Laß, Heiko:Dobitschen, Gut, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/d436bc43-6448-4bda-9d29-a37ca2ed1666

Inventarnummer: cbdd10079

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In einem Raum des Gutshauses aus der Zeit um 1700 befanden sich ehemals Landschaftsbilder in Stuckrahmen an den Wänden.

Rittergut Dobitschen

Bau- und Besitzergeschichte

Das Rittergut Dobitschen[1] gelangte 1605 an die Junker von Schauroth. Nach Erbstreitigkeiten kam das Gut 1691 an den Geheimrat und Kanzler in Gotha, Freiherr Johann Friedrich I. Bachoff von Echt. Er ließ ab 1696 ein neues Gutsgebäude errichten. Erst 1716 wurde der Dachreiter vollendet. 1714 wurden die Besitztümer der Familie Bachoff von Echt zu einem Familienfideikommiß vereinigt und Dobitschen blieb bis 1945 in Familienbesitz. Ein tiefgreifender Umbau 1952/53 veränderte fast alle Innenräume. Von der barocken Innenausstattung des Schlosses hat sich nichts erhalten. Weitere Schäden verursachte ein Brand 2004.

Baubeschreibung

Die Gutsanlage ist in ihrer äußeren Form mit Gutshaus und Wirtschaftsgebäuden noch komplett erhalten. Das Hauptgebäude hinter einem Wassergraben ruht auf einem Balkenrost und misst ungefähr 28 auf 17 Meter. Über einem geböschten Sockel erhebt sich der dreigeschossige Bau von sieben auf drei Achsen unter steilem Walmdach. An der Eingangsseite treten die mittleren drei Achsen als Risalit leicht hervor und werden unter einem Dreiecksgiebel zusammengefasst. Bekrönt wird der Bau von einem zentralen, turmartigen Dachreiter mit Schweifkuppel.

Ecksaal

Der Ecksaal und seine ehemalige Malerei

Paul Lehfeldt berichtet 1895[2] von einem Ecksaal, dessen Wände durch einen Fries zweigeteilt seien, und zwar in eine untere, durch dorische und zum Teil gedoppelte Pilaster gegliederte Fläche und in eine obere, kürzere, durch Wandstreifen gegliederte Fläche. Die untere Fläche habe Felder mit elliptisch umrahmten Landschaftsbildern in Stuck-Verzierung mit gekreuzten Lorbeerzweigen gefüllt, die oberen Felder seien etwas unregelmäßig mit flachen Stuck-Reliefs (Amor in verschiedenen Beschäftigungen) und mit Brustbildern der Schlossbesitzer geschmückt gewesen. Die Decke sei über einer mit Akanthusranken stuckierten Volute im "alten Stil" erneuert worden. Sie war stuckiert und nahm keine Malerei auf.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Dobitschen, 2001. – 800 & 20 Jahre Dobitschen. Geschichtsverein Wasserschloss Dobitschen e. V. Dobitschen 2001.
  • Lehfeldt, KDM Altenburg, 1895. – Lehfeldt, Paul: Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Herzogtum Sachsen-Altenburg, I. Band, Verwaltungsbezirk Altenburg (Ostkreis). Jena 1895.
  • Nienhold, Rittergüter, 2007. – Nienhold, Christiane/Wolf, Gustav: ... und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln! Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten. Posterstein 2007.

Einzelnachweise

  1. Dobitschen, 2001, S. 22-24, 3842; Nienhold, Rittergüter, 2007, S. 1013.
  2. Lehfeldt, KDM Altenburg, 1895, S. 149.