Hildburghausen, ehem Residenzschloss
Inventarnummer: cbdd10100
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Das 1684–1705 erbaute Residenzschloss in Hildburghausen wurde 1945 abgebrochen. Zahlreiche Räume waren mit Deckenmalereien des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts geschmückt. Die Malerei ist nicht erhalten.
Das ehemalige Residenzschloss Hildburghausen
Baugeschichte
Hildburghausen[1] war eine der sieben Residenzen, die im Zuge der Teilung Sachsen-Gothas 1680/81 entstanden. Anfänglich verfügte das Herzogtum nicht über die volle Souveränität, die es erst 1702 erlangte. 1681 gab es im neuen Herzogtum von Herzog Ernst noch kein Residenzschloss. Nachdem die Entscheidung gefallen war, die Residenz in Hildburghausen zu begründen, begann hier ab 1685 der Schlossneubau. Die Baupläne für eine regelmäßige Dreiflügelanlage des Sachsen-Coburger Hofbaumeisters Justinus Bieler von 1683 wurden wohl weitgehend verwirklicht. Es entstand eine kleine Dreiflügelanlage, die ungefähr die östliche Hälfte des späteren Schlosses einnahm. Im Osten schloss sich in Verlängerung des Hauptflügels die Schlosskapelle an und im rechten Winkel zu ihr war parallel zum westlichen Schlossflügel ein Marstalltrakt vorgesehen, sodass neben dem Ehrenhof ein zweiter, nachgeordneter Hof entstehen sollte. Mit leichten Änderungen wurde dieser Plan unter Leitung des Baumeisters Elias Gedeler begonnen und nach Gedelers Tod 1695 durch den Bauinspektor Johann Schnabel bis 1695 zu einem ersten Abschluss gebracht. Nach 1698 beschloss man, den westlichen Flügel des Ehrenhofs zu entfernen und damit eine sehr breit gelagerte Dreiflügelanlage zu etablieren. Diese Arbeiten erfolgten unter Christian II. Richter und standen in Zusammenhang mit der 1702 erlangten Souveränität, als auch Hofstaat und Landeskollegien personell vergrößert wurden. Spätestens zur Einweihung der Schlosskirche mit Gruft 1705, die nun am Ehrenhof lag, muss dieses Konzept umgesetzt gewesen sein. Man plante auch, den eingeschossigen Marstallflügel dreigeschossig zu gestalten und somit den anderen beiden Flügeln anzupassen, was jedoch nie passiert ist. Hier kamen Hofmarschallamt und Remiseen unter. 1707 waren die Arbeiten vorerst abgeschlossen. 1738 erhielt der Marstall ein neues Obergeschoss, der Schlosskirche wurde eine neue Fassade vorgeblendet und die Fassaden bis spätestens 1749 vereinheitlicht. Ein Feuer durch Blitzschlag 1783 führte zu erheblichen Schäden am Schloss. Nachdem der Hof 1826 nach Altenburg gewechselt war, fiel Hildburghausen an Sachsen-Meiningen und das Schloss diente der Verwaltung sowie nach einem entsprechenden Umbau nach 1867 als Kaserne. Aufgrund von Kriegsbeschädigungen wurde es 1949/50 abgebrochen.
Baubeschreibung
Das Schloss[2] erhob sich über dem Abhang zur Werra und erstreckte sich als breitgelagerte, zur Stadt hin geöffnete Dreiflügelanlage auf einer Terrasse. Im Tal entstand zeitgleich zum Schloss ein großer Lustgarten. Die Fassaden des dreigeschossigen, verputzen Massivbaus mit Walmdach waren schlicht gestaltet. Zur Hof- und Eingangsseite gab es zwei Portale, die jeweils von dorischen Pilastern flankiert wurden und einen Dreiecksgiebel trugen. Das Westliche nahm den Eingang auf. Hier erblickte man die Wappen von Sachsen-Hildburghausen und Hessen-Waldeck – also des Bauherrn und seiner Gemahlin. Ferner präsentierten zwei Putten die Initialen Herzogs Ernst Friedrich III. Carl (E.F.C.) und seiner 1749 heimgeführten Gemahlin Luise von Dänemark (L). Hinter dem östlichen Portal lag die Schlosskapelle und dementsprechend erblickte man hier statt der Namenszüge die Sinnbilder von Glaube, Liebe und Hoffnung. Die Gartenseite mit 22 Fensterachsen war symmetrisch gestaltet und hatte lediglich im westlichen Bereich ein Portal. Ost- und Westflügel umfassten jeweils neun Achsen. Der Westflügel war nur zweigeschossig und schmaler als Süd- und Ostflügel; Wartesteine offenbarten aber, dass ein identischer Flügel geplant war.
