Scheyern, Benediktinerabtei
SCHEYERN
Benediktinerabtei Erzdiözese München und Freising z. Z. der Ausmalung Landgericht Pfaffenhofen
Abtei- und Pfarrkirche Hl.-Kreuz-Kapelle S. 251 Johanneskirche auch Kapitel- oder Gruftkirche S. 258
Klostergebäude Südlicher Konventbau: Ehemalige Krankenabteilung, heute Musikbibliothek S. 261
Zur Geschichte von Scheyern: Scheyern war die ehemalige Stammburg der Grafen von Scheyern, der Vorfahren des bayerischen Herrscherhauses der Wittelsbacher. Als Datum der Gründung gilt das Jahr 508, um 750 soll Bonifatius eine Kirche zu Ehren Marias geweiht haben. Als Gründerin des Klosters gilt Gräfin Haziga, Witwe des Grafen Otto II. von Scheyern. Aus dem Erbe ihres ersten Mannes überließ sie 1076 den Eremiten Otto und Adalprecht ein Waldgebiet bei dem heutigen Bayrischzell. Aus dem damaligen Margaretenzell entwickelte sich ein Hauskloster der Grafen von Scheyern mit wechselvoller Frühgeschichte: Besiedlung von Margartenzell mit Hirsauer Mönchen 1080, Umzug nach Fischbachau 1085, dort zunächst Bau einer Marienkirche 1087, später Bau eines Klosters und einer Kirche zu Ehren des hl. Martin um 1100, Verlegung des Benediktinerklosters Fischbachau auf die Burg Glaneck (Petersberg) bei Eisenhofen um 1104, Erbauung der dortigen Peterskirche 1107, letzte Verlegung des Hausklosters auf die ausgediente Stammburg der Grafen von Scheyern 1119. Zwischen 1113 und 1119 beschlossen die Mitglieder des Hauses Scheyern und der Abzweigung Scheyern-Dachau, ihre Stammburg ihrem Hauskloster zur Umwandlung in eine endgültige Behausung zu überlassen. Die neue Burg Wittelsbach bei Aichach bestand bereits. Die Transferierung erfolgte durch Graf Otto V. († 1156), Sohn Eckhards I. und Enkel der Gräfin Haziga. Er nannte sich 1116 zum ersten Mal Graf von Wittelsbach. Das Kloster bestand also seit 1119 im Burgbereich Scheyern. 1260 erhielt der Abt von Scheyern die Pontifikalien. 1315 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer der Hofmark Scheyern die Niedergerichtsbarkeit, die bis 1803 bestand.
Aufhebung des Klosters 1803; Wiedereinrichtung, zunächst als Propstei von Metten 1838, als Abtei 1843; 1806 wurde nach Abriss der Scheyerer Ortskirche St. Martin die Klosterkirche Pfarrkirche. Das Präsentationsrecht ging damals an den Landesherrn über, jetzt liegt es beim Abt von Scheyern.
Von der ehemals prachtvollen barocken Ausmalung sind nur kümmerliche Reste auf uns gekommen, das Kuppelgemälde in der Hl.-Kreuz-Kapelle und drei schwache Medaillons im Klostertrakt. Drei Entwürfe geben Auskunft über die zerstörten Fresken der Kirche. Die Emporenbrüstungsbilder der Hl.-Kreuz-Kapelle und der Johanneskirche und deren freskierte Portale werden in diesem Zusammenhang ausführlich behandelt, weil die Geschichte des Hauses Scheyern-Wittelsbach zentrales Thema aller Gemäldezyklen ist (und war).
Abtei- und Pfarrkirche 1980 zur Basilica minor erhoben
Patrozinium: Mariä Himmelfahrt
Zum Bauwerk: Weihe des spätromanischen Baus 1215. Der ursprüngliche Ostabschluss der Seitenschiffe wurde im 15. Jh. um drei Achsen nach W zurückversetzt. In der 2. H. des 13. Jh. Anbau von zwei nebeneinander liegenden Kapellen (Allerheiligen-, später Dreikönigskapelle und Katharinenkapelle) an der Südseite der damaligen Westvorhalle der Kirche. Einwölbung des LHs mit einer Stichkappentonne und erste Verlängerung der Kirche um etwa 7 Meter in der Mitte des 16. Jh. Erste Stuckierung unter Abt Korbinian Riegg (1634–58), 1768 abgenommen. Unter Abt Placidus Forster (1734–57) wurden am Westende der Kirche zwei quer zu den Seitenschiffen stehende Kapellen angebaut, nach S die Hl.-Kreuz-Kapelle, nach N die Kindheit-Jesu-Kapelle (seit 1806 Martinskapelle). Die Hl.-Kreuz-Kapelle, ein Umbau aus der Dreikönigs- und der Katharinenkapelle, besteht aus einem querrechteckigen Andachtsraum mit Empore und einem stark eingezogenen kurzen AR (s. unten). Die Stuckierung des AR und der Emporenbrüstung wird Thomas Glasl (* 1688 Reichersdorf bei Weyarn †unbekannt) zugeschrieben (Paula 1992, S. 189, 220, Anm. 53) Etwas kleiner, jedoch ähnlich gestaltet ist die ehemalige Kindheit-Jesu-Kapelle. Der Stuckdekor an der Decke des AR und an der Emporenbrüstung zeigt entwickeltere Formen als jene der Hl.-Kreuz-Kapelle und ist wohl in die späteren Amtsjahre von Abt Placidus Forster zu datieren. Die ursprüngliche Ausmalung des Deckenspiegels des AR und der sieben von Stuckkartuschen gerahmten Bildfelder an der Emporenbrüstung ist zerstört, ihre Thematik nicht mehr feststellbar.
