Augsburg, Fürstbischöfliche Residenz

Dreyer, Angelika:Augsburg, Fürstbischöfliche Residenz, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2020, URL: www.deckenmalerei.eu/1d660bfe-0430-4839-8d34-90cc1741c7b4

Inventarnummer: cbdd10034

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Die Fürstbischöfliche Residenz Augsburg führte aufgrund ihrer Lage in der bikonfessionellen Reichstadt gegenüber Dillingen ein untergeordnetes Dasein. Die malerische Ausgestaltung des Hofmalers J. G. Bergmüller geht mit den Reformbestrebungen des Fürstbischofs Joseph von Hessen in Darmstadt einher.

Das Bauwerk

Kurzbeschreibung und Lage

Die fürstbischöfliche Residenz besteht aus zwei annähernd gleich langen, dreigeschossigen Flügeln, die im stumpfen Winkel an den viereckigen, die Firsthöhe der Flügel weit überragenden Pfalzturm anstoßen. Die ursprüngliche geschlossene Hofsituation aus Residenz im Nordwesten, dem Dom im Osten, der südlich davon gelegenen Johanneskirche und Dreikönigskapelle sowie der hofschließenden Südseite mit dem Burggrafenturm und verbindenden Mauern wurde nach der Säkularisierung zerstört. Mit der Beseitigung von Johanneskirche und Dreikönigskapelle ab 1808/09[1] gestaltete man den Residenzplatz zu einem Exerzier- und Paradeplatz des königlich bayerischen Heeres um, der bis 1877 diese Funktion erfüllte.

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das heutige Erscheinungsbild der fürstbischöflichen Residenz ist das Ergebnis einer grundlegenden Umgestaltung der seit dem Mittelalter existierenden bischöflichen Pfalz mit einem Pfalzturm und den zwei seitlichen Gebäudetrakten. Innerhalb eines Zeitraumes von über 60 Jahren entstanden in mehreren Phasen zwischen 1690 bis ca. 1752 die Flügenbauten, welche die in Höhe und Breite unterschiedlichen spätmittelalterlichen Einzelgebäude ersetzten. Vermutlich war es Valerian Brenner, der im Auftrag des Fürstbischofs Alexander Sigismund von Pfalz-Neuburg (reg. 1690-1737 ) zwischen 1690 bis 1700[2] die Firsthöhen der Gebäude auf der Westseite des Fronhofes anglich und der Residenz damit einen vereinheitlichten Charakter gab. Auf der Nordseite beließ er es bei der bestehenden Höhendifferenz der Dächer, da er das östlich am Pfalzturm gelegene Gebäude mit dem bedeutenden Tafelzimmer, dem ehemaligen Kapitelsaal des Domkapitels, nach außen hervorheben wollte. Zudem vereinheitlichte er die beiden Flügel, indem er die alte, unregelmäßige Fenstereinteilung regularisierte, ihnen gleiche Formen gab und die ursprünglich nackten Wände, zum Teil noch in Fachwerkbauweise, mit einer Pilastergliederung versah.

Die entscheidenden Um- und Neubauten fanden unter der Regentschaft von Fürstbischof Joseph von Hessen in Darmstadt (reg. 1741-1768) statt, der von 1741-1743 den Haupttrakt (Corps de logis) von Johann Benedikt Ettl so umbauen ließ,[3] dass sich mit der jetzt ganz vereinheitlichten Firsthöhe und den Angleichungen der Fenstergröße eine passable Gesamtwirkung des Flügels ergab.

Die Jahre zwischen 1750 bis 1754 waren die für die Residenz produktivsten. Fürstbischof Joseph hatte sich entschlossen, die Gebäude auf der Nordseite mit dem Tafelzimmer abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Vermutlich erbaute Ignaz Paul nach Plänen von Franz Xaver Kleinhans diesen Nordflügel 1751/1752,[4] der sich äußerlich in der Geschosszahl, der gleichen Dachhöhe und Fenstergestaltung an das Corps de logis gestalterisch anpasste. Das Innere des Nordflügels wurde im 2. Obergeschoss mit repräsentativen Wohn-und Arbeitsräumen für den Fürstbischof ausgestattet, die im einzelnen (bisher) nicht mehr greifbar sind.[5] Den räumlichen Höhepunkt bildete und bildet bis heute der Festsaal an der Stelle des ehemaligen Tafelzimmers, der 1752 baulich fertiggestellt und von verschiedenen Künstlern ausgestattet wurde. Die im Wandbereich angebrachten acht Porträts aus dem Hause der Habsburger und Wittelsbacher werden unterschiedlichen Künstlern zugewiesen, die Flachdecke gestaltete der Augsburger Akademiedirektor Johann Georg Bergmüller.[6]

Die Idee von Fürstbischof Joseph, die Residenz in Augsburg, die bis dahin nur Neben-Residenz war,[7] repräsentativ auszubauen, bekam bauliche und ikonographische Gestalt, als man sich entschloss, den neuen Festsaal zum Zielpunkt einer dreiteiligen Raumfolge zu machen. Dazu war es nötig, ein Treppenhaus mit Kutschenauffahrt an der Nordwestecke der beiden Flügel zu errichten. Das Treppenhaus fungierte als beeindruckende Prunkstiege, die Johann Georg Bergmüller 1752 ausgemalt hatte und einen imposanten Auftakt bildete, um geladene Gäste über einen kleinen Verteilerraum hinweg in den festlichen Prunksaal zu führen.

Diesen repräsentativen Neugestaltungen, die Joseph von Hessen in Darmstadt eher als weltlichen Landesherren des Hochstiftes Augsburg zuzuordnen sind, stand eine geistliche Bauaufgabe zur Seite. Ab Juli 1753 begann man die am Südende des Haupttraktes (Corps de logis) gelegene Hofkapelle St. Lambert umzubauen und sie 1754 mit Fresken von Johann Georg Bergmüller auszuzieren.[8]

Die fürstbischöfliche Residenz bewahrte ihre Funktion als Regierungs- und Wohnsitz des Fürstbischofs bis zur Säkularisation 1806. Nachdem das Gebäude in den Besitz des neu gegründeten Königtums Bayern fiel (1806), funktionierte man den Vorplatz, da Augsburg Garnisonsstadt geworden war, zum Exerzier- und Paradeplatz um. Seit 1817 nutzt die Kreisregierung von Schwaben das 1944 im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte und danach wiederaufgebaute Gebäude als Verwaltungssitz.

Beschreibung

Grundriss

Nordflügel (1812)[9]: Das 2. Obergeschoss der fürstbischöflichen Residenz wurde bestimmt von dem längsrechteckigen Festsaal auf der westlichen Seite des Flügels. Dieser war zum einen Ziel- und Endpunkt einer räumlichen Abfolge, die ihren Anfang in dem längsrechteckigen Treppenhaus in der Nordwestecke zwischen den beiden Residenzflügeln nahm. Von hier aus gelangte man über einen kleinen quadratischen Zwischenraum (im Pfalzturm) auf der Südseite in den Festsaal. Die Nordtüre als Pendant dazu ermöglichte den Zugang zu den hinter dem Flügel gelegenen Trakten des Pfalzhofes.

Von dem Festsaal, der die gesamte Flügeltiefe einnimmt und auf der nördlichen und südlichen Seite jeweils drei Fenster besitzt, gelangt man durch die östliche Mitteltür in einen langen Gang. Dieser trennt den Flügel in zwei gleich tiefe Hälften, deren Raumanordnung und Raumgröße allerdings differiert. Auf der südlichen Hofseite sind sechs Räume mit verschiedenem Grundriss hintereinander geschalten, während auf der nordseitigen Pfalzhofseite eine Treppenanlage den Zugang zu den beiden seitlichen Räumen (mit begleitenden Nebenräumen) ermöglicht.

Haupttrakt (1812)[9]: Die Ein- und Aufteilung der Räume im 2. Obergeschoss ergibt sich aus der Anordnung desjenigen Raumes in der südlichen Flügelhälfte, der als einziger die gesamte Flügeltiefe durchmisst und den Trakt in vier unterschiedlich große Zimmer auf der südlichen und acht verschiedene dimensionierte auf der nördlichen Seite separiert. Der südwestliche Eckraum ermöglicht das Betreten der längsrechteckigen, west-östlich ausgerichteten Hofkapelle an der Südseite des Flügels.

Aussen

Hauptflügel (Corps de logis): Auf den achtzehn Achsen des dreigeschossigen Traktes sind der mittlere Haupteingang und die zwei seitlichen Risalite symmetrisch verteilt. Der gestalterische Blickfang der Fassade ist das zweiachsige Eingangsportal, das als kolossale Ädikula und halbrundem Giebelfeld gebildet ist. Darin befindet sich das aufwändig inszenierte und mit 1743 datierte Wappen des Auftraggebers Joseph I., Bischof von Augsburg und Landgraf von Hessen in Darmstadt. Über der Gaubenuhr ist sein Fürstenhut angebracht.[10] Ungewöhnlich an dem Portalaufbau ist seine guarineske Übereckstellung des Pilasterpfeilers,[11] der an seiner Innenseite gemuldet ist. Eine weitere Besonderheit bildet der die Ädikula proportional gliedernde Balkon auf zwei Säulen ionischer Art, der erst unter dem letzten Fürstbischof Clemens Wenzeslaus (reg. 1768-1803) von Ignaz Ingerl zwischen 1782-1789 errichtet wurde. Er diente als steinerner Ersatz und Erinnerung an den Besuch von Papst Pius VI. (reg. 1775-1799), der vom 02. bis 06. Mai 1782 in der Residenz wohnte und an dieser Stelle von einem hölzernen Provisorium aus das ihn huldigende Volk segnete.[12]

Den Flügel fassen an der Nord- und Südseite über dem einstöckigen Erdgeschoss mit Bandrustizierung jeweils zweigeschossige Risalite mit drei Travéen und trennenden Lisenenpaaren ein. Nach oben schließt ein Schweifgiebel mit dreipaßförmigen Fenster und stuckierten Waffen den Risalit ab. Die Dachgauben mit ihren auffälligen Baßgeigenfenstern teilen die übrigen Fensterabschnitte ein und beleben die Dachlandschaft auf ornamentale Weise.

Nordflügel: An dem mit insgesamt 15 Achsen nur etwas kürzeren Nordflügel sind die gestalterischen Hauptmotive der Risalitbildung und der Dachgauben vom Corps de logis übernommen, aber charakteristisch verändert. Formal sehr ähnlich sind die Risalitbildungen am Kopfbau der Südostseite des Traktes mit seiner Lisenengliederung und dem Schweifgiebel, bei dem jedoch auf dekoratives Beiwerk verzichtet ist. Den gestalterischen Höhepunkt bildet an der Westseite, in direkter Nähe zum alten, flügelverbindenden Pfalzturm eine dreiteilige Schaufront, die sich als zweigeschossiger Risalit mit geschichteten korinthischen Pilastern und strengem Aufbau mit Volutenansatz als Querschnittsfassade jesuitischer Prägung darstellt. Als einziger Risalit an beiden Flügeln geht er über die Trauflinie des Daches hinaus, was ihn zusätzlich als den Bauteil mit dem im 2. Obergeschoss dahinterliegenden Festsaal hervorhebt und auszeichnet. Die repräsentative Nutzung des gesamten zweiten Obergeschosses drückt sich zusätzlich in den vergrößerten Fenstern und den Fensterbedachungen mit ihren regelmäßig abwechselnden, verschieden geformten Wellengiebeln aus.

Innen

Im Februar 1944 Zerstörung durch Bomben, nach 1945 Wiederaufbau und moderne zweckmäßige Anpassung an die Erfordernisse einer Verwaltungsbaues. Außer Treppenhaus, Zwischenraum und Festsaal hat sich von der historischen Raumsubstanz nichts mehr erhalten.

Forschungsstand

Die bis heute grundlegende, auf archivalische Forschungen basierende Publikation zur Baugeschichte der fürstbischöflichen Residenz bildet immer noch der Aufsatz von Theodor Neuhofer aus dem Jahr 1938.[13] Mehrere Aufsätze von Wolfgang Wüst basieren ebenfalls auf eigenen Quellenrecherchen, ihre Intention ist aber nicht eine Ergänzung der noch zum Teil offenen Fragen zur Baugeschichte, sondern vor allem eine Betrachtung der funktionellen Bedingungen und strukturellen Eigenheiten der Augsburger Residenz.[14]

Auftraggeber

Fürstbischof Alexander Sigismund von Pfalz-Neuburg (reg. 1691-1737) und Fürstbischof Joseph Ignaz Philipp Landgraf von Hessen in Darmstadt (reg. 1741-1768) können als Auftraggeber benannt werden.

Architekten

Valerian Brenner, Johann Benedikt Ettl, Franz Xaver Kleinhans, Ignaz Pau und Ignaz Ingerl waren als Architekten involviert.

Künstler

Die Wandgestaltung geht auf Jacob Gerstens zrück. Die Fassungen und Vergoldungen der Wand übernahm Johann Ferdinand Ledergerber. Die Wandbilder malten Johann Georg Ziesenis, Johann Peter Kobler, Sophonias de Derichs, wohingegen Placidus (Paul) Verhelst die Rahmungen schuf. Die Deckengemälde schuf der fürstbischöfliche Hofmaler und katholische Akademiedirektor Johann Georg Bergmüller.

Das Treppenhaus

 

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das an der Nordwestecke hinter dem Pfalzturm und zwischen den beiden Flügeln der Residenz gelegene Treppenhaus ließ Fürstbischof Joseph von Hessen in Darmstadt ab circa 1750 wahrscheinlich nach Plänen von Franz Xaver Kleinhans durch Ignaz Paul ausführen.[4] Ende Oktober 1751 waren sowohl das Stiegenhaus und die vorgelagerte Kutschenauffahrt baulich zu Ende gebracht,[4] von einer malerischen Auszierung in diesem Jahr ist nichts bekannt. Johann Georg Bergmüller, der Augsburger Akademiedirektor, dürfte wohl im Sommer 1752 intensiv in der Residenz gearbeitet haben, denn neben den Freskierungen im Treppenhaus waren auch die Bilder für die Decke des Festsaales im Oktober 1752 fertig gemalt.[4]

Der Neubau des Treppenhauses war notwendig geworden, nachdem sich Fürstbischof Joseph entschlossen hatte, die Augsburger Residenz als repräsentative Anlage um- und ausbauen zu lassen. Im Zusammenhang mit dem Neubau eines prächtigen Festsaales wünschte er eine Raumabfolge, die seinen geladenen Gästen einen angemessenen Zugang hierzu ermöglichten, wozu das Treppenhaus als imposantes Entrée dienen sollte.

Beschreibung

Das in West-Ost-Richtung im Grundriss leicht rechteckige Treppenhaus füllt an der Nordwestseite den Restraum zwischen den beiden Flügeln aus. Auf der Nordseite ist ihm, leicht schräg versetzt, eine Kutschenauffahrt mit quadratischen Außenwänden und innerem Oktogon beigegeben, die den überdachten Zugang zum Stiegenhaus gewährleisten.

Sowohl die Kutschenauffahrt wie das Treppenhaus zeigen am Außenbau eine wenig aufwändige Gestaltung. Allein Lisenenpaare über dem genuteten Sockelgeschoß sorgen für eine zurückgenommene Einteilung der Treppenhauswände. Die anders geartete Rustizierung an der Kutschenauffahrt hat einen die Bauteile unterscheidenden Charakter. An der schlichten Gestaltung des Außenbaues gemessen, erahnt der Besucher nicht die prachtvolle Ausstattung, die ihn im Inneren des Treppenhauses erwartet und als kontrastvoller Effekt sicher beabsichtigt war.

Die Wandmalerei im Treppenhaus: Befund und Restaurierung

Das Treppenhaus ist an den Wänden und an der Decke vollständig mit Fresken ausgestattet, eine Dekorationsform, die man in der freien Reichsstatt sonst wählte. Selbst bei prachtvollen Ausstattungen, wie etwas das von Guglielmi ausgemalte Treppenhaus im Schaezlerpalais, zog man eine derartige Ausstattungsform mit Wandmalereien nicht in Betracht.

Die reichhaltig dokumentierte Restaurierungsmaßnahme durch die Firma Menath im Jahre 2005 wird im folgenden referiert.

Befund und Renovierung der Nord- und Westwand

Die Maßnahme der Konservierung/Restaurierung der Nord- und Westwand wurde 2005 durch die Firma Menath, Restaurierungswerkstätten für Denkmalpflege in München durchgeführt.[15] Sie erfolgte im Auftrag des Freistaates Bayern, vertreten durch das Staatliche Hochbauamt Augsburg, in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.[15]

Die Auftragsbeschreibung dieses Arbeitsabschnittes war die „Konservierung /Restaurierung der Wandmalereien an der Decke und Ostwand mit dem primären Ziel einer Wartung und Pflege des vorhandenen Bestandes mit Behebung eines großflächigen Wasserschadens und Korrektur ästhetisch störender Beeinträchtigungen; EDV-gestützte Bestands-, Schadens- und Maßnahmenkartierung für die Reproduzierbarkeit der durchgeführten Maßnahmen und die Option auf Monitoring“ [16]Die zuständigen Referenten des BLfD waren Dr. Markus Weis und der Ltd. Restaurator Bernhard Symank.[16]

Zur Maltechnik bemerkt Menath hier allgemein:

„[...] Es ist auffällig, dass lediglich Konstruktionslinien und die architektonische Illusionsmalerei in Form von Ritzungen vorskizziert sind, die figürlichen Malereien dagegen nicht. Die gelben Farbflächen der Vasen auf der Nordwand und der Augustusbüste auf der Westwand zeigen eine zusätzliche Akzentuierung durch Goldauflagen auf den Höhen des zumeist floralen Zierwerks zur Steigerung der Plastizität.“[17]

Über Bergmüller Maltechnik an der Nord- und Westwand gibt der Befund folgende Auskunft

„Das figürliche Hauptthema (Danubius / Donau) im Bildmittelfeld an der Nordwand wurde mit Hilfe eines Quadratrasters übertragen, dessen Einzelfelder 30 x 30 cm messen. Die Bildfelder zur rechten und linken Seite zeigen in der Mitte jeweils eine senkrechte Ritzung als Hinweis auf die kompositorische Anordnung/Gliederung. Die personifizierten Figuren des Danubius mit Meeresputti zeigen keine Vorritzung der Konturen. Die Konturen der Vasen sind im Vergleich zu den Darstellungen der Büsten im Konsolenunterbau und der figürlichen Malerei im Bildmittelfeld ebenfalls vollständig vorgeritzt. An den Girlanden der 2. und 3. Lisene von Westen liefern an der Nordwand Pauspunkte den Hinweis auf die Verwendung von Pausen zur Reproduzierbarkeit des floralen Ornamentschmuckes in den 80iger Jahren.

Westwand

An der Westwand sind in den Füllungsfeldern mit Marmorimitationsmalerei zwischen den Lisenen deutlich geritzte Zirkelschläge und Ritzungen zur Konstruktion des Sechseckes ablesbar.

