Grimma Kössern, Jagdhaus Kössern

Burioni, Matteo:Grimma-Kössern, Jagdhaus Kössern, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2025, URL: www.deckenmalerei.eu/59dda75a-a4b3-4344-8698-dff124260dab

Inventarnummer: cbdd10428

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Das Jagdhaus in Kössern wurde im Auftrag von Wolf Dietrich von Erdmannsdorf errichtet. Ein Göttermahl aus dem 18. Jahrhundert ziert die Decke des Hauptsaals.

Das Jagdhaus der Rittergutes Kössern

Das Jagdhaus des Rittergutes Kössern, das sich seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Besitz der Familie von Erdmannsdorf befand, wurde im Auftrag von Wolf Dietrich von Erdmannsdorf errichtet. Es ist Teil einer größeren Umgestaltung , in Zuge dessen das Herrenhaus, das Kavaliershaus, eine herrschaftliche Schenke und Mühle und eine regelmäßige Handwerkersiedlung entstanden. Der Dehio vermutet eine Errichtung um 1718.

Hauptsaal

Der Hauptsaal des Jagdhauses geht über die gesamte Tiefe des Hauses und wird zu jeder Seite mit fünf Fenster beleuchtet. Über einem Kamin hängt heute ein Spiegel, über dem anderen ein Porträt.

Das Göttermahl

Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Das Deckengemälde des Göttermahl ist bisher nicht sicher zu datieren. Das Deckengemälde ist stark übermalt, so dass die Farblichkeit stark von der ursprünglichen Fassung abweichen dürfte. Ebenso verhält es sich mit den figürlichen Befund, der möglicherweise bei der Überfassung verändert wurde. Der Himmel dürfte erheblich von der ursprünglichen Fassung abweichen.

Beschreibung und Ikonographie

Über einer stuckierten Kehle zeigt sich ein Göttermahl mit Jupiter, einer Juno in zeitgenössischer Tracht, Minerva, Venus mit zeitgenössischer Frisur, Apoll, Merkur, Neptun, Bacchus. Die zeitgenössische Tracht könnte eine Anspielung auf zeitgenössische Personen sein. Wegen der starken Überfassung ist dies jedoch mit einer Unsicherheit behaftet. Ringsum sind in den Kartouschen Weingläser hebende Putti.

Diana und Venus mit Held vor Jupiter

Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Das Deckengemälde weist erhebliche Fehlstellen auf, die Maloberfläche hat sich aber wesentlich besser erhalten als im benachbarten Hauptsaal. Vermutlich sah das Deckengemälde im Hauptsaal stilistisch ähnlich aus, wie dieses, das sich ohne starke Übermalung und Überfassung überliefert hat.

Beschreibung und Ikonographie

Diana mit Mondsichel und Speer führt einen Helden dem im Himmel thronenden Jupiter vor. Ein Putto schwebt mit Palmzweig und Lorbeerkranz herab. Auf der anderen Seite lagert Venus mit dem Amorknaben. Es könnte sich um die Vergöttlichung eines Helden oder seine Belohnung durch den Göttervater handeln.