Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 10: Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Hirmer, München 2005, ISBN 978-3-7774-2365-4, S. 6–7, geschrieben von Büttner, Frank und Rupprecht, Bernhard. Original (Passwortgeschützt)
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Der heutige Landkreis Neuburg-Schrobenhausen entstand bei der bayerischen Gebietsreform von 1972 durch Zusammenlegung von zwei bis dahin eigenständigen Landkreisen. Er umfaßt im Wesentlichen das an der Donau gelegene Kernland des 1505 gegründeten reichsunmittelbaren Fürstentums Pfalz-Neuburg mit den Gerichten Neuburg und Graisbach/Monheim sowie die Märkte Burgheim und Rennertshofen, die selbständige Pflegämter waren. Dazu kommen im Süden vor allem die kurbayerischen Gerichte Rain und Schrobenhausen. Kirchlich gehört das Gebiet zum Bistum Augsburg, mit Ausnahme der Pfarreien Ammerfeld, Bergheim und der Wallfahrtskirche Bergen, die der Diözese Eichstätt unterstehen.

Dem historisch heterogenen Charakter des Gebiets entspricht seine kulturelle Vielgestaltigkeit. Künstlerischer Mittelpunkt war die Stadt Neuburg, seit 1522 Regierungssitz des neugegründeten Territoriums. Unter Pfalzgraf Ottheinrich, der 1542 die lutherische Konfession eingeführt hatte, erreichten Kunst und Wissenschaft dort eine erste Blüte. Die Rückkehr Pfalzgraf Wolfgang Wilhelms zum katholischen Glauben 1614 und die anschließende Rekatholisierung des Landes ließen erneut künstlerische Impulse vom Hof ausgehen, aber auch von den Jesuiten, die dem Fürstenhaus als Berater und Beichtväter eng verbunden waren. Mit der Orientierung der Herzöge an den Niederrhein und nach ihrer Erhebung zu Kurfürsten von der Pfalz (1685), wurde Neuburg Nebenresidenz und verlor viel an Bedeutung. Vor Ort wirkten aber nach wie vor Hofmaler wie Johann Christoph Schalck, der 1701 die Deckenbilder in der neuerbauten Ursulinenkirche der Stadt schuf, oder Franz Hagen, dem die Bildausstattung der Lateinischen Kongregation der Jesuiten in Neuburg (1716) übertragen wurde.

Die Nähe zum Fürstbistum Eichstätt und der Universitätsstadt Ingolstadt brachte auch den dort ansässigen Malern Aufträge in Neuburg ein. So übernahm der Ingolstädter Melchior Puchner 1732 die Freskierung des Saals der Bürgerkongregation der Schmerzhaften Muttergottes (heute Provinzialbibliothek). 1725 war bereits die Hl.-Geist-Kirche von dem Eichstätter Maler Matthias Zink ausgestaltet worden.

Auf dem Land beschäftigten die Pfarrherren stärker einheimische Kräfte. So fielen in Rennertshofen und Umgebung dem dort ansässigen originellen Maler Carl Conrad Prauneck, der sich mit seinem Hauptwerk in der Pfarrkirche von Rennertshofen an Cosmas Damian Asam orientierte, die Aufträge zu. Die Jesuiten, die einzelne Hofmarken in Pfalz-Neuburg besaßen, sowie adelige Hofmarksherren zogen hingegen auch Künstler von außerhalb heran. In der kurbayerischen Hofmark Sandizell beauftragte Max Emanuel Reichsfreiherr von und zu Sandizell für seine neu erbaute Hofmarkskirche Münchner Künstler, darunter den Hofmaler Wenzeslaus Priecz als Freskanten. In der in der Hofmark Schenkenau gelegenen Kirche von Waidhofen arbeitete mit Melchior Steidl ebenfalls ein Maler des Münchner Kunstkreises.

Die qualitätvollsten und an der Stilentwicklung orientierten Fresken im Landkreis stammen von Künstlern der Augsburger Malerschule, allen voran von Johann Wolfgang Baumgärtnner, der mit den Deckenbildern in Bergen sein Hauptwerk schuf, dann von Johann Anwander in Ammerfeld, von Joseph Hartmann in Dezenacker, Längloh und Straß und von Vitus Felix Rigl in Ortlfing. Der in Inchenhofen ansässige Ignaz Baldauf war vor allem im kurbayerischen Gericht Schrobenhausen tätig und malte in der Stadt Schrobenhausen selbst, außerdem in Langenmosen, Sandizell und in der Wallfahrtskirche Maria Beinberg.