Am gesamten architektonischen Zierwerk, wie den Kapitellen und Basen, den Kartuschen über den Fenstern, den Girlanden, innerhalb der Lisenenschäfte und unter den Fensteröffnungen und dem Rahmenwerk um die Büste des Kaisers Augustus finden sich detaillierte Ritzungen, Im Bereich der Augustusbüste selbst sind wiederum keine Ritzungen feststellbar.“[17]

Über die Fehlstellen konnte Menath folgenden Befund feststellen:

„Im Bereich der Sockelzone der Bänderrustika (Rekonstruktion mit KEIM-Reversil von 1980, Auskunft A. Bair Firma Lorch in Füssen) sind an der Westwand, besonders an den Ecken der Fensteröffnungen, größere Fehlstellen auffällig. Diese sind meist in Form von abgeschlagenen Kanten anzutreffen und lassen sich nutzungsbedingt auf erhöhte mechanische Beanspruchung und/oder unsachgemäßes Öffnen der Fenster zurückführen. Das Phänomen größerer Fehlstellen wurde im Zuge der letzten Restaurierung 1980 (Firma Lorch in Füssen) mit Hilfe von „Rotband“ (gipshaltiger Innenputz) behandelt.“[18]

Zur Rissbildung sind an diesen Wänden bemerkenswerterweise feststellen:

„Die Putz- bzw. Malereioberflächen an der Nord- und Westwand weisen zahlreiche, sichtbare Risse (z.T. in einer Breite bis zu 2 mm) auf. Auffällig ist, dass Risse deutlich einem vertikalen Verlauf folgen. Die Ursache von Fehlstellen im Bereich der Rissbildung ist sehr wahrscheinlich in statischen Bewegungen des Gebäudes zu sehen.“[18] Aufgrund der vorangegangenen Restaurierungsmaßnahmen konnte Menath weiterhin konstatieren „Rissbildungen haben demnach bereits vor 1980 ein ernst zu nehmendes Problem dargestellt.“[18]Allerdings sei das Problem nun wahrscheinlich behoben.

„Innerhalb der 2004 gewarteten Südwand waren keine neuen Rissbildungen zu beobachten. Es hat den Anschein, dass sich die statischen Bewegungen weitestgehend beruhigt haben.“[18] Die übrigen Ergebnisse und Berichte über die Maßnahme gleichen denjenigen der Decke und der Ostwand und können dort nachgelesen werden. Auffällig ist jedoch, dass in diesem Ordner, ganz im Gegensatz zur Ostwand, unter den Retuschen keinerlei Anwendung von Vergoldung erwähnt wird.[19]

Befund und Renovierung der Ostwand und Decke:

Die Maßnahme der Konservierung/ Restaurierung der Ostwand wurde 2006 durch die Firma Menath, Restaurierungswerkstätten für Denkmalpflege in München durchgeführt.[20] Sie erfolgte im Auftrag des Freistaates Bayern, vertreten durch das Staatliche Hochbauamt Augsburg, in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.[20]

Die Auftragsbeschreibung dieses Arbeitsabschnittes war die „Konservierung /Restaurierung der Wandmalereien an der Decke und Ostwand mit dem primären Ziel einer Wartung und Pflege des vorhandenen Bestandes mit Behebung eines großflächigen Wasserschadens und Korrektur ästhetisch störender Beeinträchtigungen; EDV-gestützte Bestands-, Schadens- und Maßnahmenkartierung für die Reproduzierbarkeit der durchgeführten Maßnahmen und die Option auf Monitoring“[21] Die zuständigen Referenten des BLfD waren Dr. Markus Weis und der Ltd. Restaurator Bernhard Symank.[21]

Der Befund gab dabei folgende Auskünfte über die Maltechnik von Bergmüller:[22]

An der Decke und der Ostwand handelt es sich um eine reine Freskotechnik. Weiterhin finden sich zahlreiche, noch in den feuchten Verputz eingedrückten Vorzeichnungen bzw. Ritzungen sowie Putzgrenzen. Die Putzgrenzen bzw. Tagwerkgrenzen orientieren sich meist an Formenverlauf der Figuren oder einzelnen Szenen.

Alle Konstruktionslinien und die architektonische Illusionsmalerei der Scheinarchitektur sind in Form von Ritzungen vorskizziert. An Kreissegmenten können deutlich geritzte Zirkelschläge festgestellt werden. Gelbe Farbflächen der Vasen und des Rocailleschmucks zeigen eine zusätzliche Akzentuierung durch Goldapplikationen auf den Höhen des zumeist floralen Zierwerks zur Steigerung der Plastizität.

An der Decke wurde das „figürliche Hauptthema („Providentia Divina“) im Bildmittelfeld an der Decke [...] in sechs Tagwerken bzw. Putzantragsphasen geschaffen und mit Hilfe eines geritzten Quadratrasters übertragen. 12 horizontale und acht vertikale Ritzungen teilen das Raster in 30 x 30 cm große Einzelfelder. Diese Quadratur ist auch im Bereich der Darstellungen in den Hohlkehlen nachweisbar. Die dazwischen platzierten Kardinaltugenden sind lediglich durch eine Ritzung gemittet.

Das Fehlen von sogenannten Vorritzungen z. B. im südlichen Bereich deutet zudem auf großflächige Putzergänzungen mit Rekonstruktionen aus den 80er Jahren hin.

Befund und Renovierung der Ostwand:

An der Ostwand lässt sich ebenso eine Quadratur innerhalb der Füllungsfelder nachweisen. Bemerkenswert ist, dass im Bereich des Vasenfeldes sowohl eine Vorritzung der Konturlinien, als auch eine Quadratur festzustellen ist. Am gesamten architektonischen Zierwerk finden sich detaillierte Ritzungen. Im Feld mit der Personifikation Vinda dagegen sind deutlich weniger Ritzungen vorhanden.“[23]

Vorzustand / Schadensphänomene[24]

Zu den Fehlstellen berichtet Menath, dass größere Putzfehlstellen während der letzten Restaurierung 1980 durch die Firma Lorch in Füssen mittels „Rotband“, einem gipshaltiger Innenputz behandelt wurden. Malerische Rekonstruktion finden sich großflächig im Bereich der Bänderrustika in der Sockelzone. Diese wurden laut Auskunft eines Mitarbeiters der Firma Lorch in Füssen mittels KEIM-Reversil durchgeführt.

Rissbildung

„Die Putz- bzw. Malereioberflächen an der Decke und der Ostwand weisen zahlreiche, sichtbare Rissbildungen auf [...]“.[25]Hohlstellen sind zu diesem Zeitpunkt entlang alter Setzungsrisse, insbesondere „im Bereich des ehemaligen Wasserschadens von der nördlichen Mitte entlang eines Risses und auf der gegenüberliegenden südlichen Seite innerhalb der Insignien JHL vorhanden.“[25]

Weiterhin stellte Menath fest:

Salzkristallisation

Das Phänomen der Salzkristallisation ist im Bereich der nördlichen Deckenhälfte und an der Ostwand am Blattstuck über dem Türportal sehr ausgeprägt. Die Ursache lässt sich auf einen Wasserschaden im Jahre 2001 – bedingt durch einen Defekt im Dachstuhl – zurückzuführen. Die Schadensursache wurde mit der vollständigen Erneuerung des historischen Dachstuhls behoben, so dass die Entwicklung in der Schadensdynamik als abgeschlossen angesehen werden kann.“ [...][25]

Ansonsten fanden sich reduzierte Malschichtoberflächen mit kleinesten Malschichtausbrüchen im Wesentlichen nur in den überarbeiteten Bereichen der vorangegangenen Restaurierungsphase von 1980.[26] „Eine ästhetische Beeinträchtigung stellen besonders vereinzelt, nachgedunkelte und/ oder farblich unstimmige Retuschen und großflächige Übermalungen der 80er Jahre dar.“[26]

Der Bericht von Menath legt detailliert dar, welche Absicht mit der Restaurierungmaßnahme von 2006 im Vordergrund stand:

„Ziel war nicht eine allumfassende Entrestaurierung mit der zwangsläufig damit verbundenen Entfernung aller Überarbeitungen früherer Restaurierungen, sondern vielmehr eine Wartung und Pflege des historischen Wandmalereibestandes. Im Vordergrund stand im Wesentlich ein möglichst schonender Umgang mit der Bausubstanz (Trockenreinigung) und sofern konservatorisch vertretbar, die bewusste Akzeptanz der Restaurierung von 1980.“[27]

Folgenden Maßnahmen wurden dafür durchgeführt:

1. Oberflächenreinigung

„Mit der Trockenreinigung wurden lose auf der Malschichtoberfläche aufliegende, bildfremde Substanzen (Oberflächenverschmutzung, Spinnweben etc. entfernt.“[27]

Weiterhin erfolgte eine Kittung von Fehlstellen die auch das Schließen von Rissen beinhaltete, eine Putzfixierung sowie eine Konsolidierung mit Salzminderung und abschließend eine Retusche, die auch eine Rekonstruktion in Form einer Neuvergoldung beinhaltete:[28]

„Im Sinne einer Wartung des vorgefundenen Bestandes mit dem nötigen Respekt und der Akzeptanz für die vorangegangene Restaurierung wurden nach Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, sofern konservatorisch unbedenklich, nachgedunkelte und/oder unstimmige Retuschen von 1980 bewusst belassen, auch wenn diese in ihrer Ausführung teilweise aus ästhetischer Sicht nicht dem Anspruch heutiger restauratorischer Ethik gerecht werden. Auffällig ist, dass Retuschen von 1980 meist großflächiger auf den zu ergänzenden Fehlstellen, somit auch auf dem Original, ausgeführt wurden.

Aus rein konservatorischer Sicht bestand keine Anlass zur Abnahme von Retuschen der vorangegangenen Restaurierung. Extrem störende Altretuschen wurden durch eine Überarbeitung in den Wandmalereibestand farblich integriert.“[29]

„Der Stuckdekor des nördlichen Blattes sowie innerhalb der Muschel am Türportal der Ostwand war völlig zerstört und erhielt nach der Reparatur eine Neuvergoldung. Der unveredelte und stark überfasste Stuckdekor wurde freigelegt und nach Befundlage in Kalktechnik neu gefasst.“[29]

Unter der Katalog-Nr. 062 findet sich in diesem Ordner noch ein interessanter Hinweis:

Die Restaurierungsmaßnahem fand noch eine Signatur am Ohr neben der Verhelst-Büste. die JGBergmiller lautete. Menath meint hierzu: „aufgrund der Position der Signatur in der südöstlichen Ecke über dem Türportal (von unten nicht einzusehen) liegt der Verdach nahe, dass es sich herbei womöglich nicht um eine originale Signatur, sondern vielmehr um einen Scherz der 80er Jahre handelt)“[30]Unerwähnt bleibt, ob diese Inschrift in Seccotechnik durchgeführt wurde oder eine freskale Bindung aufwies.

Befund und Renovierung der Südwand

Die Maßnahme der Konservierung/ Restaurierung der Südwand wurde 2004 durch die Firma Menath, Restaurierungswerkstätten für Denkmalpflege in München durchgeführt.[31] Sie erfolgte im Auftrag des Freistaates Bayern, vertreten durch das Staatliche Hochbauamt Augsburg, in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.[32]

Die Auftragsbeschreibung dieses Arbeitsabschnittes war die „Konservierung /Restaurierung der Wandmalereien an der Decke und Ostwand mit dem primären Ziel einer Wartung und Pflege des vorhandenen Bestandes mit Behebung eines großflächigen Wasserschadens und Korrektur ästhetisch störender Beeinträchtigungen; EDV-gestützte Bestands-, Schadens- und Maßnahmenkartierung für die Reproduzierbarkeit der durchgeführten Maßnahmen und die Option auf Monitoring“ [33] Die zuständigen Referenten des BLfD waren Dr. Markus Weis und der Ltd. Restaurator Bernhard Symank.[34]

Vorzustand

Die Putz- bzw. Malereioberflächen an der Südwand weisen zahlreiche, sichtbare Rissbildungen (z.T. in einer Breite von über 2 mm) auf und sind auffällig vermehrt im Mittelteil anzutreffen. Deren Ursache wird zunehmend in der Statik zu suchen sein bzw. könnte auf den Träger aus Holzlatten zurückzuführen sein. An den im Zuge der letzten Restaurierungsmaßnahme geschlossenen Rissen sind Lockerungen und Ausbrücke des Kittmaterials zu beobachten. zudem liegen Altretuschen z.T. in stark nachgedunkelter Form störend als eine ästhetische Beeinträchtigung der Gesamterscheinung vor. Verformungen bzw. Unebenheiten innerhalb des Wandmalereiverbands wurden bei der letzten Restaurierung um 1980 in vorgefundener Position akzeptiert und durch Randkittungen (Anböschungen) fixiert.

Die Verschmutzung in Form von lose aufliegendem Oberflächenschmutz auf den Malereioberflächen ist gering. Auf dem umlaufenden Gesims dagegen stellen erhöhte Staubablagerungen ein Schadenspotential dar.

Befundsicherung

Neben zahlreichen, meist über Niveau gekitteten und retuschierten Rissbildungen sind es vor allem großflächige Übermalungen die in Form von Farblasuren (Pilasterschäfte), oder einer vollflächigen und deckenden Überarbeitung (einfarbige Rahmen- und Rücklagenflächen) die Gesamterscheinung der Malereien beeinträchtigen.

Die Marmormalerei am umlaufenden Kranzgesims wurde mit der Bänderrustika des Sockelunterbaus um 1980 neu hergestellt. Ursprüngliche bzw. authentisch erhaltene Bereiche mit teilweise ablesbarer Handschrift Johann Georg Bergmüllers befindet sich noch weitgehend unberührt im zentralen Bildfeld, dem seitlichen Pilasterpaar recht und im oberen Teil des linken Bildfelds mit Vase. Der rezente originale Bestand der Malerei an der gesamten Südwand liegt heute mit nur mehr 30% nahezu vollständig übermalt vor.

Träger des ursprünglichen Freskoputzes stellt nur zu einem Drittel ein massives Ziegelmauerwerk dar, sondern eine in Ständerbauweise errichtete Holzkonstruktion vor einem zusätzlichen Treppenaufgang o.ä. (?), der mit einer Zugangstüre vom Zwischenpodest von der Südwand aus zugänglich ist.

Maltechnik

Ursprünglich handelte es sich bei den Wandmalereien an der Südwand um eine reine Freskotechnik, die Johann Georg Bergmüller in ca. 10-11 Tagwerken erstellt hatte. Die Umrisse und Konturen aller Figuren, Ornamentik und Architekturteilen wurden vermutlich mittels einer Kartonage o.ä. in den Putz eingedrückt. Das figürliche Hauptthema im Bildmittelfeld ist zusätzlich in ein rasterförmiges Konstruktionsschema (ca. 29,6 x 29,6 cm) zur Übertragungshilfe gegliedert.

Schadensphänomene

Vordergründig sind hier alte und neue Rissbildungen, mit z.T. gelockerten und/ oder bereits erneut herausgefallenen Altkittungen. Ein weiteres phänomenologisch feststellbares Schadenspotenzial stellen die zahlreichen Hohlstellen besonders im Bildmittelfeld dar. Die Adhäsion zwischen Putzmatrik und Holzständerwand ist in diesem Bereich nicht mehr ausreichend gewährleistet und zeigt sich besonders an zwei großflächig (gefährdeten) Teilbereichen sehr instabil. Sekundär ist eine Salzkristallisation in Form von Gipspusteln im oberen und unteren Bereich am 3. Pilasterschaft von Westen feststellbar. Malschichtverluste nicht nur im Mikrobereich sind vor allem im unteren Teil zwischen den östlichen Pilasterpaaren, des östlichen Bildfelds und innerhalb der Architekturmalerei vorhanden.

Maßnahmen / Konzept

Ziel war nicht eine Ent- bzw. Rerestaurierung im Sinne einer allumfassenden Konservierung / Restaurierung u.a. mit der Beseitigung sämtlicher Überarbeitungen früherer Restaurierungen, sondern im Wesentlichen die Konsolidierung gefährdeter Bereiche sowie die partielle Entfernung ästhetisch störender Aspekte wie beispielsweise die der stark nachgedunkelten Altretuschen. [...]“

Übermalungen

Prinzipiell wurden im Zuge der Wartung alle späteren Überarbeitungen akzeptiert und keine Übermalungen oder Altretuschen abgenommen. Der untere Bereich der Südostecke verlange nach Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege aus ästhetischen Gründen die Abnahme der vorliegenden Überarbeitungen nachdem der Mischbestand ein nicht zufriedenstellendes Gesamterscheinungsbild darstellte. Die Abnahme der vorliegenden Überarbeitungen konnte mittels Feuchtreinigung durchgeführt werden. [...]“

Reinigung

Die Reinigung der Oberflächen wurde mittels Trockenreinigung mit Wischab-Schwämmen durchgeführt. Die im oberflächennahen Bereich festgestellte Salzkristallisation (Gipspustel) wurden lediglich trocken und durch Abkehrung mechanisch vermindert.

Kittungen

Risskittungen geringeren Ausmaßes und kleinere Fehlstellen wurden mit einer Kittmasse aus Steinmehl und Cellulosefaser durchgeführt. Größere Rissbildungen wurden mit einem Kittmörtelgemisch aus Sumpfkalk, Steinmehl, Quarzsand und wenig Zuschlag Ziegelmehlsplitt geschlossen.

Hohlstellen

Von einer kompletten Hinterfüllung der großräumig hohlliegenden, und durch Perkussion feststellbar hohl klingenden Bereiche wurde abgesehen. An besonders gefährdeten Bereichen wurde innerhalb von Altkittungen durch punktuelle Konsolidierung der Putzmatrix mittels einer PLM-A-Injektion die Adhäsion zum Träger sichergestellt.

Retusche

Altretuschen, soweit diese sich in ihre Umgebung farblich integrierten, blieben unbehandelt. Auch an großflächigeren Übermalungen wurden keine weiteren Korrekturen vorgenommen. Eine umfangreiche Retusche war lediglich im Bereich der Südostecke durch die vorangegangene Abnahme der späteren Übermalungen notwendig geworden – die Retusche wurde mit Trockenpigmenten gelöst in destilliertem Wasser mit dem Bindemittel Klucel EF (4%) in Vollretusche ausgeführt.

Schlussbetrachtung

1984 wurde die letzte umfangreiche Restaurierung durch die Firma Lorch aus Füssen durchgeführt. Nach Mitteilungen eines ehem. Mitarbeiters der Firma Lorch wurden Architektur- und Wandmalereioberflächen mittels „Prilwasser“ (Wasser + Tensid zur Verringerung der Oberflächenspannung und besserem Anlösen öliger Schmutzbestandteile) gereinigt. Putzergänzungen mit „Rotband“ (gipshaltiger Innenputz), Risskittungen mittels Kalkmörtel (Sumpfkalk + Zuschlag) in Form einer Handmischung behandelt. Die Sockelzone mit Bänderrustika wurde mit „Keim-Reversil“ ausgeführt. Anschließende Retuschen wurden allesamt mit Kasein, genauer mit „Plaka-Farben“ ausgeführt.

