Neukirchen, Pfarrkirche St. Dionysius
Pfarrkirche, Gemeinde Weyarn, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung war die Pfarrei Neukirchen dem Augustinerchorherrenstift Weyarn inkorporiert (seit 1372 minus plena, seit 1638 pleno iure), Landgericht Aibling
Patrozinium: St. Dionysius
Zum Bauwerk: Die im 15. Jh. erbaute Kirche wurde um 1763 umgebaut und neu ausgestattet; 1909/11 wurde sie um ein Joch nach W verlängert.
Saal zu fünf Jochen, Gliederung durch Wandpfeiler mit vorgelegten Pilastern; im W Empore. Eingezogener AR zu zwei Jochen mit dreiseitigem Schluß; Pilastergliederung. - Das LHs ist gleichmäßig von S und N, der AR nur von N und O beleuchtet.
Auftraggeber: Propst Augustin Hamel von Weyarn (1753–65); amtierender Pfarrvikar war P. Patritius Pertold (1757–65)
Autor und Entstehungszeit: Die Fresken sind nicht signiert und datiert. Wie sich durch Stilvergleich ergibt, stammen sie aus der Hand des J.G. Gaill, der in der Pfarrei Neukirchen mehrfach beschäftigt war (Reichersdorf 1760 und 1772, S. 549–54; Gotzing 1761, S. 503–08; Kleinpienzenau 1766 und 1772, S. 523–28). Johann Georg Gaill (* 1721 Friedberg † 1793 Aibling) war Bürger und Maler in Aibling (siehe Reichersdorf, S. 549). 1766 malte er in der Kirche von Kleinpienzenau, deren Stuck- und Dekorationssystem mit der Ausstattung der Pfarrkirche in Neukirchen nahezu identisch ist. In Neukirchen und Kleinpienzenau wurden offensichtlich die gleichen Meister beschäftigt; da der Stuck in Neukirchen, wie archivalisch nachgewiesen (KDB I OB (1), S. 1472) aus dem Jahre 1763 stammt, sind die Fresken wohl im gleichen Jahr entstanden.
Befund
Träger der Deckenmalerei: LHs (A, A1-4) Tonne mit Stichkappen, AR (B, B1-2) Tonne mit Stichkappen, im O abgemuldet
Rahmen: A Stuckprofil, von Rocailleornamenten übergriffen, B Stuckprofil, von Rocailleornamenten, Wolken und Puttoköpfchen übergriffen, A1-4 und B1-2 Rocailleornamentkartuschen
Technik: Fresko; A, B polychrom, A1-4, B1-2 monochrom grün
Maße: A Höhe 8,50 m; 7,30 × 5,80
B Höhe 7,90 m; 5,80 × 4,10
Erhaltungszustand und Restaurierungen: Bei der Erweiterung der Kirche im Jahr 1909/11 wurden auch die Deckenbilder restauriert (Leonhard Giebl, Feldkirchen). Das querovale Fresko im ersten westlichen Joch des alten LHs eine Darstellung des David psallens, und das Emporenbrüstungsbild wurden dabei neu gemalt (keine Abbildungen). Außerdem wurden die Kartuschbilder A1-4 und B1-2, die bei einer früheren Restaurierung zugemalt worden waren, wieder aufgedeckt und zum größten Teil nachgemalt bzw. erneuert. B1-2 zeigen annähernd noch den alten Zustand, A1-4 sind weitgehend neu gemalt worden.
In beiden Hauptfresken durchgehende Scheitelrisse und Retuschen der Restaurierung von 1910/11. Veränderungen an der Darstellung der Kirchenbauten in A. An der Südseite von A Feuchtigkeitsschäden, in beiden Fresken Verschmutzungen. Restaurierung bevorstehend.
Beschreibung
A HEILIGENHIMMEL Der Aufnahmestandpunkt liegt unter dem westlichen Bildrand. - Dargestellt ist ein Wolkenhimmel mit radial angeordneten Heiligen und Engeln und einer zentralen Glorie, in der die Dreifaltigkeit und darunter Maria erscheint. Die Gloriendarstellung ist auf die Hauptansicht nach O bezogen. Am Bildrand sind vom Rahmen halb verdeckt, an allen Seiten Kirchen vor blauem Himmel zu sehen.
