerei: Flachdecke

Rahmen: ovaler goldener Bildrahmen, eingelassen in ein Stuckprofil

Technik: Öl auf Leinwand; polychrom

Maße: Höhe 3,20 × 1,40

Erhaltungszustand: Die Befestigungsbretter in den Bildachsen zeichnen sich mit Sprüngen in der Leinwand ab; leichtes Krakelee.

Beschreibung und Ikonographie

DAS POLLINGER HEILTUM Dieses ist historisch getreu als romanischer Kruzifixus wiedergegeben. Das Kreuz ist frontal in das Bildoval gesetzt; zwei Engel knien auf Wolken zu seiten des Kreuzes, die Kreuzarme stützend und die Würdezeichen der Pollinger Pröpste, Inful und Stab, haltend. Ein Spruchband SUB UMBRA ALARUM TUARUM PROTEGE NOS. (nach Ps 16,8) zeichnet das Kruzifix als Gnadenbild aus. Das bayerische Kurwappen am Fuß des Kreuzes hebt dessen überragende Bedeutung für Bayern und seinen mit den bayerischen Herrschern verknüpften Ursprung hervor. Unterhalb dieser durch einen Wolkenbogen abgeschlossenen, hieratisch anmutenden Darstellung ist der Blick auf eine Landschaft wiedergegeben. In dieser ist die Legende von Polling skizziert: die Jagdhunde des Bayernherzogs Thassilo III. erreichen die Hirschkuh, welche ein Kreuz aus dem Boden gescharrt hat.

 
Das Pollinger Heiltum

Quellen und Literatur

  • (nur zum Bau)

[Daisenberger], Johann Nepomuk, Monumentum debitae gratitudinis . . . erga . . . Franciscum Toepsel . . . (o. O.) 1815, S. 32.

KDB IOB (1), S. 558

Dehio-Gall OB (1964), S. 281

Müller-Hahl, Bernhard (Hg.), Heimatbuch Stadt- und Landkreis Landsberg am Lech, Aßling-München 1966, S. 659.