Die jüngst durchgeführten Maßnahmen begrenzten sich auf wenige Bereiche im zentralen und östlichen Bildfeld. Im Bereich des östlichen, unteren Bildfeldes (ein besonders durch mechanischen Stoßverletzungen gekennzeichneter Bereich) sollte nach Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege alle Überarbeitungen abgenommen werden. [...]“[35]

Treppenhaus, nördliche Portalwand

Die nördliche Portalwand des Vorraumes, die den Zugang von der Kutschenauffahrt in den Vorraum des Treppenhauses ermöglicht, besitzt freskierte Reststücke über dem wandbreiten hölzernen Eingangsportal mit Segmentbogenabschluss. Auf beiden Seiten ist jeweils eine graugrün marmorierte, vertiefte Felderung sichtbar.

Treppenhaus, Vorraum, Ostwand

Die gekurvte Ostwand des Vorraumes ist in seiner Funktion als Zugang zum Stiegenhaus aufwändig gestaltet. Über einer genuteten Rustika zeigt sich eine dreiteilige und dreischichtige Wand aus Felderung, Rahmung und vorgelegter Pilasterschicht, wobei das Mittelfeld eine halbrunde Nische mit Kalotte aufweist, in der auf einem Sockel die Marmorbüste eines bärtigen, nach oben blickenden Mannes (Philosophen?) steht. Darüber sind Dekor-Gehänge aufgehängt.

Treppenhaus, Vorraum, Westwand

Die gekurvte Westwand des Vorraumes ist in seiner Funktion als Zugang zum Stiegenhaus aufwändig gestaltet und kürzer als die Ostwand. Über einer genuteten Rustika zeigt sich eine dreifach geschichtete Einzeltravée aus Felderung, Rahmung und vorgelegter Pilasterschicht. Darin befindet sich eine halbrunde Nische mit Kalotte, in der auf einem Sockel die Marmorbüste eines bärtigen, nach oben in den Hauptraum blickenden Mannes (Philosophen?) steht. Darüber sind Dekor-Gehänge aufgespannt.

Treppenhaus, Nordwand

Die Nordwand ist zweiteilig aufgebaut. Das Sockelgeschoß mit seiner genuteten Rustika hat zwei Arkadenöffnungen: eine reale auf der östlichen Seite als Öffnung zum Vorraum hin und als Motiventsprechung eine gemalte westlich daneben. Über dem geschosstrennenden, alle Wände umlaufenden Gesims zeigen sich drei durch graugrün marmorierte Doppelpilaster erzeugte Wandfelder. Die Doppelpilaster toskanischer Art liegen als feine Schichtung auf einem ziegelroten Hintergrund auf und rahmen die mittlere Hauptszene mit der Darstellung des Flusses Donau (Danubius) als einen der drei Hauptflüsse des Hochstiftes und Bistums Augsburg. Goldene Prunkvasen auf einem mächtigen Sockelaufbau in Halbrundnischen rahmen die mittlere figürliche Szene seitlich ein. Der die Wand abschließende einfache Pilaster bildet mit seinem Wandnachbarn jeweils eine Gliederungseinheit, welche den Raum insgesamt als Kontinuum erscheinen lassen.

Wegen der sich ständig wechselnden Betrachterstandpunkte beim Aufwärtsschreiten in einem Treppenhaus vermied Bergmüller perspektivisch kühne Ansichten und gab den Bildern eine einansichtige Ausrichtung, die am besten vom zweiten und/oder dritten (Wende–)podest erfassbar sind.

Nordwand, Personifikation der Donau
 

In einem hochrechteckigen, ziegelroten Wandfeld befindet sich eine halbrunde Nische mit Kalotte, die mit Bändern umrahmt wird. Vor einem naturbelassenen Felsen mit muschelförmigen Schale darüber, in dem sich Wasser aus einem bekränzten Puttenkopf ergießt, sitzt die marmorne Personifikation der Donau, die mit einem Schild als „DANUBIUS“ vorgestellt wird. Sie ist als bärtiger, fast nackter Mann dargestellt, der als Attribute ein Paddel in seiner rechten Hand als Hinweis für die Schiffbarkeit des Flusses als Verkehrs- und Transportweg hält. Gleichzeitig schüttet er aus einer Urne mit einem großen Schwall Wasser aus, um den Reichtum des Flusses anzeigen. Zwei Mischwesen mit delphinartigen Beinen am linken unteren Bildrand weisen diesen Reichtum in Form des Donauwallers, einer Welsart, stolz vor.

Die Komposition des Wandbildes ist in seiner erzählerischen Reduziertheit schnell erfassbar, ein Umstand, den die einansichtige Ausrichtung auf einen Betrachter auf dem obersten Treppenpodest unterstützt

Nordwand, Nordöstlicher Prunkpokal

In einer halbrunden Nische mit Bandumrahmung steht auf einem massiven Volutensockel eine vergoldete Prunkvase. Als Verzierung sind ein Blatt- und Fruchtgehänge erkennbar, als Henkel fungieren zwei Satyrköpfe rechts und links. Dazwischen befindet sich eine Ornamentkartusche mit einem stehenden Dreieck als zeichenhaftem Hinweis auf das Element Wasser. Dieses verbindet sich mit der Darstellung des diesem Element zugeordneten phlegmatischen Temperamentes als Kopfbüste im Sockelfeld.

Der Prunkpokal ist in ganz leichter Untersicht dargestellt, behält aber trotzdem seine repräsentative Wirkung.

Nordwand, Nordwestlicher Prunkpokal

Beschreibung

In einer halbrunden Nische mit Bandumrahmung steht auf einem massiven Volutensockel eine vergoldete Prunkvase. Sie ist mit einem Blatt- und Fruchtgehänge verziert, als Henkel fungieren zwei Satyrköpfe. Zwischen beiden ist eine große Ornamentkartusche mit einem liegenden Dreieck und mittigem Querbalken als zeichenhaftem Hinweis auf das Element Luft, dem auf dem Sockelfeld als Kopfbüste mit Hut die Darstellung des sanguinischen Temperamenteszugeordnet ist.

Trotz der Widergabe des Prunkpokals in ganz leichter Untersicht bleibt ihm seine repräsentative Erscheinung.

Treppenhaus, Ostwand

 

Beschreibung

Die Ostwand ist zweiteilig aufgebaut. Auf dem unteren SockeIgeschoß mit seiner genuteten Rustizierung entwickelt sich die dreiteilige Wand mit figürlichen und dinglichen Darstellungen. Diese Dreiteilung der Wand ist im Sockelgeschoß durch die symmetrische Anordnung von zwei seitlichen, real benutzbaren, und einer mittleren gemalten Türe vorbereitet. Die Dreiteilung im Wandgeschoss ergibt sich aus der Anordnung von schmalen, graugrün marmorierten Pilastern, die auf einer ziegelroten Wandung aufliegen und eine mächtiges Gebälk tragen. Die auf den drei anderen Wänden grundsätzliche Disposition aus einer figürlichen Szene in der Wandmitte und zwei seitlichen Vasenbildern musste an der Ostwand aufgegeben werden. Zwar findet sich auch hier mittig eine Personifikation eines im Hochstift Augsburg gelegenen Flusses, die Wertach (Vinda), und nördlich daneben ebenfalls die Darstellung einer vergoldeten Prunkvase auf einem hohen Sockelaufbau. Die wandsymmetrische Entsprechung an der Südseite ist von dem Prunkportal ersetzt, das den Zutritt zum dahinterliegenden Verteilerraum inszeniert.

Johann Georg Bergmüller vermied es, wagemutige Bildperspektiven darzustellen, die beim Durchschreiten des Treppenhauses zusätzliche Verzerrungen ergeben hätten, sondern entschied sich für eine einansichtige Betrachtung der Bilder, die am besten vom zweiten und/oder dritten Wendepodest erfassbar sind.

Auf der Südseite der Wand ist am oberen Treppenpodest ein Prunkportal angebracht, das den dahinterliegenden Zwischenraum aufwändig inszeniert. Die Portalinnenseite hat einen geraden Zuschnitt, während an der Außenseite die unten noch gerade verlaufenden Portalprofile nach oben hin ausbiegen und zwei nach innen gedrehte Voluten ausbilden.

Die Supraporte ist als Sprenggiebel aufgebaut, bei dem zwei Gebälkstücke seitlich anschwingen und das Mittelfeld mit einem hochovalen Medaillon stützen. In dem Medaillon eingelassen ist eine vergoldete Muschel, welche kontrastvoll die marmorne Porträtbüste von Fürstbischof Joseph hinterfängt. Die Büste ist ein Werk von Placidus Verhelst und archivalisch belegt.[36]

Befund

Ostwand und Decke:

Die Maßnahme der Konservierung/ Restaurierung der Ostwand wurde 2006 durch die Firma Menath, Restaurierungswerkstätten für Denkmalpflege in München durchgeführt.[20] Sie erfolgte im Auftrag des Freistaates Bayern, vertreten durch das Staatliche Hochbauamt Augsburg, in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.[20]

Die Auftragsbeschreibung dieses Arbeitsabschnittes war die „Konservierung /Restaurierung der Wandmalereien an der Decke und Ostwand mit dem primären Ziel einer Wartung und Pflege des vorhandenen Bestandes mit Behebung eines großflächigen Wasserschadens und Korrektur ästhetisch störender Beeinträchtigungen; EDV-gestützte Bestands-, Schadens- und Maßnahmenkartierung für die Reproduzierbarkeit der durchgeführten Maßnahmen und die Option auf Monitoring“ [21] Die zuständigen Referenten des BLfD waren Dr. Markus Weis und der Ltd. Restaurator Bernhard Symank.[21]

Der Befund gab dabei folgende Auskünfte über die Maltechnik von Bergmüller:[22]

An der Decke und der Ostwand handelt es sich um eine reine Freskotechnik. Weiterhin finden sich zahlreiche, noch in den feuchten Verputz eingedrückten Vorzeichnungen bzw. Ritzungen sowie Putzgrenzen. Die Putzgrenzen bzw. Tagwerkgrenzen orientieren sich meist an Formenverlauf der Figuren oder einzelnen Szenen.

Alle Konstruktionslinien und die architektonische Illusionsmalerei der Scheinarchitektur sind in Form von Ritzungen vorskizziert. An Kreissegmenten können deutlich geritzte Zirkelschläge festgestellt werden. Gelbe Farbflächen der Vasen und des Rocailleschmucks zeigen eine zusätzliche Akzentuierung durch Goldapplikationen auf den Höhen des zumeist floralen Zierwerks zur Steigerung der Plastizität.

An der Decke wurde das „figürliche Hauptthema („Providentia Divina“) im Bildmittelfeld an der Decke [...] in sechs Tagwerken bzw. Putzantragsphasen geschaffen und mit Hilfe eines geritzten Quadratrasters übertragen. 12 horizontale und acht vertikale Ritzungen teilen das Raster in 30 x 30 cm große Einzelfelder. Diese Quadratur ist auch im Bereich der Darstellungen in den Hohlkehlen nachweisbar. Die dazwischen platzierten Kardinaltugenden sind lediglich durch eine Ritzung gemittet.

Das Fehlen von sogenannten Vorritzungen z. B. im südlichen Bereich deutet zudem auf großflächige Putzergänzungen mit Rekonstruktionen aus den 80er Jahren hin.

Ostwand: An der Ostwand lässt sich ebenso eine Quadratur innerhalb der Füllungsfelder nachweisen. Bemerkenswert ist, dass im Bereich des Vasenfeldes sowohl eine Vorritzung der Konturlinien, als auch eine Quadratur festzustellen ist. Am gesamten architektonischen Zierwerk finden sich detaillierte Ritzungen. Im Feld mit der Personifikation Vinda dagegen sind deutlich weniger Ritzungen vorhanden.“[23]

Vorzustand / Schadensphänomene[24]

Zu den Fehlstellen berichtet Menath, dass größere Putzfehlstellen während der letzten Restaurierung 1980 durch die Firma Lorch in Füssen mittels „Rotband“, einem gipshaltiger Innenputz behandelt wurden. Malerische Rekonstruktion finden sich großflächig im Bereich der Bänderrustika in der Sockelzone. Diese wurden laut Auskunft eines Mitarbeiters der Firma Lorch in Füssen mittels KEIM-Reversil durchgeführt.

Rissbildung

„Die Putz- bzw. Malereioberflächen an der Decke und der Ostwand weisen zahlreiche, sichtbare Rissbildungen auf [...]“.[25] Hohlstellen sind zu diesem Zeitpunkt entlang alter Setzungsrisse, insbesondere „im Bereich des ehemaligen Wasserschadens von der nördlichen Mitte entlang eines Risses und auf der gegenüberliegenden südlichen Seite innerhalb der Insignien JHL vorhanden.“[25]

Weiterhin stellte Menath fest:

„Salzkristallisation Das Phänomen der Salzkristallisation ist im Bereich der nördlichen Deckenhälfte und an der Ostwand am Blattstuck über dem Türportal sehr ausgeprägt. Die Ursache lässt sich auf einen Wasserschaden im Jahre 2001 – bedingt durch einen Defekt im Dachstuhl – zurückzuführen. Die Schadensursache wurde mit der vollständigen Erneuerung des historischen Dachstuhls behoben, so dass die Entwicklung in der Schadensdynamik als abgeschlossen angesehen werden kann.“ [...][25]

Ansonsten fanden sich reduzierte Malschichtoberflächen mit kleinesten Malschichtausbrüchen im Wesentlichen nur in den überarbeiteten Bereichen der vorangegangenen Restaurierungsphase von 1980.[26] „Eine ästhetische Beeinträchtigung stellen besonders vereinzelt, nachgedunkelte und/ oder farblich unstimmige Retuschen und großflächige Übermalungen der 80er Jahre dar.“[26]

Der Bericht von Menath legt detailliert dar, welche Absicht mit der Restaurierungmaßnahme von 2006 im Vordergrund stand:

„Ziel war nicht eine allumfassende Entrestaurierung mit der zwangsläufig damit verbundenen Entfernung aller Überarbeitungen früherer Restaurierungen, sondern vielmehr eine Wartung und Pflege des historischen Wandmalereibestandes. Im Vordergrund stand im Wesentlich ein möglichst schonender Umgang mit der Bausubstanz (Trockenreinigung) und sofern konservatorisch vertretbar, die bewusste Akzeptanz der Restaurierung von 1980.“[27]

Folgenden Maßnahmen wurden dafür durchgeführt:

1. Oberflächenreinigung

„Mit der Trockenreinigung wurden lose auf der Malschichtoberfläche aufliegende, bildfremde Substanzen (Oberflächenverschmutzung, Spinnweben etc. entfernt.“[27]

Weiterhin erfolgte eine Kittung von Fehlstellen die auch das Schließen von Rissen beinhaltete, eine Putzfixierung sowie eine Konsolidierung mit Salzminderung und abschließend eine Retusche, die auch eine Rekonstruktion in Form einer Neuvergoldung beinhaltete:[28]

„Im Sinne einer Wartung des vorgefundenen Bestandes mit dem nötigen Respekt und der Akzeptanz für die vorangegangene Restaurierung wurden nach Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, sofern konservatorisch unbedenklich, nachgedunkelte und/oder unstimmige Retuschen von 1980 bewusst belassen, auch wenn diese in ihrer Ausführung teilweise aus ästhetischer Sicht nicht dem Anspruch heutiger restauratorischer Ethik gerecht werden. Auffällig ist, dass Retuschen von 1980 meist großflächiger auf den zu ergänzenden Fehlstellen, somit auch auf dem Original, ausgeführt wurden.

Aus rein konservatorischer Sicht bestand keine Anlass zur Abnahme von Retuschen der vorangegangenen Restaurierung. Extrem störende Altretuschen wurden durch eine Überarbeitung in den Wandmalereibestand farblich integriert.“[29]

„Der Stuckdekor des nördlichen Blattes sowie innerhalb der Muschel am Türportal der Ostwand war völlig zerstört und erhielt nach der Reparatur eine Neuvergoldung. Der unveredelte und stark überfasste Stuckdekor wurde freigelegt und nach Befundlage in Kalktechnik neu gefasst.“ [29]

Unter der Katalog-Nr. 062 findet sich in diesem Ordner noch ein interessanter Hinweis:

Die Restaurierungsmaßnahem fand noch eine Signatur am Ohr neben der Verhelst-Büste. die JGBergmiller lautete. Menath meint hierzu: „aufgrund der Position der Signatur in der südöstlichen Ecke über dem Türportal (von unten nicht einzusehen) liegt der Verdach nahe, dass es sich herbei womöglich nicht um eine originale Signatur, sondern vielmehr um einen Scherz der 80er Jahre handelt)“[30] Unerwähnt bleibt, ob diese Inschrift in Seccotechnikdurchgeführt wurde oder eine freskale Bindung aufwies.

Programm

Personifikation der Wertach als einer der drei Hauptflüsse des Hochstiftes und Bistums Augsburg.

Ostwand, Personifikation der Wertach
 

Beschreibung

In einem hochrechteckigen, ziegelroten Wandfeld befindet sich eine halbrunde, marmorierte Nische mit geradem Deckenabschluß, die mit Bändern gegliedert wird. Vor einem naturbelassenen Felsen mit einem Springbrunnen in einer muschelförmigen Schale darüber, sitzt die marmorne Personifikation der Wertach, die mit einem Schild als „VINDA“ bezeichnet ist. Sie ist als nicht ganz bekleidete Frau dargestellt, denn ihre rechte Brust ist sichtbar. Als mögliches Attribut kann man den Stiel eines Paddels in ihrer linken Hand als Hinweis für die Schiffbarkeit des Flusses als Verkehrs- und Transportweg erahnen.

Ihr zu Füßen tummeln sich zwei Mischwesen mit delphinartigen Beinen, von denen das Wesen bildrechts aus einer großen Urne Wasser ausschüttet, um den Reichtum des Flusses zu demonstrieren.

Die Komposition des Wandbildes ist in seiner erzählerischen Einfachheit schnell erfassbar, ein Umstand, den die einansichtige Ausrichtung auf einen Betrachter auf dem ersten oder zweiten Wendepodest unterstützt.

Ostwand, Nordöstlicher Prunkpokal

Beschreibung

In einer halbrunden Nische mit Bandumrahmung steht auf einem massiven Volutensockel eine vergoldete Prunkvase. Ihr charakteristisches Äußeres gewinnt sie durch die dekorative Verzierung mit lächelnden Satyrköpfen und Schildfeldern, die sich regelmäßig abwechseln.

