Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 8: Landkreis Mühldorf am Inn. Hirmer, München 2002, ISBN 978-3-7774-9430-2, S. 6–7, geschrieben von Büttner, Frank und Rupprecht, Bernhard. Original (Passwortgeschützt)
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Der heutige Landkreis Mühldorf besteht im wesentlichen aus dem ehemaligen Gericht Neumarkt, das zum Rentamt Landshut gehörte, und dem kleinen Gericht Kraiburg im Rentamt Burghausen. Gebietsteile der Gerichte Mörmoosen und Kling sowie der ehemaligen Grafschaft Haag überschneiden im Süden die heutigen Landkreisgrenzen. Kirchlich gehörte das gesamte Gebiet bis zur Säkularisation zum Erzbistum Salzburg. Die Stadt Mühldorf war eine Exklave von Salzburg und Sitz der salzburgischen Vogt- und Propstgerichte, die eine Art Niedergerichtsbarkeit im Gericht Neumarkt ausübten.

Im 18. Jahrhundert erfuhr das Gebiet eine lebhafte Bautätigkeit. Als Auftakt wurden um 1700 drei Bauwerke von übergeordneter Bedeutung barockisiert: Schloß Zangberg und die Augustinerchorherrenklöster Au am Inn und Gars am Inn, für die Künstler aus den Kunstzentren München, Freising und Landshut verpflichtet wurden, die Graubündner Baumeister Antonio Riva und Caspar und Cristoforo Zuccalli. Für die Ausstattung konnten die Münchner Maler Benedikt Albrecht, Johann Kendlbacher und Jakob Würmseer und die Stuckatoren Jacopo Appiani und Nikolaus Liechtenfurtner namhaft gemacht werden. Dominikus Gläsl prägte als Schloßmaurermeister von Zangberg zwischen 1700 und 1720 den barocken Kirchenbau im Umland mit Neubauten wie Mettenheim und Flossing, bevor er Hofmaurermeister in Freising wurde. Ab der Jahrhundertmitte führte der Trostberger Baumeister Franz Alois Mayr die barocken Um- und Neubauten.

Unter diesem Einfluß entwickelten sich innerhalb der Gerichte einheimische Baumeister, Maler und Bildhauer, die den Kirchen des Landkreises ihr barockes Gepräge gaben. Von Neumarkt aus waren tätig die Maler Joseph Anton Haas, Johann Baptist Rabensteiner, Jakob Fürstenbräu, Franz Xaver Hornöck. In Kraiburg schuf die Malerfamilie Seltenhorn zusammen mit dem Stuckator Johann Philipp Wagner eine Anzahl gemeinschaftlicher Ausstattungen, in Mühldorf wirkte Johann Paul Kurz als Freskant, und von der Hofmark Buchbach aus hinterließ der dort ansässige Balthasar Mang umfangreiche Freskenzyklen. Von Trostberg aus tätig war Franz Joseph Soll. Die Pfarrkirchen in Mühldorf und Oberflossing, Glanzstücke am Ende der Epoche, stattete Martin Heigl aus München mit Fresken aus.

Die reicheren unter den Kirchen, oft auch die schöneren Ranoldsberg mit Fresken von Johann Degler, Niederbergkirchen und Gumattenkirchen mit Fresken von Martin Heigl, Aschau und Lohkirchen mit Fresken von Johann Baptist Rabensteiner und Franz Xaver Hornöck, Ampfing, Heldenstein, Stefanskirchen, Kraiburg und Piettenberg wurden im 19. Jahrhundert regotisiert; ihre barocken Ausstattungen sind quellenmäßig belegt, aber für uns verloren.

Erstmals wurden in diesem Band Werkstattübersichten und Kurzbiographien der im Landkreis tätigen Maler in einem

Anhang zusammengestellt. Der Leser kann sich so leichter einen Überblick über die historischen Zusammenhänge verschaffen.

Bei unserer Arbeit haben wir von vielen Seiten Hilfe und Unterstützung erfahren. Am meisten Mühe und Arbeit machten wir dem Archiv der Erzdiözese München und Freising. Für alle Geduld und Freundlichkeit danken wir Dr. Peter Pfister und den Mitarbeitern im Archiv und in der Bibliothek von Herzen. Auch dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege haben wir zu danken; Dr. Klaus Kratzsch und Dr. Christian Baur, Referenten für den Landkreis Mühldorf, ließen uns jede erbetene Information zukommen. Unterstützung fanden wir im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, in den Staatsarchiven München und Landshut, in der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek, dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte und in der Graphischen Sammlung. In Mühldorf waren uns eine große Hilfe Kreisheimatpfleger Ernst Aicher, Kreisarchivar Rudolf Angermeier, Stadtarchivar Edwin Hamberger und Dr. Hans Rudolf Spagl. Aufschlußreich waren Gespräche mit den Restauratoren Karl Holzner, Ampfing, Norbert Rudzki, Zankenhausen, Helmut Zernickel, München, und Martin Zunhamer, Altötting. Allen Pfarrherren, die uns Zutritt zu den Kirchen und zum Pfarrarchiv gewährten, sind wir zu Dank verpflichtet.

Besonders verbunden sind wir Prälat Dr. Sigmund Benker, der sich freundlicherweise die Mühe machte, historische Fakten und theologische Belange sowie lateinische Zitate und ihre Übersetzungen im Manuskript zu überprüfen.

Unser Unternehmen wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft getragen. Wir möchten den Damen und Herren, die mit unserer Sache befaßt sind, von ganzem Herzen danken für ihre Geduld und ihr Verständnis, für manche Anregung und auch für Kritik.

Dem Hirmer Verlag und Herrn Albert Hirmer selbst sind wir zu großem Dank für die verlegerische Betreuung verpflichtet. Frau Katja Durchholz betrieb mit fachlichem Können, künstlerischem Geschick und großem persönlichen Einsatz die Herstellung des Bandes; die Zusammenarbeit mit ihr war äußerst fruchtbar.

Das Zustandekommen dieses Bandes war nur möglich durch das großzügige Entgegenkommen von Herrn Erich Rambold, Landrat des Landkreises Mühldorf, Herrn Hermann Tischler, Kreisverbandsvorsitzender des Genossenschaftsverbands Bayern, Herrn Dr. Siegfried Naser, Geschäftsführender Präsident des Sparkassenverbands Bayern, Ludwig Bronold, Vorstandsvorsitzender Direktor der Kreissparkasse Mühldorf, und durch Herrn Dr. Alois Harbeck, dem langjährigen Mitarbeiter und Förderer des Projekts.

Frank Büttner und Bernhard Rupprecht