Laß, Heiko:Celle, Residenzschloss, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/0b160e4c-aa12-4049-8c83-7c5bf81bef97

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Das Residenzschloss bewahrt in der Schlosskapelle die weltweit einzige annähernd vollständig erhaltene malerische Ausstattung eines lutherischen Gotteshauses aus frühprotestantischer Zeit. Die überreiche Malerei von 1563–1576 stammt vom Antwerpener Maler Marten de Vos d. Ä. und seiner Werkstatt.

Das Residenzschloss in Celle

Einleitung

Das immer wieder umgebaute ehemalige Residenzschloss in Celle[1] war von 1433 bis 1705 ständige Residenz der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und im 19. Jahrhundert sogenannte Sommerresidenz der Könige von Hannover. Das Hauptgebäude stellt sich als dreigeschossige, trapezförmige Vierflügelanlage mit turmartigen Eckbetonungen dar. Zwei seitliche Durchfahrten an der zur Stadt hin gelegenen Ostfront erschließen den Innenhof. Aus allen Epochen sind bedeutende Bestandteile erhalten. Bemerkenswert sind die sogenannten Staatsgemächer – die ehemaligen Fest- und Gästeappartements aus dem späten 17. Jahrhundert –, das Schosstheater aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie die Schlosskapelle aus dem 16. Jahrhundert. Reste von Wand- und Deckenmalerei haben sich außerhalb der einzigartigen Kapelle der Renaissance kaum erhalten.

Lage

Das Schloss steht im Westen der Stadt hinter einem Graben. In der Frühen Neuzeit gehörte zum Schloss rechtlich und funktional die sogenannte Vorburg, der heutige Schlossplatz.[2] Sie befand sich jenseits des Grabens direkt an der Stadt. Die Vorburg war durch Tore und Pforten an der Kanzleistraße und der Stechbahn von der Stadt getrennt. In ihr standen Funktionsbauten und Staatsbauten.

Baugeschichte

Bereits im 10. Jahrhundert stand an der Stelle des gegenwärtigen Schlosses eine Burg. Aus der Nachfolgeanlage ist das Celler Schloss hervorgegangen, das erstmals 1315 genannt wurde. Mit Beginn des 14. Jahrhunderts nahm Celles Bedeutung zu, was sich unter anderem an immer häufigeren Beurkundungen der Herzöge nachweisen lässt, bis Celle zuletzt noch vor der Residenz in Lüneburg rangierte. Im 15. Jahrhundert begann der schrittweise Ausbau der Burg, der um die Wende zum 16. Jahrhundert zu einem modernen Schlossbau in den heutigen Dimensionen führte und um 1550 vorerst vollendet war. Es entstanden mehrere Säle und eine neue, 1485 geweihte Kapelle an der Südostecke des Schlosses. Zu diesem Anlass wurde eine Schrifttafel geschaffen, die heute im Schlosshof am Westflügel angebracht ist. Der in niederdeutscher Sprache verfasste Text lautet übersetzt: „Im Jahre des Herrn 1485 haben Herzog Heinrich und Anna von Nassau, seine Mutter, Herzog und Herzogin von Braunschweig und Lüneburg, dieses Haus bauen lassen.“ Es war ein üblicher Vorgang, die Weihe einer Kapelle als Schlossbaudatum zu wählen und bedeutet nicht, dass die Baumaßnahmen 1485 bereits abgeschlossen waren. Vielmehr entstanden erst jetzt die Befestigungen mit einem reich geschmückten Torhaus, ein Schlosshof mit Galerien sowie eine zur Stadt hin mit welschen Giebeln geschmückte Schauseite. 1570 erhielt die Kapelle eine neue Ausstattung mit überreicher Malerei, die bis heute fast komplett erhalten ist.[3]

Unter der Regentschaft von Herzog Georg Wilhelm 1665–1705 erfolgte fast der komplette Um- und Neubau des Schlosses. Lediglich der zur Stadt hin gelegene Ostflügel mit der Schlosskapelle und den welschen Giebeln blieb im Äußeren und teilweise auch im Inneren erhalten. Es entstand eine annähernd gleichmäßige Vierflügelanlage, wie sie heute noch vorhanden ist. Architekt des Herzogs war bis 1670 der aus Venedig stammende Lorenzo Bedogni. Ihm folgte Giuseppe Arighiniaus Brescia. Das Schloss erhielt moderne Appartements, oft mit aufwendigen Stuckdecken von Giovanni Battista Tornielli aus Brescia sowie ein Theater. Von Deckenmalerei ist nichts bekannt. Im Ostflügel ließ der Herzog für sich ein Appartement im zweiten Obergeschoss einrichten. Seine Frau bekam eine nahezu identische Raumfolge direkt über ihm im Dachgeschoss. Die Ausstattung der Appartements hat sich leider nicht erhalten. Sie verfügten über zwei Vorzimmer, ein Audienzzimmer, ein Schlafzimmer und im Appartement des Herzogs zusätzlich über ein Kabinett.[4]

Nach 1705 war Celle keine Residenz mehr. 1717 kehrte die Witwe Herzog Georg Wilhelms von ihrem Witwensitz in Lüneburg zurück nach Celle und lebte hier bis zu ihrem Tode 1722. Für den Aufenthalt der geschiedenen dänischen Königin Caroline Mathilde begann man 1772 mit Baumaßnahmen, die vor allem im ehemaligen Appartement Georg Wilhelms zu Modernisierungen führten. Auch das Schlosstheater wurde umgebaut. Caroline Mathilde starb bereits 1775.[5]

Ende des 18. Jahrhunderts begann die Entfestigung des Schlosses, die 1827 abgeschlossen war. 1801 legte man das Torhaus nieder. Bereits vor dem Ende der Personalunion 1837 richtete man ab 1834 das Schloss für landesherrliche Aufenthalte her. Dafür wurden das gesamte zweite Obergeschoss des Ostflügels und die an die Schlosskapelle angrenzenden Räume des Südflügels neu eingerichtet. Architekt war Georg Ludwig Friedrich Laves. Es kam erstmals seit Georg Wilhelm zu einer Neuorganisation der herrschaftlichen Raumfolgen. Daher ist hier kaum etwas von der Ausstattung des 17. und 18. Jahrhunderts erhalten. Ab 1839 wurde das Schloss grundlegend restauriert und umgestaltet. Zuletzt begann 1865 die Restaurierung der Schlosskapelle, in deren Zug auch die Decke mit einer neuen Fassung versehen wurde. Für 1866 war ihre feierliche Einweihung durch den König geplant. Dazu kam es aber aufgrund des verlorenen Krieges gegen Preußen nicht mehr. Das höfische Leben verschwand und das Schloss diente nun überwiegend Verwaltungsaufgaben.[6]

Seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts erfolgten vermehrt Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten. Im Zuge dieser Arbeiten wurden in den dreißiger Jahren auch die Stände in der Kapelle zurückgebaut und die Deckenfassung aus der Zeit Georgs V. entfernt. Während erneuter Sanierungsarbeiten ab 1973 erfolgten eine Sicherung der Kapellendecke bis 1979 sowie eine Neuausstattung von Gemächern im Nordflügel bis 1984. Ab 1984 entkernte man einen Teil des Ostflügels mit den ehemaligen Wohnräumen des hannoverschen Königs, um hier ein modernes Treppenhaus mit Aufzug einzubauen. Von 2010 bis 2012 erfolgte eine erneute Renovierung des Theaters, in deren Rahmen man seine Ausstattung dem historischen Zustand von 1775 annäherte.[7]

Beschreibung des Schlosses und der Räume mit Decken- und Wandmalerei

Das Schloss stellt sich als annähernd regelmäßige Vierflügelanlage auf einer künstlichen, durch Gräben geschaffenen Insel dar.[8] Die Ecken des Schlossgevierts werden durch turmartig erhöhte Vorsprünge betont. Der dreigeschossige Ostflügel mit zwei an den Seiten gelegenen Durchfahrten zum Hof hat sein Aussehen überwiegend in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erhalten, lediglich die nördliche Durchfahrt stammt von 1839. Über beiden Portalen ist das Wappen des Königs von Hannover angebracht. Der Flügel wird zu beiden Seiten durch leicht vortretende und ehemals an beiden Seiten erhöhte Eckbauten begrenzt. In der Mitte tritt ein halbrunder Turm vor. Prägend ist die Dachzone mit reich geschmückten Dacherkern. Die Giebelstaffeln sind als Rundbögen ausgeführt, wobei der Mittelgiebel höher ist als die anderen. Der linke, im Süden gelegene Eckbau zeigt im Erdgeschoss Maßwerkfenster. Hier befindet sich die Schlosskapelle.

Die übrigen Flügel des Schlosses stammen aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und sind in den Formen des italienischen Barock gestaltet. Sie sind nur bedingt symmetrisch gegliedert, da teilweise auf bestehendes Rücksicht genommen wurde. Am Südflügel etwa stehen die Maßwerkfenster der Kapelle neben der barocken Fassade. Am klarsten ist die Westfront gegliedert. In ihrer Mitte fallen die versetzten Fenster des zentralen Treppenhauses auf. Die Fassade wird an beiden Seiten von zwei mit Flachkuppeln gedeckten, polygonal vortretenden Pavillons begrenzt, die den Flügel um ein Geschoss überragen.

Der Schlosshof zeigt ebenfalls unterschiedliche Wandgestaltungen. Der Ostflügel wird von einem Treppenturm von 1839/1840 dominiert, der sich formal aber an die Architektur des 16. Jahrhunderts anpasst. Nord-, West- und Südflügel stammen vom barocken Umbau ab 1670 und sind vom Prinzip her so gestaltet wie die Außenfassaden. In der Mitte eines jeden Flügels befindet sich ein Treppenhaus, das durch ein Doppelportal betreten wird. Der Eingang zum Westflügel ist aufwendig mit ionischen Halbsäulen, Voluten und Wappen geziert. Eine Inschrift nennt Bauherren sowie das Baujahr: GEORGIVS WILHEMVS ANNO 1670.

Schlosskapelle

Bedeutendster Raum mit Wand- und Deckenmalerei aus der Zeit zwischen 1550 und 1800 ist die Schlosskapelle im Erdgeschoss des Südflügels.[9] Der Raum stammt aus dem späten 15. Jahrhundert, die Ausstattung aus der Zeit von 1563–1576. Es handelt sich um die einzige fast vollständig erhaltene Kapelle aus frühprotestantischer Zeit. Ihre Ausstattung hat im Gegensatz zu anderen lutherischen Sakralbauten keine gravierenden Verluste während der vergangenen Jahrhunderte erlitten und nur verhältnismäßig wenige Veränderungen erfahren. Die Malerei stammt von dem bedeutenden Antwerpener Maler Marten de Vos d. Ä. und seiner Werkstatt. Die Modernisierungen, die 1865–1866 vorgenommen wurden, sind fast alle im 20. Jahrhundert wieder beseitigt worden. Der Gesamteindruck des Raumes wird von der Fülle der Gemälde bestimmt. Die 78 Gemälde verteilen sich zusammen mit 55 Sandsteinreliefs und über 120 Bibelzitaten auf das Altarretabel, die Wände und Emporen sowie die zahlreichen Stände und das Gemeindegestühl in der Kapelle. Die Gemälde stellen die bedeutendste erhaltene Malerei eines lutherischen Gotteshauses aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts weltweit dar. Zu fast allen Bildern gehören erklärende Bildzitate. Das Bildprogramm hat die Erlösung des Menschen durch den lutherischen Glauben zum Inhalt.

Weitere Räume mit Malerei

Räume mit barocker Ausstattung befinden sich vor allem im zweiten und dritten Obergeschoss. Erschlossen werden die Räume des Nord- und Ostflügels heute durch das moderne Treppenhaus der 1980er Jahre. An seinen Wänden haben sich geringe Reste von Wandmalereien aus dem späten Mittelalter sowie der Renaissance erhalten. Im zweiten Obergeschoss gibt es Reste einer Balkendecke mit rotgrüner Bemalung. An der Ostwand konnte keine größere Fläche von Beschlag- und Rollwerk rund um ein Fenster freigelegt werden. Zu ornamentalen Gestaltungen gesellen sich grüne Pflanzen, Blättersträuße und Früchte. Gemäß der Untersuchungsergebnisse ist diese Malerei des 16. Jahrhunderts nicht die Erstfassung. An der Westwand des dritten Obergeschosses sind um ein Fenster herum großflächigere Reste der ehemaligen Bemalung aus dem 15. Jahrhundert zu sehen. Das Dachgeschoss zeigte ebenfalls nach Entfernung der Unterdecken und des Balkenverputzes eine Bemalung auf, jedoch in grün-grauem Farbton. Hier wurden die Zwischenwände entfernt.[10]

Forschungsstand

Das Celler Schloss in seiner Gesamtheit ist bislang nicht Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen gewesen. Man muss noch immer auf das Denkmalinventar von 1937 zurückgreifen.[11] Zu nennen sind ferner lediglich zwei überblicksartige Darstellungen von Rüggeberg 2006 und Laß 2012.[12] Für das Mittelalter liegt seit 1983 die grundlegende Untersuchung von Horst Masuch vor.[13] Seine Darstellung des Schlossausbaus mit welschen Giebeln bereits vor 1500 hat Widerspruch hervorgerufen.[14] Vor allem unter historischen Vorzeichen beschäftigt sich ein von Brigitte Streich 2000 herausgegebener Sammelband mit dem späten Mittelalter sowie dem 16. und 17. Jahrhundert.[15] Mehrfach ist die Schlosskapelle und hier vor allem ihre Ausstattung aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gewürdigt worden. Zu nennen sind Zweite, Bock und Schmieglitz-Otten.[16] Die Architektur des Schlosses in der frühen Neuzeit und vor allem die landesherrlichen Appartements hat Laß 2008 behandelt.[17] Das Celler Schlosstheater ist ebenfalls mehrfach untersucht worden.[18]

Die Celler Schlosskapelle

Kurzbeschreibung

Die Schlosskapelle[19] befindet sich im Erdgeschoss am östlichen Ende des Südflügels. Sie stammt baulich bereits aus dem späten 15. Jahrhundert und wurde von ca. 1565 bis ca. 1576 neu ausgestattet. Auftraggeber der Ausstattung waren bis 1569 die in Celle gemeinsam regierenden Herzöge Heinrich II. und Wilhelm III., danach allein Wilhelm III. Herzog Wilhelm war mit der dänischen Königstochter Dorothea verheiratet. Offenbar erfolgte nach 1569 eine Änderung in der Ausstattung. Es lassen sich Umgestaltungen aus der Entstehungszeit nachweisen und während die Verweise auf Wilhelm III. und seine Frau zahlreich sind, fehlt jeglicher Hinweis auf Heinrich II., was beides für eine Umgestaltung um 1570 spricht. Die Raumschale ist nahezu komplett mit Bemalungen, zahlreichen gefassten Rosetten, Schieben, Puttenköpfen aus Holz, Ton oder Pappmaché sowie hölzernen Einbauten geschmückt. Die Malerei wurde von Marten de Vos d. Ä. und seiner Werkstatt ausgeführt. Eine Ausnahme stellen zwei Gemälde des Auftraggebers Wilhelms III. und seiner Frau Dorothea auf der Feiertagsseite des Altarretabels dar. Diese schuf Ludger tom Ring d. J. Wer die bildhauerischen Arbeiten an Kanzel und Brüstungen ausführte, ist unbekannt. Die 78 Gemälde verteilen sich zusammen mit 55 Sandsteinreliefs und über 120 Bibelzitaten auf das Altarretabel, die Wände und Emporen sowie die zahlreichen Stände und das Gemeindegestühl in der Kapelle. Alle diese Stände sind zusammen mit zwei Westemporen sowie einem Stand ohne Sitzmöglichkeit an der Nordwestecke und einem Gemälde an der Südwand von I bis XIV durchnummeriert. Da diese Nummerierung in der Literatur zur Identifizierung der einzelnen Stände und Gemälde dient, wird sie hier übernommen.

Der Forschungsstand zur Celler Schlosskapelle

Der Forschungsstand zur Celler Schlosskapelle ist sehr gut.[20] Seit 2012 hat man sich intensiv mit der Ausstattung der Kapelle beschäftigt. Eine erste Interpretation ihrer Ausstattung, die über eine bloße Beschreibung hinausging, unternahm Bock bereits 1997.[21] Bezüglich der Gemälde in der Kapelle konnte Bock dabei auf der Arbeit Zweites aufbauen, dessen Dissertation von 1974 1980 in einer erweiterten Fassung[22] ein zweites Mal gedruckt wurde. 2003 erschien Bocks Untersuchung zusammen mit seiner Aufnahme aller Texte in der Celler Schlosskapelle erneut als eigenständige Publikation.[23] Auf den Arbeiten von Zweite und Bock baute auch ein 2012 erschienener Band zur Schlosskapelle mit drei Beiträgen von Laß[24], Schellenberg[25] und Stier[26] auf. Erstmals wurde die Kapelle in diesem Band ausführlich untersucht und auch alle Gemälde und Skulpturen abgebildet. Bock ist aber immer noch der einzige, der Malereien und Skulpturen gemeinsam auf ein mögliches übergreifendes Programm hin betrachtet hat. Er erkannte in der Ausstattung der Kapelle Endzeitvorstellungen, wohingegen das Corpus der barocken Wand- und Deckenmalerei die Rechtfertigungslehre in den Vordergrund rückt. In Vorgriff auf das Reformationsjubiläum 2017 begannen 2015 erneut restauratorische Untersuchungen, von denen erste Ergebnisse 2017 veröffentlicht wurden. 2018 erschein eine Monografie, die die Bildwerke unter theologischen Gesichtspunkten interpretierte.[27]

Die Bau-, Ausstattungs- und Restaurierungsgeschichte der Kapelle

Die Celler Schlosskapelle ist im Zuge des umfassenden Ausbaus des Celler Schlosses entstanden. Bauherrin war Herzogin Anna von Nassau. Sie übte von 1479 bis 1486 die Vormundschaftsregierung für ihren unmündigen Sohn Heinrich (reg. 1486–1520) aus. 1481 erfolgte die Einwölbung der neuen zweigeschossigen Kapelle. Sie wurde am 26. Mai 1485 durch den Bischof von Hildesheim, dem Hl. Valentin, geweiht. Der damalige Hauptaltar sowie zwei Nebenaltäre haben sich nicht erhalten. Wenig später kam an die Westseite der Kapelle eine zweigeschossige Empore. Sie steht noch heute. Auch haben sich geringe Reste der damaligen Ausmalung erhalten.[28]

Nach Reformation und Schmalkaldischem Krieg erfolgte eine Neuausstattung der Kapelle. Spätestens 1563 beschlossen die damals in Celle gemeinsam regierenden Herzöge Heinrich II und Wilhelm III., die Kapelle entsprechend ihrem lutherischen Bekenntnis neu ausstatten zu lassen. Bereits 1565 entstand die Kanzel. Vermutlich waren 1568 auch die Reliefs an den Brüstungen der Emporen vollendet. Auf 1569 datiert das Mittelgemälde des Altarretabels. Die Schrankorgel stammt von 1570. Der Einbau des Gestühls und der Emporen zog sich noch bis 1576 hin, doch konnte bereits 1572 Herzog Wilhelms Tochter Ursula in der Kapelle getauft werden.[29] In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kapelle kaum verändert. 1705 kam es zu einer geringfügigen Umgestaltung, als nach dem Tod des letzten Celler Herzogs Georg Wilhelm das Kirchengestühl in der Trauerzeit einen schwarzen Anstrich erhielt.[30]

Nachdem Hannover 1837 wieder eigenständiges Königreich geworden war, wandte man sich auch der Celler Schlosskapelle zu. Bereits 1839 wurden die Gemälde unter dem neuen König Ernst August ‚aufgefrischt‘. Was damals genau geschah, ist unbekannt. 1844 gab es immer noch stark beschädigte Gemälde. Ernst Augusts Sohn Georg V. ließ die Kapelle komplett restaurieren. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden die Gemälde gereinigt und die Decke neu mit einem blauen Sternenhimmel ausgemalt. An die Südwand kam ein Porträt des Königs und seiner Frau Marie. Die Darstellung des blinden Königs im Profil folgte dem damals weit verbreiteten Typus dieses Monarchen. Unter dem Gemälde stand ein heute verlorener, erklärender Text: „Diese von Herzog Wilhelm um 1570 erbaute Schloßkapelle hat König Georg V. 1866 zur Ehre Gottes restaurieren lassen“.[31] Vermutlich sind in dieser Zeit einige Umstellungen in der Kapelle vorgenommen und der Boden neu gefliest worden. Auch hier ist konkret nichts bekannt, es ist aber noch heute zu erkennen, dass einige Ausstattungsteile, wie etwa Schrifttafeln, nicht mehr an ihrem ursprünglichen Ort sind.[32]

Im 20. Jahrhundert wurden fast alle Änderungen Georgs V. rückgängig gemacht. Lediglich sein Gemälde blieb erhalten. Auch entfernte man an fast allen Ständen die ursprüngliche Verglasung und beseitigte das Gestühl unter der Westempore. Auf der Westempore wurde die Trennwand zwischen herzoglichem Bereich im Norden und dem Gemeindebereich abgebaut. Die direkten Zugänge von außen auf die Emporen wurden vermauert und eine moderne Treppe zwischen unterer und oberer Westempore eingefügt. Aufgrund wiederholt auftretender Schädigungen der Malerei u.a. aufgrund von Klimaschwankungen kann die Kapelle heute (2017) nicht mehr betreten, sondern lediglich von einem Standort unter der Westempore durch eine Glaswand hindurch betrachtet werden. Seit 2014 werden erneut Untersuchungen durchgeführt.[33]

Befund

Trotz der Neuausstattung der Kapelle im 16. Jahrhundert ist die ursprüngliche malerische Ausstattung der Kapelle bekannt, da sie sich in Resten erhalten hat. So hat man Blattmalereien in einer Nische links des Altars hinter einem Bild gefunden. Sie könnte laut Zweite um 1530 entstanden sein. Auch hinter anderen Malereien im Erdgeschoss hat sich die gleiche dekorative Malerei erhalten. Dieser Erhaltungsstand erklärt sich aus dem Umstand, dass die großen Wandgemälde des 16. Jahrhunderts in Celle nicht auf die Wand selbst gemalt, sondern vor diese gesetzt wurden, fast durchweg in Rahmenfüllungselementen.[34] Deren tragende Elemente sind meist aus Eichenholz, die Füllungen, sofern sie nicht Tafelgemälde aufnehmen, fast immer von Nadelholz. Die großformatigen Malereien wurden auf Leinwand, die kleinformatigen auf Eichenholzbretter gemalt. Die Leinwandgemälde Salvator, David und Verklärung weisen Anstückungen auf, die nur beim Salvator ursprünglich sind. Das Gemälde des David wurde durch Doublierung im 19. Jahrhundert sogar vergrößert und auf einen neuen Rahmen gespannt.

Die Tafelgemälde sind auf bis zu zwei Zentimeter dicke Bretter gemalt. Teilweise wurden diese nachträglich gedünnt und waren ehemals meist 0,5–0,8 Zentimeter dick. Sie sind von hervorragender Qualität und Verarbeitung, wurden grundiert und geschliffen. Auf einigen Tafeln sind Ritzungen, deren Funktion nicht immer eindeutig ist – es könnte sich um Hilfslinien oder Markierungen für Schablonen handeln. Oft konnten auch Unterzeichnungen nachgewiesen werden. Die Bretter sind an den Rückseiten durch Holzleisten verstärkt und wurden teilweise nachträglich angestückt, die Malerei wurde in diesen Bereichen ergänzt. Vermutlich wurden die fertigen Bildtafeln aus Antwerpen geliefert, in Celle als zu klein befunden und daher ergänzt. Die Malflächen wie auch die weiße Grundierung sind geschliffen. Unter der Malerei können teilweise Vorzeichnungen erkannt werden, die in der Ausführung korrigiert wurden, etwa beim Gemälde „Fluch über die Schlange“. Das Rahmenwerk um die Bilder wurde fast durchweg auf die fertigen Gemälde aufgebracht. Lediglich die Gemälde der Altarflügel wurden beiderseits im Rahmen gemalt. Auch am Gemeindegestühl wurden einige der Gemälde auf das Gestühl selbst und nicht auf vorbereitete Tafeln gemalt.

Die zu den Gemälden gehörenden Texte sind fast durchweg auf eigene Tafeln gemalt. Ausnahmen sind die Malerei der Königin von Saba, die zusammen mit dem Text auf eine Tafel gemalt wurde, sowie eine Pietadarstellung, die zusammen mit einem Text auf eine Türfüllung gemalt wurde.

Beschreibung der Schlosskapelle

Die Kapelle befindet sich an der Südostecke des Celler Schlosses.[35] Sie wurde in einen bereits bestehenden Eckturm eingefügt, und zwar über dem damaligen Erdgeschoss. Dieses befindet sich heute nach Anschüttungen im Kellergeschoss. Die Schlosskapelle umfasst zwei Geschosse und ist am Außenbau mit ihren hohen, spitzbogigen Maßwerkfenstern klar zu erkennen. Es handelt sich um eine geostete, einschiffige Wandpfeilerkirche von rund 14 Metern Länge und 9 Metern Breite und Höhe.[36] Der Altarbereich im Osten ist um drei Stufen leicht erhöht und hat einen 5/10-Schluss. Wandpfeiler und Rippen gliedern den Raum in drei Joche. Der Altarbereich hat ein Fächergewölbe, die beiden anderen Joche Kreuzrippengewölbe mit Birnstabprofil. Die Rippen wachsen aus den Vorlagen der Wandbögen heraus, es gibt keine Dienste. In den Schlusssteinen sind Tartschenschilde mit den braunschweig-lüneburgischen Wappen angebracht. Der historische Fußboden mit grün und gelb glasierten Tonplatten ist teilweise noch erhalten.

Die Westseite der Kapelle wird von einer zweigeschossigen Empore eingenommen, deren Korbbögen von Rundsäulen getragen werden. An der Nordwand befindet sich eine eingeschossige Empore, die ebenfalls von Korbbögen getragen wird. Die Kanzel steht am Übergang vom Altarbereich zum übrigen Raum an der Südseite. Bis auf die Rückwand der Westempore sind alle Wände mit Gemälden bedeckt, die von ornamentaler Malerei gerahmt werden. Hinzu kommen meist Textfelder. Die Decke ist ornamental bemalt.

In der Kapelle befinden sich zahlreiche hölzerne Einbauten und Stände, die mit weiteren Gemälden überreich geschmückt sind. Es gibt insgesamt 78 Gemälde und 55 Sandsteinreliefs in der Kapelle. Zu fast allen gehören erklärende Bibelzitate, über 120 Bibelzitate insgesamt an Kirchengestühl, Wandflächen, Schrankorgel und Wandelaltar. Die Malerei befindet sich oft in einer architektonischen Gliederung. Brüstungen und Rahmen zeigen ornamentierte Leisten oder profilierte Gesimse, die sich teilweise mit den Basen oder Kapitellen von Pilastern verkröpfen. Hinzu kommen Verzierungen mit plastischen Löwenhäuptern oder gemalten Pflanzenmotiven. Auch die Gebälke sind verziert, und zwar mit Engelsköpfen, Blattwerk oder Diglyphen.

Drei Stände finden sich unterhalb der Korbbögen an der Nordseite, drei weitere auf der Nordempore. Zwei weitere Stände sind an der Südwand aufgestellt, ein neunter befindet sich auf der oberen Westempore. In der Mitte des Kirchenschiffs steht ein Gemeindegestühl. Auch die Stände sind außen an den Brüstungen sowie an ihren Rückwänden mit Gemälden geziert. Der Stand auf der oberen Westempore (XIII) ist mit Butzenscheiben verglast. Hier fand vermutlich die Herzogin ihren Platz. Der Herzog erhielt seinen Stand (XI) auf der Nordempore zwischen zwei weiteren. Er ist ebenso mit Butzenscheiben verglast wie der ihm vorgeschaltete Stand (X). Er ist nicht nur durch seine Lage, sondern auch durch ein bekrönendes Ziborium hervorgehoben. Das Herzogspaar konnte ursprünglich über eigene Eingänge in die Kapelle gelangen und musste nicht durch das Parkett. Ehemals war auch ein Stand im Erdgeschoss unter der Empore (IV) mit Butzenscheiben verglast. Die Kanzel steht entsprechend der lutherischen Liturgie gegenüber dem Herrschaftsstand. Sie ist auch gut vom Stand der Herzogin aus einzusehen. Auch unter der Decke befindet sich weiterer Schmuck – hier hängen Zierketten mit Hängezapfen und Holzscheiben, Bildnissen und Schrifttafeln.

Das Bildprogramm der Schlosskapelle

Das Bildprogramm der Celler Schlosskapelle hat die Erlösung des Menschen durch den lutherischen Glauben zum Inhalt.[37] Im Osten geht es um die Sakramente. Das erste Joch im Westen ist den Untertanen vorbehalten. Hier werden Anfechtung und Erlösung thematisiert. Zwischen diesen beiden Bereichen befindet sich die Zone des Herrschers im zweiten Joch mit den Themen der Pädagogik und Ethik. Zum Evangelium können die Untertanen nur über den Landesherrn und seine Vermittlung gelangen.

Verschiedene Bilder und Bildgruppen sind auf unterschiedliche Personengruppen bezogen. Nicht alle Gemälde konnten von allen gesehen werden. Der Gemeinderaum selbst ist der Ethik vorbehalten. Nach dem Betreten des Raumes fällt der Blick auf ein Gemälde des Salvators an der Südwand (IX). Beim Verlassen der Kapelle wird der Gläubige ermahnt, keinen Anfechtungen zu erliegen. Hier befindet sich direkt neben dem Ausgang das ikonografisch interessanteste Gemälde der Kapelle: Die Standhaftigkeit der christlichen Kirche (VIII). Das Gemeindegestühl (VII) selbst ist schmucklos. Gegen den Altar – und damit von den Gemeindemitgliedern nur nach dem Abendmahl zu sehen – sind alttestamentliche Figuren und Themen aus der Apokalypse angebracht. An der Nordseite der Kapelle befinden sich mehrere Stände und Logen auf zwei Geschossen, die noch heute oben sämtlich und unten zumindest ehemals teilweise mit Fenstern verschlossen waren. Im Erdgeschoss gibt es zwei Logen, eine neben dem Gemeindegestühl (V) und eine im erhöhten Altarbereich (IV) gegenüber der Kanzel. An der erstgenannten Loge sind außen Darstellungen angebracht, die sich auf Kinder und deren Wertschätzung beziehen. In der Loge wird dieses Programm fortgesetzt mit Gemälden, die Christus zeigen, der die Kinder segnet oder einen Vater, der seinen Kindern vorliest.[38] Die östlich gelegene Loge hat die Entstehung und Vergebung der Sünden zum Thema. An der Außenseite sind etwa Jesus Christus und Maria Magdalena oder Petrus und der Hauptmann Cornelius dargestellt. Im Inneren, hinter der ehemaligen Verglasung, sind unter anderem Schöpfung, Sündenfall, Vertreibung aus dem Paradies oder die Opfer Kains und Abels zu sehen.

