Gäbisch, Daniela:Bayreuth, Neues Schloss, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/4cae5fbc-cb0a-4b86-b11f-eb6e225bf1ab

Inventarnummer: cbdd10141

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Nach dem Brand 1753 folgte der Neubau des Neuen Schlosses. Die Deckenmalereien in den Innenräumen der Residenz wurden von dem Hof- und Kabinettmaler Wilhelm Ernst Wunder geschaffen.

Die Anlage

 

Das Ensemble der Schlossanlage des Neuen Schlosses Bayreuths besteht aus der Residenz selbst, dem Italienischen Schlösschen und dem Hofgarten.

1580 schenkte Markgraf Georg Friedrich I. von Brandenburg-Ansbach-Kulmbach (1539-1603, reg. ab 1657) seiner zweiten Ehefrau Sophie (1563-1639) einen Nutzgarten. Der nachfolgende Markgraf, Christian Ernst von Brandenburg-Kulmbach (1581-1655, reg. ab 1603), ließ an dieser Stelle schließlich einen rechteckigen und eingezäunten Lustgarten mit einfachen Blumenbeeten, Bäumen und Sträuchern durch den Gärtner Abraham Manal (1584-1630) errichten. Ab 1670 wurde das Areal zum Hofgarten ausgebaut.[1] Neben einem Grotten- und Brunnenhaus entstanden 1677 eine Orangerie und ein Ballhaus.[2] Ungefähr mittig des Gartens befand sich die östlich über den Park hinaus angelegte Hauptachse, die als Mailbahn diente und 1679/80 durch eine Lindenallee ausgezeichnet wurde. Außerdem wurden Boskette, ein Küchengarten und ein Bereich zur Jagdhundedressur (Hetzgarten) sowie Wege angelegt.[3] 1744 begann man am westlichen Ende der Mailbahn mit dem Bau der Reformierten Kirche an der ehemaligen Reit- und Rennbahn.[4] Weitere Bürgerhäuser entstanden daneben bis 1748. Der Architekt aller Gebäude war Joseph Saint-Pierre.[5] 1753 brannte schließlich das Alte Schloss in Bayreuth größtenteils aus. Nach Plänen eben dieses Architekten sollten nun die Orangerie, das Ballhaus, die Bürgerhäuser und die Kirche zu einem Schlosskomplex, dem Neuen Schloss Bayreuth für das Markgrafenpaar Friedrich (1711-1763, reg. ab 1735) und Wilhelmine (1709-1758) von Brandenburg-Bayreuth, zusammengeführt werden.[6] Eine neue Orangerie wurde 1753 und daneben, allerdings ein Stück nach hinten versetzt, 1755 der Küchenbau am nördlichen Rand des Gartens errichtet.[7] 1755 waren die Außen- und Innenarbeiten im Schloss weitestgehend beendet.[8] Auch der Garten wurde ca. ab 1754 wohl nach Plänen des Architekten Rudolf Heinrich Richters (um 1700-1771) erweitert und in einen kleinteiligen Rokokogarten für repräsentative Zwecke umgestaltet. Die Hauptachse des Gartens, ein neu angelegter Kanal mit Blumen- und Vogelinseln, wurde nach Süden verschoben und entsprach nun dem Südflügel und nicht dem Mittelrisalit des Schlosses. Der heute noch vorhandene Kanal biegt, im Vergleich mit anderen barocken Gartenanlagen ungewöhnlich, im Osten rechtwinklig nach Süden ab. Dementsprechend befand sich die Mailbahn nun am nördlichen Rand des Hofgartens. Des Weiteren wurden Pattere, Boskette, Alleen und weitere Wege angelegt sowie Statuen aufgestellt.[9] Vor dem Flügel der Markgräfin entstand das sogenannte Hoheitengärtlein, welches nur über Wilhelmines Nordtrakt betretbar und mit besonderen Blumen bepflanzt war.[10] 1757 wurde ein Verlängerungsbau an den Flügel des Markgrafen angeschlossen.[11] Das Jahr darauf starb Wilhelmine. Friedrich heiratete 1759 erneut und ließ zeitgleich für seine zweite Gattin Sophie Caroline Marie von Braunschweig-Wolfenbüttel (1737-1817) ein eingeschossiges klassizistisches Schloss durch Rudolf Heinrich Richter neben dem Südflügel erbauen. 1762 muss das sogenannte Italienische Schlösschen und der davor liegende kleine Garten fertiggestellt worden sein.[12] 1763 verstarb auch Friedrich. Sein Nachfolger Markgraf Friedrich Christian von Brandenburg-Bayreuth (1708-1769, reg. ab 1763) ließ 1764 durch den Architekten Carl Philipp von Gontard (1731-1791) einen Badetrakt errichten, der das Italienische Schlösschen und das Neue Schloss miteinander verbindet.[13]

Markgraf Christian Friedrich Carl Alexander von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth (1736-1806, reg. 1769-1791) ließ ab 1789 dem Garten durch den Hofgärtner Johann Georg Rosengarth nach Art des englischen Landschaftsgartens größtenteils erneuern. Dabei spielten die hohen Pflegekosten, die ein Rokokogarten verursachte, der veränderte Zeitgeschmack sowie der Zusammenschluss der Fürstentümer Ansbach und Bayreuth mit dem Hauptsitz in Ansbach eine wesentliche Rolle.[14] 1791 dankte der Markgraf ab und Bayreuth geriet unter preußische Herrschaft.[15] Nach einer kurzen Unterbrechung der Arbeiten wurde 1793 der Garten vom Hofgärtner Johann August Christian Oertel weiter vereinfacht.[16] 1806 bis 1810 war Bayreuth französisches Besatzungsgebiet. Die Stadt wurde schließlich 1810 vom Königreich Bayern erworben.[17] Im selben Jahr wurde durch Oertel nach Entwürfen des Bauinspektors Carl Christian Riedel das heutige Verwaltungsgebäude, ein Verbindungsbau zwischen Orangerie und Küchenbau, errichtet.[7] Anfang des 20. Jahrhunderts wurden teilweise die Figuren des ehemaligen Rokokogartens wieder in den Park integriert.[18]

Das Schloss

Das Alte Schloss war eine Residenz der fränkischen Hohenzollern im Stil des Barocks des 17. Jahrhunderts. Laut des Hochbauamts sollte es baufällig gewesen sein, weshalb man Mitte des 18. Jahrhunderts auf einen Neubau plädierte. Außerdem genügte es nicht den Ansprüchen der Markgräfin Wilhelmine, die es für altmodisch und zu wenig prunkvoll hielt. Am Abend nach 20 Uhr des 26. Januars brach im Schloss ein Feuer aus, das bis in den Morgen wütete und das Schloss schwer beschädigte.[19] Angeblich soll Markgraf Friedrich III. Gemälde des Hofmalers Wilhelm Ernst Wunder begutachtet haben. Beim Verlassen des Raumes vergaß er jedoch die Kerze, die dann den Brand auslöste.[20] Bei der Bevölkerung kam das Gerücht auf, dass der Markgraf das Feuer selbst legte, um so einen Neubau zu legitimieren.[21] Markgräfin Wilhelmines Bruder Friedrich der Große bot seine finanzielle Unterstützung an, jedoch unter der Bedingung, dass die Residenz wieder aufgebaut werde, da der größte Teil der Mauern noch stand.[22] Doch zogen sich die Wiederaufbaumaßnahmen sehr schleppend hin. Wilhelmine wollte indessen lieber eine neue Residenz und bereits wenige Wochen nach dem Inferno legte der Architekt Joseph Saint-Pierres Pläne für ein Neues Schloss auf dem Gelände an der ehemaligen markgräflichen Reit- und Rennbahn vor. Die Platzanlage, wenige hundert Meter vom Alten Schloss entfernt, eignete sich besonders wegen ihres Anschlusses zum Hofgarten. Zudem wurde das entsprechende Gelände seit 1744 mit Bürgerhäusern und einer Reformierten Kirche bebaut, welche nach Saint-Pierres Plänen zu einer Einheit verbunden werden konnten, sodass ein länglicher Schlossbau resultiere.[23] Von Norden nach Süden handelte es sich dabei um das Haag’sche Haus, das Predigerhaus, die Reformierte Kirche und das von Mayern’sche Palais.[24] Ab 1753 begann man mit den Bauarbeiten zum Neuen Schloss.[25]

Das Neue Schloss besteht aus mehreren ehemaligen Bürgerhäusern sowie der Reformierten Kirche mit dem Predigerhaus. Durch Einfügung von Zwischenachsen und Umbauten der Frontseite zur Stadt hin entstand eine fast homogene Hauptfassade eines insgesamt siebenunddreißigachsigen Längsbaus.[26] Das Schloss steht im Nordwesten des Hofgartens, auf der ehemaligen Renn- und Reitbahn, in der Innenstadt Bayreuths.[26]

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Das Haag’sche Haus ist das nördlichste der besagten Gebäude und wurde wohl 1746/47 auf Veranlassung des Hofrats Johann Wolfgang Haag erbaut. Allerdings verstarb der Bauherr schon im April 1747, sodass Markgraf Friedrich das Haus wohl bereits zu diesem Zeitpunkt kaufte. Rechts daneben stand das Predigerhaus, welches der Reformierten Kirche zugehörig sein sollte, dessen Bau im April 1744 von Markgraf Friedrich genehmigt wurde. Im Frühjahr 1745 begann man mit den Bauarbeiten, die sich aber bis um die Jahreswende 1747/48 hinzogen. Am 8. Juni 1744 wurde mit der Erbauung der Reformierten Kirche angefangen, deren feierliche Grundsteinlegung am 27. August unter anderem in Anwesenheit des Hofes stattfand. Bis Ende 1747 standen wahrscheinlich erst die Umrissmauern. Im Oktober 1752 gab Friedrich den Befehl, aus der Kirche ein Wohnhaus zu machen, was im darauffolgenden Frühjahr stattfinden sollte. Das südlich der Kirche gelegene stattliche Palais, welches der Geheimrat und Kammerdirektor Adam Anton von Mayern errichten ließ, stammt aus den Jahren 1746/47 und wurde vermutlich schon im Oktober 1747 vom Markgrafen erworben. Joseph Saint-Pierre war außerdem wohl der Architekt aller Gebäude.[5]

Nach dem Feuer am 26./27. Januar 1753 im Alten Schloss erzwang dieser Umstand einen Neubau. Nach Plänen Joseph Saint-Pierres sollten die eben genannten Gebäude, schon allein aus Kostengründen, mit der 1677 entstandenen Orangerie und dem Ballhaus zu einem Baukomplex zusammengefasst werden und daraus die neue Residenz des Markgrafenpaares resultieren.[27] Bemerkenswert dabei ist, dass nicht nur die Höhe und die Geschosszahl der einzelnen Gebäude sondern auch der Rhythmus der Fensterachsen zum größten Teil für einen solchen Gesamtkomplex passend waren, weshalb Krückmann davon ausgeht, dass die Gebäude schon in Hinsicht eines späteren Schlossbaus von Saint-Pierre geplant wurden.[28] Der Markgraf residierte mittlerweile im von Mayern’schen Palais, während Wilhelmine zunächst bis Mai nur das Haag’sche Haus bewohnte. In einem Brief Wilhelmines an ihren Bruder Friedrich den Großen vom 6. März 1953 berichtet sie, dass ihr Gatte ihr das Predigerhaus nun dazugekauft habe.[29]

Die Bauarbeiten zum Zusammenschluss der Gebäude begannen noch im Frühjahr desselben Jahres. Man nahm die Architektur des von Meyern’schen Palais, welches nun dem Südtrakt entsprechen sollte, als Grundlage und ließ es weitestgehend unverändert. Das Haag’sche und das Predigerhaus wurden mit Hilfe eines dazwischen eingefügten Baus zusammengefasst und der Fassade des von Meyern’schen Palais angeglichen, sodass aus dem Konglomerat der nördliche Trakt entstand.[30] Die Reformierte Kirche wurde zum Corps de Logis des Schlosses deklariert. Dabei wurde das Mauerwerk bis auf die Grundmauern abgetragen und ein Portalrisalit der Front vorgelagert. Außerdem fügte man die Kirche mit den beiden Flügeln durch Zwischenbauten zusammen.[31] Spätestens im November 1754 war der Mitteltrakt fertiggestellt, was die Jahreszahl an der Portalrahmung im Treppenhaus bestätigt. An der Ausstattung der Räume arbeitete man noch bis 1755. 1757 wurde unter dem Architekten Carl Philipp Christian von Gontard ein Verlängerungsbau an den Flügel des Markgrafen angeschlossen, da seine Wohnräume im zweiten Geschoss zu klein waren. Hierfür kaufte man ein weiteres Bürgerhaus, welches vermutlich dem Hofschreiner Matthäus Eberhard Müller gehörte und glich es entsprechend an. Somit konnte die Ausstattung der Räumlichkeiten erst nach 1757 erfolgen.[8]

Während es im Alten Schloss Bayreuth hauptsächlich Repräsentationsräume und wenig private Zimmer gab, war im Neuen Schloss genau das Gegenteil der Fall. An erster Stelle stand die Wohnlichkeit der Appartements. Dies wird vor allem in Wilhelmines Gemächern deutlich. Auch verzichtete man auf eine Kapelle. Wilhelmine ließ sich lieber die Sonntagspredigten in ihren Räumen halten. Die Küche wurde in ein dafür entstandenes Nebengebäude integriert. Die Speise- sowie die Schatzkammern verblieben im Alten Schloss. Jedoch gab es natürlich nicht nur die privaten Zimmer, das Treppenhaus hatte weiterhin eine zeremonielle Funktion und der Festsaal sowie die Vor- und Audienzzimmer waren in der Beletage vertreten.[32]

1763 starb Markgraf Friedrich und beendete damit die Blütezeit des Bayreuther Rokokos. Nachdem mit dem letzten Markgrafen Christian Friedrich Carl Alexander von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth die fränkischen Hohenzollern ausgestorben waren, geriet das Neue Schloss unter preußische Herrschaft. Während der Napoleonischen Kriege fungierte das Schloss als Zufluchtsstätte für von der französischen Besatzung vertriebene Fürsten. 1810 kaufte das Königreich Bayern Bayreuth. Das Schloss wurde zum Wohnhaus für Fürsten, die unter anderem während ihrer Reisen durch Europa in Bayreuth einen Zwischenstopp einlegten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden im ersten Obergeschoss die Prunkräume der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Neue Schloss weitestgehend. In all den Jahren seit der markgräflichen Zeit gab es kleinere Veränderungen der Räumlichkeiten im Schloss, vor allem in der Möblierung. Grund dafür waren unter anderem der sich änderte Zeitgeschmack sowie Schulden.[33]

Auftraggeber

Markgraf Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth (1711-1763, reg. ab 1735)

Friedrich wurde am 10. Mai 1711 in Weferlingen bei Halberstadt als Sohn des Apanagenprinzen Georg Friedrich Karl (1688-1735) geboren. Er erhielt Unterricht in Französisch, Staatsrecht, Kavallerie, Geschichte und Geographie sowie Kunst, Wissenschaft, Reiten und Jagen. Zudem studierte er an der Universität in Altdorf und Genf und unternahm eine Kavalierstour nach Frankreich und in die Niederlande.[34] Am 20. November 1731 heiratete Friedrich die preußische Königstochter Prinzessin Friederike Sophie Wilhelmine. 1732 wurde Elisabeth Friederike Sophie (1732-1780) geboren, das einzige Kind des Erbprinzenpaares. 1735 wird Friedrich inthronisiert. Als 1753 das Alte Schloss durch das Feuer zerstört wurde, gab er den Auftrag für den Bau des Neuen Schlosses.[35]

Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth-Brandenburg (1709-1758)

Am 3. Juli 1709 wurde Prinzessin Friederike Sophie Wilhelmine in Preußen, genannt Wilhelmine, als Tochter des Kronprinzenpaares Friedrich Wilhelm (1688-1740, reg. ab 1713) und Sophie Dorothea (1687-1757) geboren. Sie war die Lieblingsschwester des späteren preußischen Königs Friedrich II. (1712-1786, reg. ab 1740), genannt Friedrich der Große. In deren Kindheit kam es häufig zu Spannungen mit dem strengen und skrupellosen Vater, unter welchem Wilhelmine und ihre Geschwister litten. 1713 wird Friedrich Wilhelm König. 1714 starb Königin Anne von England (1665-1714) und Kurfürst Georg von Hannover (1660-1727), der Vater Sophie Dorotheas, wird Englands König. Die Mutter Wilhelmines plädierte nun auf eine Eheschließung ihrer Tochter mit ihrem Neffen Friedrich Ludwig von Hannover (1707-1751), der später König von England werden sollte. Als aber 1728 Preußen mit dem Berliner Vertrag seine anti-österreichische Politik aufgab, war eine Hochzeit ausgeschlossen, denn stand der Bund Hannover, England und Frankreich gegen die Koalition Österreich und Russland. Anschließend wurden verschiedene Heiratskandidaten für Wilhelmine erwogen, schließlich entschied man sich für den Erbprinzen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth. Am 20. November 1731 heirateten Wilhelmine und Friedrich. 1732 wurde ihr einziges Kind, Elisabeth Friederike Sophie (1732-1780), geboren und 1735 wurde Friedrich Markgraf. Im Neuen Schloss entwarf Wilhelmine ihre Räumlichkeiten selbst. Am 14. Oktober 1758 starb sie. Die kunst- und musikbegeisterte Bayreuther Markgräfin ist bis heute für ihre Bautätigkeit und künstlerische Vielfalt bekannt.[36]