Abt Joachim Herpfer (1757–71) ließ das Mittelschiff der Kirche um acht Meter nach W verlängern, um dadurch eine tiefere Musikempore zu gewinnen. Die Kapellen am nördlichen Sei
Die beiden ursprünglichen Seitenschiffe wurden zum heutigen zweiten, sog. Frauenschiff verbunden. Die Obergadenfenster in LHs und AR erhielten ihre birnenförmige Gestalt. Baumeister war der seit 1765 verpflichtete Veit Haltmayr, kurfürstlicher Fortifikationsmaurermeister und Geometer in Ingolstadt. 1768/69 erfolgte die Ausstuckierung der Kirche und des Andachtsraumes der Hl.-Kreuz-Kapelle im Stil des Spätrokoko durch den Wessobrunner Ignaz Finsterwalder (* 1708 Haid bei Wessobrunn † nach 1780) und seinen Sohn Joseph Anton. Die Ausmalung des Kirchenraums schloss sich unmittelbar an, 1769/70. Thomas Christian Wink (* 1738 Eichstätt † 1797 München) schuf 1771 das Hochaltarbild mit der Himmelfahrt Mariens.
Unter Abt Rupert II. Mutzl (1872–1896) wurde die Ausmalung bis auf minimale Reste zerstört und 1876–78 durch eine in der Manier der Nazarener ersetzt. Sebastian Mutzl, ein Bruder des Abtes und Pfarrer in Enkering (CBD Bd 13, LKr. Eichstätt, S. 246), fertigte alle Zeichnungen für die Gemälde an; die Ausführung übernahm Sebastian Wirsching aus Dietfurt, ein Schraudolph-Schüler (Sanctjohanser, S. 3–5). Der Stuckdekor von Finsterwalder wurde an manchen Stellen dezimiert. Die Seitenschiffe des LHs wurden verlängert, um mit der Westwand der Empore bündig abzuschließen.
Abt Simon Landersdorfer (1922–36) machte die Reromanisierung rückgängig und ließ 1923/24 die zerstörten Fresken von 1769/70 ersetzen durch Decken- und Wandbilder von Otto Hämmerle, München, die dem späteren 18. Jh. nachempfunden sind.
Das Dreischildwappen des Klosters über dem Bogen der Chorapsis zeigt im unteren Schild das Wappen von Simon Landersdorfer, dem letzten Umgestalter der Kirche, darüber das zweiteilige Klosterwappen, das sich auf das Gründerpaar bezieht, links die rot und gold gefärbten Schrägbalken der Gräfin Haziga, rechts das gelbe Zickzackband auf blauem Grund der Grafen von Scheyern.
Der im Kern spätromanische Bau ist eine dreischiffige Anlage mit einem langgestreckten Chor (Maße 50×20 m, Höhe 12,50 m) mit einem zusätzlichen Seitenschiff im N (Frauenschiff). Die beiden an die Seitenschiffe angebauten, quer gerichteten Kapellen, Hl.-Kreuz-Kapelle südlich, Martinskapelle nördlich, sind mit der Kirche durch einen breiten Bogen verbunden.
Auftraggeber: Abt Joachim Herpfer (1757–71)
Autor und Entstehungszeit: Johann Georg Dieffenbrunner (* 1718 Mittenwald † 1785 Augsburg) 1769/70
Dieffenbrunner bewarb sich 1768 um den großen Auftrag in Scheyern. Wohl Anfang des Jahres 1769 fertigte er Entwürfe »nach denen gegebene Gedancken« an, die bereits im Februar 1769 zum Vertragsabschluss führten (Paula 1983, S. 343, 1991 S. 272f., 1992, S. 190f.). Nach den Rechnungsbüchern des Klosters von 1769 und 1770 erhielt Dieffenbrunner einmal 760 fl. und einmal 350 fl. ausbezahlt (Paula 1983, S. 344). Die Kosten für die Fresken im Frauenschiff übernahm offenbar die Rosenkranzbruderschaft (Paula 1992, S. 200, Anm. 113). Von den genannten Entwürfen sind zwei großformatige Ölskizzen erhalten, die sich im Benediktinerkloster Ottobeuren befinden und die von Georg Paula für Scheyern identifiziert wurden, Glorie des hl. Benedikt und Huldigung des Hauses Wittelsbach an Maria, erstere signiert JGD f. 1769. Ebenfalls für Scheyern identifizierte Paula eine Vorzeichnung Dieffenbrunners in der Graphischen Sammlung Stuttgart, zu der Szene an der Unterseite der Empore, Wallfahrt der Vier Erdteile zum Heiligen Grab, signiert JGD 1770. Die Jahreszahl 1770 besagt, dass von Osten beginnend gemalt wurde und die Darstellung an der Emporenunterseite den Abschluss der Ausmalung bildete.