Auf der oberen Empore befindet sich über der Gemeinde zentral der verglaste Stand des Herzogs (XI). Das Bildprogramm im Inneren ist daher ausschließlich auf den Herzog zu beziehen. Ein Bild Davids mit Harfe verweist auf den dienenden Herrscher, der darum bittet, immer in der Gnade Gottes bleiben zu können. Die Darstellung des Götzenopfers Salomons warnt den Herzog vor Verfehlungen, denen selbst der Weiseste erliegen könne. In der Mitte wird der Hauptmann von Kapernaum als bedingungslos Gläubiger gezeigt. Über dem Stand befindet sich ein zur Gemeinde hin offenes Ziborium mit der bildlichen Darstellung des Gnadenstuhls. So war der Stand eindeutig als wichtiger Ort hervorgehoben. Herzog und Gott standen in direktem Zusammenhang, der Herzog kann als eine Art Mittler zwischen Gemeinde im Parkett und Gott im Ziborium verstanden werden.

Dem Stand gegenüber befindet sich der Südstuhl (VII) mit einem bemerkenswerten Bildprogramm. An seiner Außenwand werden Werke der Barmherzigkeit gezeigt. An der Rückwand dieses Stuhls sind ferner Fides und Caritas zu sehen, die die große Darstellung eines Jüngsten Gerichts flankieren. Egal wohin der Herzog blickte, immer wurde er zu vorbildlichem Handeln ermahnt. Zudem war das Bildprogramm des Südstuhls auch von der Gemeinde zu den Nutzern der Logen an der Nordwand zu sehen.

Im Bereich der Gemeinde werden also Pädagogik und Nächstenliebe thematisiert. Dieser Teil der Kapelle ist ebenso wie der Herrschaftsstand auf die Kanzel bezogen, dem wichtigsten Ort im lutherischen Gottesdienst. Ihr Bildprogramm hat mit der Erschaffung Evas, der Anbetung der Hirten, dem Abendmahl, der Kreuzigung und der Auferstehung die Heilsgeschichte zum Inhalt. Die Kanzel vermittelt zugleich zwischen der Sphäre der Gemeinde und derjenigen der Sakramente und deutet an, dass es Erlösung gebe.

Der Ostbereich ist dem Altar sowie den Sakramenten und dem Evangelium vorbehalten. Im Mittelpunkt steht der Altar mit einem bemerkenswerten Flügelretabel (I), das fester Bestandteil der Ausstattung ist. Seine Alltagsseite zeigt die Fleischwerdung Christi. Noch auf der Wand links neben dem Altar ist die Heimsuchung zu sehen. Auf dem linken Flügel folgt die Verkündigung, auf dem rechten die Christgeburt. Rechts des Altars – wieder auf der Wand – sieht man die Darbringung im Tempel. Bekrönt wird der Altar von Auferstandenen mit der Siegesfahne. So ist hier letztlich die ganze Heilsgeschichte ins Bild gesetzt. Diese zeigt in der Mitte die Kreuzigung, also den Opfertod Christi. Auf den Seitenflügeln sind rechts Herzog Wilhelm und links Herzogin Dorothea dargestellt, wie sie auf Knien beten. Über ihnen auf dem Retabel halten Engelsfiguren die Wappen von Wilhelm beziehungsweise Dorothea. So ist eine Identifizierung eindeutig möglich, und die Wappen sind auch bei geschlossenem Altar zu sehen. Es handelt sich nicht um Stifterbilder, sondern um eine Verbildlichung der geistlichen Aufgaben einer lutherischen Landesherrschaft. Es ist leider nicht bekannt, zu welchen Festtagen das Retabel geöffnet wurde.[39]

Im Stand zur linken des Altars (II) wurden vermutlich die Abendmahlsgeräte aufbewahrt. Er ist mit einer Darstellung des Abendmahls und der Aufrichtung der ehernen Schlange geziert. Zur Rechten des Altars befindet sich ein vergitterter Stand (III), den die Landesherrschaft vermutlich als Kommunionsstuhl nutzte, wenn sie das Abendmahl einnehmen wollte. Auf die Landesherrschaft verweisen zwei senkrechte Friese von 16 Wappen – eine Ahnenprobe Herzog Wilhelms und Herzogin Dorotheas. Eventuell wurde der Stand aber auch zur Taufe genutzt, denn in seinem Inneren ist an der Rückwand die Taufe Jesu dargestellt und es gibt in Altarnähe keinen anderen Platz, an dem die nachgewiesenen Taufen in der Kapelle hätten vorgenommen werden können. Auch eine Nutzung als Beichtstuhl ist denkbar, da die Kirchenordnung in Celle die private Beichte vorsah und Beichtstühle in lutherischen Kirchen bis in das 19. Jahrhundert immer nah am Altar standen. An der Außenseite dieses Standes sind dementsprechend die Bergpredigt, der Große und der Kleine Schuldner sowie Jesus Christus mit dem verlorenen Schaf zu sehen. Über dem Stand füllt eine große Darstellung der Verklärung Christi die Wand.[40]

Die Herzogin hatte ihren Stand (XIII) auf der oberen Westempore. Es ist nicht klar, ob er sich immer schon dort, oder vielleicht ehemals auf der Nordempore befand. Jedenfalls ist dieser Stand an seiner gegenwärtigen Stelle nach Süden verlängert worden. Er ist ebenfalls auf die Kanzel bezogen und mit Butzenscheiben verschlossen. In seinem Inneren, dessen Ausstattung auf 1576 datiert ist, findet sich an der Rückwand eine Darstellung der Königin von Saba vor Salomo. Es wird also eine mächtige Königin gezeigt, die zu einem Herrscher eilte, da sie dessen Weisheit bewunderte. Das erwartete der Herzog vermutlich auch von seiner königlichen Braut. Ein dänisches Wappen an der Decke markiert den Sitz Dorotheas.

Verbindendes Element des ganzen Kapellenraums aber sind das Glaubensbekenntnis und die Landesherrschaft. Beide Emporenbrüstungen werden von Figurenreliefs geschmückt. Die Darstellungen haben inhaltlich keinen direkten Bezug zum Stand, vor dem sie jeweils stehen. Im Wechsel mit musizierenden Engeln sieht man an der unteren Brüstung Apostel und Jünger sowie Jesus Christus selbst, an der oberen Brüstung Propheten. Hinzu kommen Bibelzitate, die unten das Glaubensbekenntnis und oben die jeweiligen Bücher des Alten Testaments wiedergeben. Die Decke zeigt Blatt- und Rankenwerk. Auf den Schlusssteinen sind Tartschenschilde mit dem Braunschweig-Lüneburgischen Löwen angebracht. Das ganze Gotteshaus steht unter dem Schutz der Landesherrschaft.

Die Anordnung der Gemälde ist aus den oben genannten Gründen erst nach 1569 erfolgt. Unklar bleibt, wie das ursprünglich geplante Programm aussehen sollte. Achhammer und von der Goltz haben hier 2017 zahlreiche Fragen aufgeworfen und mögliche Antworten vorgeschlagen.[41] Es gibt keine Begründung dafür, dass der Triumphzug Davids nur vom Organisten gesehen werden konnte. Hing das Gemälde vor seiner Vergrößerung an einem anderen Ort? Musste der Organist, um zur Orgel zu gelangen, tatsächlich immer durch den Stand des Herzogs? Was befand sich dort, wo 1866 das Gemälde Georgs V. angebracht wurde? Befand sich der Stand der Herzogin immer auf der Westempore, oder gelangte er erst im 17. Jahrhundert dorthin?[42] Diese Fragen können zurzeit nicht beantwortet werden.

Die Auftraggeber

Auftraggeber der Ausstattung waren bis 1569 die in Celle gemeinsam regierenden Herzöge Heinrich II. und Wilhelm III., nach 1595 allein Wilhelm III. Herzog Wilhelm war seit 1561 mit der dänischen Königstochter Dorothea verheiratet. Ab 1569 betrieb er die Reform seines Fürstentums, straffte die Verwaltung und ließ seine Vorstellungen von einer christlichen Kirche im Corpus Doctrinae Wilhelminum kodifizieren. Seit 1577 litt der Herzog zunehmend an einer psychischen Krankheit, die wellenförmig auftrat und zuletzt zu seiner Regierungsunfähigkeit führte. Er starb 1592. Zum Verständnis der Kapelle ist es wichtig zu berücksichtigen, dass Herzog Wilhelm selbst, und nicht ein Bischof, Oberhaupt der Kirche war. Als lutherischer Landesherr übernahm er nicht nur in weltlichen, sondern auch in geistlichen Dingen die Verantwortung für seine Untertanen. So bildet die Kapelle die enge Verbindung von göttlicher und weltlicher Macht ab. Einen guten Einblick in sein Selbstverständnis bietet die Kirchenordnung von 1564: „[...] dem allmechtigen zu lob und zu forderung unserer unterthanen seelenheil und seligkeit [...]“.[43] Die Herzöge befanden: „Das wir demnach bey uns bedacht, das uns aus göttlichem befehlch und unsers fürstlichen ampts halben, dazu uns Gott der allmächtig aus gnaden beruffen, gebüren wolle, fürnemlich darauf achtung zu haben, das die ware, reine christliche lere des heiligen evangelii, wie die in der heiligen propheten und der aposteln schriften und lere der ersten christlichen kirchen und symbolo apostolorum begriffen, in unserem fürstenthumb, wie die nu durch Gottes gnade in die vierzig jar darinne geleret und geprediget worden, dafür wir Gott zu loben und zu danken haben, möge erhalten und Gott der allmächtige eine kirchen in unserem fürstenthumb haben, auch unsere arme und befohlen unterthanen zur seligkeit gefordert werden.“[43] Die gläubigen Herzöge begriffen die Reformation als eine ganz persönliche Herrscheraufgabe, die auf ihr unmittelbares Verhältnis zu Gott zurückging. Sie wollten ihr Land nicht nur zu weltlichem Wohlstand führen, sondern ihre Untertanen im geistlichen Sinne zur christlichen Wahrheit und zum rechten Glauben geleiten.[44]

Künstler

Die Herzöge Heinrich II. und Wilhelm III. beauftragten mit der malerischen Ausstattung der Schlosskapelle den Antwerpener Künstler Marten de Vos. d. Ä. Die Kunst von Marten de Vos vermittelt zwischen den niederländischen Traditionen seiner Heimat und den Kenntnissen, die er in Italien erworben hatte. Die Malereien in der Kapelle stammen alle von de Vos sowie Mitgliedern seiner Werkstadt. Eine Ausnahme stellen die Gemälde des Auftraggebers Wilhelms III. und seiner Frau Dorothea auf der Feiertagsseite des Altarretabels dar. Diese schuf Ludger tom Ring d. J. Wer die bildhauerischen Arbeiten an Kanzel und Brüstungen ausführte, ist unbekannt.[45]

Armin Zweite hat versucht, die einzelnen Gemälde in der Celler Schosskapelle anhand stilistischer Kriterien unterschiedlichen Künstlern zuzuordnen, denn die Qualitätsunterschiede sind teilweise enorm. Marten de Vos selbst werden die qualitätsvollsten Malereien zugeschrieben. Die 24 Arbeiten sind das Hauptgemälde des Altarretabels, die Gemälde an den Außenseiten seiner Flügel sowie die zu ihnen gehörenden Medaillons an den Wänden daneben. Dazu kommen die Leinwandgemälde der Verklärung Christi und des Salvator mundi an der Südwand sowie der Triumphzug Davids auf der Nordempore. Auch die Standhaftigkeit der Christlichen Kirchen der Nordwestecke der Kapelle kommt von Marten de Vos. An und in den Ständen schuf der Meister die Aufrichtung der ehernen Schlange und das letzte Abendmahl im ersten Stand links des Altars, die Erschaffung der Tiere, den Sündenfall, den Fluch über die Schlange und die Vertreibung aus dem Paradies im folgenden Stand an der Nordseite, den Vater, der seinen Kindern vorliest sowie Jesus Christus, der die Kinder segnet im nächstfolgenden Stand an der Nordseite. Ferner stammen von Marten de Vos die Taufe Jesu im Stand rechts des Altars, Fides, Caritas und das Jüngste Gericht im Stand an der Südseite der Kapelle sowie die Abfahrt der Arche im westlichen Stand auf der Nordempore. Für die Brüstung des Gemeindegestühls schuf er die Illustration zur Apokalypse und die Darstellung von Himmel und Hölle.[46]

Alle übrigen 17 Brüstungsgemälde, die nicht von Marten de Vos stammen, sind von einer Hand geschaffen. Dieser Künstler hat daher den Notnamen „Brüstungsmeister“ erhalten. Er schuf auch die erhaltenen acht Werke der Passionsserie.[47] Vermutlich beruhen viele der Darstellungen auf Zeichnungen von Marten de Vos selbst. In Form und Farbe sind sie eng an Marten de Vos angelehnt und der Künstler dürfte wohl in seiner Werkstatt gearbeitet haben. Die Gesichter von Jesus Christus und seinen Jüngern sind denen Marten de Vos‘ eng verwandt; plastische Körperformen gelingen dem Meister oft nicht, die Extremitäten sind mechanisch wiedergegeben. Die Hintergründe werden gern durch hellgraue, bläuliche und manchmal rosafarbene Lasuren aufgelöst.[48]

Die Gemälde im Herrschaftsstand scheinen von einem weiteren Mitglied der Werkstatt Marten de Vos‘ zu stammen.[49] Wieder von einer anderen Hand stammen die Segmentgiebelfelder der Versuchung Christi und des Einzugs der Tiere in die Arche. Die weitläufigen, reich durchgebildeten Landschaften zeigen laut Zweite niederländischen Einfluss und eine ausgesprochen kühle Farbigkeit.[49] Ein weiterer Künstler schuf das Gemälde im Stand der Herzogin. Im Duktus gleichen ihm die beiden Musikerinnen an der Tür zur Orgelempore. Auch die Apostel Paulus und Petrus im westlichen Stand an der Nordseite könnten von ihm stammen.[49] Die Porträts auf den Innenseiten der Altarflügel schuf vermutlich Ludger tom Ring d. J. Auch die übrigen Bilder stammen laut Zweite wohl von deutschen oder gar ortsansässigen Künstlern, da sie mit ihren gedrungenen Körpern und gleichbleibendem Kolorit von minderer Qualität seien.[50]

Vorlagen

Die Arbeiten in der Celler Schlosskapelle gelten als eigenständige Arbeiten von de Vos und seiner Werkstatt. Für die Gemälde am Stand der Herzogin sowie der Tür zur Orgelempore lassen sich jedoch Vorlagen des Monogrammisten HIV nachweisen. Dieser Künstler schuf auch die Königin von Saba, ebenfalls nach einer Vorlage, und zwar einem Kupferstich von Dirck (Volckertsz) Coornhertnach Frans Floris.

Apsis und Ostwand der Celler Schlosskapelle mit dem Altar (I)

Die Ostseite der Celler Schlosskapelle hat die Fleischwerdung Gottes sowie seinen Erlösertod zum Thema. Hinzu kommen die Sakramente. Dieser Bereich wird von einem Altarretabel dominiert, das vor ein Fenster gestellt ist. Zu beiden Seiten des Fensters sind Medaillons an der Wand angebracht, die bei geschlossenem Retabel sichtbar sind und inhaltlich zu den Darstellungen auf dem Retabel gehören. An der Wand links des Fensters ist die Heimsuchung dargestellt, auf dem linken geschlossenen Altarflügel die Verkündigung, auf dem rechten geschlossenen Altarflügel die Christgeburt, rechts des Fensters die Beschneidung Jesu. Das geöffnete Retabel zeigt in der Mitte die Kreuzigung Christi, die vermittels Texten als Erlösertod für die Menschheit gedeutet wird. Zu beiden Seiten sind Gemälde, die das Celler Herzogspaar zeigen, das stellvertretend für die Gemeinde betend dargestellt ist. Bekrönt wird das Retabel mit einem Gemälde der Heiliggeisttaube sowie einer abschließenden Skulptur des segnenden Christus Salvator mit Weltkugel.

Altarretabel in der Celler Schlosskapelle und die Medaillons an der Ostwand

Das Altarretabel[51] an der Ostseite ist der Ziel- und Endpunkt der Ausstattung der Celler Schlosskapelle. Es handelt sich um einen Wandelaltar. In geschlossenem Zustand sieht man auf dem linken Flügel die Verkündigung, auf dem rechten die Geburt Jesu. Diese Darstellungen werden ergänzt durch zwei Medaillons an den Wänden, die nur bei geschlossenem Zustand zu sehen sind und links die Heimsuchung sowie rechts die Beschneidung Jesu zeigen.

In geöffnetem Zustand sind auf den Seitenflügeln die Stifter Herzog Wilhelm III. (links) und Herzogin Dorothea (rechts) zu sehen. In der Mitte wird die Kreuzigung Jesu Christ und der beiden Schächer gezeigt. Die Predella nimmt einen Text auf, über dem Mittelbild befindet sich ein weiterer Text. Abgeschlossen wird der Altar oben von einem Dreiecksgiebel, in den ein Gemälde der Taube des Heiligen Geistes eingelassen ist. Auf den Seiten des Giebels stehen Engel, die die Wappen des Herzogs bzw. der Herzogin halten. Auf der Giebelspitze erhebt sich – ebenfalls auf einem Postament – der segnende Jesus Salvator mit Weltenkugel. Zu dieser Skulptur gehört der Text zwischen Giebelfeld und Mittelgemälde: „Chrstvs hat vns erloset von dem flvch des gesetzes / da er ward ein flvch fvr vns : Galat : III“ Der Text der Predella: „Christvs hadt vnsere svnde selbs geopfertd / an seinem leibe vff dem holtze vff das wir / der svnden abgestorben sein vnd der / gerechtigkeit leben / petrj 2 “, erklärt die Kreuzigungsdarstellung als Erlösertod und setzt sie in Bezug zum Text über der Kreuzigung sowie zum Salvator. Auch bei geschlossenem Retabel ist daher die Kreuzigung vermittels des Textes präsent. Er zeigt die Überwindung des Gesetzes durch das Evangelium an bzw. die Erlösung der Menschheit durch den Opfertod Christi. In geöffnetem Zustand wird dem Opfertod Gottes das landesherrliche Vorbild hinzugefügt. Das Herzogspaar betet (stellvertretend) für seine Untertanen – auch bei persönlicher Abwesenheit – und stellt so die Verbindung zwischen Untertanen und Erlöser her. Mit den Schlössern Celle und Gifhorn im Hintergrund von Wilhelm und Dorothea wird Bezug auf das ungeteilte Herzogtum genommen. Um Stifterbilder im eigentlichen Sinne handelt es sich nicht. Leider ist nicht bekannt, zu welchen Tagen das Retabel geöffnet werden sollte.

Die Gemälde der Außenseiten sowie das Mittelbild stammen von Marten de Vos d. Ä. Das Mittelbild ist signiert und auf 1569 datiert. Die Darstellungen des Herzogspaares wurden 1570 vollendet und werden Ludger tom Ring d. J. zugeschrieben, doch ist diese Zuschreibung nicht allgemein anerkannt. Sie datieren später als das Mittelbild, da sie erst geschaffen wurden, nachdem die gemeinsame Regierung der Brüder Heinrich und Wilhelm 1569 zerbrochen war. Im Gegensatz zum Mittelbild wurden die Gemälde der Seitenflügel im Rahmen gemalt.[52] Weitere Veränderungen wurden an den Engeln nachgewiesen, die den Altar bekrönen. Ihre Basis wurde massiv verändert, als ihnen die Wappenschilde hinzugefügt wurden. Achhammer und von der Goltz vermuten, dass die Seitenflügel des Altars eine Nachbestellung bei Marten de Vos waren und bereits vorhandene Figuren für die Bekrönung nach Veränderung verwendet wurden.[53] Sie machen einen Vorschlag für den ursprünglichen Hauptaltar, der jedoch rein hypothetisch ist. Demnach hätte es sich um einen Passionsaltar gehandelt, bei dem das Mittelbild von kleinformatigen Gemälden begleitet worden wäre, die sich noch heute in der Schlosskapelle erhalten haben. Über dem Mittelbild hätte sich eine Darstellung des Abendmals befunden, die heute bei Stand II links des Altars Verwendung gefunden hat.[54]

Die Verkündigung

Das schmale, hochformatige Gemälde von Marten de Vos d. Ä. von 1569 zeigt die Verkündigung.[55] Es befindet sich auf dem linken Außenflügel des Altarretabels der Celler Schlosskapelle. Der Engel Gabriel ist durch die geöffnete Tür in das Zimmer zur am Betpult knienden Maria getreten. Seine rechte Hand bildet den Segensgestus, mit seiner linken verweist er auf die Taube des Heiligen Geistes, die einer Aureole in Wolken im Zimmer erschienen ist. Ein Lichtstrahl trifft Maria. Diese hat ihren Kopf von dem vor ihr aufgeschlagenen Buch leicht in Richtung Gabriels abgewendet, ohne zu ihm aufzuschauen. Ihre rechte Hand fasst eine Seite des Buches an, ihre linke hat sie vor ihr Herz gelegt. Sie verbleibt in demütiger Haltung. Vor ihr befindet sich die Glasvase mit der Lilie. Im Hintergrund ist ein Bett mit grünem Baldachin zu sehen. Die ganze Szenerie ist ausgesprochen realistisch mit zahlreichen Details geschildert, wie von Gabriel aufgewirbelte Blätter am Boden oder einer kostbar bestickten Tagesdecke auf dem Bett erkennen lassen.

Die Malerei auf den Seitenflügeln des Retabels wurde im Gegensatz zum Mittelbild in den Rahmen gemalt. Ebenfalls in Unterscheidung zum Mitteilbild lassen sich Unterzeichnungen nachweisen.[56]

Die Anbetung der Hirten

Das schmale, hochformatige Gemälde von Marten de Vos d. Ä. von 1569 zeigt die Anbetung der Hirten.[57] Es befindet sich auf dem rechten Außenflügel des Altarretabels der Celler Schlosskapelle. Im formalen Zentrum der Darstellung ist die betende Maria zu sehen, deren Herz sich ungefähr in der Bildmitte befindet. Vor ihr wird das nackte Jesuskind auf einem weißen Tuch in der Krippe präsentiert – der inhaltliche Mittelpunkt des Gemäldes. Rechts sind vier Hirten zu sehen, die teilweise noch heraneilen. Einer hat bereits Hut und Stock im Bildvordergrund vor der Krippe abgelegt und betet das Kind auf Knien an. Ein weiterer Hirte verweist auf den Heiland. Links der Krippe gewahrt man im Bildmittelgrund neben Maria Joseph. Links neben der Krippe beten zwei Engel das Kind an. Das obere Bilddrittel wird von einer antiken Ruinenlandschaft eingenommen, die Ausblick auf den Himmel gewährt. Links in den Ruinen sieht man Ochs und Esel. Im Bildhintergrund kann man die Verkündung der Christgeburt an die Hirten auf dem Felde ausmachen. Einige der Hirten eilen durch die Ruinen zur Krippe.

Die Darstellung der Anbetung der Hirten in einem lutherischen Gotteshaus ist bemerkenswert, da sie in der Bibel nicht genannt wird, sondern vielmehr auf einer Vision der Brigitta von Schweden beruht. Das Bildthema war in der niederdeutschen und niederländischen Malerei damals jedoch eine verbindliche Tradition. Konkrete Vorbild für das Celler Gemälde sind nicht bekannt; Armin Zweite meint, dass die Haltung von Maria durch einen Stich von Cornelis Corts nach Marco des Pino beeinflusst sein könnte.

Die Malerei auf den Seitenflügeln des Retabels wurde im Gegensatz zum Mittelbild in den Rahmen gemalt. Ebenfalls in Abweichung zum Mitteilbild lassen sich Unterzeichnungen nachweisen.[56]

Wilhelm III., Herzog zu Braunschweig und Lüneburg

Auf dem linken Innenflügel des Altarretabels ist Herzog Wilhelm III. von Celle zu sehen.[58] Der Künstler ist unbekannt, jedoch wurde mit guten Gründen Ludger tom Ring d. J. genannt. Das Bild wird auf 1570 datiert. Der Dargestellte ist der Auftraggeber des Gemäldes, des Retabels sowie der gesamten Kapellenausstattung. Der Herzog betet – wie seine Gemahlin – in einer ionischen Säulenarchitektur unter einem von der Decke herabhängenden Baldachin. Dazu kniet er vor einem Betpult auf einem Teppich (bzw. Kissen), der u.a. mit seinem Wappen geziert ist. Seinen Hut und seine Handschuhe hat er am Bildvordergrund abgelegt. Eine Vase mit Blumenstrauß sowie zwei Hunde sind bei ihm. Vor ihm ist die aufgeschlagene Bibel. Er blickt jedoch nicht in das Buch, sondern auf das zentrale Altargemälde mit der Kreuzigung. Vor seinem Kissen stapeln sich weitere Bücher. Ein weiteres lehnt vor dem Herzog am Altar und trägt die Aufschrift „Bibel“. Darunter steht in zwei Zeilen GMET und DMLT. Aufgrund der Aufschrift Bibel und nicht „Biblia“ hat Burkhart Bock vermutet, die Abkürzungen müssten sich auf einen deutschsprachigen Text beziehen und hat die Devise des Herzogs „Gottes Wort mein einziger Trost“ vorgeschlagen. Als Aufschlüsselung der zweiten Zeile DMLT schlug Bock Doctor Martin Luther Teutsch vor.[59] Im Hintergrund wird nach einem fiktiven Garten mit Truthenne und Pfau der Platz vor dem Celler Residenzschloss gezeigt, das man hinter den hochaufragenden Wällen eindeutig identifizieren kann. Auf dem Schlossvorplatz sieht man Mitglieder der höfischen Gesellschaft zu Pferd und zu Fuß sowie einige Windspiele. Diese Darstellung wird auf der anderen Seite des Mittelstücks mit einem ganz ähnlichen Gemälde der Herzogin vor Schloss Gifhorn gespiegelt.

Stifterbilder scheinen im Protestantismus zwar unüblich zu sein, aber dennoch gibt es einige Darstellungen von landesherrlichen Auftraggebern auf Altarflügeln, etwa von Lucas Cranach d. J., die nur wenig älter als das Celler Beispiel sind. Und noch 1590 ließ sich Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg durch Vredeman de Vries mit seiner Familie auf den Innenseiten der Flügel eines Flügelaltars präsentieren. Mittels derartiger Gemälde werden die Dargestellten im Allgemeinen direkt mit der heiligen Handlung in Zusammenhang gebracht. Hier scheint es jedoch ein wenig anders: Die Räume, in denen der Herzog und seine Gemahlin beten, sind mittels der Schlösser klar als Residenzstädte des Herzogtums gekennzeichnet. Das Mittelbild mit der Kreuzigung gehört ebenso klar einem anderen Raum an. Das Celler Herzogspaar ist bei der Kreuzigung nicht anwesend. Es wird in ewiger Anbetung unabhängig von einem bestimmten biblischen Geschehen präsentiert. Auch sind in Celle nur der Herzog und seine Frau, nicht die herzogliche Familie dargestellt. Es geht hier also um die Landesherrschaft, die als Vorbild für ihre Untertanen und zugleich stellvertretend für alle betet. Denn nicht nur ihr persönliches Seelenheil, sondern das der Untertanen stand auf dem Spiel. Sie stellt zugleich die Verbindung zwischen den Untertanen und Gott her.

Dorothea von Dänemark, Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg

Auf dem rechten Innenflügel des Altarretabels ist Herzogin Dorothea von Dänemark zu sehen.[60] Der Künstler ist unbekannt, jedoch wurde mit guten Gründen Ludger tom Ring d. J. genannt. Das Bild wird auf 1570 datiert. Die Dargestellte ist die Gemahlin des Auftraggebers Herzog Wilhelm III. von Celle. Die Herzogin betet – wie ihr Gemahl – in einer ionischen Säulenarchitektur unter einem von der Decke herabhängenden Baldachin. Dazu kniet sie vor einem Betpult auf einem Teppich bzw. Kissen. Ihre Handschuhe hat sie am Bildvordergrund abgelegt. Eine Vase mit Blumenstrauß sowie drei Hunde sind bei ihr. Vor ihr ist die aufgeschlagene Bibel. Sie blickt jedoch nicht in das Buch, sondern auf das zentrale Altargemälde mit der Kreuzigung. Im Hintergrund sieht man nach einem fiktiven Garten den Platz vor dem Gifhorner Residenzschloss. Ein Zusammenhang zwischen Dorothea und Gifhorn bestand nicht, vielmehr war Gifhorn bis 1549 eigenständige Residenz gewesen. Es geht schlicht um die Darstellung der zweiten Residenz im Herzogtum. Sie ist hinter den hochaufragenden Wällen eindeutig zu identifizieren. Im Garten bzw. auf dem Gartengeländer sind einige Vögel zu sehen, so ein Truthahn und ein Pfau. Auf dem Schlossvorplatz sieht man ausschließlich männliche Mitglieder der höfischen Gesellschaft sowie einige Windspiele. Einige unterhalten sich mit einem Mann, der im Garten am Geländer lehnt. Diese Darstellung wird auf der anderen Seite des Mittelstücks mit einem ganz ähnlichen Gemälde des Herzogs vor Schloss Celle gespiegelt. Stifterbilder scheinen im Protestantismus zwar unüblich zu sein, es gibt aber einige Darstellungen von landesherrlichen Auftraggebern auf Altarflügeln, etwa von Lucas Cranach d. J., die nur wenig älter als das Celler Beispiel sind. Und noch 1590 ließ sich Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg durch Vredeman de Vries mit seiner Familie auf den Innenseiten der Flügel eines Flügelaltars präsentieren. Mittels derartiger Gemälde werden die Dargestellten im Allgemeinen direkt mit der heiligen Handlung in Zusammenhang gebracht. Hier scheint es jedoch ein wenig anders: Die Räume, in denen der Herzog und seine Gemahlin beten, sind vermittels der Schlösser klar als Residenzstädte des Herzogtums gekennzeichnet. Das Mittelbild mit der Kreuzigung gehört dahingegen ebenso klar einem anderen Raum an. Das Celler Herzogspaar ist bei der Kreuzigung nicht anwesend. Es wird in ewiger Anbetung unabhängig von einem bestimmten biblischen Geschehen präsentiert. Auch sind in Celle nur der Herzog und seine Frau, nicht die herzogliche Familie dargestellt. Es geht hier also um die Landesherrschaft, die als Vorbild für ihre Untertanen und zugleich stellvertretend für alle betet. Denn nicht nur ihr persönliches Seelenheil, sondern das der Untertanen stand auf dem Spiel. Zugleich stellen die Herrscher betend die Verbindung zwischen Untertanen und Gott her.

Die Kreuzigung

Das Hauptbild[61] des Altars in der Celler Schlosskapelle stammt von Marten de Vos d. Ä. aus dem Jahre 1569 und zeigt die Kreuzigung Christi sowie der beiden Schächer. Das Altarblatt ist von de Vos rechts unten signiert und auf 1569 datiert. Es handelt sich um das älteste bekannte Altarbild von de Vos. Allerdings wurde die ursprüngliche Signatur „F ∙ MERTHEN ∙ DE / VOS ANTVERPY / ENCIS ∙ ANO ∙1569“ übermalt. Warum ist unbekannt. Heute ist nur noch „∙ ANNO DNI ∙ | ∙ 1569 ∙“ zu lesen. Es gibt keinen technischen Grund für die Übermalung. Achhammer und von der Goltz vermuten, dass der Name des Marten de Vos nach dem Fall Antwerpens 1585 und seiner Konversion zum Katholizismus am Hauptaltar nicht mehr tragbar erschien.

