Görlitz, Nikolaistraße 13
Inventarnummer: cbdd20093
Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen
Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.
Das Haus der Nikolaistraße 13 stammt aus der Zeit um 1715 und besitzt eine barocke Fassade mit Stichbogenportal. Im Inneren befindet sich ein Deckengemälde aus der Entstehungszeit des Gebäudes, welches die Göttin Aurora zeigt.

Das Bauwerk und die Decke
Das Barockhaus Nikolaistraße 13 wurde im frühen 18. Jahrhundert errichtet. Durch Vergleiche mit sehr ähnlichen Dresdner Beispielen kann es in die Zeit um 1715 datiert werden.[1] Das kleine dreigeschossige und vier Achsen breite Haus wird an den Seiten von genuteten bzw. glatt geputzten Ecklisenen eingefasst. Ein Stichbogenportal mit schwerem Schlussstein befindet sich mittig im Erdgeschoss. In den Obergeschossen sind die beiden seitlichen Achsen mit einfach profilierten Fenstergewänden und eingetieften quadratischen Putzspiegeln versehen. Der zweiachsige Mittelrisalit ist hingegen mit geohrten und profilierten Gewänden, betonten Sockeln und im ersten Obergeschoss mit Segmentbogenverdachungen mit Kartuschendekor darin ausgestattet.
[1]Hertzig, Bürgerhaus, 2001, S. 96–141. Die Zeit zwischen 1710–20 kann als der Höhepunkt im bürgerlichen Wohnhausbau der Stadt angesehen werden mit einer sehr großen Menge hochqualitativer Wohnhausbauten vor allem bürgerlicher Baumeister, wie etwa Johann Gottfried Fehres d. J. oder George Haases.
Bauwerksabschnitt
Im ersten Obergeschoss des Hauses befindet sich ein nur wenig dokumentiertes, oval geformtes und rahmenloses Deckengemälde, das wohl aus der Bauzeit stammte.
Gesamtdecke
Die um 1950 noch schlecht erhaltene und recht derbe Bemalung zeigt im Zentrum wohl die Göttin Aurora in Wolken sitzend: Die schwarzhaarige, in reichen Gewändern vornehm gekleidete Dame, deren Haupt von einem Strahlenkranz umgeben ist, blickt huldvoll auf den Betrachter herab. Ihre Linke hat sie auf die Brust gelegt, während sie mit der rechten Hand verschiedene kleinere Gaben auf die Erde herabzuwerfen scheint. Links, etwas unterhalb von ihr kauert eine dunkel gekleidete weibliche Figur schlafend daneben.
Bibliographie
- Hertzig, Stefan: Das Dresdner Bürgerhaus in der Zeit Augusts des Starken. Zu Entstehung und Wesen des Dresdner Barock, Dresden 2001.