Laß, Heiko:Bückeburg, Residenzschloss, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2024, URL: www.deckenmalerei.eu/affb6704-d654-42a7-abad-04f0cc2b6f08

Inventarnummer: cbdd10165

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Im Bückeburger Schloss hat sich vom Anfang des 17. Jahrhunderts Decken- und Wandmalerei erhalten. Dazu gehören vier Gemälde der Elemente von Hans Rottenhammer im Hauptsaal und eine komplett von Johannes Hopffe ausgemalte Schlosskapelle. Wand und Decke sind mit einem einzigen Gemälde überzogen.

Schloss Bückeburg

Stadt und Schloss Bückeburg

Die Stadt Bückeburg geht auf eine erstmals 1304 genannte Wasserburg der Schaumburger Grafen zurück. 1365 erhielt Bückeburg das Fleckenrecht. Der seit 1498 hier residierende Graf Johann IV. ließ 1510 eine Kirche erbauten, die aber 1541 niederbrannte. Erst 1607 wurde Bückeburg unter Graf Ernst III. ständige Residenz und im damit einhergehend Schloss und Stadt repräsentativ ausgebaut und befestigt. 1609 erhielt Bückeburg das Stadtrecht und 1611–15 eine Stadtkirche. 1619 wurde Ernst als Ernst I. gefürstet. Den Dreißigjährigen Krieg überstand die Stadt relativ unbeschadet. 1640 starb das Schaumburger Grafenhaus jedoch aus und nach einer Aufteilung der Grafschaft wurde Bückeburg Residenz der erheblich kleineren Grafschaft Schaumburg-Lippe.[1]

Schloss Bückeburg[2] steht am Rande der Altstadt von Bückeburg. Zwischen Stadt und Schloss befinden sich repräsentative Funktionsbauten für die Residenz. Das Schloss selbst ist auf einer künstlichen Insel gelegen und war ehemals mit Wallanlagen befestigt. Es setzt sich aus vier Flügeln zusammen, die einen kleinen Schlosshof umschließen. Diese stammen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, wurden aber im 18. und vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überformt. Vor dem Ostflügel erheben sich zwei Kavaliersbauten des späten 19. Jahrhunderts.

Bau- und Ausstattungsgeschichte des Schlosses

Schloss Bückeburg geht auf eine erstmals 1304 genannte Wasserburg der Grafen zu Schaumburg zurück. Diese immer wieder modernisierte Anlage wurde 1560–64 für Graf Otto VI. von Schaumburg zu einem modernen Schloss ausgebaut, die einen Hof umschloss. Ottos Sohn Ernst III. regierte von 1601–1622 und machte Bückeburg 1607 zu seiner Residenz. Der repräsentative Ausbau von Schloss und Stadt, der folgte, stand im Zusammenhang mit einer angestrebten Standeserhöhung. Seit 1603 wurde die Schlosskapelle vollständig neu ausgestattet, hierzu wurde auch der sächsische Hofarchitekt Giovanni Maria Nosseni herangezogen. Die künstlerische Leitung hatten die Brüder Ebert und Jonas Wolf inne, die Deckenmalerei stammt von Johannes Hopffe. 1604 begannen die Arbeiten am Goldenen Saal, für diesen schuf Hans Rottenhammer Deckengemälde auf Leinwand.[3]

Nach dem Dreißigjährigen Krieg, dem Aussterben des Grafenhauses und der Aufteilung der Grafschaft Schaumburg bis 1647/48 kam es erst wieder 1695 unter den Grafen zu Schaumburg-Lippe zu Baumaßnahmen. Die neuen Schlossherren waren reformierter Konfession und übertünchten die Ausmalung der Schlosskapelle. 1732 suchte das Schloss ein Brand heim, der Ost- und Südflügel weitgehend zerstörte. Infolge von Brand und Wiederaufbau kam es zu zahlreichen Umgestaltungen sowie einer teilweisen Neuorganisation des Schlosses. Ein geplanter Ausbau des Schlosses mit einem breit gelagerten Eingangsflügel an der Ostseite konnte nicht realisiert werden und erfolgte erst im 19. Jahrhundert.[4]

Ab 1860 wurden unter Fürst Adolf Georg zahlreiche Schlossräume renoviert, wie etwa der Goldene Saal 1863–67. Die Schlosskapelle erfuhr 1880–88 eine umfassende Restaurierung, bei der auch die Ausmalung entdeckt und freigelegt wurde. Die Maßnahmen stellten dabei nicht nur das ehemals vorhandene wieder her, sondern schufen auch Neues. 1893–96 schließlich wurde der Ostflügel nach Norden verlängert und mit einem großen Festsaal versehen. Vor dem Schloss wurden zwei halbkreisförmige Kavaliershäuser errichtet, die zusammen mit dem Ostflügel einen Hof an der Eingangsseite umschließen.[5]

Der Forschungsstand zu Schloss Bückeburg ist uneinheitlich. Während die Zeit um 1600 umfassend und mehrfach untersucht wurde,[6] ist das Bauwesen der späteren Zeit erst in Ansätzen bekannt.[7]

Die Architektur des Schlosses

Vier Flügel umschließen einen uregelmäßigen Innenhof. Im Ostflügel befindet sich die Einfahrt in den Hof. Der ehemals an der Nordostecke stehende Turm ist nach Verlängerung des Ostflügels nach Norden heute in der Mitte der Fassade gelegen. Im Erdgeschoss des Nordflügels, vom Hof aus zugänglich, befindet sich die Schlosskapelle mit ihrer bedeutenden Ausmalung vom Anfang des 17. Jahrhunderts. Ebenfalls im Nordflügel ist der Goldene Saal gelegen. Er bildete ehemals den Auftakt zu einer heute verlorenen Abfolge von Repräsentationsräumen, die über der Schlosskapelle situiert waren. Die historischen Raumfolgen sind bereits Ende des 17. Jahrhunderts verschiedenen Reparaturen zum Opfer gefallen. Der Brand im Ostflügel sowie der Neubau der oberen Teile des Südflügels veränderten die alten Raumfolgen weiter. Auch in den erhaltenen Bereichen wurde eine neue Raumaufteilung vorgenommen. Nur die Schlosskapelle mit ihrem Herrschaftstand sowie der Goldene Saal haben sich erhalten.[8]

Die Decken- und Wandmalerei in Schloss Bückeburg

Decken- und Wandmalerei vom Anfang des 17. Jahrhunderts in Schloss Bückeburg

Das ehemalige Residenzschloss in Bückeburg beherbergt zwei Räume mit herausragender Wand- und Deckenmalerei vom Beginn des 17. Jahrhunderts. Es handelt sich zum einen um die 1603–1609 komplett neu ausgestattete Schlosskapelle mit Malereien von Johannes Hopffe und zum anderen um den Goldenen Saal mit Malereien von Hans Rottenhammer aus den Jahren 1605/06. Auftraggeber war Graf Ernst III. von Schaumburg.

Die Ausmalung der Schlosskapelle

Die Kapelle im Bückeburger Schloss stammt zwar aus dem 14. Jahrhundert, sie erhielt aber erst 1562 ein Kreuzrippengewölbe und 1603–09 eine Neuausstattung.[9] Das bemerkenswerte dieser Ausstattung ist, dass der Raum als Gesamtheit verstanden und gestaltet wurde. Gewölbe und Wände sind komplett bemalt oder im unteren Bereich vertäfelt, die eingestellte Architektur ist von Holz. Die Groteskenmalerei macht Gewölbekappen und Schildwand bis herab auf die Wandverkleidung zu einer Fläche. Die Malerei schafft keine verschiedenen Einzelbilder, sondern ist als Gesamtheit einheitlich gestaltet. Zwischen gemaltem Rollwerk, Knorpelwerk und Grotesken auf schwarzem Grund sind verschiedene Figuren und Gegenstände eingefügt. Zu den Malereien von Johannes Hopffe, der hier mit zwölf Gesellen arbeitete, treten geschnitzte Figuren und Ornamente von Ebert und Jonas Wolf, die auch die künstlerische Leitung inne hatten. Trotz des einheitlichen Raumeindrucks können aber verschiedene Bereiche unterschieden werden. Im Westen befindet sich der Herrschaftsstand des Grafen Ernst und seiner Gemahlin, im Osten der Altarbereich. Dazwischen ist der Gemeinderaum angeordnet. Der ganze Raum hat den Erlösertod Christi zum Thema. Erlösung können aber nur jene erlangen, die den wahren Glauben haben, und so nimmt das Jüngste Gericht einen wichtigen Platz ein. Die historischen Fenster sind verloren, über ihr mögliches Bildprogramm ist nichts bekannt. Bemerkenswert ist eine Vermischung von christlicher und antiker Bildmotivik. Die Engel beispielsweise sind keine Männer sondern Frauen und zeigen teilweise ihre entblößten Brüste. Sie nähern sich damit heidnischen Gottheiten an und gleichen den ebenfalls an der Decke dargestellten Personifikationen von Fides und Veritas. In die selbe Richtung geht die Mischung von christlichen oder lutherischen Symbolen wie Engelsköpfen oder Schwänden mit heidnische Opfermotiven wie Brand- und Fruchtopfern zwischen der Ornamentik an der Decke. Bereits das Thema der heidnischen Groteske ist mit der Opferung an Dionysos verbunden. In Bückeburg erfolgt eine Umdeutung auf die christliche Heilsgeschichte mit dem Opfertod Christi.

Die Gemälde von Hans Rottenhammer im Goldenen Saal

Die Gemälde im Goldenen Saal sind von Hans Rottenhammer 1605/06 geschaffen worden. Die Werke stammen damit noch aus seiner venezianischen Zeit vor seiner Übersiedelung nach Augsburg. Die auf Leinwand gemalten Darstellungen sind ein einzigartiges Zeugnis, dass Rottenhammer bereits damals und nicht erst in späteren Jahren mit großen Formaten umgehen konnte. Sie sind in eine Decke eingepasst, die venezianischen Vorbildern verpflichtet ist.[10]

Forschungsstand zur Decken- und Wandmalerei in Schloss Bückeburg

Die Malerei der Schlosskapelle sowie die Malerei Rottenhammers in Bückeburg ist gut erforscht. Grundlegend zur Schlosskapelle sind die Arbeiten von Habich 1969 und Anton 1977. Zum Maler Johann(es) Hopffe gibt es noch keine Monografie. Zu Rottenhammer hat sich im Zusammenhang mit Bückeburg ebenfalls Habich geäußert.[11] Die grundlegenden Arbeiten zu Rottenhammer sind die Dissertation von Schlichtenmaier 1988[12] sowie auch mit Bezug zur Weserregion und einer eigehenden Untersuchung der Malerei im Goldenen Saal die Tagungsakten eines Symposiums zu Rottenhammer von 2007.[13] Zu Rottenhammer und Bückeburg hat sich ferner Borggrefe wiederholt geäußert.[14] Im Rahmen des Corpus barocker Deckenmalerei Deutschland entstand ein vergleichender Beitrag zu den Schlosskapellen in Bückeburg und Celle.[15]

Auftraggeber

Graf Ernst III. zu Holstein-Schaumburg[16] wurde 1619 persönlich in den Fürstenstand erhoben und galt in seiner Zeit nach John Taylor 1616 als ein vorbildlicher und weltläufiger Fürst.[17] Ernst wurde 1569 geboren und gelangte nach dem Tod eines älteren Bruders 1601 an die Alleinregierung. Seine Mutter Elisabeth Ursula war eine geborene Herzogin von Braunschweig-Lüneburg (Fürstentum Celle). Sein Vater Graf Otto IV. konvertierte 1558 zum Luthertum. Ernst heiratet 1597 Hedwig von Hessen-Kassel. Er unternahm mehrere Reisen durch Europa und war mit den aktuellen künstlerischen Entwicklungen vertraut. 1589–91 und 1593/93 hielt er sich in Italien auf. 1593/94 weilte Ernst III. in Prag am Hof Kaiser Rudolfs II. Aus Prag erhielt er zahlreiche Arbeiten von Adriaen de Vries. De Vries schuf auch die Skulpturen für das Mausoleum des Grafen in Stadthagen. Mit Hans Rottenhammer verhandelte der Graf persönlich und Rottenhammer war 1609 und 1612 persönlich in Bückeburg. Ernst III. war anfänglich eher italienischen Künsten zugeneigt und interessierte sich erst später auch für flämische Kunst. Adriaen de Vries, Hans Rottenhammer und Joseph Heintz d. Ä., die alle für Ernst arbeiteten, waren in Italien ausgebildet worden und trafen den italienischen Geschmack des Grafen. Er gestaltete seine Residenz aufwendig um. 1616 bezeichnete John Taylor sein Schloss als Paradies auf Erden.[17] 1622 ist Ernst III. kinderlos verstorben.

