Mihla, Rittergut, sog Graues Schloss

Laß, Heiko:Mihla, Rittergut, sog. "Graues Schloss", in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/4ec73847-f8a0-4b06-9fd5-e99dc48c956a

Inventarnummer: cbdd10098

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Im 1536 erbauten Grauen Schloss von Mihla befanden sich ehemals Wandmalereien mit Landschaftsdarstellungen aus dem zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts.

Mihla/Wartburgkreis, Graues Schloss
Mihla/Wartburgkreis, Graues Schloss

Geschichte und Beschreibung

 
Mihla/Wartburgkreis, Graues Schloss

Das Graue Schloss[1] in Mihla wurde 1536 anstelle einer alten Wasserburg durch die Familie von Harstall errichtet, nachdem die Familie 100 Jahre zuvor Mihla erworben hatte. Weitere Baumaßnahmen erfolgten bereits 1553–60. Die Wassergräben wurden im 19. Jahrhundert zugeschüttet. Das Graue Schloss blieb bis 1945 im Besitz der Familie von Harstall.

Es handelt sich um einen zweigeschossigen Massivbau über rechteckigem Grundriss mit breiten Erkern. An der Südseite steht ein achteckiger Treppenturm, an der Ostseite ein viereckiger Vorbau.

Die ehemalige Wandmalerei im Grauen Schloss

Georg Voss berichtet 1915[2] über die Wandmalerei im Grauen Schloss: „Eine für das 18. Jahrhundert charakteristische Zimmerausstattung ist im ersten Geschoss erhalten. Die Wände des sehr geräumigen Zimmers sind mit Gemälden auf Leinwand bespannt. Die Gemälde sind für jede einzelne Wand componirt und mit breiten, ebenfalls gemahlten Bordüren eingefasst, auf denen grosse Blätter, Früchte und Muscheln dargestellt sind. Die Gemälde mit der Bordüre haben die stattliche Höhe von 3,32 m. Auf den Bildern sind Landschaften mit Staffagefiguren dargestellt. Die Gemälde haben indessen so gelitten, dass von den Figuren nur noch wenig zu erkennen ist. Möglicher Weise sind sie schon einmal übertüncht gewesen. Auf dem einen Bilde sieht man einen Jäger, der auf eine von den Hunden gepackte Sau schiesst. Auf einem anderem Bilde erkennt man einen Mann mit einem Zopf und einen Hasen. Aus der Form des Zopfes lässt sich, wenigstens ungefähr, auf die Zeit der Entstehung der arg zerstörten Gemälde schliessen. Man wird die Ausmalung des Zimmers etwa in die Zeit um 1725–1750 setzen können.“ Von der erwähnten Malerei hat sich nichts erhalten. Die Darstellung von Jagdszenen dürfte auf die Jagdrechte verwiesen haben, die die Familie von Harstall innehatte.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Bienert, Burgen, 2000. – Bienert, Thomas: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Gudensberg-Gleichen 2000.
  • Lehfeldt/Voss, KDM Eisenach I, 1915. – Lehfeldt, Paul/Voss, Georg: Die Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Grosserzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach. Band III. Verwaltungsbezirk Eisenach I. Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg). Jena 1915.

Einzelnachweise

  1. Bienert, Burgen, 2000, S. 229-230; Lehfeldt/Voss, KDM Eisenach I, 1915, S. 528-529.
  2. Lehfeldt/Voss, KDM Eisenach I, 1915, S. 529.