Im Unterschied zu den anderen Prunkvasen auf den beiden Längsseiten, die eine Verbindung der vier Elemente und vier menschlichen Grundtemperamente herstellen, bleibt es bei dieser Prunkvase mit der weiblichen Kopfbüste und einer beigegebenen Fahne auf dem Sockel wohl nur bei einer formalen Angleichung. Der Vorschlag, den römischen Gott Janus dargestellt zu sehen, ist wenig überzeugend.[37]

Trotz der Widergabe des Prunkpokals in ganz leichter Untersicht nimmt es ihm nichts von seiner repräsentativen Erscheinung.[37]

Treppenhaus, Südwand

 

Beschreibung

Die Südwand folgt dem Gesamtaufbau des Treppenhauses mit rustiziertem Sockel- und darstellendem Obergeschoss. Wegen des realen Treppenverlaufes ist von der Rustizierung nur noch ein Rest zu erkennen. Zudem musste eine Türe auf dem zweiten Wendepodest (Zugang zum Haupttrakt, 1. OG) in die Wandgestaltung mit integriert werden. Trotz kleinerer optischer Störungen hielt sich Bergmüller an die prinzipielle Dreiteilung der Wand, mit der Darstellung eines Flusses, hier der Lechals einer der drei Hauptflüsse des Hochstiftes und Bistums Augsburg, und den beiden seitlich begleitenden prächtigen Prunkvasen. Die Wandfelder sind auf der Längsseite des Raumes wie auf der gegenüberliegenden Nordwand mit Doppelpilastern gegliedert, die in der Ecke mit dem benachbarten Pilaster eine das Wandkontinuum betonende Einheit bilden. Das Gebälk darüber separiert den Wand- vom Deckenbereich.

Die Komposition der gemalten Darstellungen ist einfach und einansichtig auf den Betrachter ausgerichtet, womit in dem geräumigen Treppenhaus verzerrende Perspektiven vermieden sind. Die beste Erfassung der Bilder bietet ein Blick vom zweiten und/oder dritten Wendepodest.

Südwand, Personifikation des Lech
 

Beschreibung

In einem hochrechteckigen, ziegelroten Wandfeld befindet sich eine halbrunde Nische mit Kalotte, die mit Bändern umrahmt wird. Vor einer naturbelassenen Felsenkulisse mit muschelförmiger Schale darüber, in dem sich Wasser aus einem bekränzten Puttenkopf ergießt, sitzt die marmorne Personifikation des Lechs, die mit einem Schild als „LYCUS“ bezeichnet ist. Sie ist als bärtiger, fast nackter Mann mit einem Kranz aus Flußpflanzen um die Hüften dargestellt. Als Attribut ist hinter ihm ein großes Ruder zu sehen, wie es die Lechflößer für ihre Fahrten benutzten. Seine Haupttätigkeit besteht darin, mit großem Körperaufwand Wasser aus einer großen Urne zu entleeren, um den Reichtum des Flusses anzeigen. Zwei Mischwesen mit delphinartigen Beinen verteilen sich im Bild: einer gibt sich als Atlas und stützt den Felsen, während der zweite das Namenschild des Flusses vorweist.

Die Komposition des Wandbildes ist in seiner erzählerischen Reduziertheit schnell erfassbar, ein Umstand, den die einansichtige Ausrichtung auf einen Betrachter auf dem ersten Wendepodest unterstützt.

Südwand, Südwestlicher Prunkpokal

Beschreibung

In einer halbrunden Nische mit Bandumrahmung steht auf einem massiven Volutensockel eine vergoldete Prunkvase. Sie ist mit einem Blatt- und Fruchtgehänge verziert, als Henkel fungieren zwei Satyrköpfe. Zwischen beiden ist eine große Ornamentkartusche mit einem liegenden Dreieck als zeichenhafter Hinweis auf das Element Feuer, dem auf dem Sockelfeld die symbolische Kopfdarstellung des cholerischen Temperamentes zugeordnet ist.

Trotz der Widergabe des Prunkpokals in ganz leichter Untersicht bleibt ihm seine repräsentative Erscheinung.

Südwand, Südöstlicher Prunkpokal

Beschreibung

In einer halbrunden marmorierten Nische mit Bandumrahmung steht auf einem massiven Volutensockel eine vergoldete Prunkvase. Sie ist mit einem Blatt- und Fruchtgehänge verziert, als Henkel fungieren zwei Satyrköpfe. Zwischen beiden ist eine große Ornamentkartusche mit einem stehenden Dreieck und mittigem Querbalken als zeichenhafter Hinweis auf das Element Erde. Die symbolische Kopfdarstellung des melancholischen Temperamentesauf dem Sockelfeld darunter mit nachdenklichem Gesichtsausdruck, Buch und Papierrolle ist dem Element Erde zugeordnet.

Trotz der Widergabe des Prunkpokals in ganz leichter Untersicht bleibt ihm seine repräsentative Erscheinung.

Treppenhaus, Westwand

 

Beschreibung

Die Westwand ist wie die drei anderen Wände zweigeschossig aufgefasst, mit einem rustizierten Sockelgeschoß und pilastergegliederten Obergeschoss. Im Unterschied zu den anderen Wänden hat sie kein geschlossenes Wandkontinuum, sondern ist als Fensterwand definiert. Da die Position der vier Fenster, jeweils zwei übereinander, nach Süden versetzt ist, also nicht an der Raummitte ausgerichtet ist, musste Bergmüller eine unkanonische, trotzdem regelmäßig erscheinende Wandeinteilung vornehmen. Ergebnis dieser optischen Korrektur sind zwei raummittige, gekuppelte Pilaster, die als breite Vertikalbahn einen vornehmen Hintergrund für eine Ornamentkartusche abgeben, die das Porträt von Kaiser Augustus, des Stadtgründer Augsburgs, im Profil mit Lorbeerkranz zeigt.

Die Ansicht des Kaiserporträts ist nicht auf wechselnde Perspektiven im Treppenhaus ausgerichtet, sondern streng einansichtig auf eine Betrachtung vom obersten Podest aus berechnet.

Westwand, Augustus

Beschreibung

In einer hochovalen Ornamentkartusche ist auf vergoldetem Hintergrund das nach rechts blickende Profilporträt von Kaiser Augustus, dem Stadtgründer, dargestellt. Er wird bildintern mit „CAES=AUGUSTUS“ bezeichnet, was seine Corona triumphalis, der Lorbeerkranz des Triumphators bildlich unterstreicht.[38]

Treppenhaus, Treppentragewand

Beschreibung

Das letzte Schrägstück des Treppenlaufes und das folgende Podest ruhen auf einem Mauerstück, das unter dem Podest einen eigenen Raum ausbildet, der als Verbindung in die anschließenden Trakte dient. Der Zugang erfolgt durch eine Arkade mit Segmentbogen und ist vom untersten Podest des Hauptraumes aus über vier Stufen aufwärts zu erreichen. Die Arkade ist als genutete Rustizierung gebildet, womit sie sich den umgebenden Hauptwänden formal anpasst.

Das verbleibende geschlossene Wandstück unter dem Treppenlauf hat eine sandsteingelbe Umrahmung, die ein vertieftes, ziegelrotes Wandfeld umfasst.

Treppenhaus, Unterer Verbindungsraum, Ostwand

Beschreibung

Die hochrechteckige Tür sitzt in einer Wand mit genuteter Rustizierung, Keilsteine über der Türmitte verstärken den massiven Eindruck.

Treppenhaus, Unterer Verbindungsraum, Südwand

Beschreibung

Die Wand mit ihrer Bandrustika wird von einem hochrechteckigen Rahmen mit vertieftem, ziegelroten Wandfeld unterbrochen. Den optischen Blickfang bildet darin eine halbrunde Nische mit Kalotte auf einem Parapet, in der eine silberne Henkelvase aufgestellt ist. An deren oberen Halsrand ist die Zahl 1752 als Datum der Ausmalung erkennbar.

Über der Nische ist ein Dekor-Gehänge aufgespannt.

Treppenhaus, Unterer Verbindungsraum, Westwand

Beschreibung

Die hochrechteckige Tür sitzt in einer Wand mit genuteter Rustizierung, Keilsteine über der Türmitte verstärken den massiven Eindruck. Dahinter befindet sich ein reiner Funktionsraum.

Deckenmalerei im Treppenhaus

Beschreibung

Die Decke ist als ein Scheingewölbe aufgefasst, das sich generell auf die Dreiteilung der Wand bezieht und architektonische Trageelemente auf den Diagonalseiten als Pendentifs ausbildet. Das gemalte Architekturgerüst ermöglicht sowohl in der Deckenmitte wie auf den vier Öffnungen der beiden Hauptachsen den Ausblick in den freien Himmel. Vor dieser Kulisse sind die fünf Bildmotive effektvoll inszeniert.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Komposition und damit die Verteilung der Bildmotive ist übersichtlich und einprägsam, was ihre Lesbarkeit erhöht.

Die Deckengestaltung ist in seiner Gesamtanlage einansichtig auf einen Betrachter in der Raummitte bezogen. Diese Vereinfachung der kompositorischen Bildanlage erlaubt dem Betrachter in der Raumweite des Treppenhauses einer Wahrnehmung der Gemälde ohne allzu störende Verzerrungen.

Decke, gesamt

In der Scheinarchitektur, die dem Aufbau eines nach vier Seiten und in der Kuppelmitte geöffneten Zentralbaues folgt, sind die Bildmotive auf die fünf Öffnungen übersichtlich verteilt und bildwirksam vor dem freien Himmelsgewölk inszeniert. Auf die Ämter und Titel des damals regierenden Fürstbischofs Joseph Landgraf von Hessen in Darmstadt spielen die Wappen auf den vier Hauptachsen an. Die vier Kardinaltugenden, die Joseph als Vorbild für seine Lebensweise gelten, sind in den vier Pendentifs verbildlicht. Beide dargestellten Aspekte, sowohl der institutionelle Erfolg des Fürstbischofs wie auch der persönliche Lebensweg, sind jedoch in den welt- und heilsgeschichtlichen Plan der Göttlichen Vorsehung eingebettet, die in der Deckenmitte herabschwebt.

Programm

Die Ämter, Titel und die tugendhafte Lebens- und Verhaltensweise des regierenden Bischofs von Augsburg, Joseph Landgraf von Hessen in Darmstadt, werden als Ausdruck des welt- und heilsgeschichtlichen Planes der göttlichen Vorsehung vorgestellt.

Decke, Vorraum

Beschreibung

Die Decke zeigt ein ziegelrotes Feld, das von einem sandsteingelben Band umrahmt wird.

Decke, Wappen mit Armaturen

Beschreibung

In der halbkreisförmigen Arkade breitet sich vor freiem Himmel ein Waffenfächer aus. Die Kanonenrohre, Morgensterne, Trommeln, Speere und Hellbarden, Fahnen und Federhelmbusch sind spiegelsymmetrisch angeordnet und annähernd radial ausgerichtet. Das Zentrum bildet ein schwarzes Wappen, das die Initialen JHL für Josephus Landgraf (von) Hessen aufweist. Dieser „JOSEPHUS“ wird zusätzlich noch auf einem unteren Schriftband benannt.

Das an der Decke vereinigte Waffenensemble verweist auf die weltliche Rolle des Augsburger Bischofs, dessen Hochstift als Bestandteil des Schwäbischen Reichskreises erhebliche Unterhaltssummen für eine Streitmacht zu zahlen hatte, wie dies für den Vor-Vorgänger von Joseph, Fürstbischof Alexander Sigismund belegt ist.[39] Im politischen Spannungsfeld zwischen kleinterritorialen Angelegenheiten und reichsständischen Aufgaben konnten entstandene Konflikte notfalls kriegerisch beigelegt werden.

Komposition und Ansichtigkeit

Um das Wappen optimal präsentieren zu können, entschied sich Bergmüller für eine einansichtige, gut sicht- und lesbare Darstellung. Die einfache Komposition folgt diesen Grundanforderungen.

Decke, Wappen des Landgrafen von Hessen in Darmstadt

Beschreibung

An der aus zwei Spangen geformten Scheinarkade ist ein roter Samtvorhang mit innerem Hermelinbesatz aufgehängt. Vor diesem Hoheitszeichen halten zwei Löwen das ornamentumrankte Wappen von Joseph als Landgraf von Hessen in Darmstadt in ihren Vorderpfoten. Es zeigt insgesamt das blaue Schild der Landgrafschaft Hessen, das Patriarchenkreuz der Abtei Herfeld und die Zeichen für die Grafschaften Ziegenhain, Katzenelnbogen, Dietz, Nidda, Isenburg und Schaumburg. Mit aufgeführt ist die Halskette mit dem Kreuz des Kurpfälzischen St. Hubertusordens, der erst 1744 unter Kurfürst Karl Theodor zu einem Orden erhoben wurde, den Joseph verliehen bekam und der ihn zum Ritter machte. An der Wappenoberseite prunkt die Fürstenkrone auf einem Samtkissen. Ein Schriftband, unter dem Wappen über die Voluten gelegt, steht „LANDGRAVIUS HASSIAE“.

Komposition und Ansichtigkeit

Um das Wappen gut sichtbar und lesbar zu zeigen, wählte Bergmüller die Einansichtigkeit.

Decke, Wappen des Abtes von Feldvar

Beschreibung

Vor einem offenen Himmel ist ein schwerer, blauer Stoff ausgebreitet, der auf der linken Seite an der Scheinarkade aufgehängt ist und auf der rechten Seite von einem Putto hochgestemmt wird. Davor ist eine dreipaßähnliche Kartusche platziert, die von ausladenden, goldenen Rocaille-Formen umrahmt wird. Im Kartuschenfeld sieht man ein Stadttor mit bewachtem Vierkantturm, das auf das Ortswappen anspielt als Joseph Landgraf von Hessen in Darmstadt „ABBAS FELDVARIENSIS“, Abt des ehem. Benediktiner-Klosters des heutigen Dunaföldvar war.[40] Am oberen Kartuschenrand werden die damit verbundenen Ehrenzeichen Krummstab und Schwert gezeigt, während die Mitra auf einem Engelskopf sitzt.

Komposition und Ansichtigkeit

Komposition und Ausrichtung der Wappendarstellung sind einfach, um ihre heraldische Präsentation und Lesbarkeit zu erhöhen.

Decke, Nordosten, Temperantia

Beschreibung

Die Darstellung der Mäßigung befindet sich in einer Kartusche mit vergoldetem Dekorrahmen. Diese ist der mittige Bestandteil des Ornamentaufbaues auf dem Pendentif, wird von zwei Putten gehalten und in einer kleinen Schildkartusche als „Temperantia.“ vorgestellt. In dem rotbraun monochromen Bildfeld ist die Mäßigung als junge, reichgewandete Frau gezeigt, die nach oben blickt. Mit ihrer linken Hand weist sie demonstrativ den Becher vor, in dem sie Wasser und Wein im rechten Maß abgemischt hat.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung der Mäßigung ist einansichtig.

Decke, Nordwesten, Fortitudo

Beschreibung

Die Darstellung der Stärke befindet sich in einer Kartusche mit vergoldetem Dekorrahmen. Diese ist der mittige Bestandteil des Ornamentaufbaues auf dem Pendentif, wird von zwei Putten gehalten und in einer kleinen Schildkartusche als „Fortitudo.“ vorgestellt. In dem rotbraun monochromen Bildfeld ist die Stärke als jüngere, bekleidete Frau gezeigt, die aus dem Bild sieht und mit dem lässigen Vorweisen einer dorischen Säule ihr physisches Kraftpotential demonstriert. Dass sie zusätzlich auch noch Mut besitzt, zeigt der herkulinische Löwenkopf auf ihrem Haupt und macht sie eigentlich zur Starkmut.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung der Stärke ist einansichtig.

Decke, Südosten, Prudentia

Beschreibung

Die Darstellung der Klugheit befindet sich in einer Kartusche mit vergoldetem Dekorrahmen. Diese ist der mittige Bestandteil des Ornamentaufbaues auf dem Pendentif, wird von zwei Putten gehalten und in einer kleinen Schildkartusche als „Prudentia“ vorgestellt. In dem rotbraun monochromen Bildfeld ist die Prudentia als ältere, reichgewandete Frau mit Kopftuch gezeigt, die nach unten sieht. Mit ihrer linken Hand weist sie demonstrativ einen Spiegel vor, um den sich eine Schlange windet, um damit die positiven Eigenschaften der Selbsterkenntnis und der seherischen Voraussicht anzudeuten.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung der Klugheit ist einansichtig.

Decke, Südwesten, „Iustitia“

Beschreibung

Die Darstellung der Gerechtigkeit befindet sich in einer Kartusche mit vergoldetem Dekorrahmen. Diese ist der mittige Bestandteil des Ornamentaufbaues auf dem Pendentif, wird von zwei Putten gehalten und in einer kleinen Schildkartusche als „Iustitia“ vorgestellt. In dem rotbraun monochromen Bildfeld ist die Gerechtigkeit als erwachsene Frau in Rüstung und mit Federbuschhelm gezeigt, die nachdenkend aus dem Bild sieht. In ihrer rechten Hand hält sie ein Schwert, mit ihrer linken Hand weist sie demonstrativ eine Balkenwaage vor, womit sie die abwägenden und richtenden Eigenschaften andeutet.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung der Gerechtigkeit ist einansichtig.

Decke, Wappen des Bischofs von Augsburg

Beschreibung

An der aus zwei Spangen geformten Scheinarkade ist ein roter Samtvorhang mit innerem Hermelinbesatz aufgehängt. Davor präsentieren zwei geflügelte Putten das hochovale Wappenschild des „EPISCOPUS AUGUSTANUS“, wie es auf dem unteren Schriftband heißt. In dem blauen Schildfeld sind die Initialen JHL für Joseph Landgraf (von) Hessen vergoldet dargeboten. Auf der Spitze des mit ausladenden Rocaille-Ornamenten umrahmten Wappens finden sich die Zeichen der geistlichen und weltlichen Herrschaft: zum einen die bischöfliche Mitra und Krümme auf der linken Seite und zum anderen der Fürstenhut und das Schwert als Ausdruck der Herrschaft über das weltliche Territorium des Hochstiftes Augsburg

Komposition und Ansichtigkeit

Um das Wappen in seiner Aussage optimal präsentieren zu können, entschied sich Bergmüller für eine einansichtige, gut sichtbare und damit lesbare Darstellung. Die Komposition folgt diesen Grundanforderungen.

Decke, Unterer Verbindungsraum

Beschreibung

Die Decke zeigt ein ziegelrotes Feld, das von einem sandsteingelben Band umrahmt wird.