Das Bild stellt in seiner Anlage ein für die Spätzeit der barocken Deckenmalerei (im volkstümlichen Bereich) bezeichnendes System vor. Einerseits erscheint ein Allerheiligenhimmel mit dem hellen Zentrum der von Engeln umgebenen Dreifaltigkeit, andererseits ist diese Erscheinung des Himmels, die sich wie ein geschlossenes bildgegenständliches Motiv herabsenkt, an den Rändern von votivbildähnlichen Kirchendarstellungen vor blauem Landschaftshimmel begrenzt. Der Heiligenhimmel mit den konzentrischen Kreisen radial gerichteter Figuren ist Rudi ment aus der Tradition des Kuppelbildes. So wie er über einem naturalistischen, blauen Himmel über bayrischen Kirchen ansetzt, wird er zu einem Zitat aus der Tradition. Es gibt keine terrestrische Szenerie mehr im Zusammenhang mit dem Himmelsbild. Die Ansichten der Kirchenbauten der Pfarrei Neukirchen am Bildrand sinken isolier hinter dem Rahmen ab, weil eine neue Bildvorstellung am Werk ist, die keine Bezüge im Sinne des spätbarocken Illusionismus mehr stiftet. Dabei kommt es zu Erscheinungen, die in der gleichzeitigen Volkskunst zu beobachten sind: Die Dimensionen der einzelnen Bildteile und Gegenstände sind ohne Relation zueinander, wie etwa die Körpergröße der Heiligen zum Bildraum; analog dazu ist die Relation von Szenerie am Bildrand zum Heiligenhimmel im illusionistischen Sinn nicht mehr schlüssig.
Die Farbigkeit leistet kaum eine Illusionswirkung in barocker Art. Bestimmend ist ein Firmamentblau, das wie ein Landschaftsmotiv den Hintergrund der Kirchenansichten bildet und gleichzeitig auch den Heiligenhimmel hinterfängt. Dieses Blau taucht in vielen kleinteiligen Flächen auch an den Gewändern der Heiligen auf und ist in Kontrast gesetzt zum Ockergelb, das auf gleiche Weise verwendet ist. Die massiven, braungrauen Wolkenkissen sind in der Himmelsmitte zur fast völligen Farblosigkeit aufgelichtet, ohne daß diese hellste Stelle den Charakter transzendentalen Lichtes hätte.
A1-4 KARDINALTUGENDEN Vier Bildfelder in Ornamentkartuschen schließen in den Gewölbezwickeln an das Hauptbild an.
B MARTYRIUM DES HL. DIONYSIUS Das Bild im Chor zeigt eine einansichtige Szene. Der Aufnahmestandpunkt liegt unter dem westlichen Bilddrittel. – Auf der Richtstätte, einem weiten Wiesenplan, hat sich eine Menschenmenge versammelt: Soldaten mit ihrem berittenen Anführer, mit Lanzen und römischen Feldzeichen, Männer und Frauen. Sie alle werden zu erstaunten Zeugen eines Wunders: Aufrecht, seinen Kopf in Händen haltend, schreitet der enthauptete Dionysius auf eine vor ihm am Boden kniende Frau zu; seine zwei enthaupteten Gefährten sind auf einem Hügel im Hintergrund dargestellt. Drei in dunkleren Farben gehaltene Repoussoirfiguren, zwei Männer am rechten Bildrand und eine Frau mit Kind, erleben vom Vordergrund aus die Szene mit. Im Himmel schweben auf Wolken Engel und Putti und bringen Siegespalme und Martyrerkranz für die drei Heiligen.
Typisch für Gaill ist bei diesem Bild der weite leere Vordergrund, durch den die eigentliche Bildhandlung in den Mittelgrund gerückt wird: Hier schließt die dichtgedrängte Menge der Figuren, deren Köpfe bei Gaill häufig in einer Linie angeordnet sind, den Bildraum nach hinten ab.