Künstler und Konzeptoren

Hans Rottenhammer[18] wurde 1564 in München geboren. Nach einer Lehre beim bayerischen Hofmaler Hans Donauer d. Ä. ging er nach Italien, wo er sich 1591 in Venedig niederließ. 1594 ging er nach Rom, wo er sich als Maler von Miniaturen auf Kupfer einen Namen machte. Er arbeitete mit Paul Bril und Jan Brueghel d. Ä. zusammen, in deren Landschaften er die Figuren einfügte. 1995 kehrte Rottenhammer nach Venedig zurück und begründete eine eigene Werkstadt für kleinformatige Malereien auf Kupfer. Ab 1600 stand er in Kontakt zum Hof Kaiser Rudolfs II. Noch in Venedig erhielt er auch den Auftrag Graf Ernsts III. von Holstein-Schaumburg über fünf Gemälde für den Goldenen Saal in Schloss Bückeburg. Zahlreiche Aufträge aus Deutschland bewogen Rottenhammer wohl auch, sich 1606 in Augsburg niederzulassen. Nun schuf er zunehmend Werke in größerem Format wie Altargemälde und Fresken – wohl auch, weil sein Augenlicht zunehmend nachließ.

Rottenhammer weilte 1609 und 1612 in Bückeburg. Er schuf mehrere Gemälde für die Residenz, von denen zwei in die Tafelstube kamen. Vermutlich schuf Rottenhammer auch einige Gemälde für die Kapelle, die heute verloren sind. Auf uns gekommen sind die Porträts von Ernst III. und seiner Frau von 1612. Anlass für den Besuch 1612 war die Planung einer zweiten Kassettendecke, deren Realisierung sich aber verzögerte. Er bildete für den Grafen eines von dessen Landeskindern aus: Anton Boten. Zunehmend alkoholabhängig konnte er zuletzt seine Aufträge nicht mehr fristgerecht erfüllen und überwarf sich zuletzt auch mit seinem Gönner Graf Ernst III. 1625 ist er verarmt in Augsburg gestorben.

Zum Maler der Schlosskapelle, Johannes Hopffe, ist nur wenig bekannt. Wohl um 1565 geboren, wurde er zuerst in 1591 in Hildesheim erwähnt. Seine Tätigkeit fällt in die Jahre 1580–1627.[19] Besser bekannt sind die Konzeptoren der Bückeburger Schlosskapelle, die Brüder Ebert und Jonas Wolf.[20] Ebert Wolf d. J. wurde als Sohn des Bildhauers Ebert Wolf d. Ä. um 1560 geboren und wurde wie sein Vater Bildhauer. 1591 wird Ebert erstmals genannt. Das Geburtsdatum seines Bruders Jonas ist unbekannt. Er ist 1916 in Hildesheim gestorben. Der dritte Bruder Hans wurde ca. 1570 in Hildesheim geboren und ist 1620 in Oberkirchen nachweisbar, wo er 1629 begraben wurde. 1603/04 traten die Brüder mit ihrem Vater in die Dienste von Graf Ernst III., wo sie für die Konzeption der Kapelle verantwortlich zeichneten und bis 1606/12 arbeiteten. Ebert d. Ä. starb in Bückeburg 1606/07. Jonas arbeitete zusammen mit seinem Bruder ca. 1611–1615 ferner für die Ausstattung der Bückeburger Stadtkirche.

Goldener Saal

Lage und Beschreibung

Der Goldene Saal[21] ist im ersten Obergeschoss des Nordflügels an der Nordwestecke von Schloss Bückeburg gelegen. Er hat die Form eines Trapezes und ist etwa elf Meter lang und acht Meter und 70 Zentimeter im Osten sowie acht Meter und zwölf Zentimeter im Westen breit.

Der Raum durchmisst die gesamte Breite des Flügels und ist an drei Seiten befenstert. An der Nordwand des Saals befinden sich drei Fensternischen, an der West- und Südwand jeweils eine. Die Holzvertäfelung der Fensternische und das umlaufende Sockelpanel stammen vermutlich aus der Zeit des Umbaus des Schlosses unter Graf Albrecht Wolfgang im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts. Der Marmorkamin an der Südwand stammt ebenfalls aus dieser Zeit und nimmt den Platz eines ehemaligen Eingangs ein. Ursprünglich waren die Wände mit „6 Stück gülden Ledder mit gelbem Grunde“ verkleidet. In der Südwestecke ist eine Tür zu einem Raum mit einer Treppe gelegen, die das Niveau zum ca. 1,5 Meter tiefer gelegenen Hauptgeschoss des Westflügels herstellt. Sie war ursprünglich nur über eine Außengalerie zu erreichen. Die Tür zur Galerie ist heute zugemauert. An der Ostseite des Raumes ist eine aufwendig dekorierte Tür, die sogenannte Götterpforte, gelegen.

Der Saal hat eine Kassettendecke, in die Gemälde eingelassen sind. Um ein zentrales rhombisches Mittelfeld sind vier Eckfelder angeordnet. Während das Gemälde, das sich ehemals im Mittelfeld befand, verloren ist, haben sich die Eckbilder erhalten. Sie zeigen Allegorien der vier Elemente und wurden von Hans Rottenhammer im Auftrag von Graf Ernst III. zu Holstein-Schaumburg 1605/06 geschaffen.

Die Götterpforte[22] war Auftakt zu einer Reihe offizieller Räume, die nicht erhalten sind. Sie erinnert in ihrer Gesamtkonzeption an Entwürfe von Wendel Dietterlin, es gibt aber kein direktes Vorbild. Die Hauptfiguren folgen den Prinzipien des Bildhauers Giambologna. Das komplexe Programm mit Figuren unterschiedlicher Größe ist wohl eine Allegorie des Friedens. Rechts und links der Tür stehen Mars und Abundantia. Auf dem Türblatt erkennt man Minerva. Sie wirft einen Apfel, den Mars scheinbar auffängt. So befriedet Minerva Mars. Bekrönt wird die Tür vom kleinfigurigen Merkur mit Caduceus und Grabsichel, der so für Ökonomie und Künste steht. Er soll die Züge Ernsts III. haben. Hinter ihm erscheinen Juno und Ceres. Die Tür wurde 1864 restauriert. Einige Teile sind ergänzt. Es steht stark zu vermuten, dass die Götterpforte Bestandteil eines Gesamtprogramms des Raumes war. Ohne Kenntnis des verlorenen Hauptgemäldes ist es aber nicht möglich, dieses zu bestimmen.

Befund

Der Goldene Saal ist neben der Schlosskapelle der letzte annähernd erhaltene Raum aus der Zeit Ernst III. vom Beginn des 17. Jahrhunderts im Schloss. Der gegenwärtige Zustand entspricht weitgehend demjenigen nach seiner Restaurierung 1862–67.[23] Unter Fürst Adolf Georg wurde der Raum restauriert und ergänzt. Die Gemälde und die Decke wurden abgenommen und nach Erneuerung der Deckenbalken in restauriertem Zustand wieder angebracht. Die Gemälde restaurierte ein Professor Durand. Das Mittelbild wurde nicht wieder eingesetzt, sondern durch eine aufwendige Schnitzerei ersetzt. Das Gemälde selbst war eventuell bereits im 18. Jahrhundert in Schloss Baum und kam mit Sicherheit 1875 nach Stadthagen, wo es im Gobelinsaal in eine Neorenaissancedecke eingefügt wurde. Seit 1920 ist es verschollen. Auch das ganze Portal – die Götterpforte – wurde zerlegt, restauriert und wieder zusammengesetzt. Viele der heute vorhandenen überreichen Vergoldungen stammen aus dieser Zeit. Die Vertäfelungen wurden gereinigt, gebeizt und gefirnisst sowie die Füllung mit schmalen Goldlinien abgesetzt. Wandflächen oberhalb der Lambris wurden mit einer roten Wandbespannung neue gegliedert.

Die Decke des Goldenen Saals

Entstehung

In die Kassettendecke des Goldenen Saals sind Leinwandgemälde eingelassen. Sie zeigen Allegorien der vier Elemente und wurden von Hans Rottenhammer im Auftrag von Graf Ernst III. zu Holstein-Schaumburg 1605/06 geschaffen. Dülberg hat vermutet, dass die Idee zur malerischen Gestaltung der Decke wohl auf Graf Ernst III. zurückgeht, die er auf einer seiner Italienreisen in Venedig gewonnen habe.[24] Das Rahmenwerk wurde 1604 von einem einheimischen Schreiner geschaffen. Die Idee einer derartigen kassettierten Prunkdecke nach venezianischem Vorbild ist eine der frühesten wenn nicht die früheste ihrer Art in Deutschland überhaupt.[25] Hans Rottenhammer hat die erhaltenen vier Gemälde noch in Venedig vor seinem Umzug nach Augsburg eigenhändig ohne Gehilfen gemalt. Als die Gemälde in Bückeburg eintrafen, waren sie größer, als Graf Ernst gewünscht hatte.[26] 1607 erfahren wir von fünf neu zu erstellenden Gemälden, von denen eines ein Mittelstück war. Diese sind nicht mit jenen im Goldenen Saal identisch.[26]

Befund

Die Decke des Goldenen Saals entspricht, wie der gesamte Raum, nicht mehr dem Zustand von 1606. Er ist unter Fürst Adolf Georg 1862–67 restauriert und ergänzt worden.[27] Die Gemälde und die Decke wurden abgenommen und nach Erneuerung der Deckenbalken in restauriertem Zustand wieder angebracht. Die Gemälde restauriert ein Professor Durand. Das Mittelbild wurde nicht wieder eingesetzt, sondern durch eine aufwendige Schnitzerei ersetzt. Es ist verschollen.[28]

Beschreibung

Die Decke des Goldenen Saals nimmt eine Kassettendecke mit ehemals fünf Gemälden auf. Das Mittelstück, das das verlorene Hauptbild aufnahm, ist ein über Eck gestelltes Rechteck von ca. 4,5 m Seitenlänge. Die vier Eckfelder haben die Form rechtwinkliger Dreiecke, deren Katheten verschiedene Längen haben und deren Winkel an der Breitseite stumpfer sind als an der Längsseite. In den vier Eckfeldern sind Ölbilder erhalten. Sie werden wie das Mittelfeld von Rahmenleisten eingefasst. Eine durchlaufende Bretterlage rückt die fünf Bildfelder auseinander. Auf den breiten Bahnen sind Schweif- und Rollwerkgrotesken sowie Jahreszeitenstillleben in Kartuschen gemalt. Die Deckengestalt überspielt den irregulären Grundriss des Raums.[29] Die vier Eckbilder zeigen die vier Elemente, die durch mythologische Gestalten verkörpert werden. Wenige große Figuren beherrschen jeweils die Bildfelder und füllen sie fast komplett aus. Drei Allegorien zeigen Figurenpaare, eines eine Einzelfigur. Die Assistenzfiguren sind vollkommen unterschiedlich behandelt, und zwar sowohl aus inhaltlichen als auch aus kompositorischen Gründen. Teilweise befinden sie sich im Vordergrund, teilweise am Rand, teilweise im Mittelgrund. Die Komposition passt sich jeweils an das Bildformat an.[30] Die Ansichtigkeit der Figuren ist auf einen Betrachter hin ausgerichtet, der gegenüber der Götterpforte seht.[31]