Die figurenreiche Komposition ist vor einer hügeligen Landschaft ausgewogen und harmonisch aufgebaut. Der gesamte Bildraum wurde mit verschiedenen Szenen gefüllt. Die Hauptszene im Vordergrund zeigt eine Personengruppe rund um die zusammengebrochene Maria. Es handelt sich neben Maria und Johannes um Maria Magdalena, Maria, die Frau des Kleopas sowie um Maria, die Mutter von Jakobus, Josef und Salome. Die Figuren wirken bei aller inhaltlichen Emotionalität sehr ruhig, fast eingefroren, was die Hilflosigkeit und stumme Verzweiflung der Protagonistinnen und Protagonisten unterstreicht. Keine der Personen stellt Blickkontakt zum Betrachter her, der Blick der grüngewandeten Frau links geht zwar in Richtung des Betrachters, sie blickt aber ins Leere. Hinter der Gruppe ragen die Kreuze fast bis zum oberen Bildrand auf. Sie bestimmen die obere Hälfte des Gemäldes. Das Kreuz Christi ist mit der Inschrift „Iesvs · nazarenvs / rex · ivdæorvm“ gekennzeichnet.

Im Bildmittelgrund sieht man rechts die Soldaten, die um die Gewänder Christi spielen. Links sind zwei Reiter zu sehen; bei dem einen dürfte es sich wohl um den römischen Hauptmann handeln, der in Jesus Christus Gottes Sohn erkannte.

Im Bildhintergrund zieht die Masse der Schaulustigen zurück nach Jerusalem, das detailreich mit Häusern und Türmen dargestellt ist. Hinter der Stadt bricht der Himmel auf, die sich eben verziehende Verdunkelung ist besonders links über dem Tempelberg noch gut auszumachen.

Die formale Staffelung der Figuren folgt einem Zickzack von vorne links über die Soldaten rechts und die Reiter links zu den nach rechts hinten strömenden Massen. Dennoch ist die Darstellung statisch, ohne einen dynamischen Zug in die Tiefe und entspricht darin dem Thema der erstarrten Trauer um den Tod von Jesus Christus.

Das Gemälde zeichnet sich vor allem im Bildvordergrund durch eine hohe Detailgenauigkeit und Materialität aus, was typische Charakteristika für die niederländische Malerei seit bereits 200 Jahren waren. Im Bildhintergrund sind die Figuren reduziert und nur als Farbtupfer dargestellt. Marten de Vos wählte kräftige und kalte Farben.

Bemerkenswerterweise wird nicht das Abendmahl gezeigt – ein Thema, das bei Lutheranern auf einem Altar zu erwarten wäre –, sondern der Erlösertod von Gottes Sohn. Auf diese Erlösung weisen auch die Texte über und unter dem Gemälde hin. Über dem Gemälde steht geschrieben: „Chrstus hat vns erloset von dem flvch des gesetzes| da er ward ein flvch fvr vns : Galat : III". Unter dem Bild in der Predella seht: „Christvs hadt vnsere svnde selbs geopfferdt / an seinem leibe vff dem holtze vff das wir / der svnden abgestorben sein vnd der / gerechtigkeit leben I Petri 2“. Beide Texttafeln sind auch bei geschlossenem Retabel zu sehen, sodass die Botschaft immer zu lesen ist. Es geht um die Überwindung des Gesetzes durch das Evangelium, die Erlösung der Menschheit (von ihren Sünden) durch den Opfertod Christi.

Der Heilige Geist

Das Giebelfeld des Altarretabels in der Celler Schlosskapelle nimmt eine Darstellung der Taube des Heiligen Geistes auf. Es stammt von Marten de Vos d. Ä. aus dem Jahre 1569.[62]

Heimsuchung

An der Ostwand der Celler Schlosskapelle links des Fensters ist ein Medaillon an der Wand angebracht, das die Heimsuchung Marias zeigt.[63] Es stammt von Marten de Vos d. Ä. aus dem Jahr 1569. Maria ist gerade eingetreten und ihr Mantel bauscht sich noch. Vor ihr kniet die ebenfalls schwangere Elisabeth und berührt Marias Bauch. Zwischen den Frauen steht ein Hund. Rechts im Bildmittelgrund betritt gerade Zacharias, Elisabeths Gemahl, den Raum. Links öffnet sich der Blick auf eine Landschaft im Bildhintergrund.

Darbringung im Tempel

An der Ostwand der Celler Schlosskapelle rechts des Fensters ist ein Medaillon an der Wand angebracht, dass die Darbringung Jesu im Tempel zeigt.[63] Es stammt von Marten de Vos d. Ä. (1532–1603) aus dem Jahr 1569. In der Bildmitte sieht man den kleinen Jesus auf einem goldenen Teller, während ihm der greise Hohepriester Simeon die Vorhaut entfernt. Er erkennt in ihm den Messias. Ein weiterer Priester assistiert ihm. Links sieht man Joseph, Maria und Elisabeth, die der Zeremonie zusehen, rechts zwei weitere Priester. Im Hintergrund erkennt man eine chorartige Architektur mit einem Altar, die den Raum, in dem die Beschneidung vollzogen wird, als Tempel charakterisiert.

Jesus steht annährend frontal zum Betrachter. In Tradition des Themas kann hier ein Hinweis auf den späteren Opfertod Christ gesehen werden. Die Schale, in der der Jesusknabe steht, erinnert an eine Patene. Diese Darstellung ersetzt das Gemälde der Kreuzigung, die nur bei geöffnetem Retabel zu sehen ist. So ist der Erlösertod auch bei geschlossenem Retabel im Kirchenraum präsent.

Stand II der Celler Schlosskapelle

An der Ostwand links des Altars befindet sich ein sehr kleiner Stand.[64] Er weicht formal ein wenig ab von den anderen Ständen in den Nischen des Erdgeschosses; vor allem ist er nicht sehr tief und eigentlich zu eng zum Sitzen. Vielleicht nahm hier ein Messdiener Platz. An seiner Rückwand ist eine Nische, die wohl ehemals zu katholischer Zeit ein Tabernakel aufnahm. Hier befinden sich Reste der ursprünglichen Wandmalerei aus der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert. Der Stand ist mit zwei Gemälden geschmückt. An seiner Brüstung ist das Abendmahl zu sehen, an seiner Rückwand die Aufrichtung der Ehernen Schlange. In diesem Stand wurde vermutlich das Abendmahlsgerät aufbewahrt. Hierauf deuten Bilder und Texte hin. Zwar verweist die Aufrichtung der Ehernen Schlange zuerst auf den Kreuzestod des Erlösers, ist aber zugleich auch ein Beweis für einen Neuanfang nach vorheriger Sünde und folgender Reue durch den Glauben. So ist es auch mit der Einsetzung des Abendmals – vor allem in Celle, da vor dem Abendmahl die Beichte (und Reue) erfolgen muss. Nur der Glaube bietet Erlösung. Das muss das Volk Israel erfahren, das muss auch Judas erkennen. So ist der Stand ferner als Pendant zu dem Stand rechts des Altars zu sehen, der dem Sakrament der Taufe sowie der Beichte gewidmet ist.

Die Aufrichtung der Ehernen Schlange

An der Rückwand von Stand II der Celler Schlosskapelle links vom Altar befindet sich ein Gemälde mit der Aufrichtung der Ehernen Schlange[65] von Marten de Vos d. Ä. Das Bild wird von der aufgerichteten Schlange dominiert, die fast bis an den oberen, gewölbten Bildrand heranreicht. Vor ihr kniet eine gelbgekleidete Frau in Rückenansicht. Links weist Moses aus einer Dreiergruppe heraus mit seinem Stab auf die erlösende Schlange. Im Bildvorder- und -mittelgrund sieht man die leidenden Israeliten sowie zahlreiche der sie beißenden, feurigen Schlangen. Einige sind aber bereits nach dem Anblick der Ehernen Schlange geheilt. Im Bildhintergrund öffnet sich der Blick in die Landschaft. Trotz einer Vielzahl an teilweise eng zusammengedrängten Elementen ist die Komposition ruhig und ausgewogen. Die eher raue Pinselschrift ist ungewöhnlich für de Vos. Zahlreiche Vorbilder wurden von ihm verarbeitet. Die Frau rechts in der Ecke am vorderen Bildrand etwa erinnert stark an die Nacht von Michelangelo aus der Medici-Kapelle in Florenz und könnte über einen Stich von Cornels Cort rezipiert worden sein. Die kniende Frau erinnert an zahlreiche ähnliche Darstellungen Raffaels.

Die Aufrichtung der Ehernen Schlange galt als Vorbild für den erlösenden Kreuzestod Christi. Beide wurden erhöht. Und der Glaube an Gott errettet die Menschen. Darauf verweisen auch die Verse unter dem Bild. Unten auf dem Gemälde steht: „Gleich wie Moses in der wvsten eine schlangen er- / hohet hadt, also mvs des menschen sohn erhohet werden / avff das alle die an ihn glevben nicht vorloren werden / sondern das ewige leben Iohan: 3“. Und unter dem Gemälde steht ein weiterer Vers: „Lasset vns aber avch / Christvm nicht versvchen / wie etliche von ienen / ihn versvchten vnd / worden von den schlan- / gen vmbracht I Corinth 10“.

Das letzte Abendmahl

An der Außenseite der Brüstung des Standes II links vom Altar in der Celler Schlosskapelle ist ein Gemälde des letzten Abendmahls[66] von Marten de Vos d. Ä. angebracht. Es handelt sich um eine traditionelle Darstellung. Der Tisch steht quer zur Bildebene. An der Längsseite in der Mitte sitzt Jesus Christus frontal zum Betrachter. Er hat das Abendmahl eingesetzt und seinen Jüngern mitgeteilt, dass er verraten werden wird. Die Jünger zeigen verschiedene Formen der Emotion. Judas als Rückenfigur im Bildvordergrund gegenüber von Jesus Christus hält den Geldbeutel in der Hand. Er hat annähernd dieselbe Position wie die Betrachter des Gemäldes. Neben ihm bleibt Raum frei zu dem statischen Jesus Christus, der als einziger keine Emotionen zeigt. Im Vergleich zu den anderen Brüstungsgemälden und auch zur Bildfläche an sich sind die Figuren groß. Die Darstellung erinnert an Tintorettos Darstellung in S. Marcuola in Venedig, ohne dass hier ein direktes Vorbild zu sehen ist. Venezianische Einflüsse scheinen aber deutlich. Doch zeigt de Vos das Abendmahl nicht vor einem undefinierbar dunklen Hintergrund, sondern gestaltet den Raum realistisch aus und schließt ihn mit einem Vorhang ab. Unter dem Gemälde steht in einem eigenen Rahmen ein erklärender Vers: „Der mensch prvfe sich selbs vnd also esse ehr von diesem / brodt vnd trincke von diesem kelch dan welcher vnwirdig / isset vnd trincket, der isset vnnd trincket ihm selber das ge- / richte, domit das ehr nicht vnterscheidet den leib des herren ~ “. Hier geht es um die Beichte vor dem Abendmahl. Zwischen Text und Gemälde ist auf die Brüstung die Bibelstelle geschrieben: „I Corinth: II“. Über dem Gemälde steht in zwei Spalten zwischen den Triglyphen der Brüstung geschrieben: „Ihesus nam das brodt, dancket und brachs / vnd gabs seinen ivngern vnnd sprach, Das / ist mein leib der fvr evch gegeben / wirdt, das thvt zv meinem gedechtnis / Desselbigen gleichen nam ehr avch den / kelch nach dem abentmal vnnd sprach / Das ist der kelch das newe testament in / meinem blvt, das fvr evch vorgossen wirdt“. Über der mittleren Triglyphe steht die Bibelstelle: „Lvcæ · 22 cap:“.

Die Tür mit Gemälde und Text unterscheidet sich formal von den anderen Brüstungen der Kapelle. Das muss jedoch nicht zwingend bedeuten, dass das Gemälde ursprünglich nicht für diesen Ort vorgesehen war, wie Achhammer und von der Goltz vermuten.

Stand III der Celler Schlosskapelle

Rechts des Altars in der Celler Schlosskapelle befindet sich ein großer Stand, der über der Brüstung ein zusätzliches Holzgitter gegen die Gemeinde aufweist, das sich öffnen lässt.[67] Er ist mit einem reichen Gemäldeprogramm versehen: Zur Gemeinde hin sind an der Brüstung die Bergpredigt sowie der Schalksknecht dargestellt. An der rechten Seite befindet sich der Eingang in den Stand. Außen ist eine Darstellung von Jesus Christus mit dem verlorenen Schaf, innen eine Ansicht des guten Hirten. An der Rückwand des Standes, auch bei geschlossenem Gitter zumindest zur Hälfte zu sehen, ist ein größeres Gemälde der Taufe Christi angebracht, das von zwei Wappenfriesen auf den Schäften ionischer Pilaster begleitet wird. Diese Wappen – immer paarweise angeordnet – sind eine Ahnenprobe des Auftraggebers der Celler Schlosskapelle (Herzog Wilhelm III.) sowie seiner Gemahlin (Herzogin Dorothea von Dänemark). Sie erscheinen immer im Wechsel mit Löwenköpfen. Über dem Stand füllt ein großes Gemälde mit der Verklärung Christi die gesamte Wand aus. Zu allen Bildern gehören erläuternde Bibelverse.

Die Funktion dieses Standes ist nicht eindeutig geklärt, vermutlich wurde er multifunktional genutzt. Aufgrund der Darstellung einer Taufe an der Rückwand ist es nicht ausgeschlossen, dass der Stand im Rahmen von Taufen, die nachweislich in der Kapelle stattfaden, genutzt wurde. Es ist auch möglich, dass der Stuhl der Landesherrschaft als Kommunionsstuhl gedient hat, wenn sie am Abendmahl in der Kapelle teilnehmen wollte. Ein Stand nahe am Altar für solche Fälle ist durchaus üblich. Allerdings ist der Stand so eng, dass Zweifel geäußert wurden, ob eine Frau in Renaissancekleidung dort überhaupt sitzen könne. Die Wappen an der Rückwand des Standes verweisen eindeutig auf das Herzogspaar. Auch eine Funktion als Beichtstuhl ist denkbar. Eine Privatbeichte vor dem Abendmahl schrieb die Kirchenordnung von Herzog Wilhelm III. vor und Beichtstühle stehen in protestantischen Kirchen oft nah am Altar. Einen Platz für die Beichte muss es gegeben haben. Zuletzt ist auch ein Predigerstuhl denkbar. Und natürlich ist es auch möglich, dass der Stand mehrere dieser Aufgaben übernahm oder auch alle.[68]

Das Bildprogramm widerspricht keiner dieser Nutzungsmöglichkeiten. Das Bild mit der Taufe Christi muss nicht nur für die Taufe stehen, es kann auch auf die Beichte bezogen werden. Die Taufe hatte schon Johannes der Täufer mit der Buße verknüpft, wie später auch Luther. Sowohl bei der Taufe als auch bei der Buße geht es um die Vergebung der Schuld und es gehört zum Grundverständnis des Christentums, dass die Taufe den Menschen rein von Sünde macht. Durch die Vergebung der Sünden nach der Beichte wird die Reinheit der Christen wiederhergestellt, wie sie bei der Taufe bestand. Zum Thema der Sündenvergebung gehörten auch die Darstellungen des Guten Hirten sowie des verlorenen Schafs. Gott, der Landesherr oder auch nur der Pfarrer kümmern sich um alle Mitglieder der Gemeinde, bewahren sie vor Gefahren und ermöglichen jedem die Rückkehr. Gott (Landesherr, Pfarrer) kümmert sich um alle Gemeindemitglieder, auch wenn sie verloren waren. Auch die Bilder der Bergpredigt und des Gleichnisses vom Schalksknecht können zusammen mit den beigegebenen Versen auf die Vergebung der Sünden bezogen werden.[69]

Eine andere Ebene wird in Taufe und Verklärung angesprochen. Beide Male bekennt sich Gott öffentlich zu seinem Sohn: Im Gemälde der Taufe steht: „Dis ist mein lieber sohn an welchem ich wolgefallen habe“, und über der Verklärung liest man: „Dis ist mein geliebter sohn an welchem ich ein / wolgefallen habe, den solledt ihr horen“. Die Zugehörigkeit von Jesus Christus zu Gott wird offenbar und auch die Wahrheit seiner Lehre, der man folgen, die man hören soll. Ferner wird hier – wie meist in dieser Zeit – eine Verbindung zwischen Altem und Neuem Testament, zwischen Gesetz und Gnade hergestellt. Die den Gemälden der Taufe und der Verklärung beigegebenen Texte sollen erweisen, dass Jesus Christus tatsächlich der angekündigte Sohn Gottes ist, der die Menschen lehrt, was zu tun sei, damit ihnen ihre Sünden vergeben werden könnten.[70]

Auf die Nutzung durch den Herzog und seine gottgewollte Herrschaft weisen nicht nur die Wappen an der Rückwand des Stuhles hin. Der Schriftzug über dem Taufgemälde („Der geist des hern hern ist bey mir darvmb hat mich der herr gesalbet“) verweist auf den Gesalbten des Herrn und damit auch auf die gottgewollte Herrschaft des Celler Herzogs (auch wenn Herzöge nie gesalbt wurden).[71]

Taufe Jesu

An der Rückwand von Stand III rechts neben dem Altar der Celler Schlosskapelle ist ein Gemälde mit der Taufe Christi von Marten de Vos d. Ä. angebracht.[72] Die Taufe findet in einer Flussschleife statt. Zwischen zwei rahmenden Baumkulissen geht der Blick in die Ferne bis hin zu einem Gebirge. Am Flusslauf sind mehrere Städte auszumachen. In der Mitte ist der nackte, weiße Körper Jesu Christi zu sehen. Rechts neben ihm steht der taufende Johannes in seinem Fell, links sitzen zwei Engel. Sie blicken zum Himmel hinauf und zeigen auf Gottvater, der dort in den Wolken zu sehen ist. Hinzu kommt ein Schriftband am Himmel, das die Worte Gottes, die bei der Taufe erklangen, wiedergibt: „Dis ist mein lieber sohn an welchem ich wolgefallen habe“. Zwischen Gottvater und Jesus Christus befindet sich auf einer Diagonale die Taube des Heiligen Geistes. Rechts am Waldrand befindet sich eine Menschengruppe, die teilweise dem Taufgeschehen beiwohnt und die Worte Gottes hört. Einige weisen auf das Schriftband bzw. die Taube hin.

Marten de Vos hat in diesem Gemälde verschiedene Anregungen verarbeitet, ohne einem konkreten Vorbild zu folgen. Die Darstellung im Allgemeinen gleicht Stichen und Zeichnungen von Hand Bol aus den sechziger Jahren. Ein bärtiger Mann im Mittelgrund rechts von Johannes stellt eine freie Umsetzung des Dornausziehers dar – eine antike Skulptur, die damals populär war. Das Gemälde ist aufwendig von einer ionischen Pilasterstellung gerahmt. Um jeden Pfeiler sind acht Schaftringe mit je zwei Wappen gelegt. Die Wappen stellen eine Ahnenprobe des Bauherrn Herzog Wilhelms III. sowie seiner Frau Dorothea von Dänemark dar. Über dem Gemälde befindet sich der Schriftzug: „Der geist des hern hern ist bey mir da- / rvmb hat mich der herr gesalbet · Esaie · 61“. Unter dem Gemälde steht geschrieben: „Der mich sandte zv tevffen mit wasser, der selbige / sprach zv mir Vber welchen dv sehen wirst denn geist / herab faren vnd avf ihm bleiben, der selbige ist es / der mit dem heiligen geist tevffet · Iohannis · 1 : 33“. An der linken Seitenwand steht neben dem Gemälde geschrieben: „Also screi / bet der ko- / nigliche / prophete / David von / Christo im · / · 45 ·Psalm ·/Darvmb / hadt dich / godt dein / godt gesal / bet mit / frewden / ole mehr / dan deine / gesellenn / ~“. An der rechten Seitenwand neben dem Gemälde findet sich der Vers: „Iohannes we- /rete Christvs / vnd sprach / Ich bedarff / wol das ich / von dir ge- / tavfft werde. / vnd dv kv- / mpst zv mir? / Ihesus aber / andtworttet / vnd sprach / zv im Lass / izt also / sein, also / gebvrt es / vns alle ge- / rechticheit / zv erfvllen ·/· Matthei, 3 ·“. Die Verweise auf den Gesalbten des Herrn können zusammen mit den Wappen als Hinweis auf die Herrschaft Wilhelms III. und seiner Frau von Gottes Gnaden verstanden werden. Die anderen Texte beziehen sich auf die Taufe Jesu und damit auf die Erlösung von der Erbsünde und stehen damit in direktem Zusammenhang mit dem Gemälde.[73]

Der Gute Hirte

Der Eingang in den Stand III rechts des Altars in der Celler Schlosskapelle erfolgt über eine Tür an der rechten Seite. Sie ist als einzige außen und innen mit einem Gemälde versehen. An der Innenseite ist Jesus Christus in grünem Gewand als Guter Hirte durch einen unbekannten Meister dargestellt.[74] Er schreitet mit ausgebreiteten Armen vor seiner Herde und wehrt einen Wolf ab, der von links kommt. Zwei Texte erläutern das Bild. Oben steht geschrieben: „Ich bin ein gvter hir- / te · ein gvder hirte / lesset sein leben / fvr die schaffe · Iohan : 10“. Unter dem Bild befindet sich der Schriftzug: „Ein miedtling der nicht hirte / ist des die schafe nicht eigen / sind · siehet den wolff komen vnd / verlesset die schafe vnd flevcht“. Der gute Hirte und der böse Mietling werden hier als Gegensatz dargestellt. Der Mietling ist der Hirte, dem die Schafe nicht gehören. Er ist vom Herrn der Herde mit der Bewachung beauftragt. Er hat keine persönliche Beziehung zur Herde, die Tiere sind ihm daher eher gleichgültig, er kennt nicht jedes Schaf. Die Darstellung bezieht sich auf das Gemälde an der Außenwand der Tür, wo Jesus Christus mit dem verlorenen Schaf dargestellt ist. Zugleich handelt es sich um eine Ermahnung an jene Person, die sich im Stand befindet. Die Aussage kann dabei auf den Landesherrn bezogen werden, der sich um seine Untertanen zu kümmern hat, auf den Prediger, der sich um seine Gemeinde sorgen soll, oder auf das Seelenheil des Menschen im Rahmen einer Taufe oder Beichte.

Jesus Christus und das Verlorene Schaf

Der Eingang in den Stand III rechts des Altars in der Celler Schlosskapelle erfolgt über eine Tür an der rechten Seite. Sie ist als einzige außen und innen mit einem Gemälde versehen. An der Außenseite wird der rotgewandete Jesus Christus in einer Bogenstellung gezeigt, wie er das verlorene Schaf auf seinen Schultern trägt.[75] Das Gemälde ist wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos geschaffen worden, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Über dem Gemälde befindet sich der Vers: „Ich sage evch es wirdt frewde / im himmel sein vber einen svnder / der bvsse thvt fvr nevn vnd / nevntzig gerechtdn die der / bvsse nicht bedvrffen · Lvca · 15 ·“. Unter dem Gemälde steht: „Der herre ist mein / hirte myr wirdt nichts / mangelen · Psalm · 23 ·“. Hier wird Bezug auf die mögliche Funktion des Stuhls als Beichtstuhl genommen. Die Vorlage entstammt dem Druck von Luthers Predigt vom Wiedergefundenen Schaf, gedruckt zu Wittenberg 1533.

Die Bergpredigt

An Stuhl III rechts des Altars in der Celler Schlosskapelle sind an der Außenseite gegen die Gemeinde zwei Gemälde angebracht. Sie sind wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos geschaffen worden, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Die linke Darstellung illustriert die Bergpredigt.[76] Der rotgewandete Jesus Christus sitzt inmitten seiner Zuhörer vor ein paar Palmen. Das Gemälde ist in leichter Untersicht konzipiert, sodass kaum etwas von der Landschaft im Hintergrund zu sehen ist. Unter dem Gemälde befindet sich ein Text: „Sei wilfertig deinem widersacher / balde dieweil dv noch bei ihme / avf dem wege bist · Matthæi 5 ·“. Der Vers sei nach Bock eine Erläuterung des folgenden Verses unter dem Bild rechts.

Der Schalksknecht

An Stuhl III rechts des Altars in der Celler Schlosskapelle sind an der Außenseite gegen die Gemeinde zwei Gemälde angebracht. Sie sind wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos geschaffen worden, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das rechte Gemälde illustriert das Gleichnis vom Schalksknecht. Es wurde bislang fälschlicherweise als das Gleichnis vom Großen und Kleinen Schuldner missverstanden.[77] Im Vordergrund links sieht man den rotgewandeten Jesus Christus predigen. Im Hintergrund rechts erkennt man, wie der Knecht seinen Herrn auf Knien um Erlass seiner Schulden bittet. Links daneben würgt der Herr diesen Knecht. Es muss sich hier um eine Verwechselung handeln, denn tatsächlich würgte der Knecht seinen eigenen Schuldner, als dieser ihn um den Erlass seiner Schuld bat. Dabei schuldete ihm dieser eine viel geringere Summe, als er selbst seinem Herrn geschuldet hatte. Dieser erfuhr davon und ließ den Knecht einsperren, was unten rechts im Vordergrund zu sehen ist, wo wir den Knecht hinter Gittern erblicken. Dem Gemälde ist der entsprechende Schlussvers beigegeben: „Also wirdt evch mein himlischer vater avch / thvn so ihr nicht vorgebet vonn hertzenn / ein ieder seinem brveder seine feile Matthæi · 18“. Es handelt sich um die Kernaussage von Jesus Christus zur Vergebung der Sünden und steht in direktem Zusammenhang zur vermuteten Nutzung des Standes als Beichtstuhl. Das Gemälde weist ursprüngliche Anstückungen auf.[52]

Die Verklärung Christi

Über dem ersten Stand rechts des Altars (Stand III) der Celler Schlosskapelle ist ein großformatiges Gemälde von Marten de Vos d. Ä. angebracht, das die gesamte Wandfläche füllt. Es ist das größte in der Kapelle und zeigt die Verklärung Christi.[78] Der weißgewandete Jesus Christus hat den Erdboden verlassen und schwebt in Wolken im göttlichen Licht zwischen Moses und Elias. Unter ihm an der Bergspitze werden die drei Jünger Petrus, Jacobus und Johannes Zeuge seiner Transfiguration. Die Verklärung Christi ist ein Thema, das nördlich der Alpen im Gegensatz zu Italien unüblich war. Marten de Vos folgt unverkennbar italienischen Vorbildern, vor allem seines Lehrers Tintoretto sowie Raffaels. Der gesamte formale Aufbau ist von dort beeinflusst, ohne dass ein konkretes Vorbild zu benennen wäre. So ist das Motiv des vom Buch aufschauenden Johannes textlich nicht begründet, sondern folgt der Tradition. Die Komposition ist ausgesprochen ruhig und symmetrisch gehalten. Oberhalb des Gemäldes in der Rahmung steht das Wort Gottes geschrieben, das die Jünger bei der Verklärung hörten: „Dis ist mein geliebter sohn an welchem ich ein / wolgefallen habe, den solledt ihr horen · Mat: 17“. Die zweite Hälfte des Verses den sollt Ihr hören ist der entscheidende Satz für den christlichen Glauben, der das Wort Jesu Christi mit dem Gottes gleichsetzt. Jesus Christus lehrt die Menschen das, was sie für ein gottgefälliges Leben zu tun haben. Auf diesen Versteil fußt die Kirchenordnung von 1564 im ersten Hauptteil „Von der lere“ als einzigem Kriterium für die reine Lehre und den Weg zur Seligkeit. Unter dem Bild steht in einem eigenen Textfeld geschrieben: „Petrvs sprach zv Ihesv, Herre hie ist / gvdt seinn, wiltv so wollen wir / drei hvtten machen, dir eine,/ Mose eine, vnd Elias eine · Mat · 17 ·“. Hier wird lediglich die dargestellte Szene mit der Schrift belegt. Jesus Christus erweist sich in der Verklärung vor seinen Jüngern als der Heilige Gottes. Zugleich wurde die Verklärung als Vorwegnahme der noch bevorstehenden Wiederkunft Jesu Christi in Herrlichkeit am Jüngsten Tag interpretiert. Hier könnte ein Bezug zur vermuteten Funktion von Stand III als Beichtsuhl gesehen werden.

Es ist nicht gänzlich geklärt, ob sich die Verklärung immer an ihrem gegenwärtigen Platz befand. Das Gemälde hat unten, oben und rechts nachträgliche Anstückungen. Ob es sich um eine Formatvergrößerung des 19. Jahrhunderts oder eine Reparatur handelt, ist nicht zu entscheiden. 1844 wurde eine Himmelfahrt Christ in der Kapelle als sehr beschädigt beschrieben, bei der es sich um eben die Verklärung handeln dürfte, da eine ehemals beschädigte Himmelfahrt nicht bekannt ist.[79]

Stand IV der Celler Schlosskapelle

Der zweite Stand links des Altars in der Celler Schlosskapelle (Stand IV) ist der Entstehung und Vergebung der Sünden gewidmet.[80] Er war ehemals verglast, sodass lediglich die vier Gemälde an der Brüstung von allen gesehen werden konnten, die Gemälde an der Rückwand des Stuhls aber nur für seine Nutzer bestimmt waren. Diese Gemälde sind in eine nischenartige Holzarchitektur integriert, die zugleich die Sitzbank aufnimmt. Korinthische Halbsäulen und Pilaster gliedern Seitenwangen und Rückwand. Abgeschlossen wird sie von einem flachen Dreiecksgiebel. In ihm ist ein Gemälde mit der Erschaffung der Tiere zu sehen. Zwischen den Pilastern werden in den Seitenwangen sowie an der Rückwand die Stiftung der Ehe, der Sündenfall, der Fluch über die Schlange, die Vertreibung aus dem Paradies sowie die Opfer Kains und Abels gezeigt. Es geht thematisch um die ersten Menschen und darum, wie die (Ur-)Sünde in die Welt kam, in die die Nachkommen Adams hineingeboren wurden. An der Brüstung des Standes wird die Vergebung der Sünde dargestellt. Gezeigt werden Nathan und David, Jesus Christus und Maria Magdalena, die Verleihung der Schlüsselgewalt sowie Petrus und der Hauptmann Cornelius. Es geht hier um die protestantische Auffassung von der Vergebung der Sünden. Der Stand ist inhaltlich eng mit der schräg gegenüberliegenden Kanzel verknüpft. Auch dort wird dargestellt, wie die Sünde in die Welt kam und wie Gottes Sohn die Menschheit von der Sünde erlöste.

Rückwand von Stand IV der Celler Schlosskapelle

Stand IV in der Celler Schlosskapelle hat die protestantische Auffassung von der Sündenvergebung zum Thema. An seiner Rückwand befinden sich sechs Gemälde.[81] Die zentralen drei zeigen den Sündenfall, den Fluch über die Schlange sowie die Vertreibung aus dem Paradies. Überfangen werden diese sich in einer Holzarchitektur befindenden Gemälde von einem Giebelfeld, das ein Gemälde mit der Erschaffung der Tiere aufnimmt. In den Seitenteilen der Holzarchitektur befinden sich zwei weitere Gemälde: links die Stiftung der Ehe und rechts die Opfer Kains und Abels. Vermutlich wurde die Bildfolge umgestellt und ergänzt. Ehemals befanden sich hier wohl nur ein Gemälde der Stiftung der Ehe, des Sündenfalls und der Vertreibung aus dem Paradies sowie darüber die Erschaffung der Tiere im Giebelfeld. Indiz dafür ist, dass der Text bei der Verfluchung der Schlange nicht zum Bildinhalt passt, denn Gottvater droht nicht, sondern führt Adam und Eva zusammen. Ohne Text und Schlange würde man dieses Gemälde für das der Stiftung der Ehe halten – auch wenn Adam und Eva bekleidet sind. Für ihre Unschuld spricht auch das Einhorn im Bildhintergrund. Alle ursprünglichen Bilder stammen von Marten de Vos d. Ä., die beiden Ergänzungen von einem unbedeutenden, vermutlich lokalen Maler. Erst als man beschloss, auch die Seitenwände der Nischen zu schmücken, wurde aus der Stiftung der Ehe die Verfluchung der Schlange. Sie passte aufgrund ihres breiteren Formates nicht in die schmalere Seite. Die Ergänzung verlagert den Schwerpunkt vom Sündenfall auf den Fluch Gottes, der nun in der Mitte zu sehen ist. Zwar kündigt sich mit dem Opfer Abels bereits wieder die Gnade Gottes an – handelt es sich beim Tod Abels im Verständnis der Zeit doch um eine Präfiguration des Opfertodes Christi –, doch ist die Darstellung in der Seite kaum zu sehen.