Die Hintergrundlandschaft setzt hinter der Figurengruppe neu an und hat mit der Wiese des Vordergrunds keinen faßbaren räumlichen Zusammenhang. Dieser Hintergrund zusammen mit dem Himmel nimmt das westliche Drittel des Bildfeldes ein. Durch die Reihung der Bildgründe übereinander entsteht ein flächiger Eindruck, der auch durch die Farbgebung unterstützt wird: Von der dunklen Repoussoirzone abgesehen, sind Farbwerte und Farbintensität im Bild gleichmäßig verteilt.
B1-2 ALTTESTAMENTARISCHE OPFERSZENEN Zwei Kartuschfelder begleiten das Hauptbild an den mittleren Gewölbezwickeln.
Ikonographie
A HEILIGENHIMMEL Das Hauptfresko von Neukirchen zeigt einen Heiligenhimmel besonderer Art: Über den Kirchen und Kapellen, die z. Z. der Ausmalung zu der Pfarrei Neukirchen gehörten, ist jeweils der Patron der Kirche dargestellt (frdl. Mitt. Geistlicher Rat Ernst Kretschmer, Holzolling). Auch die übrigen Heiligen stehen in einem direkten Bezug jeweils zu den einzelnen Kirchen oder der Pfarrei. Im einzelnen sind es folgende Heilige: An der O-Seite thronen über der Pfarrkirche von Neukirchen (mit dem 1876 abgetragenen Turm auf der S-Seite, jetzt an der N-Seite) die beiden Gefährten des Kirchenpatrons, der Priester Rusticus und der Diakon Eleutherius, die nach der Legende zusammen mit dem ersten Bischof von Paris, Dionysius, den Martertod erlitten und mit ihm in Neukirchen verehrt wurden. Sie sind beide in Diakonstracht dargestellt und halten Schwert und Palmzweige. Die Gruppe links davon wird angeführt von dem Kirchenpatron Dionysius, der auf Händen sein Attribut, den Kopf trägt. Von ihm aus gehen Strahlen zu seiner Kirche. Neben ihm steht Franz Xaver im Chorhemd mit dem brennenden Herzen und dem Kreuz in Händen. Seine Statue wurde in Neukirchen verehrt (sie befindet sich noch in der Kirche). Bischof Benno von Meißen, der auf dem Fresko neben ihm sitzt und den Fisch mit dem Schlüssel als Attribut hat, ist einer der Heiligen, denen der Hochaltar geweiht war (Statue am Hochaltar). Johannes von Nepomuk - weiter im Uhrzeigersinn - ist als Kanoniker mit Palmzweig dargestellt.
Es folgt der Bereich von Mittenkirchen: Vom hl. Martyrer Vitus, dem Kirchenpatron, der Ölkessel und Palme als Attribut hat und als vornehmer Jüngling mit hermelinbesetztem Barett abgebildet ist, gehen Strahlen aus zu seiner Kirche. Neben ihm steht Bischof Ulrich von Augsburg mit Buch und Fisch. Auf dem Hochaltar von Mittenkirchen sind neben Vitus der hl. Ulrich und der hl. Dionysius die Nebenpatrone.
Sonderdilching ist durch seinen Patron, den hl. Michael, vertreten; der Erzengel trägt Flammenschwert und Waage und sendet einen Strahl auf seine Kirche aus.
Die Heiligen von Holzolling schließen sich an: Zuerst der Papst Silvester mit dem Stier; zu ihm als einem Beschützer der Haustiere bestand in Holzolling eine Wallfahrt. Neben ihm ist die hl. Magdalena mit dem Salbgefäß dargestellt und der hl. Bischof Martin von Tours mit der Gans, der Patron von Holzolling, wieder mit einem Strahl zu seiner Kirche. Der hl. Magdalena war neben dem hl. Martin von Tours der Hochaltar von Holzolling geweiht.
Patronin der Kirche von Esterndorf war Maria (Maria Hilf). Zu ihr gab es ebenfalls eine Wallfahrt. Maria ist mit der Dreifaltigkeit in der Glorie dargestellt. In Esterndorf wurde das Fest Johannes des Täufers feierlich begangen. Dieser ist über der Kirche dargestellt. Daneben erkennt man die hl. Cäcilia und eine Schutzengelgruppe (eine alte Schutzengelstatue befindet sich noch in der Kirche).
Über der kleinen Kirche von Bruck thront ihr Patron, der hl. Bischof Rupert von Salzburg mit dem Salzfaß.