Die östliche Durchfahrt erschloss ein zweiläufiges Haupttreppenhaus an der Südseite. Während in beiden Geschossen die Repräsentationsräume an der Nordseite zur Stadt hin lagen, waren die Appartements an der Südseite zum Garten hin situiert. Währen im ersten Geschoss nur ein kleiner Vorsaal vorhanden war, verfügte das zweite über einen großen Hauptsaal über der zweigeschossigen Schlosskirche. Die Ausstattung der Räume zog sich über Jahrzehnte hin und wurde von immer wieder vorgenommenen Modernisierungen gefolgt. Die Stuckaturen stammten zur Erbauungszeit von Bartolomeo und Domenico Lucchese, 1737/38 stuckierte Johann Christian Beinthner das Tafelgemach. Weitere Stuckarbeiten erfolgten 1738, 1751 und 1780. Der oder die Künstler der nachweislich zahlreichen Deckenmalereien sind bis auf jene der Schlosskirche unbekannt.
Forschungsstand
Aufbauend auf dem Denkmalinventar von 1903 hat sich Heike Tolksdorf 1984 in ihrer Dissertation knapp mit der verlorenen Deckenmalerei des ehemaligen Schlosses anhand der Ausführungen von Paul Lehfeldt auseinandergesetzt.[3] Lehfeldt ist nach wie vor die verbindliche Grundlage,[4] bis auf die ehemalige Deckenmalerei der Schlosskirche, die Niels Fleck in seiner 2015 publizierten Dissertation ausführlich analysiert hat.[5] Seinen Ausführungen ist nichts hinzuzufügen. Lehfeldts Beschreibungen der Deckenmalereien sind leider, wie es Tolksdorf formuliert hat, ein wenig „unübersichtlich“.[6]
Die westliche Durchfahrt
Das Schloss wurde über die westliche Durchfahrt[7] erschlossen. Von hier erreichte man im Westen das Treppenhaus und im Osten einen Gang zur Schlosskapelle. Die Decke der Durchfahrt war stuckiert und präsentierte ein Gemälde.
Deckenmalerei in der Durchfahrt
An der Stuckdecke befand sich ein Gemälde, das nach Paul Lehfeldt 1904[8] „eine Frauengestalt und zwei Kinder mit Blumen und Früchten“ zeigte.
Der Treppenvorraum im Erdgeschoss
Der Treppenvorraum[7] zum Haupttreppenhaus war zwischen Durchfahrt und Treppenhaus gelegen. Seine stuckierte Decke nahm Gemälde auf. Putten an den Ecken präsentierten den Herzogshut.
Deckenmalerei im Treppenvorraum
Die Decke des Treppenvorraums war mittels Stuck in drei Achtecke gegliedert. Jedes der Felder nahm ein Gemälde[8] auf: Vulcan und Venus, Aurora auf geflügeltem Pferd und Horen sowie Jupiter und Juno.
Das Treppenhaus
Das zweiläufige Treppenhaus[9] befand sich westlich der Tordurchfahrt an der Südseite des Schlosses, von wo es über zwei Fensterachsen Licht erhielt und erschloss das erste und zweite Geschoss. Es führte jeweils zu hofseitig gelegenen Sälen. Die Decke bzw. die tonnengewölbten Unterseiten der Treppenläufe waren stuckiert und nahmen Malereien auf.
