Erching, Schlosskapelle St. Walburga
ERCHING
Schloßkapelle, Gemeinde Hallbergmoos, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung Pfarrei Ismaning, die dem Kanonikatstift St. Johann auf dem Domberg in Freising inkorporiert war. Das Schloß (mit der Kapelle heute Privatbesitz) und die Schwaige Erching waren bis zur Säkularisation im Besitz des Hochstifts Freising. Ehem. fürstbischöflich Freisingische reichsunmittelbare Grafschaft Ismaning
Patrozinium: St. Walburga
Zum Bauwerk: Das fürstbischöfliche Jagd- und Lustschloß mit Schwaige ist seit dem Ende des 16. Jh. bezeugt, die Kapelle ist schon 1315 belegt. 1653 Neubau des Schlosses unter Fürstbischof Albrecht Sigismund von Freising (1652-85) durch Hans Moosbrugger. Statt der Kapelle im alten Schloß ab 1676 Neubau einer freistehenden Kirche innerhalb des Wassergrabens, der das Schloß umgab
Saalbau zu zwei Jochen, um zwei Stufen erhöhter einjochiger AR in gleicher Breite mit dreiseitigem Schluß, im N Oratorium, im O hinter dem Altar Sakristei- und Turmanbau. Gliederung durch Pilaster im LHs, auf denen Putten aus weißem Stuck sitzen. Belichtung im LHs von N und S durch schmale Fenster mit Bogenabschluß (das südwestliche wegen der Eingangstür nur halbhoch), im AR durch ein Fenster im S und indirekt über ein halbes hinter dem Oratorium
Auftraggeber: Auftraggeber war Maximilian Preiß, Pächter (Bständtner) der Schwaige Erching (1742-75, dann Wirt in Freising), und seine Frau Maria Ursula (Heirat 16. 9. 1743 in Erching). Maximilian Preiß folgte als Pächter seiner Mutter Eva Preiß (20. 2. 1742). Er stiftete jährlich Kerzen und Meßwein für die Kapelle sowie 1754 zwei Meßgewänder. Inhaber der Schwaige war Fürstbischof Johann Theodor von Freising (1727-63), der sich 1744-47 in Lüttich aufhielt. Pfleger der Grafschaft Ismaning war der Freisingische Hofrat Georg Anton Trittenpreis (bis 1752, + 3. 11. 1759); Pfarrer von Ismaning war Franz Xaver Sutor (1742–56).
Autor und Entstehungszeit: Zuschreibung an Johann Georg Kogler (* 1709 Altenerding + nach 1754?), um 1744. Die Fresken sind nicht signiert. Das Altarblatt des einziger Altars, eine Darstellung der hl. Walburga in der Glorie, ist signiert und datiert I: G: K. inv: / c pinx: 1744 (Eintrag in der Kirchenrechnung 1744: »Johann Georg Kogler Maller hat vor ein neues Altarblat eingenommen 6 fl. 20 xt.«, sowie Koglers Quittung vom 26. 2. 1744 dafür bei den Rechnungsbelegen 1744). Die Fresken zeigen in der Bildung von Gesichtern und Händen, in der Darstellung der Gewänder sovie Verwandtschaft mit dem Altarblatt, daß Kogler als Autor angenommen werden kann, zumal auch die historische Wahrscheinlichkeit dafür spricht. Die Wandbilder stammen mit Sicherheit ebenfalls von Kogler. Als Terminus post ist die Ausmalung der Pfarrkirche Ismaning vom 8. 8. 1743 bis 8. 11. 1743 anzunehmen, das erste Werk Koglers in der Grafschaft Ismaning, als Terminus ante 1749, das Jahr, in dem Koglers letztes Werk für die Grafschaft entstand, doch ist ein zeitlicher Zusammenhang mit der Entstehung des Altarblatts wahrscheinlich.