Göttliche Vorsehung

Beschreibung

Auf einer Wolkenbank sitzend, schwebt die weibliche Personifikation der Göttlichen Vorsehung in die mittlere, rechteckige Öffnung der Scheinarchitektur hinein. Sie trägt ein gelbes Unterkleid und einen blauen Mantel, der im Luftzug hoch weht. Als Zeichen ihrer Herrschaft hat sie den Himmelsglobus bei sich, den zwei Putten tragen helfen, und das Szepter mit dem dreieckigen Auge Gottes darüber, das von Sonnenstrahlen hinterfangen wird. Während ihres Herabschwebens blickt sie nach oben in den offenen Himmel hinein, was sie mit dem Bewegungsgestus ihres emporgehobenen linken Armes unterstützt. Dies ist bildtraditionell insofern ungewöhnlich, da in vielen vergleichbaren Beispielen die Göttliche Vorsehung sich eher auf die Abläufe und Geschehnisse auf der Erde konzentriert und nicht den Blick nach oben lenkt.[41] Eine bildliche Verdoppelung dieses Verhaltens zeigt der rotgewandete Engel rechts, der sich überrascht nach oben zurückwendet.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Anordnung aller Figuren folgt der einfachen Umrissfigur eines Dreiecks. Um aber die inhaltliche Botschaft des Bildes gestalterisch zu betonen, ist das Hinaufblicken in den Himmel (zu Gott?) auf der bildrechten Seite durch die Parallelführung von Flügel, wehendem Mantel und Armhaltung der Göttlichen Vorsehung fast kinetisch inszeniert.

Erschließungsraumfolge

 

Mit der Regentschaft von Fürstbischof Joseph Landgraf von Hessen in Darmstadt ab 1740 begann eine Epoche, in der man anfing, die Residenz wieder mehr zu schätzen. Diese war seit dem späten Mittelalter zu einer Nebenresidenzgeworden, weil die Fürstbischöfe ihre Hauptresidenz aus stadthistorischen Gründen nach Dillingen verlegt hatten.

Unter Fürstbischof Joseph war die Anwesenheit in der Stadt Augsburg wieder attraktiver geworden und so versuchte er sukzessive das heruntergekommene Äußere und die vernachlässigten Innenräume wieder in einen bewohnbaren Stand zu versetzen. Den gesellschaftlichen Anforderungen als Landesherr konnte die wenig vorzeigbare Residenz allerdings nicht genügen und so entschloss er sich, nicht mehr nur umzubauen, sondern ab 1750 den Nordflügel ganz abzureißen und neu zu bauen. Im Zusammenhang damit ist auch die Absicht erkennbar, einen repräsentativen Festsaal für die verschiedensten Veranstaltungen zu haben. Da dieser im 2. Obergeschoss geplant war, musste man diesen auf angemessene Weise erreichen. So entstand die Idee, ein Prunk-Treppenhaus neu zu bauen, um die Geschosse zu überwinden. Aus diesen äußeren Gegebenheiten, zwei neu gebaute, separierte Repräsentationsräume miteinander zu verbinden, mußte der Verteilerraum in dem alten Pfalzturm zu einem kleinen Vermittlerraum zwischen Treppenhaus und Festsaal integriert und umfunktioniert werden. Auf diese Weise ergab sich eine Abfolge von drei repräsentativen Räumen, die den Bedürfnissen des Bauherrn entsprochen haben.

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das an der Nordwestecke hinter dem Pfalzturm und zwischen den beiden Flügeln der Residenz gelegene Treppenhaus ließ Fürstbischof Joseph von Hessen in Darmstadt ab circa 1750 wahrscheinlich nach Plänen von Franz Xaver Kleinhans durch Ignaz Paul ausführen.[4] Ende Oktober 1751 waren sowohl das Stiegenhaus und die vorgelagerte Kutschenauffahrt baulich zu Ende gebracht.[4] Johann Georg Bergmüller, der Augsburger Akademiedirektor, muss im Sommer 1752 intensiv in der Residenz gearbeitet haben, denn neben den Freskierungen im Treppenhaus waren auch die Bilder für die Decke des Festsaales im Oktober dieses Jahres fertig geworden.[4]

Der Neubau des Treppenhauses war notwendig geworden, nachdem sich Fürstbischof Joseph entschlossen hatte, die Augsburger Residenz als repräsentative Anlage um- und ausbauen zu lassen. Im Zusammenhang mit dem Neubau eines prächtigen Festsaales wünschte er eine Raumabfolge, die seinen geladenen Gästen einen angemessenen Zugang hierzu ermöglichten, wozu das Treppenhaus als imposantes Entrée dienen sollte.

Beschreibung

Das im Grundriss faktisch leicht in West-Ost-Richtung gelängte Stiegenhaus entwickelt die Raumwirkung eines quadratischen Kastenraumes, der mit einem hohen Spiegelgewölbe abschließt. Dies ist insofern von Vorteil, da mit dem Aufsteigen auf der dreiläufigen breiten Treppe sich beim gleichzeitigen Umschreiten der Wand-und Deckengemälde keine großen optischen Verzerrungen ergeben und die Bilder gut erfasst werden können. Das Treppenhaus betritt man von der Kutschenauffahrt her, wobei ein schmaler, elfstufiger Aufgang mit gekurvten Wänden durchschritten werden muss. Mit der U-förmig angeordneten Treppe, die an der Nord-, West- und Südwand entlang den Höhenunterschied bis zum 2. Obergeschoss ermöglicht, gelangt man an ein Prunkportal, das den Weg zum Verteilerraum freigibt und damit die Fortsetzung der repräsentativen Raumfolge gewährt. Das Treppenhaus wird nicht mehrseitig, sondern allein von insgesamt vier, jeweils zwei übereinander sitzenden Fenstern an der Westwand mit Licht versorgt. Das gesamte Treppenhaus wird als ein zweigeschossiger Raum vorgestellt, bei dem sich über dem (gemalten) genuteten Sockelbereich eine (gemalte) Pilastergliederung mit vortretendem Gesims entwickelt. Im Deckenbereich darüber ist ein massives Architekturgerüst aufgemalt, das auf den vier Hauptseiten und in der Deckenmitte den Ausblick in den offenen Himmel freigibt und die zentralisierende Raumwirkung unterstützt.

Durch den Einbau der Treppenanlage ergaben sich neben der repräsentativen Gestaltung auch Resträume, welche die Bewegungsabläufe in der Residenz erleichterten. So befindet sich direkt unter dem obersten Treppenpodest an der Ostseite ein arkadengeöffneter Raum, der durch die Osttüre den schnellen Zugang zu einem unteren Verteilerraum und damit zu beiden Trakten ermöglicht. Der gegenüberliegende Restraum war reiner Nutzraum.

Dieses äußerst prachtvolle Innere des Treppenhauses befindet sich in einem Gehäuse, dessen Äußeres sehr spartanisch mit einem genuteten Rustikasockel und Lisenengliederung versehen ist, und das den malerischen Reichtum des Inneren nicht erahnen lässt.

Programm

Das Hochstift Augsburg (personifiziert in den drei Hauptflüssen Lech, Wertach und Donau, aktuell regiert von Fürstbischof Joseph von Hessen in Darmstadt) wird als Fügung der Göttlichen Vorsehung (Divina Providentia) präsentiert.

Pfalzturm

 

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Der Pfalzturm, der an der Residenz einen markanten vertikalen Prospekt zwischen den beiden Flügeln bildet, ist, neben dem Burggrafenturm an der Südseite des Fronhofes das einzige Überbleibsel der mittelalterlichen bischöflichen Pfalz. Im Jahre 1507/08 wurde er erhöht, ansonsten am Außenbau nicht mehr wesentlich verändert. So zeigt das im Grundriss quadratische Bauteil immer noch seinen kantenverfestigenden Ortsteinverband und seine kleinfenstrigen Wände. Das haubenartige Dach dürfte jüngeren Datums sein.

Die kleinen Innenräume haben stets als Durchgangs- und Verbindungsscharnier zwischen den beiden Flügeln fungiert. Diesen reinen Zweckcharakter verlor der Kleinraum im 2. Obergeschoss, als Fürstbischof Joseph sich entschieden hatte, eine repräsentative Raumabfolge anzulegen, deren Zielpunkt der neue Festsaal im Nordflügel war. Zu diesem Anlass gab er ein neues Treppenhaus in Auftrag, das den Auftakt der Raumfolge bilden und zur Überbrückung von zwei Stockwerken dienen sollte. Um in den Festsaal zu gelangen, musste man den Verbindungsraum im Pfalzturm nutzen, der deshalb den neuen Anforderungen entsprechend 1750-1752 umgebaut und zeitgemäß von Johann Georg Bergmüller freskiert und vermutlich von Placidus Verhelst stuckiert wurde.[42]

Erschließungsraumfolge Verteilerraum:

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Der Pfalzturm, der an der Residenz den markanten vertikalen Prospekt zwischen den beiden Flügeln bildet, ist, neben dem Burggrafenturm an der Südseite des Fronhofes das einzige Überbleibsel der mittelalterlichen bischöflichen Pfalz. Im Jahre 1507/08 wurde er erhöht, ansonsten am Außenbau nicht mehr wesentlich verändert. So zeigt das im Grundriss quadratische Bauteil immer noch seinen kantenverfestigenden Ortsteinverband und seine kleinfenstrigen Wände. Das haubenartige Dach dürfte jüngeren Datums sein.

Die kleinen Innenräume haben stets als Durchgangs- und Verbindungsscharnier zwischen den beiden Flügeln fungiert. Diesen reinen Zweckcharakter verlor der Kleinraum im 2. Obergeschoss, als Fürstbischof Joseph sich entschieden hatte, eine repräsentative Raumabfolge anzulegen, deren Zielpunkt der neue Festsaal im Nordflügel war. Zu diesem Anlass gab er ein neues Treppenhaus in Auftrag, das den Auftakt der repräsentativen Raumfolge bilden und zur Überbrückung von zwei Stockwerken dienen sollte. Um in den Festsaal zu gelangen, musste man den Verteilerraum im Pfalzturm nutzen, weshalb er den neuen Anforderungen entsprechend 1750-1752 umgebaut und zeitgemäß von Johann Georg Bergmüller freskiert und vermutlich von Placidus Verhelst stuckiert wurde.

Beschreibung

Der im Grundriss und aufgehenden Mauerwerk fast quadratische Raum wird im Deckenbereich zu einem Raum mit einer kreisrunden Voute, hinter deren Kuppelring sich, zurückgesetzt, ein tambourartiger Zylinder als Kuppel mit planen Plafond erhebt. Die Belichtung der Kuppel erfolgt faktisch nur über ein Oberlichtfenster, obwohl die restlichen sieben Spiegelfenster eine andere Beleuchtungssituation suggerieren. Die zentralisierende Wirkung aus Quadrat und Kreis fördert zudem die Konzentration auf das Deckengemälde von Bergmüller.

Der Raum, seit alters her als Raumverteiler nach vier Seiten in die anliegenden Raumkompartimente gedacht, hat vier verschieden große Türöffnungen, die man um 1750, entsprechend den neuen Anforderungen in Türhöhe und Formgebung einander anpasste.

Deckenmalerei im Pfalzturm

 

Verteilerraum, Voute, Stuckierung

Den Übergang vom quadratischen Wandbereich zur kreisrunden Deckenform überspielen auf der Westseite zwei verspiegelte Rocaillekartuschen und auf der Ostseite (an entsprechender Stelle) zwei Putten, die einen schweren Vorhang hochraffen, um den Weg in den folgenden Festsaal freizugeben.

Die Hohlkehle strukturieren vier Voluten, die den Deckenrand überlappen und dort einen Sockel ausbilden, der als Auflager für vier Vasen dient, die mit reifen Früchten und Blumen vollgefüllt sind.

Verteilerraum, Decke, Malerei

Über der mit acht verspiegelten Fenstern versehenen Tambourzone (das östliche Fenster dient als einzige Belichtungsquelle) befindet sich eine Flachdecke, auf der eine achtblättrige Umrissform das Deckenbild umfasst. Es zeigt zwei Putten, die auf unterschiedliche Weise den Reichtum und Segen des bewirtschafteten Landes zeigen. Der bildrechte Putto liegt bäuchlings auf einer Wolkenbank und hält einen geflochtenen Korb mit Blumen, vor allem voll aufgeblühte Rosen in seinen Händen. Er hat Blickkontakt zu dem neben ihm herabfliegenden Putto aufgenommen, dessen Tuch im Luftzug hoch weht. Seine Haupttätigkeit besteht darin, ein mit allerlei Früchten übervolles Füllhorn auszuschütten, das er ob seiner Schwere schultern musste. Die überreichen Gaben der Natur sind als Ergbnis der guten Regierung des Fürstbischofs zu verstehen.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung der beiden Putten ist auf darstellerischen und motivischen Kontrasten aufgebaut, die das reduzierte Figurenensemble beleben. Der Funktion eines Verteilerraumes angepasst, ist die Einansichtigkeit des Freskos von Vorteil, weil sie selbst beim schnellen Durchqueren des Raumes erfassbar ist.

Nordflügel

 

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Nachdem zu Beginn der Regentschaft von Fürstbischof Joseph von Hessen in Darmstadt ab 1740 die bauliche und räumliche Gesamtsituation der Augsburger Residenz nicht mehr die beste war, hatte er sich entschlossen, ab 1741-1743 vor allem Umbauten und Reparaturen, unter anderem auch an dem berühmten Tafelzimmer im Nordflügel[43] vornehmen zu lassen. Erst mit der Entscheidung, seine Anwesenheit in Augsburg dauerhafter zu gestalten, erwog er den Abriss des alten Nordflügels, den er durch einen Neubau ersetzte. Hintergrund dieser Maßnahmen war die Anlage einer repräsentativen Raumfolge, die mit dem neuen Treppenhaus anhub, sich im Turm-Verteilerraum fortsetzte, um dann im neuen Festsaal zu enden. Die aufwändige Ausstattung besorgten am Hof erfahrene Künstler wie Jacob Gerstens, der die hölzerne Wandgestaltung konzipierte und Johann Georg Bergmüller, der die Decke mit Leinwandbildern und Fresken zierte.

Festsaal: Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte sowie Befund

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Nachdem unter der Regentschaft von Fürstbischof Joseph von Hessen in Darmstadt die bauliche und räumliche Gesamtsituation der Augsburger Residenz nicht mehr die beste war, hatte er sich entschlossen, ab 1741-1743 vor allem Umbauten und Reparaturen, unter anderem auch an dem berühmten Tafelzimmer im Nordflügel vornehmen zu lassen.[43] Erst mit der Entscheidung, seine Anwesenheit in Augsburg dauerhafter zu gestalten, erwog er den Abriss des alten Nordflügels, den er durch einen Neubau ersetzte. Hintergrund dieser Maßnahmen war die Anlage einer repräsentativen Raumfolge, die mit dem neuen Treppenhaus anhub, sich im Turm-Zwischenzimmer fortsetzte, um dann im neuen Festsaal zu enden. Die aufwändige Ausstattung besorgten am Hof erfahrene Künstler wie Jacob Gerstens, der die hölzerne Wandgestaltung konzipierte und Johann Georg Bergmüller, der die Decke mit Leinwandbilder und Fresken zierte.

Der neue Festsaal nahm im Flügel genau die Position ein, die im Vorgängerbau das Tafelzimmer inne hatte und als bischöfliche Kapitelstube genutzt wurde.[44] Bekannt und berühmt war dieser Raum, weil hier am 25. Juni 1530 das Augsburger Bekenntnis öffentlich vorgelesen und dem Kaiser Karl V. überreicht wurde.[44] Doch die Kleinheit und Baufälligkeit des Zimmers sprachen gegen seinen Erhalt und so musste es dem größeren und repräsentativ ausgestatteten neuen Saal weichen.

Beschreibung

Der Festsaal liegt an der westlichen Seite des Nordflügels, was seiner Bestimmung als Endpunkt der Raumabfolge vom Treppenhaus über den Zwischenraum entspricht. Dem repräsentativen Zugang auf der Südseite antwortet die Türe auf der nördlichen Schrägseite, welche die rückwärtigen Räume erschließt. Das Motiv der schräg ausgerichteten Wände in den Raumecken ergab sich an der Südseite aus der räumlichen Anpassung der Vorgängerzimmer und wurde auf alle vier Raumecken als gestalterisches Element übertragen. Auf der Ostseite sind sie als hohe Nischen ausgebildet, in denen zwei zylinderförmige „weiß glaßierte feine Oefen“[45] aus München eingepasst sind.

Der achtseitige, längsrechteckige Saal (auf der Basis eines ungleichseitigen Oktogons) hat Flügeltiefe und wird auf der Nord- und Südseite von je drei Fenstern beleuchtet. Eine Doppeltür in der Ostwandmitte erschließt den Zugang zum Korridor der dahinterliegenden Zimmer.

Das Innere des Festsaales ist ohne architektonische Gliederung. Die Struktur und Zier der Wände ergibt sich aus der symmetrischen Anordnung von insgesamt acht Porträts aus der Dynastie der Habsburger und Wittelsbacher und der zusätzlichen Gestaltung der Wandabschnitte mit Spiegel- und Dekorbahnen. Über diesem Wandbereich entwickelte sich bis zu ihrer Zerstörung 1944[46] eine Flachdecke mit stuckierter Hohlkehle als Übergangsmotiv.

Wände des Festsaals mit Gemälden: Befund

Die Wände präsentieren vier fürstlichen Ehepaaren aus dem Geschlecht der Habsburger und Wittelsbacher, die in einen symbolischen Bezug zu den vier Erdteilen und vier Jahreszeiten gesetzt waren.

Befund

Festsaal / Wandrestaurierung

Der Arbeitsbericht von Menath umfasst die im Festsaal die polychrom gefassten und veredelten Holzoberflächen von Jakob Gerstens d.Ä. (vergoldete Paneele) und Placidus und Ignaz Wilhelm Verhelst für die Bilderrahmen von 1767/68. Der Auftrag erfolgte durch den Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Hochbauamt Augsburg (Herr Geierhos), in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Der zuständige Referent des BLfD war Dr. Markus Weis.[47]

Ziel des Auftrages war die „Konservierung/ Restaurierung der hölzernen Verkleidung an allen vier Seiten mit dem primären Ziel einer Wartung des vorhandenen Bestandes mit Behebung ästhetische störender Schäden.“[48]

„Restaurierungsziel

Im Vordergrund stand eine Pflegemaßnahme mit Reinigung der Oberflächen der historischen hölzernen Wandverkleidungen mit Rokokoornamentik. Der vorgefundene (bereits um 1980 restaurierte) Bestand sollte dabei nicht verändert werden. Das Hauptaugenmerk der durchzuführenden Arbeiten sollte auf einer Reinigung der Weißoberflächen und Metallauflagen im Bereich der Stuckornamentik liegen. Ferner die Reparatur von Fehlstellen am plastischen Stuckdekor mit Ergänzungen von kleinen Verlusten am plastischen Ornament. An den weiß gefassten Rücklagenflächen sollten Konstruktionsrisse und Schwundrisse von Holzverbindungen u.a. geschlossen werden. Dagegen stand eine Abnahme des bestehenden Fassungsbestandes von 1980 – mit vollständiger Neufassung der Weißflächen – nicht zur Diskussion. Zur Beurteilung des Restaurierungsziels sowie als Grundlage für diese Maßnahme wurde 2006 eine Musterfläche angelegt, die vom Bayer. Landesamt für Denkmalpflege begutachtet und zur Umsetzung freigegeben wurde. Die Konservierung/ Restaurierung versteht sich als Wartungs- und Pflegekonzept mit bewusster Akzeptanz des rezenten Bestandes.“[49]

„Erhaltungszustand (vor der Restaurierung)

Die Fassungsoberflächen waren durch Gebrauchsspuren, Alterung und klimatisch bedingten Einflüssen gekennzeichnet. Rissbildungen unterschiedlicher Breite waren an nahezu allen Teilen der Wandverkleidung anzutreffen. Hierbei handelte es sich meist um Schwundrisse an Stößen oder Verbindungen der Holzkonstruktion. Im Fußbodennahmen Bereich waren zudem an allen Seiten instabile Leisten, Füllungen und Wandteile anzutreffen.