Vorlagen und Vergleiche

Die Gestaltung der Decke ist venezianischen Vorbildern verpflichtet, wie etwa im Palazzo Ducale oder im Palazzo Loredan. Es muss aber kein konkretes Vorbild geben. Große Decken in kleine Felder einzuteilen, schlug bereits Sebastiano Serlio vor, sowie auch einen Rhombus in der Deckenmitte. Eine vergleichbare Deckengestaltung wurde 1617 im Schloss Rosenborg für König Christian IV. von Dänemark geschaffen, vermutlich nach dem Vorbild Bückeburgs.[32]

Programm

Das ursprüngliche Programm der Decke des Goldenen Saals ist heute aufgrund des fehlenden Mittelbildes unbekannt und nicht zu rekonstruieren. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass alle fünf Gemälde einem gemeinsamen Programm folgten. Die erhaltenen Eckbilder zeigen die vier Elemente in Gestalt antiker Götter: Die Erde wird durch Ceres dargestellt, das Feuer durch Vulkan, das Wasser durch Neptun und die Luft durch Boreas. Ceres wird als Einzelfigur präsentiert, die anderen drei Gottheiten in Interaktion mit einer weiteren Figur: Vulkan mit Venus, Neptun mit Amphitrite bei ihrem Triumphzug und Boreas, wie er Oreithyia entführt. Die Elemente sind gemäß ihren Eigenschaften angeordnet: Wasser ist gegenüber dem Feuer, Luft gegenüber der Erde plaziert. Die kalte Erde ist nahe am kaltem und feuchten Wasser, das Wasser nahe an feuchter und warmer Luft, die Luft nahe an warmen und trockenem Feuer, das Feuer nahe an trockener Erde.[33] Die Kartuschen auf den Bretterlagen um das Mittelfeld nehmen Kartuschen mit Stillleben auf. Sie wurden vermutlich von Anton Boten geschaffen und stehen für die vier Jahreszeiten. Es werden jeweils verschiedene Pflanzen, Speisen und Früchte gezeigt. Für das Frühjahr stehen Blumen, für den Sommer Kornähren und Gemüse, für den Herbst Weintrauben und anderes Obst, für den Winter Fleischgerichte und gekochtes Gemüse.[34]

Für das verlorene Mittelstück kann man annehmen, dass es in Bezug zu den Nebenbildern in inhaltlichem Zusammenhang stand. Es gibt eine Fotografie des verlorenen Hauptbildes aus der Zeit, als es im Schloss von Stadthagen war. Es handelt sich um eine Raumansicht, die es nicht erlaubt, das Thema des Bildes zu bestimmen. Gemäß der Fotografie zeigte es eine figurenreiche Komposition. Denkbar wäre eine Götterversammlung. Wenn die begleitenden Darstellungen der Elemente für die Ordnung der Welt stehen sollen, ist der Olymp nicht unwahrscheinlich. Die dargestellten Figuren könnten aber auch für die verschiedenen Arten der Liebe stehen, und dann wäre im Hauptbild vermutlich eine Hochzeit der Götter präsentiert worden.[35]

Allegorie des Wassers
 

Beschreibung

Die Allegorie des Wassers[36] zeigt Neptun und Amphitrite. Rottenhammer hat sie auf einem Delfin sitzend gemalt, umgeben von Tritonen und Nereiden. Auf einer Schale und an einem Stock präsentieren sie Früchte des Meeres. Die Komposition ist zeittypisch, aber unspezifisch. Ein direktes Vorbild ist nicht auszumachen, aber die Darstellung könnte etwa von Raffaels Galatea in der Villa Farnesina angeregt sein. Das Gemälde wurde 1868 ausgebaut und restauriert.

Allegorie der Erde
 

Beschreibung

Die Hauptfigur der Allegorie der Erde[37] zeigt Ceres oder Kybele. Sie trägt nicht wie für Ceres gängig einen Ährenkranz, sondern eine Stadtkrone. Im linken Arm trägt die Figur eine schwere Korngarbe, in der rechten Hand blühende Blumenzweige. Zu ihren Füßen sind Früchte ausgebreitet. Links bringen ein Mädchen und ein Jüngling Trauben sowie eine wärmende Aschenurne herbei. Das Gemälde wurde 1868 restauriert.

Entwürfe

Von Rottenhammer hat sich eine Zeichnung erhalten, die eventuell als ein Entwurf für die Ceres/Kybele im Goldenen Saal zu sehen ist. Das mit Rottenhammer beschriftete Blatt zeigt eine schwarze Kreidezeichnung mit weißen Höhungen. Sie wurde nachträglich bräunlich-grau getönt und misst 26,3 auf 26,9 Zentimeter. Die Figur ruht auf einer schräg ansteigenden Fläche. In der Linken hält sie ein Füllhorn, in der Rechten eine Sichel. Eine Stoffdraperie umspielt ihren Körper. Eventuell handelt es sich auch um einen Entwurf für eine andere Decke, vielleicht für die Tafelstube in der Münchner Residenz oder eine weitere Decke im Residenzschloss Bückeburg, für die Entwürfe 1612 beauftragt wurden.[38]

Allegorie des Feuers
 

Beschreibung

Die Allegorie des Feuers[39] zeigt den Besuch von Venus und Amor bei Vulkan. Das Gesicht der Venus erinnert an Darstellungen von Veronese. Venus blickt auf Vulkan herab, der in seiner Rechten den Schmiedehammer hält. Im Hintergrund lodert das Feuer, vor dem man mehrere Gehilfen des Vulkan bei der Arbeit am Amboss sieht. Das Gemälde wurde 1868 ausgebaut und restauriert.

Allegorie der Luft
 

Beschreibung

Die Allegorie der Luft[40] zeigt, wie Boreas Orythia entführt. Die Darstellung als Paar gilt als untypisch für Rottenhammers Zeit, da Boreas meist allein gezeigt wurde.[41] Orythia hebt flehend-klagend Hände und Arme empor, während sie von Boreas durch die Wolken getragen wird. Boreas ist lediglich mit einem Lendentuch bekleidet. In den Wolken über Orythia sind zwei pausbäckige Wolkengesichter zu erkennen, die Winde darstellen. Das Gemälde wurde 1868 ausgebaut und restauriert.

Die vier Jahreszeiten

Die vier Jahreszeiten werden durch verschiedene Speisen und Pflanzen dargestellt. Für das Frühjahr stehen Blumen, für den Sommer Kornähren und Gemüse, für den Herbst Weintrauben und anderes Obst, für den Winter Fleischgerichte und gekochtes Gemüse. Die Malerei wurde vermutlich von Anton Boten geschaffen.[34]

Schlosskapelle

Baugeschichte

Die einschiffige Kapelle im Erdgeschoss des Nordflügels des Bückeburger Schlosses wurde bereits vor 1396 erbaut.[42] Sie wird vom Schlosshof aus durch eine Tür an der Südseite betreten. An ihrer Westseite befindet sich ein Herrschaftsstand. 1562 kam das Kreuzrippengewölbe an die Decke. 1603–08 wurde sie für Graf Ernst III. zu Holstein-Schaumburg neu ausgestattet. Im Zuge der Ausstattung wurden die Fenster an der Nordseite nach unter vergrößert. Im unteren Bereich erhielt der Raum eine Wandverkleidung und hölzerne Einbauten, der obere Bereich der Wände sowie die gesamte Decke wurde ausgemalt. Die künstlerische Leitung hatten die Brüder Ebert und Jonas Wolf inne, die Malerei wurde von Johannes Hopffe zusammen mit zwölf Gesellen ausgeführt. Ende des 17. Jahrhundert wurden die Malereien unter einer neuen Dynastie reformierter Konfession übertüncht und erst im 19. Jahrhundert wiederentdeckt.

1880–88 wurde die Schlosskapelle restauriert.[5] Man legte die Malerei jedoch nicht nur frei, sondern überfasste sie komplett neu. Die Kanzelrückwand hinter dem Altar wurde ebenfalls verändert und die Fenster an der Nordseite vergrößerte man, abgesehen von dem Fenster im Chor, nach unten. So geht der gegenwärtige Zustand der Kapelle auf 1886 zurück. Seit der Verlängerung des Ostflügels nach Norden 1894–97 ist das nördliche Chorfenster zudem geschlossen. Weitere Restaurierungen und Untersuchungen erfolgten im 20. und frühen 21. Jahrhundert.

Befund

Die Ausmalung vom Anfang des 17. Jahrhunderts ist nicht die erste Fassung des Raumes gewesen. Unter ihr lässt sich eine ältere gotische Malerei des 16. Jahrhunderts nachweisen, die grau und grünliche Federornamente auf zinnoberrotem Grund zeigte. Die Rippen waren steinfarbig gehalten und mit schwarzer Farbe abgesetzt.[43]

Die Neuausmalung durch Hopffe und seine Gesellen erfolgte 1603–09 mit Kaseinfarben.[43] Im Gegensatz zur heutigen Anmutung glänzte die Malerei nicht, sondern war matt und damit auch bei Kerzenschein ohne störende Reflexionen zu erkennen.

Die gegenwärtige Erscheinung der Malerei geht überwiegend auf die Restaurierung von 1880–88 zurück. Der Düsseldorfer Malerprofessor Franz Müller und sein Bruder, ein Bildhauer sowie eine große Düsseldorfer Dekorationsfirma (Gebrüder Lanio – Modelleure und Stuckateure) fassten den Raum weitgehend neu.[44] Die Kaseinfarbmalerei an den Wänden und dem Gewölbe wurde in Ölfarbe restauriert bzw., soweit erhalten, komplett überfasst und mit einem Schellacküberzug versehen. Originalsubstanz ist seitdem nicht mehr sichtbar.

Im 20. Jahrhundert wurde die Schellackschicht des späten 19. Jahrhunderts spröde und riss. 1952/53 war eine Restaurierung nötig.[45] Die Arbeiten übernahm R. Droste aus Hameln. Fehlstellen wurden mit groben Pinselstrichen übermalt und nicht retuschiert. Die Malerei in der Fensternische des Chores stammt gänzlich von 1952. Ferner erhielt die ganze Malerei einen Bienenwachsüberzug, mit dem die Malschicht gehalten werden sollte. Diese Maßnahme führte jedoch zu einer Veränderung der Farben und wirkt wie ein Gelbfilter. Ferner führt sie inzwischen zu einem speckiger Glanz.

