Obermühlhausen, Filialkirche St. Peter und Paul
Filialkirche, Gemeinde Dießen, Pfarrei Thaining (von Stadl vikariert), Diözese Augsburg; z. Z. der Ausmalung Pfarrei Dettenschwang, auf die Kloster Wessobrunn das Präsentationsrecht hatte, Gericht Landsberg
Patrozinium: St. Peter und Paul
Zum Bauwerk: Der spätgotische Bau wurde im 18. Jh. erweitert und nach W verlängert. Einfacher Saalbau (14,70 × 6,50) mit eingezogenem AR. Das Fresko befindet sich an der LHs-Decke
Autor und Entstehungszeit: Signatur am östlichen Bildrand links: M. F. / Binxit / 1768. Die Initialen M. F. lassen auf den Maler Martin Failler schließen, den Autor des Deckenbildes von Untereglfing (1766, s. LKr. Weilheim- Schongau). Die rein flächige Anlage ohne höhen- und tiefenillusionistische Ansätze, die primitive Malweise, die mißglückte Proportionierung der Figuren und der Gegenstände zueinander, die verschraubten Körper der Apostel kennzeichnen beide Bilder. Verblüffend ähnlich ist auch die Farbgebung: die reichliche Verwendung von Grau (Hintergrund), Rosa (Wolkenhimmel), Rostrot und Blau (Gewänder), so daß die Zuschreibung an Martin Failler, wenn auch erschwert durch den schlechten Erhaltungszustand beider Bilder, gemacht werden kann.
Befund
Träger der Deckenmalerei: Flachdecke Rahmen: Stuckprofil Technik: Fresko; polychrom Maße: Höhe 4,75 m; 4,50 × 3,10 Erhaltungszustand und Restaurierungen Restaurierung durch F. Hackenmüller s
Erhaltungszustand und Restaurierungen: 1912 fand eine Restaurierung durch F. Hackenmüller statt, bei der auch die Gewölbedekoration des ARs (1617) aufgedeckt und die Kartuschfelder an der LHs-Decke angebracht wurden. Das Fresko ist in keinem guten Zustand, die Farbsubstanz weitgehend zerstört.
Beschreibung und Ikonographie
DIE HLL. PETRUS UND PAULUS VOR DER DREIFALTIGKEIT Einfache Darstellung ohne Verkürzung und Untersicht mit Betrachterstandpunkt unter dem Fresko. Die Komposition ist symmetrisch. Die Apostelfürsten Petrus und Paulus knien auf einem angedeuteten Landschaftsterrain, die Kirche von Obermühlhausen, die zwischen ihnen sichtbar wird, dem Schutz der Dreifaltigkeit anempfehlend, welche im oberen Bilddrittel erscheint. Die beiden Figuren der Patrone sind überdimensional groß wiedergegeben, sie beherrschen den größeren Teil der Bildfläche.
Quellen und Literatur
Braun-Augsburg, Bd 1, S. 382.
Hopp, Jakob, Pfründe-Statistik der Diözese Augsburg, Augsburg 1893, Bd 1, S. 351.
Müller-Hahl, Bernhard (Hg.), Heimatbuch Stadt- und Landkreis Landsberg am Lech, Aßling-München 1966, S. 550.
Fried, Pankraz und Sebastian Hiereth, Die Landgerichte Landsberg und Schongau (= Historischer Atlas von Bayern. Bd 22–23), München 1971, S. 158.