Kleinteiliger Substanzverlust war vor allem an der Stuckapplikation in größerem Umfang vorhanden, die besonders an Konstruktionsrissen der Holzverbindung zu Abplatzungen der filigran aufmodellierten Rocaillenornamentik geführt hatten. Ferner waren Schollenbildungen und Ablösungen von Grundier- und Fassungsschichten der Metallfassungen ein weiteres sichtbares Schadensbild. Gebrauchsspuren und großflächige Fassungsverluste an den Türen und Fenstern waren durch Abrieb (Vergoldung) und Wassereinwirkung festzustellen. Zudem war eine unsachgemäße Überarbeitung der Schadensbereiche und kleiner Fehlstellen im geringem Umfang zu beobachten.“[50]

Festsaal, Westwand

Beschreibung

Zwischen den beiden seitlichen Schrägen (mit Doppeltüren) erstreckt sich eine in fünf Abschnitten geteilte, zurückgesetzte Wand mit Holzvertäfelung. Der Sockelbereich zeigt einen Wechsel aus querrechteckigen Dekorfeldern und drei symmetrisch verteilten Rundbildern mit vergoldeten Einzelfiguren. Die Gestaltung der fünfteiligen Wand darüber ergibt sich aus der symmetrischen Verteilung von drei vertikalen Spiegelbahnen, deren mittlere die breitere ist, und den zwei dazwischen platzierten hochrechteckigen Bildern. Getrennt werden die einzelnen Travéen jeweils durch eine vage an eine Pilasterordnung erinnernde Ornamentgliederung. Die Restflächen über und unter den Spiegel- und Wandfeldern sind mit Rocailleornamenten besetzt. Die beiden Schrägseiten haben Doppeltüren mit einer sechsfachen ornamental verzierten Felderung. Darüber ist auf der Südseite eine Supraporte mit der Darstellung eines tanzenden Paares, das auf der Nordseite von einem musizierenden und tanzenden Paar ergänzt wird.

Befund

Holzvertäfelung mit Schnitzereien, dazwischen Ölbilder auf Leinwand.

Westwand, Kaiser Franz I. Stephan

Beschreibung

Kaiser Franz I. Stephan (1708-1765) steht mit gelber, gerüschter Kleidung in selbst- und standessicherer Herrscherpose in einem nicht näher gekennzeichneten Innenraum. Seine Körperhaltung mit der in die rechte Hüfte gestemmten Hand signalisiert Machtanspruch und das Vorzeigen des Herrscherstabes, auf den er sich lässig stützt, zeigen die Art und Weise der Machtausübung. Seine kaiserliche Stellung zeigen die Krone und der Reichsapfel auf einem Hocker bildrechts an, der Armlehnsessel links drückt priviligiertes Sitzen aus.

Komposition und Ansichtigkeit

Das Bild ist einansichtig auf einen gegenüberstehenden Betrachter ausgerichtet. Die Komposition und Darstellungsart ist den von Martin von Meytens am Wiener Hof entwickelten Darstellungsart fürstlicher Potentaten verpflichtet.[51] In seiner Körperausrichtung bildet das Bild das Pendant zu Maria Theresia auf der wandrechten Seite.

Westwand, Kaiserin Maria Theresia

Beschreibung

In einem nicht näher gekennzeichneten Innenraum steht Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) und wird von einem roten Samtvorhang hinterfangen. Sie trägt ein weit ausladendes, prunkvolles Gewand mit aufwändigen Stickereien und Spitzenbesatz. Auf einem Prunktisch links werden die verschiedenen Kronen ihrer Herrschaften auf einem Kissen präsentiert, das Szepter liegt dazwischen

Komposition und Ansichtigkeit

Das Bild ist einansichtig auf einen gegenüberstehenden Betrachter ausgerichtet. Die Komposition und Darstellungsart ist den von Martin von Meytens am Wiener Hof entwickelten Darstellungsart fürstlicher Potentaten verpflichtet.[51] In seiner Körperausrichtung bildet das Bild das Pendant zu Franz I. Stephan auf der wandlinken Seite.

Festsaal, Ostwand

Beschreibung

Zwischen den beiden seitlichen Schrägen (mit Ofennischen) ergibt sich eine Wandaufteilung, die von der mittig gesetzten Doppeltür bestimmt wird. Die Wandstücke rechts und links davon sind über der Sockelzone jeweils dreiteilig aufgefasst. Den breiteren Mittelabschnitt nimmt ein hochrechteckiges Wandbild mit Ornamentfeldern unten und oben ein, das von zwei schmalen Spiegelbahnen eingefasst ist.

Im Sockelbereich sind Dekorfelder und jeweils ein Rundbild mit Einzelfigur so verteilt, dass dieses mittig unter dem Wandbild platziert werden konnte.

Die Supraporte über der ornamental gefelderten Doppeltür zeigt ein vor einer schnatternden Gans fliehendes Mädchen und einen mit einer Schlange kämpfenden jungen Mann. Beide sind separiert in einer Ornamentschlaufe dargestellt.

Die beiden Schrägseiten sind als fast raumhohe Nischen ausgehöhlt und bieten Platz für „2 neue weiß glaßierte feine Oefen“[45] aus München, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angeschafft wurden. In dem ornamentalen Restfeld über der nördlichen Ofennische wird eine Tee- oder Kaffeekanne inszeniert, denen vier Tee- oder Mokkatassen auf den Rocailleformen beigegeben sind. Auf der Südseite befindet sich an gleicher Position eine Suppenterrine und rechts und links davon eine Obstschale.

Befund

Holzvertäfelung mit Schnitzereien, dazwischen Ölbilder auf Leinwand.

Ostwand, Karl Theodor, Kurfürst von der Pfalz

Beschreibung

Karl Theodor, der Kurfürst von Pfalz (1724-1799), wird in einem pilastergegliederten Innenraum gezeigt, in dem bildlinks die Skulptur eines sitzenden Löwen dargestellt ist. Er selbst steht im roten Herrschermantel mit Hermelininnenfütterung über einer Rüstung vor einem gelben Vorhang. In seiner rechten Hand hat er den Herrscherstab auf einen Tisch aufgestützt, worauf auch die Fürstenkrone auf einem blauen Kissen präsentiert wird.

Komposition und Ansichtigkeit

Das Bild ist einansichtig und auf einen gegenüberstehenden Betrachter ausgerichtet. Die Komposition orientiert sich zu dem auf der Südseite angebrachten Porträt seiner Gattin Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach, zu dem es das Pendant bildet.

Ostwand, Elisabeth Auguste von Sulzbach

Beschreibung

Die seit 1742 mit Kurfürst Karl Theodor verheiratete Elisabeth Auguste von Sulzbach (1721-1794) ist in einem auffälligen, auf die Herrschaft anspielendem blau-weiß gestreiften Hermelinkleid wiedergegeben. Sie steht in einem pilastergegliederten Innenraum und ist im Begriff, die auf einem blauen Kissen ruhende Fürstenkrone anzuheben. Ungewöhnlich ist die Anwesenheit einer Skulptur im rechten Bildhintergrund, welche die Klugheit personifiziert und auf die Dargestellte mit der Fähigkeit zur Selbstreflexion anspielt.

Komposition und Ansichtigkeit

Das Bild ist einansichtig und auf einen gegenüberstehenden Betrachter ausgerichtet. Die Komposition von Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach ist auf das Bild ihres Gatten Karl Theodor auf der Nordseite ausgerichtet.

Festsaal Nordwand

Beschreibung

Die Nordwand ist fünfteilig angelegt und wird von der Verteilung der drei Fensteröffnungen bestimmt. Auf den zwei geschlossenen Wandfeldern dazwischen befinden sich hochrechteckige Wandbilder mit ornamentalen Rahmungen, die in der Großstruktur ähnlich, in ihrer floralen und moosigen Detailbildung aber verschieden sind. Dieser formale Unterschied hat nicht allein wandgestalterisch trennende Gründe, sondern ist raumübergreifend mit dem entsprechenden Bild auf der gegenüberliegenden Südseite zu sehen. Dort befinden sich die Porträts der jeweiligen Ehepartner, womit über die formale Beziehung zugleich eine eheliche ausgedrückt ist.

Der Sockelbereich folgt pro Wandabschnitt einer gleichgearteten Gestaltung aus jeweils zwei Ornamentfeldern und einem mittigen Rundbild mit Einzelfigur. Die Wand schließt oben eine den gesamten Raum umlaufende ornamentierte Gesimsleiste ab.

Befund

Holzvertäfelung mit Schnitzereien, dazwischen Ölbilder auf Leinwand.

Nordwand, Josepha von Bayern

Beschreibung

Josepha von Bayern (1739-1767), die kurzzeitig, von 1765 bis 1767, mit dem späteren Kaiser Joseph II. verheiratet war, steht in einem dunklen Innenraum mit hochgeschlagenen Vorhängen. In ihrem grünen, reich bestickten und ausladenden Kleid mit gelbem Mantel und innerem Hermelinbesatz, den sie mit ihrer linken Hand rafft, weist sie auf die rechts vor ihr präsentierte Herrscherkrone. Ihr Blick aus dem Bild heraus ist sowohl auf einen Betrachter gerichtet wie auch auf das Porträt gegenüber auf der Südwand, das ihren Gatten Joseph II. zeigt.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung ist einansichtig, einfach, aber repräsentabel, wie es dem Kanon des Herrscherbildes entsprach.

Nordwand, Maria Anna Sophia von Sachsen

Beschreibung

Maria Anna Sophia von Sachsen (1728-1797), die Gattin des auf der gegenüberliegenden Südwand dargestellten Maximilian III. Joseph, steht vor einer Pilasterwand und zeigt sich in ihrer fürstlichen Kleidung. Auffällig ist die bewusste Konzentration des Porträtisten auf die beiden Farben Rot und Weiß, die sich in der Kleidung, den Accessoires, dem Federschmuck im Haar und sogar in der Fürstenkrone wiederholen. In ihrer matronenhaften Erscheinung blickt sie selbstbewusst auf den Betrachter, mit ihrem Blick fixiert sie aber zugleich das Bild ihres Gatten Maximilian III. Joseph auf der gegenüberliegenden Wand.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung ist einansichtig, einfach, aber repräsentabel, wie es dem Kanon des Herrscherbildes entsprach.

Festsaal, Südwand

Beschreibung

Die Südwand ist in ihrer Längserstreckung fünfteilig angelegt und wird von der gleichmäßigen Verteilung der drei Fensteröffnungen bestimmt. Auf den zwei geschlossenen Wandfeldern dazwischen befinden sich hochrechteckige Wandbilder mit ornamentalen Rahmungen, die in der Großstruktur ähnlich, in ihrer floralen und moosigen Detailbildung aber verschieden sind. Dieser formale Unterschied hat nicht allein wandgestalterisch trennende Gründe, sondern ist als eine den ganzen Raum übergreifende Gestaltidee zu sehen, die das Bild auf der gegenüberliegenden Nordseite als Pendant auffasst. Dort befinden sich die Porträts der jeweiligen Ehepartner, womit über die formale Beziehung zugleich eine eheliche ausgedrückt ist.

Der Sockelbereich folgt pro Wandabschnitt einer gleichgearteten Gestaltung aus jeweils zwei Ornamentfeldern und einem mittigen Rundbild mit Einzelfigur, während die Wand oben mit einer den gesamten Raum umlaufenden, ornamentierten Gesimsleiste abschließt.

Befund

Holzvertäfelung mit Schnitzereien, dazwischen Ölbilder auf Leinwand.

Südwand, Kaiser Joseph II.

Beschreibung

Der spätere Kaiser Joseph II. (1741-1790) steht mit vorgesetztem rechten Fuß und, im Vergleich zu den anderen Porträts, wenig repräsentativer Kleidung in einem nicht näher bestimmbaren Innenraum. Zurückgenommener ist auch die sonst übliche machtdemonstrierende Körperhaltung und unaufgeregt stützt er seinen Herrscherstab auf einem Tisch auf. Seine späteren politischen Maximen scheinen hier in nuce bereits vorhanden.

Sein Blick ist aus dem Bild heraus auf einen potentiellen Betrachter gerichtet, gleichzeitig schaut er auch das Porträt seiner Gattin Josepha auf der gegenüber liegenden Wandseite an.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung ist einansichtig und die Gestaltung den damaligen Konventionen verpflichtet.

Südwand, Kurfürst Maximilian III. Joseph

Beschreibung

In einem nicht genau bestimmbaren Innenraum steht Kurfürst Maximilian III. Joseph (1727-1777) in einer die Macht demonstrierenden Körperhaltung. Seine linke Hand hat er energisch in seine Hüfte gestemmt und mit seiner rechten Hand stützt er selbstbewusst den Herrscherstab auf einem Tisch ab. Die fürstlich-ritterlichen Aspekte seiner Herrschaftsauffassung sind an der Rüstung erahnbar, die er selbstsicher trägt und die auch der zurückgeschlagene Herrschermantel nicht verdeckt.

Sein beherrschender Blick ist auf einen potentiellen Betrachter gerichtet, gleichzeitig auch auf das Porträt seiner Gattin Maria Anna Sophia von Sachsen auf der gegenüber

liegenden Wandseite.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung ist einansichtig und die Gestaltung den damaligen Konventionen verpflichtet.

Deckenmalerei im Festsaal

 

Decke, ganz

Von der Wand zur Flachdecke vermittelte eine Hohlkehle, die mit Rocaille-Ornamenten stuckiert war. Auf der gesamten planen Fläche verteilten sich zum einen die vier Ölbilder mit der Darstellung der vier Erdteile auf den vier Hauptachsen und zum anderen die freskalen Darstellungen der vier Jahreszeiten auf den vier Diagonalseiten. Das mittlere zentrale Ornamentfeld bot Platz für die Aufhängung des Kronleuchters.

Insgesamt gesehen füllten die acht Deckenbilder nicht die Fläche zur Gänze aus, sondern waren sehr übersichtlich platziert, was ihre Lesbarkeit für den Betrachter erleichterte.

Befund

1944 zerstört.

Decke, Westseite, Europa

Beschreibung

Die Personifikation der Europa saß auf einem Thronsessel mit Baldachin darüber vor einem Pfeiler, von dem aus zwei Ausblicke ins Freie möglich waren. Sie war als gekrönte Monarchin wiedergegeben, trug reiche Kleidung mit einem Halsumhang aus Hermelin und hielt als Szepter den Caduceus, womit sie wohl als friedenswillige Fürstin charakterisiert werden sollte. Auf der rechten Seite lag, bildlich hervorgehoben, vor dem offenen Himmel auf einem roten Kissen die Reichskrone als Zeichen der Kaiserherrschaft[52] und der Reichsapfel, beides Hinweise auf Maria Theresia als Herrscherin der Erbländer aus dem Hause Habsburg, die auch Kaiserin war.[53] Auf diese Weise nahmen das Deckenbild und die beiden Herrscherporträts von Maria Theresia und ihrem Gatten auf der Wand darunter aufeinander Bezug.

Die weiteren Attribute kennzeichneten Europa zum einen als in der Kriegskunst führenden Kontinent, wozu das auf der linken Seite wirkungsvoll ins Bild gesetzte Pferd mit Pagen genauso gehörte wie die Trommeln, Trompete, Fahne und Helm auf der rechten Seite. Zum anderen ist Europa vorherrschend in der Kultur, worauf das aufgeschlagene Skizzenbuch (mit Architekturzeichnungen?) und die Malerpalette mit Pinsel hinwiesen.

Die Überlegenheit des europäischen Kontinents zeigte sich weiterhin darin, dass es in Europa, nach Ripa, neben der kaiserlichen Majestät auch den römischen Pontifex Maximus als mächtigsten Fürsten der Welt gab.[54] Auf die päpstlichen Insignien der Tiara und des Papstkreuzes wies Europa mit ihrer rechten Hand hin, der Zentralbau im Hintergrund, von einer Sonnenglorie umstrahlt, kennzeichnete sie selbst als Trägerin der vollendeten und wahren Religion, des christlichen Glaubens.[55]

Unter dem Europa-Bildnis war das von zwei Putten gehaltene Wappen von Joseph Landgraf von Hessen in Darmstadt dargestellt, dessen Buchstaben JHL auf dem blauen Wappengrund golden aufleuchteten. Auf der Kartusche zeigten Mitra und der Krummstab und der Fürstenhut und Schwert Joseph in seinen geistlichen und weltlichen Funktionen als Bischof von Augsburg und Landesherr des Hochstiftes Augsburg.

Befund

Ölbild auf Leinwand, 1944 zerstört.

Komposition und Ansichtigkeit

Die einfache Komposition war einansichtig auf einen Betrachter unterhalb des Bildes ausgerichtet.

Decke, Nordseite, Amerika

Beschreibung

Die Personifikation von Amerika stand mit geneigtem Kopf im Bildvordergrund. Die wichtigsten Kennzeichen und Attribute von Amerika, wie sie Ripa publiziert hatte, waren von Bergmüller mit der Übernahme der dunklen Hautfarbe, dem auffälligen Kopfschmuck, den typischen Waffen (Pfeil und Bogen) und dem gefährlichen Krokodil erfüllt. Mit der Art der Bekleidung und dem Verzicht auf den barbarisch-kannibalischen Charakter von Amerika setzte Bergmüller andere inhaltliche Akzente, die er noch erweitert hatte. Im Bild rechts zeigte er die Ausfahrt eines Segelschiffes, mit dem er auf die Entdeckungs-, und die folgende Handelsgeschichte Europas mit Amerikas anspielte.[56] Auf der linken Bildseite stellte er eine thronende Götzenstatue mit Naturkrone und langem Szepter in einem Mantelbaldachin dar, die von einem Sonnensymbol überfangen war. Diese bildprominente Positionierung, die motivisch unkanonisch und singulär scheint, wäre in einer bischöflichen Residenz zum einen eher attributiv zu verstehen gewesen, zum einen als Zeichen des von der unzivilisierten Bevölkerung Amerikas ehemals geleisteten Götzendienstes und/oder zum anderen als Zeichen der Überwindung dieser heidnischen Bräuche durch die erfolgreiche christliche Missionierung des Kontinents. In einer zweiten Lesart hätte sich mit dem Götzenbild eher eine Ermahnung an den christlich-katholischen Bischof angeboten, die beständigen Missionierungsbestrebungen nicht als abgeschlossen zu betrachten, sondern sie aktiv zu unterstützen und weiter zu betreiben, bis der Universalanspruch der katholischen Kirche erfüllt und die ganze Welt im christlichen Glauben vereint wäre, womit auch die kontinentalen Unterschiede sich nivelliert hätten.[57]

Befund

Ölbild auf Leinwand, 1944 zerstört.

