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Westenhofen, Filialkirche St. Martin

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 2: Die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach. Hirmer, München 1981, ISBN 978-3-7991-5834-3, S. 611–612, geschrieben von Bachter, Falk, Bauer-Wild, Anna, Böhm, Cordula, Lüdicke, Lore und Sinkel, Kristin. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Filialkirche, Gemeinde und Pfarrei Schliersee, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung war Schliersee dem Kollegiatsstift Unserer Lieben Frau in München inkorporiert, Herrschaft Hohenwaldeck

Patrozinium: St. Martin

Zum Bauwerk: Neubau 1734–37 an der Stelle eines Folgebaus der ehem. Benediktinerabteikirche »auf dem Kirchbichl« (Weihe 779) unter Pfarrvikar Sebastian Ehrenhofer von Schliersee (1729–42). Am Chorbogen gemalt eine von zwei Engeln gehaltene Kartusche, darin ein 1973 verfaßtes Chronogramm DEO VNO ATQVE TRINO/ REGINAE PARENTI VIRGINI/ VENERABILI MARTINO EPISCOPO/ SIT PIA LAVS (= 1737)

Saalbau zu vier Jochen mit eingezogenem AR (9,50 × 7,50 m) zu zwei Jochen mit dreiseitigem Schluß, dessen O-Wand segmentförmig gemuldet ist; im W Empore

Autor und Entstehungszeit: Die Deckenbilder stammen vermutlich aus der Erbauungszeit von einem ländlichen, wohl im lokalen Bereich ansässigen Maler.

Befund

Träger der Deckenmalerei: LHs (1–4) Flachtonne mit Stichkappen, AR (A, B) Tonne mit Stichkappen Rahmen: A und B Stuckprofil Technik: Fresko; A, B polychrom, 1–4 monochrom rosa Maße: A Höhe 9,90 m; 2,00 × 2,40 B Höhe 9,90 m; Ø 2,60

Erhaltungszustand und Restaurierungen: 1878 fand eine Restaurierung statt, bei der die Fresken im AR übertüncht wurden, im LHs durch neue ersetzt, signiert und datiert AD(ligiert)imberger Miesbach 1878. (= Alois Diernberger *1823 †1897). 1927 wurden die Fresken im AR wieder freigelegt. Bei der letzten Restaurierung 1973/75 durch die Firma Holderried, Pfaffenhofen/Ilm, wurde die barocke Gewölbedekoration von einer Dispersions- und Kalktünche freigelegt, wobei weitgehende Ergänzungen vorgenommen wurden (Emblemkartuschen 1–4 im LHs, Chronogramm am Chorbogen). Die Deckenbilder im AR, deren Bildgegenstand nach der Freilegung von 1927 nur noch schwach erkennbar war, wurden farblich und zeichnerisch neu herausgearbeitet, die Inschrift in B ergänzt (vgl. Akten des B.L.f.D.). 1, 3 und 4 keine Abbildungen

E6 Es zeigt ein geflügeltes Kind, das mit dem linken Bein auf einer Kugel steht, während das rechte wie im Lauf zurückgenommen ist. Der nackte Körper wird nur von einem Tuch bedeckt. Die Arme sind emporgereckt und die Augen auf das Dreieck mit dem Auge Gottes im Himmel gerichtet. Vom Auge Gottes fällt ein Strahlenkegel auf das Kind herab. Im Hintergrund eine Flußlandschaft mit einer Stadt

Bildabfolge und Inschriften

Chronologische Abfolge von O nach W

A MANTELSPENDE DES HL. MARTIN Der Heilige zu Pferde teilt seinen Mantel mit einem Bettler.

B CHRISTUS ERSCHEINT DEM HL. MARTIN Der Heilige kniet neben seinem Pferd. Von Christi Mund geht ein Schriftstrahl aus: Martinus der nicht getaufte hat mich mit diesen Kleid bekleidet

Die Deckenbilder von 1878 im LHs setzen den Martin-Zyklus mit folgenden Szenen fort: Martin wird die

Bischofswürde angetragen; Baumwunder des hl. Martin; Tod des hl. Martin

Die vier erneuerten Emblembilder innerhalb der gemalten Bandwerkkartuschen in den LHs-Stichkappen zeigen:

B Christus erscheint dem hl. Martin

Quellen und Literatur

Mayer-Westermayer, Bd 2, S. 54. KDB I OB (2), S. 1520

RDB 1 OB (2), B. 1320. Gasteiger, Michael, Das Buch vom Schlie

Gasteiger, Michael, Das Buch vom Schliersee, München 1951, S. 340.

Andrelang, Franz, Landgericht Aibling und Reichsgrafschaft Hohenwaldeck (= Historischer Atlas von Bayern, Bd 17), München 1967, S. 282 f.

WEYARN

Ehem. Augustinerchorherrenstift Erzdiözese München und Freising

Ehem. Stiftskirche, jetzt Pfarrkirche Sakristei S. 624 Ehem. Stiftsgebäude, jetzt Rathaus der Gemeinde Sitzungssaal S. 625 Bürgermeisterzimmer S. 626