Arnstorf, Schloss Mariakirchen

Weißer, Katrina:Arnstorf, Schloss Mariakirchen, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2024, URL: www.deckenmalerei.eu/d0a4050b-bbfe-4fe8-999d-2fa734e5b64e

Inventarnummer: cbdd10390

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Die im ersten Obergeschoss im Hauptturm situierte Kapelle des Wasserschlosses Mariakirchen wurde um 1690, als das Schloss im Besitz der Freiherrn von Pfetten war, mit Deckengemälden auf Leinwand und einem Altar ausgestattet.

Mariakirchen, Schloss
Mariakirchen, Schloss

Beschreibung und Lage

Für die frühe Entstehung eines herrschaftlichen Sitzes in Mariakirchen spricht, dass seit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts ein sich nach dem Ort nennendes Adelsgeschlecht (de Ecclesia sanctae Mariae) belegt ist.[1] Im 14. Jahrhundert kam die im Kollbachtal gelegene Burg an die Chamerauer: 1398 wird Ulrich Chamerauer als Besitzer genannt.[2] Alban und Hans von Closen aus dem benachbarten Arnstorf erwarben 1453 die Hofmark samt Herrensitz.[3]

Beides wurde in der Folgezeit vergrößert und ausgebaut: Um die Mitte des 16. Jahrhunderts entstand nicht nur die Anlage des Wasserschlosses, sondern auch das zugehörige Dorf nahm die ungefähr heutigen Ausmaße an.[4] Dieses gruppiert sich – wie viele Siedlungen im Kollbachtal – entlang der Hauptverkehrsachse, die parallel zu der in west-östlicher Richtung fließenden Kollbach verläuft. Dabei liegen das Schloss und die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt etwas abseits der Straße zur Seite des Flusses hin, sodass das rechtwinklig angelegte Schlossareal mit dem Garten und den Ökonomiegebäuden an den ältesten Siedlungskern rund um die Pfarrkirche angrenzt.[5]

1663 wurde das Schloss samt Besitzungen an die Closen zu Haidenburg veräußert, die es wiederum 1678 an die Freiherren von Pfetten verkauften. Ab dem Jahr 1810 wechselten die Besitzer häufiger. 1848 kauften die Nachfahren der Arnstorfer Closen, die Grafen von Deym, das Gebäude.[6] Seit 2002 ist es im Besitz der in Arnstorf ansässigen Lindner Group, die nach der Renovierung und Erweiterung der Anlage darin eine Brauerei mit Gasthaus und ein Hotel betreibt.

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Als Vorgängerbau der heutigen Schlossanlage in Mariakirchen kann eine mittelalterliche Burg mit doppeltem Wassergraben angenommen werden. Auf dem 1723 publizierten Kupferstich des Schlosses von Michael Wening zeugen noch zwei Weiher, die auch in der zugehörigen Beschreibung erwähnt sind, von der ursprünglichen Anlage.[7] Die Burg diente ab dem 14. Jahrhundert als Sitz einer grundherrlichen Hofmark, die sich im 16. Jahrhundert unter den Closen am stärksten entwickelt.[8]

Der Neubau des heutigen, immer noch von einem Wassergraben umgebenen Schlosses als geschlossenes Geviert wird auf ca. 1550 datiert.[9] Darauf deutet auch das Portal im Innenhof mit dem Ehewappen von Hans Georg von Closen zu Arnstorf (ca. 1500-1550) und Barbara Nothafft von Wernberg (gest. 1571) aus der Zeit von ca. 1560/70 hin.[10] Die im ersten Obergeschoss im Hauptturm situierte Kapelle wurde um 1690, als das Schloss im Besitz der Freiherrn von Pfetten war, mit Deckengemälden auf Leinwand und einem Altar ausgestattet.[11] Von ca. 1725 stammt der in der Mitte des Innenhofs stehende Steinbrunnen, der aus einem quadratischen Becken mit geschweifter Brüstung und einem Mittelpfosten mit vier Wasserröhren besteht.[12] Nach einem Brand im Jahr 1842 wurden die Türme des Schlosses in einer historisierenden Erneuerung mit Zinnen versehen.[13]