Johann Georg Kogler ist kaum bekannt. Er wurde am 16. 4. 1709 als Sohn des Johann Kogler, Ziegelmeisters in Altenerding, geboren (Matrikeln Altenerding), war Neffe des Erdinger Maurermeisters Anton Kogler und heiratete am 24. 7. 1738 in München St. Peter Maria Barbara, Tochter des Dreieichser Klosterrichters Nikolaus Doll (Matrikeln München St. Peter). Damals wird er als »angehenter Mahler in Wien« bezeichnet. Ab 1744 ist er bis 1754 in Haidhausen »im neuerpauthen Creuzlgiesserhaus am Gassterberg (Gasteig)« nachweisbar, wo ihm sechs Kinder geboren wurden (Matrikeln Bogenhausen/Haidhausen). Damit verlier sich Koglers Spur
Gruber 1982 nennt als Werke Faßarbeiten 1740 in der Nikolauskirche Neuhausen um fl.: 7. - und Arbeit für die Pfarrkirche Tandern (o. D.; S. 367). 1744 vergoldete Kogler in der Kirche von Garching (StAM, Kirchenrechnungen Kranzberg R 48).
In den Jahren 1743-49 führte Kogler fast alle Malerarbeiter für die Kirchen der Grafschaft Ismaning aus. 1743 freskierte er Chor und Langhaus der alten Pfarrkirche von Ismaning (1902 abgebrochen) um fl.: 95. – (AEM, Rechnungsbelege 1743; der Stuck wurde damals nur ausgebessert); 1744 faßte er ein Reliquienkästchen für Ismaning; 1745 malte er zwei Fahnen für Ismaning; 1745 freskierte und stuckierte er die untere Empore in Unterföhring um fl.: 33.-; 1746 faßte er zwei Seitenpostamente in Ismaning; 1747 malte er für Oberföhring beidseitig eine neue Fahne und vergoldete die Fahnenstange; 1748 malte er für Oberföhring 4 Bilder samt vergoldeten Rahmen, »2 Blätlen, so das Abentmall, und Fueswäschung vorstellen, welche in Tabernackhl stehen«, außerdem Zierrähmchen und Kanontafeln und »2 Käpsl, worinnen die Biltnus der seel: Muetter Gottes und des heil. Joseph enthalten«; 1749 malte und versilberte er 6 Schilde nach
Ismaning; außerdem malte und faßte er 2 Seitenpostamente für Unterföhring (AEM, Kirchenrechnungen und Kirchenrechnungsbelege 1743 ff.).
1750 taucht in den Kirchenrechnungen der Grafschaft zum ersten Mal der Münchner Maler Johann Nikolaus Nöbaur auf, der von dieser Zeit an jahrelang die Malerarbeiten in der Grafschaft ausführte.
Befund
Träger der Deckenmalerei: LHs und AR Flachtonne mit Stichkappen
Rahmen: LHs (A, B, C) einfache Stuckprofile, ockerfarbig gefaßt; 1-9 in Ocker und Karmin gemalte Stuckkartuschen, am oberen Abschluß jeweils mit weißen Bändern und Kronen: AR (D) gemalte Rahmung in Lambrequinform, an der W- Seite bogenförmig ausgebaucht, dort gemaltes Stuckprofil mit begleitenden Ornamenten; W1 Architekturmalerei in Grau (Nische mit Muschelabschluß über Pilastern und Gebälk); W2 gemalter Tafelbildrahmen in Grau und Karmin, oben mit Bogenabschluß, unten gemalte Inschriftkartusche in Karmin
Technik: Fresko mit Seccoübermalungen; A-D polychrom, 1–9 monochrom blau
Maße: A Höhe 4,80 m; 0,70 x 1,10 m; B Höhe 4,80 m; 1,90 x 1,35 m; C Höhe 4,80 m; 0,70 × 1,10 m; D Höhe 4,40 m; 1,00 × 0,90 m; W1 1,00 x 0,90 m; W2 1,90 x 0,90 m
Erhaltungszustand und Restaurierungen: Inschrift in der Kartusche hinter dem Altar der Sakristeitür Erbaut / 1653 / Renovierungen / 1803. 1898. 1962. (1653 ist das Datum des Schloßbaus). Die Kirche diente im 19. Jh. lange Zeit als Hühnerstall. Bei der Restaurierung 1898 wurde die Freskierung übertüncht. Bei der letzten Restaurierung 1962 wurde die Kirche entfeuchtet; die Gewölberisse wurden repariert. Kirchenmaler Wilhelm Böck, Langenbach, legte die barocke Originalbemalung der Decke und die beiden Wandfresken frei. Die Hauptfresken A-D sowie W1-2 erwiesen sich als recht gut erhalten und zeigten außer dem üblichen Farbabrieb keine Schäden; sie wurden, wo nötig, retuschiert. Die Kartuschendarstellungen 1-9 zeigen nur Landschaftsreste. In 4 wurde bei der Restaurierung Schloß und Kirche Erching dazu gemalt. Weitere Ergänzungen der zerstörten Landschaftsmotive in 3, 7, 8, 9. Die Inschriften »am Fuß der Fresken oder in Bändern« konnten nicht mehr rekonstuiert werden (zur Restaurierung 1962 s. Freisinger Tagblatt vom 10. 8. 1962, S. 5: Wunderbare Fresken in der Schloßkapelle entdeckt).