Deckenmalereien im Treppenhaus
An der Unterseite des unteren Laufes zum ersten Obergeschoss war ein elliptisches Feld stuckiert, das ein Gemälde aufnahm, welches Mars darstellte und von Lehfeldt als „verdorben“ charakterisiert wurde.[10] Es war umgeben von vier stuckierten Buckelschildern mit springenden Löwen und den Wappen von Sachsen und Waldeck, ferner mit Kränzen und Putten, welche gemeinsam den Herzogshut hielten sowie weiteren Attributen und den „Sinnbildern“ von Mann und Frau, Schwert, Säule etc.
Die Decke des unteren Wendepodestes war von zwei Kreuzgewölben gegliedert, deren Grate mit Akanthus und anderen Ornamenten verziert waren. Zwischen den zwei Kreuzgewölben befand sich ein ovales Medaillon mit einem Gemälde der Minerva zwischen Akanthusblättern.[10]
An der Unterseite des oberen Laufes zum ersten Obergeschoss befand sich erneut ein elliptisches Feld, das in diesem Fall ein Gemälde der Luna aufnahm. Es war ebenfalls von stuckierten Buckelschildern mit den Wappen des Herzogtums etc. umgeben und auch hier hielten Putten den stuckierten Herzogshut. Hinzu kamen Sinnbilder von Wissenschaft und Kunst.[10]
Am unteren Lauf der Treppe zwischen erstem und zweitem Obergeschoss befanden sich in zwei stuckierten Ellipsen Gemälde, die Philoctet bzw. Bellerophon zeigten. Die Malerei war laut Lehfeldt „ziemlich verlöscht“.[11] Der Stuck zeigte Adler, Muscheln und „Fruchtbündel“.
Die Decke über dem oberen Wendepodest war erneut in zwei Kreuzgewölbe unterteilt. Die Gewölbekappen nahmen Medaillons mit Gemälden in Palmenkränzen auf: „Gemälde in braunen Tönen: Männerköpfe nach Art der römischen Kaiser oder der Dichterbildnisse aus der Renaissancezeit“, schreibt Paul Lehfeldt.[11]
Der obere Lauf der Treppe zwischen erstem und zweitem Obergeschoss nahm an der Decke erneut zwei Ellipsen in Stuckaturen mit Rankenwerk auf, die Gemälde von Merkur und Neptun zeigten.[11]
Alle Malereien im Treppenhaus sollen „Renischen Vorbildern“ gefolgt sein.
Der Vorsaal im ersten Obergeschoss
Im ersten Obergeschoss erreichte man vom Treppenhaus aus direkt einen Vorsaal, der an der Hofseite gelegen war und durch drei Fenster Licht erhielt.[12] 1904 war er durch Wände unterteilt.
Deckenmalerei im Vorsaal
Die Decke des Vorsaals war stuckiert. Drei große, achteckige Felder, die ähnlich denen des Vorraums im Erdgeschoss gestaltet waren, nahmen Gemälde unklaren Inhalts auf. Vielleicht handelte es sich um Licht und Finsternis, Fruchtbarkeit, Vergänglichkeit und Ewigkeit. Die Eckkartuschen zeigten „Knäbchen“, also wohl Putten.[13]
Vorsaal in der so genannten Weimarischen Wohnung
Die sogenannte Weimarische Wohnung befand sich links vom Vorsaal.[14] Ehemals stützten die Decke ihres Vorsaals vier korinthische Säulen. Die Deckengliederung folgte dieser Unterteilung. 1904 war ein Teil des Raumes abgetrennt.