Von 1820 bis 1848 stellte die Hofmark Mariakirchen noch ein Patrimonialgericht zweiter Klasse dar.[3] Die Funktion als Hofmark und Herrensitz endete 1848 mit der Auflösung der Grundherrschaft in Bayern. In diesem Jahr kaufte Joseph Johann Nepomuk Graf von Deym (1788-1861) das Schloss und gliederte es in den Arnstorfer Fideikomiss ein.[6] Hier wohnten bis 1999 die Gutsbeamten und Mitglieder der Grafenfamilie.[6]

Baubeschreibung

Das Wasserschloss bildet mit seinen dreigeschossigen Flügeln nahezu einen Kubus, der an den Ecken von höheren, rechteckigen Türmen flankiert wird und von einem ringförmigen Weiher umgeben ist. Diesem ist an der Nord- und Ostseite noch ein zweiter Wassergraben vorgelagert.[14] Die ehemaligen Ökonomiegebäude liegen im Süden und Westen. Der den Südflügel überragende, rechteckige Hauptturm stellt mit der Durchfahrt zum Innenhof die imposante Eingangsfassade des Schlosses dar. Er springt aus der Fassade hervor und bildet die Verbindung zur steinernen Brücke über den Wassergraben. An ihm ist im ersten Geschoss ein Fenster mit einem schmiedeeisernen Gitter zu sehen, dass den Ort der Schlosskapellemarkiert.

Der Innenhof ist im Erdgeschoss von Nord- und Südflügel mit Stichbogenarkaden gegliedert. Am Westtrakt befindet sich ein Portal, das von seitlichen, ornamentierten Pilastern aus Rotmarmor gerahmt ist.[11] Im spitzen Giebel ist das EhewappenClosen-Nothafft zu sehen. In der Mitte des Hofes befindet sich der steinerne Brunnen.

Zugang zum Inneren des Schlosses vermitteln die zweiläufigen Haupttreppen in Nord- und Südflügel. Im Ostflügel befindet sich zusätzlich eine einläufige Treppe. Im Nord- und Südflügel werden die zur Außenseite gelegenen Räume des ersten Geschosses über einen hofseitigen Korridor erschlossen. Die Zimmer der anderen beiden Schlosstrakte in Ost und West schließen ohne Flur als durchgehende Raumfolgen aneinander an. Dies ist auch im zweiten Obergeschoss in allen vier Flügeln der Fall.

Die Kapelle: Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte; Beschreibung

 

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte

Die ehemalige Kapelle von Schloss Mariakirchen befindet sich innerhalb der dicken Mauern des Hauptturms im ersten Geschoss des Südflügels. Sie ist über die zweiläufige Haupttreppe und den hofseitigen Flur zugänglich. Es ist anzunehmen, dass sich die Kapelle schon seit dem Schlossbau um ca. 1550 in diesem Raum befand, doch für ihre Entstehung gibt es keine Quellen. Lediglich die Ausstattung mit den Deckengemälden auf Leinwand und dem Altar lassen sich auf ca. 1690 datieren,[15] sodass der damalige Hofmarkherr, Johann Franz Marquard Freiherr von Pfetten (1638–1692), als möglicher Stifter der Kapelle bzw. ihrer Neuausstattung angenommen werden kann.

Beschreibung

Der niedrige, rechteckige Raum verfügt über zwei Fenster, von denen sich eines nach Osten und das zweite nach Süden öffnet. Gegenüber des Ostfensters befindet sich der reich verzierte Marienaltarvon ca. 1690, dessen Aufsatz aus teilweise vergoldetem Holz vier Skulpturen trägt, während das Antependiummit intarsiertem Stuckmarmorgeschmückt ist. In der Südwand links neben dem Altar ist auf halber Höhe ein kleiner, hölzerner Wandschrank für liturgische Zwecke eingebracht. In der Nordwestecke des Raumes befindet sich zudem ein in die Wand eingelassener hölzerner Paramentenschrank, der zeitgleich mit der restlichen Ausstattung entstanden sein könnte. In der Nordostecke springt die ca. einen Meter dicke Eingangswand in einer weiteren Verstärkung hervor.

