Lippstadt, Haus Rathausstr 14
Inventarnummer: cbdd20269
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Im Haus hat sich eine Holzbalkendecke mit vegetabiler Bemalung von 1658 oder wenig später erhalten. In den Ranken befinden sich zwei Blattkränze, die zum einen ein Wappen und zum anderen eine lippische Rose rahmen.

Das Haus Rathausstr. 14 in Lippstadt
Kurzbeschreibung und Lage
Das Haus [1] steht in der Altstadt von Lippstadt, unweit der Marienkirche, an der Südseite der Rathausstraße.
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Fachwerkgiebelhaus wurde 1658 errichtet und im 18. Jahrhundert umgebaut. Später wurde die Front verputzt und erst im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts wieder freigelegt.[2]
Beschreibung
Es handelt sich um ein mittelgroßes zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Hinterhaus. Der vordere Teil des Hauses wird durch einen Mittelflur erschlossen, zu dessen Seiten kleine Stuben lagen. Im hinteren Bereich führt eine Holztreppe ins Obergeschoss und eine weiter Treppe in den Keller des Hinterhauses. Über dem Keller ist ein großer Saal gelegen.[2]
Der große Saal im Hinterhaus
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der große Saal wurde zusammen mit dem Haus 1658 oder kurz darauf errichtet. Hinterhäuser mit Saal wurden in Lippstadt auch nach 1648 noch häufig erbaut. Spätestens im 19. Jahrhundert wurde der Saal verändert und im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts in seinen ursprünglichen Zustand zurückgeführt.[3]
Beschreibung
Der große Saal im Hinterhaus wird im Norden betreten. Nach Süden und Westen zum Hof öffnen sich Fenster, die nahezu eine durchgehende Fensterreihe bilden. Die originalen Pfosten mit Schnitzwerk sind überwiegend erhalten, ebenso die Saaltür. Auch der Fußboden und die bemalte Holzbalkendecke sind noch vorhanden. Der Saal gehört zu den wenigen Räumen des 17. Jahrhunderts in Lippstadt, in denen sich noch originale wandfeste Ausstattung erhalten hat.[1]
Die Saaldecke
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Saaldecke stammt von 1658 oder wenig später. Sie wurde im letzten Viertel des 20. Jahrhunderets restauriert.[2]
Beschreibung und Ikonographie
Vier Balken bilden drei Fachen. Die äußeren Balken liegen direkt vor der Wand, in der Mitte verläuft ein Unterzug. Balken und Fachen sind mit malerischen Mitteln in Kassetten untergliedert. Die fast quadratischen Kassetten in den Fachen zieren auf bräunlich marmoriertem Grund üppige grüne Blattranken mit Blumen und Früchten. Zwei Felder der mittleren Fache sind besonders gestaltet: In der mittleren Kassette in der Osthälfte ist in einem Blattkranz die lippische Rose gemalt. Die mittlere Kassette in der Westhälfte ziert ebenfalls ein Blattkranz, der jedoch ein Wappen aufnimmt. In einem geteilten Schild sind vier waagerechte Balken und links ein Stern mit sechs Spitzen und einem Halbmond darüber zu sehen. Die Wappen sind unbekannt. Über dem Schild ist eine aus Blattwerk gebildete Krone angedeutet. Die Felder an den Balken sind nur marmoriert.[1]
Bibliographie
- Literatur:
- Eiynck, Wohnbauten, 1985. – Eiynck, Andreas: Wohnbauten des 15. bis 17. Jahrhunderts. in: Ehbrecht, Wilfried (Hrsg.): Lippstadt. Beiträger zur Stadtgeschichte. Teil 1 (Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Lippstadt, 2). Lippstadt 1985. S. 375-454.
- Archivalien:
- Rathausstr. 14. – Landschaftsverband Westfalen-Lippe – Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Archiv. Rathausstr. 14. Lippstadt. Kreis Soest.