Dresden, Gerlachsche Buchdruckerei

Hertzig, Stefan:Dresden, Gerlachsche Buchdruckerei, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2023, URL: www.deckenmalerei.eu/fbb5f060-35de-4c44-b599-42e87b3c613d

Inventarnummer: cbdd20052

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Die Gerlachsche Buchdruckerei wurde 1740 errichtet, geht aber auf eine ältere Bausubstanz von 1670 zurück, und liegt im Dresdner Stadtteil Friedrichstadt. In einem ihrer Räume wurde nach Restaurierungen in den 80er Jahren ein dekoratives Deckengemälde von 1670-80 wiederentdeckt.

Der Bau

In der Dresdner Friedrichstadt gelegen, war die Gerlachsche Buchdruckerei wohl um 1740, durch den Umbau älterer Bausubstanz aus der Zeit um 1670, von einem unbekannten Architekten errichtet worden.[1]An dem dreigeschossigen und acht Achsen breiten Vorderhaus erhebt sich die, in weißgrau- und blutroten Farbtönen gestrichene, Obergeschossfassade über dem genuteten Erdgeschoss mit einem breitem Stichbogenportal in der Mitte. Pilaster mit Phantasiekapitellen rahmen die Front ein, während zwei dreiachsige Seitenrisalite ausgebildet werden, deren geohrte Mittelfenster mit Verdachungs- und Sohlbankdekor im Bandelwerkstil versehen sind. Die Nebenachsen weisen hingegen nur schlichte Putzfelder auf. Der zweiachsige mittlere Risalit des Hauses besitzt schließlich den gleichen, reicheren Sohlbank- und Verdachungsdekor und wird im Dachbereich von einem kleinen, ornamentgefüllten Dreiecksgiebel abgeschlossen. Im Bereich des Hofes befindet sich auf der rechten Seite noch ein mit hölzernen Arkaden versehenes Seitengebäude aus der Erbauungszeit, während dasjenige auf der linken Seite bereits aus dem 19. Jahrhundert stammt.

Bauwerksabschnitt

In dem rechten der drei großen Zimmer des Vorderhauses befindet sich im ersten Obergeschoss eine bemalte Holzbalkendecke aus der Ersterbauungszeit um 1670–1680. Diese war im Zuge von Restaurierungsmaßnahmen im Jahre 1988 unter einer späteren Stuckdecke wiederentdeckt worden.

Gesamtdecke

Wie sämtliche Decken jener Zeit folgt die Bemalung, der durch die Holzbauweise vorgegebenen, Gesamtstruktur. Die Hauptbalkenträger sind an allen drei Seiten mit bräunlich-gelb marmorierten Feldern vor weiß-grauem Rahmengrund bedeckt. An den Unterseiten werden sie wiederum in gewissen Abständen von kleinen Tondi mit aufgemalten Blattrosetten unterbrochen. Die gleiche Struktur befindet sich auch an den kurzen, tieferliegenden und lediglich malerisch wiedergegebenen „Querbalken“ der Decke. Die 32 annähernd quadratischen Haupteckenfelder werden in der Mitte von großen Ovalfeldern mit breitem schwarzem Rand und vier herausgesetzten Ecken eingenommen. In den Zwickeln sitzen vor bräunlich-gelbem Grund jeweils kleine Blumen- oder Fruchtgebinde. Die großen Ovale sind im Wechsel mit unterschiedlichen Motiven gefüllt: zum einen unterschiedliche, naturalistisch wiedergegebene holländische Landschaften, in Grisaille-Malerei dargestellte, reich ineinander geschlungene Akanthusblätter sowie verschiedene Fruchtgebinde.

Bibliographie

  • Bechter Barbara/Fastenrath Vinattieri, Wiebke: Regierungsbezirk Dresden, in: Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen I. Regierungsbezirk Dresden, München/Berlin 1996.
  • Hertzig, Stefan: Das Dresdner Bürgerhaus in der Zeit des Spätbarock, Dresden 2009.

Einzelnachweise

  1. Hertzig: Bürgerhaus, 2009, S. 105–108; Bechter/Fastenrath Vinattieri, Regierungsbezirk Dresden in: Dehio: Kunstdenkmäler, 1996, S. 201.