Architekten, Künstler und Handwerker

a) Architekten

Der Architekt Joseph Saint-Pierre errichtete das Neue Schloss 1753 bis 1755.[37] Für den Erweiterungsbau war der Architekt Carl Philipp Christian von Gontard 1757 zuständig.[11]

1. Bauphase

Joseph Saint-Pierre (1709-1754, tätig 1753-1754)

Über den Architekten Joseph Saint-Pierre ist nur wenig bekannt.[38] 1743 wurde er probeweise für ein Jahr und ab 1746 als fürstlicher Hofbauinspektor eingestellt.[39] Seine Begabung lag vor allem in der Errichtung von in Parkanlagen integrierten Bauwerken.[40] Saint-Pierre war zum einen für die Erbauung der dem Neuen Schloss vorausgegangenen Gebäude sowie der Residenz selbst verantwortlich.[41]

Rudolf Heinrich Richter (um 1700-1771)

Der Architekt und Maler wurde um 1700 wohl in Altenburg geboren.[42] 1735 kam er nach Bayreuth und wurde 1737 Kondukteur beim Hofbauamt unter Johann Friedrich Grael. 1745 wurde er fürstlicher Hofbauinspektor und erhielt 1754 die Leitung des Hofbauamts. An der Bayreuther Kunstakademie war er 1756/63 Vorsteher und Rektor und lehrte dort Malerei und Zeichnen.[43] Im Neuen Schloss entwarf er teilweise die Innenausstattung.[44]

2. Bauphase

Carl Philipp Christian von Gontard (1731-1791, tätig 1757)

Gontard wurde 1731 in Mannheim geboren. Er strebte zuerst den Beruf seines Vaters, der seit 1741 in Bayreuth Tanz- und Ballettmeister an der fürstlichen Oper war, an. Von der Baukunst des Architekten Giuseppe Galli da Bibiena (1669-1757) fasziniert, entschied er sich 1746 Baumeister zu werden. 1749 wird er unter Joseph Saint-Pierre und Rudolf Heinrich Richter Kondukteur beim Hofbauamt. Markgraf Friedrich III. schickte ihn 1750 bis 1752 zu einer Studienreise nach Paris. Dort lernte er vom Architekten Jacques-François Blondel (1705-1774) den französischen Klassizismus kennen, was seine weitere Tätigkeit beeinflusste. Er war ab 1753 zusammen mit Saint-Pierre für den Wiederaufbau des abgebrannten Alten Schlosses zuständig. 1754 reiste er nach Italien und wurde anschließend zum Ingenieurhauptmann ernannt. Ab 1756 war er als Lehrer der Perspektiv- und Baukunst an der Akademie der Künste in Bayreuth tätig.[45] 1757 war er für den Anbau am Neuen Schloss und die damit resultierende Verlegung des privaten Markgrafenappartement vom zweiten in den ersten Stock betraut.[11]

b) Schreiner

Johann Spindler (1691-1770, tätig 1754-57)

Über Johann Spindler ist nicht viel bekannt. Er war in Bayreuth Hofbauschreiner und fertigte die Parkettböden im Neuen Schloss an.[46]

c) Stuckateure

Adam Rudolf Albini (1719-1797, tätig ab 1754)

1719 wurde der Stuckateur Albini in Bamberg geboren. Über Würzburg kam er nach Bayreuth.[47] Von 1750 bis 1764 war er Hof- und Landstuckateur in Bayreuth und war unter anderem auch für viele Stuckarbeiten im Neuen Schloss Bayreuth verantwortlich.[48] Seine Stärken lagen vor allem in der Darstellung von Muschelsaum, Blüten- und Blattranken sowie exotischen Vögeln.[49]

Giovanni Battista Pedrozzi (1710-1778)

Der Stuckateur, Bildhauer und Modelleur Giovanni Battista Pedrozzi wurde 1710 in Pazzalino bei Lugano geboren. Er war unter anderem in Ottobeuren, Würzburg und Dresden tätig und war 1750 bis 1764 unter dem Markgrafen Friedrich III. Hofstuckateur in Bayreuth. Im Neuen Schloss war er für die meisten Stuckaturen verantwortlich. Er war Meister des Muschelwerks, des Figürlichem, der Vogeldarstellung und der Chinoiserien.[50]

d) Maler

Wilhelm Ernst Wunder (1713-1787)

Wunder wurde in Kranichfeld geboren. Er studierte ursprünglich Theologie, ging aber dann beim Maler Johann Ernst Rentzsch d. J. (1693-1767) in Lehre. 1739 wurde er Hof- und Kabinettmaler in Bayreuth.[51]Im Neuen Schloss war er für das Deckengemälde im Musikzimmer und wohl auch für Plafondmalereien im Corps de Logis und im privaten Markgrafenappartement im zweiten Obergeschoss zuständig.[52]

Alexander Roslin (1718-1738)

Der schwedische Bildnismaler Alexander Roslin wurde 1718 in Malmö geboren. Zunächst widmete er sich den Schiffsbaustudien, lernte aber dann Zeichnen und begeisterte sich für Miniaturmalerei. Schließlich wurde er 1736 für drei Jahre Schüler des Stockholmer Malers Georg Engelhard Schröder (1684-1750) und arbeitete anschließend nochmal zwei Jahre in dessen Werkstatt, bevor er sich vorerst in Schweden selbstständig machte. Durch Empfehlung des Oberhofmeisters von Markgrafen Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth wurde er an den Bayreuther Hof berufen und malte dort unter anderem die Pastellbildnisse im Alten Musikzimmer der Markgräfin Wilhelmine.[53]

Baubeschreibung

Das Neue Schloss setzt sich aus mehreren ehemaligen Gebäuden zusammen, sodass sich der Grundriss asymmetrisch verhält. Zentral wirkend befindet sich zur Stadtseite hin ein dreiachsiger Portalrisalit, der den Damen- und den Herrenflügel miteinander verbindet. Während der Nordflügel der Markgräfin achtzehn Achsen aufweist, hat der Südflügel des Markgrafen nur sechzehn sichtbare Achsen. Ein dreiachsiger Korpus, der ebenfalls noch zum Schloss gehört, erstreckt sich im rechten Winkel an den Südflügel und verbindet sich mit dem Bürgerhaus. Weitere drei Achsen verstecken sich hinter dem Quertrakt und führen den Flügel des Markgrafen im Süden weiter. Somit zieht sich der Trakt des Markgrafen im Vergleich zu Wilhelmines in die Länge. Der Aufriss des Schlosses wirkt fast homogen. Die Fassade besteht aus glatten Quadersteinen. Der Mitteltrakt ist zweigeschossig. Über einem Sockelgeschoss erhebt sich die Beletage, die durch korinthische Säulen auszeichnet wird. Eine Attikazone bekrönt den Mitteltrakt. Die zweieinhalbgeschossigen Hauptfassaden der seitlichen Flügel des Mitteltrakts zeigen bei genauer Betrachtung noch die Baunähte der einzelnen Gebäude. Demnach teilt sich der achtzehnachsige Nordtrakt in einem Verhältnis von 8:3:7, der Südtrakt dagegen in einem Verhältnis von 7:3:6 Achsen.[54]

Auf der Gartenseite verhält sich die Fassade anders. Hier wurde wohl auf die Kaschierung des durch verschiedene Häuser zusammengesetzten Schlosses im Sinne der Flucht verzichtet. Die Fassade springt vor und zurück. Dennoch kann man am Nordflügel vierzehn Achsen, am Mitteltrakt neun Achsen und am Südflügel einundzwanzig Achsen ausmachen.

An den Nordflügel schließt ein weiterer Längsbau – die ehemalige Orangerie und das Ballhaus – nach Osten im Winkel von 90° an.[7]

Das Appartement der Markgräfin zeigt sich labyrinthisch und kleinteilig. Sie richten sich hauptsächlich zur Stadtseite aus. Dagegen befinden sich die Räumlichkeiten des Markgrafen größtenteils auf der Gartenseite.[55]

Forschungsstand

1901 und 1902 untersuchte Friedrich H. Hofmann wissenschaftlich zum einen die Kunst am fränkischen Hof der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth von der Renaissance bis zur Abdankung des Fürstentums 1791 und zum anderen die Kunstdenkmäler der Stadt Bayreuth selbst. Dabei wurde auch das Neue Schloss, allerdings unter einem von vielen Denkmäler mit einbezogen.[56] 1957 erschien der Amtliche Führer von Erich Bachmann, der bis 1995 dem neuen Forschungsstand weitestgehend angepasst wurde.[57] 1958 legte Ursula Frenzel ihre Dissertation vor, für die sie über die barocken Schloss- und Gartenanlagen des Bayreuther Hofs und damit auch über das Neue Schloss forschte. Das Hauptaugenmerk der Analyse liegt allerdings eher auf den historischen Urkunden und Dokumenten als auf dem Bauwerk selbst.[58] Mit Lorenz Seeligs Werk Friedrich und Wilhelmine von Bayreuth. Die Kunst am Bayreuther Hof 1732-1736, veröffentlicht 1982, stand auch die kunsthistorische Betrachtung des Neuen Schlosses wieder mit im Fokus.[59] Besondere Beachtung fanden die Rokokostuckaturen 1990 durch Wolfgang Jahn, der diese für seine Dissertation untersuchte.[60] Natürlich ist noch weitaus mehr Literatur vorhanden, in welcher die Residenz wissenschaftlich berücksichtigt wird.[61] Dennoch muss abschließend festgestellt werden, dass die Deckengemälde und wandfesten Malereien bis heute teilweise nicht wirklich analysiert wurden. Dies betrifft vor allem die Plafondgemälde im zweiten Obergeschoss.

Corps de Logis

Im April 1744 genehmigte Markgraf Friedrich den Bau einer Reformierten Kirche. Die Architekten waren Joseph Saint-Pierre und Rudolf Heinrich Richter. Am 8. Juni erfolgte der Baubeginn und am 27. August wurde die Grundsteinlegung unter anderem in Anwesenheit des Hofes gefeiert. Doch bis Ende 1747 standen anscheinend erst die Umrissmauern. Im März 1751 wird ein Kostenanschlag ausgearbeitet, der die Ausgaben für die noch ausstehenden Baumaßnahmen berechnete. Schließlich gab im Oktober 1752 der Markgraf den Befehl, die Kirche zu einem Wohnhaus umzubauen. Die Arbeiten waren für das Frühjahr des folgenden Jahres angesetzt.[62] Allerdings kam der Brand in der Nacht von 26. auf den 27. Januar 1753 im Alten Schloss diesen Maßnahmen zuvor.

Nach den Bauplänen von Joseph Saint-Pierre sollte nun die Kirche als Mitteltrakt des Neuen Schlosses fungieren. Das Mauerwerk wurde bis auf die Grundmauern abgetragen.[63] „Die architektonischen Glieder, Pilaster und Pfosten und Archivolten der Fenster wurden als Blendarkadenarchitektur am neuen Komödienhaus und am katholischen Oratorium wiederaufgebaut“.[64] Das östliche polygonale Altarhaus ersetzte man durch ein in der Breite längeres rechteckiges Treppenaus. Die ehemalige Saalkirche wurde wohl zuerst durch gekoppelte Säulen dreischiffig gegliedert, sodass mittig eine Toreinfahrt und seitlich Portale entstanden. Wann man sich für eingezogene Mauern statt der Säulen entschied und die Portale durch Fenster ersetzte, ist unbekannt. Außerdem wurde eine Decke eingezogen und der Front der Kirche ein Portalrisalit vorgelagert. Der Mitteltrakt war spätestens im November 1754 fertiggestellt. An der Portalrahmung des Treppenhauses findet sich zudem diese Jahreszahl.[65]

Für die Stuckaturen der beiden Räume im ersten Stockwerk des Mitteltrakts war Adam Rudolf Albini nach Entwürfen Rudolf Heinrich Richters zuständig. Wilhelm Ernst Wunder fertigte vermutlich die Deckengemälde an.[66] Das Treppenhaus wurde 1889 renoviert.[67]

Beschreibung

Die Westfassade ist dreiachsig und zweigeschossig, wobei das erste Stockwerk sich über eineinhalb Geschosse erstreckt. Der mittig gesetzte Torbogen und die seitlich eingelassenen Fenster im Sockelgeschoss werden durch vorgezogene Mauerstücke mit Volutenkonsolen flankiert, denen Pfeiler auf Postamenten vorgeblendet sind. Während die Mauerstücke den darüber befindlichen Balkon des ersten Stockwerks tragen, ruhen auf den Pfeilern die korinthischen Säulen ebenfalls auf Postamenten. Sie rahmen seitlich die eingelassenen Rundfenster, die von ionischen Dreiviertelsäulen ummantelt werden, welche ein profiliertes und am Scheitelpunkt von einer Kartusche bekröntes Gewände tragen. Darüber erheben sich ein verkröpfter Architrav und eine Attikazone.[68] Auf hohen Sockeln stehen sechs weibliche Figuren als Allegorien der vier Elemente sowie Prudentia und Fortitudo.[69] Die Sockel werden durch eine Balustrade abwechselnd mit einer geschlossenen Brüstung verbunden.

Der annähernd quadratischen Eingangshalle ist im Osten ein rechteckiger Quertrakt, das Treppenhaus, angefügt. Somit ist die Fassade Richtung Hofgarten zweigeschossig und weist neun Achsen auf. Im Erdgeschoss handelt es sich bei der zweiten Achse je von links und rechts um ein Blendfenster. Mittig der Fassade ist ein Torbogen eingelassen. Bei den Achsen des Obergeschosses handelt es sich um Fensterachsen.

Der Mitteltrakt ist zugleich der Corps de Logis und wird durch eine bestimmte Raumfolge begangen. Das Erdgeschoss beinhaltet die Eingangshalle und das Treppenhaus. Im ersten Obergeschoss befinden sich der Gardereitersaal und der Festsaal. Die Räume im Mitteltrakt bzw. Corps de Logis wurden vermutlich schon 1754 ausgestattet. Den Gardereitersaal und den Festsaal im ersten Stock stuckierte Adam Rudolf Albini nach Entwürfen Rudolf Heinrich Richters. Die Deckengemälde beider Räume stammen wohl von Wilhelm Ernst Wunder.[66]

Treppenhaus

Das Treppenhaus ist im Gegensatz zu anderen Treppenhäusern in Schlössern zurückhaltend und schlicht gestaltet. Im Norden und Süden befindet sich je ein Treppenaufgang aus Stein mit schmiedeeisernem Geländer. So konnte zu markgräflicher Zeit die Kutsche am Fußende halten. Dieser Bereich wird von rechteckigen Mauerstücken abgegrenzt, die jedoch hauptsächlich die Funktion haben, die darüber befindliche Decke zu tragen.

Je zwei gekoppelte ionische Säulen mit Architrav im Erdgeschoss tragen die seitlichen Treppenabsätze des ersten Stockwerks. Der Gardereitersaal trennt die beiden Aufgänge voneinander. Dies vermag schon den ersten Unterschied im Vergleich zu anderen fürstlichen Treppenhäusern darzustellen und für Verwunderung bei den Besuchern sorgen, dass die Aufgänge zu verschiedenen Seiten eines Saals münden. Beide Treppenaufgänge sind mit weißem Stuckmarmor verkleidet und werden durch fiktive schwarze Pilaster des gleichen Materials gegliedert.[70] Ein profiliertes Gebälk trägt die darüber befindliche Decke. Der südliche Treppenaufgang ist stuckiert. Die Sonne scheint gerade durch die Wolken zu brechen, auf welchen Puttenköpfe zu sehen sind. Die Wandverkleidung, die Deckenstuckaturen sowie die schmiedeeisernen Geländer stammen von 1889. Im südlichen Treppenhaus wurden 1971/72 Stuckaturen aus dem Redoutenhaus übertragen.[67]

Es befinden sich keine Malereien im Treppenhaus, was weiterhin zu jener Zeit ebenfalls unüblich war. Der zeremonielle Charakter des Emporsteigens auf einer Treppe zum Herrscher ist dennoch geblieben, auch wenn er nicht so prunkvoll wie beispielsweise in der Würzburger Residenz ausfällt.

Gardereitersaal

Der Gardereitersaal stellt den ersten Staatsraum im Corps de Logis der Beletage dar und befindet sich auf der Hofgartenseite. Er wird beidseitig vom Treppenhaus flankiert. Zahlreiche stuckierte militärische Embleme zieren den Plafond. Ein Deckengemälde war vorhanden.[71]

Der Gardereitersaal im Corps de Logis war 1754 fertiggestellt und wurde von Adam Rudolf Albini stuckiert.[71] Ursprünglich befanden sich an den Wänden neunundvierzig Gemälde, die hauptsächlich Tier- und Jagdszenen zeigten.[72] Der Raum diente als Salle de garde, also als Aufenthaltsort für die Leibgarde des Markgrafen.[72] Das Deckenspiegelgemälde ist nicht mehr erhalten. Es könnte von Wilhelm Ernst Wunder gestammt haben. Im zweiten Weltkrieg wurden die Stuckaturen teilweise beschädigt. Sie wurden 1949 restauriert und erhielten eine neue Fassung.[73]

Der quadratische Saal hat im Osten drei Fensterachsen. In die restlichen drei Seiten ist jeweils zentriert eine Tür eingelassen. Sowohl im Norden wie auch im Süden gelangt man zu einem dort befindlichen Treppenaufgang. Die Westtür führt in den Festsaal.

