Gütterlitz, ehem Rittergut
Inventarnummer: cbdd10092
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Für das nach 1945 abgebrochene Haus Gütterlitz sind verschiedene Wand- und Deckenmalerein bezeugt, die 1897 knapp von Paul Lehfeldt benannt wurden. Es handelte sich überwiegend um mythologische Szenen.

Das ehemalige Haus Gütterlitz
Geschichte
Das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaute Herrenhaus[1] des ehemaligen Rittergutes wurde nach 1945 auf der Grundlage des Befehls Nr. 209 der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland abgebrochen. Es handelte sich um eine Wasserburg, deren Grabenreste im 19. Jahrhundert noch als Teich an der Nord- und Ostseite des Haues erhalten waren. Im 18. Jahrhundert befand es sich im Besitz der von Pflugk (die von Tümpling waren seit 1720 mitbelehnt) und kam 1800 im Erbgang an die von Brandensteins.
Wandmalerei im ehemaligen Eckzimmer
Beschreibung
Paul Lehfeldt schreibt 1897,[2] dass im ersten Obergeschoss im südöstlichen Eckzimmer die Wände mit Wachstuchtapeten beklebt gewesen seien, die Anfang des 18. Jahrhunderts mit „Darstellungen aus der Geschichte des Odysseus und Telemach“ bemalt worden seien. Darunter bzw. darüber wären „Vasen mit Waffen und Blumen, eingefasst und getrennt durch gebrochene Netzwerke, sowie geschnörkelte Aufsätze mit Einzelfiguren antiker Götter unter Baldachinen, leichthin und flott gemalt“ gewesen. Es handelte sich also um einen dreizonigen Wandaufbau.
Deckenmalerei im ehemaligen Eckzimmer
Beschreibung
Paul Lehfeldt schreibt 1897,[2] dass im ersten Obergeschoss im südöstlichen Eckzimmer an „der Decke in einem runden Mittelfeld [eine] Frauengestalt der Nacht und [die] eines Knaben, der aus einer Schale Wasser (Morgenthau) und Blumen schüttet, mit grauen und rötlichen Wolkenbildungen, sichtlich nach italienischen Vorbildern (Reni)“ zu sehen seien, die aber „stark und handwerklich übermalt“ seien.
Wandmalereien in einem ehemaligen Nebenzimmer
Paul Lehfeldt berichtet 1897,[2] dass in einem Nebenzimmer im ersten Obergeschoss die Wände bedeckt gewesen seien mit einer „Gobelin-Nachahmung, meist in grünen Tönen (sogen. Verdure-Muster) mit wenigen anderen Farben. Darstellungen aus der Sage der Europa, Io, Apollo und Daphne, Meleager und Atalanta, derb, aber geschickt decorativ gemalt“. Es ging also um Liebesgeschichten, die zumindest für die Damen im Allgemeinen unglücklich endeten und daher vermutlich eine moralisierende Intention hatten.
Bibliographie
- Literatur:
- Blöthner, Saale-Orla-Raum, 2017. – Blöthner, Alexander: Sagenhafte Wanderungen im Saale-Orla-Raum. Sagen und alte Geschichten, Altertümer, Kirchen, Schlösser, archäologische Fundstätten, alteuropäische Flurnamen, magische Orte, heidnische Kultverdachtsplätze. Plothen 2017.
- Lehfeldt, KDM Neustadt, 1897. – Lehfeldt, Paul: Die Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Grossherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach. Band V. Verwaltungsbezirk Neustadt. Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida. Jena 1897.