Laß, Heiko:Tinnum, Alte Landvogtei, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2025, URL: www.deckenmalerei.eu/180cbad9-c0e4-467c-95c3-e4cf8ad22e6d

Inventarnummer: cbdd20185

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

In der alten Landvogtei in Tinnum hat sich in der Wohnstube eine Deckenmalerei von 1782 erhalten: Zwei Engel mit Posaune halten eine Schriftkartusche.

Alte Landvogtei Tinnum 1921
Alte Landvogtei Tinnum 1921

Die Alte Landvogtei in Tinnum

Kurzbeschreibung und Lage

Die ehemalige Landvogtei steht im Westen Tinnums an der Nordseite der Straße Kampende.

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Die alte Landvogtei in Tinnum ist 1649 für den ersten Landvogt auf Sylt – Peter Taken – erbaut worden. Der Bau wurde einschließlich seines Giebels und der Innenräume mehrfach umgestaltet. Ausstattungsreste haben sich in der Döns erhalten.[1]

Beschreibung

Der eingeschossige, vergleichsweise sehr breite Bau hat ein Krüppelwalmdach von Reet. Über dem zentralen Eingang an der Südseite befindet sich ein steiler Giebel. Nach Norden schließen sich an beiden Seiten tiefe Seitenflügel an.

Wohnstube

Bau- und Ausstattungsgeschichte

Die Wohnstube wurde 1782 neu gestaltet.[2]

Beschreibung

Die Stube ist reich ausgestattet mit Fliesen, Beilegerofen und in die Wandverkleidung eingelassene Alkoven mit Standuhr.[3]

Die Decke der Wohnstube

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Deckenmalerei dürfte ebenfalls 1782 entstanden sein. Sie ist auf Holz gemalt und misst 3,0 auf 3,8 Meter ohne Zwischenbalken. Die Malerei wurde bereits mehrfach gereinigt. Ihr aktueller Zustand ist unbekannt.[4]

Beschreibung und Ikonographie

An der Decke erblickt man zwei schwebende Engel mit Posaunen. Sie halten eine Kartusche mit dem Text: „Fürchte Gott, Thue Recht und Scheue Niemand“.[5]

Bibliographie

  • Literatur:
  • Beseler, Kunst-Topographie, 1969. — Beseler, Hartwig (Hrsg.): Kunst-Topographie Schleswig-Holstein. Die Kunstdenkmäler des Landes Schleswig-Holstein. Neumünster 1969.
  • Brauer/Scheffler/Weber, Südtondern, 1939. – Brauer, Heinrich/Scheffler, Wolfgang/Weber, Hans (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Südtondern (Die Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein). Berlin 1939.
  • Kunz/Steensen, Sylt, 2002. – Kunz, Harry/Steensen, Thomas: Sylt Lexikon. Neumünster 2002.
  • Röper, Innenraumgestaltung, 1984. — Röper, Gerhard: Die Innenraumgestaltung der ländlichen Profanarchitektur Schleswig-Holsteins vornehmlich des 18. Jahrhunderts. Lüdinghausen 1984.
  • Archivalien:
  • ONR 11443. – Aktenarchiv des Landesamts für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, Akte NF Sylt, Tinnum, Kampende 17-17d. Alte Landvogtei. ONR 11443.
  • Rendtorff, Gutachten, 1967. – Rendtorff, Barbara: Gutachten. 10. März 1967, in: Aktenarchiv des Landesamts für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, Akte NF Sylt, Tinnum, Kampende 17-17d. Alte Landvogtei. ONR 11443, Bd. 1.

Einzelnachweise

  1. Kunz/Steensen, Sylt, 2002, S. 199; Röper, Innenraumgestaltung, 1984, S. 421-424; Beseler, Kunst-Topographie, 1969, S. 940; Brauer/Scheffler/Weber, Südtondern, 1939, S. 384. ONR 11443.
  2. Kunz/Steensen, Sylt, 2002, S. 199; Brauer/Scheffler/Weber, Südtondern, 1939, S. 384.
  3. Röper, Innenraumgestaltung, 1984, S. 422; Brauer/Scheffler/Weber, Südtondern, 1939, S. 384.
  4. Brauer/Scheffler/Weber, Südtondern, 1939, S. 384. Rendtorff, Gutachten, 1967.
  5. Röper, Innenraumgestaltung, 1984, S. 422; Beseler, Kunst-Topographie, 1969, S. 940; Brauer/Scheffler/Weber, Südtondern, 1939, S. 384.