Deckenmalerei im Vorsaal der sogenannten Weimarischen Wohnung
Die Stuckdecke des Raumes war in vier Felder unterteilt, die jeweils ein quadratisches Mittelfeld aufnahmen. Hinzu kamen an jeder Seite ein Kreisfeld sowie weitere Stuckierungen. Das erste Mittelfeld zeigte „ein mythologisches Gemälde (Frauengestalt mit Flügel, einem Rosenzweig in der Hand, auf einem Wagen sitzend, der von zwei Pferden gezogen wird; auf dem einen Pferd sitzt ein Knabe, die Zügel führend), die Kreisfelder gemalte Amoretten mit Spiel, mit Sanduhr, mit Bogen, mit Blitzen in den Händen.“ Ein weiteres Deckenfeld zeigte „gemalte, die Musik allegorisierende Frauengestalten auf Wolken“, die Kreisfelder waren bis auf ein sichtbares „Gemälde ähnlichen Inhaltes“ übermalt.[14]
Das Schlafzimmer in der sogenannten Weimarischen Wohnung
Das Schlafzimmer in der sogenannten Weimarischen Wohnung befand sich links vom Vorraum nach Osten.[15]
Deckenmalerei im Schlafzimmer der sogenannten Weimarischen Wohnung
Die Stuckdecke im Schlafzimmer[16] präsentierte im Mittelfeld eine Darstellung des Parisurteils. Vier umgebende Kartuschen an den Ecken zeigten „gemalte Frauen- bzw. Kinder-gestalten mit Waffen und Oelzweig, mit Minervafigur, Früchten und Schmuckgeräthen, mit Spiegel und Schlange, mit Sanduhr“.
Die Schlosskirche
Baugeschichte
Die Schlosskirche[17] befand sich im ehemals an den Kernbau angefügten Westflügel des Schlosses, der später im Südflügel aufging und dessen westlichen Teil darstellte. Obwohl bereits 1688 am Dach des Kirchflügels gearbeitet wurde und der Rohbau 1695 fertiggestellt war und auch bereits viele Gemälde zur Ausstattung vorhanden waren, wurde das Gotteshaus erst 1705 vollendet und eingeweiht. Der Hildburghäuser Hofmaler Johann Georg Keßler etwa schuf bereits 1690–1693 Gemälde für Decke und Wände. 1695 lieferte Johann Murrer weitere Gemälde. Der Herrschaftsstand in der Kirche erhielt 1738 einige bauliche Veränderungen und neue Bilder. In den Jahren 1756–1768 erhielt die Kirche neue Gemälde, die jedoch nicht näher bezeichnet sind. Künstler war entweder der Hildburghäuser Hofmaler Johann Valentin Tischbein oder sein Bruder Johann Heinrich Tischbein d. Ä., der Hofmaler in Kassel war. 1847 wurde die Kirchengemeinde aufgelöst und der umgebaute Raum ab 1850 als Gerichtssaal genutzt. 1867 mit Übergang an die Garnison wurde die herrschaftliche Gruft vermauert.
Beschreibung
Die Schlosskirche war eine zweigeschossige Saalkirche mit eingeschossigen Emporen auf Arkadenbögen an allen vier Seiten und einer Flachdecke. Sie umfasste sechs Achsen in der Länge. Vermutlich kam mindestens eine zusätzliche Achse im Osten oder Westen hinzu, die entweder die Sakristei oder den Herrschaftsstand aufnahm. Der Stand öffnete sich mit Bogenfenstern zum Gemeinderaum. Altar, Kanzel und Orgel waren über- oder hintereinander angeordnet. Das Altargemälde zeigte den auferstandenen Christus vor den Frauen am Grabe. Zur weiteren Ausstattung gehörten 13 Gemälde mit den zwölf Aposteln und Jesus Christus, vier mit den Darstellungen der Evangelisten, Prophetenbildnisse und alttestamentliche Szenen wie jene der Josephsgeschichte sowie weitere Malereien. Die Kirche nahm Geschlechter und Amtsstände auf, ohne dass ihr konkretes Aussehen oder ihre genaue Position in jedem Einzelfall bekannt wären.