Die Wände der Kapelle sind ringsum mit einer Sockelzone und darüber in grün-roter Rankenmalerei bemalt. Diese Bemalung ist während der Erneuerung des Schlosses 1937 unter der Ägide von Gräfin Marie Theres von Deym entstanden.[16] Aus dieser Zeit könnte auch das entlang der Ostwand angebrachte hölzerne Kirchengestühl stammen.

Die Decke: Beschreibung

Die Decke ist in der Art einer Kassettendeckedurch hölzerne Rahmen mit Perlenprofil in neun Felder eingeteilt, die wiederum mit bemalten Leinwänden gefüllt sind.[11] Auf diese Weise ist die gesamte Fläche mit Gemälden bedeckt. Der Übergang zu den Wänden ist ringsum durch mehrfache gemalte wie hölzerne Profile gestaltet, wobei Letztere durch ihre goldene Farbe den Bildrahmen, welcher die gesamte Deckenfläche umgibt, vorwegnehmen. Nur an der Wand oberhalb des Altaraufsatzes sind die umlaufenden Profile ausgespart.

Die Deckenmalerei: Maria, das Haus von Loreto und die vier Erdteile
 
Mariakirchen, Schloss

Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Deckengemälde auf Leinwand sind zusammen mit dem Marienaltar um 1690 entstanden.[15] Der Künstler ist unbekannt. Als Stifter kommt der damalige Schlossbesitzer, Johann Franz Marquard Freiherr von Pfetten (1638–1692), infrage. 1936 wurde das Schloss renoviert und in dem Zuge auch die Gemälde durch einen Professor Weber aus München restauriert.[17]

Beschreibung und Ikonographie

Das kleeblattförmige Mittelbild zeigt Maria mit dem Christuskind auf dem Dachgiebel des Hauses von Loreto thronend, das von vier Engeln getragen wird. Oberhalb und unterhalb sind das Himmelsgewölbe und die Erdkugel zu sehen.

In den vier Eckbildern der Decke sind Allegorien der damals vier bekannten Erdteile Europa, Amerika, Asien und Afrika zu erkennen. Die szenischen Darstellungen beziehen sich inhaltlich alle auf die im zentralen Bild verehrte Muttergottes und weisen in den zur Mitte hin gelegenen Ecken marianische und christologische Symbole auf. Die halbrunden Segmentfelder, welche an die einzelnen Rundungen des mittigen Kleeblatt-Feldes zu allen vier Seiten hin anschließen, bilden auf die Muttergottes bezogene Embleme und Sinnbilder der Lauretanischen Litanei ab.

Zentrales Gemälde: Maria mit Kind und dem Haus von Loreto

In der Mitte des kleeblattförmigen Feldes ist die Muttergottes auf dem Haus von Loreto abgebildet. Sie ist in ein rotes Gewand und ein blaues Tuch gekleidet. Hinter ihrem von Strahlen umkränzten Haupt leuchtet der Himmel hell. Ihren rechten Arm hält sie nach oben, während der linke um das auf ihrem Schoß sitzende Christuskind gelegt ist. Dieses ist ebenfalls von einem Strahlenkranz bekrönt und hält in seiner ausgestreckten Linken eine kleine Weltkugel als Symbol für seine zukünftige Herrschaft.

