Celle, Haus Schuhstraße 22
Inventarnummer: cbdd20374
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Aus dem Haus Schuhstraße 22 hat sich eine translozierte Deckenmaler erhalten, die vermutlich von Giuseppe Arighini zwischen 1670 und 1700 geschaffen wurde. Sie zeigt den Engel des Lichts, der einen Toten in den Himmel emporträgt.

Das Haus Schuhstraße 22
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Haus Schuhstraße 22 wurde Ende des 16. Jahrhunderts erbaut, später jedoch verändert.[1] 1656 erwarb es die Stadt Celle, die es „zum Kommandantenhaus“ einrichten ließ.[2] Ab 1680 wurde es an „höhere Beamte vermietet“.[2] Ende des 19. Jahrhunderts ging es in den Besitz der Sparkasse über und verblieb dort bis 1909.[3] Im Inneren wurde das Haus stark umgestaltet, insbesondere im Erdgeschoss.
Beschreibung
Das zweigeschossige Giebelfachwerkhaus hat sechs Gefache. Der Giebel kragt zweimal vor. Im Obergeschoss befindet sich in der rechten Hälfte ein Erker mit Pultdach.[1]
Ein ehemaliges Zimmer
Beschreibung
„Ein Zimmer des Hauses hatte eine reich durchgebildete Stuckdecke mit Gemälde im Plafond.“[2]
Das translozierte Deckenbild
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Decke wird in die Zeit zwischen 1670 und 1700 datiert. Der Stuck wird Giovanni Battista Tornielli zugeschrieben, die Malerei Giuseppe Arighini. Beide arbeiteten in diesen Jahren nachweislich im Celler Residenzschloss.[3] Im Jahr 1909 wurde die Decke abgenommen und am jetzigen Standort Neumark 1 neu eingebaut.[4]
Beschreibung und Ikonographie
Die Stuckdecke mit Putten, Blumen, Blättern und Muscheln ähnelt in ihrer Gestaltung denen im Residenzschloss.[2] Die Malerei zeigt den „Engel des Lichts“, der einen Verstorbenen in den Himmel führt.[3] Vor einem dunkelblauen Himmel trägt ein rotgewandeter Engel mit strahlendem Haupt einen olivgrün gekleideten Menschen empor. Über der Gruppe streuen drei Engel bzw. Putten Blumen.
Die Darstellung steht für die Gewissheit der Lutheraner auf eine fröhliche Auferstehung der Gläubigen, da Jesus Christus bereits für die Sünden der Menschen gestorben ist.
Gestalterische Mittel – Komposition und Ansichtigkeit
Das Gemälde ist in starker Untersicht gemalt.
Bibliographie
- Literatur:
- Bellersen Quirini, Celle, 2016. – Bellersen Quirini, Cosima: 100 weitere besondere Orte in Celle. Celle 2016.
- Siebern, Celle, 1937. – Siebern, Heinrich (Bearb.): Stadt Celle (Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 21). Hannover 1937.