Beschreibung und Ikonographie
Die Decke des LHs ist ornamental bemalt, mit Brokat-Kartuschen, Palmzweigen, weißen Bändern und grünen Beerenrankengebinden in Ocker und Karmin. Das Hauptbild, längsoval, wird im O und W begleitet von zwei querovalen Bildfeldern. Die Kartuschen mit den Landschaftsdarstellungen sind in die ornamentale Bemalung einbezogen.
A DIE HEILIGEN MAXIMILIAN UND URSULA. PATRONE DER STIFTER Querovales Fresko, einansichtig, Basis im W. - Zwei Heilige thronen nebeneinander auf Wolken. Links sieht man den hl. Maximilian von Lorch in goldbrokatenem Ornat mit Bischofstab und Mitra; in der Linken hält er das Schwert, sein Attribut, und die Martyrerpalme. Er blickt zur hl. Ursula, die mit Schmuck und Krone als Prinzessin gekennzeichnet ist. Sie hält in der Linken ein Bündel Pfeile, ihr Attribut, und die Martyrerpalme. Die rechte Hand weist zum Himmel.
Maximilian ist der Namenspatron des Pächters der Schwaige Erching, Maximilian Preiß; Ursula ist die Patronin seiner Ehefrau Maria Ursula Pachmayr.
B DIE HL. WALBURGA ALS PATRONIN VON ER- CHING Längsovales Fresko, einansichtig, Basis im O. – Der Bildschauplatz zeigt ein seichtes Rasenstück, von dem links Stufen zu einem fensterlosen Bau mit Kranzgesims führen, in dessen Darstellung mit stürzenden Linien perspektivische Verkürzung angedeutet ist; im Hintergrund sind das Schloß von Erching mit rotem Satteldach und die Kirche von Erching mit grauem Zwiebelturm zu sehen. Auf Gras und Stufen sind Bittflehende dargestellt: eine Blinde, neben ihr ein Kranker, ein Krüppel mit Krücke und Bettelschale sowie Mutter und Kind die alle die Hilfe der Kirchenpatronin Walburga von Eichstät erflehen. Diese erscheint auf Wolken über ihnen, im Habit der Benediktinerinnen, von einem Engel begleitet, der ihren Äbtissinnenstab hält. Sie selbst gießt aus dem Ölfläschchen, ihrem
Attribut, Öl in die hocherhobene Schale des Krüppels. Mit der Linken weist die Heilige auf das Dreifaltigkeitssymbol, das im Scheitel des Bildes erscheint. Bei dem tellerähnlichen Gegenstand in der Hand des Putto, der neben Walburga fliegend dargestellt ist, handelt es sich wahrscheinlich um die Schale, die sich unter dem Grab der Heiligen in Eichstätt befindet, um das sog. Walburga-Öl aufzufangen.