Drei Entwurfsskizzen Johann Georg Dieffenbrunners für Scheyern (identifiziert von Paula 1983, S. 258f., 1991, S. 276–78, 1992, S. 191–94, 198–200, 1994, S. 171f.).
Zu Fresko B Glorie des hl. Benedikt und seines Ordens, Öl auf Leinwand, 91 × 46 cm ohne Rand. Signatur am unteren rechten Bildrand, außerhalb des figürlichen Bereichs, JGD (ligiert) f. 1769. Benediktinerabtei Ottobeuren, Stiftsmuseum, Raum 6. Zu Fresko C Huldigung des Hauses Scheyern-Wittelsbach an Maria, Öl auf Leinwand, 90 × 45 cm ohne Rand, unsigniert. Signatur unten rechts kaum mehr leserlich. Benediktinerabtei Ottobeuren, Stiftsmuseum, Raum 6.
Zu Fresko EU Wallfahrt der Vier Erdteile zum Heiligen Grab, Feder und Blei, aquarelliert, 58 × 47 cm. Signatur JGD (ligiert) 1770. Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung Inv. Nr. 3894. G. Paula hat die Zeichnung 1983 erstmals mit der Dieffenbrunner-Ausmalung von Scheyern in Verbindung gebracht (1983, S. 22 f., 258 f.).
Befund
Träger der ehemaligen Deckenmalerei: LHs und AR Stichkappentonnen
Rahmen: grau getönte geschweifte Stuckprofilrahmen, in die Stichkappenzwickel ausbuchtend, von Rocaillemotiven überlappt
Technik: Fresko; polychrom
Maße: Höhe 4,30 m; 3,80 × 5,00
Erhaltungszustand und Restaurierungen: Die Ausmalung der Kirche hat zwei komplette Übermalungen erfahren, die erste 1876–78 durch Sebastian Wirsching nach Entwurfszeichnungen von Sebastian Mutzl, Pfarrer in Enkering; die zweite 1923/24 im neubarocken Stil durch Otto Hämmerle, München. Erhalten hat sich lediglich ein barocker Rest von dem Fresko EU an der Emporenunterseite. Durch die Verkürzung der Empore ging das östliche Drittel der Szene verloren. Bei der Umgestaltung des Kircheninneren 1876–78 wurden die Fresken abgekratzt und übermalt. Der Stuckdekor wurde zum Teil dezimiert, wie Rötelvorzeichnungen, die während der Restaurierung 1975–77 im AR zum Vorschein kamen, erkennen ließen. Die Vasen auf den Pilastergesimsen wurden heruntergeschlagen (Hartig). Der Raum und die Einrichtung wurden grau getüncht, alle Decken-, Wand- und Altarbilder von Sebastian Wirsching neu angefertigt. Im Zug der Neuausmalung 1923/24 von Otto Hämmerle wurden die Emblembilder in den Kartuschen Fa-d im Frauenschiff mit Kaseinfarben überarbeitet; der Stuckdekor erhielt reiche Goldhöhungen. Bei der Restaurierung 1974–77 durch Restaurator und Kirchenmaler Jakob Holderried, Pfaffenhofen, wurden Reste von Fresko EU freigelegt, retuschiert und teilweise fehlerhaft ergänzt. So erhielt eine männliche Rückenfigur mit Turban am rechten Bildrand irrtümlicherweise ein Gesicht (die Stuttgarter Vorzeichnung war damals noch nicht identifiziert). Der Stuckdekor wurde durch Fa. Walter Berger, Friedberg, ausgebessert und neu gefasst (BLfD, Akten Scheyern, und frdl. Mitt. Bernd Holderried, Pfaffenhofen).
Beschreibung und Ikonographie
EU WALLFAHRT DER VIER ERDTEILE ZUM HEILIGEN GRAB (teilweise erhalten, Vorzeichnung) Das über dem Mittelschiff, an der Unterseite der Empore angebrachte Fresko ist nur in zwei Dritteln der Fläche und in schemenhaften Resten erhalten. Es war eine einansichtige, einseitige Darstellung, eingepasst in einen verkröpften Vierpassrahmen. Zu erkennen sind noch der zartgelbe Grund der westlichen Bildpartie und darin ein in Grisailletönen angedeuteter flacher Hügel mit den Umrissen der Grabeskirche als Bekrönung. Auf der Laterne des Gebäudes steht das Scheyerer Kreuz. Am heutigen östlichen Bildrand erscheinen die zu Halbfiguren gewor-
denen, retuschierten Reste der Personifikationen der Vier Erdteile und ihrer Begleiter. Nur der Kopf und der Oberkörper der Europa, linkerseits, und die Profilansicht von Asia, rechterseits, lassen in der weichen Linienführung der Gesichter, der zarten Buntfarbigkeit, der Anlage der Schmuckelemente die Hand Dieffenbrunners noch erkennen.