Die Wände sind hellblau grundiert. Ein profiliertes Gebälk trägt die Decke, deren Kehle auf hellblauem Grund weiß stuckiert ist. Blütenranken und andere filigrane Rokokoelemente verbinden die einzelnen militärischen Embleme wie Waffen, Feldzeichen, Trophäen und Spolien.[74] In der Südwestecke sind das Löwenfell und die Keule des Herkules dargestellt.[75] An das Deckengemälde im Zentrum des Plafonds erinnert heute eine kahle Fläche.

Festsaal

In den Festsaal gelangt man durch die Westtür des Gardereitersaals. Der Raum ist zweigeschossig. Der heutige Schmuck beschränkt sich auf die Wände, aber vor allem auf den prächtigen Deckenschmuck, der einst das zentrierte Gemälde umrahmte.

Der Festsaal im Corps de Logis wurde wohl 1754 fertiggestellt. Der Entwurf für die Ausstattung stammt von Joseph Saint-Pierre.[19] Die Stuckaturarbeiten übernahm Adam Rudolf Albini nach Entwürfen von Rudolf Heinrich Richter 1754 bis 1755.[20] Wilhelm Ernst Wunder malte das Deckengemälde. [21] 1889 wurde festgestellt, dass die Decke sich nach unten wölbte, sodass das Deckengemälde frei lag. Die Firma Kramer-Klett aus Nürnberg richtete den morschen Dachstuhl mit Hilfe einer Eisenkonstruktion.[76] Das Gemälde im Deckenspiegel ist heute nicht mehr vorhanden.

Der annähernd quadratische Festsaal weist auf der Westseite drei Fensterachsen auf. Zentriert der Ostseite befindet sich eine Tür, die zum Gardereitersaal führt. Im westlichen Drittel der Nord- und Südwand sind ebenfalls Türen eingelassen, die zu den markgräflichen Appartements führen. Der Raum erstreckt sich über eineinhalb Geschosse. Die abgeschrägten Wandflächen der Nord- und Südostecke nehmen die Nischen für die Öfen auf.

Die Wände sind mit grauem Stuckmarmor verkleidet, der Lambris ist weiß. Flache kolossale und kannelierte Pilaster mit korinthischem Kapitell rhythmisieren die Wände. Einfache Pilaster flankieren die Fenster, Türen und Ecken, während die übrigen freien Wandflächen von gekoppelten Pilastern gegliedert werden. Die Supraporten sowie die Partie über den Kaminnischen werden von goldenen filigranen Stuckrahmungen, geziert mit Blüten, ausgebildet. Die Decke wird von einem hohen Gebälk getragen, welches ein Fries schmückt. Konsolen trennen die einzelnen Felder, die abwechselnd den Brandenburger Adler und in Lorbeerkränzen eingefasste zierliche Palmwedel in Form eines F für Markgraf Friedrich zeigen.[77]

Die Deckenwölbung ist kobaltblau grundiert. Darauf befinden sich goldene staffierte Stuckaturen, die gezielt gesetzt sind. Hauptsächlich sind Blütenranken und Felder mit Gitterwerk über die Fläche verteilt, sie werden von verschiedenen symbolstarken Darstellungen unterbrochen.[78]

In den Ecken befinden sich Rocaillekartuschen, in welchen geflügelte Putten die vier Elemente repräsentieren. In der Nordostecke sitzt ein Putto am Feuer, welches er zuvor angefacht hat, dementsprechend sieht man hier das Element des Feuers. In der Südostecke wird die Erde symbolisiert. Der Putto ist gerade dabei, die Ähren einzufahren. Auf der anderen Seite, der Südwestecke, sitzt ein Putto mit einem Paradiesvogel auf einer Wolke, ein weiteres solches Tier hält er in seiner rechten Hand. Dabei handelt es sich um die Darstellung des Elementes Luft. Das Wasser wird in der Nordwestecke gezeigt. Hier ist sitzt der Putto am Ufer und ist im Begriff zu angeln.[79]

Interessant ist auch, dass an die Kartusche des Elements Erde links vom Betrachter aus gesehen eine Mauerkrone, ein Zepter und ein Reichsapfel stuckiert sind, welche sich als Symbole des Adels und der Herrscher präsentieren.[80] Nach Krückmann handelt es sich hierbei um die Aussage, dass der Markgraf Herr über die Erde ist.[81] Außerdem bekrönt die Kartusche der Luft eine Eule. Sie steht für die Weisheit des Markgrafen.[82]

Zentriert auf der Ostseite sind Theatermasken und verschiedene Musikinstrumente, unter welchen ein lachender Kinderkopf hervorblickt, angebracht. Rechts daneben sitzt ein Putto, der eine Maske hält und dirigiert. Von links schwebt ebenfalls ein Putto heran, der einen Paradiesvogel am Flügel packt. Hier werden Musik und Theater repräsentiert, die Markgraf Friedrich förderte. Die Stuckaturen der Westseite zeigen dagegen militärische Embleme. Hier sitzt der Brandenburger Adler. Er hält einen Lorbeerkranz im Schnabel. Umgeben wird er von Tambouren, Fahnen, Trompeten und einem Helm. Außerdem sind unter anderem Palmwedel, eine Frauenbüste, ein Putto mit Helm und Trompete, ein Bogen mit Pfeilen, ein Köcher sowie das Schild mit dem Haupt der Medusa auf der Seite dargestellt. Hierbei wird die militärische Staatsmacht symbolisiert.[83]

Die Nordseite zum Damenflügel zieren mit Blumen spielende Putten. Die Südseite wird von einem Bären, einem Drachen, Ruhmestrompeten, einer Cäsarenbüste im Medaillon und wiederum von mit Blüten spielenden Putten geziert.[75]

In dem fast quadratischen, an den Ecken gerundeten, golden staffierten Stuckrahmen befand sich ursprünglich das zentrierte Deckengemälde, an welches heute nur noch eine freigelassene Fläche erinnert. Laut Krückmann soll es entweder Apollo, den Gott der Künste, oder eine Allegorie des guten Herrschers dargestellt haben.[83]

Nordflügel

Mit dem Bau des Predigerhauses wurde im Frühjahr 1745 unter dem Architekten Joseph Saint-Pierre wohl nach einem vom Bayreuther Hochbauamt entworfenen Haustypus begonnen. Es war zweigeschossig, fünfachsig und im Grundriss fast quadratisch. Im Erdgeschoss sollte eine Schule und im Obergeschoss eine Pfarrwohnung untergebracht werden. Um die Jahreswende 1747/48 dauerten die Bauarbeiten noch an. Carlo Daldini (1706-1748) stuckierte den Innenraum. Der Bildhauer Johann Gabriel Räntz (1697-1776) schuf die Giebelarchitektur. Kurz vor dem Bau des Neuen Schlosses bewohnte noch die Baronin Künsberg das Haus.[84]

Das Haag’sche Haus, links neben dem Predigerhaus, wurde wohl zwischen 1746 und 1747 errichtet und entstand vermutlich ebenfalls nach dem vom Hochbauamt entworfenen Haustypus. Außerdem war es auch beinahe quadratisch, zweigeschossig und hatte fünf Achsen. Bauherr war Hofrat Johann Wolfgang Haas, der im April 1747 verstarb.[85]

Das Feuer in der Nacht vom 26. auf den 27. Januar 1753 im Alten Schloss erzwang einen Neubau des Schlosses. Aus Kostengründen entschied man sich, dafür die Gebäude an der ehemaligen Renn- und Reitbahn zu einem Neuen Schloss umzubauen. Aus dem Haag’schen Haus und dem Predigerhaus sollte der Nordtrakt für die Räumlichkeiten der Markgräfin entstehen.[86] Das Haag’sche Haus, in welchem Wilhelmine während der Bauarbeiten wohnte, war wohl schon im Besitz des Markgrafen. Sie schrieb ihrem Bruder Friedrich dem Großen, dass sie ihr Palais selbst gestalten will. Es sei zwar klein, aber gemütlich. Das Predigerhaus erwarb Friedrich vermutlich erst im Frühjahr 1753. Ab Mai konnte die Markgräfin schließlich auch in diesem Gebäude residieren.[87]

Um die beiden Gebäude zu einem Flügel umzubauen, wurden zwischen den Häusern und zur Verbindung mit dem Mitteltrakt dreiachsige Zwischenbauten eingefügt. Außerdem setzte man einen weiteren zweiachsigen Gebäudeteil nördlich des Haag’schen Hauses an, um den Nordflügel mit dem dazu im rechten Winkel stehenden und sich nach Osten erstreckenden Längsbau zu verbinden. Die Fassade wurde dem im Südflügel integrierten von Meyern’schen Palais angeglichen. Was das Predigerhaus betrifft, so wurden die Innenräume völlig verändert. Im Haag’schen Haus fanden wohl weniger umfangreiche Umbauten der Innenraumarchitektur statt. Nach 1759 hatte man dem ehemaligen Predigerhaus entsprechend rückseitig noch eine Zimmerflucht zugefügt.[88]

Für die Stuckaturen in den Innenräumen im ersten Stockwerk war Giovanni Battista Pedrozzi zuständig. Die Malerei im Alten Musikzimmer wurde von Wilhelm Ernst Wunder gefertigt. Außerdem war unter anderem Alexander Roslin an den wandfesten Pastellen beteiligt. Vermutlich stammen die Parkettböden von Johann Friedrich Spindler. Noch bis 1755 wurden die Innenräume ausgestattet.[89]

Beschreibung

1. Grund- und Aufriss

Die Westfassade ist achtzehnachsig und zweieinhalbgeschossig. Nach der dritten Achse nördlich vom Mitteltrakt wird eine Baunaht sichtbar. Der dreiachsige Zwischenbau zwischen dem ehemaligen Haag’schen Haus und dem Predigerhaus wird durch auf Lisenen vorgelegten kolossalen korinthischen Pilastern hervorgehoben. Die mittlere Fensterachse im Erdgeschoss wird durch einen Portalbogen ausgezeichnet. Diese Architekturgliederung liegt der Anpassung an das integrierte von Meyern’sche Palais im Südflügel zu Grunde.[90] Darüber ist dem Fenster eine Balustrade vorgelegt. Die Front teilt sich bei genauer Betrachtung demnach in einem Verhältnis von 8:3:7 Achsen.[68]

Die Ostfassade zeigt sich vierzehnachsig und zweigeschossig und in der Flucht heterogen. Am Mitteltrakt schließt nach Norden ein nach hinten versetzter siebenachsiger Baukörper an. Zentral befindet sich im Erdgeschoss ein Portal. Rechts daneben ist die dreiachsige Fassade des ehemaligen Haag’schen Hauses nach hinten versetzt. In der unteren Etage befindet sich ein Portal in der nördlichsten Achse. Es schließt wiederum eine vierachsige Fassade nach vorne versetzt daran an.

2. Stockwerke

Im Erdgeschoss des Nordflügels ist neben dem Kassenraum das Museum für Bayreuther Fayencen untergebracht. Im 18. Jahrhundert waren hier separate Wohnungen für das gehobene Dienstpersonal des fürstlichen Hofes untergebracht.[67] Im ersten Stockwerk befindet sich das Appartement der Markgräfin Wilhelmine.

Appartement der Markgräfin

Das Appartement der Markgräfin im Nordflügel des Neuen Schlosses wurde wohl um 1755 ausgestattet. Nach den zeremoniellen Räumlichkeiten, dem ersten und zweiten Vorzimmer sowie dem Audienzzimmer, folgen die Wohnräume Wilhelmines. Die Stuckaturen stammen von Giovanni Battista Pedrozzi, teils nach Entwürfen Rudolf Heinrich Richters.[91] Die kunstvollen Parkettböden wurden wohl von Johann Friedrich Spindler gefertigt.[89]

Markgräfin Wilhelmine entwarf ihre Räumlichkeiten selbst, wie sie es bereits im Alten Schloss der Eremitage getan hatte. So finden sich auch ähnliche Gestaltungskonzepte im Neuen Schloss Bayreuth wieder, die kunsthistorisch dem Bayreuther Rokoko zugeordnet werden. Dazu zählen die im Spiegelscherbenkabinett bizarr geschnittenen Spiegelstücke und die wandfesten Porträts im Musikzimmer. Auch zum Bayreuther Rokoko gehören die Garten- und Spalierzimmer, die im Neuen Schloss Bayreuth erstmals entstanden und später im Neuen Schloss der Eremitage und im Italienischen Schlösschen wieder Anwendung fanden und weiterentwickelt wurden. Mit der Gestaltung der naturnachempfundenen Innenräume wollte man ein Gefühl, man befände sich im Freien, imitieren.[92]

Im Klassizismus entsprachen die Räume allerdings nicht mehr dem Zeitgeschmack, weshalb sich Generalleutnant Prinz Ludwig Alexander von Württemberg (1756-1817), der das Schloss ab dem 1. Juli 1796 logierte, über die Dekoration beklagte. 1797 maskierte man die Decke im klassizistischen Stil, nachdem sich der Bayreuther Bauinspektor Carl Christian Riedel (1764-1838) gegen eine Erneuerung der Gestaltung aussprach.[93] Im 19. Jahrhundert, vor allem in der Prinzregentenzeit, veränderte man die Räumlichkeiten erneut in ihrer Wand- und Deckengestaltung und transferierte unter anderem aus Beständen beispielsweise aus Schloss Veitshöchheim Wandbespannungen ins Appartement der Markgräfin.[89] 1898 entdeckte man durch Zufall die ursprünglichen Rokokodecken wieder und erneuerte die Fassungen um 1900.[93]

Die Raumfolge folgte dem höfischen Zeremoniell, was erstes und zweites Vorzimmer sowie das Audienzzimmer betrifft. Im Anschluss dieser Räumlichkeiten folgen im Flügel der Markgräfin die privaten Zimmer. Diese sind kleinteilig und labyrinthisch aufgebaut, was auf den Umstand des ehemaligen Haag’schen Haues zurückzuführen ist.[94]

Preußisches Familienzimmer

Das Preußische Familienzimmer befindet sich im Verbindungsbau zwischen der ehemaligen Reformierten Kirche und dem Predigerhaus in Richtung der Stadt. Das Preußische Familienzimmer bzw. das erste Vorzimmer wurde ursprünglich als Cedernzimmer bezeichnet, da es mit Zedernholz verkleidet war. Sechzehn Familienporträts der Hohenzollern in goldenen Rahmen schmückten die Wände. Heute sind noch sieben Bildnisse im Preußischen Familienzimmer vorhanden.[95] Im Vorzimmer des Markgrafen befanden sich ebenfalls sechzehn Porträts, allerdings die von Kaisern, weshalb es Kaiser-Familienzimmer genannt wurde.[96]

Die Stuckaturen aus der markgräflichen Zeit könnte Giovanni Battista Pedrozzi gefertigt haben.[97] 1891 wurde der Raum wiederrum stuckiert, jetzt im Stil des Neobarocks.[98] Nach 1897 zierte man die Wände mit vier Gobelins aus der Münchner Residenz, weshalb der Raum noch Anfang der 1990er als Erstes Gobelinzimmer bezeichnet wurde.[99] Die Gemälde in den Supraporten stammen ebenfalls aus der Münchner Residenz.[100]

Der rechteckige Raum weist demnach an der Westfassade drei Fenster auf. In der Nord- und Südwand sind in einer Flucht der Enfilade fast flankierend zur Westwand Türen eingelassen. Bei der nördlichen Tür handelt es sich um die zum Ersten Gobelinzimmer, während der südliche Zugang zum Festsaal führt. Eine weitere Tür, durch welche man in einen Gang kommt, befindet sich zentral der Ostwand. Es sind keine Wand- und Deckenmalereien vorhanden.

Wandgestaltung

Die Wände des Preußischen Familienzimmers waren ursprünglich mit Zedernholz, welches das Markgrafenpaar von Wilhelmines Bruder, Friedrich dem Großen geschenkt bekam, verkleidet.[101] Die Zeder ist eines der Embleme des preußischen Hauses. Sie gilt als besonders widerstandsfähig und langlebig, was in diesem Zusammenhang als Beständigkeit der preußischen Familie interpretiert werden kann.[102] Immerhin schmückten sechzehn Familienporträts der Hohenzollern in goldenen Rahmen die zedernbedeckten Wände, von welchen sich heute noch sieben Bildnisse im Preußischen Familienzimmer befinden.[101] 1813 wurde die Vertäfelung durch Tapeten mit Grisaillemalerei ersetzt. 1831 versteigerte man die Zedernholzverkleidung. Eine neue Tapete wurde 1843 an die Wände angebracht.[103] Die neobarocken Stuckaturen, die heute noch zu sehen sind, stammen von 1891.[104] Nach 1897 transferierte man vier Gobelins und die Gemälde, um 1770 von Nikolas Treu (1734-1786), in den Supraporten aus der Münchner Residenz in den Raum.[103] Die Wirkteppiche sind mittlerweile im heutigen Ersten und Zeiten Gobelinzimmer untergebracht.[105] Über dem weißen Lambris ist eine orangefarbene Stoffbespannung angebracht. Über den Türen befinden sich Supraporten mit neobarocken Elementen, wie Voluten, Palmetten oder Frauenköpfe, in welche klassizistische Gemälde eingelassen sind.