Deckenmalerei in der Schlosskirche
Die Schlosskirche präsentierte an ihrer Flachdecke zwölf Deckengemälde.[18] Es gab im Gegensatz zu den Räumen des Schlosses keine Stuckdecke. Im Einzelnen waren nach einem Inventar von 1847 an Gemälden zu sehen:[19]
1. das Osterlamm der Kinder Israel,
2. die Aufopferung Isaaks,
3. die erhöhte Schlange in der Wüste,
4. Elia Himmelfahrt,
5. Christus mit seinen Jüngern das Osterlamm essend,
6. Christus am Ölberg von einem Engel gestärkt,
7. Christi Kreuzigung,
8. Christi Himmelfahrt,
9. die Verklärung Christi auf dem Berge Tabor,
10. Moses auf dem Berge Sinai,
11. die Geburt Christi,
12. die Austreibung Adams und Evas aus dem Paradiese.
Die Gemälde stammten zumindest zum Teil von 1690–93 und waren von Johann Georg Keßler geschaffen worden. Dieses Inventar ist nicht in Übereinstimmung zu bringen mit der Beschreibung Lehfeldts von 1904: „Das grosse Deckengemälde ist wohl in der Hauptsache von Leuten ausgeführt, die am Schlossbau in Würzburg betheiligt waren, daher die Anklänge an Tiepolo. Die Malerei ist zum Theil verschlöscht und verdorben.“[20] Das Thema der Malerei benennt Lehfeldt nicht und erwähnt auch nicht zwölf Gemälde, sondern nur eines. Vermutlich liegt hier eine Verwechselung vor, da Lehfeldt vor Herausgabe des Bandes verstarb und die Veröffentlichung aus seinem Nachlass heraus erfolgte. Ebenso möglich ist, dass die Gemälde nach 1847 entfernt wurden und an ihre Stelle eines aus einem der Schlossräume transloziert wurde – etwa aus dem Hauptsaal.
Die Malerei gemäß des Inventars folgt jedenfalls ganz klar dem Erlösungsgedanken des Gläubigen durch den Tod des Gottessohnes. Dem damaligen Typologieverständnis entsprechend werden dabei Szenen des Alten und des Neuen Testaments einander gegenübergestellt. So verweist das Osterlamm auf die Ankunft des Messias bzw. die Passion Christi. Die selbe Bedeutung hat auch die Szene mit Christus und seinen Jüngern, die das Osterlamm essen. Eventuell handelte es sich auch um eine Darstellung des letzten Abendmahls. Die Opferung Isaaks verweist auf die Opferung von Gottes Sohn und in diesem Fall auf Christus am Ölberg. Die erhöhte Schlange in der Wüste bezieht sich auf die Kreuzigung, Moses auf dem Berg Sinai auf die Verklärung Christi. Während die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies für die Erbsünde steht, verbildlichen Christi Geburt und die Himmelfahrt die Erlösung des Menschen durch die Überwindung des Todes. Die Himmelfahrt des Elia verweist auf die Himmelfahrt Christi, die Verklärung Christi stellt den direkten Bezug zum Alten Testament über die Anwesenheit von Moses und Elias und erklärt auch, warum gerade diese beiden an der Hildburghäuser Decke gezeigt wurden. Die Szene mit Christus am Ölberg, der von einem Engel gestärkt wird, zeigt zudem das speziell lutherische Verständnis von Engeln als Helfer der Menschen in der Not auf und nicht nur die Passionsgeschichte.
Da das Deckenprogramm relativ geschlossen erscheint, ist davon auszugehen, dass es sich um die ursprüngliche Ausstattung handelt und die unbekannte Malerei von Tischbein für Emporen oder Wände geschaffen wurde.
Unbekannter Raum mit Deckenmalerei
Im Bildarchiv des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie hat sich mit der Nummer TH-702_40 ein Foto erhalten, dass die Decke eines unbekannten Raumes aus Schloss Hildburghausen zeigt. Man erkennt ein Hauptgemälde, das von vermutlich vier Nebengemälden an den Seiten begleitet wird. Die Ecken der Decke zeigen Stuckkartuschen mit antikisierenden Porträtköpfen im Profil. Das kaum zu identifiziernde Hauptbild zeigt eine sitzende, unbekleidete Frau. Sie ist von einem sich bauschenden Tuch hinterfangen und trägt vermutlich einen Blumenkranz im Haar. Mehrere Putten, die meist unkenntliche Gegenstände halten, umgeben sie. Eine Putte hält eine Taube, eventuell auch zwei Tauben. Es könnte sich um die Darstellung einer Venus handeln.