Auf der Vorzeichnung nimmt ein flächiger Hügel, der von der fern gerückten Grabeskirche bekrönt wird, den größten Teil der Bildfläche ein. Er wird von einem in Zickzacklinien geführten Aufstiegsweg durchschnitten, dessen vordere Partien wild zerklüftet sind. Die dazwischen liegenden Wiesenstücke wirken wie eingeschobenen Bühnenteile. Hier sind die Hauptpersonen angeordnet und fast wie Kontrahenten einander gegenübergestellt. Links kniet Europa, umgeben von ihrem großen Gefolge, das aus aufsteigenden Klerikern und weltlichen Pilgern besteht, rechts Asia, eingerahmt von ihren durch Turbane gekennzeichneten Begleitern. America, außen links, und Africa, außen rechts, haben nur geringe Bedeutung. Sie sind als halbe Rückenfiguren mit negroiden Zügen und Federschmuck – America Indianerfedern, Africa Straußen-
SCHEYERN
federn - in den Bildhintergrund gerückt. Ihr Gefolge verschwindet in den hinteren, kulissenhaften Wegeinschnitten. Europa kniet etwas erhöht. Die Figur trägt eine kleine Fürstenkrone und einen mit Hermelin abgesetzten Mantel. Auf einem Kissen neben ihr liegt ein Herzogshut. Ein Diakon hält einen Kreuzstab mit einem Doppelkreuz, das ebenso wie das Doppelkreuz auf der Laterne der Grabeskirche Bezug nimmt auf die Scheyerer Kreuzrelique. Eine Wallfahrt zur Hl.-Kreuz-Reliquie in Scheyern wurde als gleichwertiger Ersatz für eine Wallfahrt zum Heiligen Grab in Jerusalem angesehen (L. Altmann, 2000, S.12; Reichhold, S.16). Asia ist ebenfalls in ein prächtiges Gewand gekleidet und angetan mit einem turbanähnlichen Kopfputz, der mit einem großen Schmuckstück in Gestalt des türkischen Halbmonds bekrönt ist. Sie hat beide Hände in einer darbietenden Geste ausgestreckt. Vor ihr steht das stark rauchende Weihrauchgefäß. Beide Personifikationen blicken weniger zur Grabeskirche auf, als dass sie aufeinander bezogen sind. Hier kommt offenbar die Auffassung zum Tragen, Asien sei das Ursprungsland des Christentums gewesen. Auch die heilsgeschichtliche Auslegung (vgl. die Ölskizze zu Fresko B) in der Figur Europas den Neuen Bund und in der Asiens den Alten Bund mit seinem Brandopfer zu sehen, trifft hier zu (RDK Bd 5, s. v. Erdteile, Sp. 1187, ikonographische Sondertypen)
Europa und Asia hat Dieffenbrunner in fast unveränderter Form seinem Inhausener LHs-Fresko entnommen (CBD Bd 5, S. 89).
Die zerstörte Ausmalung der Abteikirche
Rekonstruierende Bildabfolge (nach Paula, 1992, S. 200)
Rekonstruierende Beschreibung und Ikonographie
Die zerstörten Fresken A, B, C in LHs und AR waren angelegt als einansichtige, geostete, sehr lang gestreckte Bildfelder (Höhe 12,60, ca. 11,50 × 5,00 m), eingepasst in stark ondulierte Stuckprofilrahmen, die von feingliedrigen Kartuschen und dünnen, in die Länge gezogenen Rocaillemotiven übergriffen werden. Die Stuckrahmen sind erhalten und rahmen die Fresken von 1923.
B GLORIE DES HL. BENEDIKT UND SEINES ORDENS – VER- EHRUNG DER EUCHARISTIE DURCH DIE VIER ERDTEILE (Beschreibung nach dem Bozzetto in Ottobeuren) Die irdische Zone mit den Vier Erdteilen nimmt ein Viertel, die himmlische Zone drei Viertel der Bildfläche ein. Übereinander getürmte, versetzt angeordnete Wolkenbänke, die im östlichen Bildbereich zu einer Wolkenbrücke zusammenfinden, ergeben die Szenerie für die hier versammelten Heiligen und Seligen des Benediktinerhimmels.