Familienporträts der Hohenzollern

Ehemals sechzehn Porträts zierten die Wände des Preußischen Familienzimmers. Heute sind noch sieben erhalten. Die Ölbildnisse auf Leinwand fertigte die Werkstatt von Antoine Pesne an.[106]

Zunächst findet sich ein Porträt der Mutter Wilhelmines, Königin Sophie Dorothea in Preußen (1687-1757), bei welchem es sich um eine Werkstattkopie nach 1737 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff nach einem Gemälde von Antoine Pesne handelt.[107] Sie sitzt auf einem Sessel heraldisch nach links gedreht, ihren Kopf richtet sie minimal zum Betrachter. Sie trägt ein blaues Samtkleid mit Goldstickereien und Spitze am Ausschnitt und an den Ärmeln. In ihrer rechten Hand hat sie einen Fächer. Hinter ihr liegt ein Hermelinmantel. Außerdem befindet sich rechts, vom Betrachter aus gesehen, die Königskrone.[108]

Daneben hängt das Bildnis von König Friedrich Wilhelm I. in Preußen (1688-1740), der Vater Wilhelmines. Das Gemälde entstand nach 1737 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff nach einem Original von Pesne im Schloss Charlottenburg in Berlin.[109] Es zeigt den stehenden Friedrich Wilhelm I. in Uniform heraldisch nach rechts gewandt und seinen Kopf zum Betrachter gedreht. Seine Brust ziert der Stern des Schwarzen Adlerordens. Mit seiner rechten Hand stützt er sich auf einen Stock.[110]

Das Porträt des Prinzen August Wilhelm in Preußen (1722-1758), der Bruder der Markgräfin, ist ebenfalls eine Werkstattkopie nach einem Gemälde von Pesne und entstand um 1732.[111] Es stellt August Wilhelm als Kind in Uniform mit Band des Schwarzen-Adler-Ordens dar. Er steht nach links gewandt, seinen Kopf richtet er nach vorne und seine linke Hand deutet auf den neben ihm platzierten Soldatenhelm.[112]

Ein weiteres Bildnis präsentiert Herzogin Philippine Charlotte von Braunschweig-Wolfenbüttel (1716-1801), eine geborene Prinzessin von Preußen und Schwester Wilhelmines. Das Gemälde ist eine Werkstattkopie um 1744 nach einem Original Pesnes im Schloss Charlottenburg in Berlin.[113] Es zeigt die Herzogin heraldisch nach rechts gedreht und den Kopf zum Betrachter gerichtet im rosa Rokokokleid mit Silberstickereien und Spitzenbesatz. In ihrer linken Hand hält sie Blüten an ihre Brust. Neben ihr liegt ein blauer Hermelinmantel, welcher fast die Königskrone verdeckt.[114]

Eine weitere Schwester der Bayreuther Markgräfin, Prinzessin Anna Amalie in Preußen (1723-1787), wird im nächsten Porträt vorgestellt. Das Bildnis wurde von Antoine Pesne um 1744 nach einem Gemälde im Neuen Palais in Potsdam gefertigt.[115] Sie steht im blauen Kleid mit Silberstickereien und Spitzenbesatz heraldisch nach rechts gewandt und blickt zum Betrachter, In ihren Händen hält sie ein Blumengesteck. Hinter ihr liegen ein Hermelinmantel und die Königskrone.[116]

Das nächste Gemälde zeigt die Kronprinzessin Elisabeth Christine in Preußen (1715-1797), Ehefrau von Kronprinz Friedrich II. von Preußen und somit Schwägerin Wilhelmines. Das Bildnis entstand um 1738 von der Werkstatt Antoine Pesnes und zeigt die Kronprinzessin frontal zum Betrachter stehend im blauen Kleid mit Silberstickereien, Spitzen- und Schleifenbesatz. Ihre linke Hand liegt auf der Königskrone auf.[117]

Das letzte Porträts von Antoine Pesne um 1733 präsentiert Kronprinz Friedrich in Preußen (1712-1786), den Bruder der Markgräfin.[118] Er steht in Uniform mit Band des Schwarzen-Adler-Ordens heraldisch nach rechts gewandt, seinen Kopf nach vorne richtend und stützt sich mit der rechten Hand an einem Stock ab. Neben ihm liegen ein roter Hermelinmantel sowie ein Soldatenhelm.[119]

Erstes Gobelinzimmer

Das Erste Gobelinzimmer (ursprünglich: Zweites Vorzimmer) liegt auf der Stadtseite und entspricht dem Bauteil des ehemaligen Predigerhauses. Es ist der zweite Raum der Enfilade des Appartements der Markgräfin. Das Zimmer fungierte ehemals als zweites Vorzimmer.[120] Die Rokokostuckaturen, die heute nicht mehr vorhanden sind, könnte Giovanni Battista Pedrozzi gefertigt haben.[97] Der Raum war ursprünglich mit einer gelben Bespannung verkleidet. 1894 wurde ein braungestreifter Wollstoff angebracht.[100] Die Wände sind mit gelbem Stoff bespannt. Die Ostwand wird von einem Wirkteppich der Brüsseler Manufaktur von Alexander I. Baret um 1670 geziert, weshalb der Raum heute Gobelinzimmer genannt wird. Er zeigt eine Szene aus der Oper Amadis und Oriane von Philippe Quinault (1635-1698).[121] Es handelt sich wohl um einen der Gobelins, die nach 1897 aus der Münchner Residenz ins Preußische Familienzimmer im Neuen Schloss Bayreuth transferiert wurden, weshalb noch Anfang der 1990er Jahre das heutige Erste Gobelinzimmer als Zweites Gobelinzimmer bezeichnet wurde.[122] Der neobarocke Stuck stammt von 1891.[100] Wand- und Deckengemälde sind keine vorhanden.

Zweites Gobelinzimmer

Das Zweite Gobelinzimmer (ursprünglich: Audienzzimmer) auf der Stadtseite ist in seiner Lage zum größten Teil dem Verbindungbau zwischen dem ehemaligen Predigerhaus und dem Haag’schen Haus sowie zu einem kleinen Anteil dem Predigerhaus selbst zuzuordnen. Der Raum diente ehemals als Audienzzimmer der Markgräfin.[123] Giovanni Battista Pedrozzi war vermutlich für die Stuckaturen zuständig.[97] 1891 wurde der Stuck erneuert. Außerdem integrierte man Landschaftsgemälde aus der Münchner Residenz, zugeschrieben Nikolaus Treu um 1760/70, in die Supraporten. 1896 verkleidete man die Wände mit einem bedruckten Stoff und mit Goldleisten. Ein grauer und gestreifter Seidendamast, ebenfalls mit Goldleisten, wurde 1907 an die Wände angebracht.[124] Die Bezeichnung Zweites Gobelinzimmer rührt daher, dass drei Gobelins der Brüsseler Manufaktur von Alexander I. Baret um 1670 die Wände schmücken. Sie zeigen wie das Erste Gobelinzimmer Szenen aus der Oper Amadis und Oriane von Philippe Quinault (1635-1698).[125] Es handelt sich wohl um die vier Gobelins, die nach 1897 aus der Münchner Residenz ins Preußische Familienzimmer im Neuen Schloss Bayreuth transferiert wurden.[126] Noch Anfang der 1990er Jahre war das heutige Zweite Gobelinzimmer das Dritte Gobelinzimmer.[127]

Spiegelscherbenkabinett

Das Spiegelscherbenkabinett befindet sich im ehemaligen Haag’schen Haus auf der Stadtseite in der Enfilade. Über einem weißen Lambris ist eine hellblaue und gemusterte Tapete angebracht. Die Decke zieren chinoise Stuckaturen sowie unregelmäßig beschnittene Spiegelstücke. Das Flachrelief zeigt eine auf einer Insel mit Palme im Meer sitzende Dame, in welcher Krückmann Wilhelmines Gesichtszüge widererkennt, im asiatischen Gewand mit einer Teetasse auf der rechten Hand in einem Teehaus. Vom Betrachter aus links gesehen, kniet ein Asiate, der eine Schriftrolle mit Hieroglyphen in den Händen hält und der Dame präsentiert, die daraus zu lesen scheint. Weiter links kniet ein weiterer Asiate mit einem Paradiesvogel auf der Hand. Beide betrachten die Szene. Außerdem finden sich im Plafond noch ein Delfin, ein Löwe sowie Drachen- und asiatische Männerköpfe stuckiert.[128] Wand- und Deckengemälde sind keine vorhanden.

Salon mit Golddecke

Über dem weißen Lambris ziert die Wandfläche eine blaugrüne blumengemusterte Seidenbespannung mit Goldleisten. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und zählt zu den ältesten bekannten Seidentapeten in bayerischen Schlössern.[129] Auf einem profilierten golden staffierten Gebälk ruht die ebenfalls golden bemalte Stuckdecke. Zwischen aneinandergereihten Rocailles und flammig gezackten Gewächsen sind farbig gefasste Muscheln, Korallen und Wasserpflanzen dargestellt. Über die Bedeutung dieses Raumes ist nichts bekannt.[130] Außerdem ist weder ein Wand- noch ein Deckengemälde vorhanden.

Japanisches Zimmer

Das Japanische Zimmer war einst das Schlafzimmer der Markgräfin.[131] Die Wandfläche über dem weißen Lambris ist filigran stuckiert und gliedert sich in golden gefasste Felder, die Spaliere nachbilden sollen. Exotische dunkel bemalte Pflanzenranken umspielen die Gitter. Golden oder ebenfalls dunkel staffierte Phantasie- und Paradiesvögel haben auf Ranken und Gittern Platz genommen oder fliegen durch den vegetabilen Dekor.[132] Die Nordwand wird von zwei Spiegeltüren gegliedert, wobei die linke eine Blendtür ist. Die Westwand ist weiß getäfelt. Auf einem profilierten Gebälk erhebt sich der flache stuckierte Plafond, der am Rand ebenfalls von fernöstlichen Gewächsen geziert wird. In der Mitte sitzt auf einem Muschelthron neben einer Palme Guanyin, die Göttin der Barmherzigkeit.[133] Ihre rechte Brust ist entblößt. Mit ihrer rechten Hand greift sich nach einem Senfstrauchzweig, während ihre linke Hand einen Granatapfel hält. Die Göttin wird überspannt von einem Tuch, das an den Pflanzen festgebunden wurde. Neben ihr befindet sich eine ovale Rocaillekartusche, die an einen Spiegelrahmen erinnert. Die Darstellung spielt auf Wilhelmine an, deren Bett so ausgerichtet war, dass sie den Plafond überblicken konnte. Nach Krückmann handelt es sich um eine Allegorie des Lebens und der Fruchtbarkeit.[131] Es befinden sich keine Wand- und Deckengemälde im Japanischen Zimmer.

Pastellzimmer

Bei dem Raum handelt es sich um ein Durchgangszimmer. Nach 1971 befanden sich hier die Pastellbildnisse, wonach der Raum benannt ist. Heute hängen die Porträts im Teezimmer und waren wohl ehemals wandfester Teil der Wanddekoration des Alten Musikzimmers.[134] Zuvor wurde das Pastellzimmer als Graues Kabinett bezeichnet.[135]

Der Lambris und die Fensterwand sind weiß getäfelt. Eine rote Wandbespannung mit Blumenmotiven ziert die Wandflächen. Ein schwarzer Kamin ist in die Südwestecke eingelassen. Die Decke ist partiell mit golden staffierten Streublumen und Blüten- und Blattranken stuckiert.[136] Es befinden sich keine Wand- und Deckengemälde im Raum.

Teezimmer

In das Teezimmer gelangt man durch die in die Nordwand eingelassene Tür des Pastellzimmers. Es befindet sich im ehemaligen Haag’schen Haus. Fensterwand, Supraporten und Lambris sind weiß getäfelt. Die restlichen Wandflächen werden von einer beigen Tapete mit vegetabilem Dekor bespannt. Die Wände zieren Pastellbildnisse, die wohl ehemals fester Bestandteil der Wanddekoration im Alten Musikzimmer waren.[134] Ursprünglich waren an den Wänden zweiundachtzig vergoldete Wandkonsolen angebracht, auf denen hundertachtzehn Figuren präsentiert wurden. Dabei handelte es sich nicht nur um Figuren aus Porzellan, sondern auch um acht aus Wachs. Außerdem zierten weitere Porzellane, beispielsweise Vasen oder Pagoden, den Raum. Die Sammlung ist leider nicht mehr erhalten.[137] Über einem profilierten Gewände erhebt sich die Stuckdecke. Am Rand befinden sich golden bemalte Palmwedelstuckaturen. Blüten- und Blattranken umspielen die konvex-konkaven Bögen, welche zentriert ein leeres Feld, abgesehen von den partiellen Überschneidungen der Ranken, ausbilden.[138] Hier könnte sich ein Deckengemälde befunden haben bzw. eines geplant gewesen sein.

Altes Musikzimmer

Der letzte Raum des Appartements der Markgräfin ist das Alte Musikzimmer auf der Hofgartenseite, in welches man durch die Tür in der Nordwand aus dem Pastellzimmer gelangt. Hier befindet sich außerdem ein Deckengemälde von Wilhelm Ernst Wunder, das Orpheus mit seiner Lyra, umgeben von Tieren, darstellt.

Das Alte Musikzimmer gehört zum Bayreuther Rokoko. Die Gestaltung des Raumes in ähnlicher Form ließ Wilhelmine bereits im Musikzimmer des Alten Schlosses der Eremitage fertigen.[139] Das Alte Musikzimmer wurde von Giovanni Battista Pedrozzi stuckiert. Das Deckengemälde schuf Wilhelm Ernst Wunder. Es zeigt den lyraspielenden Orpheus mit zahlreichen Tieren.[140] Die in die Stuckaturen eingelassen Pastellbildnisse Bayreuther Schauspieler, Tänzer, Sänger und Dichter stammen unter anderem von Alexander Roslin, von Markgräfin Wilhelmine selbst und wohl noch von einem weiteren Künstler, eventuell aus Nürnberg. Sie entstanden schon vor dem Bau des Neuen Schlosses.[141]

Da der Bauteil südlich flankierend des Altem Musikzimmers und nördlich anstoßend an das Treppenhaus erst nachträglich errichtet wurde, trat bis dahin das im Grundriss rechteckige Alte Musikzimmer im Osten pavillonartig hervor.[142] In der Ostwand sind zwei Fensterachsen eingelassen. Türen befinden sich in einer Flucht auf der westlichen Seite der Nord- und Südwand. Die nördliche Tür führt ins Pastellzimmer, durch die südliche gelangt man in den Flur. Sowohl Wände als auch Decke sind stuckiert. In die Wandstuckaturen sind Pastellbilder eingelassen.

Das Deckengemälde: Orpheus spielt vor den Tieren auf der Lyra

Das Deckengemälde fertigte Wilhelm Ernst Wunder. Es handelt von Orpheus, der durch sein Seitenspiel die Tiere des Waldes friedlich miteinander vereinigt.[143]

In einem vernebelten Wald sitzt auf der linken Bildseite, vom Betrachter aus gesehen, Orpheus auf einem Stein. Er trägt antikisierende Kleidung und einen Lorbeerkranz im langen braunen Haar. Sein rechtes Bein hat er angehoben, in seinen Händen hält er seine Lyra und spielt darauf. Seinen Kopf hat er heraldisch nach rechts gedreht und blickt leicht nach oben zu einem Papagei, der auf einem Ast sitzt und der Musik lauscht. Zu Orpheus Füßen sitzt ein Zwergspaniel, der den Betrachter anblickt. Es handelt sich dabei um das Porträt Folichons, des Lieblingshunds der Markgräfin Wilhelmine.[144] Auf der anderen Seite erscheinen aus dem Nebel weitere Tiere. So finden sich ein Pferd, eine Kuh, ein Hirsch und ein Lama am Ort des Geschehens ein. Ein Adler hat bereits im Vordergrund auf einem Ast Platz genommen. Der dicht bewölkte Himmel scheint sich gerade zu lichten und die Sonne spitzt bereits hervor. Während die linke Gemäldeseite schon hell beleuchtet ist und der Wald in seinem Glanz erstrahlt, ist die rechte Bildhälfte dunkel und die Bäume erscheinen kahl.

Der Papagei sowie Folichon und auch der Adler befinden sich schon im hellen Bereich des Gemäldes. Sie sind bereits durch Orpheus Melodien in der anmutigen, künstlerischen und friedlichen Welt angekommen. Der Hund scheint sogar den Betrachter einzuladen, da er ihn anblickt. Die anderen Tiere dagegen verlassen gerade erst den dunklen Bereich.

