Hertzig, Stefan:Leipzig, Hainstraße 6, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2023, URL: www.deckenmalerei.eu/78fccad7-dc96-43a4-a8d3-5f22f4c67bd4

Inventarnummer: cbdd20098

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Der Bau aus dem 16. Jahrhundert war 1994 abgebrochen und 1997/98 wieder rekonstruiert worden, wobei eine bemalte, frühbarocke Holzdecke aus dem späten 17. Jahrhundert wieder eingebaut werden konnte.

Das Gebäude Hainstraße 6

Baugeschichte / Beschreibung

Das ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude war im Jahre 1994 abgebrochen und in den Jahren 1997/98 rekonstruiert worden. Das fünfgeschossige, sechsachsige Bürgerhaus ist mit Ausnahme des obersten Stockwerks mit feinen, aufgeputzten horizontalen Bänderungen versehen und über dem Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss mit mehrteiligen, durchgehenden Gesimsen geschmückt. Die Fenster sämtlicher Etagen sind mit fein profilierten Gewänden und mit prägnant ausgebildeten Sohlbänken versehen. Zusätzlich werden sie im ersten Stock mit Dreiecksgiebelverdachungen auf kleinen Konsolen und in der darüber befindlichen Etage mit darunter gesetzten einzelnen Diamantquadern verziert. Den einzigen weiteren Schmuck der Hausfassade stellt in der Mitte der zweiachsige und dreigeschossige hölzerne Kastenerker dar. Durchgehende Stockwerks- bzw. Brüstungsgesimse unterteilen ihn horizontal in allen Etagen. Zusätzlich wird er im ersten Stock durch über und unter die Fenster gesetzte Rechteckfelder oder Diamantquader, sowie im zweiten und dritten durch feine ionische Pilasterstellungen bereichert. Ein Mansarddach mit neuzeitlichen Gaupen bildet heute den oberen Abschluss des rekonstruierten Hauses.[1]

Bauwerksabschnitt

Neben dem Hauskeller aus der Zeit vor 1600 ist im ersten Obergeschoss eine bemalte Holzbalkendecke aus dem frühen 17. Jahrhundert auch in dem rekonstruierten Haus erhalten geblieben. Darüber hinaus konnte im südlichen, straßenseitigen Raum im zweiten Obergeschoss eine bemalte, frühbarocke Holzdecke aus dem späten 17. Jahrhundert wieder eingebaut werden.

Der südliche, straßenseitige Raum, zweites Obergeschoss

Hier konnte eine bemalte, frühbarocke Holzdecke aus dem späten 17. Jahrhundert wieder eingebaut werden.

Die Decke im südlichen Raum, zweites Obergeschoss

Gesamtdecke

Die großen Unterzugsbalken, die die Decke tragen sind profiliert, bleiben aber ohne jegliche Bemalung. An der Decke selbst werden durch schmale, dunkel gefasste Holzprofile unterschiedlich schmale, längsrechteckige Felder voreinander abgeteilt. Die Bemalung erfolgte in einem dunkelgrau-anthrazitfarbenen Ton auf dem natürlich belassenen Untergrund. Die schmaleren, von einem zierlichen geschnitzten Perlstab eingefassten Felder sind mit sehr filigranen, linear aufgefassten Ranken verziert. Die größeren, von flachen und stärkeren Profilen eingerahmten Felder zeigen hingegen unterschiedliches, breit und plastisch wiedergegebenes Blatt- und Rankenwerk mit verschiedenen Früchten, wie etwa Granatäpfeln und Weintrauben.

Bibliographie

  • Dehio, Sachsen II, 1998, S. 523. – Dehio, Gregor: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, München/Berlin 1998, S.523.

Einzelnachweise

  1. Dehio, Sachsen II, 1998, S. 523.