Bad Berleburg, Residenzschloss
Inventarnummer: cbdd10289
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In einem Erdgeschossraum des Nordflügels von Schloss Berleburg haben sich Reste figürlicher Malerei von ca. 1550 erhalten.
Schloss Berleburg
Kurzbeschreibung und Lage
Das ehemalige Residenzschloss[1] der Grafschaft Wittgenstein-Berleburg erhebt sich am Rande der Stadt Bad Berleburg. Die heute unregelmäßige Dreiflügelanlage ist nach Osten geöffnet.
Bau- und Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Schloss in Bad Berleburg geht auf eine Burg des Hochmittelalters zurück. 1506 wurde Berleburg Residenz einer eigenen Wittgensteiner Teilgrafschaft. Graf Johann legte 1531 den Grundstein für ein neues Residenzschloss. 1555-1557 ließ Graf Ludwig d. Ä. den dreigeschossigen Nordflügel erbauen, eventuell unter Einbeziehung älterer Bauteile. 1587 kam das Tor im Süden hinzu. 1605 wurde eine neue Linie Sayn-Wittgenstein-Berleburg begründet. Der heute noch erhaltene Hauptflügel wurde für Graf Casimir 1731-39 anstelle eines alten Westflügels aufgeführt. 1778-84 kam der gegenwärtige Südflügel hinzu. 1792 wurde die Grafschaft zum Fürstentum erhoben. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Schloss sowohl am Außenbau als auch im Inneren verändert.
Beschreibung
Die drei Schlossflügel haben zwei bzw. drei Geschosse und sind verputzt. Allein der Westflügel ist spiegelsymmetrisch gestaltet. Im Nordflügel hat sich im Erdgeschoss ein Raum mit Tonnengewölbe und Stichkappen aus seiner Erbauungszeit erhalten.
Der Erdgeschossraum im Nordflügel
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Der Raum[2] wurde zusammen mit dem Nordflügel ab 1531 erbaut.
Beschreibung
Der langgestreckte Erdgeschossraum ist mit einer Tonne gewölbt.
Die Wandmalereireste
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Der Raum weist zwei Fassungen auf. Die erste stammt aus der Erbauungszeit, die zweite aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.[3] Es sind nur geringste Reste erhalten und freigelegt.
Beschreibung und Ikonographie
Die erste Fassung ist eine Kalk-secco-Malerei aus Ranken- und Blütenornamentik.[4] Die zweite Fassung in Kalk-secco-Technik ist von der ersten Fassung durch eine Kalktünche getrennt, von dieser aber kaum zu unterscheiden. Auch sie zeigt Ranken und Blüten. Hinzu kommen Personendarstellungen wie die eines bärtigen Mannes mit Brustpanzer.[5] Ferner erblickt man einen Mann mit Bart in rotem Gewand mit Schwert und aufgeschlagenem Buch sowie ein Liebespaar vor dem Hintergrund einer Stadt.[6]
Bibliographie
- Literatur:
- Dehio, Westfalen, 2011. – Dehio, Georg: Nordrhein-Westfalen II. Westfalen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Ursula Quednau. München/Berlin 2011.
- Koch, Berleburg, 1978. – Koch, Herbert: Schloß Berleburg (Große Baudenkmäler, 217). München/Berlin 1978.
- Ludorff, Wittgenstein, 1903. – Ludorff, Albert (Bearb.): Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Wittgenstein (Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, 13). Münster 1903.
- Archivalien:
- Akte VII, 2006-2007. – Landschaftsverband Westfalen-Lippe – Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Archiv. Goetheplatz 8. Schloss Berleburg. Bad Berleburg. Kreis Siegen-Wittgenstein. Akte VII. 2006-2007.
- Akte VIII, 2008-2009. – Landschaftsverband Westfalen-Lippe – Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Archiv. Goetheplatz 8. Schloss Berleburg. Bad Berleburg. Kreis Siegen-Wittgenstein. Akte VIII. 2008-2009.
- Jürgens, Berleburg, 2007. – Thomas Lehmkuhl: Dokumentation zur Untersuchung von 2 tonnengewölbten Räumen im Erdgeschoss des Nordflügels des Schlosses Bad Berleburg. Januar 2007. Verfasser Patrick Jürgens. In: Landschaftsverband Westfalen-Lippe – Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Archiv. Goetheplatz 8. Schloss Berleburg. Bad Berleburg. Kreis Siegen-Wittgenstein.
- Schlüter, Berleburg, 2007. – Schlüter, Marita: Restauratorische Befunduntersuchung von zwei Raumausstattungen im Nordflügel des Schlosses von Bad Berleburg. September 2007. In: Landschaftsverband Westfalen-Lippe – Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Archiv. Goetheplatz 8. Schloss Berleburg. Bad Berleburg. Kreis Siegen-Wittgenstein.
Einzelnachweise
- ↑ Dehio, Westfalen, 2011, S. 46-47; Koch, Berleburg, 1978; Ludorff, Wittgenstein, 1903, S. 16.
- ↑ Akte VII, 2006-2007; Schlüter, Berleburg, 2007; Jürgens, Berleburg, 2007.
- ↑ Akte VII, 2006-2007; Schlüter, Berleburg, 2007.
- ↑ Jürgens, Berleburg, 2007, S. 6.
- ↑ Jürgens, Berleburg, 2007, S. 7.
- ↑ Akte VIII, 2008-2009.