Sande, Haus Gödens
Inventarnummer: cbdd10106
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Das nach einem Brand 1670/71 neu erbaute Haus Gödens birgt in seinem Innern einen zweigeschossigen so genannten Barocksaal mit Wandmalereiwn mythologisch-allegorischen Inhalts von Augustin Terwesten von ca. 1690. Es handelt sich um die letzten erhaltenen Monumentalmalereien Terwestens.

Der Häuptlingssitz Haus Gödens
Geschichte
Gödens war Mittelpunkt einer erstmals 1427 sogenannten Herrlichkeit und Sitz eines sogenannten Häuptlings.[1] 1517 ließ Häuptling Hicko von Oldersum zusammen mit seinem Bruder einen Zweiflügelbau mit Treppenturm errichten, der mit Graben und Zugbrücke gesichert war. Durch Heirat 1574 gelangte die Herrlichkeit Gödens an die Familie von Frydag, die aus Westfalen stammte. Sie wurde 1647 in den erblichen Reichsfreiherrenstand erhoben. 1669 zerstörte ein Schadensfeuer das Hauptgebäude. Der Besitzer Haro Burchard von Frydag ließ daraufhin bis 1671 den heute noch bestehenden Bau aufführen.[2] Der Bauherr war international vernetzt mit Kontakten nach Wien und Berlin sowie u.a. Präsident der ostfriesischen Handelskammer in Emden, Kaiserlicher Reichshofrat und Gesandter des Niedersächsischen Kreises. 1692 wurde er zusammen mit seinen Brüdern in den Reichsgrafenstand erhoben. 1746 gelangte Gödens nach dem Tod von Burchard Philipp von Frydag im Erbgang an die Familie von Wedel.[3]
Beschreibung
Der Komplex ist gänzlich von einem Wassergraben umgeben; vorgelagerter Wirtschaftshof und Hauptgebäude stehen auf eigenen Inseln. Das zweigeschossige Hauptgebäude[4] aus Backstein setzt sich aus zwei rechtwinklig aneinanderstoßenden Flügeln zusammen, in deren Gelenk ein ehemaliger Treppenturm steht. Hauptflügel ist heute der von Nordwesten nach Südosten ausgerichtete Westflügel. Er wird seit 1689 durch einen Portalrisalit aus Sandstein mit Wappen des Bauherrn geschmückt. Dort steht zu lesen: „Zur größeren Ehre Gottes, als bequeme Wohnung für seine Nachfolger hat das Schloss, das 23. Oktober 1669 bis auf den Grund abgebrannt war, in dieser Form wieder aufbauen lassen Haro Burchard, des Heiligen Römischen Reiches Freiherr, Herr in Gödens im Jahre des Heils 1671.“ Hinzu kommt der Wahlspruch „Ad maiorem dei glroiam“.[5] Während der Westflügel komplett neu errichtet wurde, geht der Nordflügel noch auf den Vorgängerbau zurück. Das Haus war ehemals nur im Sommer bewohnt.[6] Architekten und Baumeister sind unbekannt.[7]
Das Innere[8] des Hauses ist heute durch eine große, zweigeschossige Eingangshalle dominiert. Nach links gelangt man in den ebenfalls zweigeschossigen Barocksaal an der Südecke des Hauses mit Wandmalereien von Augustin Terwesten. Durch die Halle ist auch der Westflügel erreichbar, in dem sich die neue Bibliothek befindet. An ihrer Decke sind translozierte Deckengemälde angebracht.
