Alverskirchen, Haus Brückhausen

Laß, Heiko:Alverskirchen, Haus Brückhausen, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/0fd211ad-4133-4887-825d-a33ba225bb01

Inventarnummer: cbdd10226

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In Haus Brückhausen befinden sich unter einer Tapete Wandmalereireste vom Ende des 18. Jahrhunderts. Vermutlich gewährten sie ehemals zwischen gemalten Säulenstellungen Ausblicke in eine ebenfalls gemalte Landschaft.

Haus Brückhausen

 

Kurzbeschreibung und Lage

Haus Brückhausen[1] ist ca. 2 Kilometer südlich von Alverskirchen gelegen.

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das Herrenhaus wurde 1601 auf alten Grundmauern in Backstein erbaut. Ein 1676 angefügter Kapellenerker wurde 1959 wieder abgebrochen.

Beschreibung

Ehemals handelte es sich um eine für die Region typische Zweiinselanlage. Heute sind nur noch Reste des Grabens um das Hauptgebäude an der Ost-, Süd- und Nordseite erhalten. Das zweigeschossige Herrenhaus bildet zusammen mit zwei Wirtschaftsbauten eine unregelmäßige offene Dreifügelanlage. Es ist nicht an allen Seiten regelmäßig durchfenstert. Die Eingangsseite präsentiert sich mit sieben Achsen, die schmalen Seiten mit hohen Giebeln haben fünf Achsen. Das bedeutend niedrigere Obergeschoss ist an den Langseiten von Fachwerk, die Giebel sind gemauert.

Der Hauptsaal

Beschreibung

An der Nordseite des Hauses ist der vierachsige Hauptsaal mit einer Stuckbalkendecke gelegen, die von ca. 1675 stammt.[2]

Die verborgenen Wandmalereireste

Befund - Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Im Saal wurden 1959 unter einer Tapetenschicht architektonische Wandmalereien[3] aufgedeckt, die wohl vom Ende des 18. Jahrhunderts stammen. Da die Tapete nicht ohne Substanzverlust der Malerei entfernt werden kann, ist sie verblieben und die Malerei gegenwärtig nicht zu sehen.

Beschreibung und Ikonographie

Die Saalwände sind in der ganzen Höhe in gleichen Abständen mit gemalten jonischen Pilastern geziert. Sie stehen auf einer gemalten Balustrade und tragen ein ebenfalls gemaltes Gebälk. Die Farben sind grau und blauschwarz. Zwischen die Kapitelle sind farbige Quastengehänge gemalt. In der Mitte sind sie jeweils mit einer Schleife an das Gebälk gebunden. Die Pilaster stehen auf einer Balustrade. Zwischen den Pilastern haben sich blaue und grüne Farbreste erhalten, sodass man vermuten kann, dass sich hier ehemals Landschaftsausblicke befanden.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Dehio, Westfalen, 2011. – Dehio, Georg: Nordrhein-Westfalen II. Westfalen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Ursula Quednau. München/Berlin 2011.
  • Ludorff, Münster-Land, 1897. – Ludorff, Albert (Bearb.): Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Münster-Land (Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen). Münster 1897.
  • Archivalien:
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe – Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Archiv. Holling 6. Haus Brückhausen. Everswinkel-Alverskirchen. Kreis Warendorf. Akte III 2002-2014.

Einzelnachweise

  1. Dehio, Westfalen, 2011, S. 327; Ludorff, Münster-Land, 1897, S. 22.
  2. Dehio, Westfalen, 2011, S. 328.
  3. Landschaftsverband Westfalen-Lippe – Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Archiv. Holling 6. Haus Brückhausen. Everswinkel-Alverskirchen. Kreis Warendorf. Akte III 2002-2014.