Brenken, Haus Erpernburg
Inventarnummer: cbdd10349
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In der Kapelle von Haus Erpernburg zeigt ein Deckengemälde von 1722 das letzte Abendmahl.

Haus Erpernburg
Kurzbeschreibung und Lage
Haus Erpernburg[1] erhebt sich über dem Hang zum Fluss Alme. Die komplexe Anlage ist um einen Hof gruppiert, der von Norden nach Süden erschlossen wird. Vor dem Herrenhaus rahmen zwei niedrige Nebengebäude eine Art Ehrenhof. Im Nordosten ist seitlich der Hauptachse ein Wirtschaftshof gelegen. Hinter dem Herrenhaus befindet sich ein Garten, der in Terrassen zum Tal der Alme hin abfällt.
Bau- und Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Herrenhaus wurde 1713-25 von Anton Hensemann und Nikolaus Wurmstich für Ferdinand von und zu Brenken und seine Gattin Juliane von Westfalen erbaut. Es ersetzte einen Bau des 16. Jahrhunderts im Tal, der 1684 schwer beschädigt worden war. Die Ausstattungsarbeiten zogen sich bis in die 1730er Jahre hin. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Neben- und Ökonomiebauten weitgehend erneuert. Erpernburg ist bis heue im Besitz der Familie.
Beschreibung
Der breitgelagerte Putzbau über hohem Sockelgeschoss trägt ein Walmdach. Die mittleren drei Achsen des elf Achsen breiten Baus werden an der Eingangsseite unter einem Dreiecksgiebel zusammengefasst. An den schmalen Ost- und Westseiten sind je zwei Pavillons über annähernd quadratischer Grundfläche mit geschweiften Hauben an den Kernbau herangeschoben. Das Innere birgt ein großes Treppenhaus sowie im nordöstlichen Turm eine Kapelle.
Die Kapelle
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Die Marienkapelle bzw. Kapelle zur Mutter Gottes[2] wurde von Ferdinand von und zu Brencken als Doppelkapelle bis 1722 in den nordöstlichen Pavillon des Hauses eingebaut und ausgestattet.
Beschreibung
Die Kapelle ist im nördlichen seitlichen Anbau des Hauptgebäudes gelegen. Der steile zweigeschossige Raum misst 3,5 auf 3,5 Meter und ist üppig mit Stuckaturen von Carlo Paerna ausgestattet. Im Obergeschoss befindet sich eine Holzempore. In den Ecken sind unter der Decke die vier Evangelisten angebracht. Das relativ flache mit Putten und Wolken stuckierte Muldengewölbe der Decke nimmt in seiner Mitte ein rundes Fresko im Rahmen auf. Die Ausstattung des ganzen Raumes bezieht sich auf das Leben Christi und seine Passion. Es geht auf eine Vision des Dominikus von Brenken zurück, einem Onkel des Bauherrn.
Das Deckengemälde
Gestalterische Mittel – Komposition und Ansichtigkeit
Das flache Muldengewölbe ist mit Wolken und Cherubköpfen stuckiert. In der Mitte befindet sich ein Deckengemälde im Stuckrahmen, das das letzte Abendmahl zeigt.[3]
Bibliographie
- Literatur:
- Dehio, Westfalen 2011. – Dehio, Georg: Nordrhein-Westfalen II. Westfalen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Ursula Quednau. München/Berlin 2011.
- Körner, Büren, 1926. – Körner, Johannes (Bearb.): Kreis Büren (Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, 38). Münster 1926.
- Mummenhoff, Erpernburg, 1981. – Mummenhoff, Karl E.: 250 Jahre Haus Erpernburg 1731 – 1981. Erpernburg 1981.
- Püttmann-Engel, Schloßkapellen, 1987. – Püttmann-Engel, Kristin: Schloßkapellen im Raum Westfalen 1650–1770 (Denkmalpflege und Forschung in Westfalen, 14 ). Bonn 1987.