Auch die Ausstattung der Kapelle ist nicht im Original überkommen, sondern 1880–88 verändert worden. Damals wurden die Fenster an der Nordwand bis auf das Chorfenster, das 1894–97 zugemauert wurde, nach unten verlängert. Der Chorbereich wurde neu gestaltet und der bis dahin hier gelegene Stand sowie die Sakristei darunter für eine neue große Orgel entfernt. „Aus den Dekorationsstücken der alten Einheiten setzten die Brüder Müller die […] dreiseitig gebrochene Kanzelwand zusammen“, so Habich.[46] Die Rekonstruktion der Altar- bzw. Kanzelwand wird jedoch Baurat Richard zugeschrieben. Bis 1885 entstand sie neu und hat nur wenig mit dem Original gemein.[47]

Die historischen Lichtverhältnisse sind nicht mehr zu erleben. Die ehemaligen Maßwerkfenster der Kapelle sowie die alte Verglasung fehlen heute.[48] Mit der Vergrößerung der Fenster und der Zusetzung des Fensters im Chor Ende des 19. Jahrhunderts wurde die natürliche Erleuchtung des Raums nachhaltig verändert. Ehemals war der Raum bei weitem dunkler und das Licht wohl zumindest partiell farbig.[49]

Künstler

Im September 1603 schloss Graf Ernst III. mit Ebert Wolf d. J. und seinem Bruder Jonas einzelne Verträge über die Kapellenausstattung.[50] Die beiden Bildhauer hatten die künstlerische Leitung inne. Ebert war für den Herrschaftsstand und den Chorbereich zuständig, Jonas für den Rest der Holzarbeiten. Für die Malerei wurde Johannes Hopffe verpflichtet, der die Kapelle zusammen mit zwölf Gesellen ausmalte.[51] Der Marmor für den rotweißen Boden wurde 1709 von Nosseni (der das Monopol hatte) aus Dresden geliefert.[52] Bereits Ende 1606 beauftragte Graf Ernst III. den kaiserlichen Hofmaler Joseph Heintz d. Ä. mit einem Gemälde des Jüngsten Gerichts für die Westwand der Kapelle. Das Gemälde war 1609 beim Tod von Heintz noch nicht ausgeliefert und verblieb in Prag, wo es noch heute in den Sammlungen präsentiert wird.[53] Ernst III. beauftragte daraufhin Christoph Gärtner mit einem Gemälde, das Ernst III. aber nicht gefiel. Es wurde Hans Rottenhammer beauftragt, der aber nicht lieferte. Das Bild Gärtners ist sich bis heute an der Wand in die Vertäfelung eingelassen.[54]

Beschreibung

Die Schlosskapelle nimmt den größten Teil des Erdgeschosses vom Nordflügel ein. Im Osten schließt sie an den alten Wohnturm an, im Westen befindet sich ein erhöhter Herrschaftsstand. Der annähernd rechteckige Kapellenraum[55] misst 18,75 Meter in der Länge und ist an der Ostwand 7,90 Meter breit, an der Westwand aber 8,10 Meter. Die Höhe misst etwa 7,00 Meter. Das Kreuzrippengewölbe unterteilt den Raum prinzipiell in vier Joche. Die Rippen gehen von Wandkonsolen aus. Gurt- und Diagonalrippen sind in etwa gleich stark. Die seitlichen Gewölbekappen gehen unmittelbar in die Wand über. Der Chor ist um drei Stufen erhöht und wird von einem breiten Gurtbogen auf Wandvorlagen vom Schiff getrennt. Das Chorjoch ist größer als die anderen Joche. Die Malerei und Ausstattung nimmt auf diese architektonische Raumgliederung kaum Bezug und fasst den Raum als Einheit auf. Der untere Bereich der Wände ist mit einer zweizonigen Vertäfelung aus der Zeit Ernsts III. versehen[56] und nimmt ebenfalls nur bedingt Bezug auf die Joche. Ihre Gestaltung ist formal an Vorlagen von Wendel Dietterlin orientiert, denen sie teilweise detailgetreu folgen. Vor der Nord-, West- und Südwand sind Kirchenbänke angebracht. Das Kirchenschiff nimmt weitere Bankreihen auf. Alle strukturellen Teile sind aus Eichen oder Tannenholz mit marmorfarbener Fassung. Die Rahmenformen stellen weißen Marmor dar, der graublau und rot geädert ist. Die Füllungen wirken wie roter Marmor. Die Kapelle ist mit reichem Skulpturenschmuck versehen, überwiegend Engeln. Die Skulpturen sind aus Lindenholz gearbeitet und mit Blattgold belegt, zahlreiche Ornamente ebenfalls vergoldet und stellenweise mit Lüsterfarben abgesetzt. Viele Vergoldungen gehen auf die Restaurierungen zurück.

Die Nordwand[57] hatte ehemals vier spitzbogige Fenster, die unter Ernst III. vergrößert und im 19. Jahrhundert nach unten um ca. ein Drittel verlängert wurden. Sie sind 1,6 bis 1,9 Meter breit. Das Chorfenster ist das breiteste und heute zugemauert. Es hat noch die ursprüngliche Höhe von 2,35 Metern. In den Fensterlaibungen werden acht Darstellung der Passion Christi gezeigt, beginnend mit dem Abendmahl im Osten im Altarbereich über das Gebet am Ölberg, die Gefangenahme, Christus vor Kaiphas, seine Geißelung, Kreuzigung und zuletzt seine Auferstehung im Westen.[58]

Die drei hochgelegenen Fenster der Südwand sind unverändert erhalten.[59] Sie sind ca. 1,17 Meter breit und ca. 2,10 Meter hoch. In ihren Laibungen werden Engel präsentiert. Über dem in der Südwand befindlichen Ausgang gibt es kein Fenster. Über ihm sind drei Putten dargestellt, von denen sich eine ängstlich der Darstellung des Jüngsten Gerichts an der Westwand zuwendet, eine glücklich nach Osten zu Altar und Kanzel schaut; eine mittlere präsentiert ein Füllhorn und eine Art Posaune.

Den Altarbereich[60] im Osten trennte eine von Messing gegossene Chorschranke vom Gemeinderaum ab. Die Ostwand wird durch die im 19. Jahrhundert neu gestaltete Altarrückwand mit zentraler Kanzel verdeckt. Der zentrale, ursprüngliche Kanzelkorb zeigt in Reliefs die Menschwerdung Christi mit der Anbetung der Hirten. Hinzu treten an den Seiten die Verkündigung sowie die Kreuzigung. Unter der Kanzel steht eine Figur, die die Religio verkörpert. Sie ist an dieser Stelle nicht ursprünglich. Die Orgel hinter der Kanzel befand sich ehemals vermutlich an der Südwand. Vor der Wand steht ein ursprünglicher Tischaltar,[61] dessen Platte von annährend lebensgroßen Engeln auf den Schultern gestützt wird. Sie präsentieren das Grabtuch Christi. In ihren freien Händen halten Sie Fackeln.

Die vertäfelte Westwand[62] präsentiert im oberen Bereich hinter einer Serliana den Herrschaftstand des Grafen. Im unteren Wandfeld ist in der Mitte ein Gemälde des Jüngsten Gerichts von Joseph Hentz d. Ä. eingelassen. Zu seinen Seiten befinden sich Reliefs von Jonas Wolf, die die Auferweckung des Lazarus bzw. die Vision des Hesekiel darstellen. Über dem Jüngsten Gericht steht die Skulptur eines Posaune blasenden Engels. Der Stand selbst wird von Skulpturen der Mäßigkeit (Termerantia) und Weisheit (Prudentia) sowie den gräflichen Wappen begleitet.

Der Raum des Herrschaftsstandes[63] an der Westseite ist oberhalb der Wandverkleidung gelegen und geht wohl bereits auf die Erbauungszeit der Kapelle zurück. Sein Gewölbe erhielt er vermutlich erst im 16. Jahrhundert. Damals wurde wohl auch die Verbindung zum Kirchenraum hergestellt. Der Stand ist vom ersten Geschoss des Westflügels aus zugänglich. Es ist nicht möglich, vom Stand aus direkt in die Kapelle zu gelangen. Der Stand war ehemals mit vergoldeten Ledertapeten und einem Kamin ausgestattet. Hier standen venezianische Stühle, ein Tisch und ein persischer Fußteppich. An den Wänden hingen Gemälde. Die Decke präsentiert das gräfliche Wappen.

Heute nicht mehr erhalten sind die fünf mobilen Gemälde, die an den Wänden der Kapelle angebracht waren. Zu ihnen gehörten die Darstellung eines Heiligen und die Marias. Auch drei Werke Hans Rottenhammers sollen unter den Gemälden gewesen sein. Sie hingen vermutlich alle an der Südwand.[52]

Die Decke ist wie die Wand mit Groteskendarstellungen auf schwarz-dunklem Grund überzogen, zwischen die zahlreiche Gegenstände platziert sind. Wichtig sind im Chorbereich vier Engelspaare, die Gesetzestafeln und ein Flammenschwert präsentieren, Schwert und Wage sowie das Buch, in dem die Guten Werke verzeichnet sind, Lamm sowie Gnadenlilie und Siegespalme und zuletzt Gnadenlilie und „Rhetorrolle“ sowie Kelch und Hostie.[64] Die Decke des Gemeindebereichs gleicht scheinbar der des Altarbereichs, doch präsentieren hier einzelne Engel die Leidenswerkzeuge Christi. Im Joch vor dem Altar sind es Geldbeutel und Strick des Judas, die Martersäule und die Fesseln, das Schwert Petri und das Ohr des Malchus sowie Geißel und Rute. Im mittleren Joch werden Wasserkanne und Waschbecken des Pilatus, das Kreuz und Leidenswerkzeuge mit Geißelsäule, der Lanze und dem Essigschwamm, sowie Palme und Dornenkrone präsentiert. Im Joch vor dem Herrschaftsstand ändert sich das Programm. Zu zwei Engeln mit Salbgefäß sowie Schwamm und Becken zur Waschung des Leichnams Christi treten die formal wie Engel gestalteten Personifikationen von Fides und Veritas, die auf den Herrschaftsstand an der Westwand der Kapelle zu beziehen sind.[65]

Programm

Alles in allem handelt die Ausstattung der Bückeburger Schlosskirche vom Opfertod Christi und dessen Folgen für die Menschen.[66] Das christliche Heilsgeschehen ist im protestantischen Sinne auf Christus konzentriert. Zum Gesetz ist die Gnade getreten, auf die Auferstehung Gottes folgt das Jüngste Gericht, vor dem der Gläubige bestehen kann. Bemerkenswert ist die große Anzahl an Engeln – nicht nur im Deckengemälde, auch als Skulptur. Engel sind nach lutherischer Auffassung Helfer der Gemeinde und daher wichtig. Sie stehen für obrigkeitliche Ordnung. Trotz des einheitlichen Raumeindrucks können verschiedene Bereiche funktional und davon abhängig auch inhaltlich unterschieden werden. Im Westen befindet sich der Herrschaftsstand des Grafen Ernst und seiner Gemahlin, im Osten der Altarbereich. Dazwischen ist der Gemeinderaum angeordnet.

Der Altarbereich[67] verweist in seiner Gesamtheit auf die Rechtfertigung vor Gott, die Erlösung der Menschheit durch den Opfertod Christi. An prominentester Stelle wird als Beweisstück das Grabtuch durch die Engel präsentiert. Was an der Decke in Bildern erklärt wird, erfährt die Gemeinde während der Predigt von der Kanzel. Die Gnade und die Opferung stehen im Vordergrund.

Die Decke des Gemeindebereichs[68] gleicht scheinbar der des Altarbereichs, doch finden sich inhaltliche Unterschiede. Hier präsentieren Engel die Leidenswerkzeuge Christi. Sie sind damit auf den Opfertod des Erlösers zu beziehen. Hierzu gehört inhaltlich auch der Passionszyklus in den Fensterlaibungen der Nordseite, der ebenfalls für den Opfertod Christi steht. Passenderweise ist die Abendmahlsszene beim Altar im Osten und die Auferstehung beim Gemälde des Jüngsten Gerichts und dem Herrschaftsstand im Westen dargestellt. Ferner werden an der Decke die Symbole des Glaubens – Kreuz und Buch – sowie der Wahrheit – Spiegel, Schleider, entblößte Brust – im Joch vor dem Herrschaftsstand als Beweisstücke der Leiden und des Sieges Christi gezeigt. Ein Spaten verweist auf die Begegnung mit Christus als Gärtner am Ostermorgen mit Maria Magdalena. Thema des Gemeinderaums ist eindeutig der Opfertod Christi. Leiden und Auferstehung Christi sind dabei als Gnadenzeichen Gottes zu verstehen.