In der Mitte der verschatteten irdischen Bühne, eines graugrünen Wiesengrunds, ruht auf einem Stufensockel die Weltkugel, bekrönt mit dem abgelegten Kreuz und dem von einem Strahlenkranz eingefassten Hostienkelch. Darunter liegt auf einem roten Kissen die römisch-deutsche Kaiserkrone zusammen mit dem Zepter. Um die Weltkugel knien in anbetender Haltung die Vier Erdteile. Europa, vorne links, und Asien, vorne rechts, sind besonders hervorgehoben. Europa, in goldgelbem Herrschermantel mit Hermelinkragen, eine Fürstenkrone auf dem Haupt, hält den Kopf gesenkt und blickt zu der Reichskrone hinab, die demonstrativ genau unterhalb des Hostienkelchs abgesetzt ist. Asia, in einen roten hermelinbesetzten Mantel gehüllt, Perlen und Schmuckstücke im Haar, die dem türkischen Halbmond ähneln, blickt wie fragend zum Himmel auf und hält in der linken Hand ein Weihrauchgefäß. Die auffallende Gegenüberstellung von Hostienkelch und Kreuz einerseits und Weihrauchgefäß andererseits legt den Gedanken nahe, dass Europa und Asia hier auch als Vertreter des Neuen und Alten Bundes anzusehen sind (s. RDK Bd 5, s. v. Erdteile, Sp.1187, ikonographische Sondertypen; Verf. Ernst Kreuzer). America und Africa sind beide dunkelhäutig dargestellt und stärker in den Hintergrund gerückt. America linkerseits trägt eine Perlenkrone mit Indianerfedern, Africa rechterseits eine Perlenkrone mit Straußenfedern. Oberhalb der Personifikation von Asia eröffnen zwei Putten mit Lorbeerkranz und Palmzweigen in der Hand die Abfolge der versetzt übereinander angeordneten Figurengruppen des Benediktinerhimmels«, die ihren Bezugspunkt in der Gestalt des hl. Benedikt haben, der auf dem Zenit des Wolkenbogens thront. Auf der untersten, nach links ansteigenden Wolkenbank lagert eine Gruppe von Benediktinermönchen in schwarzem Habit, angeführt von einem Abt mit Abtskrümme. Diagonal darüber sind zwei Ordensritter platziert. Der linke trägt ein schwarzes Gewand mit Kniehosen, ein Spitzenhalstuch und einen weißen Mantel mit einem grünen Lilienkreuz auf der linken Schulter. Dasselbe Kreuz ist auch als Brustkreuz zu erkennen. Der rechte Ritter trägt über einem schwarzen Gewand einen roten Mantel mit einem schwarzen Kreuz auf der rechten Schulter. Die rechte Hand führt ein Schwert. Oberhalb dieser Gruppe, zur Bildmitte hin, wird die nächst höhere Wolkenbank von einem Engel gestützt. Hier beginnt ein beidseitig aufsteigender Ring bedeutender Benediktinerheiliger, der in der Figur des Ordensgründers selbst gipfelt. Am Fußpunkt sitzt ein Mönch, der in ein Buch schreibt. Neben ihm kniet ein Papst, der durch ein goldfarbenes Pluviale, eine hohe, blaugrundige Tunika und das betont heraus gestellte Papstkreuz besonders hervorgehoben ist. Er blickt zum hl. Benedikt empor. Hinter ihm sitzt ein Kardinal, bekleidet mit dem roten Kardinalshut und einer Cappa magna. Darüber folgt eine Zweiergruppe, die anscheinend in einem Disput begriffen ist, ein als Profilfigur am Bildrand thronender Benediktiner mit langem Bart und ein lebhaft gestikulierender Bischof. Darüber erscheinen als Brustbilder zwei Herrscher, ein bärtiger Fürst mit dem roten Herzogshut und ein bärtiger Herrscher, dessen Kopf ein Lorbeerkranz ziert. Er weist mit der rechten Hand auf ein Kissen, auf dem die römisch-deutsche Kaiserkrone und das Zepter abgelegt sind. Er blickt zum hl. Benedikt empor und scheint die Reichsinsignien ihm darzubringen. Den rechten aufsteigenden Kreisbogen bildet eine Gruppe von Benediktinerinnen (schwarzes Habit, weißer Wimpel, schwarzer, weißgefütterter Schleier). Der erhobene linke Arm der vordersten Nonne weist auf die oberste Figurengruppe am rechten Bildrand, die weißgewandeten Zisterzienser - wichtigster Zweigorden der Benediktiner. Auf dem Scheitel des Wolkenbogens thront, halb kniend, der hl. Benedikt in der schwarzen Flocke, das Abtskreuz um den Hals. Er schreibt die Ordensregel in ein Buch, das ein Engel ihm hinhält, der mit der anderen Hand das Pedum hält. Die Abtskrümme und das weiter unten befindliche Papstkreuz sind
SCHEYERN
in ihrer formalen Anordnung deutlich aufeinander bezogen. Vor dem Regelbuch sind die Mitra und weitere Attribute des hl. Benedikt platziert: der Rabe mit dem vergifteten Brot im Schnabel, der zersprungene Becher mit der Schlange darin (LA-Benz, S. 239f., 242). Eine von hellem Glorienschein erfüllte, kreisrunde Himmelsöffnung überwölbt den hl. Benedikt, in ihrem Zentrum erscheint das Trinitätssymbol mit dem Tetragramm. Ein von hier ausgehender, breiter Strahl trifft die Brust des Ordensgründers. Den Bildrand säumen musizierende Engel und Puttoköpfchen.