Es folgen die Heiligen von Reichersdorf: Zunächst der hl. Martyrer Achatius mit Dornen und dem Palmzweig (der linke Seitenaltar von Reichersdorf ist ein Achatiusaltar), darüber Agnes mit dem Lamm (als Statue auf dem Hochaltar vertreten), schräg über ihr thronend die hl. Barbara mit dem Kelch (in Reichersdorf bestand eine Gut-Tod-Bruderschaft »zu Ehren Mariä, der hl. Barbara und des hl. Eligius«) und daneben der hl. Abt Leonhard von Noblac in Benediktinerhabit mit Kette als Kirchenpatron, von dem ausgehend ein Strahl seine Kirche trifft. Darunter ist der hl. Bischof Eligius dargestellt und neben ihm die hl. Ottilia, Abtissin von Hohenburg, in Ordenshabit mit dem Buch, auf dem zwei Augen, ihr Attribut, liegen. (Eine Statue der hl. Ottilia befindet sich auch am Hochaltar von Reichersdorf.) Zu den Reichersdorfer Heiligen gehört auch noch der hl. Hirt Wendelin (rechter Seitenaltar), der in Hirtentracht mit Schippe zu sehen ist. Zepter und Krone, die ihn als fürstlichen Abkommen kennzeichnen, liegen bei
Die drei Heiligen über Wendelin gehören bereits zu den Heiligen von Kleinpienzenau. Es sind Sebastian als römischer Krieger mit Pfeilen in der Hand (ihm ist der linke Seitenaltar geweiht) und dahinter die beiden Wetterheiligen Johannes und Paulus (rechts und links vom hl. Georg am Hochaltar; das Fest der beiden Heiligen wurde in Neukirchen feierlich begangen). Weiter folgt der hl. Georg, der Kirchenpatron, mit Rüstung, Helm und Schild, einen Kreuzstab in Händen. Neben ihm liegt der tote Drache. Daneben ist der hl. Florian dargestellt, mit Rüstung, Helm und Fahne und seinem Attribut, dem Wasserschaff. In einem Wandfresko in Kleinpienzenau wird er als Fürbitter angesprochen (siehe Inschrift zu W, S. 523). Der Kirchturm von Kleinpienzenau war ursprünglich ein Zwiebelturm, der jetzige wurde Ende des 19. Jh. erbaut. Der Turm im Deckenbild wurde also bei einer späteren Restaurierung verändert, ebenso wie in Details ein Teil der anderen Kirchtürme im Bild.
Den Kreis schließen die Heiligen von Gotzing. Neben Florian thront die hl. Martyrin Margareta (linker Seitenaltar) mit Krone, Kreuz und Palmzweig; sie hat den Drachen bei sich. Über ihr ist die hl. Kaiserin Helena dargestellt, als Nebenpatronin von Gotzing hat sie auch ihren Platz auf dem Gotzinger Hochaltar neben der Statue des hl. Jakobus Major. Dieser, als Kirchenpatron, erscheint im Fresko neben ihr. Ein Strahl geht von ihm aus und trifft die Kirche. Zwischen den beiden Patronen ist der hl. Christophorus mit dem Jesusknaben auf der Schulter zu erkennen (ihm ist, zusammen mit der hl. Margareta, der linke Seitenaltar in Gotzing geweiht). Wolfgang und Erasmus (ihnen ist der rechte Seitenaltar geweiht) folgen: Der hl. Bischof Wolfgang von Regensburg hat sein Attribut, die Kirche, der hl. Bischof und Martyrer Erasmus von Formio hat die Winde, um die seine Gedärme gewickelt sind. Zuletzt folgen die hl. Katharina von Alexandrien mit dem Rad und der hl. Abt Magnus von Füssen, der als Patron gegen das Ungeziefer in der Pfarrei Neukirchen große Verehrung genoß. (Seine Statue mit Mäusen als Attribut ist in der Kirche von Gotzing noch zu sehen.)