C DIE HEILIGEN KORBINIAN UND SIGISMUND. PATRONE DER DIÖZESE FREISING Querovales Fresko, einansichtig, Basis im O. - Wie in A sind zwei Heilige auf einer Wolkenbank sitzend dargestellt, links der hl. Korbinian von Freising im Rauchmantel, mit Mitra und Stab, sein Attribut, den Bären, zu seiner Seite; rechts König Sigismund in Rüstung und Mantel mit Krone, Zepter und Reichsapfel. Neben Sigismund sieht man sein Wappenschild mit drei roten Streifen und drei goldenen Kronen (vgl. seine Darstellung im fürstbischöflichen Schloß Burgrain, Lkr. Erding, 1719 von Nikolaus Gottfried Stuber).
D NAMEN JESU (IHS) Der Rahmen des Chorfresko wird von gemalten Lambrequins umgeben und ist über den Namen Christi auszeichnend nach oben geschwungen. In der Mitte eines gelben Strahlenkranzes erscheint in großen goldenen Lettern das Monogramm mit dem Kreuz und den Nägeln Christi. Auf den Wolken sind fünf Puttenköpfchen dargestellt.
1-9 LANDSCHAFTSDARSTELLUNGEN Gemalte Ornamentkartuschen befinden sich an den Gewölbezwickeln des LHs (1–3 und 7–9) und in den Stichkappen des AR (4–6); die Darstellungen sind monochrom blau. Die Kartuschen 1, 3, 7 und 9 sind von der W- bzw. von der Chorbogenwand halbiert. In 4 sind Schloß und Kirche Erching dargestellt. Ob in den anderen Bildfeldern ursprünglich Erching und andere Besitztümer des Fürstbischofs von Freising dargestellt waren, kann man sich fragen, zumal die Kartuschen eine Krone als oberen Abschluß haben (4–6 keine Abb.).
W1 HEILIGER SEBASTIAN Gemalte Muschelnische an der Südseite des Chorschlusses. In ihr ist der Heilige als Dreiviertelfigur dargestellt, an den Baum gefesselt, von Pfeilen durchbohrt; von den Einschußstellen rinnt in langen Bahnen das Blut. Er trägt ein weißes Lendentuch und einen roten Mantel.
W2 CHRISTUS AN DER GEISSELSÄULE IM KERKER In der Mitte der W-Wand ist eine vergitterte Nische gemalt, mit halbrundem Abschluß oben und Kartusche (Inschrift zerstört) darunter. Hinter dem Gitter ist Jesus zu sehen, an Hals und Händen mit Ketten an die Geißelsäule und an den gemalten Gitterrahmen gefesselt. Sein langes Gewand ist von den Schultern geglitten, die die Wunden der Geißelung zeigen. Er trägt die Dornenkrone auf dem Haupt. Die Darstellung hat mit dem Bildtypus des Gegeißelten Heilands in der Wies und damit auch mit dem Gnadenbild der Wieswallfahrt bei Freising (s. S. 200) nichts zu tun: wesentliche Unterschiede sind das Gewand Jesu und die Vergitterung. Es handelt sich um einen sog. »Kerkerheiland«, einer Darstellung Jesu an der Geißelsäule hinter Gittern, und zwar im Typ des »Schulterwundenheilands« (das von der Schulter geglittene Gewand gibt eine Wunde frei) Das Bildmotiv der
Vergitterung geht auf eine Vision der sel. Kreszentia Höß von Kaufbeuren zurück; die erste Darstellung entstand im Kloster Irsee um 1726/30. 1744 wurde von P. Eusebius Amort empfohlen, diesen Darstellungstyp nicht zuzulassen, weil das Gitter ein historisch nicht belegtes Detail sei (gleichzeitig verurteilt Amort die Darstellung des Hl. Geistes als Jüngling: »nec permittendae sunt imagines spiritus sancti specie iuvenis nec clatra coram statuis Christi vinculati quasi inclusi in carcere«). Die Erchinger Darstellung dürfte auf ein Bild in St. Georg in Freising zurückgehen, das dort verehrt wurde, eine Darstellung des »Gegeißelten im Gefängnis« (zum Kerkerheiland und Schulterwundenchristus s. Thomas und Helene Finkenstaedt, Materialien zur Wieswallfahrt. Die Wieswallfahrt Bd III = Veröffentlichungen zur Volkskunde und Kulturgeschichte 10, München und Würzburg, S. 67-71. Die Akten der Amort-Untersuchung wurden herausgegeben von A. Schröder in: Hagiographischer Jahresbericht 1903). Nach 1745, als die Verehrung des Bildes vom Wies-Heiland in Freising stürmisch einsetzte, wäre wohl in Erching der Gegeißelte im Wies-Typ gemalt worden. Auch dies spricht für eine Datierung 1744.