Komposition und Ansichtigkeit

Die einfache Komposition war einansichtig auf einen Betrachter unterhalb des Bildes ausgerichtet.

Decke, Südseite, Afrika

Beschreibung

Vor einer Gebirgslandschaft stand an einer Wange aufgestützt die Personifikation des Erdteils Afrika. Sie wurde als dunkelhäutige Frau gezeigt, deren Körper von einem kostbaren Stoff umhüllt war, ihre linke Brust aber freiließ. Wie Ripa in seiner Iconologia vorschlug, übertrug auch Bergmüller die charakteristischen Attribute der Körperfarbe, wegen des heißen Klimas, die typischen und gefährlichen Tiere des Kontinents (Elefant, Löwe) und den für Mohren kennzeichnenden Schmuck aus Korallen, die Bergmüller sogar in ihrer Rohform von einem Pagen beibringen ließ.[58]

Dieses, nach Ripa, den Erdteil Afrika charakterisierende Attributensemble erweiterte Bergmüller motivisch mit der Darstellung eines Sonnenschirmes, um auf das heiße Klima anzuspielen.[59]

Einen sinnerweiternden Charakter bekommt das Gemälde durch die bildtraditionell seltene (nicht bekannte?) Darstellung auf dem rechten Bildrand, an dem ein offene Loggia gezeigt wurde, in der sich die sitzende, d.h. thronende Statue einer heidnischen Gottheit befand. Dies schien anzudeuten, dass der Erdteil sich immer noch den ursprünglichen Gottheiten anvertraute und die christlichen Bekehrungsversuche nicht oder noch nicht erfolgreich genug den einzig wahren, christlichen Glauben vermittelten. Ob diese Verbildlichung in der Residenz des christlich-katholischen Bischofs als kulturelles Faktum oder als ermahnende Aufforderung zu einer Intensivierung der Missionierungsaufgabe gesehen wurde, muss offenbleiben.

Befund

Ölbild auf Leinwand, 1944 zerstört.

Komposition und Ansichtigkeit

Die einfache Komposition war einansichtig auf einen Betrachter unterhalb des Bildes stehend ausgerichtet.

Decke, Nordosten, Frühling

Beschreibung

In einer Rocaille-Kartusche tanzten zwei Putten durch die Luft und schwangen Blumengirlanden umher.

Befund

Fresko, 1944 zerstört.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung war einansichtig.

Decke, Ostseite, Asien

Beschreibung

Die Personifikation Asiens war in dem Deckenzusammenhang der fürstbischöflichen Residenz ebenfalls als eine Monarchin gezeigt. Dies machte Bergmüller dadurch deutlich, indem er die Bilder der Europa und Asien räumlich direkt aufeinander ausrichtete (West-Ost) und beiden Bildern denselben Umriss gab. Diesen äußeren Gegebenheiten war zusätzlich der innere Bildaufbau zuzuordnen, der die grundsätzliche Disposition des Thronens (ohne Baldachin!), der beiden seitlichen Ausblicke, links mit zentraler Hintergrundarchitektur und der würdevollen Kleidung ähnlich auffasste. Die Unterschiede im Rang und damit die Überlegenheit Europas waren in den Details zu erkennen, zum Beispiel an dem schmäleren Kragenbesatz aus Hermelin. Trotz dieser motivischen, rangunterscheidenden Elemente von Europa und Asien, wurden beide als die bildtraditionell zivilisierten Erdteile vorgestellt, die der ursprünglichen, wilden Welt von Afrika und Amerika gegenüberstanden.[60]

In der Verwendung der Asien kennzeichnenden Attribute hielt sich Bergmüller an die Vorgaben nach Ripa.[61] Sowohl das Kamel, die reiche Kleidung, Gold und Juwelen als Schmuckstücke waren obligatorische Beigaben wie auch ein Räucherfass für den Weihrauch als Bestandteil eines religiösen Ritus`. Genau auf diesem motivischen Aspekt lag die anschauliche Betonung, indem Asien mit ihrer rechten Hand ein Weihrauchgefäß hochhielt und seinen Gebrauch bei einer religiösen Kulthandlung andeutete, wie sie bereits im Alten Testament im zweiten Buch Moses, 30, 7-9 beschrieben ist,[62] und gleichzeitig Asien als Ursprungsland des Weihrauchs inszenierte.[62]

Unter dem Asien-Bildnis war das von zwei Löwen präsentierte Wappen von Joseph Landgraf von Hessen in Darmstadt dargestellt, dessen verschiedene Besitztümer im Wappenschild kenntlich wurden. Auf der Kartusche zeigten Mitra und Krümme sowie der Fürstenhut und Schwert Joseph in seinen geistlichen und weltlichen Funktionen als Bischof von Augsburg und Landesherr des Hochstiftes Augsburg.

Befund

Ölbild auf Leinwand, 1944 zerstört.

Komposition und Ansichtigkeit

Die einfache Komposition war einansichtig auf einen Betrachter unterhalb des Bildes stehend ausgerichtet.

Decke, Südwesten, Sommer

Beschreibung

Dargestellt waren zwei Putten, von denen der bildlinke Ähren vorwies. Die Tätigkeit des zweiten Putto rechts ist nicht zu identifizieren.

Befund

Fresko, 1944 zerstört.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung war einansichtig.

Decke, Südosten, Herbst

Beschreibung

Zwei Putten waren mit den Folgen der Weinernte beschäftigt: während der Putto bildrechts in einem großem Korb die geernteten Weintrauben herbeischaffte, verarbeitete der andere Putto die Trauben, indem er sie in einem Bottich mit seinen Füßen zu Saft zerstampfte.

Befund

Fresko, 1944 zerstört.

Komposition und Ansichtigkeit

Die Darstellung war einansichtig.

Decke, Nordwesten, Winter

Beschreibung

Zwei nackte Putten versuchten sich über einer Feuerstelle zu wärmen.

Befund

Fresko, 1944 zerstört.

Westflügel: Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

 

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Am Südende des Haupttraktes (Corps de logis) lag die Hofkapelle, die von Bischof Hartmann Graf von Dillingen (1248-1286) gestiftet und wahrscheinlich im 16. Jahrhundert modernisiert wurde.[63] Als sich Fürstbischof Joseph von Hessen in Darmstadt für Um- und Neubaumaßnahmen an der Residenz entschlossen hatte, ging man auch an eine Erneuerung der Hofkapelle St. Lambert. Gedacht war jedoch nicht an eine vollständige Erneuerung wie mit dem Nordflügel und dem Treppenhaus, sondern an einen behutsamen, die Kapelle stabilisierenden Umbau, der jedoch ein neues Deckengemälde bekommen sollte. Hierzu trug man, in Absprache mit dem Freskanten Bergmüller, 1753 die alten Steingewölbe ab und ersetzte sie durch eine hölzerne Decke, worauf die Fresken gemalt werden sollten. Die Ausmalung erfolgte im Sommer und Herbst 1754.[64]

1867 wurde die Kapelle abgerissen, die Deckenbilder von Bergmüller zerstört.[8]

Hofkapelle St. Lambert

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Am Südende des Haupttraktes (Corps de logis) lag die Hofkapelle, die von Bischof Hartmann Graf von Dillingen (reg. 1248-1286) gestiftet und wahrscheinlich im 16. Jahrhundert modernisiert wurde.[63] Als sich Fürstbischof Joseph von Hessen in Darmstadt für Um- und Neubaumaßnahmen an der Residenz entschlossen hatte, ging man auch an eine Erneuerung der Hofkapelle St. Lambert. Gedacht war jedoch nicht an eine vollständige Erneuerung wie mit dem Nordflügel und dem Treppenhaus, sondern an einen behutsamen, die Kapelle stabilisierenden Umbau, wobei sie jedoch ein neues Deckengemälde bekommen sollte. Hierzu trug man, in Absprache mit dem Freskanten Bergmüller, 1753 die alten Steingewölbe ab und ersetzte sie durch eine hölzerne Decke, worauf die Fresken gemalt werden sollten. Die Ausmalung erfolgte im Sommer und Herbst 1754.[64]

1867 wurde die Kapelle abgerissen, die Deckenbilder von Bergmüller zerstört.[8]

Beschreibung

Da die Hofkapelle 1867 abgerissen wurde, erfolgt die Beschreibung des Grundrisses und Außenerscheinung nach dem angegebenen Material: Grundriss, 2. Obergeschoss[9]; Außenerscheinung nach Joseph Ignaz Hörmann (1775-1820).[65]

Die Hofkapelle mit ihrer längsrechteckigem Grundriss lag am Südende des Hauptraktes, nicht im rechten Winkel dazu, sondern war in Richtung Norden leicht schräg versetzt. Im Osten befand sich der halbrunde Chor. Ein Zugang von außen war nicht vorhanden, da der Bau Privatkapelle des Bischofs war. Die dokumentarische Absicht des Künstlers Hörmann voraussetzend, reichte der Dachansatz der Kapelle gerade bis zur Fenstermitte des 2. Obergeschosses und das Satteldach blieb auch erheblich unter der Firsthöhe des Haupttraktes. Nur der östliche Dachreiter überragte den Hauptbau. Diese erkennbaren, baulichen Höhenunterschiede waren das Ergebnis der langen Baugeschichte der Residenz, deren Baubestand als bischöfliche Nebenresidenz bis um 1700 sehr vernachlässigt war. Wohl aus Traditionsgründen wurde die Kapelle bei den Um- und Neubaumaßnahmen um 1750 nicht abgerissen, sondern 1754 im Inneren mit dem Deckenbild von Bergmüller modernisiert. Auch am Außenbau scheint man verändernde Umbauten vorgenommen zu haben, da sich zum einen die umlaufende Sockelgliederung ebenfalls an der Kapelle findet und zum anderen die charakteristische Baßgeigenform an den Trakten (Gauben) auch am Nordfenster zeigt. Man war scheinbar in der Zeit um und nach 1750 bemüht, über formale Angleichungen der verschiedenen Residenzbauteile einen hohen Grad an Vereinheitlichung zu erreichen, ohne die Tradition zu vergessen.

Decke: St. Lambert

Das 1867 durch den Abriss der Kapelle zerstörte Deckengemälde zeigten den heilige Lambert in der Glorie.[66]

Entwürfe

Für die Deckengestaltung der Hofkapelle hat sich ein von Johann Georg Bergmüller signierter und auf 1754 datierter Entwurf erhalten. Möglicherweise war er als Vorlage für den Auftraggeber Joseph Landgraf von Hessen in Darmstadt gedacht, da keine Übertragungsspuren erkennbar sind.[67]

Die hochrechteckige Zeichnung zeigt den Gewölbebereich eines längsovalen Zentralbaues mit offener Kuppelmitte und vier Anräumen, von denen die beiden auf der Längsseite ebenfalls überkuppelte Räume sind. In dem ovalen Mittelfeld kniet auf einer Wolkenbank unterhalb der Trinität der hl. Lambert und empfängt als Märtyrer von einem Engel die Palme und den Lorbeerkranz als Siegeszeichen. Gleichzeitig wehrt er mit Hilfe zweier Engel das Böse in Person einer stürzenden Alten mit Schlange ab.

Auf den vier Diagonalseiten sind die vier Kirchenväter dargestellt. Während Gregor der Große, Hieronymus und Augustinus auf einem massiven Sockel, teilweise vor einer Ovalöffnung sitzend, als gemalte Skulpturen gezeigt werden, führt Bergmüller auf der rechten, oberen Bildseite Ambrosius als formale Alternative in einer Bild-Kartusche vor. Ein zeichnerischer Bestand, der mit dem Auftraggeber zu diskutieren und zu entscheiden war, weshalb die endgültige Ausführung (bisher) schwer zu eruieren ist.

Die obere Seite des Blattes bezeichnete Bergmüller als Ort des Oratoriums, was zum einen die Darstellung der musizierenden Engel motivierte und gleichzeitig der Szenerie eine Ausrichtung auf den im Osten befindlichen Altar gab, auf dem der Bischof seine tägliche Messe las.[68] Zudem konnte der Auftraggeber Joseph Landgraf von Hessen in Darmstadt im Fresko darüber die Büste seines Namenspatrones vor einer Muschelkalotte sehen.

Vorlagen und Vergleiche

Der Entwurf für die Hofkapelle St. Lambert weist in seiner Deckenstruktur mit dem architektonischen Aufbau und der damit verbundenen Verteilung von Personen und Szene eine gewisse Ähnlichkeit mit der 1746 entstandenen Zeichnung von Bergmüller auf, die sich in Berlin, Staatliche Museen zu Berlin – Kunstbibliothek befindet und nicht zur Ausführung kam.[69] Obwohl in der früheren Zeichnung die formale Durchführung ornamentaler und weniger strukturell ist wie in der Zeichnung für Augsburg, ist eine grundsätzliche Verwandtschaft erkennbar. Ein weiteres vergleichbares Motiv sind die überkuppelten Nebenräume, die Bergmüller gerne verwendete, um Szenerien einen vereinheitlichen Charakter im Gesamtgefüge zu geben, wie dies z.B. an dem Basler Entwurf von 1738 zu beobachten ist.[70]

Deckenmalerei und Wandmalerei: Synthese

 

Forschungsstand

Es besteht weder eine detaillierte Analyse der Einzelräume noch der zusammenhängenden Raumabfolge aus Treppenhaus, mittlerem Verteilerraum und dem Festsaal als Zielpunkt. Die Literatur zur fürstbischöflichen Residenz wird zum einen von den (inzwischen 80 Jahre alten) ausgewerteten Quellenarbeiten zur Baugeschichte bestimmt, deren Ergebnisse einen erstaunlichen Repetitionscharakter haben.[71] Zum anderen stehen in jüngerer Zeit archivalische Forschungen im Vordergrund, mit der differenzierenden Absicht, die Augsburger Fürstbischöfliche Residenz in seinem funktionalen Zusammenhang zu begreifen und ihre historische Sonderstellung näher zu definieren.

Programm und Bedeutung

Beim Durchschreiten der gesamten Raumfolge aus Treppenhaus, Verteilerraum und Festsaal zeigen sich zwei unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte, die eine jeweils eigene Gewichtung haben. Die Darstellungen im Treppenhaus zeigen das Bistum und Hochstift Augsburg als Ausdruck des welt- und heilsgeschichtlichen Wirkens der Göttlichen Vorsehung. Im Festsaal hingegen werden damals noch lebende Herrscherpersönlichkeiten in einen überräumlichen (Erdteile) und überzeitlichen (Jahreszeiten) Kontext eingebunden. Der zwischen beiden liegende Verteilerraum verbreitet allgemein verbindliche Absichten eines regierenden Herrschers.

An der Deckenmitte des Treppenhauses ist die Personifikation der Göttlichen Vorsehung zu sehen, die von dieser Zentrale aus die vorausgeplanten und geordneten Abläufe und Geschehnisse auf der Erde überschauen kann. Dabei sieht sie in der historischen Zukunft die Persönlichkeit des Joseph Landgraf von Hessen in Darmstadt, der sich unter Befolgung der vier Kardinaltugenden (Pendentifs) eine Ämter- und Titelfülle geistlicher und weltlicher Art erworben hatte, die dem Betrachter in den vier Bogenöffnungen als Wappen präsentiert werden. Den Darstellungen der vier Kardinaltugenden kommt dabei eine doppelte Funktion zu: zum einen sind sie als eine Fügung der Göttlichen Vorsehung zu sehen, als eine sittliche Norm, die zur Anleitung einer tugendhaften Lebensweise anregen soll, wofür Fürstbischof Joseph ein vorbildhaftes Beispiel abgibt. Gleichzeitig soll der Betrachter über das Exempel Joseph in den Kardinaltugenden ein nachahmenswertes Verhaltensmuster erkennen, das ein Garant für ein erfülltes Leben im Sinne des christlichen Glaubensverständnisses sein kann.

Auf den Wandseiten sind die historische Grundlegung des Bistums und die Situation des Bistums und Hochstiftes Augsburg zur Zeit der Regentschaft von Joseph symbolisch ausgebreitet. Auf der Westseite wird mit dem Porträt von Kaiser Augustus auf die Gründung der Stadt Augsburg angespielt, womit die historische Kontinuität der Stadt als Voraussetzung für die Ausbildung und Entwicklung eines christlichen Bistums angedeutet ist. Mit ausschlaggebend für die Stadtgründung in römischer Zeit war ihre besonders günstige Lage am Zusammenfluss von Wertach und Lech, ein Umstand, der die Fruchtbarkeit und den Reichtum des Landes und der Stadt beförderte. Genau diese beiden Flüsse bildeten gemeinsam mit der Donau auch die Hauptflüsse des Bistums und Hochstiftes und damit deren wirtschaftliche Grundlage unter der Regentschaft von Fürstbischof Joseph, weshalb sie als Einzelpersonifikationen drei Wände des Treppenhauses bestimmen. Die Bedeutung der Flüsse als Verkehrs- und Transportwege zur Versorgung der Untertanen im ökonomischen wie geistlichen Sinne war fundamental.

Die Erinnerung an den Umstand, dass das weltliche und geistliche Territorium des Bischofs als Fügung und Planung Gottes entstanden ist, erleichtert das deutende Verständnis der den Flüssen beigestellten goldenen Prunkvasen mit ihren Symbolen der vier Elemente und vier Temperamente. Denn die vier Elemente sind als Grundstoffe aller belebten und unbelebten Natur materieller Ausdruck der göttlichen Schöpfung, die ihre speziellen Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen haben und als typisierte Charaktereigenschaften sich in den vier Temperamenten manifestierten.[72]

In dem Deckenbild des Verteilerraumes ist kein besonderes, sondern ein allgemeinverbindliches Thema angeschlagen. Mit dem Vorzeigen von überquellenden Blumen- und Früchtekörben wird auf die fruchtbaren Boden- und Klimaverhältnisse hingewiesen,[73] welche die Grundlage für den ertragreichen Reichtum des Landes als Folge einer planungsvollen Nutzung der landwirtschaftlichen Bodenfläche bildet. Dass diese allgemeinverbindliche Absichtserklärung eines Herrschers bei Fürstbischof Joseph auch bildliches Konzept war, zeigt das Widmungsblatt, das anlässlich seiner Bischofswahl 1740 gedruckt und verbreitet wurde. Darauf umgibt sein Porträt ein rahmender Ehrenkranz, der auf je einer Hälfte Blumen und Früchte zeigt.[74] Sie stehen am Beginn seiner Regierungszeit bildsymbolisch für eine verantwortungsvolle und vorausplanende Auffassung des Regierens, die für künftige Wohltaten sorgen soll.