Die Personifikationen von Fides und Veritas im westlichen Deckenjoch sind bereits auf den Herrschaftsstand in der Westwand[69] zu beziehen. Die Selbstdarstellung des Grafen ist dabei ausgesprochen selbstbewusst. Der steht im wörtlichen Sinne über dem Jüngsten Gericht. Dessen Darstellung wendet sich nur an die Untertanen, nicht an den standesbewussten Ernst III., der in einem Stand sein Wappen anbringen ließ. Unter seinem Stand wird das Jüngste Gericht gezeigt. Aber die Gerichtsposaune über dem Gemälde wendet sich an die Gemeinde, nicht an den Grafen, er erscheint geradezu als Richter, dem Klugheit (Prudentia) und Selbstbeherrschung (Temperantia) zu Eigen sind. Auch die Wappen des Grafen und seiner Frau neben dem Herrschaftsstand wenden sich an die Gemeinde.

Dass sich die Gemeinde trotz des Opfertodes Christi zum rechten Glauben bekennen muss, wenn sie Erlösung erlangen will, wird ihr noch einmal beim Verlassen der Kapelle verdeutlicht. Dafür stehen drei Putten über dem Ausgang. Zwei zeigen Möglichkeiten der Bekehrung zu Gott auf. Der dritte Putto steht für das Gebet zu Gott.[70]

Vorlagen und Vergleiche

Für einzelne Figuren und Szenen an der Decke lassen sich zahlreiche graphische Vorlagen nachweisen, wie Habich bereits 1969 dargelegt hat.[71]

Die Architektur der Kanzelempore ist aus Dietterlins „Architectura“ fol. 72 und fol. 195 kompiliert. Das Gerüst ist gemäß Habich die komposite Türeinfassung von fol. 195. Statt des Türrahmens sei zwischen die Pilaster das Mittelstück des Dorischen Portals fol. 72 gesetzt.[72] Auch die gemalte Gestaltung über der Bekrönung über der Ausgangstür ist laut Habich auf eine Vorlage aus Dietterlins Architectura (fol. 189) zurückzuführen.[73]

Für Ornamentik an Wand und Decke nimmt Habich zumindest teilweise Vorlagen an, ohne aber konkrete Beispiele anzuführen.[74] Ihm ist zu folgen. Für einzelne Grotesken lassen sich Vorbilder bestimmen, etwa bei Nicolaus de Bruyn sowie Theodor de Bry.[74]

Die Engel an der Decke folgen eindeutig bestimmbaren Vorlagen.[74] Auch die Darstellungen des Passionszyklusses in den Fensterlaibungen der Nordwand sollen nach Habich meist Kompilationen aus mehreren Stichen sein.

Südwand der Bückeburger Schlosskapelle

Die Wand

Die Südwand in der Bückeburger Schlosskapelle ist zweigeilt.[75] Der untere Bereich nimmt eine Vertäfelung von Jonas Wolf auf, der obere eine Malerei von Johannes Hopffe. Die künstlerische Leitung für den gesamten Kapellenraum hatte Wolf zusammen mit seinem Bruder Ebert inne. Der Bereich der Vertäfelung ist zweizonig gestaltet und folgt formal Vorlagen von Wendel Dietterlin. Die Rahmenformen stellen weißen Marmor dar, der graublau und rot geädert ist. Die Füllungen wirken wie roter Marmor. Im unteren Bereich befindet sich eine Kirchenbank. Im oberen Bereich der Malerei befinden sich drei Fenster, die auf die Joche Bezug nehmen. Zum mittleren Joch des Gemeinderaums gehört kein Fenster – hier befindet sich die Ausgangstür, die leicht aus der Achse nach Osten verschoben ist. Sie misst 1,62 auf auf 2,75 Meter.

Die Malerei

Die Malerei[76] von Hopffe nimmt keinen Bezug auf die Holzeinbauten, vielmehr trennt ein gemalter steingrauer, gesimsartiger Streifen beide voneinander. Die Malerei geht aber ohne Abgrenzung in die Fensternischen sowie die Decke über. Sie präsentiert ornamentartig Grotesken und florale Elemente sowie Roll- und Knorpelwerk auf schwarz-dunklem Grund. Zwischen diese sind Figuren, Früchte, Gegenstände und Symbole sowie Kartuschen und andere Gegenstände gemalt. Trotz der Gedrängtheit der Darstellung gibt es kaum Überschneidungen. In den Fensterlaibungen ist eine den Wände vergleichbare Gestaltung zu sehen, in den Stürzen erkennt man Kartuschen, aus denen perspektivisch Frucht und Blüten von Kürbissen heraushängen. Über den Ausgang ist ein architektonischer Aufsatz gemalt. Auf diesem sitzen drei Putten. Sie ermahnen die Gemeinde beim Verlassen der Kapelle, beim rechten Glauben zu bleiben. Der rechte Putto blickt mit angstverzerrtem Gesicht und Tränentuch in Furcht auf das Jüngste Gericht an der Westwand. Er ist voll Reue. Doch kann ihm nicht wirklich etwas zustoßen, da er ein Kreuz mit der Aufschrift „Religio Christiana“ geschultert hat. Der linke Putto schaut freudig zum Altar. Er hat die Liebe Gottes erkannt. In der einen Hand hält er die Symbole des Abendmahls, in der anderen eine Schlange – das Attribut der Klugheit. Zu jedem Putto gehört eine Inschrift. Sie kennzeichnen sie als „Allegorien“ des „TIMOR DEI“ rechts und der „SAPIENTIA DEI“ links. Beide Putten zeigen Möglichkeiten der Bekehrung zu Gott auf. So soll man seine Sünden bereuen, aber nicht in Verzweiflung versinken, sondern an die Gnade Gottes glauben. Zeugnis der Gnadensverheißung ist das Abendmahl. Der dritte Putto sitzt in der Mitte im Giebel und hat keine Beischrift. Er hat aber beschriftete Symbole. Zum einen hält er ein Füllhorn, aus dem Gaben und Früchte quellen, das ein Band mit der Inschrift „PRECES DEI“ umschlingt. Er bläst auch in eine Art Posaune, aus deren Schallöffnung ein Ei mit Aufschrift „VERITAS“ fällt. Dieser dritte Putto steht für das Gebet zu Gott, welches Bitte (Füllhorn) und Dank (Posaune) zugleich sein soll.

Nordwand der Bückeburger Schlosskapelle

Die Wand

Die Nordwand[77] der Kapelle in Schloss Bückeburg wird von vier spitzbogigen Fenstern von 1,6–1,9 m Breite gegliedert. Das zugemauerte östliche Chorfenster ist das breiteste. In ihrer ursprünglichen Höhe betrugen die Fenster ca. 2,35 Meter, im Gemeinderaum ist der Schlag unter den Fenstern Ende des 19. Jahrhunderts bei einer Vergrößerung um rund ein Drittel der Fenster zugeschlagen worden. Der untere Bereich der Wände ist mit einer zweizonigen Vertäfelung von Jonas Wolf versehen. Er hatte zusammen mit seinem Bruder Ebert die künstlerische Gesamtleitung für die Kapelle inne. Die Vertäfelung ist formal an Vorlagen von Wendel Dietterlin orientiert, denen sie teilweise detailgetreu folgt. Vor der Wand sind Kirchenbänke angebracht. Den oberen Bereich nehmen die Fenster sowie Malereien von Johannes Hopffe ein.

Die Malerei

Die Malerei[78] von Hopffe nimmt keinen Bezug auf die Holzeinbauten, vielmehr trennt ein gemalter steingrauer, gesimsartiger Streifen beide voneinander. Er zieht sich durch die Laibung der Fenster fort. Die Malerei geht aber ohne Abgrenzung in die Fensternischen sowie die Decke über. Sie präsentiert ornamentartig Grotesken und florale Elemente sowie Roll- und Knorpelwerk auf schwarz-dunklem Grund. Zwischen diese sind Figuren, Früchte, Gegenstände und Symbole sowie Kartuschen und andere Gegenstände gemalt. Trotz der Gedrängtheit der Darstellung gibt es kaum Überschneidungen. Die Fenster werden von einem gemalten Metallbeschlag hervorgehoben. In den Laibungen befindet sich ein achtteiliger Passionszyklus. Er zeigt von Ost nach West das Letzte Abendmahl, das Gebet am Ölberg, die Gefangennahme Christi, Christus vor Kaiphas, die Geißelung Christi, die Kreuzigung Christi, die Grablegung Christi sowie Christi Auferstehung. In den Stürzen befinden sich Kartuschen, aus denen perspektivisch Frucht und Blüten eines Kürbis heraushängen. Die Malerei in den Fensterlaibungen nimmt Bezug auf die realen Lichtverhältnisse. Sonst gibt es im Kapellenraum keine gemalte Lichtführung.

Die Passion Christi

Beschreibung

In den Fensterlaibungen der vier Fenster der Nordwand der Kapelle von Schloss Bückeburg werden acht Szenen der Passion Christi in Gemälden von Johannes Hopffe gezeigt.[58] Es sind von Ost nach West das Letzte Abendmahl, das Gebet am Ölberg, die Gefangenahme Christ, Christus vor Kaiphas, Christi Geißelung, seine Kreuzigung, seine Grablegung und zuletzt seine Auferstehung im Westen. Die Darstellungen werden in gemalten Rollwerkrahmen präsentiert. Das Abendmahl ist sinnfällig im Osten beim Altar und die Auferstehung im Westen, wo sie auf das Jüngste Gericht an der Westwand verweist. Zugleich steht der Passionszyklus im Zusammenhang mit der Malerei an der Decke, wo Engel die Leidenswerkzeuge Christi präsentieren. Der gegenwärtige Ausdruck der Figuren ist den Restaurierungen anzulasten.

Vorlagen und Vergleiche

Die Passionsdarstellungen hat Hopffe aus verschiedenen Stichen und Zusammenhängen kompiliert, wie Habich bereits 1969 dargelegt hat.[79] Das Abendmahl geht demnach auf einen Stich von Crispijn de Passe (nach Jodocus de Winghe) zurück, ist aber in einigen Zügen abgewandelt und auf das Geschehen reduziert.[80] In der Szene des Christus vor Kaiphas sollen der Hohe Priester, der sich das Gewand zerreißt sowie Fackeln und Löwenköpfe am Thron nach einem Stich von Hendrik Goltzius aus einer Passionsfolge von 1596/99 stammen.[81] Die Darstellung des Christus vor dem Hohen Priester folgt einem Stich aus einer Serie des Lebens Christi von Adariean Collaert (nach Marten de Voß).[82]

Das Kompositionsgerüst für die Ecce-Homo- und Geißelungs-Darstellung folgt gemäß Habich einem Stich von Johann Sadeler (nach Marten de Voß)[83]. Die in der Vorlage vorhandene linke Vordergrundgruppe wurde allerdings durch die Geißelszene ersetzt. Die Figuren dieser Szene sind verschiedenen Stichen entnommen. Christus und der Knecht, der seine Fußfesseln anzieht, sind der „Fesselung des hl. Sebastian“ von Egid Sadeler (nach Jacob Palma d. J.) entnommen, der linke zuschlagende Knecht entstammt einer Geißelung von Egid Sadeler (nach Guiseppe Cesari, gen. d’Arpino). Der Knecht rechts im Vordergrund ist einer weiteren Geißelung Egid Sadelers (nach Jakob Palma d. J.) entnommen. Der Soldat mit der erhobenen Geißel schließlich hat sein Vorbild in Blatt Nr. 5 der Folge „Praecipua Passionis D. N. IESU CHRISTI mysteria“ von Christoph Schwarz, gestochen von Johann Sadeler.[84]

In der Kreuzigungsszene entstammen die Frauengruppe um Maria Magdalena am Kreuz sowie die Reiter und Soldaten rechts im Hintergrund einem Stich von Egidius Sadeler (nach Christoph Schwarz).[85] Ebenfalls einem Stich von Egidius Sadeler (nach Joseph Heintz) folgt die Grablegung, die aber dem Format in Bückeburg angepasst und daher an den Seiten erweitert und unten beschnitten wurde.[85] Die Auferstehung hat ihr Vorbild in einem Stich von Raphael Sadeler (nach Hans von Aachen), ist aber durch Soldaten aus anderen Stichen erweitert.[85] Für Christus am Ölberg und die Gefangennahme Christi vermutete Habich ebenfalls Stichvorlagen, ohne bestimmte gefunden zu haben.[85]

Die Westwand der Kapelle von Schloss Bückeburg

Beschreibung

Die Westwand der Kapelle von Schloss Bückeburg ist mit einer Vertäfelung von Ebert Wolf versehen. Die Wand ist horizontal in vier Zonen gegliedert. Der untere Bereich gehört zum Bereich der Gemeinde. Die zweizonige Vertäfelung gleicht der Nord- und Südwand.[86] Ihre Gestaltung ist formal an Vorlagen von Wendel Dietterlin orientiert, denen sie teilweise detailgetreu folgt. Vor der Wand ist eine Kirchenbank angebracht. Die Rahmenformen stellen weißen Marmor dar, der graublau und rot geädert ist. Die Füllungen wirken wie roter Marmor.

