Ballenstedt, Residenzschloss
Inventarnummer: cbdd10443
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Im Römischen Zimmer von Schloss Ballenstedt hat sich Wandmalerei von ca. 1788 erhalten. Die fantastischen römischen Ruinenlandschaften im Stile Gian Paolo Paninis und Charles-Louis Clérisseaus stammen von Johann Heinrich Fischer (Zuschreibung). Die Supraporten folgen Giovanni Battista Piranesi.

Schloss Ballenstedt
Kurzbeschreibung und Lage
Schloss Ballenstedt[1] erhebt sich im Westen über der gleichnamigen Stadt. Eine gerade beständig ansteigende Allee verbindet die alte Ansiedlung in Tal mit dem Schloss.
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Schloss geht auf ein mittelalterliches Kloster sowie eine alte Burg zurück. Spätestens im 16. Jahrhundert waren beide aufgegeben. Im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts wurde das Schloss teilweise wieder aufgebaut, aber erst im 18. Jahrhundert gelangten die Maßnahmen zu einem Abschluss. Für Fürst Victor Amadeus von Anhalt-Bernburg wurde der Südflügel des Schlosses ausgebaut. Sein Sohn Victor Friedrich nutzte es als Jagd- und Sommersitz. 1748 erfolgte der Abriss der alten Klosterkirche, an deren Stelle ein weiterer Schlossflügel gebaut wurde. 1765 verlegte der Fürst die Residenz von Bernburg nach Ballenstedt. Das Schlossgebäude wurde 1766-73 gänzlich umgebaut. Bis zum Absterben des Hauses 1863 blieb Ballenstedt Residenz.
Beschreibung
Das Schloss ist eine unregelmäßige, nach Osten zur Stadt hin geöffnete Dreiflügelanlage. Als Reste der Klösterchen sind im Nordflügel die Apsis und vor allem Westwerk sichtbar geblieben. Anfänglich lagen die fürstlichen Gemächer im Nordflügel, unter Victor Friedrich kamen sie in den Südflügel.
Das Römische Zimmer auf Schloss Ballenstedt
Beschreibung
Das Römische Zimmer ist im Südflügel gelegen. Es ist Bestandteil einer repräsentativen Raumfolge in Enfilade.[2]
Die Wandbilder von Johann Heinrich Fischer
Externes Bild
Giovanni Battista Piranesi: Grabmal der Cecilia Metella
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Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Leinwandbespannungen wurden nach 1788 angebracht.[3]
Beschreibung und Ikonographie
Die Wände sind oberhalb einer Lambris mit Leinwand bespannt. In gemalten Rahmen sind mehrere römische Veduten zu sehen. Abgebildet sind das Reiterstandbild Marc Aurels, das Grab der Cecilia Metella, die Porta Maggiore und der Sibyllentempel in Tivoli.
Künstler
Die Bilder werden Johann Heinrich Fischer zugeschrieben, da sie jenem im Wörlitzer Schloss gleichen, die für ihn belegt sind.[3]
Vorlagen und Vergleiche
Die Darstellungen folgen Kupferstichen von Giovanni Battista Piranesi und Gian Paolo Panini.
Bibliographie
- Büttner Pfänner zu Tal, Ballenstedt, 1894. — Büttner Pfänner zu Tal, Franz (bearb.): Kreis Ballenstedt (Anhalts Bau- und Kunst-Denkmäler nebst Wüstungen). Dessau 1894.
- Korf, Ballenstedt, 2004. – Korf, Winfried: Ballenstedt. Kloster, Schloß und Schloßbezirk (Große Baudenkmäler, 468). München/Berlin 2004.
- Leibetseder, Ballenstedt, 2020. — Leibetseder, Stefanie: Schloss Ballenstedt. Vom Kloster zum Jagdschloss, Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte aus Archivquellen, in: Freund, Stephan/Köster, Gabriele (Hrsg.): Albrecht der Bär, Ballenstedt und die Anfänge Anhalts (Schriftenreihe des Zentrums für Mittelalterausstellungen, 6). Regensburg 2020, S. 174-189.
- Peper, Ballenstedt, 1913. – Peper, Hans: Geschichte des Schlosses Ballenstedt. Ballenstedt 1913.