Die im Wandbereich des Festsaales der fürstbischöflichen Residenz präsentierten Herrscherporträts stammen aus den Dynastien der Habsburger und Wittelsbacher. Eine erste Besonderheit liegt darin, dass sie alle untereinander verheiratet sind, also im Festsaal vier Ehepaare dargestellt sind. Es zeigen sich aber noch weitere Eigenheiten, die den Schluss nahelegen, dass deren Auswahl möglicherweise vom Auftraggeber Fürstbischof Joseph selbst bestimmt oder zumindest angeregt wurde. Dabei scheinen sich seine persönlichen Vorlieben und reichspolitische Bedingungen zu mischen. Auffällig ist jedenfalls bei der Auswahl, dass die Dargestellten aus dem Haus Wittelsbach der kurpfälzischen Linie zugehören. Josephs Motivation, ihre Bildnisse um sich zu haben, dürfte nicht nur in dem bestehenden Verwandtschaftsgrad zwischen Kurpfalz und Hessen in Darmstadt,[75] begründet sein, sondern auch darin, dass deren Mitglieder die politische Karriere von Joseph, je nach Sachlage, aktiv förderten und unterstützen.[76]

Die möglichen Kriterien bei der Auswahl der Fürsten aus dem Hause der Habsburger sind neben ihrer ehelichen Verbindung persönlich, politisch komplex und nicht beweisbar.[77] So fallen in diesem undurchsichtigen Geflecht in seiner Beziehung zu den dargestellten Habsburgern, v.a. dem Kaiserpaar, besonders die Vermischungen von reichsständischen Interessen und Aufgaben als Landesherr einerseits auf. Andererseits sind auch persönlich gehaltenere Anfragen bekannt, die Joseph von Hessen in Darmstadt 1738 an die kaiserliche Administration in Wien und damit an Maria Theresia richtete, um bei einer zukünftig anstehenden Bischofswahl die Habsburger als Fürsprecherin zu gewinnen.[78] Eine Anfrage, die mit seiner Wahl zum Bischof 1740 von Erfolg gekrönt war.[79]Inwieweit auch hier bestehende verwandtschaftliche Beziehungen eine auswählende Rolle spielten, ist nicht entscheidbar.

Diesem schwer entflechtbarem Beziehungsknäuel in den Wandbildern sind in der Sockelzone geschnitzte Rundbilder mit Einzelfiguren zugeordnet, welche die Jagd als ein höfisches Privileg und Vergnügen in ihren verschiedenen Ausformungen darstellen. Gezeigt werden über die Einzelfiguren verschiedene Aspekte und Tätigkeiten des Jagens, so z.B. die edelste Form des Jagens mit einem Falken, aber auch eine rangniedere Sauhatz bis hin zu den notwendigen Helfern, die an den oft mehrtägigen Jagdvorbereitungen und -abläufen beteiligt waren.[80]

Höfische Vergnügungen zeigen auch die Supraporten, in denen Tanz und Musik ihren spielerischen Ausdruck fanden. Berücksichtigt man die Vorliebe des Auftraggebers Fürstbischof Joseph für Musik, der versuchte, in Augsburg ein Musik- und Singensemble von überregionaler Bedeutung zu etablieren,[81] so scheinen auch diese Bildmotive von einer persönlichen Vorliebe und Leidenschaft des Auftraggebers mitbestimmt zu sein.

Mit den Darstellungen und motivischen Hinweisen auf Essen (Suppenterrine, Fruchtschalen) und Trinken (Tee- oder Kaffeekanne) wird die Funktion des Festsaales auch in geschnitzter Form sichtbar.

Die im Wandbereich des Festsaales porträtierten Herrscherpersönlichkeiten wurden im Deckenbereich überfangen und symbolisch überhöht, indem man eine über-räumliche Beziehung zu den vier Erdteilen und eine über-zeitliche zu den vier Jahreszeiten herstellte. Sowohl die gedankliche Leistung dieser Zusammenstellung wie auch die bildnerische Ausführung gehorchten konventionellen Überlegungen und Darstellungsmethoden.

Gestalterische Mittel

Zu den gestalterischen Mitteln des Festsaales können nur eingeschränkte Aussagen gemacht werden, da die 1944 zerstörte Decke mit ihren Deckenbildern zwar fotografisch[82] und bildnerisch (Gouache) erfasst ist,[83] aber aufgrund der minderwertigen Bildqualität keine detaillierte, sondern nur eine summarische Beurteilung möglich ist.

Bibliographie

  • Körner, Hans-Michael / Schmid, Alois, Bayern I. Altbayern und Schwaben (Handbuch der Historischen Stätten), Stuttgart, 2006.
  • Bushart, Bruno / Paula, Georg: Schwaben, München, 1989.
  • Neuhofer, Theodor: Die Augsburger Residenz und ihre Baumeister; Beiträge zur süddeutschen Kunstgeschichte des 18. Jahrhunderts, Augsburg, 1938.
  • von Hagen, Bernt: Stadt Augsburg; Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Denkmäler, München, 1994.
  • Wüst, Wolfgang: Palatium episcopale Augustani; ein Beitrag zum hochstiftischen Hof- und Verwaltungswesen im 17. und 18. Jahrhundert. in Jahrbuch / Verein für Augsburger Bistumsgeschichte ; 19.1985, 46-61.
  • Wüst, Wolfgang: Der "Teufelsbauwurmb"; Ausführung und Konzeption fürstbischöflicher Residenzbauten im Barock und Rokoko. in Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben; 81.1988, 33-50.
  • Hubala, Erich: Guarineskes an der Fassade der Münchener Dreifaltigkeitskirche, München, 1972, S. 165-172.
  • Wüst, Wolfgang: Leben zwischen höfischem Luxus und ökonomischer Enge - die Residenzen der Bischöfe von Augsburg und der fränkischen Hohenzollern im Absolutismus. in Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben; 99 (2006), S. 111 - 134.
  • Dietrich, Dagmar: Aegid Verhelst (1696 - 1749). Ein flämischer Bildhauer in Süddeutschland, Diss. München 1973, Weißenhorn, 1986.
  • Biedermann, Rolf: Johann Georg Bergmüllers Deckenbildentwurf für die Hofkapelle der Augsburger Residenz. in Studien zur Kunst, 1977, S. 13-17.
  • Baier, Helmut: Das Augsburger Bekenntnis, Entstehung und Geschichte. in Welt im Umbruch: Augsburg zwischen Renaissance und Barock ; Ausstellung der Stadt Augsburg in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern anläßlich des 450. Jubiläums der Confessio Augustana unter dem Patronat des Inernat. Council of Museums [ICOM] ; [Ausstellung im Rathaus ... und im Zeughaus vom 28. Juni bis 28. September 1980] / 1 : Zeughaus, Augsburg, 1980, S. 17-29.
  • Straßer, Josef: Johann Georg Bergmüller (1688-1762). Die Zeichnungen, Kat. Ausst. Salzburg 2004/München 2005.
  • Frank, Residenz, 2014, S. 3.
  • Irmscher, Johannes: Das grosse Lexikon der Antike, München, 1983.
  • Bauer, Hermann: Barocke Deckenmalerei in Süddeutschland, München 2000.
  • Schmid, Josef Johannes: Alexander Sigismund von Pfalz-Neuburg, Fürstbischof von Augsburg; 1690 - 1737; ein Beitrag zur Kulturgeschichte Schwabens im Hochbarock, Weißenhorn, 1999.
  • Schäfer, Geschichte, 2015, S. 64-69.
  • Ripa, Cesare: Iconologia, Torino, 2012.
  • Poeschel, Sabine: Studien zur Ikonographie der Erdteile in der Kunst des 16. - 18. Jahrhunderts, München, 1985.
  • Romberg, Marion: Die Welt im Dienst des Glaubens; Erdteilallegorien in Dorfkirchen auf dem Gebiet des Fürstbistums Augsburg im 18. Jahrhundert, Stuttgart, 2017.
  • Böhme, Gernot / Böhme, Hartmut: Feuer, Wasser, Erde, Luft; eine Kulturgeschichte der Elemente, München, 1996.
  • Wüst, Wolfgang: Joseph (I.) Ignaz Philipp, Landgraf von Hessen-Darmstadt; 1699 - 1768; Fürstbischof von Augsburg. in Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte; 14 (1993), S. [122] - 147.
  • Stollberg-Rilinger, Barbara: Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit, München, 2017.
  • Knesebeck, 1997, S. 493-572;
  • Hensel, Jagdmethoden, 1992, S. 29-41.
  • Epple, Alois / Straßer, Josef: Johann Georg Bergmüller ; 1688 - 1762; die Gemälde; [Begleibuch zur Ausstellung im Schaezlerpalais Johann Georg Bergmüller, ein Meister des Augsburger Barock; 19.2. - 15.4.2012]; Die Gemälde - Johann Georg Bergmüller, Lindenberg im Allgäu, 2012
  • Unpublizierte Quellen:
  • Archiv des BLfD (München):
  • Menath, Wand, Bd. 5, 2005: Wand, Bd. 5, 2005, Ordner Augsburg Fronhof 10 ehem. Residenz, Wand, Bd. 5, Schw. (2005) Menath, Restaurierungswerkstättten für Denkmalpflege, Arbeitsbericht.
  • Menath, Wand, Bd. 4, 2006, Augsburg Fronhof 10 Wand Bd. 4 Schwaben.
  • Menath, Wand, Bd. 3, 2004, Augsburg, Fronhof 10, ehem. fürstbischöfliche Residenz, Wand Bd. 3 Schwaben.
  • Primärliteratur
  • Rainer A. Frank: Die ehemals fürstbischöflichen Residenzbauten am Fronhof zu Augsburg, Augsburg, MS vom 22.08.1990, S. 3f. Rainer A. Frank: Regierung von Augsburg, MS mit Aktenzeichen: RvS 100-007-2 (9909-SI) Augsburg 1995.
  • Ordner BLfD (Kurztitel: Menath, Wand, Bd. 3, 2004): Augsburg, Fronhof 10, ehem. fürstbischöfliche Residenz, Wand Bd. 3 Schwaben
  • Menath, Günther, Restaurator
  • Prunkaufgang – Decke Südwand, Wandmalerei von J. G. Bergmüller 1752: Bericht zur Konservierung und Restaurierung mit Fotodokumentation
  • Aufnahmedatum: 04. August 2004
  • Ordner BLfD (Kurztitel: Menath, Wand, Bd. 4, 2006): Augsburg Fronhof 10 Wand Bd. 4 Schwaben
  • Menath, Günther, Restaurator
  • Prunkaufgang – Decke Ostwand, Wandmalerei von J. G. Bergmüller 1752: Bericht zur Konservierung und Restaurierung
  • Ordner BLfD (Kurztitel: Menath, Wand, Bd. 5, 2005): Augsburg Fronhof 10 ehem. Residenz, Wand, Bd. 5, Schw.
  • Menath, Günther, Restaurator
  • Prunkaufgang – Maßnahme 2005, Nord- und Westwand, Wandmalerei von J. G. Bergmüller 1752: Bericht zur Konservierung und Restaurierung
  • Aufnahmedatum: August 2005
  • Abschluss 16.09.2005
  • Ordner BLfD nur mit Bildmaterial (Kurztitel: Menath, Bilddokumentation, Bd. 6, o.J.): Augsburg, Fronhof 10, ehem. fürstl. Residenz, Doku, Bd. 6 Schw.
  • Ordner BLfD (Kurztitel: Menath, Festsaal, Bd. 1, 2007): Augsburg Fronhof 10 Residenz div. Gewerke Bd. 1 Schwaben,
  • Konservierung/ Restaurierung des Rokokosaals (polychrom gefasste und veredelte Holzoberflächen, 1767/68) von 2006 bis 2007 Aufnahmedatum: August 2007, Abschluss: 16.10.2007

Einzelnachweise

  1. Bushart/Paula, Schwaben, 1989, S. 45.
  2. Neuhofer, Residenz, 1938, S. 135.
  3. Neuhofer, Residenz, 1938, S. 139.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 Neuhofer, Residenz, 1938, S. 143.
  5. Neuhofer, Residenz, 1938, S. 147.
  6. Von Hagen, Augsburg, 1994, S. 170.
  7. Wüst, Palatium, 1985, S. 46.
  8. 8,0 8,1 8,2 Neuhofer, Residenz, 1938, S. 149.
  9. 9,0 9,1 9,2 Wüst, Teufelsbauwurmb, 1988, S. 48.
  10. Neuhofer, Residenz, 1938, S.139.
  11. Hubala, Fassade, 1972, S. 165-172.
  12. Neuhofer, Residenz, 1938, S. 139 und Anmerkung 76, S. 168.
  13. Neuhofer, Residenz, 1938, S. 123-173.
  14. Wüst, Palatium, 1985, S. 46-61; Wüst, Teufelbauwurmb, 1988, S. 33-50; Wüst, Joseph, 1993, S. 123-147; Wüst 2006, Leben, S. 111-134.
  15. 15,0 15,1 Menath, Wand, Bd. 5, 2005, Titelblatt.
  16. 16,0 16,1 Menath, Wand, Bd. 5, 2005, S. 2.
  17. 17,0 17,1 Menath, Wand, Bd. 5, 2005, S. 4.
  18. 18,0 18,1 18,2 18,3 Menath, Wand, Bd. 5, 2005, S. 5.
  19. Unter Retuschen: Menath, Wand, Bd. 5, 2005, S. 9.
  20. 20,0 20,1 20,2 20,3 Menath, Wand, Bd. 4, 2006, Vorblatt.
  21. 21,0 21,1 21,2 21,3 Menath, Wand, Bd. 4, 2006, S. 1.
  22. 22,0 22,1 Im Folgenden: Menath, Wand, Bd. 4, 2006, S. 12.
  23. 23,0 23,1 Menath, Wand, Bd. 4, 2006, S. 12.
  24. 24,0 24,1 Im folgenden Abschnitt: Menath, Wand, Bd. 4, 2006, S. 13.
  25. 25,0 25,1 25,2 25,3 25,4 25,5 Menath, Wand, Bd. 4, 2006, S. 13.
  26. 26,0 26,1 26,2 26,3 Menath, Wand, Bd. 4, 2006, S. 14.
  27. 27,0 27,1 27,2 27,3 Menath, Wand, Bd. 4, 2006, S. 15.
  28. 28,0 28,1 Menath, Wand, Bd. 4, 2006, S. 15f.
  29. 29,0 29,1 29,2 29,3 Menath, Wand, Bd. 4, 2006, S. 16.
  30. 30,0 30,1 Menath, Wand, Bd. 4, 2006, Katalognummer 062 im Anhang.
  31. Menath, Wand, Bd. 3, 2004, Titelblatt.
  32. Menath, Wand, Bd. 3, 2004 Titelblatt.
  33. Menath, Wand, Bd. 3, 2004, S. 1. (ohne Nummerierung).
  34. Menath, Wand, Bd. 3, 2004, S. 1 (ohne Nummerierung).
  35. Menath, Wand, Bd. 3, 2004, S. 2-6 (ohne Nummerierung). Die Abgabe des Berichtes ist auf den 30.08.2004 datiert.
  36. Dietrich, Verhelst, 1986, S. 185.
  37. 37,0 37,1 Frank, Residenz, 2014, S. 3.
  38. Irmscher, Lexikon, 1983, S. 78.
  39. Schmid, Alexander, 1999, S. 251.
  40. Frank, Residenz, 2014, S. 2.
  41. Bauer, Deckenmalerei, 2000, S. 26-28.
  42. Dietrich, Verhelst, 1986, S. 202, Anmerkung 204.
  43. 43,0 43,1 Neuhofer, Residenz, 1938, S. 146.
  44. 44,0 44,1 Baier, Bekenntnis, 1980, S. 23.
  45. 45,0 45,1 Neuhofer, Residenz, 1938, S. 169, Anmerkung 91.
  46. Von Hagen, Augsburg, 1994, S. 171, Abbildung oben.
  47. Menath, Festsaal, Bd. 1, 2007, Titelblatt und S. 1.
  48. Menath, Festsaal, Bd. 1, 2007, S. 1.
  49. Menath, Festsaal, Bd. 1, 2007, S. 4.
  50. Menath, Festsaal, Bd. 1, 2007, S. 5.
  51. 51,0 51,1 Hagen, Augsburg, 1994, S. 170.
  52. Schäfer, Geschichte, 2015, S. 64-69.
  53. Stollberg-Rilinger, 2017, S. 148.
  54. Ripa, Iconologia, 2012, S. 396.
  55. Ripa, Iconologia, 2012, S. 396; Poeschel, Erdteile, 1985, S. 146.
  56. Poeschel, Erdteile, 1985, S. 198.
  57. Romberg, Welt, 2017, S. 347.
  58. Ripa, Iconologia, 2012, S. 398f.
  59. Poeschel, Erdteile, 1985, S. 183.
  60. Romberg, Welt, 2017, S. 340.
  61. Ripa, Iconologia, 2012, S. 396-398.
  62. 62,0 62,1 Poeschel, Erdteile, 1985, S. 168.
  63. 63,0 63,1 Biedermann, Hofkapelle, 1977, S. 13.
  64. 64,0 64,1 Neuhofer, Residenz, 1938, S. 148f.
  65. Biedermann, Hofkapelle, 1977, S. 14.
  66. Biedermann, Hofkapelle, 1977, 16f.; Straßer, Bergmüller, 2005, S. 124.
  67. Biedermann, Hofkapelle, 1977, S. 16; Straßer, Bergmüller, 2005, S. 124.
  68. Biedermann, Hofkapelle, 1977, S. 17.
  69. Straßer, Bergmüller, 2005, S. 112.
  70. Straßer, Bergmüller, 2005, S. 94.
  71. Neuhofer, Residenz, 1938, S. 123-173; Wüst, Palatium, 1985, S. 46-61, Wüst, Leben, 2006, S. 111-134.
  72. Böhme, Feuer, 1996, S. 164-210.
  73. Ripa, Iconologia, 2012, S. 396f.
  74. Wüst, Joseph, 1993, Abbildung S. 133.
  75. Wüst, Joseph, 1993, S. 126f., 139.
  76. Wüst, Joseph, 1993, S. 126f.
  77. Stollberg-Rilinger, 2017, S. 58.
  78. Stollberg-Rilinger, 2017, S. 57.
  79. Wüst, Joseph, 1993, S. 127.
  80. Knesebeck, 1997, S. 493-572; Hensel, Jagdmethoden, 1992, S. 29-41.
  81. Wüst, Joseph, 1993, S. 142.
  82. Epple/Straßer, Bergmüller, 2012, S. 196.
  83. Epple/Straßer, Bergmüller, 2012, S. 197.