Der Barocksaal
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der sogenannte Barocksaal in Haus Gödens ist 1669–1671 erbaut worden. Um 1690 wurde er von Augustin Terwesten ausgemalt. Der Raum[9] misst rund 10 auf 13 Meter und reicht mit 9,5 Metern Höhe über zwei Geschosse. Die Wandflächen sind mit Leinwänden bespannt und komplett bemalt wie auch Decke, Türen und Putzflächen. 2010–2013 wurde die Malerei restauriert.[10]
Die vier zentralen Wandflächen zwischen den Fenstern sind mit den Malereien von Augustin Terwesten versehen.[11] Es handelt sich um Ölmalereien auf Leinwand von ca. 8,5 Metern Höhe. Sie zeigen Deukalion und Pyrrha, den Sturz des Ikarus, die Fahrt des Odysseus an den Sirenen vorbei sowie Justitia bzw. die gerechte Regierung des Hauses Frydag. Die dekorative Malerei in den Raumecken und Fensterkompartimenten stammt nicht von Terwesten sondern ist ein Ersatz aus dem 19. Jahrhundert.[12] Hier erblickt man heute illusionistische Architekturdarstellungen. Zwischen den Fenstern des unteren und des oberen Geschosses sind antikisierende Büsten in fiktive Nischen gemalt. Ehemals muss die gegenständliche Malerei Terwestens mehr Raum eingenommen haben, was man heute noch beiderseits des Kamins erkennen kann, wo die Malerei jetzt abrupt endet.
Die Saaldecke wurde ebenfalls im 19. Jahrhundert erneuert.[13] Die Malerei in frühklassizistischen Formen ist nicht Bestandteil der ursprünglichen Ausstattung. Ebenso wenig sind es die Voute und das profilierte Stuckgesims. Dieses überdeckt die originalen Leinwände um 6-8 cm.[10] Das ursprüngliche Aussehen der Decke ist unbekannt.
Die Malerei von Augustin Terwesten
Die Zuschreibung an Terwesten und die Datierung der Malerei auf 1690 erfolgt aus stilistischen Gründen und dem Umstand, dass Terwesten 1690 für Gödens nachweislich tätig war, da aus diesem Jahr das Altarbild der Kirche in Gödens als seine Arbeit belegt ist. Die Malerei in Öl auf Lenwand ist auf einer rötlichen Grundierung in mehreren Schichten sehr dünn aufgetragen.[10] Die vier vielfigurige Komposition mit stark emotionalen Bewegungen, stellen das Gefühlsleben der Figuren dar. Alle Darstellungen haben zusammen das Thema der Gerechtigkeit zum Inhalt, sei es die Errettung von Deukalion und Pyrrha oder der Tod des Ikarus. Zielpunkt ist die Darstellung der Justitia über dem Kamin, die mit dem Wappen der Frydag zusammenwirkt. Eventuell stellen die vier Malereien auch die vier Kardinaltugenden dar: Gerechtigkeit, Klugheit, Besonnenheit und Tapferkeit.[14] Dann wäre die Gerechtigkeit mit Justitia, die Klugheit mit Odysseus, die Besonnenheit mit Ikarus (bzw. Dädalus) sowie die Tapferkeit mit Deukalion und Pyrrha zu assoziieren. Überzeugend erscheint dieser Interpretationsansatz aber nicht.
Die vier Darstellungen unterscheiden sich grundlegend bezüglich der realen Präsenz im Raum. Während die antiken Erzählungen in übergroßen Kartuschen präsentiert werden, ist Justitia real im Raum anwesend. Kein Rahmen definiert sie als bildliche Darstellung, vielmehr drücken die Wolken bis auf den Kamin nieder und die Gerechtigkeit ist real im Raum anwesend.
Bei den Wandmalereien handelt es sich nach den Kriegszerstörungen 1944/45 um die letzten erhaltenen Monumentalmalereien Terwestens in Deutschland.[15]
Die Ostwand
Beschreibung und Ikonographie
Die Ostwand des Barocksaals ist jene Wand, auf die man blickt, wenn man den Raum betritt. Das Kompartiment zwischen den Fenstern ist komplett mit Leinwand bespannt,[16] die ein Ölgemälde mit der Darstellung des Odysseus bei den Sirenen trägt. Da alle, die den betörenden Gesang der Sirenen hörten, ihnen verfallen waren und nicht mehr entkommen konnten, ließ sich Odysseus, als er bei ihnen vorbeisegelte, an einen Mast festbinden. Seiner Mannschaft verschloss er die Ohren mit Wachs. So konnte er dem Gesang lauschen, ohne den Verlockungen folgen zu können.