Ganz oben befindet sich der Herrschaftsstand, unten über dem Gemeindebereich eine Darstellung des Jüngsten Gerichts von Christoph Gärtner. Zu beiden Seiten befindet sich je eine Kartusche mit einem erläuternden Bibelzitat: Links: „Komet her, Ihr Gesegneten meines Vatters ererbet das Reich, das Euch bereitet ist Von anbeginn der Weldtt“. Rechts Matt. 25. „Gehet hin von Mir, Ihr Verfluchten, in das Ewige Feuer, das bereitet ist dem Teuffel und seinen Engeln!“ Zwischen Kartuschen und Gemälde befinden sich geschnitzte Dämonenweibchen. Sie gehören zu den Verdammten.

Zwischen Jüngstem Gericht und Herrschaftsstand vermittelt eine geflügelte Figur mit Posaune. Auf das Jüngste Gericht bezogen handelt es sich um einen Posaunenengel, auf den Herrschaftsstand bezogen um Fama. Diese also ambivalent zu verstehende Skulptur wird von zwei Reliefs von Wolf flankiert: links von einer Szene aus dem Alten Testament, der Auferweckung Israels nach einer Vision des Hesekiel und rechts der Erweckung des Lazarus aus dem Neuen Testament. Damit gehört die Figur eher in den Auferstehungszusammenhang des Jüngsten Gerichts. Ganz außen befindet sich auch in dieser Ebene jeweils eine Textkartusche. Sie zitieren die Bibel (Hesekiel 37 links und Johannes 2 recht).

Der Herrschaftsstand öffnet sich mit einer Serliana zum Kapellenraum. Zwischen den drei Öffnungen stehen die Figuren zweier Herrschertugenden: Temperantia (Mäßigung) und Prudentia (Klugheit). Auf wen diese Tugenden zu beziehen sind, verdeutlichen zwei Engel rechts und links des Standes, von denen der rechte das Wappen Graf Ernsts III. und der linke das seiner Frau hält. Im Herrschaftsstand selbst verweist den Grafen ein Wappen an der Decke auf seine hohe Herkunft, die ihn über die anderen Gemeindemitglieder nicht nur räumlich hinaushebt.

Die Gruppe von Jüngstem Gericht, Auferweckung des Lazarus, der Vision des Hesekiel und dem Posaunenengel steht für die Heilserwartung der Gläubigen, kann das Jüngste Gericht doch als Abschluss der Heilsgeschichte und Ziel eines jeden Christen verstanden werden. Im Zusammenhang mit dem Herrschaftsstand kann man vermuten, dass sich der Graf auch als letztinstanzlicher Richter verstand, auf den das Leben seiner Untertanen ausgerichtet sein sollte.

Das Jüngste Gericht

Entstehungsgeschichte

In die Vertäfelung der Westwand der Kapelle von Schloss Bückeburg ist ein Gemälde des Jüngsten Gerichts eingelassen.[87] Es stammt von Christoph Gärtner, der für das 1610 beauftragte Bild 200 Taler erhielt. Ehemals sollte hier ein Gemälde von Joseph Heintz d. Ä. platziert werden, das Ernst III. Graf zu Holstein-Schaumburg 1606 in Auftrag gegeben hatte. Das bereits angezahlte Gemälde wurde aber nie geliefert, sondern nach dem Tod von Heintz 1609 in Prag für die kaiserliche Sammlung Rudolfs II. sichergestellt und befindet sich noch heute in der Galerie der Prager Burg.[88] Das Ersatzgemälde von Heintz gefiel Graf Ernst III. jedoch nicht und er beauftragte einen Ersatz bei Hans Rottenhammer. 1615 wurde Hans Rottenhammer beauftragt, der aber nie lieferte. Das fertige Bild gab er auch nicht heraus, da er es beliehen hatte. Der Graf erhielt weder sein Geld zurück, noch das Gemälde. Eventuell beauftragte Ernst III. daraufhin den bei Rottenhammer ausgebildeten Anton Boten mit einer weiteren Version oder das Bild Botens war als Übergangslösung vorgesehen, ehe das Gemälde von Heintz vollendet war. Jedenfalls gibt es ein Gemälde Botens in passendem Format, das sich heute im Haupttreppenhaus von Schloss Bückeburg befindet.[89]

Beschreibung und Ikonographie

Das Gemälde Gärtners ist eine figurenreiche, kleinteilige Komposition.[90] Es wird von einer dunklen Wolkenbank zusammengefasst, die von der einen oberen Bildecke zur anderen reicht und in der Mitte nieder sinkt. Über ihr thront Christus als Weltenrichter mit ausgebreiteten Armen in einer Lichtaura. Zu seiner linken kniet Maria, zu seiner rechten Johannes, um ihn herum sind die Seligen versammelt, über ihm präsentieren Engel seine Leidenswerkzeuge. Unter den Wolken sind die Auferstehenden zu sehen, direkt unter Christus erkennt man den Erzengel Michael mit Schwert und Gnadenlilie. Er wird von zwei Engeln begleitet, die die offenen Bücher des Lebens und des Todes präsentieren, sowie weiteren Engeln, die Posaune blasen. Im unteren Bildteil erstehen die Toten aus ihren Gräbern auf, links gelangen die Seligen in den Himmel, rechts die Verdammten in die Hölle. Auf beiden Seiten reichen Blicke in die Tiefe des Bildraumes. Formales Gegenstück ist eine Gruppe von Männern in der Mitte am vorderen Bildrand.

Vorlagen und Vergleiche

Das Zentrum des Bildes geht auf einen Stich von Johann Sadeler zurück. Geändert wurde – nach Habich aus theologischen Gründen – die Stellung Marias, die im Stich Christus zugeordnet ist. Neu aufgenommen wurde Michael mit der ihn umgebenden Engelsgruppe, ebenso die Männergruppe am vorderen Bildrand. Die Seligen und Verdammten entstammen weiteren Stichvorlagen, etwa von Hendrik Goltziaus und Johann Sadeler nach Motiven von Christoph Schwarz und Johann Stradanus und das große Boot des Charon und einige Gruppen der Verdammten nach einem Stich von Michelangelos Jüngstem Gericht in der Sixtina.[91]

Eine Betrachtung des Gemäldes von Joseph Heintz d. Ä. mag erklären, was Ernst III. an Gärtners Werk missfiel. Die Komposition bei Heintz ist großzügiger, das Personal reduziert und die Farbpalette bei weitem heller.[92] Auch die Entwürfe Rottenhammers sehen eine großzügigere Komposition vor. Im Zentrum der konzentrischen Komposition sitzt der Weltenrichter in einer Glorie auf dem Regenbogen, begleitete von Maria und Johannes. Rechts und links über ihm präsentieren Engel seine Leidenswerkzeuge, zu den Seiten die Seligen. Unten steigen die Toten aus ihren Gräbern, geweckt von zwei Engeln, die Posaunen blasen. Vorbild dürfte Tintorettos Paradies in der Sala des Gran Consiglio des Dogenpalastes in Venedig gewesen sein.[93]

Das Gemälde von Anton Bote ist stark flächig gehalten. Die einzelnen Bereiche wie Weltenrichter, Selige, Engel und Auferstehende sind additiv zusammengefügt, ohne in Beziehung zueinander zu treten.[87]

Die Decke der Bückeburger Schlosskapelle

Beschreibung

Die Decke[94] ist mit einem Kreuzrippengewölbe versehen. Drei annährend gleich große Joche bilden den Gemeinderaum. Ein viertes Joch bildet den Chor bzw. Altarbereich. Es ist durch einen Gurtbogen von den anderen Jochen geschieden. Die Decke ist trotz Rippen und Gurtbogen einheitlich gestaltet. Auf schwarz-dunklem Grund wird eine üppige Ornamentik mit Grotesken und Pflanzenranken ausgebreitet. Ranken und Blüten gehen teilweise in Roll- und Knorpelwerk über. Glanzlichter kennzeichnen sie als Metall. Zahlreiche Gegenstände, Symbole, Figuren, geflügelte Engelsköpfe und Personen unterschiedlicher Größe werden zudem präsentiert. In den Gewölbekappen steigen die Ornamente in etwa axialsymmetrisch auf. Trotz der Gedrängtheit gibt es kaum Überschneidungen. Hauptfiguren sind große Engelsdarstellungen in den einzelnen Gewölbefeldern. Sie schweben gleichsam unter der Decke bzw. über den im Ornament dargestellten Gegenständen, sofern sie diese nicht selbst präsentieren. Die Verräumlichung ist jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt und nimmt tendenziell nach Westen hin zu.

Das Gewölbe über dem Altar ist Gesetz und Gnade sowie Gericht und den Heilsmitteln der Kirche verpflichtet, also dem Alten und Neuen Testament sowie dem Jüngsten Gericht und der Erlösung. In den vier Gewölbekappen sind jeweils Engelspaare zu sehen. In der östlichen Kappe wird das Gesetz dargestellt: Ein Engel schreibt die Gesetzestafeln des Mose, auf die Folgen der Übertretung des Gesetzes und Mahnung an den Sündenfall verweist ein weiterer mit dem Flammenschwert. Auf die Gesetzesübertretung folgt das Gericht. Hierfür steht in der nördlichen Kappe ein Engel mit Schwert und Wage, der somit auf das Jüngste Gericht verweist. Ein weiterer Engel hält ihm das Buch vor, in dem die Guten Werke verzeichnet sind. Auf den Sündenfall, der mit dem Gesetz des Alten Testaments verbunden wurde, folgt jedoch die Gnade des Neuen Testaments. Hier sitzt ein Engel, der auf das Lamm und damit den Opfertod Christi verweist. Ein zweiter Engel hält Gnadenlilie und Siegespalme. Beide Paare zusammen illustrieren den lutherischen Kernsatz „Sola fide“, so kann der Mensch mithilfe des Glaubens gerecht vor Gott werden. Und um von dieser Gnade zu erfahren, benötigt der Mensch die Heilsmittel der Kirche. Diese sind über dem Altar an der Westseite – also zur Gemeinde hin – zu sehen. Engel tragen Gnadenlilie sowie Gesetzesstab und Rhetorrolle (Predigt) sowie Kelch und Hostie (Abendmahl). Hinzu kommen weitere Symbole der Aufopferung und Nächstenliebe wie Schwäne, die sich gleich Pelikanen die Brust aufschlitzen – der Schwan steht für Luther.

Die Decke des Gemeindebereichs gleicht scheinbar der des Altarbereichs, doch finden sich formale und vor allem inhaltliche Unterschiede. So gibt es keine Engelspaare, sondern einzelne Engel. Diese präsentieren die Leidenswerkzeuge Christi. Sie sind damit auf den Opfertod des Erlösers zu beziehen. Im Joch vor dem Altar präsentieren Engel den Geldbeutel und Strick des Judas, die Martersäule und die Fesseln, das Schwert Petri und das Ohr des Malchus sowie Geißel und Rute. Im Mittleren sehen wir Engel mit Wasserkanne und Waschbecken des Pilatus, das Kreuz und Leidenswerkzeuge mit Geißelsäule, der Lanze und dem Essigschwamm sowie Palme und Dornenkrone. Im Westlichen Joch vor Herrschaftsstand und Jüngstem Gericht werden das Salbgefäß, die Personifkation der Treue (Fides), der Schwamm mit dem Becken zur Waschung des Leichnams und die Personifikation der Wahrheit (Veritas) gezeigt. So fällt das letzte Joch wegen der beiden Personifikationen etwas aus dem Rahmen.

