Hertzig, Stefan:Dresden, Palais Boxberg, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/c7397483-806a-4caa-a389-ef505d5b94bf

Inventarnummer: cbdd20033

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In spätbarocker Manier malte Adam Friedrich Oeser vor 1756 den Gartensaal des Palais Boxberg mit einer illusionistischen, nach oben hin geöffneten Kuppel aus.

Dresden, Palais Boxberg, Gartensaal, Deckenmalerei
Dresden, Palais Boxberg, Gartensaal, Deckenmalerei

Baugeschichte

Das an der Waisenhausstraße gelegene Palais Boxberg war in den Jahren 1750–52 wohl durch Oberlandbaumeister Julius Heinrich Schwarze errichtet worden. Die elfachsige Hauptfassade des dreigeschossigen Baues war an den Rücklagen durchgängig mit einfachen Rechteckfenstern und Lisenen geschmückt. Den eigentlichen Dekor bildete der fünfachsige, pilastergeschmückte Mittelrisalit, welcher sich – für Dresdner Verhältnisse ungewöhnlich – wellenförmig vorwölbte. Über dem Erdgeschoss schmückte ihn ein konsolengetragener Balkon, im Dachbereich wurde er von einem geschwungenen Zwerchhaus mit reliefgeschmücktem Segmentbogen und Ziervase abgeschlossen. Seit 1783 hatte sich der Bau im Besitz des Juden Eibenschütz befunden, sehr wahrscheinlich stammten aus jener Zeit die eindeutig später hinzugefügten Portraitmedaillons römischer Krieger mit darübergelegten Eichenlaub-Festons zwischen den Fenstern des Mittelrisalits und einiger seitlicher Achsen. Angeblich war Johann Gottfried Panse (1751–1808) für diesen Umbau verantwortlich gewesen. Im Jahre 1899 brach man das Palais Boxberg schließlich für den Neubau des neobarocken Zentraltheaters von Lossow & Viehweger ab.[1]

Der Gartensaal

 
Dresden, Palais Boxberg, Gartensaal

In dem L-förmigen Bau lag im Erdgeschoss in der Achse des zentralen Vestibüls und nach einem etwas niedriger liegenden Zwischenraum der längliche, siebenachsige und sich links nach außen öffnende Gartensaal. Seit dem Umbau durch Panse zierte seine Wände eine durchgehende ionische Pilastergliederung. In den beiden hinteren, abgerundeten Ecken der Längsseite standen klassizistische vasenförmige Öfen mit Putten. Den zentralen Kamin und die beiden seitlichen Gemälde in Rundbögen rahmten wohl nur aufgemalte Fruchtgehänge. An den Türen und anderen Stellen des Saales befanden sich ferner gerahmte, aufstuckierte Medaillons mit Festons.

Die Decke des Gartensaals

 
Dresden, Palais Boxberg, Gartensaal, Deckenmalerei

Wohl vor 1756 hatte Adam Friedrich Oeser (1717–99) das Gemälde an der Saaldecke gefertigt, die sich über einem schmalen Hauptgesims und über einer ebenfalls sehr flachen Hohlkehle anschloss. Das Gemälde war noch ganz in spätbarocker Manier gefertigt. Es zeigte über einer illusionistisch wiedergegebenen Balustrade eine fiktive kreisrunde Kuppel mit seitlich zu sehenden, rundbogigen Pfeilerstellungen. Anstatt in eine Architektur mit Laterne u. a. öffnete sich die mittlere Kuppel in einen illusionistisch dargestellten Himmel in den hinein und aus dem herab verschiedene allegorische Gestalten in lebhafter Bewegung und mit reichen Gewändern bekleidet schwebten.[2]

Bibliographie

  • Gurlitt, Beschreibende Darstellung, 1901. – Gurlitt, Cornelius: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Heft 2, Dresden 1901.
  • Löffler, Das alte Dresden, 1984. – Löffler, Fritz: Das alte Dresden. Geschichte seiner Bauten, (7. Aufl.) Leipzig 1984.

Einzelnachweise

  1. Gurlitt, Beschreibende Darstellung, 1901, S. 565–568. Löffler, Das alte Dresden, 1984, S. 249.
  2. Gurlitt, Beschreibende Darstellung, 1901, Fig. 423 und 424.