Münster, ehem Haus Königsstraße 60

Laß, Heiko:Münster, ehem. Haus Königsstraße 60, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2025, URL: www.deckenmalerei.eu/c8056d13-de52-4a88-aca6-c1dc74a403d8

Inventarnummer: cbdd20264

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Im Haus Königsstraße 60 befanden sich im Treppenhaus und im Gartensaal Deckenmalereien aus dem beginnenden 18. Jahrhundert, die im Zweiten Weltkrieg zerstört worden sind. Im Gartensaal allegorisierten Putten die Monate, die Jahres- sowie die Tageszeiten.

Saal aus dem Hause des Hofrates zu Offer Christian Bernhard zur Mühlen, 1912 im Landesmuseum Münster
Saal aus dem Hause des Hofrates zu Offer Christian Bernhard zur Mühlen, 1912 im Landesmuseum Münster

Das ehem. Haus Königsstraße 60

 
Saal aus dem Hause des Hofrates zu Offer Christian Bernhard zur Mühlen, 1912 im Landesmuseum Münster

Kurzbeschreibung und Lage

Das Haus Königsstraße 60 [1] stand zentral in Münster an der Ostseite der Straße. Es ist im Zweiten Weltkrieg zerstört worden.

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Die Baugeschichte des Gebäudes ist unklar. Ursprünglich befanden sich auf dem Grundstück zwei Bauten, die später zu einem Gebäude vereint wurden. Reste der älteren Bausubstanz waren 1935 noch vorhanden. Um 1700 wurde das Haus für Christoph Bernhard zur Mühlen in seiner späteren Form erbaut. In den Jahren 1784/85 erhielt es eine neue Fassade. Im Zweiten Weltkrieg ist das Haus zerstört worden.[2] [2]

Beschreibung

Das Haus besaß zur Königsstraße hin sechs Fensterachsen und verfügte über zwei Vollgeschosse sowie ein abschließendes Halbgeschoss unter einem Walmdach. Der Eingang war nicht zentral gelegen, sondern befand sich in der zweiten Achse von links. Von hier aus gelangte man unmittelbar in das Treppenhaus, das sich über alle drei Geschosse erstreckte.[3]

Das ehemalige Treppenhaus und sein verlorenes Deckengemälde

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Das Treppenhaus und sein Deckengemälde wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Wann das Gemälde geschaffen wurde ist nicht bekannt.

Beschreibung und Ikonographie

Max Geisberg schrieb 1935: „Das Treppenhaus in der Südostecke des Hauses, in das der hier befindliche Hauseingang unmittelbar hereinführt, geht durch alle drei Geschosse hindurch und ist in Höhe des Hauptgesimses durch eine Decke mit einem großen, ovalen, mythologischen Gemälde von schlechter Erhaltung abgeschlossen.“[4]

Der ehemalige Gartensaal und seine verlorenen Deckengemälde

 
Saal aus dem Hause des Hofrates zu Offer Christian Bernhard zur Mühlen, 1912 im Landesmuseum Münster

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Der ehemalige Gartensaal und die aus ihm stammende Deckenmalerei wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die Malerei ist sehr wahrscheinlich Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden. Sie wurde zusammen mit der Decke 1907 ausgebaut und an das damalige Landesmuseum in Münster übergeben, wo sie im ersten Obergeschoss, im so genannten Barrocksaal, wieder eingebaut wurde. Auch der Kamin des Saales wurde hier wieder aufgestellt; er hat den Krieg überdauert.[5]

Beschreibung und Ikonographie

Über den zerstörten Gartensaal ist wenig bekannt. Bemerkenswert war vor allem seine Holzkassettendecke, die durch einen braunen Grundton, vergoldete Ränder der rautenförmigen Kassetten und die farbigen Gemälde ausgezeichnet war. Max Geisberg konnte 1935 kein inhaltliches Konzept in der Abfolge der Malerei erkennen. Zu sehen waren fliegende Engel bzw. Putten, die die Monate des Jahres, die Jahreszeiten und die Tageszeiten allegorisierten.[6]

Bibliographie

  • Literatur:
  • Geisberg, Münster 4, 1935. – Geisberg, Max (bearb.): Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen 41. Die Stadt Münster. Teil 4. Die profanen Bauwerke seit dem Jahre 1701. Münster 1935.
  • Meier, Landesmuseum, 1913. – Meier, Burkhard: Führer durch das Landesmuseum der Provinz Westfalen. Münster i. W. 1913.

Einzelnachweise

  1. Geisberg, Münster 4, 1935, S. 399-404.
  2. 2,0 2,1 Geisberg, Münster 4, 1935, S. 400.
  3. Geisberg, Münster 4, 1935, S. 402-405.
  4. Geisberg, Münster 4, 1935, S. 402, 404.
  5. Geisberg, Münster 4, 1935, S. 399, 403.
  6. Geisberg, Münster 4, 1935, S. 400, 402-403; Meier, Landesmuseum, 1913, S. 45.