Puch, Exposizurkirche St. Martin


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 14: Landkreis Ingolstadt; Landkreis Pfaffenhofen. Hirmer, München 2010, ISBN 978-3-7774-3001-0, S. 230–236, geschrieben von Sauerländer, Brigitte. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Expositurkirche, Pfarrei Langenbruck, Diözese Augsburg, Gemeinde Pörnbach. Puch war bereits gegen Ende des 13. Jh. eine Hofmark, die 1687 Ladislaus Achatius Graf Törring zum Stein auf Pörnbach kaufte und mit der Hofmark Pörnbach vereinte (Wening, S. 160 »Puch Hofmark ohne Schloß«). Das Präsentationsrecht auf die Pfarrei und mehrere Güter hatte die Benediktinerabtei St. Emmeram in Regensburg inne. Gericht Pfaffenhofen

Patrozinium: St. Martin

Zum Bauwerk: Der im Chor und im östlichen Langhaus noch gotische Bau wurde kurz vor 1720 barock verändert und vermutlich nach Westen verlängert. LHs und AR erhielten je eine Holzlattendecke mit reicher Stuckdekoration und Fresken. Der Autor des Deckenstucks mit feinen Akanthusblattranken, Blütenschnüren, beginnendem Bandwerk, Puttenköpfchen und Muscheln ist unbekannt. Er hat deutliche Ähnlichkeit mit dem Stuck in Burgheim, LKr. Neuburg-Schrobenhauser (CBD, Bd 10, S.77–84). Baudatum MDCCXX in der Kartusche über dem Chorbogen. Der viersäulige Hochaltar und die beiden Seitenaltäre, im 19. Jh. verändert, wurden nach örtlicher Überlieferung gegen 1765 angeschafft. 1838 wurde die Figur des hl. Martin durch ein Hochaltargemälde >Hl. Martin von Johann Karg ersetzt. Die zweite Verlängerung nach W von 1853/54 schloss mit einer neoromanischen Fassade.

Gestreckter Saalbau zu vier Achsen mit bündig anschließendem AR zu zwei Achsen; dreiseitiger Chorschluss; Chorbogen mit gedrückter Wölbung. Wandgliederung in LHs und AR durch sehr flache Pilaster mit rudimentärem Akanthusblattkapitell. Übergang von der Wand zur Flachdecke im LHs als weite Hohlkehle über umlaufendem einfachem Stuckgesims, im AR sitzt die Flachtonne direkt auf dem Gesims auf. Brüstung der W-Empore wohl gleichzeitig mit der Wandgliederung. Helle Belichtung durch Fenster mit Korbbogenschluss. Hinter dem Hochaltar, in Höhe des Auszugs, ein Okulusfenster.

Auftraggeber: In der Kirche findet sich kein Hinweis auf den Auftraggeber. Als Abt von St. Emmeram regierte z.Z. der Ausmalung Wolfgang Mohr (1719–25). Hofmarksherr auf Pörnbach war Franz Guidobald Graf Törring zu Pertenstein (1708–22). Die Hofmarksherrschaft war bei Hauptbaufällen verpflichtet, ein Drittel der notwendigen Summe beizusteuer (ABA, Aufzeichnungen Pfarrer Joseph Wismayer, 1839). Pfarrvikar war Georg Andreas Griener (1715–64), der als größter Wohltäter seiner Pfarrei bezeichnet wurde (ABA, Ms. Kirchliche Kunst). Er ließ bei seinem Amtsantritt die schlecht erhaltenen »pfarrlichen Gebäude... mit großer Anstrengun in einen leidentlichen Zustand« bringen und vermachte seiner Pfarrkirche ein nicht unbedeutendes Vermögen« (Aufzeichnungen Pfarrer Wismayer, 1839).

Autor und Entstehungszeit: Johann Anton Zächenberger (* um 1690 Salzburg † 19. 2. 1773 München) 1720. Signatur in einer gemalten Kartusche in Fresko D am Bett des hl. Martin: Anthony/Zächenperger/fecit/1720. Im Hauptfresko B am rechten Bildrand dürfte der Maler ein Selbstporträt hinterlassen haben.

1720 entstanden auch die Decken- und Altarbilder in der Pfarrkirche St. Kosmas und Damian in Burgheim (CBD, Bd 10, S. 77–84).

