Welda, Haus Welda
Inventarnummer: cbdd10361
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In Haus Welda befanden sich Wandbespannungen des Malers Johann Conrad Klein von ca. 1737-39. Sie wurden nach 1938 abgenommen. Während die Lambris aufgerollt vor Ort erhalten sind, müssen die Wandmalereien als verschollen gelten.

Haus Welda

Kurzbeschreibung und Lage
Haus Welda[1] liegt am Nordrand der gleichnamigen Ortschaft. Die offene Dreiflügelanlage ist nach Süden hin orientiert, im Norden schließt ein Garten an. Der Komplex wird von Süden aus über eine Vorburg betreten.
Bau- und Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Der Ort Welda wird bereits im 9. Jahrhundert genannt und gelangte 1469 an die Familie von Haxthausen. Spätestens 1588 stand hier ein Rittersitz. Hermann Adolph von Haxthausen ließ die alten Gebäude abbrechen und nach Plänen von Justus Wehmer unter Leitung von Giovanni Ghezzy 1733-1739 ein neues Rittergut erbauen. Der Hauptbau war im Rohbau 1735 vollendet und wurde 1737-39 ausgebaut und ausgestattet, die Nebengebäude entstanden 1735-38. Einzelne Arbeiten im Schloss wie die Setzung von Kaminen zogen sich noch bis 1746 hin. Mit Hermann Adolph Haxthausen starb die Linie aus. Über eine Tochter kam Welda an die Freiherren von Brackel, im 19. Jahrhundert kurzfristig an französische Trappisten, 1932 an den Verein für Kath. Arbeiterkolonien Westfalen und 1938 schließlich an Reinhard Henschel. Dieser ließ die Wandbespannung im Haus abnehmen und nach Kassel in das Deutsche Tapetenmuseum bringen.
Beschreibung
Das zweigeschossige Gebäude mit hohem Sockelgeschoss ist über H-förmigem Grundriss angelegt. Es hat ein Mansarddach und misst zwölf Achsen in der Breite sowie sechs Achsen in der Tiefe. Die äußeren beiden Achsen sind vorgezogen, sodass die Grundform eines H entsteht. Die mittleren drei Achsen werden unter einem Attikageschoss mit Dreiecksgiebel zusammengefasst. Eine zweiläufige Freitreppe erschließt den Bau. Das Vestibül ist mit einem Treppenaus kombiniert. Zum Garten hin befindet sich ein Gartensalon. Von Vestibül und Salon gehen in Enfilade zu jeder Seite jeweils zwei Zimmer ab. Das Obergeschoss ist ähnlich aufgeteilt, doch nimmt hier ein großer Saal den Raum von Vestibül und Salon ein. Bis auf den Stuck ist die gesamte Innenausstattung verloren.
Die ehemalige Wandmalerei aus Welda
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Wandmalerei wurde nach 1938 abgenommen und ins Tapetenmuseum in Kassel gebracht.[2] Während die Malerei der Lambris inzwischen aufgerollt wie in Welda ist, befindet sich die eigentliche Wandmalerei immer noch in Kassel, wo sie im Moment (2020) nicht angesehen werden kann.
Beschreibung und Ikonographie
Johann Conrad Klein bemalte Lambris und Supraporten in Haus Welda. Sie hatten Landschaften zum Thema sowie die vier Jahreszeiten. Weitere Wandbespannungen bemalte Johann Zimmermann. Mindestens ein Raum und der Saal gehörten dazu. Da der Saal 1746 stuckiert wurde, handelte es sich eventuell nur um ein Provisorium.[3] Der nordwestliche Raum des Erdgeschosses hatte noch 1932 seine Wandmalerei, wie ein leider leicht unscharfes Foto belegt. Die Lambris zeigten Kartuschen mit Figurenszenen. Die Wand zeigte „Phantastische Gartenszenen auf grober Leinwand gemalt, in Art und Farbe der Aubusson-Tapisserien.“[4] Es handelte sich nicht um realistische Darstellungen. Vielmehr tauchten Elemente von Grotesken in den Ansichten auf.[5]
Bibliographie
- Literatur:
- Dehio, Westfalen, 2016. – Dehio, Georg: Nordrhein-Westfalen II. Westfalen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Ursula Quednau. München/Berlin 2016.
- Püttmann, Wehmer, 1986. – Püttmann, Klaus G.: Die barocken Schloßbauten Justus Wehmers in Westfalen. Zu Bedingungen und Wegen in der Architekturrezeption (Denkmalpflege und Forschung in Westfalen, 13). Bonn 1986.
- Rodenkirchen, KDM Warburg, 1939. – Rodenkirchen, Nikolaus (Bearb.): Kreis Warburg (Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, 44). Münster 1939.
Einzelnachweise
- ↑ Dehio, Westfalen, 2011, S. 1138; Püttmann, Wehmer, 1986, S. 79-90; Rodenkirchen, KDM Warburg, 1939, S. 488-493.
- ↑ Dehio, Westfalen, 2011, S. 1138
- ↑ Püttmann, Wehmer, 1986, S. 81.
- ↑ Rodenkirchen, KDM Warburg, 1939, S. 490.
- ↑ Dehio, Westfalen, 2011, S. 1138; Püttmann, Wehmer, 1986, S. 87; Rodenkirchen, KDM Warburg, 1939, S. 490.