Die Erschaffung der Tiere
 

Die Rückwand von Stand IV in der Celler Schlosskapelle wird von einem Giebel bekrönt. Dieser nimmt ein Gemälde von Marten de Vos d. Ä. auf und zeigt die Erschaffung der Tiere.[82] In der Mitte des Bildfeldes schwebt Gottvater mit flatterndem, dunkelrotem Mantel. Seine rechte Hand ist zum Segen erhoben. Er blickt nieder auf eine Scheibe vor seiner Brust, auf der das Paradies und die Erschaffung der Tiere zu sehen sind. Hier erkennt man ihn erneut.

Der Komposition liegt vermutlich der entsprechende Holzschnitt der Lutherbibel zugrunde, auch wenn die formale Umsetzung eine gänzlich andere ist.[83]

Die Stiftung der Ehe

In der linken Seitenwange des Gestühls von Stand IV in der Celler Schlosskapelle befindet sich ein Gemälde der Stiftung der Ehe von einem unbedeutenden – vermutlich lokalen – Maler.[84] Vor einem Baum führt Gott Adam und Eva zusammen. Mangelnde Körperlichkeit, falsche Anatomie und harte Lichtführung lassen das Bild von den anderen des Standes stark abfallen. Unter dem Gemälde steht ein Vers aus der Genesis: „Es wirdt ein / man seinem va- / ter vnd seine / mitter verlassen / vnd an seinem / weibe hangen / vnd sie werden / sein ein fleisch ·I · Gen: 2·“.

Verfluchung der Schlange

In der Mitte der Rückwand von Stand IV der Celler Schlosskapelle ist von Marten de Vos d. Ä. ein Gemälde mit der Verfluchung der Schlange angebracht. Es visualisiert die Verkündigung des ersten Evangeliums, des sog. Protoevangeliums.[85] Der Text unter ihm lautet: „Ich wil feindtschafft set- / zen zwischen dir vnd dem / weib vnd zwischen deinem / samen vnd ihrem samen der / selb sol dir den kopff zv- / tretten vnd dv wirst ihn / in die versen stechen · Gen · 3“. Luther meinte, dass Gott mit diesen Worten an Eva den Glauben an den Erlöser Jesus Christus und die Kirche begründet habe. Darüber hinaus ähnelt die Darstellung der einer Eheschließung. Der segnende Gottvater führt Adam und Eva nach dem Sündenfall zusammen. Ihr Geschlechtsunterschied wird durch ein dunkles Inkarnat Adams und ein helles Evas betont. Gottvaters roter Mantel bläht sich auf und hinterfängt effektvoll die Figur der Eva. Hinter Adam ist ein Stück Wald zu sehen, hinter Eva öffnet sich der Blick in die Ferne, wo man ein Einhorn auf einer Wiese erkennt. Im Bildvordergrund ringelt sich auf dem Erdboden die Schlange und starrt Eva an.

Sündenfall

An der Rückwand von Stand IV in der Celler Schlosskapelle ist links ein Gemälde von Marten de Vos d. Ä. angebracht. Es zeigt den Sündenfall.[86] Adam sitzt vor Eva, die ihm den Apfel reicht. Ihr Geschlechtsunterschied wird durch ein dunkles Inkarnat Adams und ein helles Evas betont. Zwischen beiden steht der Baum der Erkenntnis, der die Äpfel trägt. Um ihn windet sich die Schlange, die einen nackten Frauenoberkörper hat. Sie verweist mit der Rechten auf den Apfel. Im Hintergrund erblickt man das Paradies, wobei hinter Adam überwiegend Wald zu sehen ist, hinter Eva aber der Blick in die Ferne gleiten kann. Aus der Gestik von Adam und Eva geht nicht eindeutig hervor, wer hier wem den Apfel reicht. Und tatsächlich findet sich eine ganz ähnliche Gestik in einem Parisurteil von Raffael, das durch einen Stich Marcantonio Raimondis überliefert ist. Abgesehen davon folgt die Darstellung Tizians Sündenfall bzw. den im 16. Jahrhundert üblichen Kompositionsschemata, sodass es nicht zwingend ein konkretes Vorbild gegeben haben muss. Unter dem Gemälde befindet sich eine Texttafel: „Die schlange sprach zvm wei- / be Ihr werdet mit nichte des / todts sterben sondern godt / weiss das welches tages / ihr davon esset, so werden / evwre avgen vffgetan vnd / werdet sein wie godt, vnd / wissen was gvdt vnd bose ist“.

Die Vertreibung aus dem Paradies

An der Rückwand von Stand IV in der Celler Schlosskapelle ist rechts ein Gemälde von Marten de Vos d. Ä. angebracht. Es zeigt die Vertreibung aus dem Paradies.[87] Adam und Eva eilen vor dem Cherubim mit Flügelhaupt davon. Ihr Geschlechtsunterschied wird durch ein dunkles Inkarnat Adams und ein helles Evas betont. Zwar wenden sie ihre Köpfe leicht zurück, aber es ist ihnen weder eine besondere Trauer, noch Furcht anzusehen. Sie versuchen sich auch nicht, vor dem Engel zu schützen, sondern streben dynamisch nach rechts. Unter ihnen am Bildrand windet sich auch die Schlange aus dem Paradies. Unter dem Gemälde ist ein Textfeld angebracht: „Godt treib Adam avs / vnd lagert vor dem / garten eden den che- / rvbim mit einem blossen / hawenden schwerdt zv be- / waren den weg zv dem bawm des lebens · Gen: 3 ·“.

Es gibt einen Stich von Raphael Sadeler, datiert auf 1583, nach Marten de Vos, der die Kompositen ähnlich, aber seitenverkehrt wiedergibt.[88]

Die Opfer Kains und Abels

In der rechten Seitenwange des Gestühls von Stand IV in der Celler Schlosskapelle befindet sich ein Gemälde mit den Opfern Kains und Abels von einem unbedeutenden – vermutlich lokalen – Maler.[84] Aus den Wolken blickt Gott auf den betenden Abel herab, dessen Rauchsäule zum Himmel aufsteigt. Im Hintergrund sieht man ungelenk Kain knien, dessen Opfer Gott verschmäht – die Rauchwolke steigt nicht empor. Hinter ihm öffnet sich der Blick in eine Landschaft. Mit Brudermord und Leugnung der Tat ist eine neue Stufe der Sünder erreicht, die von Gott geahndet wird. Unter dem Bild ist ein Textfeld: „Der herre / sahe gnedig- / lich an Habel/ vnd sein opf- / ferr · Gen: 4, | ~“. Der Text macht deutlich, dass es in diesem Fall nicht um den Brudermord geht, sondern um das Opfer Abels.

Brüstung von Stand IV der Celler Schlosskapelle

An der Brüstung des Standes IV der Celler Schlosskapelle wird die Vergebung der Sünde dargestellt.[89] Gezeigt werden Nathan und David, Jesus Christus und Maria Magdalena, die Verleihung der Schlüsselgewalt sowie Petrus und der Hauptmann Cornelius. Es geht um die protestantische Auffassung von der Vergebung der Sünden. Der Stand ist inhaltlich eng mit der schräg gegenüberliegenden Kanzel verknüpft. Auch dort wir dargestellt, wie die Sünde in die Welt kam und wie Gottes Sohn die Menschheit von der Sünde erlöste.

David bekennt vor Nathan seine Sünden

Außen an der Brüstung des zweiten Standes links vom Altar (Stand IV) in der Celler Schlosskapelle sind vier Gemälde angebracht, die wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos geschaffen worden sind, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Ganz links wird gezeigt, wie König David seine Sünden vor Nathan bekennt und Vergebung empfängt.[90] Nathan steht links und zählt die Verfehlungen Davids auf. Diese steht in der Mitte mit gefalteten Händen. Zwischen beiden liegt Davids Harfe. Passend zur Gesamtaussage der Brüstung wird unter dem Bild der erlösende Vers zitiert: „Nathan spricht zv Davidt / Der herre hadt deine / svnde weggenhommen ·“. Es wird nicht auf die Bußpredigt Nathans oder die Androhung des Todes verwiesen, sondern auf Reue und Sündenvergebung. Die Sündenbekennung Davids ist dabei das alttestamentliche Gegenstück zur Begegnung von Jesus Christus mit Maria Magdalena im Haus des Pharisäers. Dieses ist das rechts folgende Gemälde.

Jesus Christus und Maria Magdalena

Außen an der Brüstung des zweiten Standes links vom Altar (Stand IV) der Celler Schlosskapelle sind vier Gemälde angebracht, die wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos geschaffen worden sind, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Schlosskapelle geschaffen wurden. Das zweite Bild von links zeigt die Begegnung von Jesus Christus mit Maria Magdalena im Haus des Pharisäers.[84] Der rotgewandete Jesus Christus sitzt links am Bildrand und weist mit seiner Linken auf die am Boden kniende Sünderin, die seine Füße wäscht. Neben ihm sitzt der Pharisäer, dem er sein Verhalten gerade erklärt. Denn trotz ihrer Schuld lässt er sich von ihr berühren und vergibt ihr ihre Sünden. Passend dazu ist der Vers unter dem Gemälde: „Christvs sprach zv Marien / Magdalenen Dir sein deine / svnde vorgeben · Lvcæ 7 cap.“. Der Name Maria Magdalenas taucht in der Bibel an dieser Stelle nicht auf. Die Szene ist das neutestamentliche Gegenstück zur Sündenbekennung Davids, die direkt neben diesem Gemälde links gezeigt wird. Wichtig ist, dass die Sünde vergeben werden kann, wenn man aufrichtig bereut.

Jesus Christus verleiht den Jüngern Schlüsselgewalt

Außen an der Brüstung des zweiten Standes links vom Altar (Stand IV) der Celler Schlosskapelle sind vier Gemälde angebracht, die wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos geschaffen worden sind, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das zweite Bild von rechts thematisiert, wie Jesus Christus seinen Jüngern die Schlüsselgewalt verleiht.[84] Das Bild selbst zeigt jedoch lediglich eine Predigtszene mit dem rotgewandeten Jesus Christus in der Mitte. Erst der Text unter dem Bild offenbart die Zielrichtung der Darstellung: „Christvs spricht zv seinen ivngernn / Welchen ihr die svnde erlasset / den seint sie erlassen vnd welchen / ihr sie behaltet den seint sie behalten“. Die Übertragung der Schlüsselgewalt an die Jünger wurde als Einsetzung des Bußritus verstanden.

Petrus und der Hauptmann Cornelius

Außen an der Brüstung des zweiten Standes links vom Altar (Stand IV) der Celler Schlosskapelle sind vier Gemälde angebracht, die wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos geschaffen worden sind, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das rechte Bild an der Brüstung – die hier als Tür geöffnet werden kann – zeigt Petrus vor dem Hauptmann Cornelius.[91] Dieser ist andächtig auf ein Knie gesunken und hat die Hände vor seiner Brust verschränkt. Petrus schreitet von links predigend heran und versagt dem Hauptmann Cornelius, sich vor ihm (Petrus) niederzuwerfen. Die Szene ist der Beginn der Heidenmission, die Ausweitung der Mission auf Nichtjuden. Der beigegebene Vers bezieht auch diese Szene, wie alle an der Brüstung, auf die Sündenvergebung: „Petrvs sprach zv cornelio: Von Christo / zevgen alle propheten das dvrch seinen / nhamen alle die an ihn glevben verge- / bvng der svnden empfahen sollen“.

Stand V in der Celler Schlosskapelle

Der sogenannte Stand V in der Celler Schlosskapelle ist der erste nach dem Eingang unter der Nordempore. Sein Bildprogramm ist der Wertschätzung und Erziehung der Kinder gewidmet.[92] Er ist mit einer Brüstung vom Gemeinderaum abgetrennt. Die Brüstung nimmt vier Gemälde mit zugehörigen Textfeldern auf. Die Rückwand des Standes hat eine Holzarchitektur mit Sitzbank. In die Rückwand sind sechs Malereien eingelassen, wovon zwei ausschließlich Text zeigen. Zwei gekuppelte, korinthische Säulen flankieren ein großes Mittelbild. Sie tragen ferner einen Segmentgiebel, der ein weiteres Gemälde aufnimmt. Das Mittelfeld wird begleitet von zwei kleinen, je von einfachen korinthischen Säulen flankierten Feldern. Hier befinden sich die Schrifttafeln. Dreiecksgiebel schließen sie nach oben ab. Das Giebelfeld zeigt einen Vater, der seinen Kindern vorliest. Das große Gemälde an der Rückwand stellt Jesus Christus, der die Kinder segnet, dar. In den Seitenwangen sind links Petrus und rechts Paulus zu sehen. Die Brüstung nimmt vier Gemälde mit Texttafeln auf: Hanna bringt Samuel zu Eli, die Darstellung im Tempel, der zwölfjährige Jesus im Tempel, Jesus Christus fordert zur Kinderaufnahme auf. Das Thema Kinder erstaunt in einer protestantischen Kirche nicht. Die Erziehung der Kinder war damals innerhalb der protestantischen Theologie sehr wichtig. So geht es in Celle auch um die praktische Kindesunterweisung, nicht etwa um eine Ermahnung an die Erwachsenen.

Die Außenseite des Standes schmücken vier Gemälde, die Beispiele für Kinder nennen, die ihr Leben Gott weihten, nämlich links Samuel, dann Jesus Christus, der gleich zweimal gezeigt wird, und rechts Jesus Christus, der in einer Predigt fordert, die Kinder in seinem Namen aufzunehmen. Im Zusammenhang mit dem Herrschaftsstand geht es letztendlich darum, dass der Landesvater seine Landeskinder in der wahren Kirche aufnimmt, sie im wahren Glauben unterrichtet und ihnen damit Erlösung ermöglicht.

Den Kindern wird vorgelesen

Im Segmentgiebel der Rückwand vom sogenannten Stand V in der Celler Schlosskapelle ist ein Gemälde von Marten de Vos d. Ä. angebracht, das er unter starker Werkstattbeteiligung geschaffen hat.[93] Es zeigt einen Vater, der seinen Kindern aus der Bibel vorliest. Der bärtige Vater im Pelzmantel befindet sich in der Mitte. Mit seiner Rechten hält er die Bibel, mit seiner Linken verweist er auf eine Stelle im Buch, blickt dabei aber den Betrachter an. Zu seinen beiden Seiten lauschen ihm zehn Kinder verschiedenen Alters. Die meisten knien andächtig. Die Darstellung hinterfängt ein Schriftband: „Diese wordt die ich dir hevte gebiete soltv zv hertzen nhemen vnd solt sie deinen kindern scherpffenn: Devte: 6“. Es handelt sich hier um die bildliche Darstellung der lutherischen Auffassung von der Kindererziehung. Es hat Mutmaßungen gegeben, dass es sich beim Vater um Herzog Wilhelm III. handeln würde, ohne dass es dafür irgendeine Grundlage gäbe.

Petrus

Auf der linken Seitenwange der Bank im sogenannten Stand V in der Celler Schlosskapelle befindet sich eine Darstellung von Petrus.[94] Sie stammt von einem unbekannten – vermutlich lokalen – Künstler. Der gebeugte Petrus hält seinen Schlüssel in der Rechten, mit der Linken rafft er sein Gewand. Unter dem Gemälde findet sich der Schriftzug „·I · Petrvs ·I·“. Unter dem Gemälde steht ein erklärender Text: „ Wisset das ihr / nicht mit zer- / gencklichem| silber oder gol- / de erloset sein / von evwerem ei- / telen wesende / nach der veter- / lichen weise svn- / dern mit dem tewr / baren blvte / Christi als eines / vnschvldigen vnd / vnbefleckeden / lemleins“. Zusammen mit der Darstellung des Paulus auf der gegenüberliegenden Wange wird hier – in Bezug auf die Gemälde mit der Kindererziehung an der Rückwand der Bank – der Ernst betont, in dem die Kinder zu unterweisen seien. Derselbe Künstler, der den Petrus schuf, malte auch die Darstellung des Paulus und aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Cister- und die Orgelspielerin am Eingang zur Orgelempore sowie das Gemälde der Königin von Saba vor Salomon im Stand der Herzogin.

Jesus Christus segnet die Kinder

Die Rückwand des sogenannten Standes V in der Celler Schlosskapelle schmückt ein Gemälde von Marten de Vos d. Ä. von ca. 1570/72, das die Segnung der Kinder durch Jesus Christus darstellt.[95] Vor einer utopischen Stadtansicht (die sich an antik-mediterrane Vorbilder anlehnt) drängt sich am vorderen Bildrand eine Menschengruppe, bestehend aus den Jüngern sowie Frauen mit ihren Kindern. In ihrem Zentrum steht der rotgewandete Jesus Christus, der sich zu einem Kind herabbeugt, um es vom Schoß einer vor ihm sitzenden Frau emporzuheben. Außer den vier Müttern links sowie einem Vater rechts im Bild ist die Menschenmenge als kompakte Einheit gestaltet. Der Bildaufbau ist streng symmetrisch, was sowohl die Figurentruppen als auch die Architektur betrifft. Zum Gemälde gehören zwei Schrifttafeln, die rechts und links in eigenen Rahmungen präsentiert werden. Links steht geschrieben: „Ihesvs spr- / ach zv sei- / nen ivn- / gern Las- / set die / kindlein / zv mir / kommen / vnd weh- / ret ihn / nicht dan / solcher / ist das / himmel- / reich~“. Rechts liest man: „Warlich / ich sage / evch wher / das reiche / gottes / nicht em- / pfehet als / ein kindlein / der wirdt / nicht / hinein / kommen ·/· Mar: 10“. Ein dritter Vers ist unter dem Gemälde angebracht: „Sehet zv das ihr niemandt von diesen kleinen ver- / achtet dan ich sage evch ihre engel sehen alle - / zeidt das angesichte meines vaters im himmel. matt: 18“.

Kinder und Kindererziehung hatten im Protestantismus jener Zeit einen hohen Stellenwert. Das drückt sich auch im Celler Gemälde aus. Das Thema der Kindersegnung ist wohl bereits im Mittelalter bildlich umgesetzt worden. Im 16. Jahrhundert wurde das Thema in den Niederlanden, aber auch in Mittel- und Norddeutschland (man denke an Cranach) populär. Jesus Christus wird nun nicht mehr als Lehrer oder Führer dargestellt, er wendet sich den Menschen vielmehr fast demütig zu. In diese Tradition ist auch das Celler Bild zu stellen.[96] Gemäß Zweite ist es im Schaffen von Marten de Vos neu, seine Figuren derart dicht aneinander anzuordnen. Und tatsächlich gelingt es ihm auch nicht, Tiefe zu erzeugen. Die Rückenfigur der Frau im Vordergrund deutet Räumlichkeit an. Sie ist angeregt durch italienische Vorbilder, vor allem Raffaels. Ganz ähnlich etwa setzt dieser eine Frau bei der Vertreibung des Heliodor 1512 ein.

Paulus

Auf der rechten Seitenwange der Bank im sogenannten Stand V in der Celler Schlosskapelle befindet sich eine Darstellung von Paulus.[94] Sie stammt von einem unbekannten, vermutlich lokalen Künstler. Der gebeugte Paulus hält das Schwert in seiner Rechten und ist in ein Kapuzengewand gehüllt. Unter dem Gemälde findet sich der Schriftzug „· Pavlvs · Rom · 10 ·“. Unter dem Gemälde steht zudem ein erklärender Text: „So dv Ihesvm / bekennest mit / deinem mvnde / das ehr der / Herre sei vnd / glevbest in / deinem hertzen / das ihn godt / von den todten / vffwecket hadt / so wirstv seligk“. Zusammen mit der Darstellung des Petrus auf der gegenüberliegenden Wange wird hier – in Bezug auf die Gemälde mit der Kindererziehung an der Rückwand der Bank – der Ernst betont, in dem die Kinder zu unterweisen seien. Derselbe Künstler, der den Paulus schuf, malte auch die Darstellung des Petrus und aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Cister- und die Orgelspielerin am Eingang zur Orgelempore sowie das Gemälde der Königin von Saba vor Salomon im Stand der Herzogin.

Hanna bringt Samuel zu Eli

An der Brüstung des sogenannten Stand V in der Celler Schlosskapelle sind vier Gemälde mit zugehörigen Schrifttafeln angebracht. Die Bilder sind vermutlich von einem Gehilfen des Marten de Vos geschaffen worden, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das linke der vier Brüstungsbilder zeigt, wie Hanna ihren einzigen, dreijährigen Sohn Samuel in den Tempel bringt, um ihn vom Priester Eli erziehen zu lassen.[97] Links kniet Hanna, vor ihr der nackte Samuel. Ihr gegenüber vor der Bundeslade steht Eli mit dem Segensgestus und empfängt den zukünftigen Propheten. Mit Samuel brachte sie auch einen dreijährigen Stier, einen Schlauch Wein und ein Efa Mehl mit. Von rechts bringt ein Diener in demütiger Haltung den Stier, ein weiterer Diener im Hintergrund links rollt ein Weinfass heran, das für den Schlauch steht, in einer Amphore wird das Mehl gebracht. Ferner erkennt man links eine weitere Frau sowie im Hintergrund einen alten Mann. Ein Vers erläutert die Szene: „Hanna nam ihren shon mit sich hin- / avff nach dem sie ihn entwenet brach- / te ihn in das havs des herren zv Silo ·/ i Samvelis I cap.“. Im Kontext des Standes und der anderen Brüstungsbilder geht es hier um die Erziehung eines jungen Menschen sowie um Kinder, deren Leben Gott geweiht war.

Darbringung im Tempel

An der Brüstung des sogenannten Stand V in der Celler Schlosskapelle sind vier Gemälde mit zugehörigen Schrifttafeln angebracht. Die Bilder sind vermutlich von einem Gehilfen des Marten de Vos geschaffen worden, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das zweite Gemälde von links an der Brüstung – dem Eingang in den sogenannten Stand V – zeigt die Darbringung Jesu im Tempel.[97] Links am Bildrand steht der Hohepriester Simon, der den kleinen, nackten Jesus in seinen Armen hält und in ihm den Heiland erkennt. Vor ihm auf dem Tisch liegt das Beschneidungsmesser. Rechts vor dem Tisch kniet Maria, die beiden Tauben im Käfig stehen bereits auf dem Tisch. Im Hintergrund steht Joseph, neben ihm eine Frau, bei der es sich um Elisabeth oder Hanna handeln könnte. Weitere Personen im Hintergrund links sehen der Handlung zu, unter ihnen auch eine Frau, die ebenfalls als Hanna identifiziert werden könnte. Auch sie erkannte in Jesus den Messias. Ein Vers erläutert das Gemälde: „Do die tage ihrer [sc. Marias] reinigvng nach / dem gesetze Mosi kamen, brachten sie / das kindt Ihesvm gen Hervsalem · Lvcæ · I ·“. Im Kontext des Standes und der anderen Brüstungsbilder geht es hier um Kinder, deren Leben Gott geweiht war.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel

An der Brüstung des sogenannten Stand V in der Celler Schlosskapelle sind vier Gemälde mit zugehörigen Schrifttafeln angebracht. Die Bilder sind vermutlich von einem Gehilfen des Marten de Vos geschaffen worden, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das vierte Bild von links zeigte den zwölfjährigen Jesus im Tempel.[97] Jesus ist zentral ein wenig oberhalb der Bildmitte auf einem erhöhten Stuhl zwischen zwei Säulen in weißem Gewand zu sehen. Die Inszenierung erinnert an einen Thron. Seine Gestik deutet darauf hin, dass er predigt, seine rechte Hand segnet. Rechts und links des Stuhls im Bildvordergrund sind die Gelehrten zu sehen. Die meisten konsultieren ihre Bücher, einige blicken Jesus an. Dieser hat seinen Blick nach rechts gewendet, wo Maria und Joseph erscheinen, die ihren verlorenen Sohn gerade im Tempel entedecken. Der erläuternde Vers unter dem Gemälde lautet: „Do Ihesvs zwolff ihar aldt whar gin- / gen seine eltern mit ihme hinavf ghen Ie- / rvsalem nach gewonheit des festes · Lvcæ · 2 ·“. Im Kontext des Standes und der anderen Brüstungsbilder geht es hier um ein Kind, dessen Leben Gott geweiht ist.

Jesus Christus fordert auf, die Kinder aufzunehmen

An der Brüstung des sogenannten Stand V in der Celler Schlosskapelle sind vier Gemälde mit zugehörigen Schrifttafeln angebracht. Die Bilder sind vermutlich von einem Gehilfen des Marten de Vos geschaffen worden, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das rechte Bild zeigt den rotgewandeten Jesus Christus während einer Predigt inmitten einer Menschenmenge.[97] Er hat ein Kind zu sich gerufen und legt ihm seine rechte Hand auf den Kopf, während er mit der linken auf einen der Anwesenden zeigt, den er anblickt. Er fordert alle auf, wie die Kinder zu werden, wollen sie das Reich Gottes erlangen. Zugleich ruft er dazu auf, die Kinder aufzunehmen und ihnen ein gutes Vorbild zu sein. Es soll für sittliche Vervollkommenung und Ausbildung gesorgt werden. Der erläuternde Vers unter dem Bild lautet: „Ihesvs rieff ein kindt zv sich vnd stellet das| mitten vnter seine ivnger vnd sprach, Warlich| ich sage evch wher ein solchs kindt vffnimpt in| meinem nhamen, der nimpt mich avff, Matthæi · 1“. Im Kontext des Standes und der anderen Brüstungsbilder geht er hier um die praktische Kindesunterweisung, nicht um die Ermahnung der Erwachsenen.

Stand VI in der Celler Schlosskapelle

An der Südwand der Celler Schlosskapelle befindet sich vor einem Fenster der sogenannte Stand VI. Er ist gegenüber dem Herrschaftsstand zwischen Kanzel und Aufgang zur Empore gelegen. Der Stand ist an seiner östlichen Schmalseite auf 1572 datiert.[98] Zwischen ionischen Pilastern ist an seiner Rückwand das Jüngste Gericht dargestellt, flankiert von den Personifikationen der fürsorgenden Liebe (Caritas) und des Glaubens (Fides). An der Brüstung sind an der Nordseite zum Gemeinderaum hin sechs Gemälde angebracht, die die Werke der Barmherzigkeit zeigen: Speisung der Hungrigen, Tränkung der Durstigen, Beherbergung der Fremden, Kleidung der Nackten, Pflege der Kranken und Besuch der Gefangenen. An der Westwand des Standes zeigt die Brüstung ein Gemälde mit der Bestattung der Toten. Allen Bildnissen sind Verse beigegeben bis auf der Bestattung der Toten, da dieses Beispiel der Nächstenliebe nicht in der Bibel genannt wird. Der Stand mahnt in seiner Gesamtheit an ein gottgefälliges Leben und droht andernfalls mit dem Jüngsten Gericht. Die Angesprochenen sitzen dem Gemälde gegenüber. Hier ist vor allem an den Landesherrn in seinem Herrschaftsstand auf der Nordempore zu denken. Und so ist auf fast jedem der Gemälde an der Brüstung eine Person in aufwendiger, fürstlicher Kleidung mit rotem Umhang, roter Kopfbedeckung, Hermelinbesatz und langem Bart zu sehen. Sie vollbringt das jeweilige Werk der Barmherzigkeit. Direkt neben ihr steht dann Jesus Christus. Dass Jesus Christus beim Barmherzigen steht und nicht beim Notleidenden, widerspricht Matthäus 25,40 („Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“). Das Barmherzige steht somit im Vordergrund und nicht die Tat. Doch hielt Luther die Werke der Barmherzigkeit für wichtig, um beim Jüngsten Gericht nicht für zu leicht befunden zu werden, nur sollte man sie nicht im Gedanken auf Belohnung ausführen, sondern in echtem Mitgefühl. Das Jüngste Gericht ist jedoch nicht als Drohung miss zu verstehen, seine Darstellung ist auch Hinweis auf die Erlösung. Denn erst der Opfertod Christi ermöglicht überhaupt die Wiederauferstehung. So ist zwischen dem Altar und Stand VI ein direkter Zusammenhang, so steht das Jüngste Gericht im Zeichen der Verheißung, nicht der Drohung.

Das Jüngste Gericht

Am sogenannten Stand VI in der Celler Schlosskapelle befindet sich an der Rückwand das großformatige Gemälde des Jüngsten Gerichtes von Marten de Vos d. Ä.[99] Das Gemälde hat eine symmetrische Aufteilung. Annährend in der Mitte berühren sich Himmel und Erde. In der Mitte des Himmels erscheint Jesus Christus als Weltenrichter auf der Erdkugel in einem gebauschten, roten Mantel. Gottvater und Heiliger Geist sind nicht anwesend. Er ist umgeben von den Heiligen und Aposteln. Links von ihm betet seine Mutter Maria, rechts Johannes. Unter ihm blasen drei Engel zum Jüngsten Gericht. Auf der Erde stehen die Menschen aus ihren Gräbern auf und nehmen wieder ihren Körper an. Links sind die Seligen, die in den Himmel aufsteigen, rechts die Verdammten, die in die Hölle hinab müssen. Die Menschen sind keinen Berufen, Statusgruppen oder Konfessionen zuzuordnen. In den Hintergrund hinein werden die Darstellungen mit zunehmender Tiefe flüchtig und skizzenhaft. Über dem Gemälde befindet sich ein Vers, der Jesus Christus als Richter betont: „Christvs ist, gesetzet, zvm richter· Actor: 10“. Unter dem Bild steht geschrieben: „Gehet hin wegk von mir ir / verflvchten in das ewige / fevr, das bereitet ist, dem tevfel / vnd seinen engelen, Mat: XXV:“. Mit diesem Fluch werden die Verdammten in die Hölle geworfen.