Über dem Paar ragt das dunkelblaue, mit Sonne, Mond und Sternen ausgezeichnete Himmelsgewölbe als Halbkugel in das Bild hinein. Zwei der die Casa Sancta tragenden Engel halten weiße Spruchbänder, auf denen die Halbsätze Ne Feriat – Ne Pereat in goldener Schrift stehen. In der unteren Rundung des Bildes ist das dunkle Halbrund der Erdkugel zu sehen, auf der ein Teil der Landmasse mit Barbaria beschriftet ist. Deutlich erscheint so die Muttergottes als Vermittlerin zwischen Himmel und Erde, der die Bewahrung der Erde vor himmlischem wie irdischem Unheil zu verdanken ist.[18]

Vorlage: Der Atlas Marianus (1672) von Wilhelm Gumppenberg
 
Gumppenberg, Wilhelm: Atlas Marianus Quo Sanctae Dei Genitricis Mariae Imaginum Miraculosarum Origines Duodecim Historiarum Centurijs explicantur, München 1672

Das Mittelbild hat den 1672 erschienen Titelkupferstich des „Atlas Marianus“ von Wilhelm Gumppenberg (1609–1675), einem jesuitischen Theologen aus einem bayerischem Adelsgeschlecht, zum Vorbild. Auf ihm ist ebenfalls die auf dem Haus von Loreto thronende Maria zwischen der Himmelsphäre und dem Erdenrund dargestellt. Viele Details sind direkt übernommen: Die Geste der Muttergottes, die Gestaltung des Himmels mit Sonne, Mond und Sternen und dem dort stehende Spruch Ne Feriat sowie die teilweise mit Barbaria beschriftete Erdkugel, der die Sentenz Ne Pereat zugeordnet ist. [19]

Allegorie der Europa

Europa ist durch drei Männer und ein schwarzes Pferd vor dem Hintergrund illusionistisch in die Höhe ragender Säulen versinnbildlicht. Die im Vordergrund kniende männliche Figur mit langem, braungelocktem Haar trägt ein Beffchen um den Hals und unter ihrem rechten Arm steht ein ovales Schild mit der Aufschrift Dominam Venera(?) Europ(?). Wie auch die anderen Männer, darunter einer mit weißer Halskrause, schaut er verzückt in Richtung der im Mittelbild dargestellten Maria bzw. in Richtung Himmel. Im rechten oberen Eck des Gemäldes ist vor dem Hintergrund hellorange erleuchteter Wolken eine Krone mit Zepter zu sehen, welche auf die Stellung Marias als Himmelskönigin anspielen.

Allegorie der Amerika
 
Arnstorf, Schloss Mariakirchen

Amerika ist durch drei reich geschmückte Frau mit Federschmuck dargestellt. Die im Vordergrund stehende und eine der sitzenden Figuren halten ein ovales Schild, auf dem steht: Filiam Aeterni Patris Honorat America. Die Blicke sind auf den Bildbetrachter und auf das Mittelbild mit Maria ausgerichtet. Auch hier erscheint am gelb erleuchteten Himmel ein Mariensymbol: eine weiße Lilie, die mit den Buchstaben Maria beschriftet ist.

Allegorie der Asia

Die Szene, welche Asien abbildet, besteht ebenfalls aus drei Figuren vor dem scheinarchitektonischen Hintergrund eines dreieckigen Obelisken und einer Brüstung. Der im Vordergrund sitzende Mann trägt einen Turban und hat einen Schnurrbart sowie Perlenohrringe. In seinen Händen präsentiert er ein ovales Schild mit dem Schriftzug: Matrem Dei Colit Asia. Die mittlere Figur blickt entzückt gen Himmel. Hinter ihr ist ein Kamel zu sehen. Am hellorange leuchtenden Himmel prangt das Christusmonogramm IHS, das auch das Tabernakelauf der Altarmensaaufweist.

Allegorie der Afrika
 
Arnstorf, Schloss Mariakirchen

Die Darstellung Afrikas ist durch drei Bildfiguren mit reichgeschmückten Hüten aus Tüchern und Perlen aufgebaut. Sie knien als Gruppe in der linken unteren Bildecke; hinter ihnen sind ein Elefant und die Zweige einer Palme zu erkennen. Die vordere Figur hält das ovale Schild mit der Aufschrift Sponsam Spiritus S.(?) Reveretur Africa. Alle drei blicken in den orange-gelb erleuchteten Himmel wo die Taube des Heiligen Geistes mit einem Ring im Schnabel als Symbol für Maria als himmlische Braut in Richtung des benachbarten Mittelbildes zu schweben scheint.

