Westerholzhausen, Pfarrkirche St. Korbinian
Pfarrkirche, seit 1990 von Langenpettenbach vikariert, Gemeinde Markt Indersdorf, Erzdiözese München und Freising. Z. Z. der Ausmalung war Westerholzhausen Monatspfarrei. Gericht Kranzberg
Patrozinium: St. Korbinian
Zum Bauwerk: Reparatur der mittelalterlichen Kirche unter Beibehaltung des gotischen AR und Veränderungen im LHs vor 1707 unter Pfarrer Korbinian Strixner (1696-1729). Weihe 1707 durch Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing. Neuausstattung mit Hochaltar, zwei Seitenaltären und Kanzel nach der Mitte des 18. Jh. 1838 Reparatur des Innenverputzes und Ausweißen; 1846/47; Erneuern des schadhaften Verputzes und Ausweißen; 1853/54 größere Baureparaturen. Nach Brand 1861 Erweiterung des LHs um ca. 4,00 m nach W.


Einfacher Saal mit Empore im W; eingezogener AR zu zwei Jochen mit dreiseitigem Schluß, gleichmäßige Belichtung durch je ein Fenster im N und S sowie drei Fenster im Schluß. Die Deckenbilder befinden sich im AR.
Auftraggeber: Pfarrer von Westerholzhausen z. Z. der Ausmalung war Johann Paul Ortt (1748-85). Die Pfarrei war sehr arm. Ein privater Spender ist anzunehmen.
Autor und Entstehungszeit: Zuschreibung an Johann Georg Dieffenbrunner (* 1718 Mittenwald † 1785 Augsburg; s. S. 86) um 1764.
Überzeugende Zuschreibung an Dieffenbrunner von Böhm (S. 22) aus stilistischen Gründen. Neben dem Deckenbild selbst, das ganz unverwechselbar die Handschrift Dieffenbrunners zeigt, ist hier auch die Dekorationsmalerei zu nennen, die mit ihren fedrig aufgelösten Rocaillen und den zarten, losen Blumengirlanden für Dieffenbrunner typisch ist. Das Fresko ist undatiert, es gibt auch keinen äußeren Anhaltspunkt für die Datierung außer dem (nicht mehr zu belegenden) Entstehungsdatum der Altäre, 1764 (KDB, S. 326). »Ein Vergleich mit Deckenbildern ähnlichen Themas um 1764 (Zipplingen 1763, Kleinberghofen 1764/65) läßt eine Datierung des ... Freskos um 1764 durchaus zu« (Paula, S. 215).
Befund
Träger der Deckenmalerei: AR ursprünglich Rippengewölbe (Rippen abgeschlagen); das Deckenbild befindet sich im AR. Rahmen: Das gesamte Gewölbe ist von Rocaille-Dekorationsmalerei bedeckt; A gemalter Stuckprofilrahmen mit übergreifenden Rocailleornamenten; A1-2 gemalte Rocaillekartuschen
Technik: Fresko; A polychrom, A1-2 Grisaillen auf Goldgrund
Maße: A Höhe 5,40 m; 5,50 × 3,60
Bei einer Restaurierung des Innenraums 1883 wurde das Deckenbild im LHs von Maler Kromer, Freising, neu gemalt und das Deckenbild im AR völlig übermalt.
1923 wurden bei einer Innenrestaurierung durch Hans Schnellinger und Conrad Schmer das AR-Fresko und die Dekorationsmalerei wieder freigelegt. Unter dem Deckenbild im Lhs von 1883 wurde keine barocke Malerei aufgefunden. Es wurde 1953 durch eine Darstellung Himmelfahrt Mariens von Joseph Wittmann ersetzt. Die Bilder an der Emporenbrüstung stammen auch aus dieser Zeit. Eine umfassende Innenrestaurierung fand 1990/91 statt; die Kirchenmalerarbeiten führte Johann Stachl, Großweil, aus; die AR-Fresken restaurierte Manfred Fronske, Tiefenbach bei Landshut. Es wurde gereinigt, Risse wurden geschlossen und Fehlstellen eingestimmt.
Der Zustand der Fresken ist gut

Beschreibung und Ikonographie
A GLORIE DES HL. KORBINIAN Ansicht nach O, Aufnahmestandpunkt unter dem westlichen Bildrand. Einansichtige Himmelsszene. - Auf Wolken kniet der hl. Korbinian, Gründer des Bistums Freising, in bischöflichem Ornat, die Mitra vor sich. Ein Engel hinter ihm hält das Pedum. Am Bildrand sieht man das Attribut des hl. Korbinian, den Bären mit dem Packsack. Über dem Heiligen thront auf der gleichen, von Engeln getragenen Wolke Christus mit dem Kreuz, von Engeln begleitet, und hält eine Krone über Korbinians Haupt. Schräg über Christus erscheint Gottvater; zuoberst schwebt die Taube des Hl. Geistes. Der gelblich-graue Grundton des Bildes verdichtet sich in den Schatten zu kompakten Braunwerten. Wenige Buntfarben treten auf, vor allem Rot und Blau.
A1-2 PUTTEN Zwei gemalte Rocaillekartuschen flankieren das Hauptbild. Sie zeigen Putten mit Ehrenzeichen des hl. Korbinian.
A1 Putto mit Lorbeerkranz A2 Putto mit Palmzweig
Quellen und Literatur
StAM, LRA 34549; 34570; 34622. AEM, Pfarrakten Westerholzhausen: Pfarrbeschreibung
Schmidtsche Matrikel, Bd 2, S. 407.
Mayer-Westermayer, Bd 3, S. 188 f.
KDB I OB (1), S. 326
Gruber, Max, Johann Georg Dieffenbrunner, in: Amperland 5, 1969, S. 90.
Heimatbuch Landkreis und Stadt Dachau, München 1971, S. 135, 174.
Kunst- und Kulturdenkmäler 1977, S. 378
Böhm, Cordula, Mittenwald hat einen verlorenen Sohn zu entdecken, in: Charivari 1980, H. 3, S. 22.
Paula, Georg, Johann Georg Dieffenbrunner. Leben und Werk (= tuduv-Studien, Reihe Kunstgeschichte, Bd 8), München 1983, S. 39 f., S. 215–17.
Dehio 1990, S. 1276
Berghammer, Josef, Die Sanierung der Pfarrkirche St. Korbinian in Westerholzhausen, in: Amperland 32, 1996, S. 252–56. A. B.