1750 wurde ein Altar »zu unsern lieben Herrn auf der Wisen« in Oberföhring gemacht (Bildhauer Thomas Eyrnschmalz, 20 f.; s. Grafschaft Ismaning, Kirchenrechnungsbelege 1750).
Quellen und Literatur
BHStA I, HL 3 Rep 53, Fasz. 189-91 (Erching).
, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , AEM, Grafschaft Ismaning, Kirchenrechnungen 1743-1749; Kirchenrechnungsbelege 1743–49
AEM, Pfarrakten Ismaning: Pfarrbeschreibung; Filiale Er ching 1701–1844.
AEM, Matrikeln der Pfarreien Altenerding; Bogenhausen Haidhausen; Ismaning; München St. Peter.
Schmidtsche Matrikel, Bd 2, S. 479. Mayer-Westermayer, Bd 2, S. 633. Dehio-Gall OB, S. 92. Luttner, Hanns, Erching, in: OA 104, 1979, S. 431–56. Dehio 1990, S. 254.
A.B./C.B.
STADT FREISING
Ehem. Bistum und Hochstift Freising
Domberg Dom S. 49
St.-Johannes-von-Nepomuk-Kapelle in der südlichen Apsis des Doms S. 122 St.-Maximilian-Kapelle an der Krypta des Doms S. 128 Domkreuzgang mit Allerheiligenkapelle und Sebastianskapelle S. 133 St.-Benediktus-Kirche auf dem Domberg S. 149
Ehem. fürstbischöfliche Residenz: Zimmer im 2. Stock S. 160
Ehem. Domdechantei, jetzt Amtsgericht, Kapelle S. 163
Altstadt ehem. bischöfliches Lyzeum, jetzt Ämtergebäude Aula, sog. Asamsaal S. 165 Vincentinum, Altöttinger Kapelle S. 174
Ortsteil Neustift Neustift bei Freising, ehem. Klosterkirche S. 175
Ortsteil Weihenstephan Ehem. Benediktinerkloster, jetzt Technische Universität Festsaal S. 188
Ortsteil Wies Wallfahrtskirche S. 200
DOMBERG
Zur Geschichte: Die Geschichte des Bistums Freising lässt sich bis in den Beginn des 8. Jh. zurückverfolgen. Hauptquelle ist die Vita des hl. Korbinian, des Bistumspatrons, die der Bischof Arbeo um 770 verfasste. Als der fränkische Wanderbischof Korbinian sich um 725 endgültig in Freising niederließ, lag auf dem Domberg eine Pfalz des Agilolfingischen Herzogs Grimoald mit einer der Muttergottes geweihten herzoglichen Pfalzkapelle. Sie diente nach der Errichtung eines Bistums in Freising 739 als Bischofskirche. 769 ließ Bischof Arbeo die Gebeine Korbinians von Mais bei Meran nach Freising übertragen und hinter dem Hochaltar beisetzen. Der Heilige war nach seinem Tod zunächst in Freising in der Marienkirche auf dem Domberg beigesetzt worden und hatte dann aber, seinem Wunsch entsprechend, in Mais an der Seite des seligen Bekenners Valentin die letzte Ruhe gefunden. Als dessen Gebeine zunächst nach Trient, dann nach Passau übertragen wurden, leitete Bischof Arbeo eine Rückführung des hl. Korbinian in die Wege. Er war es, der planvoll dessen Kult begründet und gefördert hat einen Kult der fast ausschließlich auf den Freisinger Dom beschränkt blieb. Der hl. Korbinian wurde zum Patron des Bistums.