Bibliographie
- Literatur:
- Dehio, Thüringen, 1998. – Dehio, Georg: Thüringen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Stephanie Eißing und Franz Jäger. München/Berlin 1998.
- Fleck, Sakralraum, 2015. – Fleck, Niels: Fürstliche Repräsentation im Sakralraum. Die Schlosskirchen der thüringisch-ernestinischen Residenzen im 17. und beginnenden 18. Jahrhundert (Kunstwissenschaftliche Studien, 181). Berlin 2015.
- Human, Hildburghausen, 1886. – Human, Rudolf Armin: Chronik der Stadt Hildburghausen. Hildburghausen 1886.
- Human, Hildburghausen, 1912. – Human, Armin: Chronik der Stadt Hildburghausen. In: Schriften des Vereins für Sachsen-Meiningische Geschichte und Landeskunde, Heft 59, Hildburghausen 1908 und Heft 65, Hildburghausen 1912.
- Laß, Fürsten, 2015. – Laß, Heiko: Fürsten und ihre Residenzen in Thüringen. Regensburg 2016.
- Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904. – Lehfeldt, Paul/Voss, Georg: Kreis Hildburghausen: Amtsgerichtsbezirke Hildburghausen, Eisfeld, Themar, Heldburg und Römhild. Jena 1904.
- Römhild, Hildburghausen, 1998. – Römhild, Michael: Das Stadtschloss in Hildburghausen. In: Bärnighausen, Hendrik/Jacobsen, Roswitha (Hrsg.): Residenz-Schlösser in Thüringen. Kulturhistorische Porträts. Bucha bei Jena 1998, S. 121–128.
- Tolksdorf, Monumentalmalerei, 1984. – Tolksdorf, Heike: Zur Monumentalmalerei des Barock in Thüringen. Dissertation zur Promotion A; Karl-Marx-Universität Leipzig, Sektion Kultur- und Kunstwissenschaften, Lehrstuhl Kunstgeschichte. Leipzig 1984.
Einzelnachweise
- ↑ Fleck, Sakralraum, 2015, S. 211–216; Laß, Fürsten, 2016, S. 69–70; Dehio, Thüringen, 1998, S. 609–614; Römhild, Hildburghausen, 1998; Human, Hildburghausen, 1912; Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 55–61; Human, Hildburghausen, 1886.
- ↑ Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 55–61; Fleck, Sakralraum, 2015, S. 213–217.
- ↑ Tolksdorf, Monumentalmalerei, 1984, S. 87–88.
- ↑ Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 57–61.
- ↑ Fleck, Sakralraum, 2015.
- ↑ Tolksdorf Monumentalmalerei, 1984, S. 87.
- ↑ 7,0 7,1 Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 57.
- ↑ 8,0 8,1 Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 57; Tolksdorf, Monumentalmalerei, 1984, S. 87.
- ↑ Fleck, Sakralraum, 2015, S. 217; Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 57.
- ↑ 10,0 10,1 10,2 Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 57; Tolksdorf, Monumentalmalerei, 1984, S. 88.
- ↑ 11,0 11,1 11,2 Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 58; Tolksdorf, Monumentalmalerei, 1984, S. 88.
- ↑ Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 58; Fleck, Sakralraum, 2015, S. 217.
- ↑ Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 58.
- ↑ 14,0 14,1 Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 59–60.
- ↑ Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 60.
- ↑ Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, S. 60; Tolksdorf, Monumentalmalerei, 1984, S. 88.
- ↑ Fleck, Sakralraum, 2015, S. 217–227.
- ↑ Human, Hildburghausen, 1886, S. 401; Fleck, Sakralraum, 2015, S. 218–227.
- ↑ Zitiert nach Fleck, Sakralraum 2015, S. 226.
- ↑ Lehfeldt/Voss, KDM Hildburghausen, 1904, 61.