Emblem: Haec Incrementa Dabit
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Arnstorf, Schloss Mariakirchen

Die emblematische Darstellung zeigt eine Landschaft mit einem Baum im Vordergrund. Aus der linken Seite fällt das Gelände steil ab, während rechts eine sanft ansteigende Klippe am Meer zu sehen ist. Im oberen Bildteil ist auf einem halbrund aus dem Himmel hinabreichenden Band ein Ausschnitt des Zodiakus abgebildet. Darauf sind Löwe, Jungfrau und Waage zu erkennen. Darunter steht das Motto des Emblems: Haec Incrementa Dabit.

Emblem: Ad Te Sunt Oculli Nost(?)
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Arnstorf, Schloss Mariakirchen

Auf diesem Nebenbild sind fliegende Vögel dargestellt. Der größte unter ihnen im Vordergrund trägt ein Spruchband mit dem Motto des Emblems im Schnabel: Ad Te Sunt Oculli Nost(?). In der darüber gelb leuchtenden Sonne prangen die Buchstaben MRA, eine Abkürzung für Maria.

Lauretanische Anrufung Mariens als ,Stella Matutina‘ bzw. als ,Stella Marina‘

Die Darstellung zeigt ein Segelschiff auf hoher See mit zwei Matrosen an Bord. Ein weiterer Mann ist im Begriff, über Bord zu gehen. Um das vom Sturm erfasste Boot schwimmen hölzerne Fässer im Wasser. Am Himmel erscheint jedoch ein heller Stern, dessen Zacken mit den Buchstaben Maria beschriftet sind. Er leuchtet in einem breiten Strahl, der ebenfalls Buchstaben trägt, auf das Schiff. Das Bild versinnbildlicht die Anrufung Mariens als Morgenstern (Stella Matutina) bzw. als Meerstern (Stella Marina) in der Lauretanischen Litanei. Dort wird sie als richtungsweisender Stern gepriesen, woraus ihre Rolle als Schutzpatronin der Seeleute abgeleitet wurde.

Emblem: Amoris Flamae Sunt
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Arnstorf, Schloss Mariakirchen

In diesem Nebenbild ist ein Phönixzu sehen, der in Flammen aufgeht. Er hält im Schnabel ein Spruchband mit der Aufschrift: Amoris Flamae Sunt. Die rund um den Vogel aufsteigenden Flammen tragen vier Mal den Namen der Muttergottes.

Der Altar

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Arnstorf, Schloss Mariakirchen

Der Altar in der Schlosskapelle ist zusammen mit den Deckengemälden um 1690 entstanden.[15] Als Stifter kann der damalige Schlossbesitzer, der Freiherr von Pfetten, angenommen werden, doch der Künstler ist nicht bekannt.

In seiner Mitte befindet sich eine kleine Figur der Muttergottes mit Kind, die von einer vergoldeten Ädikula mit gedrehten, grün-blau marmorierten Säulen gerahmt wird. Darüber schwebt über einer weiteren Baldachinbekrönung in stilisierten Wolken Gottvater im goldenen Gewand mit der Weltkugel, der segnend die Hand hebt und nach unten blickt. Er ragt über das innere Bildfeld bis zum hervorkragenden Höhepunkt der zweiten, äußeren Ädikula, die den Altar nach oben hin halbrund abschließt. Rechts und links ihrer ebenfalls grün-blau marmorierten Salomonischen Säulen stehen zwei Heiligenfiguren. In der linken Skulptur ist der Hl. Georg als Drachentöter zu erkennen, während die rechte weibliche Figur mit dem Strahlenkranz um das Haupt erneut Maria darstellen könnte, aber nicht genauer identifizierbar ist. Unterhalb der mittigen Madonnenfigur ist das Tabernakel angebracht, das mit Pilastern, einem Engelskopf und dem Christusmonogramm IHS verziert ist. Die Kerzenleuchter auf der Mensascheinen passend zum Altar und ebenfalls aus der Zeit des Barock zu stammen. Das Antependium des Unterbaus ist, wie die Seitenaltäre in der Schlosskapelle St. Katharina in Arnstorf, in Scagliola-Technikornamentiert.