Genau diese Szene ist dargestellt: In der Mitte erkennt man den an einen Mast gebundenen Odysseus, der sich sehnsüchtig zu einer nackten Sirene links zuwendet. Im Vordergrund spielt eine weitere Gitarre. Die Mannschaft des Odysseus geht unbeirrt ihrer Arbeit nach, da sie die Sirenen nicht hört. Am Himmel nahen zudem helfend zwei bewaffnete Reiter. Die Darstellung wird belebt durch Helldunkelkontraste. Vor allem die nackten Körper der Sirenen, der Oberkörper des Odysseus und die Schimmel der Reiter werden beleuchtet. Zugleich sind alle Figuren dynamisch kreisend um den zentralen und ruhigen (da festgebundenen) Odysseus angeordnet.
Das untere Viertel des Gemäldes nimmt in der Mitte eine Scheintür auf, die die gegenüberliegende reale Eingangstür spiegelt. Zu ihren Seiten sind entsprechend dem Pendant an der Westseite zwei monochrome, dekorative Figuren platziert. Auf dem Türsturz steht auch hier eine Schale mit einem Relief, das jedoch (zumindest heute) nicht mehr deutlich zu erkennen ist. Auf der Scheintür selbst ist eine weitere Szene aus der Odyssee dargestellt: Der geblendete Polyphem versucht vergeblich, das Schiff mit dem flüchtenden Odysseus mit einem geworfenen Felsbrocken zu versenken.
Die Südwand
Beschreibung und Ikonographie
An der Südseite des Barocksaals – gegenüber dem Kamin – ist das Kompartiment zwischen den Fenstern komplett mit einer Leinwand bespannt.[17] Es trägt eine Ölmalerei, die den Sturz des Ikarus zeigt.[18] Auf seine Flucht mit künstlichen Flügeln, die von Wachs zusammengehalten wurden, kam Ikarus tortz der Warnungen seines Vaters Dädalus der Sonne zu nahe. Das Wachs schmolz und er stürzte ins Meer.
In Gödens wird der stürzende Ikarus von trauernden Frauen getragen. Am Himmel erblickt man den Sonnenwagen des Apoll sowie den Gott selbst, der mit einem Pfeil auf den Jüngling zielt. Weiter links unten ist Dädalus zu sehen, der auf seinen herabfallenden Sohn zurückblickt. Die Dramatik des Bildes wird durch Helldunkelkontraste hervorgerufen. Das in der oberen Bildhälfte durchbrechende Licht weitet den Raum zusätzlich in die Tiefe.
Unter der Darstellung sind rechts und links in den Bildecken zwei monochrom gehaltene, dekorative Figuren dargestellt. Zwischen ihnen befindet sich ein Medaillon, auf dem man, ebenfalls in monochromer Malerei, Herkules im Kampf mit einer Schlange erkennt. Es könnte sich bei der Schlange um Achelaus in Gestalt einer Schlange oder um den Drachen Ladon vor dem Garten der Hesperiden handeln. Auf dem Medaillon steht eine gemalte Schale, deren Relief einen Knaben zeigt, der Seifenblasen bläst und damit auf die Unbeständigkeit des Glücks anspielt.
Die Westwand
Beschreibung und Ikonographie
An der Westwand des sogenannten Barocksaals befindet sich über dem Eingang in den Raum ein wandfüllendes Leinwandgemälde,[19] das Deukalion und Pyrrha zeigt.
In der oberen Bildhälfte sieht man das Paar nach der lebensvernichtenden Flut vor dem Tempel der Gaia, wie es Steine (die Gebeine ihrer Mutter Gaia) hinter sich wirft. Aus diesen entsteht das neue Menschengeschlecht. Man erkennt, wie die jungen Menschen sich bereits erheben. Die untere Bildhälfte wird von der Flut eingenommen, mit der Zeus das Menschengeschlecht des ehernen Zeitalters vernichtete. Diese hatten Deukalion und Pyrrha aufgrund ihrer Rechtschaffenheit überlebt, denn Prometheus hatte seinem Sohn Deukalion befohlen, ein Schiff zu bauen, das ihn und seine Frau Pyrrha rettete. Man erkennt Neptun in den Fluten.