Die Komposition hängt mit einem Gemälde von de Vos zusammen, das heute in Sevilla aufbewahrt und auf 1570 datiert wird. Dieses Gemälde ist wahrscheinlich vor dem Celler entstanden.[100]

Fürsorgende Liebe

Am sogenannten Stand VI in der Celler Schlosskapelle befindet sich an der Rückwand rechts neben dem Jüngsten Gericht ein Gemälde der Fürsorgenden Liebe (Caritas) von Marten de Vos d. Ä. Es ist das Pendant zum Glauben (Fides) auf der linken Seite des Jüngsten Gerichts.[101] Caritas schreitet im Bildvordergrund auf den Betrachter zu. Sie ist rot-grün gewandet und blickt einen direkt an. Sie trägt ein Kleinkind auf ihrem rechten Arm, ein weiteres, etwas größeres Kind drängt sich von rechts an sie. Bittend hebt es seine Arme empor und Caritas legt schützend ihre Linke auf sein Haupt. Im Bildmittelgrund sieht man links vor einer Kirche eine Frau, die einem 'Krüppel' spendet. Rechts erblickt man ein Gehöft, vor dem ein Schäfer seine Herde vor einem Wolf schützt. Caritas ist über dem Gemälde mit Schriftzug „~ ·Charitas · ~“ bezeichnet. Darüber ist in einer Kartusche zu lesen: „Das gebiete .ich evch das ihr evch vntereinanter liebet“. Unter dem Gemälde steht geschrieben: „Ioha: 13 / Dabei wirdt iederman / erkennen, das ihr meine / ivngere seidt, so ihr evch / vnterein ander liebet,“. In der rechten Seitenwange des Standes neben der Caritas ist eine Schrifttafel angebracht: „Pavlvs in / der I: epis: /tel: an die / Chorinter / am 13 cap: / schreibt ·/ Die liebe / horet ni- / mermher / avff so / doch die / weissagvn- / gen avff- / horen wer / den. vnd / die sprach- / en avffho- / ren wer- / den, vnd / die erkent- / nis avff- / horen / wirdt · “. Sie bezieht sich ebenfalls auf die Liebe.

Die Figur der Caritas ist, wie die der Fides, relativ groß und dominiert daher die Ansicht des Standes. Beide sind symmetrisch konzipiert und aufeinander bezogen. Ihre Bewegung geht nach links, die der Fides nach rechts. Caritas bezieht sich wie Fides auf das Jüngste Gericht und im Zusammenhang des Bildprogramms der Kapelle auch auf den Opfertod Christi. Denn dieser ist die Voraussetzung für die Wiederauferstehung, für den rechten Glauben und die Erlösung von den Sünden. Und so trägt eines der Kinder von Caritas ein Herz in der Hand.[102] Die Celler Caritas wurde von Julius Goltzius nachgestochen.[103]

Der Glaube

Am sogenannten Stand VI in der Celler Schlosskapelle befindet sich an der Rückwand links neben dem Jüngsten Gericht ein Gemälde des Glaubens (Fides) von Marten de Vos d. Ä.[104] Es ist das Pendant zu einem Gemälde der Fürsorgenden Liebe (Caritas) auf der rechten Seite des Jüngsten Gerichts. Fides legt die linke Hand auf ihre Brust, in der rechten hält sie ein Kruzifix und einen Palmwedel. Rechts neben ihr auf einem dreieckigen Steinblock (der für die Dreifaltigkeit steht) steht ein Glaskelch mit Wein und liegt eine Bibel. Im Bildmittelgrund links von ihr erblickt man eine Festung, rechts einen Rundtempel. Der Glaube ist über dem Gemälde mit dem Schriftzug „Fides“ gekennzeichnet. Darüber ist in einer Kartusche zu lesen: „Der gerechte wirdt seines glavbens leben, Haba · 3 ·“. Unter dem Gemälde steht geschrieben: „Wol an den sohne got- /tes glevbet der / hadt das ewige /leben · Iohan: · 3 ·“. In der linken Seitenwange des Standes neben der Fides ist eine Schrfttafel angebracht: „Pavlvs zv / den Romern / im · 10 cap: / schreibt ·/ So dv Ihe- / svm beken- / nest mit / deinem mvn / de das ehr / der herre / seii vnd / glevbest / in deinem / hertze das / ihn godt / von den / todten / vferwec- / ket hat / so wir- / stv se- / lich·“. Sie bezieht sich ebenfalls auf den Glauben.

Die Figur der Fides ist, wie die der Caritas, relativ groß und dominiert daher die Ansicht des Standes. Beide sind symmetrisch konzipiert und aufeinander bezogen. Ihre Bewegung geht nach rechts, die der Caritas nach links. Fides hat sogar statt des weißen ein rotes Gewand erhalten, um so formal als Gegenstück zur rotgekleideten Caritas fungieren zu können. Die ikonografische Genauigkeit ist zugunsten des harmonischen Gesamteindrucks zurückgenommen. Auch hält Fides einen Palmzweig, der nicht zu ihren Attributen gehört. Dieser könnte gemäß Ripa auf die Ewige Seligkeit verweisen. Diese Interpretation hat für sich, dass Fides sich wie Caritas auf das Jüngste Gericht bezieht, das sie anschaut. Sie steht auf der Seite der Seligen und im Zusammenhang des Bildprogramms der Kapelle auch in Bezug auf den Opfertod Christi. Denn dieser ist die Voraussetzung für die Wiederauferstehung, für den rechten Glauben und die Erlösung von den Sünden. Und so trägt eines der Kinder von Caritas ein Herz in der Hand.[105]

Zur Fides hat sich eine Zeichnung erhalten, die im Louvre aufbewahrt wird (Paris, Louvre, Inv. Nr. 20612) (Kat. 1968, Nr. 447). Im Vergleich zum Gemälde gibt es leichte Unterschiede, vor allem liegt links hinter Fides ein Lamm. Ferner folgt ein Stich von Hans Collaert der Darstellung der Fides. Collaert stellt allerding nicht Fides, sondern die hl. Agnes dar. Stein, Buch und Kelch sind fortgelassen und das Lamm steht anstatt zu liegen.[106]

Die Speisung der Hungrigen

An der Brüstung des sogenannten Standes VI der Celler Schlosskapelle sind die sieben Werke der Barmherzigkeit dargestellt. Die Malereien stammen wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das linke Feld der Brüstung – zugleich der Eingang in den Stand – nimmt ein Bild mit der Speisung der Hungrigen auf.[107] Frauen, Kinder, Kranke, Gebrechliche und Arme erhalten Brote von zwei Männern und einer Frau. Ihre Arme sind einer Mischung aus Flehen und Dankbarkeit erhoben. Im Hintergrund erkennt man Jesus Christus, der die Szene beobachtet, direkt vor ihm eine Person mit Bart und roter Kopfbedeckung in vornehmem Gewand. Bemerkenswerter Weise steht Jesus Christus nicht hinter einem Notleidenden, sondern hinter dem Barmherzigen. Unter dem Gemälde befindet sich eine Texttafel, die die Szene eindeutig erklärt: „· Matthæi · 25 · cap: / Ich bin hvngerich gewesen / vnd ihr habt mich gespeiset“.

Tränkung der Durstigen

An der Brüstung des sogenannten Standes VI der Celler Schlosskapelle sind die sieben Werke der Barmherzigkeit dargestellt. Die Malereien stammen wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das zweite Bild von links zeigt die Tränkung der Durstigen.[107] Diese sind arm, verkrüppelt, Mütter und Kinder. Sie eilen von rechts heran und halten ihre Trinkschalen den Spendern entgegen. Einem Krüppel wird ein Krug direkt an die Lippen angesetzt. Die Gruppe der Spender besteht aus zwei Frauen und zwei Männern – einer von ihnen ist Jesus Christus, der links am Rande steht, etwas neben einem vornehm gekleideten Mann, der gerade einem Bedürftigen hilft. Er steht bemerkenswerterweise neben dem Spender, nicht dem Empfänger der barmherzigen Tat. Unter dem Gemälde befindet sich eine Texttafel, die die Szene eindeutig bestimmt: „· Matthæi · 25 · cap: / Ich bin dvrstig gewesen vnd / ihr habet mich getrencket“.

Beherbergung der Fremden

An der Brüstung des sogenannten Standes VI der Celler Schlosskapelle sind die sieben Werke der Barmherzigkeit dargestellt. Die Malereien stammen wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das dritte Gemälde von links zeigt die Beherbergung der Fremden.[107] Die Szenerie spielt im Inneren einer Architektur. Im Bildvordergrund begrüßt ein reich gekleideter Mann einen Mann und seine Frau als seine Gäste. Das Paar ist vergleichsweise arm gekleidet. Im Hintergrund rechts wird ein Krüppel in das Haus geführt. Eine Treppe mit zwei nackten Kindern leitet über zum Bildmittelgrund. Hier ist links eine weitere Personengruppe zu sehen. Zwei begrüßen sich, einige wärmen sich vor einem Kamin. In dieser Gruppe befindet sich auch Jesus Christus, direkt hinter einer vornehm gekleideten Frau, die einen Fremden begrüßt. Damit steht Jesus Christus bei einer Person, die beherbergt, nicht bei der, die beherbergt wird. In der Mitte im Bildhintergrund sind Betten mit weiteren Gästen auszumachen. Unter dem Gemälde befindet sich eine Texttafel, die die Szene eindeutig erklärt: „· Matthæi · 25 · cap: / Ich bin ein gast gewesen vnd / ihr habt mich geherberget“.

Kleidung der Nackten

An der Brüstung des sogenannten Standes VI der Celler Schlosskapelle sind die sieben Werke der Barmherzigkeit dargestellt. Die Malereien stammen wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das vierte Bild von links zeigt die Kleidung der Nackten.[108] Die Szenerie spielt vor einer Architektur, zu der sieben Stufen empor führen. Im Vordergrund nimmt der Spender Maß an einem Armen, der sich auf einen Stock stützt. Im Bildmittelgrund rechts und links sind weitere Gruppen aus Männern, Frauen und Kindern angeordnet. Links blickt Jesus Christus über eine Gruppe hinweg auf den Betrachter. Vor ihm steht eine Figur in vornehmer Kleidung. Jesus Christus steht also hinter dem Barmherzigen, nicht hinter dem Notleidenden. Im Bildhintergrund in der offenen Architektur ist eine weitere Menschengruppe, in der drei Arme von einem Reichen neue Kleidung erhalten. Unter dem Gemälde befindet sich eine Texttafel, die die Szene eindeutig erklärt: „· Matthæi · 25 · cap: / Ich bin nacket gewesen vnd / ihr habet mich bekleidet“.

Die Pflege der Kranken

An der Brüstung des sogenannten Standes VI der Celler Schlosskapelle sind die sieben Werke der Barmherzigkeit dargestellt. Die Malereien stammen wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das fünfte Bild von links zeigt die Pflege der Kranken.[109] Man blickt in einen Innenraum mit Betten und Stühlen. Im Bildvordergrund ist eine kranke Frau zusammengebrochen. Sie wird von einer Frau gestützt, während ein Mann sie zu füttern versucht. Links wird einem Kranken in einem Bett von einem vornehmen Mann im Hermelin vorgelesen. Ein weiterer Mann betet. Hinter dem Mann im Hermelin steht Jesus Christus und ist damit nicht dem Leidenden, sondern dem Barmherzigen zugeordnet. Hinter der Gruppe sitzt eine Frau mit entblößtem Oberkörper auf einem Stuhl. Sie wird gerade behandelt. Rechts steht ein weiteres Bett mit einem Kranken. Vor ihm befindet sich ein Tisch mit verschiedenen Gläsern und Bechern und Karaffen, ein Arzt blickt in eine Phiole. Der Raum ist nach hinten geöffnet, sodass man im Bildhintergrund einen weiteren Raum sieht, in dem ein Krankenlager ist, zu dem gerade zwei Menschen emporsteigen. Unter dem Gemälde befindet sich eine Texttafel, die die Szene eindeutig erklärt: „· Matthæi · 25 · cap: / Ich bin kranck gewesen vnd / ihr habt mich besvcht“.

Besuch der Gefangenen

An der Brüstung des sogenannten Standes VI der Celler Schlosskapelle sind die sieben Werke der Barmherzigkeit dargestellt. Die Malereien stammen wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das sechste, vorletzte Gemälde zeigt den Besuch der Gefangenen.[109] Man blickt in einen gewölbten Raum, den von links zwei Besucher betreten, von den Wachen begleitet. Sie werden von einem der Gefangenen begrüßt. Im Vordergrund ist ein Krummgeschlossener auf Stroh. Im Bildmittelgrund blickt der Kopf eines weiteren Gefangenen aus einem Gitter am Boden heraus. Im Mittelgrund ist eine entblößte Frau an die Wand gekettet. Links hinter ihr ist Jesus Christus zu sehen. Schräg über ihr ist ein gefolterter Mann an seinen Armen an der Decke aufgehängt. Rechts neben ihm sitzt ein Angeketteter. Im Bildhintergrund links erkennt man drei weitere Gefangene, die durch ein Gitter nach draußen blicken. Unter dem Gemälde befindet sich eine Texttafel, die die Szene eindeutig erklärt: „· Matthæi · 25 · cap: / Ich bin gefangen gewesen vnd / ihr seidt zv mir gekommen“.

Die Bestattung der Toten

An der Brüstung des sogenannten Standes VI der Celler Schlosskapelle sind die sieben Werke der Barmherzigkeit dargestellt. Die Malereien stammen wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Das Gemälde zeigt die Bestattung der Toten. Als letztes Bild der Serie ist es nicht an der Nordseite gegen den Gemeinderaum angebracht, sondern an der Westseite neben dem Aufgang zur Empore.[110] Im Bildvordergrund heben zwei Männer einen in ein Leichentuch gehüllten Toten in eine frisch ausgehobene Grube. Die Schaufeln liegen daneben. Eine trauernde Menschenmenge wohnt der Handlung bei. An zentraler Stelle ist Jesus Christus unter ihnen, den Blick zum Himmel gerichtet. Da dieses Beispiel der Nächstenliebe nicht in der Bibel steht, bleibt die Tafel für den Text unter dem Gemälde frei.

Das Gemeindegestühl (sog. Stand VII)

Im westlichen Joch der Celler Schlosskapelle steht das Gemeindegestühl.[111] Gegen den Altar ist es mit einer Reihe von Gemälden geziert. Sie stammen wohl von Marten de Vos d. Ä. selbst sowie von einem seiner Gehilfen, für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Die Brüstung ist mit ionischen Halbsäulen gegliedert. Zwischen diesen sind im Wechsel alttestamentliche Figuren und visionäre Darstellungen angebracht. Zu allen Gemälden gehören Texterläuterungen. Von links nach rechts sieht man Adam, die Berufungsvision des Propheten Jesaja, Henoch, das Lamm mit Buchs mit den sieben Siegeln sowie die 24 Ältesten, Noah, Himmel und Hölle sowie am Schluss der Folge Abraham, der Isaak bindet. Die Personen sind im schmalen Hochformat, die Visionen in annähernd quadratischem Format geschaffen. Die dargestellten Personen Adam, Henoch, Noah und Abraham stehen zudem allesamt für den Beginn von Gottes Heilstaten und haben den Glauben erfahren. Sie wurden auch allesamt als Vorbilder für Jesus Christus verstanden, auf den sie voraus weisen. Adam stirbt für seine Sünden. Henoch wird durch den Glauben entrückt, damit er den Tod nicht sieht. Noah glaubt an Gott und wird durch den Glauben errettet. Abraham ist im Glauben gehorsam und wird berufen, in ein Land zu ziehen, das er erben soll. Er ist bereit, seinen eigenen und einzigen Sohn zu opfern. Die Opferung Isaaks wurde als Hinweis auf den Opfertod Christi verstanden und steht daher am Ende der Reihe. Denn es geht in diesem Zyklus um das Ende der Welt und um die Erlösung von Gott. Dargestellt ist dabei der Anfang (Adam) und das Ende (Himmel und Hölle) der Heilsgeschichte. Durch einen Menschen (Adam) ist der Tod gekommen, durch einen Menschen (Jesus Christus) erfolgt die Auferstehung. Die visionären Darstellungen werden durch die beigegebenen Texte miteinander verknüpft. Es handelt sich jeweils um direkte Rede und es werden Aussagen über Gott getroffen. Jesajas Vision passt gut in den Zusammenhang der Apokalypse, denn er hatte bereits eine Vision vom geopferten Lamm. Diese Bilder sind nicht auf die Gemeinde im Gestühl zu beziehen, sondern auf den Prediger. Er sieht sie, wenn er vor dem Altar steht, auf der Kanzelpredigt oder im Stand II sitzt.

Adam

An der Brüstung des Gemeindegestühls der Celler Schlosskapelle befindet sich eine Darstellung des Adam.[112] Die Malerei stammt wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos d. Ä., für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Adam steht in einer Nische und wirft gemäß den Lichtverhältnissen vor Ort seinen Schatten nach rechts. Er hat seine Blöße mit einem Fell bedeckt. In seiner Rechten hält er einen Apfel, seine Linke hat er auf das Herz gelegt. Er blickt nach links und damit auf das nächste Gemälde an der Brüstung. Unter dem Gemälde steht der Schriftzug „Adam“. Die Figur des Adam ist im Zusammenhang mit den übrigen Darstellungen an der Brüstung zu erklären. Adam stirbt für seine Sünden. Der nächste Dargestellte – Henoch – wird durch den Glauben entrückt, damit er den Tod nicht sieht. Der dann folgende Noah glaubt auch an Gott und wird durch den Glauben errettet. Der letzte der Dargestellten – Abraham – ist durch den Glauben gehorsam und berufen, in ein Land zu ziehen, das er erben soll und ist bereit, seinen Sohn zu opfern. Da die Opferung Isaaks als Hinweis auf den Opfertod Christi verstanden wurde, ist so die gesamte Geschichte vom ersten Menschen und Sünder Adam über die Gläubigen des Alten Testaments klar auf den Erlösertod Jesu Christi ausgerichtet.

Das Gemälde wurde nicht auf eine Einzeltafel gemalt, sondern auf die Konstruktion des Gemeindegestühls, und zwar in den bereits aufgebrachten Rahmen.[52]

Die Berufungsvision Jesajas

An der Brüstung des Gemeindegestühls in der Celler Schlosskapelle befinden sich drei Darstellungen von Marten de Vos d. Ä., die biblische Visionen zeigen und in Zusammenhang mit der Apokalypse gesehen werden können. Das erste Gemälde zeigt die Berufungsvision Jesajas.[113] Links im Bildvordergrund sieht man Jesaja, der zu Gottvater blickt, der in Wolken allein auf seinem Thron in der Bildmitte sitzt und eine Bibel in der Hand hält. Der Thron steht direkt auf dem Tempel. Gott ist von sieben Engeln umgegeben. Es soll sich um Seraphim handeln, doch haben sie keine sechs, sondern nur vier Flügel. Unter dem Gemälde ist ein erklärendes Textfeld angebracht: „Ein seraphim rieff zvm andern / vnd sprach: Heilig, heilig: heilig: / ist der herre zebaoth: alle / landt sind seiner ehren vol“. Zwischen Bild und Textfeld steht der Nachweis: „Esaiæ · 6 ·“. Im Zusammenhang mit einer lutherischen Kirchenausstattung erscheint es bemerkenswert, dass Gott keine Weltkugel, sondern eine Bibel in der Hand hält. Jesaja sieht die Herrlichkeit Gottes. Er weist gemäß Luther nachdrücklich auf die Ankunft von Jesus Christus hin.

Henoch

An der Brüstung des Gemeindegestühls der Celler Schlosskapelle befindet sich eine Darstellung des Henoch.[114] Sie stammt wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos d. Ä., für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Henoch steht in einer Nische und wirft den realen Lichtverhältnissen gemäß seinen Schatten nach rechts. Henoch schaut nach rechts auf das Bild links von ihm mit der Berufungsvision des Jesaja. Seine rechte Hand hat er erhoben und weist zusätzlich auf das Gemälde bzw. auf Gott hin. Unter der Nische steht der Schriftzug „Henoch“. Henoch wurde als Frommer in den Himmel entrückt, damit er den Tod nicht sehe. Die Figur des Henoch ist in Zusammenhang mit den übrigen Darstellungen an der Brüstung zu erklären. Als erste wird Adam gezeigt. Er starb für seine Sünden. Auf Henoch folgt Noah, der auch an Gott glaubt und durch seinen Glauben errettet wurde. Der letzte der Dargestellten, Abraham, ist durch den Glauben gehorsam und berufen, in ein Land zu ziehen, das er erben soll und ist bereit, seinen Sohn zu opfern. Da die Opferung Isaaks als Hinweis auf den Opfertod Christi verstanden wurde, ist so die gesamte Geschichte vom ersten Menschen und Sünder Adam über die Gläubigen des Alten Testaments klar auf den Erlösertod Jesu Christi ausgerichtet.

Das Gemälde wurde nicht auf eine Einzeltafel gemalt, sondern auf die Konstruktion des Gemeindegestühls, und zwar in den bereits aufgebrachten Rahmen.[52]

Das apokalyptische Lamm und die 24 Ältesten

An der Brüstung des Gemeindegestühls in der Celler Schlosskapelle befinden sich drei Darstellungen von Marten de Vos d. Ä., die biblische Visionen zeigen und in Zusammenhang mit der Apokalypse gesehen werden können. Das mittlere Gemälde zeigt Gottvater auf dem Thron mit Sohn als Lamm und dem geöffneten Buch mit den sieben Siegeln auf seinem Schoß.[115] Um ihn herum sind die sieben Fackeln und die vier himmlischen Wesen aus der Apokalypse angeordnet, alle in einer Aureole eingeschlossen. Im Halbkreis um die Aureole herum erblickt man die 24 Ältesten (von denen nur 22 zu sehen sind) auf den Wolken sowie den Seher Johannes ganz im Vordergrund. Er ist durch seine Gewandfarbe hervorgehoben. Sie alle sind auf die Knie gefallen. Unter dem Bild befindet sich eine Texttafel: „Die eltesten worffe ire kronen fvr den / stvel vnd sprachen Herre dv bist / wirdigk zv nhemen preiss vnd ehre vnd / krafft' dan dv hast alle dingk geschaffen vnd / von deinem willen haben sie das wesen“. Zwischen Texttafel und Gemälde steht der Nachweis: „Apoc: 4“.

Noah

An der Brüstung des Gemeindegestühls der Celler Schlosskapelle befindet sich eine Darstellung des Noah.[116] Die Malerei stammt wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos d. Ä., für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Noah steht in einer Nische. Der Schatten fällt gemäß den realen Gegebenheiten nach rechts. Noah hält mit beiden Händen ein Modell der Arche und ist nach links gewandt, also zum Gemälde rechts von ihm. Unter der Nische steht geschrieben „Noah“. Noah glaubte an Gott und wurde durch den Glauben errettet. Die Figur des Noah ist im Zusammenhang mit den übrigen Darstellungen an der Brüstung zu erklären. Als erste wird Adam gezeigt. Er starb für seine Sünden. Dann folgt Henoch, der durch den Glauben entrückt wurde, damit er den Tod nicht sehe. Als letzter in der Reihe folgt Abraham. Er ist durch den Glauben gehorsam und berufen, in ein Land zu ziehen, das er erben soll und ist bereit, seinen Sohn zu opfern. Da die Opferung Isaaks als Hinweis auf den Opfertod Christi verstanden wurde, ist so die gesamte Geschichte vom ersten Menschen und Sünder Adam über die Gläubigen des Alten Testaments klar auf den Erlösertod Jesu Christi ausgerichtet.

Das Gemälde wurde nicht auf eine Einzeltafel gemalt, sondern auf die Konstruktion des Gemeindegestühls, und zwar in den bereits aufgebrachten Rahmen.[52]

Himmel und Hölle

An der Brüstung des Gemeindegestühls in der Celler Schlosskapelle befinden sich drei Darstellungen von Marten de Vos d. Ä., die biblische Visionen zeigen und in Zusammenhang mit der Apokalypse gesehen werden können. Das letzte Bild der Reihe zeigt Himmel und Hölle.[117] Im oberen Drittel wird die Trinität sichtbar gemacht. Rechts sitzt Gottvater mit der Weltenkugel in der Hand, links sein Sohn mit wallendem, rotem Mantel und über beiden schwebt die Taube des Heiligen Geistes. Sie sind umgeben von unzähligen gesegneten Seelen in Wolken, die sich bis über die Bildmitte hinabziehen und die Dreifaltigkeit anbeten. Im unteren Bilddrittel befindet sich die rotflammende Hölle mit den verdammten Seelen. Es handelt sich nicht um das Weltengericht, sondern den Zustand nach dem Gericht. Unter dem Gemälde ist eine Texttafel angebracht: „Als dan werden die godtlosen vtereinander re- / den mit rewe vnd fvr angst des geistes sevfft- / zen Das ist der, welchen wir etwa fvr ein spot / hatten vnd fvr ein honisch beispieil wir narren / hielten sein leben fvr vnsinnig vnd sein ende / fvr ein schande, wie ist ehr nhv getzelet / vnter die kinder gottes · Sapientiæ · V“. Im Gegensatz zu den anderen beiden Visionsdarstellungen an der Brüstung gibt es hier keinen Nachweis zwischen Bild- und Texttafel. Im lutherischen Sinne ist die Aussage wichtig, dass nicht das Gebaren vor Gott zählt, sondern der rechte Glaube, auch wenn dieser in der Welt Hohn und Spott hervorruft.

Abraham bindet Isaak

An der Brüstung des Gemeindegestühls der Celler Schlosskapelle befindet sich eine Darstellung des Abraham.[116] Die Malerei stammt wohl von einem Gehilfen des Marten de Vos d. Ä., für den der Notname „Brüstungsmeister“ gewählt wurde, da von ihm nahezu alle Brüstungen in der Celler Schlosskapelle stammen. Abraham steht in einer Nische und wirft gemäß den Lichtverhältnissen vor Ort seinen Schatten nach rechts. Er ist gerade im Begriff, seinen Sohn Isaak zu opfern. Er wendet seinen Kopf nach hinten links, wo gerade der Engel Gottes erscheint und ihn von der Opferung abhält. Rechts unten neben dem kauernden Isaak ist auch bereits der Widder vorhanden. Unter der Nische findet sich der Schriftzug „Abraham“. Abraham ist durch den Glauben gehorsam und berufen, in ein Land zu ziehen, das er erben soll. Die Figur des Abraham ist im Zusammenhang mit den übrigen Darstellungen an der Brüstung zu erklären. Als erstes wird Adam gezeigt. Er starb für seine Sünden. Dann folgt Henoch, der durch den Glauben entrückt wurde, damit er den Tod nicht sehe. Noah glaubte auch an Gott und wurde durch den Glauben errettet. Da die Opferung Isaaks als Hinweis auf den Opfertod Christi verstanden wurde, ist so die gesamte Geschichte vom ersten Menschen und Sünder Adam über die Gläubigen des Alten Testaments klar auf den Erlösertod Jesu Christi ausgerichtet.

Das Gemälde wurde nicht auf eine Einzeltafel gemalt, sondern auf die Konstruktion des Gemeindegestühls, und zwar in den bereits aufgebrachten Rahmen.[52]

Stand VIII in der Celler Schlosskapelle

Der sogenannte Stand VIII in der Celler Schlosskapelle steht direkt neben dem Ausgang.[118] Hier sind keine Sitzmöglichkeiten, sondern lediglich drei Gemälde vorhanden, die man beim Verlassen der Kapelle ansah. Die Gemälde sind der Standhaftigkeit der Kirche bzw. des Gläubigen gegenüber der Versuchung gewidmet. Eine dorische Säulenarchitektur rahmt das allegorische Hauptgemälde: Die Standhaftigkeit der Christlichen Kirche. Im abschließenden Segmentgiebel wird die Versuchung Christi gezeigt. Die Postamente der Säulen sowie das Feld zwischen ihnen nehmen Putten mit bezwungenen Höllenwesen auf. Im 19. Jahrhundert war der Stand durch eine Brüstung geschützt.

Die Versuchung Christi

Das Gemälde im Segmentgiebel des sogenannten Standes VIII der Celler Schlosskapelle zeigt die Versuchung Christi. Es stammt von einem unbekannten Meister – eventuelle einem Gesellen von Marten de Vos d. Ä.[119] Der Teufel erscheint Jesus Christus in Gestalt eines Dominikanermönches und verlangt von ihm, einen Stein in Brot zu verwandeln. Den Teufel als Ordensgeistlichen darzustellen, war in der Reformation weit verbreitet. Es handelt sich um die einzige eindeutige Aussage gegen den Katholizismus in der Celler Schlosskapelle. Zweite vermutet bei der Darstellung eine Anregung durch einen Holzschnitt von Hans Brosamer für Luthers Katechismus.[120]

Sockel von Stand VIII in der Celler Schlosskapelle

Das Mittelfeld des Sockels von Stand VIII in der Celler Schlosskapelle wird von Ranken- und Rollwerk über einem Grasboden bestimmt. Rechts und links der annähernd symmetrischen Darstellung eilt jeweils ein Puttenpaar vor einem Hund spielerisch in Richtung Bildmitte. Die Bildmitte selbst wird von einer Art Rollwerk eingenommen, das die Form eines Kreuzes hat. Zu beiden Seiten wird es von bocksbeinigen Fabelwesen flankiert.[121]

Linkes Postament des Sockels von Stand VIII

Auf dem linken Postament des Sockels von Stand VIII der Celler Schlosskapelle sieht man einen Putto, der dabei ist, ein Fabelwesen mit Fischleib und Monstergesicht zu bezwingen. Er hat ihm bereits Zügel angelegt, schwingt eine Geißel und reitet ihn. Es handelt sich wohl um eine gefangene Teufelsgestalt.[121] Die Figur ist im Zusammenhang mit dem Hauptgemälde des Standes zu sehen: Der Standhaftigkeit der christlichen Kirche.

Rechtes Postament des Sockels von Stand VIII

Auf dem rechten Postament des Sockels von Stand VIII der Celler Schlosskapelle sieht man einen Putto, der dabei ist, ein Fabelwesen mit Fischleib und Monstergesicht zu bezwingen. Er hat ihm bereits Zügel angelegt, schwingt eine Geißel und reitet ihn. Es handelt sich wohl um eine gefangene Teufelsgestalt.[121] Die Figur ist im Zusammenhang mit dem Hauptgemälde des Standes zu sehen: Der Standhaftigkeit der christlichen Kirche.

Die Standhaftigkeit der christlichen Kirche

An der Rückwand von Stand VIII in der Celler Schlosskapelle befindet sich ein großes Wandgemälde von Marten de Vos d. Ä., welches die Standhaftigkeit der christlichen Kirche zum Inhalt hat.[122] Der Stand verfügt über keine Sitzmöglichkeit, sondern ist einzig dafür geschaffen, dieses Bild zu präsentieren, damit es die Gottesdienstbesucher beim Verlassen der Kapelle betrachten können. Im Gemälde sind zahlreiche und lange Texte zur Erklärung der Figuren beigegeben. Sofern diese nicht auf eigenen gemalten Tafeln in schwarz geschrieben sind, erscheinen sie in goldener Schrift in Freiräumen zwischen den Personen.

Im Mittelpunkt der Darstellung steht eine graugewandete Frauenfigur, die die Christliche Kirche vorstellt, wie ein goldener Schriftzug über ihrem Haupt offenbart: „Die christliche kirch“. Sie steht hinter einem altarartigen Tisch. In ihrer linken Hand hält sie ein Kruzifix und stützt sich auf ein Schild. In ihrer Rechten hält sie die Bibel. Vor ihrem Herzen fliegt die Taube des Heiligen Geistes. Sie blickt den Betrachter an. Auf der Bibel steht in goldenen Lettern: „Die heil: / ge schrift“ auf dem Schild in ebenfalls goldener Schrift: „Ephe: VI ·/ Vor allen / dingen aber er / greiffet den / schilt des ge- / lavbens mit wel- / chen ir avsleschen / kvnd, alle few- / rige pfeile des / boswichts“. Die Christliche Kirche ist demnach mit der Heiligen Schrift und dem rechten Glauben gewappnet. Vor der Christlichen Kirche liegt ein aufgeschlagenes Buch auf dem Altar, hinter dem die Frau steht. Auf der linken Buchseite steht geschrieben: „Vnser lieber herr ·/ christvs sagt: So ihr / bleiben werdet · an / meiner rede · so seid / ir · meine rechte ivn- / ger · vnd werdet die / warheit erkennen vnd / die warheit wird evch / frei · machen · Iohan · 8“. Und auf der rechten Seite liest man: „Dein wort ist / meines fvses levc- / hte, vnd ein licht / vff meinem wege ·/ Psalmo · 119“.

