Bremervörde, ehem Haus Alte Straße 4
Inventarnummer: cbdd20381
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Das translozierte Fragment einer Deckenmalerei aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts präsentiert in zwei Medaillons die Opferung Isaaks und Jakobs Traum von der Himmelsleiter.
Das ehem. Haus Alte Straße 4
Kurzbeschreibung und Lage
Das Haus stand an der Nordseite der Alten Straße, nahe dem ehemaligen Residenzschloss.
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Gebäude wurde wohl vor 1618 errichtet. Seine historischen Eigentümer sind unbekannt. Mitte des Jahres 1951 wurde es abgebrochen.[1]
Beschreibung
Das eingeschossige Haus mit Krüppelwalmdach besaß einen rückwärtigen Anbau.
Reste der Deckenbemalung
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Öl-Leimemulsionsmalerei stammt aus einem Raum, der „hinten rechts“ im Haus gelegen haben soll. Es handelt sich um den Rest einer bemalten Holzbalkendecke. Die Malerei lässt sich auf die erste Hälfte es 17. Jahrhunderts datieren. Beim Abbruch des Hauses 1951 wurden neun Kiefernholzbretter mit Malerei geborgen, die zwei Felder in zwei nebeneinander liegenden Fachen mit einer Gesamtfläche von 14 Quadratmetern umfassen. Weitere Bretter sowie die Balken sind verloren. Erhalten blieb jedoch eines der Schalbretter einer Balkenverkleidung. Nachdem die Bretter zunächst auf einem Dachboden zwischengelagert worden waren, konnten sie nach einer Restaurierung im Jahr 1971 an die Raumdecke des alten Eingangs des heutigen Bachmann-Museums genagelt werden. Die Medaillons blieben dabei unverändert, das umgebende Rankenwerk ist ergänzt und übermalt. Ein brauner Rahmen diente bis 2021 zur Einfassung des Fragmentes; das Schalbrett trat an die Stelle des ursprünglichen Balkens. 2021 wurden die Bretter für die gegenwärtig (2025) noch laufende Restaurierung abgenommen.[2]
Beschreibung und Ikonographie
Das Fragment misst 4,79 auf 3,05 Meter. Es nimmt zwei Medaillons auf, die von grünen Akanthusblättern auf weißem Grund umgeben sind. Das Schalbrett ist ebenfalls mit grünen Akanthusranken auf weißem Grund bemalt. Jedes Medaillon präsentiert eine Szene des Alten Testaments: Links die Opferung Isaaks und rechts die Himmelsleiter. Die Opferung Isaaks soll auf einer Anhöhe zwischen Bäumen erfolgen. Abraham hat bereits zum tödlichen Schlag gegen seinen Sohn Isaak ausgeholt; rechts steht der Altar mit bereits brennendem Feuer bereit. Da fällt ihm der Engel Gottes in den Arm, und das Menschenopfer wird nicht stattfinden. Um die schlecht erhaltene Darstellung zieht sich ein Schriftband: „Der Engel Gottes Rieff Abraham Abraham Lege Deine Hand Nicht an Den Knaben Den[n] nu[n] weis Ich Das Du Gott Fürchtest I Genesis Cap. 22-11.“ Die Himmelsleiter erscheint Jakob im Schlaf. Er liegt auf einer Anhöhe vor zwei Bäumen. Im Hintergrund erblickt man eine Stadt. Links oben hat sich der Himmel geöffnet; zu dieser Öffnung steigen die Engel auf der Leiter auf und nieder. Das Bild ist ebenfalls schlecht erhalten und auch hier umgibt eine Inschrift das Bild: „Wie Heilig ist Diese Stett, hie ist Nichts anders. Denn Gottes Haus. und hir ist Die Pforte Des Himmels. I Genesis Cap. 28-17“. Beide Malereien wirken unbeholfen und teilweise naiv im Malstil.[3]
Bibliographie
- Literatur:
- Bachmann, Kostbarkeiten, 1995. – Bachmann, Elfriede: Kostbarkeiten zwischen Elbe und Weser: „Isaaks Opferung“ und „Jakobs Traum“ in Bremervörde. Eine jahrhundertealte bemalte Holzdecke im Bachmann-Museum. in: Zwischen Elbe und Weser. Heimat und Kultur. Zeitschrift des Landschaftsverbandes der Ehemal. Herzogtümer Bremen und Verden. Bremerhaven 1995, Jg. 14, Heft 2, S. 4-5.
- Archivalien:
- Ahrends/Erdmann, Deckenfragment, 2020. – Gerold Ahrends/ Yvonne Erdmann: Kurzbericht- BMB 3060 bemaltes Deckenfragment. Ausbau, Konservierung und Lagerung (Klimakiste). Bachmann-Museum Bremervörde. Lauenburg 2020.
- Ahrends/Erdmann, Voruntersuchung, 2018. – Gerold Ahrends/ Yvonne Erdmann: restauratorische Voruntersuchung. BehandIungskonzept. Bachmann-Museum Bremervörde, bemaltes Deckenfragment, BMB 3060. Lauenburg 2018.
Einzelnachweise
- ↑ Bachmann, Kostbarkeiten, 1995, S. 4-5.
- ↑ Bachmann, Kostbarkeiten, 1995, S. 4. Ahrends/Erdmann, Voruntersuchung, 2018, S. 6, 10, 12, 14; Ahrends/Erdmann, Deckenfragment, 2020, S. 5.
- ↑ Bachmann, Kostbarkeiten, 1995, S. 4. Ahrends/Erdmann, Voruntersuchung, 2018, S. 6, 11, 14; Ahrends/Erdmann, Deckenfragment, 2020, S. 4-5.