Der Eintretende, egal ob er die Nord- oder Südtür verwendet, muss sich erst nach Osten richten, um das Gemälde betrachten zu können. Der Blick fällt als erstes auf Folichon, der sich genau im Lichtkegel befindet und zudem den Betrachter ansieht. Der Schwerpunkt der Malerei liegt außerdem eindeutig auf der linken Seite. Nicht nur die Beleuchtung impliziert dies, sondern auch die Bewegungsrichtung der Tiere auf der rechten Seite. Wilhelm Ernst Wunder verwendet silbergraue bis blaugrüne Farben für sein Gemälde. Er teilt außerdem das Bild in zwei Hälften. Während die linke Seite hellere Farbtöne auszeichnet, ist die rechte Seite dunkel gehalten. Das gleiche Thema mit Orpheus und den Tieren hatte Wilhelmine bereits im Musikzimmer des Alten Schlosses der Eremitage an die Decke von Adam Rudolph Albini um 1740 stuckieren lassen.[144]

Giovanni Battista Pedrozzi stuckierte den Plafond. In den Deckenkehlen, auf dem Gesims, sind golden bemalte Musikinstrumente stuckiert. So befinden sich in der Südwestecke ein Cello und eine Flöte, auf der Ostwand ein Dudelsack, in der Nordwestecke Trommeln und Trompeten, auf der Nordseite zum einen eine Laute und zum anderen eine Gambe, in der Nordostecke ein Jagdhorn, auf der Ostwand ein Notenheft mit einer Trompete, in der Südostecke eine Drehleier und auf der Südwand ein Tambour mit Horn sowie eine Triangel. Sie werden von Blüten- und Blattranken umspielt.[145] Der zentrierte mehrpassige Rahmen des Deckengemäldes wird ebenfalls von solchen Ranken geziert. Außerdem sind hier Musikinstrumente zu sehen, darunter verschiedene Blas- und Seiteninstrumente sowie Notenblätter, die das Gemälde partiell überschneiden.[145]

Die Wanddekoration

Die Wände des Alten Musikzimmers stuckierte Giovanni Battista Pedrozzi. Die darin eingelassenen achtzehn Porträts Bayreuther Hofkünstler stammen von Alexander Roslin, von Markgräfin Wilhelmine und vermutlich einem weiteren unbekannten Künstler.[146]

Die Wände sind weiß getäfelt. Sie werden durch rechteckige Felder mit konkav oder konvexen Ecken ausgezeichnet. Darauf befinden sich in verschiedenen Höhen und völlig unbeirrt der Wandgliederung die Pastellbildnisse, umrahmt und verbunden durch golden staffierte Stuckaturen. Insgesamt sind achtzehn Porträts in die stuckierten Rahmen eingelassen. Umlaufend befinden sie sich als festes Ensemble, teils auch als Supraporte, an den Wänden. Jedes Bildnis wird von einem Lorbeerkranz bekrönt, welcher teilweise das profilierte Gebälk überschneidet. Unterhalb der Rahmung ist jeweils ein Notenblatt oder ein Notenheft angebracht. Palmenzweige, Blüten- und Blattranken flankieren die Porträts, überschneiden andere Stuckornamente oder versuchen sich partiell mit den anderen Bildnissen zu verbinden.[147] An Nord- und Südwand befinden sich neben den tatsächlichen Türen je zwei Spiegeltüren auf der östlichen Seite, die blind enden.

Im Musikzimmer des Alten Schlosses der Eremitage findet sich eine ähnliche Wandgestaltung. Die eingelassenen Bildnisse zeigen dort allerdings Freunde, Vertraute und auch Verwandte Wilhelmines, während hier Schauspieler, Sänger, Tänzer und Dichter dargestellt sind.[148]

Die in die Stuckrahmen eingelassenen Pastellporträts stammen unter anderem von Alexander Roslin, von Markgräfin Wilhelmine selbst und wohl von einem weiteren unbekannten, eventuell aus Nürnberg stammenden Künstler. Die Bildnisse entstanden schon vor dem Bau des Neuen Schlosses.[146] Ende des 18. Jahrhunderts wird berichtet, dass neunundzwanzig Pastelle vorhanden sind. Achtzehn befinden sich im Alten Musikzimmer. Weitere sind im Teezimmer untergebracht.[149]

Die in die Wand eingelassenen Porträts zeigen Bayreuther Schauspieler der französischen Komödie, Sänger der italienischen Oper, Balletttänzer und einen Dichter.[146] Von links nach rechts an der Westwand sieht man Bildnisse des Sängers der Giacomo Zaghini, eines unbekannten Schauspielers, der Sängerin Maddalena Gerardini, der Schauspielerin Madame Froment und des Sängers Steffanino Leonardi. Dem Uhrzeigersinn folgend an der Nordwand sind die Porträts des Schauspielers Monsieur Merval, einer unbekannten Sängerin, eines unbekannten Schauspielers, der Balletttänzerin Eupis de Camargo und von zwei weiteren unbekannten Schauspielern angebracht. An der Ostwand befinden sich ebenfalls zwei Bildnisse von unbekannten Schauspielern. An der Südwand links beginnend findet man die Porträts des Schauspielers Monsieur Blondevat, der Balletttänzerin Madame Jashinte, der Sängerin und Schauspielerin Madame Fleury, der Schauspielerin Denise Lebrun und des Dichters François Marie Arouet Voltaire.

Die Dargestellten füllen zumeist annähernd das Hochformat aus. Sie tragen zum einen größtenteils Bühnenkostüme und werden zum anderen teilweise mit Notenblättern, Instrumenten und der gleichen dargestellt, sodass diese als Sänger oder Schauspieler identifizieren werden können.[150] Die Bildnisse zeichnen sich durch ihre breite Strichführung und durch eine große Farbvielfalt aus. Die Figuren werden zudem durch einen dunklen Hintergrund hervorgehoben. Ihre individuelle Physiognomie sowie die Stofflichkeit und Zierde der Kleidung hat der Maler herausgearbeitet und verleihen jedem der Hofkünstler seine eigene Persönlichkeit.[151]

Giacomo Zaghini

Das Porträt des Sängers Giacomo Zaghini entstand 1751 durch Alexander Roslin. Rückseitig wird das Pastell Zaghiny Jacomo, chanteur de l‘opéra à Bayreuth 1751 bezeichnet.[152] Der Sänger Giacomo Zaghini hat sich heraldisch nach links gewandt, seinen Kopf dreht er nach rechts. Er trägt ein barockes Kostüm und eine weißgepuderte Perücke, die hinten zusammengebunden ist. In seiner rechten Hand hält er leicht schräg Notenblätter, sodass der Betrachter sie einsehen kann.

Der Kastrat Giacomo Zaghini trat von 1737-1748 während der Sommermonate in der Italienischen Oper Bayreuth auf.[153] Er bezog dort zusammen mit der Kontra-Alt Santorina die höchste Gage. Wilhelmine bewunderte Zaghini sehr, sodass sie ihn auch des Öfteren in Briefen erwähnte. Laut eines solchen Schreibens vom 13. Juni 1748 befürchtet die Markgräfin, dass der Kastrat wohl bald seinem Steinleiden erliege. Danach wird nichts mehr von ihm berichtet.[152]

Schauspieler der Französischen Komödie

Das Porträt des unbekannten Schauspielers der französischen Komödie wurde wohl um 1750 angefertigt.[154] Rückseitig des Pastells wird der Dargestellte dementsprechend als joueur des rôles comiques bezeichnet.[155] Der unbekannte Schauspieler ist im blauen Kostüm und mit langer zusammengebundener und weißgepuderter Perücke zu sehen, hat sich leicht nach links gewandt. Seinen Kopf dreht er zum Betrachter. Mit seiner linken Hand deutet er von sich aus nach rechts.

Maddalena Gerardini

Das Bildnis der Maddalena Gerardini stammt von Alexander Roslin (unten rechts signiert Roslin) aus dem Jahr 1748. Rückseitig wird das Porträt Madame Callarino chanteuse à l’opéra de Bayreuth 1748 bezeichnet.[152] Maddalena Gerardini war Sopranistin an der italienischen Oper in Bayreuth und war auch unter dem Namen Callarino oder Selarina bekannt.[153] Sie hat sich minimal nach rechts gedreht. Ihren Kopf hält sie frontal. Sie ist in einem lockeren Kostüm mit blauem Schulterumhang gekleidet und trägt eine lange weißgepuderte Perücke. Vor ihrem Oberkörper hält sie in der Hand ihres rechten angewinkelten Arms Notenblätter.

Madame Froment

Das Pastell der Madame Fromet wird rückseitig als Madame Froment, Comédienne à Bayreuth, jouant les Reines et Subrettes en chef, 1751 bezeichnet.[156] Somit entstand es 1751, eventuelle sogar unter Mitwirkung Wilhelmines.[154] Madame Froment, Schauspielerin der französischen Komödie in Bayreuth, wird aus der Körpermitte heraldisch nach recht gedreht präsentiert.[157] Ihren Kopf hat die leicht zum Betrachter gewendet und blickt diesen an. Sie ist in ein Kostüm in türkischer Art gekleidet.[158]

Steffanino Leonardi

Das Porträt des Steffanino Leonardi wurde von Alexander Roslin 1751 gefertigt. Es wird dementsprechend rückseitig als Steffanino Leonardi chanteur à l’opéra de Bayreuth 1751 ausgewiesen.[152] Leonardi wird, von sich aus nach rechts gerichtet und den Kopf minimal zum Betrachter gedreht, dargestellt. Er trägt ein barockes Kostüm und eine lange hinten zusammengebundene weißgepuderte Perücke. In seiner rechten Hand hält er Notenblätter. Der Kastrat der Italienischen Oper Staffanino Lenonardi war der Nachfolger von Giacomo Zaghini.[153] Er wird außerdem als besonders mutig beschrieben, da er beim Brand des Alten Schlosses 1753 Wilhelmines Bibliothek rettete.[152]

Monsieur Merval

Rückseitig verweist das Pastell auf den Schauspieler Merval mit der Bezeichnung: Monsieur Merval jouant les roles des péres tendres, raisonneurs, confidents et seconds comiques.[159] Merval ist von sich aus gesehen nach rechts gedreht, seinen Kopf richtet er leicht nach links und blickt den Betrachter an. Er trägt einen Rock und eine Allongeperücke.[158] Unter seinem linken Arm hat er einen Dreispitz. In seiner rechten Hand hält er einen Stock mit getriebenem Knauf.[154]

Sängerin der Italienischen Oper

Das Pastell der unbekannten Künstlerin, wohl Sängerin der italienischen Oper, stammt eventuell von Alexander Roslin unter Mitwirkung der Markgräfin um 1750.[160] Die unbekannte Hofkünstlerin, wohl Südländerin, ist fast frontal zum Betrachter dargestellt.[161] Ihren Kopf dreht sie minimal nach links, sieht den Betrachter dennoch an. Sie trägt ein blaues Rokokokleid und eine weißgepuderte Perücke.

Schauspieler der Französischen Komödie

Das Porträt des unbekannten Schauspielers der französischen Komödie entstand vermutlich um 1750.[159]

Leicht nach rechts gewandt und seinen Kopf frontal zum Betrachter gerichtet präsentiert sich der unbekannte Schauspieler im Kavaliersrock mit weißgepuderter Perücke. Unter seinem linken Arm hat er einen Dreispitz. Seinen rechten Arm hat er angewinkelt, auf seiner Hand sitzt eine Fliege.

Eupis de Camargot

Das Bildnis der Eupis de Camargot wurde wohl von Alexander Roslin unter Mitwirkung Wilhelmines 1749 gefertigt.[162] Rückseitig wird es als Mademoiselle Eupis de Camargot, première danseuse à Bayreuth 1749 bezeichnet.[163] Eupis de Camargot war Primaballerina in Bayreuth. Sie ist annähernd frontal im Rokokokleid und mit einer weißgepuderten Perücke dargestellt, ihren Kopf hat sie leicht nach rechts geneigt.[162]

Schauspieler der Französischen Komödie

Das Bildnis des unbekannten Schauspielers der französischen Komödie wurde wohl von um 1750 gefertigt.[159] Er ist im Profil heraldisch nach rechts dargestellt und dreht seinen Kopf zum Betrachter. Er trägt schulterlange braune Haare, ein rotes Barett, eine Spitzenkrause und einen roten Umhang. Seine rechte Hand hat er am Kinn. Laut Bachmann handelt es sich um einen Harlekin.[154]

Schauspieler der Französischen Komödie

Das Pastell des unbekannten Schauspielers der französischen Komödie entstand um 1750.[154] Der unbekannte Schauspieler ist nach links gewandt und hat seinen Kopf in Richtung Betrachter gedreht. Er trägt ein schwarzes Gewand, einen breiten weißen Kragen und einen Dreispitz.[154] Mit seiner linken Hand durchbohrt er sich mit einem Dolch die Brust und stellt somit eine Szene einer Tragödie nach.[159] Oder er spielt die Rolle des Crispins, der gerade einen Degen zieht. Das Theaterstück Crispin rival de con maître wurde nämlich 1751 in Bayreuth aufgeführt.[158]

Schauspieler der Französischen Komödie

Das Pastell des unbekannten Schauspielers der französischen Komödie wurde um 1750 hergestellt und ist restauriert.[154] Das Bildnis zeigt einen unbekannten Schauspieler. Er hat seinen Oberkörper nach rechts gewandt, seinen Kopf dreht er in Richtung des Betrachters nach links. Er trägt einen blauen Rock und eine lange weißgepuderte Perücke, die hinten zusammengebunden ist.

Schauspieler der Französischen Komödie

Das Bildnis des unbekannten Schauspielers der französischen Komödie entstand um 1750 und ist restauriert.[154] Das Porträt zeigt einen unbekannten Schauspieler. Er ist nach rechts gerichtet, seinen Kopf hat er geneigt und blickt den Betrachter an. Er trägt ein Theaterkostüm im südländischen Stil und hält eine Mandoline in den Händen.[159]

Monsieur Blondevat

Das Pastell des Monsieur Blondevat, einem Schauspieler der französischen Komödie, entstand 1751. Es wird rückseitig Monsieur Blondevat, Comédien à Bayreuth, jouant les seconds et toisièmes rôles tant sérieux que comiques, Paysans et raisonneurs 1751 bezeichnet.[164] Das Bildnis wurde bereits restauriert.[165] Monsieur Blondevat ist im Profil heraldisch nach links dargestellt. Seinen Kopf richtet er minimal zum Betrachter. Er trägt einen Rokokoanzug, außerdem sind seine Haare weiß gepudert und nach hinten gebunden. Der Schauspieler spielte meist die zweite oder dritte sowie auch lustige Rollen.[164]

Madame Jashinte

Das Bildnis der Madame Jashinte wurde wohl von Alexander Roslin 1751 unter Mitwirkung der Markgräfin gefertigt. Auf der Rückseite des Pastells wird die Dargestellte als Madame Jashinte, première danseuse à Bayreuth 1751 präsentiert.[163] Die Primaballerina Jashinte, wohl auch als Jacinto bezeichnet, ist frontal zum Betrachter mit leicht nach links geneigtem Kopf dargestellt. Sie trägt ein Schäferkostüm und trägt einen Korb an ihrem linken Arm.[163]

Madame Fleury

Rückseitig des Pastells ist Madame Fleury Comédienne à Bayreuth, jouant les premiers rôles tant sérieux que comiques 1751 vermerkt.[160] Das Porträt zeigt Madame Fleury, eine Sängerin und Schauspielerin, die sowohl ernste auch als komische Rollen spielte.[161] Sie hat sich leicht nach rechts gewandt, ihr Kopf ist minimal nach links zum Betrachter gedreht. Fleury trägt ein Rokokokleid sowie weißgepudertes Haar.

Denise Lebrun

Rückseitig des Pastells wird die Dargestellte als Madame Denise Lebrun, Comédienne à Bayreuth, jouant les premiers et seconds rôles, les sylvies et paysannes 1751vorgestellt. Das Bildnis entstand 1751 und wurde wohl von Wilhelmine selbst gefertigt.[165] Das Pastell zeigt Denise Lebrun, wohl als Dienstmädchen verkleidet, die meist am Theater in den Hauptrollen zu sehen war.[164] Die Schauspielerin ist nach rechts gewandt und hält ihren Kopf leicht schräg zum Betrachter. Ihren rechten Oberarm mit ausgestrecktem Zeigefinger hält sie nach oben und lächelt dabei.

Weitere Pastellbildnisse

Insgesamt wird Ende des 18. Jahrhunderts von neunundzwanzig Pastellbildnissen berichtet. Achtzehn befinden sich im Alten Musikzimmer. Ob es sich dabei um die ursprünglichen Pastelle in eben dieser Konstellation handelt, sei dahingestellt. Immerhin sind sie austauschbar mit denjenigen, welche heute die Wände des Teezimmers schmücken. Diese sind größtenteils aus umliegenden Schlössern wieder zusammengetragen. Die Pastelle stammen zumeist von um 1750 und präsentieren, wie auch im Alten Musikzimmer, Sänger der italienischen Oper, Schauspieler der französischen Komödie und Balletttänzerinnen des Bayreuther Hofes.[166]

Dabei handelt es sich zum einen um die Primaballerina Anna Fiorina im Spitzenkostüm. Das Bildnis könnte von Markgräfin Wilhelmine selbst stammen und wurde 1751 gefertigt.[163] Rückseitig wird es Mademoiselle Anna Fiorina première danseuse à Bayreuth 1751 bezeichnet.[167] Ein weiteres Porträt zeigt eine unbekannte Schauspielerin im schwarzem Rokokokleid mit Spitzenbesatz und Spitzenhäubchen. Das nächste Pastellbildnis stellt eine unbekannte Bühnenkünstlerin im blauen Rokokokleid mit Spitzenbesatz und Goldstickereien dar. Neben diesem sind noch zwei weitere Porträts unbekannter Schauspieler zu sehen. Während die Dame in ein Bühnenkostüm gekleidet ist und ihr eine Blume und ein Pickel beigegeben wurde, präsentiert sich der Herr im schlichten schwarzen Rokokoanzug mit Spitzenärmeln und -kragen. Es weiteres Pastell zeigt eine ebenfalls unbekannte Schauspielerin im blauen Kleid, an deren Ausschnitt und Ärmel Spitze zum Vorschein kommt. Außerdem trägt sie ein passendes Barett und ein schwarzes Halstuch.[168] Unter den acht Bildnissen befindet sich auch das der Primaballerina Rosina Balby, das 1751 wohl von Alexander Roslin unter Mitwirkung Wilhelmines gefertigt wurde (rückseitig bezeichnet: Rosina Balby, première danseuse à Bayreuth 1751). Die Balletttänzerin trägt ein weißes Kleid mit Spitze und Schleifen, zudem bekrönt ihren Kopf ein schwarzes Barett mit angesteckten Blüten. Ihren Hals ziert ebenfalls eine Schleife. Balby wurde auf Grund ihrer zahlreichen Romanzen von Wilhelmine nicht besonders gemocht. Als letztes ist noch das Bildnis des Ballettmeisters Franz Schuhmann von 1751 zu nennen (rückseitig bezeichnet: Monsieur Frantz Schuhmann, Maître de Ballet à Bayreuth 1751), der im blauen Theaterkostüm und mit einem entsprechenden Spitzhut dargestellt ist.[169]