Die Christliche Kirche wird von verschiedenen Seiten bedrängt. Die Versuchung erfolgt durch ganz unterschiedliche Personen und nicht immer ist die Bedrohung sofort zu erkennen. Ganz offensichtlich ist die Anfechtung durch den schwertbewehrten Teufel rechts. In seiner Linken hält er eine brennende Fackel. In seiner linken Armbeuge erkennt man Folterwerkzeuge. In seiner Rechten hält er ein Schwert, mit dem er die Christliche Kirche bedroht. Über Teufel und Fackel steht geschrieben: „Wehe denen die avf erden wonen, vnd avf dem / meer, denn der tevffel kompt zv evch hi- / nab vnd hat einen grossen zorn, vnd weis / das er wenig zeit hat, Apoca · 12“. Nicht so leicht zu durchschauen wie der Teufel ist die Gestalt rechts im Vordergrund. Sie erscheint im weißen Gewand mit Flügeln wie ein Engel. Erst der Blick auf den Unterleib der Figur offenbart ihr teuflisches Wesen. Man erkennt einen Teufelsschwanz, Federn und Schuppen sowie Fell. Sie präsentiert der Christlichen Kirche ein Buch mit einem Text, der die Überschrift „Interim “ trägt. Des Weiteren liest man „Denn solche falsche / apostel vnd trvegliche / arbeiter verstellen / sich in christvs apos- /tel, vnd das ist avch / kein wvnder, dann / er selbst der satan / verstellet sich in / einen engel des / lichtes darvmb / ist es nicht ein / grosses ob sich / avch seine diener / verstellen als / prediger der ge- / rechtigkeit welc- / her ende sein wer- / dt nach iren werc- / ken · 2 · Cor: 11. / Dvrch svsse wor - / dt, vnd prechtige / rede, verfveren / sie die vnschvl- / digen hertzen / Rom· 16“. Mit dem Engel des Lichtes ist Luzifer gemeint, der ja vor seinem Sturz der Lichtträger war. Schwieriger ist eine Bestimmung des Begriffs „Interim“. Interim bedeutet Zwischenlösung. Mit dem Begriff des Interims können auf dem Gemälde vor allem zwei Dinge gemeint sein: Zuerst ist hier an das von Kaiser Karl V. oktroyierte Augsburger Interim zu denken, das den Protestanten nach 1548 aufgezwungen werden sollte, von ihnen aber abgelehnt wurde und sich nicht durchsetzen konnte. Erst der Augsburger Religionsfrieden von 1555 schuf Sicherheit. Es war damit ab 1555 nicht mehr von Bedeutung und daher ist es unwahrscheinlich, dass das Celler Gemälde rund 10 Jahre später Bezug auf dieses Interim nimmt. Es könnten aber auch die Leipziger Artikel von 1555 gemeint sein, die polemisch als Interim bezeichnet wurden und die zwischen Augsburger Interim und lutherischer Lehre einen Kompromiss suchten und in Celle ebenfalls abgelehnt wurden. Beide stellten eine große Gefahr für die junge Lutherische Landeskirche im Celler Herzogtum dar. Erst 1577 fanden die Streitigkeiten innerhalb der Lutheraner ein Ende. Sie sind damit ebenfalls nicht mehr als aktuelle Bedrohung der Christlichen Kirchen anzusehen. Mit Interim kann aber auch ganz allgemein eine Zwischenlösung gemeint sein, die im Gegensatz zur wahren Lehre abgelehnt wird, wie Bock dargelegt hat. Diese allgemeingültige Aussage ist sehr wahrscheinlich.

Von der linken Seite her versucht eine schöne Frau, die Christliche Kirche durch weltlichen Reichtum zu verführen. Sie ist modisch frisiert mit Perlen im Haar, trägt ein rotes Gewand und einen gläsernen Reichsapfel auf dem Haupt. Sie reicht der Christlichen Kirche mit der Linken einen Teller mit Früchten, in der Rechten bietet sie ihr ein Trinkglas an. Vor ihr stehen eine Truhe, übervoll mit Geschmeiden und ein praller Geldsack. Vor dem geöffneten Deckel der Truhe steht in goldenen Lettern geschrieben: „Alle reich der welt vnd ire / herlicheit wil ich dir geben, so / dv niederfellest, vnd mich anbetest / Matt: 4“. Dies sind die Worte, mit denen der Teufel Jesus Christus versuchte. Hier könnte ein Bezug zum damals finanziell sehr in Schwierigkeiten befindlichen Celler Herzogtum zu sehen sein, doch ist diese Interpretation im Gesamtkontext des Gemäldes unwahrscheinlich, zumal der Herzog diese Gemälde gar nicht zu sehen bekam. Es geht hier lediglich ganz allgemein um die Versuchung durch weltliche Güter. Die wahren Folgen weltlichen Reichtums verdeutlicht die Gestalt des Todes, die als Knochenmann hinter der Versuchung steht und die Christliche Kirche mit einer Lanze bedroht. Zwischen dem Kopf der Versuchung und dem der Christlichen Kirche ist vor einen dunklen Wolkenhintergrund ein Vers in goldener Schrift angegeben: „Alles was in der welt ist, nem- / lich, des fleisches lvst, vnd der / avgen lvst, vnd hoffertiges leben, / ist nicht vom vater sondern von / der welt, vnd die welt vorgehet / mit irer lvst Iohan: 2“. Die Christliche Kirche lehnt jedoch Luxus und Macht ab – es sind ja nur vergängliche Werte, was neben dem Text der leicht zerbrechliche Reichsapfel aus Glas verdeutlicht. Die Christliche Kirche beachtet das Interim nicht und auch der Teufel vermag sie nicht zu erreichen. So erlangte sie den wahren Siegeskranz und damit das ewige Leben. Dieses wird veranschaulicht durch einen Engel, der aus einer Glorie mit dem hebräischen Gottesnamen „היחד“ hervorkommt. Über das Haupt der Christlichen Kirche hält er in seiner rechten Hand den Siegeskranz, in der linken trägt er einen Palmwedel.

An der Vorderseite des Altars wendet sich eine weiße Tafel mit drei schwarzen Inschriften an den Betrachter und erklärt das Gemälde: „Mein kindt wiltv gottes diener sein so / schicke dich zvr anfechtvng, halt an, / leide dich vnd wancke nicht wan man dich / davon locket · Sirach · 2“ „Vns ist angst aber wir vertzagen nicht / wir leiden vorfolgvng, aber wir werden / nicht vorlassen · 2 Cor: 4“ „Der gerechte mvs viel leiden, aber / der herre hilffet ime avs dem / allen · Psalm; 34“. Der Betrachter wird aufgefordert, im Glauben standhaft zu sein, trotz aller Anfechtungen. Er kann dabei auf die Unterstützung Gottes bauen. Zu dieser Interpretation passt das formale Gegenstück in der Kapelle an der Südwand. Dort hängt ein Gemälde des Christus Salvator an der Südwand, fast direkt gegenüber. Auch eine Texttafel unter dem Gemälde weist in diese Richtung: „Vnser herr christvs spricht, Denn meine schafe horen meine stimme, vnd ich kenne / sie vnd volgen mir, vnd ich gebe inen das ewige leben, vnd sie werden nim- / mermher vmbkommen vnd niemandt wirdt sie avs meiner handt reissen, der / vater der sie mir gegeben hat, ist grosser, denn alles, vnd niemandt / kan sie avs meines vaters hand reissen, ich vnd der vater / sind eines · ~ Iohannis · 10“. Der Gläubige ist bereits erlöst. Anfechtungen können ihm nichts anhaben, denn Gott wacht über ihn und schützt ihn vor der Versuchung.

Der Aufbau des Gemäldes ist einfach und statisch, die Figuren wirken trotz hoher Qualität und nuancenreicher Farbgebung starr und unbeweglich. Die Komposition ist auf das Wort abgestimmt. Es gibt kein Gemälde in der Kapelle, das textlastiger wäre. Und die Schrift wird nicht nur in Kartuschen und auf Bändern präsentiert, sondern ist direkt in das Gemälde gemalt. Ist diese Umsetzung im Ölbild bei Marten de Vos auch einzigartig, so gibt es doch kleine Zeichnungen und auch Stiche nach seinen Entwürfen mit diesem Inhalt. Durch Stiche fand diese Darstellung Verbreitung.[123]

Salvator Mundi (IX)

An der Südwand der Celler Schlosskapelle über dem Aufgang zur Ostempore ist ein großes Gemälde von Marten de Vos d. Ä. aufgehängt, das Jesus Christus als Salvator Mundi zeigt und wohl von 1572 stammt.[124] Das Gemälde wird in einem Rahmen zusammen mit einem Text unter dem Bild präsentiert. Über dem Rahmen befindet sich ein weiteres Textfeld, auf dem ein Dreiecksgiebel ruht. Es zeigt ein Gemälde mit dem hebräischen Gottesnamen „יהוה‎“. Unter dem Rahmen ist eine Rollwerkkartusche angebracht, die einen Text aufnimmt. Der rotgewandete Salvator steht in der Mitte des Bildes vor einer schwarzen Nische, die von Marmorpfeilern begleitet wird. Die Nische selbst ist jedoch durch einen grünen Vorhang mit Goldstickerei verhängt. Er schreitet dem Betrachter auf einer konvexen Stufe entgegen und blickt auf ihn herab. Die rechte Hand hat er zum Segensgestus erhoben, in der linken Hand trägt er die Weltkugel mit Kreuz. In der gläsernen Kugel ist eine Weltlandschaft zu sehen. Die Figur zeichnet sich durch große Leichtigkeit aus. Die Falten des roten Gewandes sind deutlich herausgearbeitet. Der zum Gemälde gehörende Text im Rahmen lautet: „Ich will evch heben tragen vnd retten. Ia kann avch / ein mvtter ihres kindes vergessen das sie sich nicht / erbarme vber den sohn ihres leibs.~ vnd so sie desselben / vergessen wvrde so will ich doch deiner nicht verges- / sen. sihe in die hande hab ich dich gezeichenet. Ich bin / bei evch alle tag. bis an der welt ende: Esaiæ 49 capittel:“. Zwischen Gemälde und Dreiecksgiebel seht geschrieben: „Komet zv mir alle die ihr mvheselig vnd beladenn / seid. ich wil evch erqvickenn: ~ Matthæi 11 ·“. In der Kartusche unter dem Gemälde findet sich der Text: „Barmhertzig vnd gnedig ist der herr / gedvltig vnd grosser gvte, ehr wirdt / nicht immer hadern, noch ewiglich zorn / halten, ehr handelt nicht mit vns nach vnsern / svnden, vnd vergilt vns nicht nach vnser / missethat den so hoch der himmel vber / der erden ist, lesset ehr seine gnade walten / vber die so ihn fvrchten, so ferne der mor- / gen ist vom abendt, lesset ehr vnser vber- / trettvng von vns sein, wie sich ein vater / vber kinder erbarmet so erbarmet / sich der herre vber die so ihn fvrchten“. Und unter dem Text steht der Nachweis“· Psalmo · 103 ·“. Die Texte aus Altem und Neuem Testament lassen keinen Zweifel an der Aussage des Gemäldes: Jesus Christus wird die Gläubigen erretten, er ist gnädig und wird sich ihrer erbarmen. Hierfür steht der Heilandsruf aus Matthäus 11,28: Nur bei Jesus Christus sei das Heil zu finden.

Der Salvator ist sozusagen das Gegenstück zum Gemälde der Versuchung der Christlichen Kirche am Ausgang der Kapelle. So wird der Besucher beim Betreten der Kapelle gleich mit der Botschaft der Erlösung konfrontiert. Die Warnung vor der Versuchung beim Verlassen des Gotteshauses ist daher keine Drohung, denn in der Not kann man sich auf Gott verlassen.

Durch Stilvergleiche hat Zweite das Gemälde zwischen die Jahre 1570 und 1574 datiert. Es ist damit wohl das letzte Gemälde, das de Vos für die Celler Schlosskapelle schuf.[125]

Die Nordempore in der Celler Schlosskapelle

An der Nordseite der Celler Schlosskapelle befindet sich die Empore mit dem Herrschaftsstand. Er wird von zwei Ständen gerahmt, von denen der östliche eine Schrankorgel aufnimmt und durch eine Tür vom Stand des Herzogs getrennt ist. Der Westliche ist zum Herrschaftsstand offen. Alle Stände werden von Westen erschlossen und man muss jeweils einen Stand durchqueren, um zum nächsten zu gelangen. Ehemals war die Nordempore von der Westempore durch eine hölzerne Wand mit eingebauter Tür getrennt.[126] Ferner konnte dieser Teil der Empore durch einen eigenen Eingang an der Nordseite erreicht werden, sodass der Herzog nicht die Treppe zur Empore hinaufsteigen musste. Von wann die ehemalige Trennwand stammt, ist unbekannt; das Gemälde auf der Innenseite der Tür (die sich erhalten hat) stammt jedenfalls aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es zeigt die Personifikation der Frömmigkeit – die betende Pietas.

Stand X in der Celler Schlosskapelle

Der sogenannte Stand X in der Celler Schlosskapelle befindet sich auf der Nordempore. Er ist dem Herrschaftsstand vorgeschaltet und muss durchschritten werden, um in den Herrschaftsstand zu gelangen. Seine Brüstung zieren plastische musizierende Engel, die im Wechsel mit plastischen Aposteln stehen. Dieser Fries zieht sich über die gesamte Brüstung der Empore und ist nicht spezifisch für Stand X. Gegen den Gemeinderaum ist er mit drei Paar Butzenscheiben verschlossen, die sich öffnen lassen. Der obere Abschluss zeigt Medaillons. Diese Gestaltung weist auch der unmittelbar angrenzende Stand XI auf – der Herrschaftsstand.

Die Rückwand des Standes nimmt zwei Gemälde auf, die die Sintflut zum Thema haben.[127] Das Hauptgemälde wird von korinthischen Pilastern gerahmt. Es zeigt die Abfahrt der Arche sowie die verzweifelten, klagenden Menschen. Der abschließende Segmentgiebel rahmt ein weiteres Gemälde, das den Einzug der Tiere in die Arche beinhaltet. Doch ist die Errettung der Gläubigen nicht nur das Thema der Darstellung im Segmentgiebel, sondern auch des Hauptgemäldes. Ein Mann vorne rechts blickt den Betrachter direkt an und verweist mit ausgestrecktem Arm auf die Arche – also auf die Erretteten. Der Mann ist nicht Bestandteil der biblischen Erzählung, denn er trägt ein zeitgenössisches Gewand aus dem dritten Viertel des 16. Jahrhundert. Es handelt sich vermutlich um ein Selbstporträt von Marten de Vos d. Ä.

Auf seinem Weg in den Herrschaftsstand und auch wieder beim Verlassen nahm der Herzog das Gemälde zwangsläufig wahr. Es hat eine doppelte Botschaft: Zum einen mahnt es den Fürsten, beim wahren Glauben zu bleiben, um nicht unterzugehen. Zugleich versichert es ihm aber auch, dass der wahre Gläubige überlebt. Über dem Eingang zum Herrschaftsstand steht in einer Kartusche geschrieben: „Dar ist ein godt vnd vater vnser| alle der dar ist vber evch alle vnd| dvrch evch alle vnd in evch alle“. Oben auf dem Rahmen wird die Bibelstelle nachgewiesen: „Ephes. · 4 ~“.[128]

Einzug der Tiere in die Arche

Im Segmentgiebel der Rückwand von Stand X in der Celler Schlosskapelle ist ein Gemälde angebracht, das den Einzug der Tiere in die Arche Noah zeigt.[129] Rechts im Bildmittelgrund steht die Arche. Von allen Seiten strömen friedlich Tierpaare herbei, um über eine Rampe auf das Schiff zu gelangen. Neben einheimischen Tieren erkennt man auch Löwen und Strauße sowie ein Paar Einhörner. Links im Bildvordergrund kniet Noah und dankt Gott, der am Himmel in einer Lichtaureole zu sehen ist. Die Darstellung folgt gemäß Zweite einem Holzschnitt Bernhard Salomons.[130] Direkt am Gemälde gibt es keinen erklärenden Bibelvers (was bei nahezu allen Gemälden in Giebelfeldern der Fall ist), jedoch erläutern die Texte um das große Hauptbild auch die Darstellung im Segmentgiebel.

Die Abfahrt der Arche

Das Hauptgemälde vom Stand X in der Celler Schlosskapelle zeigt die Abfahrt der Arche. Es stammt von Marten de Vos d. Ä.[131] Die Menschen sind im Bildvorder- und Bildmittelgrund halbkreisförmig um die große Arche angeordnet, die im Bildmittelgrund gerade davonfährt. Im Hintergrund erkennt man eine Stadt, eine Burg sowie ein Gebirge. Menschen, Reiter und Tiere versuchen, sich aus den ansteigenden Fluten zu retten. Viele der an Land befindlichen Menschen haben flehend bzw. klagend ihre Arme erhoben oder sind in Verzweiflung versunken, andere verweisen auf die Arche. Auffallend ist ein Mann, der den Betrachter direkt anblickt. Er hat kein alttestamentliches Gewand wie alle übrigen Figuren, sondern ein zeitgenössisches aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein Selbstporträt von Marten de Vos. Er wirkt auch nicht verzweifelt, sondern vielmehr ernst. Mit ausgestrecktem rechten Arm verweist er den Betrachter des Bildes auf die Arche. Damit wird deutlich, dass es in diesem Gemälde nicht um die Bestrafung der sündigen Menschheit geht, sondern um die Errettung des gläubigen Noah und seiner Familie. Die Arche ist das Symbol der gereinigten Welt, die Sintflut ein positives Ereignis. Dem entspricht auch die insgesamt freundliche Stimmung des Gemäldes, evoziert durch die bunten Farben der Kleider, den sonnigen Horizont trotz dunkler Wolken und das Selbstporträt des Künstlers.

Über und unter dem Gemälde sind zahlreiche Bibelzitate hinzugefügt. Über dem Gemälde steht geschrieben: „Der herr sitzt eine sindflvt anzvrichten vnd der / herr bleibet ein konig in ewigkfit · Psalmo 29 · ~“. Unter dem Bild befinden sich drei Schriftzüge: „Da kam die sindflvt viertzig tage, avff erden vnd die wasser wviehsen / vnd hveben den kasten avff, da gieng alles fleisch vnter, das avff erden / krevcht, an vogeln an viehe an thieren vnd allem das sich reget avff er- / den vnd an allen menschen alles was einen lebendigen adem hatte im / trocken das starb ~ genesis VII ~“. „Godt hat nicht verschonet der vorigen welt, sondern bewarete Noe den predi / ger der gerechtickeit selb achte vnd fvrete die sindflvt vber die welt der godtlo / sen ·“. „In demselbigen ist er [gemeint ist Jesus Christus] avch hingangen vnd hatt geprediget den geistern im gefegnvs die / etwa nicht glevbte da gott eins mals harret vnd gedvlt hatte zv den zeiten No / da man die arche zvrvstete in welcher weinig das ist acht seelen behalten / wvrden dvrchs wasser welchs nv avch vns selig machet in der tavfe die / dvrch ienes bedevtet is · I Petri · 3 ~ “. Die Verse verdeutlichen ebenfalls, dass Gott den Gläubigen rettet und nur der Ungläubige Furcht haben muss.

Herrschaftsstand (sog. Stand XI)

Der sogenannte Stand XI in der Celler Schlosskapelle befindet sich auf der Empore an der Nordwand. Es handelt sich um den Herrschaftsstand. Er wird von Stand X und Stand XII flankiert. Um in den Herrschaftsstand zu gelangen, muss man Stand X durchqueren. Über dem Eingang zum Herrschaftsstand steht in einer Kartusche geschrieben: „Dar ist ein godt vnd vater vnser| alle der dar ist vber evch alle vnd| dvrch evch alle vnd in evch alle“. Oben auf dem Rahmen wird die Bibelstelle nachgewiesen: „Ephes. · 4 ~“.[128] Stand XII, wo sich eine Schrankorgel befindet, ist ausschließlich durch Stand XI zu erreichen. Er ist noch heute mit einer Tür vom Herrschaftsstand getrennt. Dahingegen ist das mittlere Deckenfeld von Stand XI verloren. Die Decke wird von drei korinthischen Pilastern an der Rückwand sowie drei korinthischen Säulen gegen die Gemeinde getragen. Die Brüstung des Standes zieren plastische musizierende Engel, die im Wechsel mit plastischen Aposteln stehen. Dieser Fries zieht sich über die gesamte Brüstung der Empore und ist nicht spezifisch für Stand XI. Gegen den Gemeinderaum ist der Herrschaftsstand vor den Säulen mit drei Paar Butzenscheiben verschlossen, die sich öffnen lassen.

Hinter dem Gitterwerk ragt die Holzarchitektur des Herrschaftsstandes auf. Während die linke und rechte Achse je eine Schrifttafel präsentieren, erhebt sich in der Mitte ein Ziborium, an dessen Rückwand sich ein Gnadenstuhl befindet. Auf der linken Schrifftafel steht geschrieben: „Es ist ein godt vnd ein midler| zwischen godt vnd den menschen| der mensche Ihesvs Christvs“. Über der Tafel im Rahmen erfolgt der Nachweis aus der Schrift: „I Thim: · 2 ~“.[128] Auf der rechten Schrifttafel steht geschrieben: „Der heilige geist gibt| zevgnis vnserm geist das| wir gottes kinder sindt“. Auch hier erfolgt der Nachweis im Rahmen: „Rom: · 8 ~“.[128] Die Rückwand des Herrschaftsstands schmücken drei Gemälde zwischen korinthischen Pilastern, die biblische Könige zeigen und so auf den Nutzer des Standes, den Herzog, bezogen werden können. Es handelt sich im Einzelnen um den Harfe spielenden David, der seine Krone abgelegt hat und Gott bittet, immer in seiner Gnade zu bleiben, um das Götzenopfer Salomons sowie den Hauptmann (der „Köningscher“ = der kleine König) von Kapernaum.[132] Die Bilder ermahnen den Herzog zu einem gottesfürchtigen Leben und verweisen ihn darauf, dass auch der Weiseste (Salomon) nicht vor Schuld (Götzenopfer) gefeit ist.[133] Diese Gemälde sind aber ausschließlich an den Herzog gerichtet. An die Gemeinde und den Prediger auf der Kanzel wendet sich der Herzog mit den Schrifttafeln sowie dem Gnadenstuhl. Gerade mit Ziborium und Gemälde betont er seine Vermittlerrolle zwischen seinen Untertanen und Gott. Zugleich steht er unter dem Schutz Gottes.[134]

Trinität als Gnadenstuhl mit Taube

An der Rückwand eines Ziboriums über dem Herrschaftsstand (Stand XI) der Celler Schlosskapelle befindet sich das Gemälde der Trinität als Gnadenstuhl mit Taube.[135] Ehemals befand sich eine Decke im Herrschaftsstand, sodass man nicht von ihm in das Ziborium und auf das Gemälde blicken konnte. Man sieht Gott Vater in Wolken, der seinen toten Sohn präsentiert. Gott Vater ist mit einem roten Mantel bekleidet und trägt eine Tiara mit drei Ringen. Auf seinem Schoß hält er den toten, nur mit einem Lendenschurz bedeckten Jesus Christus. Die Wundmale sind deutlich zu sehen. Im Hintergrund sind Engelsköpfe in den Wolken, über dem Haupt Gottes die Taube des Heiligen Geistes. Über dem Gemälde befindet sich der Schriftzug: „Ich bin der heer vnd sonst keiner / mher, kein godt ist ohne mich : Esaie 45“. Ist diese Schrift schon kaum zu erkennen, so konnte den Text unter dem Gemälde niemand sehen, weder von der Kanzel aus, noch aus dem Gestühl (da dort die Decke eingezogen war). Geschrieben steht dort: „Drey sein die zevgnvs geben im himmel, der vatter / das wort, vnd der heilige geist, vnd diese drey / sein eins : I Iohan · 5 ~“. Dieser Text betont die Trinität. An den Seiten des Ziboriums befinden sich unten rechts und links je eine Kartusche, die an der Innenseite einen Text aufnehmen. Auch diese Verse sind kaum einzusehen. In der rechten (östlichen) Kartusche steht: „Wo ist solch ein godt wie dv bist, / der die svnde vorgibt, vnd verlasset / die missethat den vbrigen seinis erbtheils“. Im Rahmen über dem Schriftfeld ist der Nachweis angebracht: „Michea 7 cap“. In der linken (westlichen) Kartusche steht: Godt whar in Christo, vnd versvne- / te die weldt, mit sich selbst vnd rech- / nete ihn ihre svnde nicht zv ·“. Auch hier ist der Nachweis im Rahmen oberhalb des Textfeldes angebracht: „2 Cor: · 5 ~“. Die Kartuschen entsprechen damit formal jenen, die rechts und links des Ziboriums auf dem Herrschaftsstand nach Süden zur Gemeinde bzw. zu dem Prediger angebracht sind. Inhaltlich geht es bei den Texten um das beliebte protestantische Thema der Erlösung von den Sünden durch den Tod Jesu Christi. Die Tiara mag im lutherischen Zusammenhang erstaunen; diese Darstellung Gottes ist der Bildtradition verbunden und nicht konfessionell zu deuten. Im Zusammenhang mit dem Herrschaftsstand betont der Herzog mit dem Gemälde des Gnadenstuhls über seinen Platz in der Kapelle seine Vermittlerrolle zwischen seinen Untertanen und Gott. Zugleich steht er unter dem Schutz Gottes, dem er eindeutig untergeordnet ist.[136]

König David spielt Harfe

An der Rückwand des verglasten Herrschaftsstandes in der Celler Schlosskapelle befinden sich drei Gemälde mit biblischen Königen eines unbekannten Meisters, der sehr wahrscheinlich in der Werkstatt des Marten de Vos d. Ä. gearbeitet hat. Das linke Bild zeigt König David.[135] Er trägt ein goldenes Gewand mit einem roten Mantel und kniet auf einem grünen Kissen. Seine Krone hat er auf einem weißen Kissen abgelegt. Er spielt die Harfe und blickt zum Himmel auf, wo er in einer Glorie Gott erblickt. Der Raum, in dem David sich befindet, ist offen und gewährt den Blick auf eine große Stadt – vermutlich Jerusalem. Im Hintergrund erhebt sich ein Gebirge. Derartige Darstellungen Davids waren in Lutherbibeln häufig zu sehen. Unter dem Gemälde befindet sich ein erläuternder Text: „Eins bitte ich von dem hern das / hette ich gerne; das ich im havse / des hern bleiben möge mein le- / benlang; zv schavwen die schönen / gottesdienste, des herren, vnd sei- / nen tempel zv besvchen Psal: 27 ·“. Da dieses Gemälde im verglasten Herrschaftsstand an der Rückwand angebracht ist, konnte es nur von jenen Menschen gesehen werden, die sich im Stand befanden. Daher ist davon auszugehen, dass sich Bild und Text direkt an den Herzog wenden. Davids Verhalten ist daher als positives Vorbild für den Celler Herzog zu deuten.

Hauptmann von Kapernaum

An der Rückwand des verglasten Herrschaftsstandes in der Celler Schlosskapelle befinden sich drei Gemälde mit biblischen Königen eines unbekannten Meisters, der sehr wahrscheinlich in der Werkstatt des Marten des Vos d. Ä. gearbeitet hat. Das mittlere Bild zeigt den Hauptmann von Kapernaum, den „Königscher“, was kleiner König bedeutet.[137] Der Hauptmann kniet vor dem rotgewandeten Jesus Christus und bittet ihn, seinen sterbenden Sohn zu retten. Er hat seine Insignien auf einem Kissen vor sich abgelegt. Hinter Jesus Christus stehen seine Jünger. Im Hintergrund weitet sich der Blick auf eine Hügellandschaft mit Burgen und Flusslauf. Der Vers unter dem Gemälde lautet: „Der köningscher glevbte mit / seinem gantzem havse; Iohan: IIII“. Und in derselben Texttafel darunter steht: „Christvs hat macht gegeben, / gottes kinder zv werden, / denen die an seinen nhamen / glevben, Iohan: I · ~“. Da dieses Gemälde im verglasten Herrschaftsstand an der Rückwand angebracht ist, konnte es nur von jenen Menschen gesehen werden, die sich im Stand befanden. Daher ist davon auszugehen, dass sich Bild und Text direkt an den Herzog wenden. Es ist möglich, dass der Herzog mahnend daran erinnert werden soll, seine Familie bzw. seinen ganzen Hof auf den rechen Glaubensweg zu führen, denn auch der Königscher glaubte ja „mit seinem ganzen Hause“. Auch der Hinweis darauf, dass alle Gottes Kinder werden können, gemahnt den Herzog an seine geistliche Fürsorgepflicht.

Das Götzenopfer Salomons

An der Rückwand des verglasten Herrschaftsstandes in der Celler Schlosskapelle befinden sich drei Gemälde mit biblischen Königen eines unbekannten Meisters, der sehr wahrscheinlich in der Werkstatt des Marten de Vos d. Ä. gearbeitet hat. Das rechte Bild zeigt das Götzenopfer Salomons.[138] In der Mitte des Bildes steht der weißgekleidete Götzenpriester vor einem Brandopfer. Rechts von ihm steht ein aufgesockeltes Götzenbildnis, eine sitzende Frauenskulptur mit sechs Brüsten. Links kniet der betende Salomon, seine Herrschaftsinsignien liegen vor ihm am Boden. Ihm gegenüber kniet eine seiner ungläubigen Frauen, im Hintergrund sieht man weitere Frauen, die Fackeln tragen und Männer, die lurenartige Blasinstrumente spielen. Unter dem Bild steht geschrieben: „Werdet avch nicht abgottische / als ienner etliche wvrden, wie / geschrieben stehet · / · Cor: 10 ~“ sowie: „ Wol aber vvlstendich pleibt, / bis an das ende der wirdt / selig · Matt: 24 ·~“. Da dieses Gemälde im verglasten Herrschaftsstand an der Rückwand angebracht ist, konnte es nur von jenen Menschen gesehen werden, die sich im Stand befanden. Daher ist davon auszugehen, dass sich Bild und Text direkt an den Herzog wenden. Salomons Götzenopfer ist als negatives Beispiel für den Herzog anzusehen, als Warnung, dass selbst der Weiseste der Abgötterei erliegen kann. Salomons Götzenopfer galt den Lutheranern zudem als Parallele zur Bilderverehrung der Katholiken und wurde auch in der Lutherbibel illustriert. Es ist aber im Zusammenhang mit den anderen Bildern im Herrschaftsstand nicht davon auszugehen, dass hier allgemein gegen Katholiken polemisiert wurde, sondern dass ganz konkret der Herzog vor Abgötterei gewarnt werden sollte, wie es auch die Verse nahelegen.

