Walleshausen, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Pfarrhof, z. Z. der Ausmalung Sommersitz der Pollinger Pröpste, Saal im zweiten Stock
Zum Bauwerk: Der Sommersitz wurde im Verlaufe des 18. Jh. errichtet (das holzgeschnitzte Portal zeigt das Wappen von Propst Franz Töpsl von Polling, 1744-96). Der einfache, ziemlich niedere, rechteckige Raum (ca. 5 × 7,50 m), von der O- und S-Seite belichtet, hat eine Stuckdecke mit einfachen Akanthusranken, welche wohl aus dem Anfang des 18. Jh. stammt.
Autor und Entstehungszeit: Das gerahmte, als Tafelbild konzipierte Ölbild ist in die stuckierte Decke, deren Ornamentformen in die Zeit um 1710 weisen, eingelassen. Das Bild dürfte schon früher entstanden sein.
Befund
Träger der Deckenmalerei: Flachdecke
Rahmen: ovaler goldener Bildrahmen, eingelassen in ein Stuckprofil
Technik: Öl auf Leinwand; polychrom
Maße: Höhe 3,20 × 1,40
Erhaltungszustand: Die Befestigungsbretter in den Bildachsen zeichnen sich mit Sprüngen in der Leinwand ab; leichtes Krakelee.
Beschreibung und Ikonographie
DAS POLLINGER HEILTUM Dieses ist historisch getreu als romanischer Kruzifixus wiedergegeben. Das Kreuz ist frontal in das Bildoval gesetzt; zwei Engel knien auf Wolken zu seiten des Kreuzes, die Kreuzarme stützend und die Würdezeichen der Pollinger Pröpste, Inful und Stab, haltend. Ein Spruchband SUB UMBRA ALARUM TUARUM PROTEGE NOS. (nach Ps 16,8) zeichnet das Kruzifix als Gnadenbild aus. Das bayerische Kurwappen am Fuß des Kreuzes hebt dessen überragende Bedeutung für Bayern und seinen mit den bayerischen Herrschern verknüpften Ursprung hervor. Unterhalb dieser durch einen Wolkenbogen abgeschlossenen, hieratisch anmutenden Darstellung ist der Blick auf eine Landschaft wiedergegeben. In dieser ist die Legende von Polling skizziert: die Jagdhunde des Bayernherzogs Thassilo III. erreichen die Hirschkuh, welche ein Kreuz aus dem Boden gescharrt hat.

Quellen und Literatur
- (nur zum Bau)
[Daisenberger], Johann Nepomuk, Monumentum debitae gratitudinis . . . erga . . . Franciscum Toepsel . . . (o. O.) 1815, S. 32.
KDB IOB (1), S. 558
Dehio-Gall OB (1964), S. 281
Müller-Hahl, Bernhard (Hg.), Heimatbuch Stadt- und Landkreis Landsberg am Lech, Aßling-München 1966, S. 659.