Beiderseits der Tür sind monochrome Figuren gemalt, die lediglich eine dekorative, rahmende Funktion haben. Über der Tür ist monochrom eine Schale gemalt, auf der man sieht, wie Charon eine tote Seele in den Hades bringt. Auf der Tür selbst sind Meilanion und Atalante zu erkennen, und zwar in einer Szene aus dem Wettlauf der beiden, in dem Atalante einen der goldenen Äpfel aufhebt.
Die Darstellung gewinnt an Dramatik durch die ausgeprägten Helldunkelkontraste. Vor allem Deukalion und Pyrrha sowie eine Nereide sind hell ausgeleuchtet. Die emotionalen Bewegungen spiegeln das Gefühlsleben der Protagonisten wieder.
Die Nordwand
Beschreibung und Ikonographie
An der Nordwand des sogenannten Barocksaals ist ein Kamin eingebaut. Über diesem hervorgehobenen Ort ist eine der Leinwandmalereien,[20] die Rest eines ehemals die gesamte Wand erfassenden Gemäldes ist. An den Seiten des Kaminschachts kann man noch heute klar erkennen, dass die Szenerie sich an den Seiten fortsetzte.
Hauptfigur ist Justitia, die als blonde Frau dargestellt ist und über Laster und Missgunst triumphiert, die zu ihren Füßen in Gestalt eines in Ketten gelegten Teufels zu sehen ist, der quasi in das (Höllen-)Feuer des Kamins gedrückt wird. Justitia wird entsprechend der niederdeutschen Bildtradition nicht mit verbundenen Augen gezeigt, ist über das Attribut der Wage aber eindeutig zu identifizieren. Sie hält jedoch kein Schwert in ihrer Hand, sondern hat diese vielmehr auf ein Liktorenbündel gelegt, das von einer assistierenden Putte getragen wird. Sie steht damit für die Rechtsprechung. Über Justitia verkündet Fama den Ruhm des Hauses Frydag – sie hält deren Wappen in die Höhe. Statt einer Posaune bläst sie in ein Horn. Weitere Putten tragen Palmwedel empor. Damit geht es zusammenfassend nicht nur um die sieghafte Gerechtigkeit, sondern um die Verherrlichung der durch die von Frydag ausgeübte Gerichtsbarkeit der Herrlichkeit Gödens.[13] Hinter dem Wappen öffnet sich der Wolkenhimmel mit weiteren Putten hin zu einem göttlichen Licht.
Die vielfigurige Komposition ist im Vergleich zu den anderen Malereien im Raum eher statisch angelegt. Justitia ist der ruhende Pol im unteren Bereich des Bildes bzw. in der Mitte der Wand, wenn man den Kamin mit hinzunimmt. Fama im oberen Bereich und das lodernde Feuer im Kamin bringen Bewegung in die Komposition, die einen starken Höhenzug hat.
Die Bibliothek
Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte
An der Nordseite des Nordflügels von Haus Gödens liegt die neue Bibliothek.[10] Sie misst 11,0 auf 4,35 Meter und ist 4,03 Meter hoch. An ihrer Decke befinden sich sechs Leinwandgemälde, die hierhin transloziert wurden. Ihr ursprünglicher Anbringungsort ist ebenso wenig bekannt wie der Künstler oder das konkrete Entstehungsdatum.
Die einzelnen Gemälde[10] sind durch Holzrahmen voneinander getrennt. Drei Gemälde sind 2,0 Meter breit und ca. 3,75 Meter lang. Das vierte ist etwas kürzer und wird mit einem kleinen, schmalen Bildstreifen ergänzt. Alle Gemälde sind mit Ölfarbe auf 0,74 breite, weiß grundierte Leinwände gemalt, die miteinander vernäht wurden.