Tür zur Orgelempore

Nach Osten wird der Herrschaftsstand (Stand XI) in der Celler Schlosskapelle durch eine Tür begrenzt, durch die man die anschließende Orgelempore betritt. In die Türfüllung sind zwei Gemälde eingelassen. Oben sieht man eine Orgelspielerin, unten eine Cisterspielerin.[139] Über der Tür ist ein Schriftzug angebracht: „IAVCHTZET FVR DEM HERREN MIT TRO / METEN VND POSAVNEN. PSAL. XCVIII.“. Und über der ganzen Türarchitektur befindet sich eine Kartusche mit der Inschrift: „Komet her ir gesegneten meines vaters / ererbet das reich das evch bereitet / ist von anbegin der welt“. Bilder und Verse verweisen auf den Raum für den Orgelspieler (und weitere Musiker) hinter der Tür. Derselbe Künstler, der die Gemälde an der Tür schuf, malte wohl auch die Darstellungen des Paulus und Pauls im Stand V und aller Wahrscheinlichkeit nach auch das Gemälde der Königin von Saba vor Salomon im Stand der Herzogin.

Orgelspielerin

In die Tür von Stand XI zu Stand XII in der Celler Schlosskapelle sind zwei Gemälde eingefügt. Das Obere zeigt eine Orgelspielerin, das Untere eine Cisterspielerin. Die Orgelspielerin sitzt auf einer Bank und spielt ein Positiv.[140] Sie gleicht der hl. Cäcilie. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass hier die Heilige gemeint ist, da die Lutheraner keine Heiligen mehr verehrten. Zudem ist eine Schrift über dem Gemälde angebracht: „Lavdate dominvm in / organis . Psal CL.“. Sie erklärt, dass es um das Musizieren zum Lobe Gottes mit der Orgel geht. Untypisch für die Texte der Celler Schlosskapelle ist der lateinische Text. Bis auf die Texte an dieser Tür sind sie alle auf Deutsch. Derselbe Künstler, der die Gemälde an der Tür schuf, malte wohl auch die Darstellungen des Paulus und Pauls im Stand V und aller Wahrscheinlichkeit nach auch das Gemälde der Königin von Saba vor Salomon im Stand der Herzogin.

Die Orgelspielerin folgt einem Kupferstich „XXX“ des Monogrammisten HIV aus einer Serie der Freien Künste. Sie waren im Besitz der Witwe des Hieronyms Cock. Dass der Stich de Vos folgt, ist eher unwahrscheinlich.[141]

Cisterspielerin

In die Tür von Stand XI zu Stand XII in der Celler Schlosskapelle sind zwei Gemälde eingelassen. Das Obere zeigt eine Orgelspielerin, das Untere eine Cisterspielerin.[142] Die Cisterspielerin steht vor einer Wandnische und scheint zu ihrem eigenen Spiel zu tanzen. Über dem Gemälde ist eine Schrift angebracht: „Lavdate dominvm in / cythara. Psal . CL“. Sie erklärt, dass es um das Musizieren zum Lobe Gottes mit der Cister geht. Untypisch für die Texte der Celler Schlosskapelle ist der lateinische Text. Bis auf die Texte an dieser Tür sind sie alle auf Deutsch. Derselbe Künstler, der die Gemälde an der Tür schuf, malte wohl auch die Darstellungen des Paulus und Pauls im Stand V und aller Wahrscheinlichkeit nach auch das Gemälde der Königin von Saba vor Salomon im Stand der Herzogin.

Die Cisterspielerin folgt einem Kupferstich „Musica“ des Monogrammisten HIV aus einer Serie der Freien Künste. Sie waren im Besitz der Witwe des Hieronyms Cock. Dass der Stich de Vos folgt, ist eher unwahrscheinlich.[143]

Stand XII in der Celler Schlosskapelle

 

Der sogenannte Stand XII in der Celler Schlosskapelle befindet sich auf der Nordempore.[144] Auf ihm steht eine Schrankorgel und er war wohl für die Kirchenmusik bestimmt. Um auf die Orgelempore zu gelangen, muss man Stand X und Stand XI (den Herrschaftsstand) durchqueren. Herrschaftstand und Orgelempore sind mit einer Tür voneinander getrennt. Über der Tür auf Seiten des Herrschaftsstands steht geschrieben: „IAVCHTZET FVR DEM HERREN MIT TRO / METEN VND POSAVNEN. PSAL. XCVIII.“. Die Brüstung des Standes zieren plastische musizierende Engel, die im Wechsel mit plastischen Aposteln stehen. Dieser Fries zieht sich über die gesamte Brüstung der Empore und ist nicht spezifisch für Stand XII. Gegen den Gemeinderaum ist die Orgelempore mit einer Wand mit vier Holzgittern abgegrenzt. Die Gitter werden von Pilastern gerahmt, die ein Gebälk tragen. Über jedem Gitter befindet sich oberhalb des Gebälks in einer Art Attikazone ein Schriftfeld. Der Text des ersten Schriftfeldes von links lautet: „Singet vnd spielet dem herren alle / zeit in ewerem hertzen Eph . V“. Das zweite Schriftfeld nimmt den Text auf: „Lobet den herren mit harffenn / psalmen vnd pfeiffen. Psal XCVIII“. Im dritten Schriftfeld steht: „Lobet den herren mit orgeln vnd/ wolklingenden cÿmbaln · Psal. CL.“. Und das letzte Schriftfeld präsentiert der Gemeinde den Text: „"Lobet den herren mit allerlei / lieblichen seitten. Psal. CI“. Hier wird ganz klar auf die Empore als Ort der Musik zum Lobe Gottes Bezug genommen. Im Innern des Standes befindet sich an der Nordwand ein großes Gemälde, das den Einzug des triumphierenden David in Jerusalem zeigt. An der Ostseite steht die Schrankorgel.

Triumphzug Davids

An der Nordwand der Orgelempore (Stand XII) der Celler Schlosskapelle ist ein wandfüllendes Leinwandgemälde von Marten de Vos d. Ä. angebracht, das den Triumphzug David zeigt.[145] Für einige Bereiche des Gemäldes wie den Himmel und Bodenbereich wird die Mitarbeit der Werkstatt angenommen. In der Bildmitte schreitet eine schlanke, goldgekleidete Leierspielerin. Sie blickt zurück auf den links neben ihr stehenden David. Dieser trägt den Lorbeerkranz und hält in seiner Linken das Haupt des Goliath. Im Bildmittelgrund schreiten weitere Frauen, die alle verschiedene Instrumente spielen. Im Bildhintergrund erkennt man ein Tor, wohl das von Sauls Residenz Gabaa. Die Figuren sind groß und schlank und bilden trotz aller Dynamik ein aufeinander abgestimmtes, festes Bildgefüge. Im Gegensatz zu fast allen Bildern in der Kapelle gibt es keinen begleitenden Text zum Gemälde. Die zahlreichen Musikerinnen und die Lage auf der Orgelempore legen aber die Interpretation nahe, dass es um die Musik geht, die zu Ehren Gottes – denn er hat mit David ja den Sieg über die Philister ermöglicht – gespielt wird.

Es ist nicht sicher, dass das Gemälde für seinen gegenwärtigen Hängungsort geschaffen wurde. Das Gemälde ist durch Doublierung im 19. Jahrhundert vergrößert und auf einen neuen Spannrahmen befestigt worden.[146]

Schrankorgel

An der Ostecke der Orgelempore (Stand XII) der Celler Schlosskapelle steht eine Schrankorgel von vermutlich 1563.[147] Ihr bemaltes Gehäuse kann mit zwei Flügeltüren verschlossen werden, die von beiden Seiten ebenfalls bemalt sind. Der Künstler ist unbekannt. In geschlossenem Zustand zeigen die Flügel groteskes Rankenwerk, in dem sich musizierende Putti und Fabelwesen und Früchte befinden. Die Anzahl der Gott lobpreisenden Engel ist an der Orgel so hoch wie sonst nirgends in der Kapelle. Man kann hier eine Vorwegnahme des ewigen Lobgesangs im Himmel erkennen. Bei geöffneten Flügeln offenbaren sich vier Gemälde, die die Weihnachtsgeschichte zum Thema haben. Auf dem linken Flügel erkennt man die Verkündigung auf dem Felde und die Anbetung der Hirten, auf dem rechten die Anbetung der Hl. Drei Könige und die Flucht nach Ägypten. Die Gemälde sind nicht mit der übrigen bildlichen Ausstattung der Kapelle zusammen entstanden.

Achhammer und von der Goltz haben die Vermutung geäußert, dass die Orgel sich ehemals an einem anderen Ort, nämlich auf der damals noch eingeschossigen Westempore befunden habe.[148] Das ist ausgesprochen unwahrscheinlich, da beide Emporengeschosse vom Programm her zusammengehören. Ohne oberes Geschoss ist das Programm der Brüstungen unvollständig. Sollte die Orgel ehemals einen anderen Standort gehabt haben, lag er nicht auf der Westempore.

Die Verkündigung auf dem Felde

Auf der linken Hälfte der Innenseite der linken Flügeltür der Schrankorgel der Celler Schlosskapelle ist ein Gemälde, das die Verkündigung auf dem Felde zeigt.[149] Das Gemälde ist schmal und mehr als siebenmal so hoch wie breit. Oben schwebt vor goldenem Himmel ein Engel mit einem Spruchband: „· EHRE SEI GODT IN DER HOHE ·“. Unten erkennt man die aufgeschreckten Hirten mit ihren Schafen. Das Gemälde ist nicht mit der übrigen bildlichen Ausstattung der Kapelle zusammen entstanden.

Anbetung der Hirten

Auf der rechten Hälfte der Innenseite der linken Flügeltür der Schrankorgel in der Celler Schlosskapelle ist ein Gemälde, das die Anbetung der Hirten zeigt.[150] In der Mitte liegt der nackte Jesus in der Krippe. Links kniet Maria und hinter ihr steht Joseph. Rechts knien drei Hirten, zwei beten das Kind an, einer hält ein Schaf. Hinter der Krippe kniet eine Frau, die das Kind ebenfalls anblickt und über der man im Stall Ochs und Esel sieht. Das Gemälde ist nicht mit der übrigen bildlichen Ausstattung der Kapelle zusammen entstanden.

Anbetung der Könige

Auf der linken Hälfte der Innenseite der rechten Flügeltür der Schrankorgel der Celler Schlosskapelle ist ein Gemälde, das die Anbetung der Heiligen Drei Könige zeigt.[150] Rechts sitzt Maria mit Jesus auf dem Schoß. Hinter ihr steht Joseph. Vor Maria und Jesus kniet der greise Melchior und betet den ihn segnenden Jesus an. Seine Herrschaftsinsignien hat er auf dem Boden abgelegt. Links neben ihm am Bildrand schickt sich Caspar an, ebenfalls niederzuknien. Hinter Melchior kommt Balthasar heran. Im Bildhintergrund ist das Gefolge der Könige zu sehen. Das Gemälde ist nicht mit der übrigen bildlichen Ausstattung der Kapelle zusammen entstanden.

Flucht nach Ägypten

Auf der rechten Hälfte der Innenseite der rechten Flügeltür der Schrankorgel der Celler Schlosskapelle ist ein Gemälde, das die Flucht nach Ägypten zeigt.[150] Das Gemälde ist schmal und mehr als siebenmal so hoch wie breit. Unten sieht man die junge Familie auf der Flucht, hinter ihr erstreckt sich eine weite Landschaft in die Tiefe. Maria mit dem Kind sitzt auf einem Esel, der von Joseph geführt wird. Das Gemälde ist nicht mit der übrigen bildlichen Ausstattung der Kapelle zusammen entstanden.

Passionszyklus (XIV)

Zur bildlichen Ausstattung der Celler Schlosskapelle gehört auch ein Passionszyklus,[151] der vermutlich von einem Mitglied der Werkstatt des Marten de Vos d. Ä. geschaffen wurde, für den Armin Zweite den Notnamen „Brüstungsmeister“ gefunden hat, da von ihm fast alle Gemälde an den Brüstungen der Kapelle geschaffen wurden. Der Zyklus ist vermutlich unvollständig und in keinem Fall original aufgehängt. Der ursprüngliche Anbringungsort ist gänzlich unbekannt – rein theoretisch müssen die Gemälde nicht einmal für die Kapelle bestimmt gewesen sein, was aber sehr unwahrscheinlich ist. Bibelzitate gibt es keine, was den Zyklus aus dem Kontext der Gemälde in der Kapelle jedoch ein wenig herauslöst. Die Darstellungen orientieren sich eng an Kopien nach Dürers kleiner Holzschnittpassion (die Motive sind im Gegensatz zu Dürer seitenverkehrt). Die erhaltenen acht Bilder sind heute an der Westseite der Kapelle auf beiden Emporen aufgehängt. Sie sind hier der Vollständigkeit halber genannt. Es handelt sich um Jesus Christus vor Kaiphas, die Verspottung Christi, Jesus Christus vor Herodes, die Grablegung, die Auferstehung, Jesus Christus als Gärtner, die Himmelfahrt Christi sowie die Ausgießung des Heiligen Geistes.

Achhammer und von der Goltz haben 2017 die Theorie aufgestellt, dass die Passionsbilder für das erste Konzept des Hochaltars vor 1569 geschaffen wurden. Sie hätten das Mittelbild begleitet und seien nach 1569 durch die heute vorhandenen Seitenflügel ersetzt worden. Ursprünglich wäre demnach ein Passionsaltar vorgesehen gewesen.[54]

Jesus Christus vor Kaiphas

Das kleine Gemälde mit Jesus Christus vor Kaiphas gehört zu einem Passionszyklus, von dem sich acht Szenen an der Westwand in der Celler Schlosskapelle erhalten haben.[152] Das Bild ist vermutlich von einem Mitglied der Werkstatt des Marten de Vos d. Ä. geschaffen worden, für den Armin Zweite den Notnamen „Brüstungsmeister“ gefunden hat, da von ihm fast alle Gemälde an den Brüstungen der Kapelle geschaffen wurden. Der Zyklus ist vermutlich unvollständig und in keinem Fall original aufgehängt. Rein theoretisch muss er nicht einmal für die Kapelle bestimmt gewesen sein, was aber sehr unwahrscheinlich ist. Bibelzitate gibt es keine, was ihn aus dem Kontext der Gemälde in der Kapelle jedoch ein wenig herauslöst. Die Darstellung orientiert sich eng an einer Kopie nach Dürers kleiner Holzschnittpassion (das Motiv ist im Gegensatz zu Dürer seitenverkehrt).

Verspottung von Jesus Christus

Das kleine Gemälde der Verspottung Jesu Christi gehört zu einem Passionszyklus, von dem sich acht Szenen an der Westwand in der Celler Schlosskapelle erhalten haben.[152] Das Bild ist vermutlich von einem Mitglied der Werkstatt des Marten de Vos d. Ä. geschaffen worden, für den Armin Zweite den Notnamen „Brüstungsmeister“ gefunden hat, da von ihm fast alle Gemälde an den Brüstungen der Kapelle geschaffen wurden. Der Zyklus ist vermutlich unvollständig und in keinem Fall original aufgehängt. Rein theoretisch muss er nicht einmal für die Kapelle bestimmt gewesen sein, was aber sehr unwahrscheinlich ist. Bibelzitate gibt es keine, was ihn aus dem Kontext der Gemälde in der Kapelle jedoch ein wenig herauslöst. Die Darstellung orientiert sich eng an einer Kopie nach Dürers kleiner Holzschnittpassion (das Motiv ist im Gegensatz zu Dürer seitenverkehrt).

Jesus Christus vor Herodes

Das kleine Gemälde mit Jesus Christus vor Herodes gehört zu einem Passionszyklus, von dem sich acht Szenen an der Westwand in der Celler Schlosskapelle erhalten haben.[152] Das Bild ist vermutlich von einem Mitglied der Werkstatt des Marten de Vos d. Ä. geschaffen worden, für den Armin Zweite den Notnamen „Brüstungsmeister“ gefunden hat, da von ihm fast alle Gemälde an den Brüstungen der Kapelle geschaffen wurden. Der Zyklus ist vermutlich unvollständig und in keinem Fall original aufgehängt. Rein theoretisch muss er nicht einmal für die Kapelle bestimmt gewesen sein, was aber sehr unwahrscheinlich ist. Bibelzitate gibt es keine, was ihn aus dem Kontext der Gemälde in der Kapelle jedoch ein wenig herauslöst. Die Darstellung orientiert sich eng an einer Kopie nach Dürers kleiner Holzschnittpassion (das Motiv ist im Gegensatz zu Dürer seitenverkehrt).

Grablegung von Jesus Christus

Das kleine Gemälde mit der Grablegung Jesu Christi gehört zu einem Passionszyklus, von dem sich acht Szenen an der Westwand in der Celler Schlosskapelle erhalten haben.[152] Das Bild ist vermutlich von einem Mitglied der Werkstatt des Marten de Vos d. Ä. geschaffen worden, für den Armin Zweite den Notnamen „Brüstungsmeister“ gefunden hat, da von ihm fast alle Gemälde an den Brüstungen der Kapelle geschaffen wurden. Der Zyklus ist vermutlich unvollständig und in keinem Fall original aufgehängt. Rein theoretisch muss er nicht einmal für die Kapelle bestimmt gewesen sein, was aber sehr unwahrscheinlich ist. Bibelzitate gibt es keine, was ihn aus dem Kontext der Gemälde in der Kapelle jedoch ein wenig herauslöst. Die Darstellung orientiert sich eng an einer Kopie nach Dürers kleiner Holzschnittpassion (das Motiv ist im Gegensatz zu Dürer seitenverkehrt).

Auferstehung von Jesus Christus

Das kleine Gemälde mit der Auferstehung Jesu Christi gehört zu einem Passionszyklus, von dem sich acht Szenen an der Westwand in der Celler Schlosskapelle erhalten haben.[152] Das Bild ist vermutlich von einem Mitglied der Werkstatt des Marten de Vos d. Ä. geschaffen worden, für den Armin Zweite den Notnamen „Brüstungsmeister“ gefunden hat, da von ihm fast alle Gemälde an den Brüstungen der Kapelle geschaffen wurden. Der Zyklus ist vermutlich unvollständig und in keinem Fall original aufgehängt. Rein theoretisch muss er nicht einmal für die Kapelle bestimmt gewesen sein, was aber sehr unwahrscheinlich ist. Bibelzitate gibt es keine, was ihn aus dem Kontext der Gemälde in der Kapelle jedoch ein wenig herauslöst. Die Darstellung orientiert sich eng an einer Kopie nach Dürers kleiner Holzschnittpassion (das Motiv ist im Gegensatz zu Dürer seitenverkehrt).

Jesus Christus erscheint Maria Magdalena als Gärtner

Das kleine Gemälde mit der Erscheinung des Jesus Christus als Gärtner vor Maria Magdalena gehört zu einem Passionszyklus, von dem sich acht Szenen an der Westwand in der Celler Schlosskapelle erhalten haben.[152] Das Bild ist vermutlich von einem Mitglied der Werkstatt des Marten de Vos d. Ä. geschaffen worden, für den Armin Zweite den Notnamen „Brüstungsmeister“ gefunden hat, da von ihm fast alle Gemälde an den Brüstungen der Kapelle geschaffen wurden. Der Zyklus ist vermutlich unvollständig und in keinem Fall original aufgehängt. Rein theoretisch muss er nicht einmal für die Kapelle bestimmt gewesen sein, was aber sehr unwahrscheinlich ist. Bibelzitate gibt es keine, was ihn aus dem Kontext der Gemälde in der Kapelle jedoch ein wenig herauslöst. Die Darstellung orientiert sich eng an einer Kopie nach Dürers kleiner Holzschnittpassion (das Motiv ist im Gegensatz zu Dürer seitenverkehrt).

Himmelfahrt Jesu Christi

Das kleine Gemälde mit der Himmelfahrt Jesu Christi gehört zu einem Passionszyklus, von dem sich acht Szenen an der Westwand in der Celler Schlosskapelle erhalten haben.[152] Das Bild ist vermutlich von einem Mitglied der Werkstatt des Marten de Vos d. Ä. geschaffen worden, für den Armin Zweite den Notnamen „Brüstungsmeister“ gefunden hat, da von ihm fast alle Gemälde an den Brüstungen der Kapelle geschaffen wurden. Der Zyklus ist vermutlich unvollständig und in keinem Fall original aufgehängt. Rein theoretisch muss er nicht einmal für die Kapelle bestimmt gewesen sein, was aber sehr unwahrscheinlich ist. Bibelzitate gibt es keine, was ihn aus dem Kontext der Gemälde in der Kapelle jedoch ein wenig herauslöst. Die Darstellung orientiert sich eng an einer Kopie nach Dürers kleiner Holzschnittpassion (das Motiv ist im Gegensatz zu Dürer seitenverkehrt).

Die Ausgießung des Heiligen Geistes

Das kleine Gemälde mit der Ausgießung des Hl. Geistes gehört zu einem Passionszyklus,von dem sich acht Szenen an der Westwand in der Celler Schlosskapelle erhalten haben.[152] Das Bild ist vermutlich von einem Mitglied der Werkstatt des Marten de Vos d. Ä. geschaffen worden, für den Armin Zweite den Notnamen „Brüstungsmeister“ gefunden hat, da von ihm fast alle Gemälde an den Brüstungen der Kapelle geschaffen wurden. Der Zyklus ist vermutlich unvollständig und in keinem Fall original aufgehängt. Rein theoretisch muss er nicht einmal für die Kapelle bestimmt gewesen sein, was aber sehr unwahrscheinlich ist. Bibelzitate gibt es keine, was ihn aus dem Kontext der Gemälde in der Kapelle jedoch ein wenig herauslöst. Die Darstellung orientiert sich eng an einer Kopie nach Dürers kleiner Holzschnittpassion (das Motiv ist im Gegensatz zu Dürer seitenverkehrt). Unter der Decke materialisiert sich quasi die Taube. Kleine, gelbe Flammen züngeln auf den Häuptern der Jünger und Mariens.

Stand der Herzogin (sog. Stand XIII)

Auf der oberen Westempore in der Celler Schlosskapelle steht der Herrschaftsstand der Herzogin, der sogenannte Stand XIII.[153] Es ist ein eigener, in sich abgeschlossener Holzbau von drei Achsen mit Butzenscheiben. Da im lutherischen Gottesdienst die Kanzel zentraler Ort des Gottesdienstes geworden war, befindet sich der Stand nicht in der Mitte der Westempore, sondern im südlichen Joch, sodass man aus ihm direkt auf die Kanzel blickt. Er war ehemals um eine Achse schmaler und wurde erst später nach Süden bis an die Außenwand verlängert. In Tür und Außenwände des Stands sind ornamental bemalte Flächen aufgebracht. Im Inneren sind die Decke sowie die Seitenwände intarsienartig mit Ornamenten bemalt. An der Ausmalung erkennt man gut, dass der Stand ehemals nur zwei Achsen breit war. Denn im ursprünglichen Bereich ist die Wand rot gefasst, es sind Figuren in den Zwickeln zwischen Fenstern und hier vergoldeten Dreiviertelsäulen aufgemalt. Wie die Säule sind auch andere Zierelemente im Stand vollplastisch und nicht nur gemalt. An der Decke im ehemaligen Bereich des Standes markiert ein dänisches Wappen den ehemaligen Sitz Herzogin Dorotheas, die eine dänische Prinzessin war. Es ist auf 1576 datiert. Auch das Wappen des Herzogs ist an der Decke zu sehen. Mit der Errichtung dieses Standes wurde die Ausstattung der Kapelle vollendet. An der Rückwand des Standes befindet sich eine einfache Sitzbank und darüber ein großes Gemälde „Die Königin von Saba prüft die Weisheit Salomons“. Wie im Herrschaftsstand des Herzogs ist auch im Stand der Herzogin ein Bildprogramm angebracht, dass sich direkt an die Landesherrin wendet. Mit der Königin von Saba vor König Salomon wird eine mächtige Königin gezeigt, die zu einem Herrscher eilte, da sie dessen Weisheit bewunderte. Das erwartete Herzog Wilhelm III. offenbar auch von seiner königlichen Gemahlin Dorothea.

Achhammer und von der Goltz haben 2017 berechtigte Zweifel angemeldet, ob sich der Stand von Anbeginn an seinem derzeitigen Standort befand. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er erst Anfang des 17. Jahrhunderts an seinen gegenwärtigen Platz gelangte, denn erst ab dieser Zeit datieren Sgrafitte und Ritzungen an der Außenseite des Standes als Folge von Vandalismus des 16. Jahrhunderts. Die Ergänzung des Standes datiert ebenfalls in das 17. Jahrhundert.[154]

Die Königin von Saba vor König Salomon

Im nachträglich erweiterten Herrschaftsstand der Herzogin in der Celler Schlosskapelle befindet sich im ursprünglichen Teil an der Rückwand über einer Bank ein großes Gemälde: Die Königin von Saba prüft die Weisheit Salomons.[155] Das Gemälde ist nach einem Stich von Dirk Volkertz Coornhert gestaltet, dem eine Zeichnung von Frans Floris zugrunde liegt. Unter einer Säulenarchitektur links thront Salomon, umgeben von Weisen und Kriegern. Von rechts nähert sich die Königin mit ihrem Gefolge, das Reichtümer herbeiträgt. König und Königin sind im Gespräch, was ihre Gestik belegt. Zu beiden Seiten des Gemäldes befindet sich je eine Schrifttafel. Der linke Vers erläutert die Darstellung, von den beiden rechts interpretiert sie der zweite als Anspielung auf das Jüngste Gericht. Links steht geschrieben: „Vnd do das gervchte / Salomo von dem na- / men des herrn kam / fvr die konigin vom / reich arabien kam sie / in zv versvchen mit / rezelen vnd sie kam / gen irvsalem mit / eim sehr grossenn / zevg, mit kamelen / die specerei trvgen / vnd viel goldes / vnd edelgesteine / vnd da sie zvm / konige salomo hie- / nein kam, redet sie / mit im alles was sie / fvrgenommen hatte / vnd Salomo sagt / ir alles vnd war / dem konig nichts / verborgen das er / ir nicht sagete / · I Regvm X“. Rechts steht: „Alle welt begert / Salomo zv sehen das / sie die weissheit ho- / reten die im gott in / sein hertz gegeben / hatte · I Regvm X“ / „ Der herre Iesvs / sprach zv den / schrifftgelerten vnd / phariseern Die konigin / von mittag wirdt / avfftreten am ivng|sten gerichte mit / diesem geschlechte / vnd wird es verdam / men denn sie kam / vom ende der / erden Salomonis / weisheit zu horen / vnd sihe hie ist / mehr den Salomo / Matthæi XII“.

Derselbe Künstler, der das Gemälde der Königin von Saba schuf, malte wohl auch die Darstellungen des Paulus und Petrus im Stand V sowie die Orgel- und die Cisterspielerin an der Tür zur Orgelempore.

Kanzel

An der Südwand der Celler Schlosskapelle steht die Kanzel von 1565 zwischen Stand III und Stand VI, gegenüber dem Herrschaftsstand (Stand XI). Ihr Thema ist die Heilsgeschichte.[156] Fünf Sandsteinreliefs zeigen, wie die Sünde in die Welt kam und wie Jesus Christus die Welt von der Sünde erlöst. Am Kanzelaufgang wird die Erschaffung Evas gezeigt, mit der die Sünde in die Welt kam. Dazu kommt der Text: „Gene · II“. Die übrigen Reliefs am achteckigen Kanzelkorb zeigen den Sündenfall, die Anbetung der Hirten, das letzte Abendmahl, die Kreuzigung und zuletzt die Auferstehung. Unter dem Schalldeckel ist die Taube des Heiligen Geistes zu sehen. Die Figuren der ansonsten weißen Reliefdarstellungen haben fleischfarbene und goldene Akzente, Haare und Augen. Am Kanzelkorb kommt zu den Relieftafeln nicht nur ein schriftlicher Nachweis wie am Aufgang, sondern ein Vers. Unter dem Sündenfall steht: „Godt der herre spra / ch zv der schlangen / Ich wil feindtschaft / setzen zwischen dir vnd / der frawen vnd. Gene. III.“. Unter der Anbetung der Hirten liest man: „Der engel sprach / Evch ist hevt der / heilant geboren · wel / cher ist christvs der / herr in der: Lvce · II ·“. Zum Letzten Abendmahl kommt der Vers: „Ihesvs sprach nemet / esset das ist mein / leib: drinckt alle / daravs das ist mein / blvth: Matt. XXVI“. Unter der Kreuzigung steht: „Chritsvs hat eynmal fvr / vnsere svnde gelitten / der gerechter fvr / die vngerechten · avf / das ehr vns: I. Petri. III“ und zur Auferstehung heißt es: „Wir wissen das Christvs von den / totden erwecket nvn nic / ht mehr styrbt der todt / wirt avch vorthin nit / mehr vber in herschen. Ro. VI“. Dazu kommt ein Text um den Schalldeckel herum: „Das evangelion von Christo ist eine krafft gottes das dar selig machet alle die daran glevben: Pav: Ro: I:“. Die Kanzel steht am Übergang vom Gemeindebereich zum Altarbereich. Das Wort vermittelt zwischen Gott und der Gemeinde und überbringt die Botschaft, dass Gottes Sohn für die Menschheit gestorben ist.

Brüstungen in der Celler Schlosskapelle

Die Emporenbrüstungen in der Celler Schlosskapelle sind ein vereinheitlichendes Element. Sie ziehen sich durch fast den ganzen Raum. Figurenreliefs schmücken sie in beiden Ebenen und haben inhaltlich keinen direkten Bezug zum jeweiligen Stand, vor dem sie stehen.[157] Im Wechsel mit musizierenden Engeln befinden sich Darstellungen von Aposteln, Jüngern und Propheten sowie Jesus Christus selbst. Der Künstler ist unbekannt, die Arbeiten stammen wohl von 1565/70. Zu den Reliefs gehören Bibelzitate in blauen Feldern mit goldener Schrift. Über den Personendarstellungen ist jeweils ihr Name angegeben. In ihrer Farbgebung gleichen die Brüstungsdarstellungen jenen an Kanzelaufgang und Kanzelkorb. Bei ihnen handelt es sich prinzipiell ebenfalls um Brüstungsreliefs. An der Brüstung der unteren Empore an Nord- und Westseite sind die Figuren zwischen den Engeln in Rundbögen gestellt. An der oberen Empore stehen sie ohne Rundbogen zwischen den Engeln.

An der unteren Emporenbrüstung erblickt man von links an der Westempore bis nach rechts an der Orgelempore nacheinander einen Engel mit Portativ, Johannes den Täufer, einen Engel als Stütze, Jesus Christus, einen Engel mit Schalmei, den Apostel Petrus, einen Engel mit Schnabelflöte, den Apostel Andreas, einen Engel mit Sackpfeife, den Apostel Jakobus, einen Engel mit Posaune, den Apostel bzw. Evangelisten Johannes, einen Engel als Stützte, einen weiteren Engel als Stütze, den Apostel Philippus, einen Engel als Sänger, den Apostel Bartholomäus, einen weiteren Engel als Sänger, den Apostel Thomas, einen Engel mit Quintern, den Apostel bzw. Evangelisten Matthäus, einen Engel mit Viola da Gamba, den Apostel Jacobus, einen Engel mit Harfe, den Apostel Simon, einen Engel mit Turmscheit, den Apostel Judas, einen Engel mit Guige (Rebe, Kleingeige), den Apostel Matthias, einen Engel mit Drehleier, Paulus (der hier als Apostel gezählt wird), einen betenden Engel, den Evangelisten Markus, einen weiteren betenden Engel und zuletzt den Evangelisten Lukas. Es werden also neben Jesus Christus alle Evangelisten und Apostel mit Paulus gezeigt. Markus und Johannes werden dabei sowohl als Apostel, als auch als Evangelisten angesehen. Die obere Empore zeigt von links nach rechts einen Engel mit Querflöte, Moses, einen Engel mit Trommel, David, einen Engel mit Ziegenhorn, Jesaja, einen Engel mit Zugtrompete, Jeremias, einen Engel mit Schwegel und kleiner Trommel, Ezechiel, einen Engel mit Krummhorn, Daniel, einen Engel mit Platerspiel, Zacharias, einen Engel mit Bomhart, Malachias, einen Engel mit Maultrommel.