Im Zentrum dieses Heiligenhimmels erscheint die Heilige Dreifaltigkeit, unter ihr Maria. Von Maria gehen drei Strahlen aus: einer fällt auf Joseph, einer auf Anna, und einer auf den hl. Dionysius, den Patron nicht nur der Neukirchener Kirche, sondern auch der ganzen Pfarrei. Das Programm von Neukirchen ist ähnlich dem Heiligenhimmel von Andechs (Coelum Andecense, s. CBD, Bd 1, S. 299 f.) und Dießen (s. Bd 1, S. 46 f.): Die Heiligen, die für die Pfarrei von Bedeutung sind, die Patrone der Kirchen und Altäre, sind im Hauptfresko der Pfarrkirche versammelt und als Fürbitter für die ganze Pfarrei dargestellt, sozusagen im Coelum Neukirchense.
Die Spruchbänder, die im O und W in das Bild einschwingen, tragen die Inschriften UNI TRINOQUE / DOMINO SIT SEMPI=/TERNA GLORIA (im Osten) und QUI VITAM SINE / TERMINO NOBIS / DONET IN PATRIA (Westen).
A1-4 KARDINALTUGENDEN In den neugemalten Kartuschen, in denen wohl ursprünglich die Attribute der vier Kardinaltugenden dargestellt waren, sind jetzt zu sehen:
A1 Löwenhaut, Olivenzweig, Schild, Keule und Helm = Fortitudo. – A2 Bücher, Spiegel und Schlangen = Prudentia. – A3 Auge Gottes im Dreiecknimbus über den Gesetzestafeln: diese Kartusche ist sicher vollkommen neu gemalt worden; ursprünglich dürften sich hier die Attribute der Temperantia befunden haben. – A4 Buch, Schwert und Waage = Justitia.
B MARTYRIUM DES HL. DIONYSIUS Das Hauptfresko im LHs nimmt Bezug auf die ganze Pfarrei, deren Hauptkirche Neukirchen ist. B dagegen im Chor ist dem eigenen Patron, dem hl. Dionysius, gewidmet. Dargestellt ist eine Szene aus seiner Legende (AASS Oct., Tom. 4, 9.10., S. 900–902; LA-Benz, S. 856 f.). Dionysius, vom Papst zusammen mit seinen Gefährten Rusticus und Eleutherius nach Frankreich gesandt, wurde in der Nähe von Paris ergriffen und wegen seines Glaubens entsetzlichen Martern unterworfen. Zuletzt wurde er mit seinen Begleitern enthauptet. Sein Haupt unter dem Arm, wandelte er von himmlischem Licht umstrahlt, den Mons Martyrum hinab bis zu seiner Grabstätte in St. Denis. Zahlreiche Augenzeugen dieses Wunders wurden gläubig und ließen sich taufen, unter ihnen Larcia (Laertia), Gattin des Präfekten Lubrius, die daraufhin ebenfalls enthauptet wurde. Diese Larcia ist im Deckenbild in der vor dem Heiligen knienden Frau dargestellt. In den Enthaupteten auf dem Hügel im Hintergrund kann man die Gefährten Rusticus und Eleutherius erkennen.
B1-2 ALTTESTAMENTARISCHE OPFERSZENEN Diese Bilder haben keinen direkten Bezug auf das Hauptbild. Ihrer Lage im AR entsprechend zeigen sie antetypische Vorbilder der Eucharistie.
B1 OPFERUNG ISAAKS (Gen 22, 10) Der junge Isaak sitzt mit gebundenen Händen unter einem Baum, sein Vater Abraham hat das Messer erhoben, um ihn zu töten.
B2 OPFER DES MELCHISEDECH (Gen 14, 18–20) Melchisedech, König von Salem und Priester, steht mit erhobenen Händen vor dem Altar, auf dem Brot liegt und ein Kelch steht. Vor ihm kniet, gerüstet, aber mit bloßem Haupt, Abraham, aus der Schlacht zurückgekehrt, und empfängt seinen Segen. Im Hintergrund sind Soldaten zu sehen.
Quellen und Literatur
Mayer-Westermayer, Bd 2, S. 42. KDB I OB (2), S. 1472.
Mayer, Matthias, Die Seelsorge der Weyarner Chorherrn im ausgehenden 18. Jh. nach den Tagebüchern des Chorherrn L.J. Ott, in: Beiträge zur altbayerischen Kirchengeschichte, Bd 30, 1976, S. 117 u. 183.