Hertzig, Stefan:Freiberg, Alnpeck-Haus, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2023, URL: www.deckenmalerei.eu/1bc8dba4-2068-4546-9411-dcf47424202f

Inventarnummer: cbdd20053

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Das Alnpeck-Haus im sächsischen Freiberg wurde 1511 als Patrizierhaus errichtet. Im Inneren befinden sich noch Dekorationen aus der spätgotischen Zeit sowie aus dem 17. Jahrhundert.

Das Alnpeck-Haus

Das Alnpeck-Haus, Korngasse 1, ein dreigeschossiges, spätgotisches Patrizierhaus in markanter Ecklage ist dendrochronologischen Befunden zufolge im Jahre 1511 errichtet worden. An den beiden Fronten – zum Markt ist diese vier und zur Korngasse hin sechs Achsen breit – sitzen im ersten Obergeschoss aufwändige Vorhangbogenfenster, während es im zweiten die charakteristischen, aus Stabwerk gebildeten spätgotischen Gewände sind. In diesem Geschoss wird die Ecksituation hingegen von einem einachsigen Kastenerker mit Walmdach geprägt. Über dem zum Markt hin gelegenen, dreigeschossigen schmucklosen Giebel – dieser war wohl erst zur Mitte des 16. Jahrhunderts hinzugefügt worden – schließt ein hohes Satteldach das Bürgerhaus ab.[1]

[1] Dehio, Sachsen II, S. 292.

Bauwerksabschnitt

Das Innere des Hauses ist von einer bauhistorisch sehr reichen Ausstattung geprägt, zu denen vier Rundbogenportale, eine spätgotische bemalte Holzbalkendecke im ersten Obergeschoss, sowie drei im frühen 17. Jahrhundert dekorierte Decken im zweiten Obergeschoss gehören. Im gleichen Geschoss befindet sich auch eine reich bemalte Decke aus der Zeit vom Ende des 17. Jahrhunderts.

Gesamtdecke

Die Hauptträgerbalken schmücken ebenso wie die in regelmäßigen Abständen an der Decke lediglich aufgemalten „Nebenträger“ ein breites, recht derb und teigig wiedergegebenes Blattornament mit zahlreichen Einrollungen. Auf den verbleibenden Deckenfeldern werden vor marmoriertem Hintergrund X-förmige, länglich-schmale Gebilde wiedergegeben. Diese scheinen illusionistisch dargestellte „Diagonalbalken“ zu sein, welche scheinbar hinter den ornamental bemalten Feldern jeweils drei Abschnitte miteinander verbinden.

Bibliographie

  • Hoffmann, Yves/Richter, Uwe: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen. Stadt Freiberg, Bd. IV., Stadt Freiberg. Altstadt, Petersberg 2020, S. 288–290.

Einzelnachweise