Das erste Gemälde zeigt Venus mit Vulkan, das zweite Gemälde Neptun mit Gefolge. Beide Malereien gehen auf Darstellungen zur Aeneis von Pietro da Cortona in der Galleria Pamphilij in Rom zurück, vermutlich vermittelt durch die Darstellungen von Carlo Cesio. Das dritte Gemälde zeift den Sieg der Ewigkeit über die Zeit, das vierte Venus auf einem Löwen und das fünfte die Göttin Juno.
Venus in der Schmiede des Vulkan
Das (von Süden aus gesehen) erste Deckengemälde in der neuen Bibliothek zeigt Venus in der Schmiede des Vulkan.[10] Es setzt sich aus vier breiten und zwei schmalen Leinwandbahnen zusammen. Venus in der Bildmitte ist von links nach rechts zu Vulkan hin geneigt, der eine Rüstung geschaffen hat. Sie weist zurück auf ihren Wagen mit den Tauben. Man erkennt weitere Gehilfen des Vulkan.
Die Gestaltung orientiert sich an der Cortonas Darstellung aus der Aeneis in der Galleria Pamphilij in Rom.
Neptun mit Gefolge
Das zweite von Süden her gesehene Deckengemälde in der neuen Bibliothek zeigt Neptun mit seinem Gefolge.[10]Es setzt sich aus vier breiten und einer schmalen Leinwandbahnen zusammen. Der Gott des Meeres fährt auf seinem Wagen durch die Wogen nach links. Ihm voraus sind Nereiden im Wasser zu sehen. In seiner Rechten hält er den Dreizack, während er mit seiner Linken zwei Winden rechts Einhalt gebietet.
Die Darstellung erinnert an die "Quos Ego"-Szene aus der Aeneis bzw. die Darstellung Cortonas in der Galleria Pamphilij in Rom.
Sieg der Ewigkeit über die Zeit
Das dritte, mittlere Bild an der Decke der neuen Bibliothek zeigt den Sieg der Ewigkeit über die Zeit.[10] Es setzt sich aus vier breiten und einer schmalen Leinwandbahn zusammen. Eternitas mit Schlangenring in der Rechten trägt in der Linken eine Fackel. Sie kommt von rechts auf den links stürzenden Chronos, der noch im Fall seine Sanduhr nach oben hält. Diese ist jedoch quer gelegt und der Verlauf der Zeit ist angehalten.
Eine Vorlage konnte bislang nicht bestimmt werden.
Venus auf dem Löwen
Das vierte Deckengemälde in der neuen Bibliothek – von Süden her gesehen – zeigt die nackte Venus auf einem Löwen ruhend, der nach links schreitet.[10] Das Gemälde setzt sich aus vier breiten und einer schmalen Leinwand zusammen. Es ist etwas weniger breit als die anderen Deckenbilder und daher befindet sich rechts ein sehr schmales weiteres Gemälde, das zwei Putten am Wolkenhimmel zeigt. Es wurde offenbar aus einem ehemals größeren Bild herausgeschnitten. Auf dem Hauptbild trägt Venus einen Schlüssel (zum Herzen) in ihrer linken Hand und in der rechten ein Zepter – denn Venus regiert die Welt. Rechts hinter ihr sind am Himmel zwei sich umarmende Putten zu sehen – ein Hinweis auf die Herrschaft der Liebe.
Eine Vorlage für die Darstellung wurde bislang nicht gefunden.
Juno
Das (von Süden her gesehen) fünfte und letzte Gemälde an der Decke der neuen Bibliothek zeigt die Göttin Juno.[10] Es setzt sich aus fünf breiten und einer schmalen Leinwandbahn zusammen. Am Wolkenhimmel sitzt die Göttin in einem Wagen, der von zwei Vögeln mit goldenen Flügeln gezogen wird. Es handelt sich wohl um Pfauen, auch wenn die Darstellungen Kranichen gleichen (vermutlich trug die Krone, die beide Vögel haben, zur Verwechselung bei). Die Zügel halten Putten in den Wolken.