Die interessantesten ikonographischen Programme entstanden im Auftrag oder unter Beratung der Jesuiten, vorrangig in den beiden Neuburger Kongregationssälen, dann in der Wallfahrtskirche Bergen mit einem auf das Heilige Kreuz bezogenen Zyklus und in der Hl.-Geist-Kirche in Neuburg mit einer auch formal ungewöhnlichen Deckengestaltung mit dem Thema der Sieben Gaben des Hl. Geistes. Hervorzuheben ist außerdem der Zyklus der Sieben Todsünden von Ignaz Baldauf in der Wallfahrtskirche Maria Beinberg.

Nach der ersten Erfassung durch Cordula Böhm, Lore Lüdicke und Birgit Rehfus erfolgte die Bearbeitung durch Brigitte Volk-Knüttel, die mit 37 Objekten den größten Teil übernommen hat. Brigitte Sauerländer bearbeitete fünf im Schrobenhausener Gebiet gelegene Kirchen und Kapellen.

Wir bedanken uns sehr herzlich für Hilfe und Unterstützung, die wir von vielen Seiten erfahren haben. Das Archiv des Bistums Augsburg, das die Pfarrarchive des Landkreises als Deposita verwaltet, und das Archiv des Bistums Eichstätt haben unsere Arbeit nachhaltig unterstützt, ebenso die Kunstreferate beider Diözesen. Wir danken ferner dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek, dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte und der Staatlichen Graphischen Sammlung, alle in München, sowie dem Staatsarchiv Augsburg.

In Neuburg war die stets gut informierte Leiterin des Stadtarchivs, Frau Dr. Barbara Zeitelhack, eine unschätzbare Helferin und Ratgeberin. Wir danken ihr herzlich, ebenso den Herren Eckart Groß und Raymund Schuhwerk, die über viele Jahre in der Stadt als Restauratoren tätig waren. Sie haben uns wiederholt großzügig durch Photos und wertvolle Hinweise unterstützt.

Schließlich möchten wir allen Pfarrherrn, Kirchenpflegern und Mesnern, die unsere Arbeit gefördert und Erlaubnis zum Photographieren gegeben haben, unseren Dank aussprechen. Hervorzuheben ist Herr Pfarrer Horst Borchert, vormals in Sinning, der sogar eigene Photos zur Verfügung stellte.

Besonders herzlich danken wir Herrn Prälat Dr. Sigmund Benker, Freising, der sich der Mühe unterzogen hat, das Manuskript kritisch durchzusehen.

Mit Auskünften und Photos haben uns ferner folgende Damen und Herren geholfen: Dr. Emanuel Braun, Eichstätt; Prof. Dr. Bruno Bushart, Augsburg; Stefano Cafaggi, Zeitlarn; Dr. Michael Cramer-Fürtig, Augsburg; Dr. Gabriele Dischinger, München; Dr. Dieter Distl, Neuburg; Max Direktor, Schrobenhausen; Alois Epple, Türkheim; Dr. Peter Fleischmann, Augsburg; Alfred Freiherr von Freyberg, Schloß Jetzendorf; Johann Geitner, Velburg; Dr. Christina Grimminger, Eichstätt; Dr. Martina Haggenmiller, München; Dr. Rita Haub, München; Barbara Höglmeier M.A., Neuburg; Bernd Holderried, Pfaffenhofen a.d. Ilm; Stefan Hundbiß, Bad Tölz; Dr. Gode Krämer, Augsburg; Dr. Klaus Kratzsch, München; Dr. Bruno Lengenfelder, Eichstätt; Dr. Norbert Leudemann, Augsburg; Dr. Stephan Miedaner (+), Augsburg; Guy Graf von Moy, Stepperg; Dr. Erwin Neimer, Augsburg; Dr. Georg Paula, München; Jürgen Pursche, München; Dr. Reinhard H. Seitz, Neuburg; Willi Stark, Schrobenhausen; Dr. Horst Stierhof, München; Roland Thiele, Neuburg; Dr. Alexander Herzog von Württemberg, München.

Unser Unternehmen wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft getragen. Wir danken den Damen und Herren, die mit unserem Projekt befaßt sind, für ihr Verständnis, für manche Anregung und auch für Kritik.

Dem Hirmer Verlag und auch Herrn Albert Hirmer selbst sind wir zu großem Dank für die verlegerische Betreuung verpflichtet. Frau Katja Durchholz betrieb mit fachlichem Können, künstlerischem Geschick und großem persönlichen Einsatz die Herstellung des Bandes.

Frank Büttner und Bernhard Rupprecht