Bildnis des Voltaire

Das Pastell entstand um 1750 und zeigt den französischen Dichter François Marie Arouet Voltaire.[164] Voltaire scheint an einem Schreibtisch zu sitzen. Sein Oberkörper zeigt nach rechts, seinen Kopf hat er leicht zum Betrachter gedreht. Er trägt einen grünen Mantel und eine weißgepuderte und gelockte Perücke. Seinen linken Arm hat er wohl auf der Tischplatte abgestützt. In seiner Armbeuge liegt ein Buch, welches er mit der rechten Hand umgreift. Vom Betrachter aus links stehen neben dem Dichter ein Federkiel und mehrere Bücher, wobei eines als Théâtre Français ausgewiesen ist. Das Bildnis wurde um 1750 gefertigt. Voltaire wird allerdings jünger dargestellt, als er zum damaligen Zeitpunkt war.[164] Es entstand wohl nach einem Vorbild eines verschollenen Porträts des Dichters von um 1745.[158] Markgräfin Wilhelmine lernte Voltaire 1743 bei ihrem Bruder in Rheinsberg kennen. Im selben Jahr logierte der Dichter der europäischen Aufklärung für zwei Wochen in der Eremitage als Gast der Markgräfin. Beide hielten bis zu Wilhelmines Tod Briefkontakt.[165]

Privatappartement des Markgrafen

Die Räumlichkeiten des zweiten Obergeschosses des Neuen Schlosses befinden sich im ehemaligen von Meyern’schen Palais und dem Verbindungsbau zwischen Reformierter Kirche sowie ab 1757 im ehemaligen Bürgerhaus. Es handelte sich von 1753 bis 1757 um die privaten Zimmer des Markgrafen. Die Nutzung und die Funktion der Wohnräume sind unbekannt. Allerdings kann man davon ausgehen, dass nur die westlichen Zimmer und größtenteils die des Verbindungsbaus vom Markgrafen genutzt worden. Das Appartement stuckierten Adam Rudolf Albini und Giovanni Battista Pedrozzi um 1754/55. Die Deckengemälde hat Wilhelm Ernst Wunder gefertigt. 1757 schlossen sich weitere kleine Räumlichkeiten durch den Anbau des ehemaligen Bürgerhauses an. Danach wurden die Wohnräume Friedrichs in den ersten Stock integriert. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Malereien schwer beschädigt und daraufhin teilweise übermalt. Von 1924 bis 1986 befanden sich in allen Räumen des zweiten Obergeschosses die Ausstellungsräume des Stadtmuseums.[52] Das Appartement ist heute nicht mehr zugänglich.

Über zwanzig kleinteilige Zimmer sind im zweiten Stockwerk des Südflügels. Sechzehn Fensterachsen befinden sich auf der Westseite. Der rechtwinklige Anbau des Südflügels zeigt auf der Nordseite drei Achsen und auf der Südseite vier Achsen. Auf der Ostseite des länglichen Baus sind insgesamt zwölf Fensterachsen zu erkennen. Im Prinzip sind die Räumlichkeiten durch einen Gang in eine westliche und eine östliche Partie getrennt. Die Zimmer der östlichen Hälfte werden über den Flur erreicht, während die der westlichen Seite wie eine Enfilade aufgebaut und hauptsächlich nur untereinander begehbar sind. Dabei scheint es sich um die Wohnräume des Markgrafen zu handeln, da sich die meiste Wand- und Deckendekoration hier befindet.[170] Die Raumfolge lässt sich von Süden nach Norden erschließen.

Spielzimmer

Der erste Raum des privaten Markgrafenappartement ist quadratisch und zweiachsig. Neben der Tür zum Treppenhaus in der Südwand führt in einer Flucht eine weitere Tür in den nächsten Raum. Das Zimmer wurde vom Stadtmuseum als Markgrafenzimmer betitelt. Den Plafond stuckierte Giovanni Battista Pedrozzi. Hier finden sich um die dreißig Putten wieder, die zum Beispiel Fangen, Reigen, Blinde Kuh oder Würfeln spielen.[171] Vielleicht hatte Markgraf Friedrich hier ein Spielzimmer, beispielsweise für Karten- oder Würfelspiele, einrichten lassen.[172] Der Raum weist keine Deckenmalerei auf.

Wohnzimmer

Das galerieartige Wohnzimmer ist der nächste Raum der Enfilade. Der langgestreckte schmale Raum ist auf der Westseite vierachsig. Auf der westlichen Seite der Südwand ist eine Tür eingelassen, durch welche man ins Spielzimmer gelangt. In einer Flucht befindet sich in der Nordwand ebenfalls eine Tür, die ins Schlafzimmer führt. In der Ostwand sind zwei Nischen eingelassen. Die südliche ist für den Kamin, die nördliche Nische dagegen ist breiter und die Wandfläche ist mit vier Palmen bemalt. Eventuell stand hier ein Sofa, weshalb der Raum das Wohnzimmer Friedrichs darstellen könnte.[173]

Die Stuckaturen fertigten Adam Rudolf Albini und Giovanni Battista Pedrozzi um 1754/55 an.[174] Die Decke ist von zarten, teils plastischen Rokokostuckaturen geschmückt. Neben Rocailles finden sich unter anderem Blüten- und Blattranken sowie Akanthuswedel. In der Mitte des Plafonds ist in einer geschwungenen profilierten Stuckrahmung ein Bildfeld eingelassen. Das Deckengemälde zeigt mythologische Götter von Wilhelm Ernst Wunder gefertigt, ist heute wegen der Kriegsschäden 1945 kaum noch zu erkennen und wurde größtenteils überstrichen.[175]

Schlafzimmer: Selene und Endymion

Über eine eingelassene Tür in der Südwand des Wohnzimmers gelangt man in das Schlafzimmer. Es ist in Vorder- und Hinterraum aufgeteilt, wobei der vordere Bereich ein Deckengemälde wohl von Wilhelm Ernst Wunder aufweist.[176] Die Stuckaturen wurden 1754/55 von Giovanni Battista Pedrozzi geschaffen.[177] Das Zimmer weist auf der Westseite zwei Achsen auf. Eine Tür ist in die Südwand eingelassen, die ins Wohnzimmer führt. Durch eine weitere Tür gelangt man in ein schmales Kabinett. Östlich flankieren konkav geschwungene Wandpfeiler einen Durchgang in einen hexagonalen Raum, dessen nordöstliche Wand ebenfalls eine Tür aufweist. Bei dem zweiteiligen Raum handelt es sich um das Schlafzimmer. Der sechseckige Bereich ist somit wohl als Alkoven benutzt worden, welcher das Bett aufgenommen hat.[178]

Selene und Endymion

Das Deckengemälde, das Selene und den schlafenden Endymion zeigt, wurde während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt und ist nur noch partiell zu erkennen.[177] Endymion, der Hirte auf dem Berg Latmus war, bat Zeus um ewige Jugend, ewiges Leben und ewigen Schlaf, welches der Gott ihm gewährte. Als die Mondgöttin Selene sich in Endymion verliebte, begab sie sich des Öfteren zum schlafenden Hirten. Dabei leuchtete ihr Amor mit der Fackel den Weg und ließ die Herde und Hunde einschlummern. Zum Abschied hauchte sie ihm einen Kuss auf seine Lippen. Nach anderen Aussagen soll sie mit ihm fünfzig Töchter gezeugt haben. Endymion gilt als Personifikation des erholsamen Schlafes.[179] Endymion liegt auf dem Boden in einer Landschaft neben einem Hirtenstab. Seinen Kopf hat er auf seine zusammengefalteten Hände gelegt. Selene kniet hinter ihm. Sie ist gerade dabei das die Scham bedeckende gelbe Tuch des Hirten wegzuziehen. Sie ist in ein wallendes blaues Gewand gekleidet, ihre Brüste sind allerdings entblößt. Ihr Haupt bekrönt eine Mondsichel. Zu Endymions Füßen liegt ein Hund. Der Fokus liegt durch die Farbgebung und die sich im Vordergrund abspielende Handlung auf Endymion und Selene. Die Malerei und der geschwungene profilierte Rahmen werden von flankierenden stuckierten und teils plastischen Blüten- und Blattranken überschnitten.

Alkoven

Amor läutet die Nacht ein

Den Durchgang ziert ein rundes Medaillon, ebenfalls aus Ranken und Eichelästen gebildet. Darin ist im Flachrelief ein schwebender Putto, umweht von einem Tuch, dargestellt, dessen Stirn ein Stern ziert. In seiner rechten Hand hält er eine Fackel, die andere Hand trägt eine flammende Feuerschale. Er ist als Amor zu identifizieren, der die Nacht einläutet. Die Decke des polygonalen Bereichs wird ebenfalls von stuckierten Blüten- und Blattranken sowie von fliegenden exotischen Vögeln geschmückt.[180]

Kabinett: Venus bestraft Amor

Das nächste Zimmer der Raumfolge stellt ein einachsiges rechteckiges Kabinett mit abgerundeter Ostwand dar.

Der im Westen einachsige Raum ist rechteckig, wobei die Ostwand abgerundet ist. In einer Flucht, entsprechend der Enfilade, befinden sich die Türen der Nord- und Ostwand. Nördlich wird das Kabinett vom Kleinen Saal und südlich vom Schlafzimmer flankiert.

Die Decke wurde 1754/55 von Adam Rudolf Albini stuckiert.[181] Die Decke ist mit Blattranken und plastischen Streurosen stuckiert, die partiell das profilierte Gesims und den geschwungenen ebenfalls profilierten Rahmen des Deckengemäldes und damit die Malerei überschneiden.[181]

Venus bestraft Amor

Das Plafondgemälde mit der Darstellung von Venus und Amor stammt vermutlich von Wilhelm Ernst Wunder.[181] Im Zweiten Weltkrieg wurde die Malerei stark beschädigt und ist heute kaum noch zu erkennen.[181] Im Zentrum des Gemäldes liegt der nackte und geflügelte Amorknabe mit blond gelocktem Haar auf dem Bauch. In seiner rechten Hand hält er seinen Bogen. Seine linke Hand liegt auf dem Köcher auf, aus welchem die Pfeiler gerade herabfallen. Amor hat den Kopf gehoben und blickt hinter sich. Über ihn beugt sich Venus. Sie trägt ein wallendes weißes Gewand, wobei ihre Brüste entblößt sind und der Stoff durch eine Perlenschnur über ihrer Schulter fixiert ist. Ihr blondes Haar ist hochgesteckt und ebenfalls mit einer Perlenschnur geschmückt. Mit ihrer linken Hand hält sie das Bein des Amors fest, ihren rechten Arm hebt sie nach oben und scheint mit dem in der Hand befindlichen Rosenzweig auszuholen, um Amor damit auf seinem Gesäß zu rügen.[182] Auf Wolken und im Himmel fliegend sind zudem weiße Vögel zu erkennen. Durch die Himmelsdarstellung und die Farbgebung der Figuren werden die beiden Protagonisten hervorgehoben.

Kleiner Saal: Mythologische Götter

Der zweiachsige rechteckige Saal ist über eine Tür in der westlichen Hälfte der Südwand zu erreichen. Der rechteckige Saal weist auf der Westwand zwei Fensterachsen auf. In die Nord- und Südwand sind jeweils zwei Türen eingelassen. Die beiden auf der Nordseite führen in den Ruheraum und in ein weiteres Zimmer, durch die Türen der Südseite gelangt man ins Kabinett und in die Rotunde.

Das Deckengemälde stammt von Wilhelm Ernst Wunder und zeigt die Götter im Olymp, wurde allerdings während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt und daher schlecht erhalten.[183] Die Gottheiten sind in verschiedene Gruppen aufgeteilt und sitzen oder liegen auf Wolken. Eine Sechsergruppe mittig im Gemälde zeigt drei männliche und drei weibliche Figuren. Dabei könnte es sich links um Hephaistos, Gott des Feuers und der Schmiedekunst, und um Aphrodite, Göttin der Liebe und Schönheit, handeln. Daneben sitzen Poseidon mit seinem Dreizack, ferner eventuell Artemis, deren Haare mit Sternen geschmückt sind, dann eine weitere Göttin und Herakles, dessen Scham mit einem Löwenfell bedeckt ist. Rechts folgt eine Dreierkonstellation aus dem Kriegsgott Ares in Rüstung, sowie Eos, Göttin der Morgenröte, und einer weiteren Göttin. Ganz rechts sind in einer Zweiergruppe Hera mit Krone und ihren Attributen dem Pfau und der Gans sowie Zeus, ebenfalls mit Krone, dargestellt. Darüber schweben zwei Putten, wovon einer eventuell Amor sein könnte. In der unteren Reihe findet sich eine weitere Gruppe mit vier Figuren. Sie zeigt Pan mit Panflöte, einen Satyr mit Weinrebe, Hermes mit geflügeltem Helm und Hermesstab sowie den schlafenden Dionysos auf einer Weinrebe. Zudem schweben zwei weibliche Figuren nach oben, wobei die eine noch ein mit Früchten gefülltes Tablett trägt, während das der anderen bereits leer ist. Einige Götter halten in ihren Händen Weinkelche. Womöglich war der Kleine Saal als intimer Festsaal gedacht. Schließlich konnte man durch die östliche Tür der Südwand in den Saal vom Gang aus eintreten, ohne durch die privaten Räumlichkeiten des Markgrafen gehen zu müssen. Der Eintretende, von Süden kommend, steht bereits in richtiger Richtung, um das Gemälde überblicken zu können.

Die Stuckaturen fertigte Adam Rudolf Albini um 1754/55.[184] Das Gemälde ist an zentraler Stelle des Plafonds in einem geschwungenen profilierten Stuckrahmen eingelassen. Passend dazu sind auf der Decke neben plastischen Rosenranken und Rocailles Attribute der Götter stuckiert. So findet man beispielsweise den Dreizack des Poseidons mit einem Delfin und Schilf, den Köcher mit Bogen und Pfeilen des Eros sowie den Adler des Zeus.[185]

Ruheraum

Bei dem im Westen einachsigen Raum handelt es sich um das letzte Zimmer der Enfilade. In den rechteckigen Raum gelangt man durch eine Tür in der Südwand des kleinen Saals. In der Nordwand ist eine breite Nische eingelassen, die wohl ein Sofa aufnehmen kann. Die Decke wurde von Adam Rudolf Albini stuckiert und zeigt Venus und Amor in den Wolken im Flachrelief. Venus ruht auf einem Kissen, während Amor versucht, an seinen Bogen und an die Pfeile zu gelangen, ohne sie zu wecken. Es handelte sich demnach wohl um einen Ruheraum.[186] Eine Malerei ist an der Decke nicht vorhanden.

Rotunde

In die Rotunde gelangt man durch die östliche Tür der Südwand des Kleinen Saals. Der runde Raum ist mit einer Kuppel überfangen. Die Stuckaturen der Hohlkehle sind wohl Giovanni Battista Pedrozzi zuzuordnen, während der Plafond von Adam Rudolf Albini stuckiert wurde. Rocailles, Blüten und Blattwerke zieren die Decke. Eine Malerei ist nicht vorhanden.[187] Eine weitere Tür südöstlich der Rotunde führt in den Gang.

Chinesisches Kabinett

Das zweiachsige Chinesische Kabinett befindet sich auf der Hofgartenseite. Es ist rechteckig, wobei die Ecke im Südwesten abgeschrägt und über eine Tür in der Südwand zu erreichen ist. Der Raum zeigt keine Malerei, wurde aber von Giovanni Battista Pedrozzi stuckiert. Zwischen ostasiatischen, teils plastisch gestalteten Gewächsen und Felsbrocken sind Papageien, Zwergstrauße und Libellen zu sehen.[188]

Südflügel

Das stattliche elfachsige und zweigeschossige Palais des Geheimrats und Kammerdirektors Adam Anton von Meyern wurde zwischen 1746 und 1747 unter dem Baumeister Joseph Saint-Pierre erbaut. Markgraf Friedrich erwarb es wohl schon im Oktober 1747.[189] Das Gebäude nahm man als Maßstab zur Angleichung der Fronten beider Flügel des Neuen Schlosses und es blieb weitestgehend unverändert. Im Norden des Palais wurde durch einen dreiachsigen Zwischenbau die Verbindung zum Mitteltrakt hergestellt. 1757 wurde südlich des Nordflügels ein neu erworbenes Bürgerhaus unter dem Architekten Carl Philipp Christian von Gontard angefügt, das zuvor wohl dem Hofschreiner Matthäus Eberhard Müller gehörte. Daraufhin folgten einige Umbauarbeiten im Innenraum.[190]

Im Erdgeschoss wurden die Räumlichkeiten sukzessiv zwischen 1757 und 1772 dem heutigen Zustand entsprechend ausgestattet.[191] Im ersten Stock befanden sich bis 1757 die Repräsentationsräume des Markgrafen, während die privaten Räumlichkeiten im zweiten Geschoss waren. Nach 1757 schlossen die privaten Zimmer im Süden an die Enfilade des ersten Stockwerks an. Die Innenräume wurden hauptsächlich von Adam Rudolf Albini in der ersten und zweiten Etage und Giovanni Battista Pedrozzi im zweiten Geschoss stuckiert. Wilhelm Ernst Wunder war wohl für die Deckengemälde in den privaten Räumlichkeiten zuständig.[192] Die Parkettböden stammen vermutlich von Johann Friedrich Spindler. Außerdem waren noch der Bildhauer Franz Ignaz Dorsch und der Schreiner Johann Georg Schleunig an der Ausstattung der Wände beteiligt.[193]

1. Grund- und Aufriss

Zur Stadtseite hin zeigt sich die Fassade des Nordflügels zweieinhalbgeschossig und sechzehnachsig. Nach der dritten Achse von links wird eine Baunaht sichtbar. Dann beginnt das elfachsige von Meyern’sche Palais. Die drei mittleren Achsen zeichnen sich durch kolossale korinthische Pilaster, welche Lisenen vorgeblendet sind, aus. Zentral des Erdgeschosses befindet sich ein Portal, welches durch Säulen flankiert wird. Der entsprechenden Fensterachse im ersten Stockwerk ist eine Balustrade vorgelegt.[194] Nach zwei weiteren Achsen schließt sich im rechten Winkel ein dreiachsiger und dreigeschossiger Bau an. Südlich hinter dem Quertrakt verstecken sich drei weitere Achsen des Nordflügels.[11]

Zur Gartenseite hin zeigen sich vom Mitteltrakt nach Süden gesehen der Zwischenbau und das ehemalige von Meyern’sche Palais ebenfalls zweieinhalbgeschossig. Die drei mittleren Achsen des Palais werden wie an der Hauptfront von auf Lisenen vorgeblendeten kolossalen korinthischen Pilastern hervorgehoben. Auch befindet sich im Erdgeschoss ein entsprechendes Portal. Anders als die Westfassade wurden die Ecken dieses Gebäudes nicht kaschiert. Es sind noch die Quaderlisenen sichtbar. Nach weiteren vier Achsen schließt ein polygonal dreiachsiger Risalit. Darauf folgen nochmal zwei Achsen. Insgesamt wird die Ostfassade des Nordtrakts von einundzwanzig Achsen ausgebildet.

