Mihla, Rittergut, sog Rotes Schloss
Inventarnummer: cbdd10097
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Im Roten Schloss in Mihla befanden sich bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhundert zwei Räume mit Landschaftsmalereien aus der Zeit von ca. 1760/70.
Geschichte und Architektur des Roten Schlosses
Das so genannte Rote Schloss[1] in Mihla wurde 1581 für die Familie von Harstall erbaut. Sie hatte Mihla 1436 erworben und nach einer Teilung in mehrere Linien wurde der Neubau notwendig. Eine weitere Bauphase wird auf ca. 1620 datiert, die wohl in Zusammenhang mit dem Besitzübergang des Gebäudes an die katholische Linie der Diedorfter Harstalls zu sehen ist. Eine weitere Umbauphase erfolgte um 1730 in Folge des Übergangs des Roten Schlosses an andere Harstaller Lienen. Seither wurde das Gebäude überwiegend von einem Pächter verwaltet. Ende des 19. Jahrhunderts gelangte es in bürgerlichen Besitz. Bereits seit 1934 nutzten die Nationalsozialisten das Gebäude und nahmen nach seinem Erwerb ab 1938 zahlreiche Veränderungen vor. Spätestens nach 1945 ist das Rote Schloss im Zuge der Besatzung durch die Sowjetarmee seiner kunstgeschichtlich wertvollen Ausstattung weitgehend verlustig gegangen.
Das Rote Schloss besteht aus einem umfangreichen vorgelagerten Wirtschaftshof sowie dem Hauptgebäude. Dieses ist ein dreigeschossiger Bau, wobei zwei obere Fachwerkgeschosse auf einem massiven Sockelgeschoss ruhen. An der Eingangsseite im Norden gliedern drei Sanderker die Fassade.
Die verlorene Malerei des Roten Schlosses
Georg Voss beschreibt 1915[2] zwei so genannte Rokokozimmer aus der dritten Ausstattungsphase des Schlosses, die er auf 1760–1770 datiert. Es handelte sich um zwei Zimmer unterschiedlicher Größe. Das größere befand sich im zweiten Stock, das kleinere im ersten. „Die ganze Wandfläche in diesen beiden Zimmern sind mit grossen, auf Leinwand in Ölfarben gemalten Landschaften bedeckt. Es sind Parklandschaften mit Staffagefiguren aus der höheren Gesellschaft jener Zeit. Den Hintergrund bildet die Architektur von Schlössern, welche in der Ferne dargestellt sind. Auf einem der Bilder sieht man Schlittschuhläufer. Die Malereien sind recht umfangreich. die fünf Landschaften in dem kleinen Zimmer des ersten Stockes haben eine Höhe von 2,22 m; das grösste der Bilder ist 3,53 m breit. Die Bilder sind umrahmt mit gemalten Roccoco-Ornamenten“. Ähnliche Ausmalungen waren in der Gegend zu jener Zeit üblich. Eines der qualitätvollsten Beispiele, das sich erhalten hat, ist die Malerei in Haus Stettfeld bei Eisenach.
Bibliographie
- Literatur:
- Lämmerhirt, Hainichregion, 2013. – Lämmerhirt, Rainer: Adelsfamilien, Burgen und Schlösser in der Hainichregion. Die Entstehung einer Kulturlandschaft (Westthüringer Heimatschriften, 19). Bad Langensalza 2013.
- Lehfeldt/Voss, KDM Eisenach I, 1915. – Lehfeldt, Paul/Voss, Georg: Die Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Grosserzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach. Band III. Verwaltungsbezirk Eisenach I. Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg). Jena 1915.