Das im hellsten Himmelslicht leuchtende Trinitätssymbol und der im verschatteten düsteren Erdbereich erstrahlende Hostienkelch sind sowohl die spirituellen als auch, bezüglich der Komposition, die realen Lichtquellen. Der Bildaufbau ist spannungsreich und ausgewogen zugleich. Die lebhaft nach außen schwingenden, dann wieder nach innen geführten Figurengruppen halten sich gegenseitig im Gleichgewicht. Ausgewogen ist auch die Verteilung der farblichen Bausteine, der verschiedenen schwarzen Flächen der Benediktinergewänder einerseits und der goldfarbenen und roten Gewänder andererseits, die sich bei den Weltgeistlichen, den Fürsten und den Personifikationen der Erdteile finden.
Als Anregung für die Gruppierung der Erdteile um die Weltkugel diente J. G. Dieffenbrunner ein um 1765 datierter Stich von Gottfried Bernhard Göz (Paula 1991, S. 274, Anm. 116, 1994, S. 171). Das ausgeführte Fresko dürfte zu den besten Arbeiten Dieffenbrunners gehört haben.
Zur Ikonographie des Benediktinerhimmels von Scheyern
Das fast gänzliche Fehlen persönlicher Attribute in der hier vorliegenden Darstellung erschwert sehr die Benennung der Figuren. Es kann davon ausgegangen werden, dass im ausgeführten Fresko die Heiligen und Seligen gekennzeichnet und dass bei den großen Ausmaßen des Freskos auch weitaus mehr Personen dargestellt waren. Dieffenbrunner hat mit dieser Skizze den Inhalt des Freskos eher pauschal entworfen: einen Benediktinerhimmel in verschiedenen Rängen, Äbte, Ritter, geistliche und weltliche Würdenträger und zusätzlich auf Scheyern bezogene Stifter und Heilige. Als Identifizierungshilfe kann die Erläuterung des Figurenprogramms herangezogen werden, die Pater Ignaz Brendan anlässlich der Ausmalung der Kuppel der Benediktinerabteikirche Münsterschwarzach verfasste (Ausmalung durch Johann Evangelist Holzer 1737-40; Kirchweihe und Druck der Schrift 1743). Diese Auslegung bildet auch eine wichtige Grundlage für die Ausmalung der Kuppel der Ettaler Klosterkirche (Johann Jakob Zeiller 1748–50, CBD Bd 2, S. 296–315) sowie für die Ausmalung der Kuppel der Klosterkirche Rott am Inn (Matthäus Günther 1762/63, CBD Bd 12, S. 442-57).
Für die Figur des Abtes auf der untersten Wolkenbank kommt Abt Bruno von Scheyern (1111-27) in Betracht, der um 1119 den Umzug des Klosters vom Petersberg bei Eisenhofen in die Burg Scheyern vollzog. Er wird im Kalendarium Benedictinum unter dem 16.9. als Seliger geführt (Bd III, S. 64). Von den beiden Kreuzrittern ist der linke durch das grüne Lilienkreuz auf dem weißen Mantel als Mitglied des benediktinischen Ritterordens von Alcantara zu identifizieren (Brendan XXII., Bestätigung des Ordens 1177). Paula (1994, S. 171) schlägt Graf Otto III. von Scheyern- Wittelsbach und seinen Bruder Eckhard II. vor. In dem Mönch sieht er Konrad, den Verfasser der ersten Klosterchronik, in dem Papst Paschalis II. Denkbar ist auch Papst Gregor der Große, Verfasser der ersten Benediktsvita. Der Kardinal könnte wie in Rott und in Ettal der hl. Petrus Damiani sein. Für den Bischof kommen mehrere der frühen heiligen Bischöfe und Glaubensapostel, am ehesten der hl. Korbinian als Bistumspatron in Betracht, für den Fürsten und den Kaiser Kurfürst Maximilian I. und Kaiser Ludwig der Bayer aus dem Hause Wittelsbach. Die Gruppe der Benediktinerinnen wird angeführt von der hl. Scholastika, Schwester des hl. Benedikt, und gefolgt vermutlich von der hl. Walburga, Äbtissin in Heidenheim. Mit der vordersten Figur der Zisterzienser kann nur Bernhard von Clairvaux gemeint sein, der Gründer des wichtigsten benediktinischen Zweigordens.