Hinsichtlich der Figurenbildung und der perspektivisch-räumlichen Gestaltung sind J. A. Zächenbergers Fähigkeiten begrenzt. Die Figuren sind überwiegend bildparallel aufgereiht und häufig so nahe an die Grundlinie gerückt, dass Füße und Rocksäume überschnitten werden. Für die Ausstattung des Handlungsortes hat der Maler einen kleinen Vorrat an Architekturkulissen – Sockel mit Säulen, Vasen oder Götzenbildern darauf, quer eingeschobene Mauerstücke – die kaum variiert immer wieder verwendet werden. Sein Kolorit, wo es unbeschadet erhalten ist, verrät jedoch einen recht differenzierten Farbsinn. In der hellen, lichten Buntfarbigkeit erscheinen fast nur gebrochene Töne. So tritt Rosa in verschiedenen Schattierungen auf und reicht bis zu dunklem Rosaviolett. In besser erhaltenen Bildpartien wie z. B. dem abgestuften Grün der Baumgruppe in Fresko B hat der Farbauftrag noch eine gewisse Duftigkeit bewahrt.

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Der Kirchenraum
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Befund

Träger der Deckenmalerei: LHs Flachdecke mit Hohlkehlenübergang zur Wand; AR Flachdecke mit verschliffenem Stichkappenansatz, nach drei Seiten abgemuldet

Rahmen: A reich profiliertes mehrfach verkröpftes Stuckband B, D ovale an vier Punkten leicht eingeknickte Stuckprofilrahmen, C ovaler Stuckprofilrahmen

Technik: Fresko; polychrom

Maße: A Höhe 5,90 m; 3,10×2,50 B Höhe 6,10 m; 1,60×3,00 C Höhe 6,10 m; 4,20×2,60 D Höhe 6,10 m; 1,60×3,00

Erhaltungszustand und Restaurierungen: Die Fresken wurden 1872 durch B. Sacher mit Bildern anderer Thematik übermalt (ABA, Ms. Kirchliche Kunst). 1909 Restaurierung dieser Bilder durch Lessig und Anton Ranzinger, München, des Stucks durch Fa. Karl Schier, München, der Altäre durch Josef Elsner, München (ABA, Aufzeichnungen Pfarrer Ludwig Mack, 1939). 1953/54 erfolgte die Freilegung der »mehrfach mit Ölfarben übermalten Fresken« durch Hans Schober, Pfaffenhofen. Aufgrund einer Farbdokumentation 1984 durch Fa. Bernd Holderried, Pfaffenhofen, fasste diese Firma die Stuckdecke in den ursprünglichen Tönen. Letzte Restaurierung 2007/09 durch Fa. Pfaller jun., Ingolstadt. Die Schadenkartierung ergab Hohlstellen bzw. Ausbauchungen und eine starke Rissbildung im barocken Deckengewölbe. Die Brettverschalung an den Zerrbalken und die Rutenarmierung des Putzes waren durch starke Durchfeuchtung zerstört. Tragende Teile im Dachstuhl waren morsch und mussten ausgetauscht werden. Die Deckenbilder wurden trocken gereinigt, die gipshaltigen, inzwischen verfärbten Putze in den Rissen durch Kalkputz ersetzt. Die kunststoffgebundenen, schwammigen Retuschen früherer Restaurierungen wurden mittels Schleifen entfernt.

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B Messe des hl. Martin
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reduziert und auf den geglätteten Untergrund eine Kalklasur in frischen Farben aufgebracht.

Die Deckenbilder sind gut erhalten, wenn sie auch durch mehrfache Überarbeitungen Substanzverluste erlitten haben.

Beschreibung und Ikonographie: Die Flachdecke des LHs ist durch rahmende Stuckbänder in ein großes Feld aufgeteilt (abgesehen von dem aus dem 19. Jh. stammenden querrechteckigen leeren Feld über der Empore). In dieses Feld sind drei relativ kleine Deckenbilder eingelassen, umspielt von dem feingliedrigen Stuckdekor: Ein zentrales, längsrechteckiges Fresko mit doppelter - ovaler und rechteckiger - Rahmung und je ein kleineres guerovales Fresko am West- und Ostrand. B überschneidet die östliche Feldrahmung und reicht in die Hohlkehle über dem Chorbogen hinein. Im AR ist der Bereich der verschliffenen Stichkappen und Zwickel mit dem gleichen Stuckdekor verziert wie die LHs-Decke. Den verbleibenden Deckenspiegel füllt das längsrechteckige Fresko A.

