Braunschweig, ehem Korbsches Haus
Inventarnummer: cbdd20263
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Im so genannten Korbschen Haus befanden sich bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zwei Deckenmalereien, die Joseph Gregor Winck zugeschrieben wurden. Eine der Malereien ist fotografisch dokumentiert und zeigt eine Allegorie des Herbstes mit Bacchus und Genien auf Wolken.

Das ehem. Korbsche Haus ist noch in Bearbeitung
Kurzbeschreibung und Lage
Das Haus stand im südlichen Bereich der Braunschweiger Altstadt.
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Gebäude wurde nach Plänen von Hermann Korb für den Braunschweiger Drosten Christoph Daniel Köhler erbaut. Dessen Tochter Johanne Katharine Friederike heiratete 1736 Heinrich Bernhard Schrader, der das Haus Auguststraße 6 nach ihrem Tod erbte und seine Ausstattung modernisieren ließ. Später veräußerten Schraders Erben das Anwesen. Um 1760 wurde es nach Norden hin um acht Fensterachsen erweitert, wobei die ursprüngliche Fassadengliederung Korbs fortgeführt wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der große Saal im Obergeschoss in einzelne Zimmer aufgeteilt; 1878 erfolgte eine Erweiterung nach Süden um weitere fünf Achsen. Auch dieses Mal wurde die Korbsche Fassade übernommen. 1944 wurde das Haus stark beschädigt und die Ruine 1954 abgerissen.[1]
Beschreibung
Der dreigeschossige Korbsche Kernbau war ein Fachwerkgebäude mit Werksteinfassade zur Straße hin. Sie war neun Fensterachsen breit. Die mittleren drei Achsen waren zu einem Mittelrisalit mit Attikageschoss unter Dreiecksgiebel zusammengefasst. Auch die beiden äußeren Achsen waren als Risalite in dieser Form gestaltet. Das Innere folgte einer symmetrischen Grundstruktur: Die mittleren drei Achsen nahmen ein Vestibül im Erdgeschoss, einen Saal mit Musikerempore im Obergeschoss sowie ein rückwärtiges Treppenhaus auf. Die beiden Seiten blieben Räumen vorbehalten, die über Türen miteinander verbunden waren. Zusätzlich erschlossen in der Hausmitte gelegene Flure die Seiten.[2]
Ehem. Deckengemälde
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckenbild wurde um 1748 im Auftrag von Heinrich Bernhard von Schrader vermutlich von Joseph Gregor Winck mit Ölfarben an den Deckenputz gemalt. In welchen Raum sich die Malerei befand, ist nicht bekannt. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts existierten im Haus noch zwei Deckengemälde, die Winck zugeschrieben wurden – eines in einem Raum des Erdgeschosses, das andere in einem Zimmer des Obergeschosses. Bereits in den dreißiger Jahren waren die beiden Fresken verloren. Nur eines der Gemälde ist fotografisch dokumentiert. Das Thema des anderen ist unbekannt.[3]
Beschreibung und Ikonographie
Dargestellt ist der Weingott Bacchus, der auf einer zentralen Wolke thront. In seiner rechten Hand hält er eine Weinrebe, in seiner linken einen Kelch, den er emporhebt. Zu seinen Füßen räkelt sich eine Frau, die sich an einen Obstkorb gütlich tut. Bacchus wendet sich nach rechts zu einer Genie, die einen weiteren Obstkorb heranbringt. Zugleich wendet er sich von einem behelmten Mann zu seiner Linken ab, der ihm in den Arm fällt. Zwei Putten beobachten die Szene und scheinen die Betrachtende auf das Geschehen hinzuweisen. Offenbar handelt es sich um eine Darstellung der Allegorie des Herbstes.[4]
Bibliographie
- Literatur:
- Arnhold, Auguststraße, 2006. – Arnhold, Elmar: Auguststraße Nr. 6, in: Albrecht, Peter/Paulus, Simon (Red.): Hermann Korb und seine Zeit 1656-1735. Barockes Bauen im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Wolfenbüttel/Braunschweig 2006, S. 202-203.
- Braun, Winck, 1983. – Braun, Hermann: Joseph Gregor Winck, Deggendorf 1710 - Hildesheim 1781. Leben und Werk eines Barockmalers in Norddeutschland (Forschungen der Denkmalpflege in Niedersachsen, 2). Hameln 1983.
- Meier/Steinacker, Braunschweig, 1926. – Meier, Paul J./Steinacker, Karl (Bearb.): Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Braunschweig. 2. erw. Aufl. Braunschweig 1926.