Eine konkrete Vorlage für diese Darstellung ist unbekannt.
Bibliographie
- Literatur:
- Dehio, Niedersachsen, 1992. – Dehio, Georg: Bremen - Niedersachsen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Gerd Weiß. München/Berlin 1992.
- Düselder/Geyken, Gödens, 2018. – Düselder, Heike/Geyken, Frauke u.a.: Schloss Gödens. Geschichten einer Herrlichkeit. Gödens [2018].
- Fiebiger/Achhammer, Gödens, 2017. – Fiebiger Christoph/Achhammer, Christina: Der Barocksaal von Schloss Gödens. Zur Restaurierung der Leinwand- und Tafelmalerei. In: Denkmalpflege. Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen 37 (2/2017), S. 77-78.
- Haschenburger, Gödens, 1975. – Haschenburger, Werner: Schloß und Herrlichkeit Gödens. Jever 1975.
- Schiefer, Gödens, 2009. – Schiefer, Hermann: Barocke Pracht im Schloss Gödens. In: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen 29 (4/2009), S. 145.
- Warnecke, Schlösser, 1993. – Warnecke, Edgar F.: Burgen und Schlösser im Oldenburger Land. Oldenburg 1993.
- Archivalien:
- Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Sammlung der Restaurierung: 034-0765-004-02 (3).
Einzelnachweise
- ↑ Haschenburger, Gödens, 1975, S. 14.
- ↑ Haschenburger, Gödens, 1975, S. 19-21, 24, 32; Warnecke, Schlösser, 1993, S. 54; Düselder/Geyken, Gödens, 2018, S. 12, 16, 18.
- ↑ Haschenburger, Gödens, 1975, S. 29; Fiebiger/Achhammer, Gödens, 2017.
- ↑ Haschenburger, Gödens, 1975, S. 22; Dehio, Niedersachsen, 1992, S. 504-505; Warnecke, Schlösser, 1993, S. 54-57; Schiefer, Gödens, 2009; Düselder/Geyken, Gödens, 2018, S. 16.
- ↑ Zitiert nach: Düselder/Geyken, Gödens, 2018, S. 18.
- ↑ Haschenburger, Gödens, 1975, S. 26.
- ↑ Düselder/Geyken, Gödens, 2018, S. 18.
- ↑ Haschenburger, Gödens, 1975, S. 25-27.
- ↑ Haschenburger, Gödens, 1975, S. 26; Fiebiger/Achhammer, Gödens, 2017.
- ↑ 10,00 10,01 10,02 10,03 10,04 10,05 10,06 10,07 10,08 10,09 Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Sammlung der Restaurierung: 034-0765-004-02 (3).
- ↑ Haschenburger, Gödens, 1975, S. 26; Schiefer, Gödens, 2009; Fiebiger/Achhammer, Gödens, 2017; Düselder/Geyken, Gödens, 2018, S. 26-27.
- ↑ Fiebiger/Achhammer, Gödens, 2017; Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Sammlung der Restaurierung: 034-0765-004-02 (3).
- ↑ 13,0 13,1 Fiebiger/Achhammer, Gödens, 2017.
- ↑ Warnecke, Schlösser,1993, S. 55.
- ↑ Schiefer, Gödens, 2009; Düselder/Geyken, Gödens, 2018, S. 28.
- ↑ Schiefer, Gödens, 2009; Düselder/Geyken, Gödens, 2018, S. 24-27.
- ↑ Schiefer, Gödens, 2009; Düselder/Geyken, Gödens 2018, S. 24.
- ↑ Düselder/Geyken, Gödens, 2018, S. 24-26.
- ↑ Schiefer, Gödens, 2009; Düselder/Geyken, Gödens, 2018, S. 24-26.
- ↑ Düselder/Geyken, Gödens, 2018, S. 24-28.