A–D SZENEN AUS DEM LEBEN DES HL. MARTIN Die Darstellungen sind einansichtige, tafelbildartig aufgebaute Szenen in nur geringer Untersicht und mit wenig Tiefenräumlichkeit. D ist gewestet, A-C sind geostet. Zählung in chronologischer Abfolge von O nach W. Deutung der Szenen nach Sulpicius Severus, Leben des hl. Bekennerbischofs Martinus, Erster und Zweiter Dialog zwischen Sulpicius Severus und Gallus ( = Bibliothek der Kirchenväter, Bd 20.)

A TRAUMVISION DES HL. MARTIN In einem bildparallel angeordneten Bett liegt der hl. Martin halb aufgerichtet. Über dem Hemd trägt er den Brustpanzer des Soldaten. Ein schwerer Bettvorhang hinter dem Kopfende der Lagerstatt reicht weit in den Himmelsbereich hinein. Den linken Bildrand beschließt ein Säulenpaar, an dessen Sockel Schwert, Schild und halbierter Mantel angelehnt sind. Seitlich des Bettes befindet sich ein Tischchen mit Waschgeschirr. Ein Mauerstück mit einer Arkadenöffnung schließt die Szenerie nach hinten. Martin, den Kopf in die Hand gestützt, erblickt eine himmlische Vision. Christus ist auf Wolken thronend herab geschwebt, eingehüllt in Martins zweite Mantelhälfte. Er weist mit der Rechten auf den Mantel und spricht zu zwei Engeln, die zu seiner Linken sitzen. In dieser naiven, wortgetreuen Darstellung sind die Personen des irdischen und des himmlischen Bereichs gleich groß.

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D Zerstörung des Tempels und der Götzenbilder
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In der Nacht nach der Mantelteilung mit dem Bettler, als Martin noch Soldat im römischen Heer war, aber bereits Unterricht in der christlichen Lehre nahm, hatte Martin einen Traum. Ihm erschien Christus mit der Mantelhälfte des Bettlers und forderte ihn auf, ihn genau zu betrachten und das Gewand, das er verschenkt hatte, wieder zu erkennen. Dann hörte er Christus laut zu der Engelschar, die ihn umgab, sagen: »Martinus, obwohl erst Katechumen, hat mich mit diesem Mantel bekleidet.« (Sulpicius Severus, Leben . . . Kap. 3, ebd. S. 23). Die Mantelteilung war in Puch als Holzskulptur innerhalb des

Die Mantelteilung war in Puch als Holzskulptur innerhalb des Hochaltars wiedergegeben. Im AR-Gewölbe darüber ist Martins Traum, der die endgültige Abkehr vom Soldatenberuf bedeutet, dargestellt.

B MESSE DES HL. MARTIN Die flache Figurenbühne zeigt einen bildparallelen, aus verschiedenen Versatzstücken lose zusammen gefügten Kirchenraum, der links durch einen hohen, volutenbesetzten Sockel mit Unterbau, rechts durch den Altar, einen seitlich angeschobenen Sockel mit den Messopfer-Kännchen und einen zweiten mit aufsteigendem Säulenschaft und gerafftem Vorhang geschlossen wird. Die Martinsmesse ist als Pontifikalamt dargestellt, wobei hier zwei

Messdiener und zwei Diakone mit Mitra und Bischofskrümme nahe der Grundlinie des Bildes angeordnet und einfach hintereinander aufgereiht sind. Martin steht mit erhobenen Armen am Altar. Über ihm schweben Wolken, zwischen denen ein heller Lichtschein auf seinen noch jünglingshaften Kopf hernieder fällt.