Bibliographie

  • Baumgartner, Rottal-Inn, 1988 – Baumgartner, Kunst und Kultur Landkreis Rottal-Inn, Rottal-Inn 1988
  • Dehio, Niederbayern, 2008 – Brix, Michael/ Bischoff, Franz / Liedke, Volker: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern II: Niederbayern, München u.a. 2008
  • Frank, Mariakirchen, 1999 – Frank, Susanne/ Sittinger, Mariane: Das Schloss Mariakirchen, Eicehndorf 1999
  • Gumppenberg, Atlas Marianus, 1672– Gumppenberg, Wilhelm: Atlas Marianus Quo Sanctae Dei Genitricis Mariae Imaginum Miraculosarum Origines Duodecim Historiarum Centurijs explicantur, München 1672
  • Karlinger, Niederbayern, 1923 – Karlinger, Hans: Bezirksamt Eggenfelden (=Die Kunstdenkmäler von Bayern. Die Kunstdenkmäler von Niederbayern, Bd. 8), München 1923
  • Lampl, Niederbayern, 1986 – Lampl, Sixtus/ Neu, Wilhelm/ Braasch, Otto: Denkmäler in Bayern. Regierungsbezirke. Denkmallisten, Bd. 2: Niederbayern. Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler, München 1986
  • Louis, Ilse: Pfarrkirchen, 1973 – Louis, Pfarrkirchen. Die Pfleggerichte Reichenberg und Julbach und die Herrschaft Ering-Frauenstein, München 1973
  • Meulen, Raum, 2016 – Meulen, Nicolaj van der: Der parergonale Raum. Zum Verhältnis von Bild, Raum und Performanz in der spätbarocken Benediktinerabtei Zwiefalten, Wien 2016
  • Wening, Landshut, 1723 – Wening, Michael: Historico-topographica descriptio: das ist Beschreibung deß Churfürsten- und Hertzogthumbs Ober- und Nidern Bayrn, München 1723

Einzelnachweise

  1. Louis, Pfarrkirchen, 1973, S. 273; Frank, Mariakirchen, 1999, S. 27.
  2. Louis, Pfarrkirchen, 1973, S. 273; Lampl, Niederbayern, 1986, S. 323.
  3. 3,0 3,1 Louis, Pfarrkirchen, 1973, S. 273.
  4. Karlinger, Niederbayern, 1923, S. 137; Lampl, Niederbayern, 1986, S. 323.
  5. Lampl, Niederbayern, 1986, S. 323-324.
  6. 6,0 6,1 6,2 Frank, Mariakirchen, 1999, S. 28.
  7. Wening, Landshut, 1723, S. 66-67: „Dises Schloß […] umb sich zwey Weyer […].“
  8. Lampl, Niederbayern, 1986, S. 323.
  9. Dehio, Niederbayern, 2008, S. 376; Karlinger, Niederbayern, 1923, S. 138; Baumgartner, Rottal-Inn, 1988, S. 90; Frank, Mariakirchen, 1999, S. 26.
  10. Frank, Mariakirchen, 1999, S. 25-26; Dehio, Niederbayern, 2008, S. 376.
  11. 11,0 11,1 11,2 Dehio, Niederbayern, 2008, S. 376.
  12. Karlinger, Niederbayern, 1923, S. 139.
  13. Dehio, Niederbayern, 2008, S. 376; Karlinger, Niederbayern, 1923, S. 138.
  14. Frank, Mariakirchen, 1999, S. 26.
  15. 15,0 15,1 15,2 Dehio, Niederbayern, 2008, S. 376; Karlinger, Niederbayern, 1923, S. 139.
  16. Frank, Mariakirchen, 1999, S. 37.
  17. Frank, Mariakirchen, 1999, S. 36.
  18. Meulen, Raum, 2016, S. 189-190.
  19. Frontispitz “Ne Feriat – Ne Pereat” aus: Gumppenberg, Atlas Marianus, 1672.