Die zugehörigen Texte an der oberen Empore lauten:

„Moses“ / „Einen · propheten · als · mich · wirt / dir · der · here ·dein · godt · erwec- / ken · avs · dir · vnd · deinen · brvdern / den· solt ·ihr ·horen · Devtero · 18“.

„David“ „Der · herre · sprach zv · meinem / her · Setze · dich · zv meiner · rechten / bis · das · ich · deine · feinde · zvm sche- / mel · deyner · fvse · leg · Psal · · 110“.

„Esaias“ „Sihe ein ivngkfraw wirt ·/ schwanger werden: vnd einen / sohn geberen: den wirt sie / Immanvel heisen Esaiæ: 7“.

„Hieremias“ „Sihe die zeit kvmpt · da ich ·/ dem Davit eine frvcht erwecken / wil · vnd es sol ein koning sein / der wol regeren wirt · Hieremi · 23“.

„Ezechiel“ „Ich wil ine einen einigen hirten / erwecken der sie weiden sol: / nemlich meinen knecht David: / der sol die weiden : Ezechi: 34“.

„Daniel“ „Mercke das von der zeit an / wenn Iervsalem widder sol gbawt / werden: bis avf Christvm: sein / 7 vnd 62 wochen Dan: 9“.

„Zacharias“ „Sihe: dein koning kvmpt zv dir : ein / rechtfertiger vnd helffer: arm: vnd / reitet avf einem: esel: vnd wirt / fried leren vnter den heiden: Zacha: 9“.

„Malachias“ „Sihe balde wirt komen zv seinem / tempel der herr · den ihr svchet / vnd der engel des vorbvnts ·/ des ihr begeret. Malach: 3“.[158]

Am Fries der unteren Empore steht geschrieben:

„Iohannes baptista“ „Sehet dieser Iesvs / ist das lam gots / das der welt / svnde drecht · Ioan: “.

„ Iesvs · Christvs “. „Ich bin der wech vnd die / warheith vnd das lebent ·/ niemant kvmpt zvm vater· dan / allein dvrch mich“.

„S · Petrus“ „ Ich glavbe an godt / vater almechtigen / schopfer himmels / vnd der erden“.

„S · Andreas“ „Ich glavbe an Iesvm / Christum gots / eingebornen son / vsern hern“.

„S · Iacobvs · maior “ „Ich glavbe an Iesvm Christvm| der entpfangen ist von dem| heiligen geiste geborn avs| maria der ivngfravwen“.

„S · Iohannes · evangelista “ „Ich glavbe an Iesvm Christvm / der gelitten hat vnter / Pontio Pilato · gecrevtziget ·/ gestorben vnd begraben “.

„ S · Philippvs “ „Ich glavbe an Iesvm Chiristvm / der nidergestigen ist zvr / helle am dritten tag wider / avfferstanden von den todten“.

„S · Bartholomevs“ „Ich glavbe an Iesvm Christvm der| avfgefaren ist zv himmel vnd| sitzet zvr rechtern hant| gots des almechtigen vaters“.[159]

„S · Thomas“ „Ich glavbe an Iesvm Christvm / der wider komen wirt / zv richtende die leben- / digen vnd die todten“.

„S · Mathevs ·evang “ „Ich glavbe an| den heiligen geist“.

„S · Iacobvs · minor“ „Ich glavbe eine heilige / christliche kirche die / gemeinschaft der heiligen“.

„S · Simon“ „Ich glavbe vorgebvng / der svnden“.

„S · Iudas · Thadevs“ „ Ich glavbe avffer- / stehvng des fleisches“.

„S · Mathias “ „ ich glavbe ein / ewiges leben“.

„S · Pavlvs“ „Wir wissen · der · mensche · dvrch / die · werck · des · gesetzs · nit · recht / ferdich · wirt · besondern · dvrch / den· glavben · an · Iesvm · Christvm · Gala“.

„S · Marcvs evang“ „ Wer glevbt vnd getavft wirt / der wirt selig werden : wer / nit gelavbt der wirt vor- / dampt werden: Marci 16“.

„S · Lvcas evang:“ „Also · mvste · Christvs · leiden · vnd · weder ·/ avfsthen · von · de · todten · am · dritten · tag / vnd · predigen · lasen · in · seinem · namen · bvssen / vnd · vorgebvng · der· svnde · Lvcæ 24“.[160]

Die Emporen präsentieren ein Element, das in der Kapelle häufig auftaucht: Geschichten aus dem Alten Testament werden als messianische Weissagungen gedeutet, was der zeitgenössischen christlichen Verstehensweise des Alten Testaments entspricht, das Alte Testament als Vorgeschichte des neuen zu interpretieren. An der Brüstung der oberen Empore folgen acht Personen des Alten Testaments von links nach rechts der Reihenfolge der Bücher der Bibel. Sie alle verweisen auf Jesus Christus, der in der unteren Empore zu sehen ist, gemeinsam mit Jenen, die ihn bezeugen. Dazu kommt das Glaubensbekenntnis, das ebenfalls Gott bezeugt. Luther hielt das Credo für die beste Zusammenfassung des christlichen Glaubens. Die Worte des Glaubensbekenntnisses enden beim letzten Apostel Matthias, es folgt mit Paulus die Rechtfertigung. Die beiden Evangelisten am Schluss zitieren aus den letzten Versen ihrer Evangelien.[161] An der unteren Empore kommen zuerst die Augenzeugen, dann mit Markus und Lukas jene Evangelisten, die nicht als Augenzeugen galten.[162] So hält der Fries die Kapelle nicht nur formal zusammen, sondern auch inhaltlich. Hierzu gehört auch die Musik – dargestellt durch die musizierenden Engel –, die wie das Credo als Lobpreis Gottes verstanden werden muss.

Deckengehänge der Celler Schlosskapelle

Die ornamental gestaltete Decke mit ihren Wappenschlusssteinen stellt ein vereinheitlichendes Element der Celler Schlosskapelle dar. An senkrechten Zierketten hängen Schilde herab, die Jahreszahlen, Gemälde und Wappen zeigen. Hinzu kommen plastische Darstellungen wie Rundscheiben, Kugeln, Walzen, Engel und Quasten.[163] Zwei Tafeln mit der Jahreszahl 1570 weisen auf den Abschluss der Arbeiten hin, eine mit der Zahl 1865 auf die Restaurierung unter König Georg V. Insgesamt hängen acht Ketten von der Decke herab. An der ersten Kette von Osten her ist neben den Zierelementen unter einem plastischen Engelskopf auch eine Scheibe mit dem Gemälde eines Gnadenstuhls zu sehen. Unter dem Bild befindet sich eine plastische Taube, sodass letztendlich die Trinität dargestellt wird. An der zweiten Kette hängt die Tafel mit der beidseitigen Beschriftung 1865. Die dritte Kette trägt nur Kugeln und keine bildlichen oder textlichen Darstellungen. Die vierte Kette trägt eine Tafel mit der beidseitigen Beschriftung 1570. An der fünften Kette hängen u.a. zwei Tafeln mit Wappen auf beiden Seiten. Die sechste Kette präsentiert erneut eine beidseitig beschriftete Tafel mit der Jahreszahl 1570. Die siebte Kette zeigt nur Zierelemente wie Kugeln und keine Bild- oder Texttafeln, die achte Kette wieder eine beidseitig mit 1570 beschriftete Tafel. Die Hängung der Tafeln ist nicht zufällig. Gnadenstuhl und Taube hängen am Beginn des Apsisbereiches auf Höhe der Kanzel, die Wappen vor den Herrschaftsstand über der Gemeinde.

Georg V. und seine Frau Marie im Gebet

An der Südseite der Celler Schlosskapelle befindet sich heute neben dem Fenster ein Gemälde Georgs V. von Hannover. Es wurde 1864 von Carl Oesterley (1805–1891) geschaffen und zeigt Georg V. zusammen mit seiner Frau Marie in einem gotischen Kirchenraum vor einem Altar kniend.[164] Der König ist im Ornat des Hosenbandordens dargestellt. Ehemals gab es eine erklärende Bildunterschrift: „Diese von Herzog Wilhelm um 1570 erbaute Schlosskapelle hat Koenig Georg V 1866 zur Ehre Gottes restaurieren lassen“. Georg V. ordnete 1864 die Restaurierung der Schlosskapelle an, die 1865–66 erfolgte. Mit dem Gemälde stellte sich König Georg V. als Erneuerer der Kapelle dar. Seit die Maßnahmen von 1866 rückgängig gemacht wurden, wirkt das Gemälde ohne erklärenden Text und Umrahmung heute merkwürdig deplatziert. 1866 war es aber in die Ausstattung der Kapelle integriert. Der König steuerte seine Selbstdarstellung und suchte sein eigenes Bild in der Öffentlichkeit zu bestimmen. Die Darstellung des blinden Königs im Profil entspricht dabei dem gängigen und weit verbreiteten Porträttypus Georgs V. Georg war in der von ihm erneuerten Kapelle immer präsent, auch wenn er leibhaftig nicht anwesend war.

Personifikation der Frömmigkeit

Ehemals befand sich im Nordbereich der Westempore der Celler Schlosskapelle eine Trennwand, die den Nordbereich mit Herrschaftsstand von der Westempore abtrennte. In dieser Wand befand sich eine Tür, die sich erhalten hat. An der ehemaligen Innenseite der Tür ist eine kniende Personifikation der Frömmigkeit gemalt. Ein erläuternder Text lautet: „Wer aber ein heilig Leben foret, der ist Gott nahe. Sap. 6. 20“. Gemälde und Text sind zusammen auf eine Tafel gemalt.[165]

Malereireste im modernen Treppenhaus

Baugeschichte

Das gegenwärtige Haupttreppenhaus im Celler Schloss stammt aus den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts.[166] An seiner Stelle befanden sich im Obergeschoss um 1700 teilweise Repräsentationsräume. Im zweiten Obergeschoss auf Höhe des landesherrlichen Appartements war es der "Marschalls Eß-Saal", im dritten Obergeschoss auf Höhe des Appartements der Herzogin lagen hier Kammern und Vorkammern für Pagen und Hofmeister. Die konkrete Funktion für die Zeit um 1600 ist unbekannt. An den Treppenhauswänden haben sich geringe Reste von Wandmalereien aus dem späten Mittelalter sowie der Renaissance erhalten.

Malereireste

Dort, wo sich ehemals der "Marschalls Eß-Saal" befand, gibt es Reste einer Balkendecke mit rotgrüner Bemalung. An der Ostwand konnte eine größere Fläche von Beschlag- und Rollwerk rund um ein Fenster freigelegt werden. Zu ornamentalen Gestaltungen gesellen sich grüne Pflanzen, Blättersträuße und Früchte. Gemäß der Untersuchungsergebnisse ist diese Malerei des 16. Jahrhunderts nicht die Erstfassung. Im dritten Obergeschoss sind an der Westwand um ein Fenster herum großflächigere Reste der ehemaligen Bemalung aus dem 15. Jahrhundert zu sehen.

Bibliographie

  • Literatur:
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  • Streich, Stadt – Land – Schloss, 2000. – Streich, Brigitte (Hrsg.): Stadt – Land – Schloss. Celle als Residenz. Begleitband zur Ausstellung (Celler Beiträge zur Landes- und Kulturgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs und des Bomann-Museums, 29). Bielefeld 2000.
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  • Archivalien:
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  • Kiesler, Celle, 1994. – Kiesler, Claudia-Ros: Schloß Celle, archivmäßige Erfassung und Auswertung der Archivalien 1669–1891. Im Auftrag des Staatshochbauamtes Celle 1994 angefertigtes Typoskript.
  • Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Foto-, Schrift- bzw. Plansammlung und Sammlung der Restaurierung. 033-3920-004-02, 7.3.

Einzelnachweise

  1. Flick/Maehnert/Rüsch/Steinau, Westceller Vorstadt, 2010; Rüggeberg, Celle, 2007; Steinbrink, Celle, 2003; Streich, Stadt – Land – Schloss, 2000; Fischer, Baudenkmale, 2000; 660 Jahre Stadtkirche Celle, 1968; Cassel, Celle, 1930; Siebern, Celle, 1937.
  2. Malortie, Celle, 1862, S. 206; Siebern, Celle, 1937, S. 124–130; Streich, Celle, 2000, S. 85; Busch/Laß/Steinau, Selbstdarstellung, 2014, S. 150.
  3. Steiger, Schlosskapelle, 2017; Laß, Schlosskapellen, 2017; Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2012; Laß, Schloss, 2009, S. 217–218; Rüggeberg, Schloss, 2006, S. 9; Albrecht, Renaissancebau, 2003; Masuch, Celle, 1983; Ricklefs, Baugeschichte, 1976; Boehn, Baugeschichte, 1935, Tl. 2; Siebern, Celle, 1937, S. 96.
  4. Laß, Wandel, 2008, S. 217–218; Schmieglitz-Otten, Staatsgemächer, 2005; Boeck, Komödiensaal, 1972; Siebern, Celle, 1937, S. 93.
  5. Rüggeberg, Schloss, 2006, S. 23–25; Schmieglitz-Otten/Steinau, Caroline Mathilde, 2001; Siebern, Celle, 1937, S. 94.
  6. Laß, Celle, 2012, S. 9; Siebern, Celle, 1937, S. 97, 102–103; Malortie, Celle, 1862, S. 201.
  7. Laß, Celle, 2012, S. 19; Rüggeberg, Schloss, 2006, S. 40; Krumm, Baumaßnahmen, 1991.
  8. Laß, Celle, 2012, S. 23–27; Siebern, Celle, 1937, S. 103–107, 113–116.
  9. Steiger, Schlosskapelle, 2017; Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2012.
  10. Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Foto-, Schrift- bzw. Plansammlung und Sammlung der Restaurierung. 033-3920-004-02, 7.3.
  11. Siebern, Celle, 1937.
  12. Laß, Schloss, 2012; Rüggeberg, Schloss, 2006.
  13. Masuch, Celle, 1983
  14. Vgl. stellvertretend Albrecht, Renaissancebau, 2003.
  15. Streich, Stadt – Land – Schloß, 2000.
  16. Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2012; Bock, Bilder, 2003; Zweite, de Vos, 1980.
  17. Laß, Wandel, 2008. Eine falsche Zuordnung der Gemächer erfolgte noch bei Schmieglitz-Otten, Staatsgemächer, 2005.
  18. Vgl. etwa Boeck, Komödiensaal, 1972.
  19. Steiger, Schloßkapelle, 2018; Achhammer/von der Goltz/Stadlbauer, Schlosskapelle, 2017; Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2017; Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017; Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2012.
  20. Beachtung fand die Kapelle meist in Zusammenhang mit dem Celler Schloss. Vgl. in Auswahl: Laß, Schloss, 2012, S. 39–45; Fischer, Baudenkmale, 2000, S. 185; Zweite, Schloßkapelle, 1991; Nolte, Untersuchung 1968, S. 3–13; Siebern, Celle, 1937, S. 103–124; Boehn, Herzogsschloß, 1936, S. 13–29; Boehn, Schloß, 1927, S. 9–15; Nöldeke, Schloß, 1894, S. 4–23; Malortie, Schloß, 1862, S. 201–202.
  21. Bock, Zeiten, 1997.
  22. Zweite, Marten de Vos, 1980.
  23. Bock, Bilder, 2003.
  24. Laß, Schlosskapelle, 2012.
  25. Schellenberg, Kleinod, 2012.
  26. Stier, Mutmaßungen, 2012.
  27. Steiger, Schloßkapelle, 2018; Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 131: Achhammer/von der Goltz/Stadlbauer, Schlosskapelle, 2017.
  28. Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 19; Albrecht, Renaissancebau, 2003, S. 8; Ricklefs, Baugeschichte, 1976, S. 113; Boehn, Anna von Nassau, 1957, S. 50. Es ist klar, dass die Westempore nicht zusammen mit der Kapelle errichtet wurde, es gibt jedoch unterschiedliche Ansichten, ob die Westempore zu einer früheren Bauphase gehörte, oder erst zusammen mit der Neuausstattung sowie der Nordempore eingebaut wurde. Für einen frühen Einbau sprechen sich aus: Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 19; Albrecht, Renaissancebau, 2003, S. 8; Zweite, Marten de Vos, 1991, S. 2. Einen Einbau der Westempore um 1565/70 propagieren: Maier, Kirchenbau, 1985, S. 468; Boehn, Baugeschichte, 1936, S. 13; Siebern, Celle, 1937, S. 116; Rüggeberg, Schloss, 2006, S. 10.
  29. Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 27–35; Schellenberg, Kleinod, 2012, S. 88–89; Albrecht, Schlosskapelle, 1995, S. 147; Siebern, Celle, 1937, S. 38 f.; Bock, Bilder, 2003, S. 11 f., 29.
  30. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 151; Achhammer/von der Goltz/ Stadlbauer, Schlosskapelle, 2017, S. 175; Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 37; Bock, Bilder, 2003, S. 12.
  31. Im Gegensatz zu Busch, Georg V., 2003, S. 23–24, ging Georg V. sehr wohl davon aus, dass das Gemälde eine Inschrift benötigte. Dass das Gemälde Oesterleys an der einzigen freien Wandfläche angebracht wurde, halte ich für ausgesprochen unwahrscheinlich. So Rüggeberg, Celle, 2007, S. 67, sich auf Cassel, Celle, 1930/34 und Siebern, Celle, 1937 beziehend. Gerade an der prominenten Wandfläche gegenüber dem Herrschaftsstand muss sich etwas befunden haben, wenn auch nicht unbedingt ein Wandbild. Denkbar wäre eine Darstellung der Augsburgischen Konfession, die man in der Kapelle vermisst.
  32. Achhammer/von der Goltz: Fakten, Schlosskapelle, 2017, S. 149–152; Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2017, S. 152–154; Achhammer/von der Goltz/ Stadlbauer, Schlosskapell, 2017, S. 176; Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 36–40; Siebern, Celle, 1937, S. 118–119; Bonness, Celle, 1901, S. 21.
  33. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 131; Achhammer/von der Goltz/Stadlbauer, Schlosskapelle, 2017, S. 175–179, 182–189; Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 36–40; Gadesmann/Schwarz, Schloßkapelle, 1992.
  34. Zum Befund vgl. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 134–138; Schelleneberg, Kleinod, 2012, S. 112–113; Gadesmann/Schwarz, Schloßkapelle, 1992, S. 258–259; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 87 sowie Anm. 9.
  35. Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2012; Rüggeberg 2006, S. 8–11; Schwarz, Klima, 1992; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 88; Siebern, Celle, 1937, S. 103, 116, 118–120.
  36. Schellenberg, Kleinod, 2012, S. 88.
  37. Schellenberg, Kleinod, 2012, S. 92; Bock, Bilder, 2003, S. 31, 40, 51, 73, 88–92; Paetzold, Herzöge, 2000, S.178, Anm. 58; Koepplin, Kunst, 1992, S. 507–505; Gmelin, Plastik und Malerei, 1983, S. 746–748; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 107–108, 118; Siebern, Celle, 1937, S. 123; Bonness, Celle, 1901, S. 21.
  38. Hinzu kommen an den Wänden rechts und links Petrus und Paulus als Grundlagen der Kirche.
  39. Bock, Bilder, S. 32.
  40. Vgl. Kirchenordnung von 1564, S. 542; Jöckle, Überlegungen, 1994, S. 39; Vgl. Bock, Bilder, 2003, S. 35–39 mit einer ausführlichen Diskussion der möglichen Nutzungen; Rüggeberg, Schloss, 2006, S. 11 mit einer Identifizierung der Wappen.
  41. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 139.
  42. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 139, 141.
  43. 43,0 43,1 Kirchenordnung von 1564, S. 533.
  44. Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2017, S. 148–149; Schmidt, Kirchenregiment, 1984, S. 33 f., 40; Heimbürger, Wilhelm, 1857.
  45. Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2012.
  46. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 120–143, 270–278.
  47. Auferstehung und Himmelfahrt scheinen aber von Marten de Vos selbst zu sein, so Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 144.
  48. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 119–120, 143–144.
  49. 49,0 49,1 49,2 Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 120.
  50. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 120–121.
  51. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 56-67; Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 141–149; Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 29–30; Schellenberg, Kleinod, 2012, S. 91–92; Stier, Mutmaßungen, 2012, S. 201; Bock, Bilder, 2003, S. 32–33, 122; Gmelin, Plastik und Malerei, 1983, S. 746–748; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 89–91, 121, 124–125, 270–271.
  52. 52,0 52,1 52,2 52,3 52,4 52,5 Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 135.
  53. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 147.
  54. 54,0 54,1 Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 147–148.
  55. Schellenberg, Kleinod, 2012, S. 90–92; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 89, 270.
  56. 56,0 56,1 Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 135, 145.
  57. Schellenberg, Kleinod, 2012, S. 90–92; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 89, S. 271.
  58. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 65–66; Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, S. 141–149; Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 30; Bock, Bilder, 2003, S. 45–47; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 90, 125; Busch, Porträttafeln, 1967.
  59. Bock, Bilder, 2003, S. 45.
  60. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 64–66; Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 146; Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 30; Schellenberg, Kleinod, 2012, S, 91–92; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 90, 125; Busch, Porträttafeln, 1967.
  61. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 141–149; Stier, Mutmaßungen, 2012, S. 201; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 80–91, 121, 125.
  62. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 89.
  63. 63,0 63,1 Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 29.
  64. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 50–55; Bock, Bilder, 2003, S. 33–34, 79–80.
  65. Schellenberg, Kleinod, 2003, S. 105; Bock, Bilder, 2003, S. 33–34, 122; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 20, 92, 132–133, 273.
  66. Achhammer/von der Golz, Schlosskapelle, 2017, S. 141; Bock, Bilder, 2003, S. 33–34, 123; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 135–136.
  67. Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 32; Bock, Bilder, 2003, S. 35–40; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 95, 116; Bonness, Celle, 1901, S. 25.
  68. Kirchenordnung von 1564 (Kirchenordnungen 1955, S. 542); Vgl. Bock, Bilder, 2003, S. 35–39 mit einer ausführlichen Diskussion der möglichen Nutzungen; Vgl. Rüggeberg, Schloss, 2006, S. 11 mit einer Identifizierung einiger Wappen.
  69. Bock, Bilder, 2003, S. 38–39, 80–81; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 95, 97.
  70. Bock. Bilder, 2003, S. 38–39, 80–81.
  71. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 115.
  72. Bock, Bilder, 2003, S. 123; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 134, 247.
  73. Bock, Bilder, 2003, S. 36.
  74. Stier, Mutmaßungen, 2012, S. 209; Bock, Bilder, 2003, S. 39; Bonness, Celle, 1901, S. 25.
  75. Bock, Bilder, 2003, S. 123–124.
  76. Bock, Bilder, 2003, S. 123; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 95.
  77. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 95.
  78. Steiger, Schlosskapelle, 2017, S. 167–168; Bock, Bilder, 2003, S. 38–39, 124; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 20, 94, 126–127, 217.
  79. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 136, 152.
  80. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 26–33; Bock, Bilder, 2003, S. 82–83; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 30, 42, 94–95, 136.
  81. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 94–95, 137.
  82. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 95, 136–137, 276.
  83. Etwa Titelblatt der ersten Vollbibel 1534 in Wittenberg. Vgl. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 137.
  84. 84,0 84,1 84,2 84,3 Bock, Bilder, 2003, S. 124; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 95.
  85. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 27–28; Bock, Bilder, 2003, S. 124; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 95, 137.
  86. Bock, Bilder, 2003, S. 124; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 20, 95, 137, 276.
  87. Bock, Bilder, 2003, S. 124; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 95, 137.
  88. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 276.
  89. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 34–41; Bock, Bilder, 2003, S. 83–83; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 95.
  90. Bock, Bilder, 2003, S. 124; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 94–95.
  91. Bock, Bilder, 2003, S. 125; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 95.
  92. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 140–149; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 98.
  93. Bock, Bilder, 2003, S. 125; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 137, 277.
  94. 94,0 94,1 Bock, Bilder, 2003, S. 125; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 120.
  95. Bock, Bilder, 2003, S. 125; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 138.
  96. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 139–140.
  97. 97,0 97,1 97,2 97,3 Bock, Bilder, 2003, S. 125; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 98.
  98. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 110–121; Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2017, S. 145–146; Steiger, Schloßkapelle, 2017, S. 168–169; Bock, Bilder, 2003, S. 126; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 98–99, 129.
  99. Bock, Bilder, 2003, S. 126; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 98–99, 273.
  100. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 129.
  101. Bock, Bilder, 2003, S. 126; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 98, 129, 272.
  102. Zweite, Marten des Vos, 1980, S. 98–99.
  103. Der Stich wird laut Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 272 nicht bei Hollstein genannt und befindet sich in Amsterdam, Prentenkabinet, Inv. Nr, 65:330. Der Stich gibt das Gemälde seitenverkehrt wieder. Statt der Almosen spendenden Frau ist der barmherzige Samariter wiedergegeben. Hinter der Kirche sieht man den Kalvarienberg, über dem sich die Sonne verdunkelt hat. Der Stich könnte auf eine Zeichnung zurückgehen, denn es ist unwahrscheinlich, dass Goltzius das Celler Gemälde kannte.
  104. Bock, Bilder, 2003, S. 126; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 98–99, 126, 128–129.
  105. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 98–99, 271.
  106. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 271–272.
  107. 107,0 107,1 107,2 Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2017, S. 146; Bock, Bilder, 2003, S. 126.
  108. Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2017, S. 145; Bock, Bilder, 2003, S. 127.
  109. 109,0 109,1 Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2017, S. 146; Bock, Bilder, 2003, S. 127.
  110. Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2017, S. 146; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 98.
  111. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 122–129; Bock, Bilder, 2003, S. 73–75; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 99, 101, 103.
  112. Bock, Bilder, 2003, S. 127; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 99–100.
  113. Bock, Bilder, 2003, S. 127; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 100, 134, 274.
  114. Bock, Bilder, 2003, S. 127; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 100.
  115. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 100.
  116. 116,0 116,1 Bock, Bilder, 2003, S. 127; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 101.
  117. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 101.
  118. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 130–139; Bock, Bilder, 2003, S. 77–78; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 103, 120.
  119. Steiger, Schlosskapelle, 2017, S. 172; Bock, Bilder, 2003, S. 77–78; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 103.
  120. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 103 (Holstein, Germ., IV, 244, Nr. 394).
  121. 121,0 121,1 121,2 Bock, Bilder, 2003, S. 77–78.
  122. Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2017, S. 150; Steiger, Schloßkapelle, 2017, S. 169–172; Stier, Mutmaßungen, 2012, S. 208–209; Bock, Bilder, 2003, S. 56–63, 77–78, 127–128; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 104, 141.
  123. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 141, 278.
  124. Steiger, Schloßkapelle, 2017, S. 165–166; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 105, 130, 272.
  125. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 130.
  126. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 105–106; Bonness, Celle, 1901, S. 29.
  127. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 106, 131–132.
  128. 128,0 128,1 128,2 128,3 Bock, Bilder, 2003, S. 131.
  129. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 106.
  130. Dieser Holzschnitt sei zuerst in Claude Paradin’s „Quadrins historique de la Bible“ erschienen, die Jean de Tournes 1553 in Lyon druckte. Wiederverwendet worden sei er in der Bibel desselben Verlegers von 1554 (Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 106, Anm. 53).
  131. Bock, Bilder, 2003, S. 130; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 106, 131–132.
  132. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 107.
  133. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 108.
  134. Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 30.
  135. 135,0 135,1 Bock, Bilder, 2003, S. 131; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 107.
  136. Steiger, Schloßkapelle, 2018, S. 44–45; Laß, Schlosskapelle, 2012, S. 30.
  137. Bock, Bilder, 2003, S. 50, 131; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 107–108.
  138. Bock, Bilder, 2003, S. 50, 131; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 108.
  139. Bock, Bilder, 2003, S. 131; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 89, 109, 120.
  140. Bock, Bilder, 2003, S. 132; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 108–109, 120.
  141. Van de Velde, Frans Floris, 1975, S 423–424, Abb. xxx.
  142. Bock, Bilder, 2003, S. 132; Zweite, Marten de Vos, S. 108, 120.
  143. Van de Velde, Frans Floris, 1975, S. 423–424, Abb. 260.
  144. Bock, Bilder, 2003, S. 131–132; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 89.
  145. Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 125–126.
  146. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 136–137.
  147. Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2017, S. 151–152; Steiger, Schlosskapelle, 2017, S. 166; Schellenberg, Kleinod, 2012, S. 92; Bock, Bilder, 2003, S. 41, 132; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 109.
  148. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 141.
  149. Bock, Bilder, 2003, S. 41, 132; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 109.
  150. 150,0 150,1 150,2 Bock, Bilder, 2003, S. 41; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 109.
  151. Bock, Bilder, 2003, S. 120; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 89, 110, 119.
  152. 152,0 152,1 152,2 152,3 152,4 152,5 152,6 152,7 Bock, Bilder, 2003, S. 120; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 110, 119.
  153. Steiger, Schlosskapelle, 2017, S. 150–152; Stier, Mutmaßungen, 2012, S. 204–205; Bock, Bilder, 2003, S. 31; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 109–110, 118, 120.
  154. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 135, 140–141.
  155. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 135; Stier, Mutmaßungen, 2012, S. 204–220; Bock, Bilder, 2003, S. 133; Zweite, Marten de Vos, 1980, S. 109–110, 120.
  156. Steiger, Schlosskapelle, 2017, S. 104–109; Schellenberg, Kleinod, 2012, S. 92; Bock, Bilder, 2003, S. 82–83, S. 125.
  157. Steiger, Schlosskapelle, 2017, S. 10–25; Schmieglitz-Otten, Schlosskapelle, 2017 S. 151–152; Steiger, Schlosskapelle, 2017, S. 158; Schellenberg, Kleinod, 2012, S. 92; Bock, Bilder, 2003, S. 40, 88–92.
  158. Bock, Bilder, 2003, S. 134.
  159. Bock, Bilder, 2003, S. 132.
  160. Bock, Bilder, 2003, S. 133.
  161. Bock, Bilder, 2003, S. 90.
  162. Bock, Bilder, 2003, S. 88–92.
  163. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 131; Bonness, Celle, 1901, S. 21.
  164. Moritz, Georg V., 2003, S. 118; Brosius, Georg V., 2003, S. 15; Busch, Georg V., 2003, S. 19, 23–24; Siebern, Celle, 1937, S. 118–119. Dass das Gemälde Oesterleys an der einzigen freien Wandfläche angebracht wurde, halte ich für ausgesprochen unwahrscheinlich. So Rüggeberg, Celle, 2007, S. 67, sich auf Cassel, Celle, 1930/34 und Siebern, Celle, 1937 beziehend. Gerade an der prominenten Wandfläche gegenüber dem Herrschaftsstand muss sich etwas befunden haben, wenn auch nicht unbedingt ein Wandbild. Denkbar wäre eine Darstellung der Augsburgischen Konfession, die man in der Kapelle vermisst.
  165. Achhammer/von der Goltz, Schlosskapelle, 2017, S. 135; Bock, Bilder, 2003, S. 12; Bonness, Celle, 1901, S. 29.
  166. Krumm, Baumaßnahmen, 1991, S. 64–65. Vgl. Ferner: NLD, Restaurierungsakten, Akt 033-3920-004-02, 7.3.