Als Martin eines Tages mit Begleitern auf dem Weg zur Kirche war, um Messe zu lesen, begegnete ihnen ein armer halbnackter Mann. Martin bat den Erzdiakon, ihm ein Gewand zu geben, doch jener vergaß es. Da kam der Arme zu Martin in die Sakristei und beklagte sich. Martin zog unter seinem Mantel sein eigenes Untergewand aus und gab es dem Armen. Als der Erzdiakon erschien, um Martin zur Messe zu rufen, sagte dieser, er könne nicht kommen, denn der ›Arme‹, womit er sich selbst meinte, habe noch kein Gewand. Er hieß den Erzdiakon ein Gewand kaufen; dieser erwarb ein ärmliches, zu kurzes Untergewand. Martin zog es an und hielt darin die Messe. Während er zelebrierte, erschien über seinem Kopf eine Feuerkugel mit langem Schweif (Zweiter Dialog . . ., Kap. 1 und 2, ebd. S. 103 f.). Im Fresko trägt Martin allerdings eine ausreichend lange Albe. Die Feuerkugel ist nur noch als Umriss zu erahnen.

REICHERTSHOFEN

C ERWECKUNG DES TOTEN JUNGLINGS Das zentrale Ovalbild mit dem einfachen Profilrahmen ist zur Hervorhebung der Szene in ein anschließendes, rechteckiges Rahmenfeld gesetzt. Die sehr gestreckte Bildfläche ist in irdische und himmlische Zone geteilt. Wie im Text spielt sich das Ereignis im Freien ab. Zerbrochene Bauglieder leiten im Vordergrund, am Fußpunkt des Bildes, zu einer flachen Bodenzone über, die linkerseits von einem Sockel begrenzt wird, der mit einem Säulenstumpf und einer Vase mit Zweigen bestückt ist. Zum Hintergrund hin schließen an: ein hoher Rundtempel, Baumwipfel und ein in die Ferne gerückter Obelisk. Den rechten Bildrand beschließt eine hohe, zum Hintergrund hin kleiner werdende Baumgruppe. Im Zentrum steht der hl. Martin in vollem Bischofsornat, durch den Bart als bereits älterer Mann gekennzeichnet. Im gegenüber steht die Mutter und weist auf den zwischen beiden am Boden liegenden Knaben, der, in Leichentücher gewickelt, in Verkürzung, auf dem Rücken liegend und mit dem Kopf zum Betrachter ausgerichtet, dargestellt ist. Zu Füßen des Toten kniet eine betende Frau. Gestikulierende Männer und Frauen, die der Kleidung nach zu Martins Reisebegleitern gehören, hinterfangen die Figur der Mutter. (Der Kopf des jungen Mannes mit blondem halblangem Haar am rechten Bildrand dürfte ein Selbstporträt Zächenbergers sein.) Die Mutter blickt zu Martin hin, der zum Himmel aufschaut und mit der einen Hand auf den Toten, mit der anderen zu dem Dreieinigen Gott hinauf weist. Auf Wolken erscheinen der Erlöser mit dem Kreuz, von einer Schar Putten umspielt, Gottvater mit der Weltkugel und die Taube des Geistes. Gottvater und Gottsohn blicken gewährend zur Erde hinab.

Wie meist bei J. A. Zächenberger sind die Figuren bildparallel und nahe der vorderen Bildebene angeordnet. Dennoch hat Zächenberger durch die perspektivisch angelegte Staffelung der Architekturkulissen hier mehr Tiefenräumlichkeit erreicht als in seinen anderen Fresken. Das gestreckte Bildformat begünstigt Zächenbergers Neigung, Körper und Gebäude in der Höhenstreckung zu überdehnen. Dieser Mangel wird durch die recht differenzierte Farbgebung teilweise ausgeglichen. So trägt die Figur der Mutter über einem weißtonigen Rock ein annähernd knielanges, tunikaartiges Obergewand, das von Hellblau nach lichtem Gelb changiert und dessen vorn geöffnete Brustpartie mit einem roten Band im Zickzackverlauf geschnürt ist. Im Ausschnitt erscheint ein violetter Brusteinsatz. Das hochgesteckte Haar wird von einer Haube mit hellblauem Schleier umhüllt. Auch das Gewand des hl. Martin ist durch Farbschattierungen belebt. Das Pluviale ist in sehr hellem, mehrfach abgestuften Blau gehalten, mit einer Borte in Goldocker besetzt und kupfergrün gefüttert.

Als er schon längere Zeit Bischof von Tours war, begab sich Martin mit Gefolge nach Chartres. Auf dem Weg kam er durch eine heidnische Siedlung. Auf freiem Feld hielt ihm eine Mutter ihren soeben verstorbenen Sohn entgegen. Martin nahm den Leichnam in die Arme, kniete nieder und betete und gab der Mutter ihr Kind lebendig zurück. Darauf bekannten sich viele der anwesenden Heiden zum Christentum (Zweiter Dialog . . . Kap. 4, ebd. S. 108f.).