2. Stockwerke

Im Erdgeschoss befindet sich die sogenannte Gartenwohnung. Zentrum ist der Gartensaal, welcher nördlich von zwei Grottenzimmern und der Grotte sowie südlich von einer Galerie, dem Salet und dem Wohnzimmer flankiert wird. Die wandfeste Ausstattung zeigt teilweise frühklassizistische Gestaltungsmerkmale. Barocke Decken- und Wandgemälde sind keine vorhanden.[191]

Im ersten Stockwerk befanden sich bis 1757 die zeremoniellen Räume des Markgrafen, während die die privaten Wohnräume des Markgrafen im zweiten Geschoss integriert waren. Mit dem Anbau 1757 wurden dann die privaten Räumlichkeiten in den ersten Stock verlegt, sodass das Appartement des Markgrafen auf einer Etage lag.[195] 1924 bis 1986 waren in der zweiten Etage die Ausstellungsräume des Bayreuther Stadtmuseums untergebracht.[52] Heute kann man nur noch die Staatsräume des Markgrafen besichtigen.

Paradeappartement des Markgrafen

Das Markgrafenappartement des ersten Obergeschosses im Südflügel des Neuen Schlosses wurde wohl nach 1755 ausgestattet. Bis 1757 beliefen sich die Räumlichkeiten des Markgrafen auf den Zwischenbau der ehemaligen Reformierten Kirche und dem von Meyern’schen Palais. Die Repräsentationsräume befanden sich im ersten Obergeschoss, während die Wohnräume des Markgrafen im zweiten Stockwerk, dem Mezzaningeschoss, untergebracht waren. Da diese Zimmer allerdings beengt waren, kaufte man 1757 das benachbarte Bürgerhaus und fügte es dem Neuen Schloss an, sodass nun weitere Räumlichkeiten des Markgrafen in das erste Obergeschoss integriert werden konnten. Dabei wurden allerdings die bereits vorhandenen Zimmer teils auch neu ausgestattet, wie zum Beispiel das Pagodenkabinett oder das neu entstandene Palmenzimmer.[196]

Die Stuckaturen stammen zumeist von Adam Rudolf Albini, teilweise nach Entwürfen von Rudolf Heinrich Richter.[197] Die kunstvollen Parkettböden wurden von Johann Friedrich Spindler zwischen 1754 und 1758 gefertigt, wurden allerdings teils auch erneuert.[193] Markgraf Friedrich Christian von Brandenburg-Bayreuth ließ um 1765/70 beide Vorzimmer neu stuckieren. In der Prinzregentenzeit erlebte das Appartement seine meiste Umwandlung. Aus dem ehemaligen Audienzzimmer, welches allerdings schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts als Schlafzimmer benutzt wurde, wurden schließlich durch eine eingezogene Wand zwei Räume. Heute handelt es sich hierbei um den Braunen Salon und das Bilderzimmer, welche in der Prinzregentenzeit als Schlafzimmer und Toilettenzimmer fungierten. Das erste Vorzimmer wurde zum Audienzzimmer umfunktioniert.[198] Teilweise wurden Mobiliar und Wandbespannungen durch Stücke aus den Beständen der Münchner Residenz, des Schlosses Veitshöchheim oder der Ansbacher Residenz ersetzt. Auch die Vertäfelungen und die Deckenstuckaturen wurden zum Teil erneuert oder restauriert.[199] Aufgrund dieser Veränderungen soll die Raumfolge trotz heute mangelnder Wand- und Deckengemälde erwähnt werden, da eine ehemalige Malerei des Plafonds nicht auszuschließen ist.

Das Appartement befinden sich bis auf das Vorzimmer auf der Ostseite, der Parkseite. Diese Verwinkelung mag vor allem an den vorgegebenen Räumen des ehemaligen von Meyern’schen Palais zugrunde liegen. Ursprünglich waren die Räumlichkeiten gemäß dem Zeremoniell strukturiert. Nach dem ersten Vorzimmer folgten das zweite Vorzimmer und schließlich das Audienzzimmer.[200]

Vorzimmer (ursprünglich: Erstes Vorzimmer)

Das Vorzimmer befindet sich im Verbindungsbau zwischen der ehemaligen Reformierten Kirche und dem von Meyern’schen Palais auf der Stadtseite. Der Raum diente ursprünglich als erstes Vorzimmer und wurde im 18. Jahrhundert alsKaiser-Familienzimmer bezeichnet, da ursprünglich die karmesinroten Tapeten mit Goldleisten Bildnisse der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zeigten.[201]. Es stellte das Pendant zu Wilhelmines Vorzimmer, das Preußische Familienzimmer, dar, in welchem sich ebenfalls sechzehn Bildnisse, allerdings der Brandenburger Familie, befanden.[202]

Die Wände sind weiß vertäfelt bzw. mit einer roten Bespannung geschmückt.[203] Die Decke ist am Rand mit Blütenranken stuckiert, jedoch nicht bemalt, obwohl die Mitte des Plafonds freigelassen wurde.[204] Demnach könnte ein Gemälde geplant gewesen sein bzw. eventuell war sogar vor den Veränderungen im 19. Jahrhundert eine Deckenmalerei vorhanden.

Gobelinzimmer (ursprünglich: Zweites Vorzimmer)

Es folgt das Gobelinzimmer, das ursprünglich als Zweites Vorzimmer fungierte. Der Raum stellt den ersten der weiteren Erschließungsraumfolge im ehemaligen von Meyern’schen Palais dar. Die Wände sind größtenteils weiß mit partiell besetzten vergoldeten vegetabilen Schnitzereien vertäfelt. In den Aussparungen der Wandvertäfelung sind die Wirkteppiche angebracht. Schon im 18. Jahrhundert zierten sechs Gobelins mit vergoldeten Leisten die Wände. Bei den heutigen Exemplaren handelt es sich wohl um dieselben.[205] Sie zeigen Szenen aus Ovids Metamorphosen (Apollo und Daphne, Bacchus und Ariadne, Boreas und Oreithyia, Pan und Syrinx, Odysseus und Kalypso, Diana und Aktäon).[206] Drei von ihnen stammen aus der Königlichen Manufaktur in Paris und wurden zwischen 1680 und 1700 hergestellt.[207] Die Stuckaturen über der Nische der Westwand sind wohl 1765/70 entstanden.[208] Die neobarocken Deckenstuckaturen und die Vertäfelung sind von 1868 und 1867.[209] In die Mitte des Plafonds wurde eine rechteckige Flachnische mit seitlich konvexen Wölbungen stuckiert, welche für ein Deckengemälde passend wäre. Ob sich tatsächlich eine Malerei darin befand oder geplant war, ist unbekannt.

Pagodenkabinett

Das Kabinett befindet sich im Verbindungsbau zwischen der ehemaligen Reformierten Kirche und dem von Meyern’schen Palais. Er ist stuckiert und weist keine Wand- oder Deckengemälde auf. Die Wände werden durch farbig gefasste Blütenranken in Felder gegliedert, die Spaliere imitieren. Dazwischen sind Chinoiserien und Putais dargestellt. Die Decke wird ebenfalls von Blütenranken ausgeschmückt.[210] Auch im Parkettboden aus Eiche mit Ahorn sind in sechseckigen Feldern Blumen zu sehen.[211] Im 18. Jahrhundert zierten fünfunddreißig Porzellanvasen und Blumenstücke auf Wandkonsolen das Pagodenkabinett.[212]

④ und ⑤ Brauner Salon und Bilderzimmer (ursprünglich: Audienzzimmer)

Der Braune Salon und das Bilderzimmer sind die ersten Räume des ehemaligen von Meyern’schen Palais und waren ursprünglich im 18. Jahrhundert das Audienzzimmer des Markgrafen, in welchem sich auch der Thron befand.[213] Der Eichenparkettboden mit Vierpassmusterung stammt noch aus dieser Zeit. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Raum als Schlafzimmer benutzt.[214] Da er aber wegen seiner Größe schlecht zum Beheizen war, entschied man sich 1866 für die Teilung in zwei Zimmer. 1869 waren die Umbauarbeiten abgeschlossen, die auch die Holzvertäfelung und die Deckenstuckaturen umfassten. 1870 brachte man in beiden Räumen eine neue Wandbespannung an.[215] 1894 entfernte man die Wandbespannung im Braunen Salon wieder und ersetze sie durch einen blassgrünen Brokat mit Bordüren der Firma Bernheimer.[214] Die Wände sind mit braunem Holz vertäfelt, wobei in den Aussparungen eine hellgrün gemusterte Bespannung, die 1971 angebracht wurde, eingelassen ist. Auf den Lambris und den Türen sind vergoldete Lorbeerzweige appliziert. Auch die Decke wird von Lorbeerranken geziert.[216] Im Bilderzimmer ersetzte man 1891 die Wandbespannung durch gebrauchte blau gemusterte Seidentapeten aus der Ansbacher Residenz, die 1971 erneuert wurde.[217] Der Lambris ist weiß vertäfelt.

Wand- und Deckengemälde sind in beiden Räumen nicht vorhanden, wobei nicht auszuschließen ist, dass sich ein Deckengemälde im ehemaligen Audienzzimmer befanden.

Palmenzimmer

Das Palmenzimmer kann erst nach 1757 ausgestattet worden sein, da ein Teil des Raumes aus dem 1757 erworbenen Bürgerhaus stammt, der größte Teil gehört allerdings dem ehemaligen von Meyern’schen Palais an. Der Raumtypus kommt wegen seiner Länge dem einer Galerie nahe, allerdings befinden sich an den Wänden keine Gemälde.[218] Weder Wandmalereien noch ein Deckengemälde zieren den Raum. So rhythmisieren plastische Palmstämme mit vergoldeten Kronen und eingelassenen Flachnischen mit Korbbogenabschluss aus Nussbaum die Wand. Auf der Ostseite flankieren diese Bäume die Fensternischen. Die Kronen der Palmen mit den von Franz Ignaz Dorsch geschnitzten Früchten hängen fast frei. Sie heben sich plastisch ab und schaffen einen Übergang zur hellblauen Decke, die den Himmel darstellen soll. Dort fliegen stuckierte Drachen, Reiher und Phanatsievögel und bewachen das Palmenzimmer. Zwischen den Palmen schmücken vergoldete Schnitzereien, vermutlich von Johann Georg Schleunig, in Gestalt von Blumen und Sträuchern die Vertäfelung in der Sockelzone. Die Ausformung erhebt den Eindruck, man befände sich in einem Palmenhain.[218]

Die Gestaltung des Palmenzimmers geht wohl auf die Beschreibung des Salomon’schen Tempels im Alten Testament zurück: "An allen Wänden des Hauses ließ er ringsum Schnitzwerk machen von Cherubim, Palmen und Blumenwerk, innen und außen".[219] König Salomon galt als friedensbringender Herrscher, ein Ideal, dem auch Markgraf Friedrich von Bayreuth nachstrebte, weshalb die Ausstattung des Zimmers nicht verwunderlich erscheint.[220] Beim Palmenzimmer handelt es sich um eine der bedeutsamsten raumkünstlerischen Schöpfungen des Bayreuther Rokokos.[221] Es diente wohl als Versammlungsort der von Friedrich 1741 gegründeten Freimaurerloge in Bayreuth, dessen Großmeister er Zeit seines Lebens war.[222] Der Raum stellt den ältesten noch erhaltenen europäischen Freimauertempel dar.[223]

Spalierzimmer

Das Spalierzimmer entstand erst nach 1757, da sich der Raum im ehemaligen Bürgerhaus befand, das erst zu diesem Zeitpunkt erworben wurde. Auf der westlichen Seite der Südwand ist eine Nische mit Muschelkalotte eingelassen. Das Zimmer soll durch stuckierte perspektivisch verkürzte Spaliere mit Blütenranken einen Treillagenpavillon nachbilden.[224] Auf der Westwand sind in Zwischenräumen drei Tapeten von Johann Christoph Jucht in Art chinesischer Rollbilder angebracht. Sie zeigen in Küsten- und Felslandschaften auf Ästen sitzende Paradiesvögel. Auf den äußeren Tapeten sind Vasen mit Pflanzen im Vordergrund gemalt.[225] Dennoch wird die architektonische Gliederung beibehalten. So erhebt sich über dem Lambris die Wand. Ein profiliertes Gesims trägt die Decke. Das Spalierzimmer gehört zu den Garten- und Spalierzimmern des Bayreuther Rokokos.[226] Weder Wand- noch Deckenmalereien zieren den Raum. Heute ist das Spalierzimmer nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Musikzimmer

Durch die südliche Tür des Spalierzimmers gelangt man ins Musikzimmer. Der Lambris und die Fensterwand sind weiß vertäfelt. Eine rote Bespannung ziert die Wände. Die Decke wird von stuckierten musizierenden Putten und von Blütenranken geschmückt.[226] Es befinden sich keine Wand- und Deckengemälde im Musikzimmer. Ein klassizistisches Gemälde mit Ruinenlandschaft um 1770/80 ziert jedoch die Supraporte.[227] Der Raum ist heute nicht mehr zugänglich.

Schlafzimmer

Der rechteckige Raum ist der letzte der Enfilade des Markgrafenappartements. Die Fensterwand und der Lambris sind weiß vertäfelt. Die Wände waren ursprünglich mit grünem Damast bespannt. 1903 ersetzte man die Wandbespannung durch einen blauen Damast.[228] Vergoldete Blütenranken und Rocailles sind an die Decke stuckiert.[229]