Vorlagen und Vergleiche

Die Engel an der Decke folgen laut Habich 1969 eindeutig bestimmbaren Vorlagen.[74] Der Engel mit Waage und Schwert im Chorjoch folgte Crispin de Passe (nach H. Wägmann).[74] Der Engel mit den Symbolen der Eucharistie und Rhetorrolle im Chorjoch folgt Johann Sadeler (nach Antonio Maria Viani).[74] Der Engel mit Palmenzweig und Lilie – ebenfalls im Chorjoch – folgt Johann Sadelers Martyrium der Hl. Ursula (nach Peter Candid).[74] Der Engel mit Fackel im östlichen Joch des Gemeinderaums folgt Egid Sadeler (nach Bartholomäus Spranger) und hat eine Fama zum Vorbild,[95] der Engel mit Rute folgt Adrian Collaert (nach Hendrik Goltzius) Verkündigung an die Hirten.[96] Im mittleren Joch des Gemeinderaums folgt der Engel mit Kreuz in der südlichen Kappe einem Vorbild aus der Stichserie „die Versprechungen der Bibel“ von Adrian Collaert – ein Engel verheißt Joseph die Geburt Christi.[97] Der Engel im westlichen Feld mit Dornenkrone folgt der linken Vorderfigur in einem Stich von Crispijn de Passe (nach Abraham Bloemaert) mit der Verkündigung an die Hirten.[98] Im westlichen Joch folgt der Engel mit Salbgefäß einem Stich von Johann Sadeler (nach Marten de Vos) „Imago Bonitatis Illius“,[97] der Engel vor der Westwand einem Stich von Jacob Matham (nach Hendrik Goltzius) Blatt 5 einer Tugendserie „Fides“.[99]

Programm

Im Gemeindebereich haben alle Engel – teilweise entblößte – weibliche Brüste, was sie eher an heidnische Gottheiten erinnern lässt und den Personifikationen angleicht. Zu diesen passen auch heidnische Opfermotive wie Brand- und Fruchtoper zwischen der Ornamentik. Bereits das Thema der heidnischen Groteske ist mit der Opferung an Dionysos verbunden. Hier erfolgt eine Umdeutung auf die christliche Heilsgeschichte. Und daher ändert sich auch nichts am Bezug auf den Opfertod Christi. Demselben Thema wie die Decke ist auch ein Gemäldezyklus in den Fensterlaibungen der Nordwand verpflichtet. In acht Szenen wird die Passion Christi gezeigt, beginnend mit dem Abendmahl im Osten im Altarbereich und der Auferstehung im Westen. So ist die Passion nicht nur mit den Leidenswerkzeugen der Decke, sondern auch mit der Erzählung selbst im Gemeinderaum präsent. Hinzu kommen an der Decke die Symbole des Glaubens – Kreuz und Buch – sowie der Wahrheit – Spiegel, Schleider, entblößte Brust – im Joch vor dem Herrschaftsstand als Beweisstücke der Leiden und des Sieges Christi. Ein Spaten verweist auf die Begegnung mit Christus als Gärtner am Ostermorgen mit Maria Magdalena. Thema des Gemeinderaums ist klar der Opfertod Christi. Leiden und Auferstehung Christi sind dabei als Gnadenzeichen Gottes zu verstehen.[100]

Herkules am Scheideweg

 

In Schloss Bückeburg hat sich ein ehemaliges Deckengemälde erhalten. Es zeigt Herkules am Scheideweg.[101] Sein ursprünglicher Bestimmungsort ist unbekannt. Wegen des großen Formats erscheint eine Anbringung an der Decke als wahrscheinlich. Seit dem Schlossbrand 1732 befindet es sich im Haupttreppenhaus. Auch der Künstler ist unbekannt. Es wurden Johannes Hopffe und Christoph Gärtner vorgeschlagen. Sicher ist das Gemälde für Graf Ernst III. zu Holstein-Schaumburg im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts geschaffen worden. Der antike Bildstoff des Herkules ist zu jener Zeit sehr beliebt. In herrschaftlichen Gemächern des Schlosses gab es damals ein Herkules-Gemach mit Kammer. Es schloss sich an das Neue Gemach von Ernst III. an und es ist möglich, dass das Gemälde für dieses Gemach geschaffen wurde. Es lag ungefähr an der Stelle, wo Ost- und Südflügel aufeinandertreffen. Eventuell gehört das Gemälde zu einer Folge von sechs Gemälden, die Johannes Hopffe für die Decke eines Herrschergemachs im Ostflügel schuf.

Beschreibung und Ikonographie

Das großformatige Gemälde ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Der untere wird von großformatigen Figuren bestimmt. In der Mitte steht der nur mit einem Lendenschurz bekleidete Herkules und trifft seine Wahl. Die obere Hälfte zeigt zahlreiche kleinformatige Figuren auf Wolken – die Göttergesellschaft. Herkules hat lässig seine Keule geschultert und blickt nach links. Er wendet sich von den wollüstigen, fast nackten Tänzerinnen rechts ab und damit vom bequemen Weg. Links wird er auf den beschwerlichen Weg der Tugend geführt, eine der drei klugen Jungfrauen hat ihn am Arm gefasst, um ihn auf den rechten Weg zu ziehen. An dessen Ende erblickt man in hellem Licht einen Hain des Helikon, auf dem die Musen spielen. Der innere Entscheidungskonflikt des Herkules bildet sich auch im Götterhimmel ab. In der Mitte thront Jupiter. Von rechts nähert sich Venus, über den Lastern ist Saturn mit Sense auszumachen – das irdische Glück ist vergänglich. Links des Jupiter steht Mars. Als Pendant zu Saturn sitzt links ein Mann mit einer sich zum Kreis rollenden Schlange (Uroboros) als Sinnbild der Ewigkeit der Tugendhaftigkeit.

Vorlagen und Vergleiche

Das Bückeburger Stück folgt prinzipiell einem Gemälde von Friedrich Sustris für Herzog Maximilian I. von Bayern. Es ist mittels einer Radierung von Johann Sadeler überliefert. Im Vergleich zur Radierung Sadelers ist die Bückeburger Komposition um zahlreiche Figuren vermehrt.[102]

Bibliographie

  • Literatur:
  • Albrecht, Renaissance, 1992. – Albrecht, Thorsten: „Deutsche Renaissance“ in Schaumburg-Lippe. Historismusarchitektur in Bückeburg und Stadthagen. In: Großmann, Ulrich (Hrsg.): Renaissance der Renaissance. Ein bürgerlicher Kunststil im 19. Jahrhundert. Aufsätze (Schriften des Weserrenaissance-Museums Schloß Brake, 6). München/Berlin 1992, S. 331–350.
  • Anton, Studien, 1977. – Anton, Elisabeth: Studien zur Wand- und Deckenmalerei des 16. und 17. Jahrhunderts in protestantischen Kirchen Norddeutschlands. Diss. München 1974. München 1977.
  • Borggrefe, Bückeburg, 1994. – Borggrefe, Heiner: Die Residenz Bückeburg. Architekturgestaltung im frühneuzeitlichen Fürstenstaat (Materialien zur Kunst- und Kulturgeschichte in Nord- und Westdeutschland, 16). Marburg 1994.
  • Borggrefe, Bückeburg, 2008. – Borggrefe, Heiner: Schloss Bückeburg. Höfischer Glanz — Fürstliche Repräsentation (Kulturlandschaft Schaumburg, 13). Hannover 2008.
  • Borggrefe/Lüpkes/Konečný/Bischoff, Rottenhammer, 2007. – Borggrefe, Heiner/Lüpkes, Vera/ Konečný, Lubimir/Bischoff, Malte (Hrsg.): Hans Rottenhammer (1564–1625). Ergebnisse des in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften durchgeführten internationalen Symposiums am Weserrenaissance-Museum Schloß Brake (17.–18. Februar 2007) (Studien zur Kultur der Renaissance, 4). Marburg 2007.
  • Borggrefe u.a., Rottenhammer, 2008. – Borggrefe, Heiner u. a.: Hans Rottenhammer – begehrt – vergessen – neu entdeckt. Katalog der Ausstellung im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake. München 2008.
  • Borggrefe/von Büren, Stadthagen, 2008. – Borggrefe, Heiner/von Büren, Guido: Schloss Stadthagen. Eine Residenz der Renaissance (Kulturlandschaft Schaumburg, 15). Hannover 2008, S. 35–36.
  • Bruck, Ernst, 1917. – Bruck, Robert: Ernst zu Schaumburg. Ein kunstfördernder Fürst des siebzehnten Jahrhunderts. Berlin 1917.
  • Dobalová, Rottenhammer, 2007. – Dobalová, Sylva: Hans Rottemhammer’s Four Elements in Bückeburg. In: Borggrefe, Heiner/Lüpkes, Vera/ Konečný, Lubimir/Bischoff, Malte (Hrsg.): Hans Rottenhammer (1564–1625). Ergebnisse des in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften durchgeführten internationalen Symposiums am Weserrenaissance-Museum Schloß Brake (17.–18. Februar 2007) (Studien zur Kultur der Renaissance, 4). Marburg 2007, S. 124–138.
  • Dülberg, Ikonographie, 1991. – Dülberg, Angelica: Zur Ikonographie der profanen Wand- und Deckenmalerei vom 15. bis zum 19. Jahrhundert – ein erster Überblick. In: Grote, Rolf-Jürgen/Königfeld, Peter (Hrsg.): Raumkunst in Niedersachsen. Die Farbigkeit historischer Innenräume. Kunstgeschichte und Wohnkultur. München 1991, S. 133–156.
  • Gmelin, Hopffe, 1973. – Gmelin, Hans Georg: Der Abrahamszyklus von Johan Hopffe aus dem Schloß zu Brake. In: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 12 (1973), S. 229–248.
  • Habich, Bückeburg, 1969. – Habich, Johannes: Die künstlerische Gestaltung der Residenz Bückeburg durch Fürst Ernst (1601–1622) (Schaumburger Studien, 26). Bückeburg 1969.
  • Laß, Schlosskapellen, 2017. – Laß, Heiko: Frühe Schlosskapellen in Niedersachsen am Beispiel der Schlosskirchen in Celle und Bückeburg. Protestantische Kapellen und ihre Ausstattung aus der Zeit von 1548 bis 1618 in Niedersachsen. In: Paulus, Helmut-Eberhard/Rott, Susanne (Hrsg.): Schlosskirchen und Protestantismus. Die protestantische Schlosskirche und ihr Verhältnis zum Schlossbau (Jahrbuch der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, 20). Regensburg 2017, S. 44–54.
  • Meier, Wolf, 1926/1933. – Meier, Paul Jonas: Die Bildhauerfamilie Wolf aus Hildesheim. In: Alt-Hildesheim Heft 7, 1926, S. 12–25; Heft 12, 1933, S. 40–46.
  • Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988. – Schlichtenmaier, Harry: Studien zum Werk Hans Rottenhammers des Älteren (1564–1625). Maler und Zeichner. Mit Werkkatalog. Diss. Tübingen 1988.
  • Steinwascher, Bückeburg, 2002. – Steinwascher, Gerd: Bückeburg – eine Einführung in die Stadtgeschichte. Bückeburg 2002.
  • Wieden, Ernst, 1994. – Wieden, Helge bei der: Ein norddeutscher Renaissancefürst, Ernst zu Holstein-Schaumburg 1569–1622. Bielefeld 1994.
  • Archivalien:
  • Leupold, Bückeburg, 2015. – Leupold, C.: Bestands- und Zustandsbericht sowie statische Notsicherung an den Gewölbemalereien der Schlosskapelle in Bückeburg. Konservierungswerkstatt für Wandmalerei und Stein. Leupold und Breitner GbR. Bericht von C. Leupod Sept. 2015. In: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Foto-, Schrift- bzw. Plansammlung und Sammlung der Restaurierung, 032-4656-017-02 (2.1): Schloss Bückeburg.
  • Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Foto-, Schrift- bzw. Plansammlung und Sammlung der Restaurierung, 032-4656-017-02 (1).