Auch in Brendans Beschreibung (VII.) ist der hl. Benedikt unterhalb der Trinität dargestellt. Er wird mit einem großen »Himmels-Licht« verglichen: »Aus den glantzreichen Strahlen, so von dem heiligen Geist auf di Brust des heiligen Benedicti ausgehet, von welcher wie von der Sonn sich viele andere Strahlen auf seine Ordens-Geistliche austheilen, und sich wiederum zurück schlagen wie in einen Spiegel auf ihren Ursprung.«
C KRÖNUNG MARIENS UND HULDIGUNG DURCH DAS HAUS SCHEYERN-WITTELSBACH (Beschreibung nach dem Ölbozzetto in Ottobeuren) Nach dem Bildumriss mit zwei beidseitigen Ausbuchtungen und dem Thema der Marienkrönung kann die Skizze nur für das AR-Fresko bestimmt gewesen sein, das thematisch an den Hochaltar mit der Darstellung der Himmelfahrt Mariens anschließt. Das Bild mit Maria im oberen Drittel verbindet eine Marienhuldigung von Stiftern mit einer Marienkrönung. Ähnlich wie die Ölskizze zu Fresko B hat auch diese Skizze keinen einheitlichen Augenpunkt. Die irdische Szene und die auf einer Wolke kniende Immaculata sind zusammen gesehen; der Fluchtpunkt der Vertikalen liegt über dem Haupt Mariens. Die darüber schwebenden Figuren von Christus und Gottvater haben ihren eigenen Fluchtpunkt nahe dem oberen Bildrand. Der himmlische Bereich wird nach oben hin durch Luftperspektive aufgelichtet und gewinnt dadurch. Ihre rechte Hand ist ehrfürchtig auf die Brust gelegt; der ausgestreckte linke Arm weist hinab zu den Erdbewohnern. Engel flankieren Maria und halten ihre bauschigen Gewänder. Weitere flankierende Engel am unteren Rand der Wolkenbank wenden sich mit ihren Füllhörnern der Erde zu. Über Maria thronen auf Wolken Christus und Gottvater und halten über ihr Haupt die Krone. Hoch über Krone schwebt die Geisttaube in einer hellen Gloriole.
Der sanft ansteigende irdische Bühnenraum beherbergt rechts und links je eine Stiftergruppe und gibt in der Mitte den Blick frei auf die im Hintergrund liegende Schyrenburg mit Kirche. Im Vordergrund, einem brauntonigen Wiesenstück, liegen zwei quergelagerte Löwen als Wappenhalter.
Der Wappenschild der rechten Gruppe ist gespalten. Ein von unten aufsteigender roter Keil trennt die Hälften. Rechts erscheint auf blauem Grund das gelbe Zickzackband der Grafen von Scheyern, links ein nach links aufsteigender Löwe auf schwarzem Grund, das jüngere Wappen der Wittelsbacher. In der Ausführung des Freskos hat der rote Keil vermutlich die abwechselnd roten und goldgelben Schrägbalken des Wappens der Gräfin Haziga enthalten. Das Wappen der linken Gruppe ist das gevierte kurbayerische Wappen mit dem blauweißen Rautenmuster links oben und rechts unten und dem aufsteigenden Löwen auf schwarzem Grund links unten und rechts oben; im Herzschild der Reichsapfel auf rotem Grund (heraldisch beschrieben sind in dem Wappen links und rechts zu vertauschen). Die beiden Löwen sind deutlich gegeneinander abgesetzt: der rechte blickt zurück zu seiner Gruppe, der linke nach vorn. Neben diesem liegen eine Säulentrommel und ein großer Haustein, Hinweise auf weitergehende Bautätigkeit.
Zu Seiten der Schyrenburg sind dargestellt Gräfin Haziga († 1101) und ihr zweiter Ehemann, Graf Otto II. von Scheyern († um 1078/79), das Gründerpaar, das 1077 die Urzelle des Scheyerer Klosters gegründet hatte: Margaretenzell bei dem Ort Herlingersweng (= Bayrischzell). Gräfin Haziga hatte das Landgebiet von ihrem ersten Mann, Graf Hermann von ...
Kastl, geerbt. Sie ist die eigentliche Stifterin und deshalb als vorderste Figur platziert. Sie trägt ein goldfarbenes Gewand mit Spitzenkragen und kostbarer Stickerei, eine kleine Fürstenkrone und einen schleierartigen, hellblauen Mantel. Mit der linken Hand weist sie auf die Schyrenburg hin. Hinter ihr steht ein Ritter in schwarzer Rüstung mit Schwertgehänge und roter Schärpe, einen hell purpurfarbenen Mantel über den linken Arm geschlungen. Er blickt zum Betrachter und weist mit der Rechten auf Haziga. Vielleicht ist es Otto III., Hazigas Sohn (gekleidet wie Otto III. auf der Emporenbrüstung in der Gruftkirche). Vor ihm kniet ein Page, der Hazigas Schleppe hält. Die Begleitfiguren im Hintergrund, von denen man nur die Köpfe sieht, sind möglicherweise Söhne des Paares.