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Einzelnachweise

  1. Vgl. Albert u.a., 2012, S. 51. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 27. – Schmidt, 2008, S. 48.
  2. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 27.
  3. Vgl. Albert u.a., 2012, S. 51. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 27-30. – Oster, 2012, S. 26. – Schmidt, 2008, S. 48.
  4. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 30. – Merten, 1964, S. 41-48.
  5. 5,0 5,1 Vgl. Merten, 1964, S. 41-48. – Seelig, 1982, S. 55.
  6. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9f. u. S. 23. – Krückmann, 2001, S. 108. – Seelig, 1982, S. 55.
  7. 7,0 7,1 7,2 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 23.
  8. 8,0 8,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 13-15.
  9. Vgl. Albert u.a., 2012, S. 51. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 30-32. – Oster, 2012, S. 26. – Schmidt, 2008, S. 49.
  10. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 32f.
  11. 11,0 11,1 11,2 11,3 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 15.
  12. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 17-19 u. S. 33. – Schmidt, 2008, S. 40.
  13. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 21f. – Schmidt, 2008, S. 40.
  14. Vgl. Albert u.a., 2012, S. 51f. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 34. – Schmidt, 2008, S. 49.
  15. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 22. – Schmidt, 2008, S. 44.
  16. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 35. – Schmidt, 2008, S. 51.
  17. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 23. – Schmidt, 2008, S. 44.
  18. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 36.
  19. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9. – Habermann, 2009, S. 283-288, hier S. 283f. – Hofmann, 1902, S. 70. – Krückmann, 2001, S. 107. – Krückmann, 2013, S. 43-49, hier S. 47. – Schmidt, 2008, S. 11-13. – Seelig, 1982, S. 55.
  20. Vgl. Krückmann, 2013, S. 43-49, hier S. 47. – Schmidt, 2008, S. 12 u. S. 16.
  21. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9. – Krückmann, 2001, S. 108. – Schmidt, 2008, S. 11f.
  22. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9. – Krückmann, 2001, S. 108. – Seelig, 1982, S. 55. – Schmidt, 2008, S. 14 u. S. 19.
  23. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9. – Hofmann, 1902, S. 70f. – Krückmann, 2001, S. 108. – Merten, 1964, S. 87f. – Seelig, 1982, S. 55. – Schmidt, 2008, S. 26.
  24. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9-12. – Seelig, 1982, S. 55.
  25. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9. – Krückmann, 2001, S. 108. – Seelig, 1982, S. 55.
  26. 26,0 26,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 10. – Krückmann, 2001, S. 108. – Seelig, 1982, S. 55.
  27. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9f. u. S. 23. – Hofmann, 1902, S. 70f. – Krückmann, 2001, S. 108. – Merten, 1964, S. 87f. – Seelig, 1982, S. 55. – Schmidt, 2008, S. 26.
  28. Vgl. Krückmann, 2001, S. 108.
  29. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 13.
  30. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9-12.
  31. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 10-12. – Friedrich 2014, S. 88. – Merten, 1964, S. 43. – Seelig, 1982, S. 55.
  32. Vgl. Habermann, 2009, S. 283-288, hier S. 284-286.
  33. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 21-25. – Schmidt, 2008, S. 44-46.
  34. Vgl. Merten, 1964, S. 17. – Müssel, 1993, S. 96. – Müssel, 1998, S. 20-24, hier S. 20f. – Seelig, 1982, S. 7.
  35. Vgl. Seelig, 1982, S. 7f. – Müssel, 1998, S. 20-24, hier S. 20f.
  36. Vgl. Krückmann, 2001, S. 17-23. – Krückmann / Erichsen / Grübl, 2011, S. 20f. – Müller, 2003, S. 11-115. – Probst, 2001, S. 165f. – Seelig, 1982, S. 7.
  37. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9. – Krückmann, 2001, S. 108. – Seelig, 1982, S. 53.
  38. Vgl. Merten, 1964, S. 9.
  39. Vgl. Sitzmann, 1982, S. 465. – Sitzmann, 1999, S. 328.
  40. Vgl. Sitzmann, 1982, S. 465f.
  41. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9f. u. S. 23. – Krückmann, 2001, S. 108. – Merten, 1964, S. 41-48. – Seelig, 1982, S. 55.
  42. Vgl. Sitzmann, 1982, S. 440. – Sitzmann, 1999, S. 301.
  43. Vgl. Sitzmann, 1982, S. 440.
  44. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 14f. u. S. 64-89.
  45. Vgl. Doebber, 1999, S. 372f., hier S. 372. – Sitzmann, 1983, S. 198f.
  46. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 61-107. – Sitzmann, 1983, S. 521. – Sitzmann, 1999, S. 382.
  47. Vgl. Jahn, 1990, S. 325. – Sitzmann, 1983, S. 12.
  48. Vgl. Hübsch, 1924, S. 43. – Sitzmann, 1983, S. 12. – Vollmer 1999, S. 227.
  49. Vgl. Jahn, 1990, S. 65-82. – Sitzmann, 1983, S. 12.
  50. Vgl. Sitzmann, 1982, S. 32f.
  51. Vgl. Sitzmann, 1982, S. 596f. – Sitzmann, 1999, S. 305.
  52. 52,0 52,1 52,2 Vgl. Jahn, 1990, S. 140f. – Müller, 1974, S. 3 u. S. 6.
  53. Vgl. Lundberg, 1999, S. 25-29, hier S. 25.
  54. Vgl. Seelig 1995, S. 55.
  55. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 13f. – Krückmann, 2001, S. 116 u. S. 121.
  56. Vgl. Hofmann, 1901. – Hofmann, 1902.
  57. Vgl. Bachmann, 1957. – Bachmann / Ziffer, 1995.
  58. Vgl. Frenzel, 1958.
  59. Vgl. Seelig, 1982.
  60. Vgl. Jahn, 1990.
  61. Vgl. z.B. Albert u.a., 2003, S. 55-102, hier S. 70f. – Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, 2013, S. 60-63. – Erichsen u.a., 2010, S. 60. – Klein, 1990, S. 85f. – Kreisel, 1942, S. 110-117. – Krückmann, 2005, S. 69. – Krückmann, 2013, S. 46-48.
  62. Vgl. Merten, 1964, S. 42f.
  63. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9-12. – Merten, 1964, S. 43. – Seelig, 1982, S. 55.
  64. Merten, 1964, S. 43.
  65. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 11f. – Friedrich, 2014, S. 88. – Seelig, 1982, S. 55.
  66. 66,0 66,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 61 u. S. 63. – Jahn, 1990, S. 133-135. – Krückmann, 2001, S. 109 u. S. 111. – Krückmann, 2013, S. 46-49, hier S. 47. – Seelig, 1982, S. 58.
  67. 67,0 67,1 67,2 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 43.
  68. 68,0 68,1 Vgl. Seelig, 1982, S. 55.
  69. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 40f. – Schmidt, 2008, S. 26.
  70. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 43. – Krückmann, 2001, S. 109. – Schmidt, 2008, S. 30f.
  71. 71,0 71,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 61. – Jahn, 1990, S. 133. – Krückmann, 2001, S. 109.
  72. 72,0 72,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 61.
  73. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 61. – Jahn, 1990, S. 133.
  74. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 61. – Jahn, 1990, S. 133. – Krückmann, 2001, S. 109. – Seelig, 1982, S. 59.
  75. 75,0 75,1 Vgl. Krückmann, 2001, S. 109.
  76. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 63. – Krückmann, 2013, S. 46-49, hier S. 47.
  77. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 63. – Jahn, 1990, S. 135. – Krückmann, 2001, S. 111. – Krückmann, 2013, S. 46-49, hier S. 47. – Seelig 1982, S. 58.
  78. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 63. – Krückmann, 2001, S. 111.
  79. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 25.
  80. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 63. – Krückmann, 2001, S. 109. – Seelig, 1982, S. 58.
  81. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 63.
  82. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 63. – Krückmann, 2001, S. 109. – Krückmann, 2013, S. 46-49, hier S. 47f. – Seelig, 1982, S. 58.
  83. 83,0 83,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 63. – Krückmann, 2001, S. 109.
  84. Vgl. Merten, 1964, S. 46f.
  85. Vgl. Merten, 1964, S. 47.
  86. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9f. – Krückmann, 2001, S. 108. – Seelig, 1982, S. 55.
  87. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 12f.
  88. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 9-11.
  89. 89,0 89,1 89,2 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 65-89.
  90. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 10. – Merten, 1964, S. 48.
  91. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 64-89. – Breuer u.a., 1979, S. 155.– Jahn, 1990, S. 122-132.
  92. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 14 u. S. 64-89. – Krückmann, 2001, S. 117. – Seelig, 1982, S. 64.
  93. 93,0 93,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 22f., S. 25 u. S. 78.
  94. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 71. – Krückmann, 2001, S. 115.
  95. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 65. – Jahn, 1990, S. 124f. – Krückmann, 2001, S. 115. – Seelig, 1982, S. 63.
  96. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 90. – Krückmann, 2001, S. 121.
  97. 97,0 97,1 97,2 Vgl. Jahn, 1990, S. 122-125.
  98. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 65. – Jahn, 1990, S. 122.
  99. Vgl. Bachmann 1957, S. 35f. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 65-67. – Jahn, 1990, S. 124f.
  100. 100,0 100,1 100,2 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 67.
  101. 101,0 101,1 Vgl. Bachmann und Ziffer 1995, S. 65. – Krückmann 2001, S. 115. – Seelig 1982, S. 63.
  102. Vgl. Krückmann 2001, S. 115.
  103. 103,0 103,1 Vgl. Bachmann und Ziffer 1995, S. 65.
  104. Vgl. Bachmann und Ziffer 1995, S. 65. – Jahn 1990, S. 122.
  105. Vgl. Bachmann und Ziffer 1995, S. 65-67. – Jahn 1990, S. 125.
  106. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 65-67.
  107. Vgl. Bachmann, 1959, S. 38. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 66. – Siefert, 1998, S. 144, Kat.nr. 23.
  108. Vgl. Siefert, 1998, S. 144, Kat.nr. 23.
  109. Vgl. Bachmann, 1959, S. 38. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 66. – Siefert, 1998, S. 144, Kat.nr. 22.
  110. Vgl. Siefert, 1998, S. 144, Kat.nr. 22.
  111. Vgl. Bachmann, 1959, S. 39. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 65. – Siefert, 1998, S. 146, Kat.nr. 27.
  112. Vgl. Siefert, 1998, S. 146, Kat.nr. 27.
  113. Vgl. Bachmann, 1959, S. 39. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 66. – Siefert, 1998, S. 145f., Kat.nr. 26, hier S. 145.
  114. Vgl. Siefert, 1998, S. 145f., Kat.nr. 26.
  115. Vgl. Bachmann, 1959, S. 39. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 66. – Siefert, 1998, S. 146f., Kat.nr. 26.
  116. Vgl. Siefert, 1998, S. 146f., Kat.nr. 26, hier S. 147.
  117. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 65. – Siefert, 1998, S. 145, Kat.nr. 25.
  118. Vgl. Bachmann, 1959, S. 38. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 65. – Siefert, 1998, S. 144f., Kat.nr. 24, hier S. 144.
  119. Vgl. Siefert, 1998, S. 144f., Kat.nr. 24.
  120. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 67. – Jahn, 1990, S. 124f.
  121. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 68. – Krückmann, 2001, S. 115.
  122. Vgl. Bachmann 1957, S. 35f. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 65. – Jahn, 1990, S. 124f.
  123. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 68. – Jahn, 1990, S. 124f.
  124. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 67f. u. S. 71.
  125. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 68-70. – Krückmann, 2001, S. 115.
  126. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 65.
  127. Vgl. Bachmann 1957, S. 35-37. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 65. – Jahn, 1990, S. 124f.
  128. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 73. – Jahn, 1990, S. 125f. – Krückmann, 2001, S. 117. – Seelig, 1982, S. 64.
  129. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 75.
  130. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 75. – Jahn, 1990, S. 127f. – Krückmann, 2001, S. 117. – Seelig, 1982, S: 64.
  131. 131,0 131,1 Vgl. Krückmann, 2001, S. 117.
  132. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 78. – Jahn, 1990, S. 128. – Krückmann, 2001, S. 118. – Seelig, 1982, S. 63.
  133. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 78. – Breuer u.a., 1979, S. 155. – Jahn, 1990, S. 128. – Krückmann, 2001, S. 117. – Seelig, 1982, S. 63.
  134. 134,0 134,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 81-88.
  135. Vgl. Bachmann 1957, S. 42. – Breuer u.a., 1979, S. 155.
  136. Vgl. Jahn, 1990, S. 129.
  137. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 82. – Jahn, 1990, S. 130.
  138. Vgl. Jahn, 1990, S. 130.
  139. Vgl. Bachmann und Ziffer 1995, S. 85. – Krückmann 2001, S. 119. – Seelig 1982, S. 58.
  140. Vgl. Bachmann und Ziffer 1995, S. 87. – Jahn 1990, S. 130f. – Krückmann 2001, S. 119. – Seelig 1982, S. 58. – Dehio, S. 155.
  141. Vgl. Bachmann und Ziffer 1995, S. 87f. – Seelig 1982, S. 59.
  142. Vgl. Jahn 1990, S. 130.
  143. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 87. – Breuer u.a., 1979. S. 155. – Jahn, 1990, S. 130f. – Krückmann, 2001, S. 119. – Seelig, 1982, S. 58.
  144. 144,0 144,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 87. – Krückmann, 2001, S. 119.
  145. 145,0 145,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 87.
  146. 146,0 146,1 146,2 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 87f. – Seelig, 1982, S. 59.
  147. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 85-87. – Jahn, 1990, S. 130f. – Krückmann, 2001, S. 119. – Seelig, 1982, 58.
  148. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 85. – Seelig, 1982, S. 59 u. S. 61.
  149. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 87. – Marr, 1998, S. 248f., Kat.nr. 253.
  150. Vgl. Seelig, 1982, S. 59.
  151. Vgl. ebd., S. 60.
  152. 152,0 152,1 152,2 152,3 152,4 Vgl. Bachmann, 1959, S. 66. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 88.
  153. 153,0 153,1 153,2 Vgl. Bachmann, 1959, S. 66. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 88. – Seelig, 1982, S. 59.
  154. 154,0 154,1 154,2 154,3 154,4 154,5 154,6 154,7 Vgl. Bachmann, 1959, S. 73.
  155. Vgl. Bachmann, 1959, S. 73. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 88.
  156. Vgl. Bachmann, 1959, S. 72f. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 88.
  157. Vgl. Bachmann, 1959, S. 72. – Seelig, 1982, S. 60.
  158. 158,0 158,1 158,2 158,3 Vgl. Seelig, 1982, S. 60.
  159. 159,0 159,1 159,2 159,3 159,4 Vgl. Bachmann, 1959, S. 73. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 89.
  160. 160,0 160,1 Vgl. Bachmann, 1959, S. 66.
  161. 161,0 161,1 Vgl. Bachmann, 1959, S. 66. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 89.
  162. 162,0 162,1 Vgl. Bachmann, 1959, S. 67. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 89.
  163. 163,0 163,1 163,2 163,3 Vgl. Bachmann, 1959, S. 67.
  164. 164,0 164,1 164,2 164,3 164,4 Vgl. Bachmann, 1959, S. 72. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 89.
  165. 165,0 165,1 165,2 Vgl. Bachmann, 1959, S. 72.
  166. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 81f. – Bachmann, 1959, S. 66f. u. 72f. – Marr, 1998, S. 248f., Kat.nr. 253.
  167. Vgl. Bachmann, 1959, S. 67. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 82.
  168. Vgl. Marr, 1998, S. 248, Kat.nr. 251.
  169. Vgl. Bachmann, 1959, S. 67. u. 73. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 82. – Marr, 1998, S. 248, Kat.nr. 250.
  170. Vgl. Jahn, 1990, S. 140-152. – Müller, 1974, S. 3-27.
  171. Vgl. Jahn, 1990, S. 141f. – Müller, 1974, S. 14.
  172. Vgl. Jahn, 1990, S. 141.
  173. Vgl. Jahn, 1990, S. 143.
  174. Vgl. Jahn, 1990, S. 143. – Müller, 1974, S. 15.
  175. Vgl. Müller, 1974, S. 15.
  176. Vgl. Müller, 1974, S. 17.
  177. 177,0 177,1 Vgl. Jahn, 1990, S. 144. – Müller, 1974, S. 17.
  178. Vgl. Jahn, 1990, S. 144.
  179. Vgl. Vollmer, 1874, S. 187.
  180. Vgl. Jahn, 1990, S. 144f.
  181. 181,0 181,1 181,2 181,3 Vgl. Jahn, 1990, S. 145. – Müller, 1974, S. 18.
  182. Vgl. Jahn 1990, S. 145. – Müller 1974, S. 18.
  183. Vgl. Jahn 1990, S. 146. – Müller 1974, S. 20.
  184. Vgl. Jahn, 1990, S. 146.
  185. Vgl. Jahn, 1990, S. 146. – Müller, 1974, S. 20.
  186. Vgl. Jahn, 1990, S. 147-149.
  187. Vgl. Jahn, 1990, S. 149-151.
  188. Vgl. Jahn, 1990, S. 151f.
  189. Vgl. Merten, 1964, S. 47f.
  190. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 10-15.
  191. 191,0 191,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 109-111.
  192. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 93-105. – Jahn, 1990, S. 135-156. – Müller, 1974, S. 3 u. S. 6.
  193. 193,0 193,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 93-105.
  194. Vgl. Merten, 1964, S. 48.
  195. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 13-15. u. S. 90-99. – Seelig, 1982, S. 57.
  196. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 13-15. u. S. 90-99.
  197. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 93-105. – Jahn, 1990, S. 135-140 u. S. 153-156.
  198. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 94-97. – Krückmann, 2001, S. 121.
  199. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 90-103.
  200. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 90. – Krückmann, 2001, S. 121. – Seelig, 1982, S. 57.
  201. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 90.
  202. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 90. – Jahn, 1990, S. 135. – Krückmann, 2001, S. 121.
  203. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 90f.
  204. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 90. – Jahn, 1990, S. 135f.
  205. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 93. – Krückmann, 2001, S. 121.
  206. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 93f.
  207. Vgl. Krückmann, 2001, S. 121.
  208. Vgl. Jahn, 1990, S. 136.
  209. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 93. – Jahn, 1990, S. 136.
  210. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 94. – Jahn, 1990, S. 136f. – Krückmann, 2001, S. 121.
  211. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 94. – Krückmann, 2001, S. 121.
  212. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 94.
  213. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 94. – Jahn, 1990, S. 138. – Krückmann, 2001, S. 122.
  214. 214,0 214,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 95.
  215. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 94-97. – Jahn, 1990, S. 138.
  216. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 95. – Jahn, 1990, S. 138. – Krückmann, 2001, S. 122.
  217. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 94-97.
  218. 218,0 218,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 99. – Krückmann, 2001, S. 122. – Krückmann, 2005, S. 69. – Seelig, 1982, S. 62.
  219. 1. Könige 6,29.
  220. Vgl. Krückmann, 2001, S. 125f. – Krückmann, 2005, S. 69.
  221. Vgl. Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, 2013, S. 60. – Bachmann / Ziffer, 1995, S. 99. – Krückmann, 2001, S. 122. – Krückmann 2005, S. 69.
  222. Vgl. Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, 2013, S. 62. – Krückmann, 2001, S. 127. – Krückmann 2005, S. 69.
  223. Vgl. Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, 2013, S. 62.
  224. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 101. – Breuer u.a., 1979, S. 155f. – Krückmann, 2001, S. 128. – Seelig, 1982, S. 63.
  225. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 101. – Breuer u.a., 1979, S. 155f. - Seelig, 1982, S. 63.
  226. 226,0 226,1 Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 101.
  227. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 101-103.
  228. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 105.
  229. Vgl. Bachmann / Ziffer, 1995, S. 105. – Jahn, 1990, S. 156.