D ZERSTORUNG DES TEMPELS UND DER ZUGEHÖRIGEN GÖTZENBILDER Die sehr seichte Figurenbühne ist ein mit Bäumen besetzter Erdstreifen. Im Zentrum ist die Figur des hl. Martin so nahe an die Grundlinie gerückt, dass sein Rocksaum überschnitten wird. Martin ist dargestellt als alter Mann mit langem Bart, im Reisegewand des Kanonikers: schwarzer Priesterrock, Mozzetta und Barett. Rechts im Bild erscheint die Eingangsfront des heidnischen Tempels, der die Gestalt eines barocken Rechteckbaus hat. Daneben steht auf einem gesonderten Sockel mit barocker Ornamentik breitbeinig ein Götzenbild. Martin blickt zum Himmel auf, hat die rechte Hand auf eine Spitzhacke gelegt und weist mit der linken auf sein bereits begonnenes Zerstörungwerk: Kopf und Teile der Arme des Götzenbildes sind abgeschlagen und liegen als Bruchstücke auf der Oberkante des Sockels. Hinter Martin sind auf Wolken die beiden geflügelten, himmlischen Krieger herabgeschwebt, ausgerüstet mit Schild und Lanze sowie je einem Brustpanzer, der mit einem Kreuz verziert ist. (Zum linken Bildrand hin, unter dem Baum, erkannte man vor der Restaurierung im tiefer liegenden Hintergrund die Schar der beobachtenden Heiden.)

Die Einwohner des Dorfes Leprosum (Levroux) besaßen einen prächtigen heidnischen Tempel. Sie widersetzten sich der Christianisierung durch den hl. Martin, misshandelten und vertrieben ihn. Martin zog sich zurück, betete und fastete drei Tage lang und bat Gott um Beistand. Da sandte ihm der Herr zwei Engel, die mit Schild und Lanze bewaffnet waren, um ihn gegen die Heiden zu schützen. Martin kehrte in das Dorf zurück und zerstörte unter den Augen der Heiden den Tempel und alle Altäre und Götzenbilder (Leben... Kap. 14, ebd. S. 37f.). Viele Dorfbewohner bekehrten sich daraufhin zum Christentum.

Quellen und Literatur

ABA, Puch, Chronik...: Geschichtliches der Pfarrey Puch im Königlichen Landgerichte Pfaffenhofen Landtkapitels Hohenwarth der Diözese Augsburg, Ms. Begonnen von Pfarrer Joseph Wismayer 1839, fortgeführt von verschiedenen Nachfolgern und beendet bald nach 1945 von Pfarrer Ludwig Mack. - Puch, Bausachen: Fasc. Ältere Bausachen, Kostenvoranschläge für die Pfarrkirche (Verlängerung 1853/54); Fasc. III Puch, Verzeichnis u. a., darin: Kirchliche Kunst in der Pfarrei Puch, Dekanat Hohenwart, Pfarrkirche Puch St. Martin. Ms. o.V., um 1920; Fasc. Innenrenovierung der Pfarrkirche 1953. StAM, Törring-Jettenbach, Familienarchiv, L 106 Friedrich Töpfer, Geschichte der Graeflich Toerringischen Güter Poernbach, Euernbach, Gebelsbach, Tegernbach, Ritterswerth, Burgstall, Eschelbach, Schenkenau. I. Die Hofmark Poernbach f. 2r.–7r; Ms. gegen 1830.

Mayer, Johann Leonhard, Moderna Ecclesia Augustensis, sive Dioecesis Augustana in suis Locis, Ecclesiis... Breviter Descripta, Augustae Vindelicorum 1762, S. 235. Braun-Augsburg, Bd 1, S. 443. Steichele-Schröder, Bd 4, S. 957–59. Hopp, Pfründe-Statistik, Bd 1, S. 235. Historischer Atlas Pfaffenhofen, S. 79, 100f. Denkmaltopographie Pfaffenhofen, S. XIX, 204–06 mit Abb. Pötzl, Kultgeographie, S. 46. Kratzsch 2006, S. 66f. B.S.