Einzelnachweise

  1. Steinwascher, Bückeburg, 2002; Borggrefe, Bückeburg, 1994, S. 24–100.
  2. Borggrefe, Bückeburg, 2008; Borggrefe, Bückeburg, 1994, S. 30–33.
  3. Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 46.
  4. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 27; Borggrefe, Bückeburg, 1994, S. 34–36.
  5. 5,0 5,1 Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 28.
  6. Borggrefe, Bückeburg, 1994; Habich, Bückeburg, 1969.
  7. Borggrefe, Bückeburg, 2008; Albrecht, Renaissance, 1992.
  8. Habich, Bückeburg, 1969, S. 147–149.
  9. Leupold, Bückeburg, 2015, S. 3; Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 11–12, 17-18; Borggrefe, Bückeburg, 1994, S. 31–32; Albrecht, Renaissance, 1992, S. 336–337; Anton, Studien, 1977, S. 109–113, 202–205; Habich, Bückeburg, 1969, S. 80–135.
  10. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 15; Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 124, 126, 129; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 147.
  11. Habich, Bückeburg, 1969, S. 22–26.
  12. Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988.
  13. Borggrefe/Lüpkes/Konečný/Bischoff, Rottenhammer, 2007.
  14. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 14–16.
  15. Laß, Schlosskapellen, 2017.
  16. Wieden, Ernst, 1994; Bruck, Ernst, 1917. Vgl. ferner zu Einzelaspekten: Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 11–12, 26; Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 124–126; Habich, Bückeburg, 1969, S. 5–8.
  17. 17,0 17,1 Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 124.
  18. Borggrefe u.a., Rottenhammer, 2008; Borggrefe/Lüpkes/Konecny/Bischoff, Rottenhammer 2007; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988. Zu Hans Rottenhammer in Bückeburg vgl. ferner: Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 14–16; Habich, Bückeburg, 1969, S. 22–26.
  19. Gmelin, Hopffe, 1973.
  20. Meier, Wolf, 1926/1933.
  21. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 15; Habich, Bückeburg, 1969, S. 147–161.
  22. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 16–19; Borggrefe, Bückeburg, 1994, S. 100–114; Habich, Bückeburg, 1969, S. 153–161.
  23. Borggrefe/von Büren, Stadthagen, 2008, S. 15, 35–36; Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 15, S. 28; Albrecht, Renaissance, 1992, S. 332–333; Habich, Bückeburg, 1969, S. 147, 150.
  24. Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 143.
  25. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 15; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 146.
  26. 26,0 26,1 Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 47.
  27. Vgl. zum historischen Zustand sowie den Restaurierungen: Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 28; Albrecht, Renaissance, 1992, S. 332–333; Habich, Bückeburg, 1969, S. 147, 150.
  28. Habich, Bückeburg, 1969, S. 150.
  29. Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 129; Habich, Bückeburg, 1969, S. 151.
  30. Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 147.
  31. Habich, Bückeburg, 1969, S. 151.
  32. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 15; Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 126, 129; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 147.
  33. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 15; Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 129, 131–132; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 147; Habich, Bückeburg, 1969, S. 152.
  34. 34,0 34,1 Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 129.
  35. Borggrefe/von Büren, Stadthagen, 2008, S. 35–36; Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 132–134; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 472.
  36. Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 129, 131; Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 143–144; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 256–157; Habich, Bückeburg, 1969, S. 150.
  37. Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 129; Dülberg, Ikonographie, 1991, S 143; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 256; Habich, Bückeburg, 1969, S. 150.
  38. Borggrefe u. a., Rottenhammer; 2008, S. 176 (Katalog Nr. 85).
  39. Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 129; Dülberg, Ikonograpife, 1991, S. 143; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 256–157; Habich, Bückeburg, 1969, S. 150.
  40. Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 129; Dülberg, Ikonographie, 1991, S. 144; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 256–157.
  41. Allerdings gibt es eine Darstellung des Paares von Rubens aus dem Jahre 1615 in der Akademie der bildenden Künste in Wien, das jedoch Formal gänzlich anders aufgebaut ist. Es ist auch eine Darstellung in der Loggia di Galatea in der Villa Farnesina in Rom von Sebastiano del Piombo von 1511–12 zu nennen. Vgl. Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 130.
  42. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 11, 17–18; Anton, Studien, 1977, S. 202–203, 109–113, hier S. 112; Habich, Bückeburg, 1969, S. 86.
  43. 43,0 43,1 Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Foto-, Schrift- bzw. Plansammlung und Sammlung der Restaurierung, 032-4656-017-02 (1).
  44. Leupold, Bückeburg 2015, S. 3; Habich, Bückeburg, 1969, S. 82.
  45. Habich, Bückeburg, 1969, S. 83; Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Foto-, Schrift- bzw. Plansammlung und Sammlung der Restaurierung, 032-4656-017-02 (1).
  46. Habich, Bückeburg, 1969, S. 83.
  47. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18; Albrecht, Renaissance, 1992, S. 336–337.
  48. Habich, Bückeburg, 1969, S. 82.
  49. Habich, Bückeburg, 1969, S. 111–112.
  50. Anton, Studien, 1977, S. 109–113, hier S. 112; Habich, Bückeburg, 1969, S. 133.
  51. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 11; Habich, Bückeburg, 1969, S. 133–134.
  52. 52,0 52,1 Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18.
  53. Habich, Bückeburg, 1969, S. 135.
  54. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 18–19; Dobalová, Rottenhammer, 2007, S. 124–125.
  55. Leupold, Bückeburg, 2015; Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18; Anton, Studien, 1977, S. 202–203; Habich, Bückeburg, 1969, S. 82, 84.
  56. Anton, Studien, 1977, S. 112; Habich, Bückeburg, 1969, S. 87.
  57. Habich, Bückeburg, 1969, S. 84.
  58. 58,0 58,1 Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18; Anton, Studien, 1977, S. 110, 202–203; Habich, Bückeburg, 1969, S. 112.
  59. Habich, Bückeburg, 1969, S. 85, 118–120.
  60. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18; Anton, Studien, 1977, S.109; Habich, Bückeburg, 1969, S. 87, 97–103.
  61. Der Engelstisch-Altar ist 1,24 m hoch, die Platte misst 1,61 m x 1,13 m.
  62. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18; Habich, Bückeburg, 1969, S. 113; Bruck, Ernst, 1917, S. 46–48.
  63. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18; Habich, Bückeburg, 1969, S. 86.
  64. Anton, Studien, 1977, S. 110, 202–203; Habich, Bückeburg, 1969, S. 103, 107–108, 111, 115, 118.
  65. Borggrefe, Bückeburg. 2008, S. 17–18; Anton, Studien, 1977, S. 110, 202 f.; Habich, Bückeburg, 1969, S. 106–107, 114, 118.
  66. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18; Anton, Studien, 1977, S. 111; Habich, Bückeburg, 1969, S. 110–121.
  67. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17 f.; Anton, Studien, 1977, S. 202 f., 109–112; Habich, Bückeburg, 1969, S. 98–103, 107, 115, 118.
  68. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18; Anton, Studien, 1977, S. 110, 202 f.; Habich, Bückeburg, 1969, S. 106–107, 114, 118.
  69. Habich, Bückeburg, 1969, S. 113.
  70. Laß, Schlosskapellen, 2017, S. 52; Anton, Studien, 1977, S. 111; Habich, Bückeburg, 1969, S. 94, 119 f.
  71. Habich, Bückeburg, 1969, S. 126–132.
  72. Habich, Bückeburg, 1969, S. 126.
  73. Habich, Bückeburg, 1969, S. 126. Dietterlin, Wendel: Architectvra: Von Außtheilung, Symmetria vnd Proportion der Fünff Seulen, und aller darauß volgender Kunst Arbeit, von Fenstern, Caminen ... Nürnberg, 1598 [VD16 D 1694]. http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dietterlin1598
  74. 74,0 74,1 74,2 74,3 74,4 74,5 74,6 Habich, Bückeburg, 1969, S. 127.
  75. Anton, Studien, 1977, S. 109–113, hier S. 112; Habich, Bückeburg, 1969, S. 86–87.
  76. Laß, Schlosskapellen, 2017, S. 52; Anton, Studien, 1977, S. 111, 202–203; Habich, Bückeburg, 1969, S. 94, 108, 119–120.
  77. Anton, Studien, 1977, S. 109–113, hier S. 112; Habich, Bückeburg, 1969, S. 84–87.
  78. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18; Habich, Bückeburg, 1969, S. 107–108, 112.
  79. Anton, Studien, 1977, S. 109–113, hier S. 113.
  80. (Hollstein 134) Habich, Bückeburg, 1969, S. 128.
  81. (Blatt 12, Bartsch 30) Habich, Bückeburg, 1969, S. 128.
  82. (Hollstein 103) Habich, Bückeburg, 1969, S. 128.
  83. (Blatt 3 aus einer Passionsserie von fünf Blatt, 1582).
  84. Habich, Bückeburg, 1969, S. 128–129.
  85. 85,0 85,1 85,2 85,3 Habich, Bückeburg, 1969, S. 129.
  86. Habich, Bückeburg, 1969, S. 87–94, 112-113; Anton, Studien, 1977, S 110; Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 18–19.
  87. 87,0 87,1 Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 18–19; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 484.
  88. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 18–19.
  89. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 18–19; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 65–66, 484.
  90. Habich, Bückeburg, 1969, S. 129–130.
  91. Anton, Studien, 1977, S. 109–113, hier S. 110; Habich, Bückeburg, 1969, S. 130.
  92. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 18–19; Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 484. Das Bild von Joseph Heintz d. Ä. Jüngstes Gericht, Öl auf Holz, 102 × 274,5 cm. Prag, National Galerie. Inv. Nr. DO 208.
  93. Borggrefe u. a., Rottenhammer, 2008, hier S. 175 (Katalog Nr. 84); Schlichtenmaier, Rottenhammer, 1988, S. 153–154. Jüngstes Gericht. Entwurf für Schlosskapelle in Bückeburg 1615. Beschriftung verso: „Hanns Rotenhamer Taller 15 – 18 Hlr“. Feder in schwarzbraun, braungrau und grau laviert. 27 × 65,5 cm. Göttingen, Kunstsammlungen der Georg August Universität., Inv. H 476
  94. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18; Anton, Studien, 1977, S. 110, 202–203; Habich, Bückeburg, 1969, S. 104–110, 114, 118.
  95. „Fama führt die Künste in den Olymp“. Habich, Bückeburg, 1969, S. 127.
  96. Nr. 6 aus der Stichseriere „Die Versprechungen der Bibel“. (Hollstein 2). Habich, Bückeburg, 1969, S. 127–128.
  97. 97,0 97,1 Habich, Bückeburg, 1969, S. 128.
  98. (Hollstein 85, Abb. Bd.XV, S. 137) Habich, Bückeburg, 1969, S. 128.
  99. (Hollstein 278-90) Habich, Bückeburg, 1969, S. 128.
  100. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 17–18; Anton, Studien, 1977, S. 110–111, 202–203; Habich, Bückeburg, 1969, S. 106–107, 114, 118.
  101. Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 19–21; Habich, Bückeburg, 1969, S. 72, 148.
  102. (Hollstein DF Bd. XXI, S. 175, Bd. XXII, S. 156). Borggrefe, Bückeburg, 2008, S. 19–21.