Die linke Gruppe wird von männlichen Figuren bestimmt. Vorn Otto II., die Arme weit ausgebreitet und das Gesicht zu Maria empor gewendet. Ein prächtig gekleideter Wittelsbacher Fürst trägt ein goldgelbes Gewand mit Kniehosen, einen purpurfarbenen, hermelingefütterten Herrschermantel mit großem Hermelinkragen und eine goldene Ordenskette. Hinter ihm kniet ein Page, der einen roten, hermelinbesetzten Kurfürstenhut hält. Mit diesem Herrscher sind zugleich auch seine Nachfahren gemeint bis hin zu Kurfürst Max III. Joseph (1727–77), in dessen Regierungszeit die Ausmalung der Abteikirche stattfand.
Der stehende Ritter hinter Graf Otto II. trägt eine schwarze Rüstung, einen schwarzen Helm mit rosa Feder und einen hell purpurfarbenen Mantel über den linken Arm geworfen. Er weist mit überdeutlicher Gebärde zu Grafin Haziga bzw. zum Kirchturm der früheren Klosteranlage (= Schyrenburg) hinüber und blickt dabei auf den Betrachter hinab. Mit dieser Figur kann Graf Otto V. gemeint sein, der Begründer der Hauptlinie der Wittelsbacher, der die Stammburg Scheyern endgültig dem Kloster überließ. Die drei Köpfe, die hinter den Hauptfiguren hervorlugen, deuten weitere Mitglieder der Gesamtfamilie an. (Zur Geschichte von Scheyern siehe S. 241).
Die Transferierung fand zu Lebzeiten des jüngsten Sohnes der Gräfin Haziga, Graf Otto III. von Scheyern statt († 1121/22). Er befand sich jedoch zu jenem Zeitpunkt als Pilger im Heiligen Land (s. Bild Nr. 4 der Fürstenbilder in der Gruftkirche, P. A. Reichhold 1993, Abb. S. 13). Es ist anzunehmen, dass die Übergabe durch Graf Otto V. († 1156) erfolgte, Sohn Eckhards I. und Enkel der Gräfin Haziga. Er nannte sich 1116 zum ersten Mal Graf von Wittelsbach.
Von Maria gehen Gnadenstrahlen aus, die Graf Otto II. und Gräfin Haziga berühren. Zugleich schütten die flankierenden Engel ihre Füllhörner aus über den frommen Stiftern. Links fallen weltliche Belohnungen herab: Kronen, ein Fürstenhut, Ordensketten, ein Lorbeerkranz, Gold- und Silbertaler; rechts die Insignien geistlicher Macht: Papstkrone, Kardinalshut, Mitra und Abtskreuze.
Die Komposition wird inhaltlich und formal zusammengehalten durch die zentrale Figurengruppe um Maria. Ihr Dreiecksumriss verbindet sich perspektivisch sowohl mit dem irdischen Bereich in der Gestalt der außen postierten Stifterfiguren als auch im himmlischen Bereich mit der Wiederholung der Dreieckschrägen in den schräg gestellten Körperachsen von Gottvater und Christus. Die delikate, detaillierte Buntfarbigkeit bei den irdischen Personen, die sich abhebt gegen die Schwarz-Werte der Rüstungen, wird zum himmlischen Bereich hin zurückhaltender und großflächiger und ist dort in einen rosa-gelblichen Grundton von Himmel und Wolken eingebunden. Ähnlich wie in der Ölskizze zu Fresko B besteht auch hier eine große Spannung zwischen dem sehr verschatteten Vordergrund der irdischen Bühne und der hellen Glorie um die Geisttaube.
Wie es häufig bei Dieffenbrunner-Fresken der Fall ist, sind auch hier verschiedene Elemente voraufgehender Arbeiten des Künstlers entlehnt. Für die Gestaltung der Immaculata und der flankierenden Engel griff er zurück auf das LHs-Deckenbild in Inhausen mit dem Thema Verehrung Mariä durch die vier Erdteile (CBD Bd 5, S. 89, s. auch Paula 1991, S. 277). Die Gruppe der Dreifaltigkeit hat einen Vorläufer im AR-Fresko der Pfarrkirche in Sittenbach (CBD Bd 5, S. 249).
F, Fa-d (Frauenschiff) Darstellung aus dem Marienleben und Marienembleme? Die Fresken im zweiten nördlichen Seitenschiff von Otto Hämmerle 1923/24 dürften in der Anlage noch auf J. G. Dieffenbrunner zurückgehen (Paula, 1992, S. 224, Anm. 115). Der reich ornamentierte Stuckrahmen von F mit der Darstellung der Verkündigung, besetzt mit den für Ignaz Finsterwalder charakteristischen Spiegelscheibchen, wird in den Haupt- und Schrägachsen von je zwei flachen Stuckkartuschen übergriffen. Sie enthalten auf Maria bezogene Blumendarstellungen (von NW im Uhrzeigersinn: Veilchen, Sonnenblume, Lilie, Rose) mit einem Spruchband über dem Bild.