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Vorwort (Band 13)

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 13: Landkreis Eichstätt. Hirmer, München 2008, ISBN 978-3-7774-4475-8, S. 6–7, geschrieben von Büttner, Frank und Rupprecht, Bernhard. Original (Passwortgeschützt)
danach


Der Landkreis Eichstätt im Norden des Regierungsbezirks Oberbayern wird begrenzt von den Bezirken Schwaben, Mittelfranken, Oberpfalz und Niederbayern. Er entstand in heutiger Form bei der bayerischen Gebietsreform von 1972. Bis dahin gehörte er zum Regierungsbezirk Mittelfranken. Dem neu geschaffenen oberbayerischen Landkreis Eichstätt wurden Randgebiete des mittelfränkischen Landkreises Hilpoltstein und der oberpfälzischen Landkreise Beilngries und Riedenburg zugeschlagen sowie der aufgelöste oberbayerische Landkreis Ingolstadt (ausgenommen die Stadt Ingolstadt).

Im 18. Jahrhundert bestand das Gebiet zum großen Teil aus dem Hochstift Eichstätt um die Residenzstadt und zu einem kleineren, dem östlichen Teil aus den im Bistum Regensburg liegenden kurbayerischen Gerichten Abensberg, Riedenburg, Kösching und Vohburg, die zum Rentamt München gehörten.

Künstlerisches Zentrum des Gebietes war die Fürstbischöfliche Residenzstadt Eichstätt. Von den in der Stadt ansässigen älteren Malern Johann Flieger und Johann Georg Frey d.Ä. ist jeweils nur ein Werk bekannt, von den jüngeren Matthias Zink, Joseph Dietrich, den Brüdern Johann Dominikus und Hugo Ernst Murmann und Willibald Wunderer haben sich zahlreiche Fresken hauptsächlich in den Landkirchen erhalten, ebenso von den Hofmalern Johann Michael Baader und Johann Michael Franz. Im Hochstiftsgebiet ansässig waren die Malerfamilie Köll in Kipfenberg und Gabriel Seel in Nassenfels; sie sind mit bescheidenen Werken nachweisbar.

Die Höhepunkte im ehemaligen Fürstbistum sind die Fresken in den Residenzen der Eichstätter Fürstbischöfe in Eichstätt und in Hirschberg sowie in den Klöstern und Kirchen der Residenzstadt. Die Ausstattungen entstanden im Verlauf des gesamten 18. Jahrhunderts. In der ersten Hälfte wurden die bedeutenden Aufträge noch an auswärtige Künstler vergeben. Für die Ausmalungen der Benediktinerinnenkirche St. Walburg und der Jesuiten-, der sog. Schutzengelkirche wurden Vitus Joseph Greitmann aus dem pfalz-neuburgischen Burgheim und Johann Michael Rosner aus Worms durch persönliche Kontakte zum Auftraggeber berufen, für die Dominikanerkirche Melchior Steidl aus München und für die Chorfrauen von Notre Dame de Sacre Coeur Johann Georg Bergmüller aus Augsburg. Bergmüllers Schüler Johann Evangelist Holzer wurde im Zusammenhang mit der Ausmalung der Sommerresidenz zum Hofmaler ernannt. In der Rokokozeit beherrschte dann der Eichstätter Hofmaler Johann Michael Franz das Kunstschaffen. Zusammen mit dem Baumeister Mauritio Pedetti und dem Stuckator Johann Jakob Berg prägten sie einen eigenen Stil.

Die Werke der in Eichstätt ansässigen Maler, die sowohl in der Residenzstadt wie auch im umliegenden, ländlich geprägten Hochstiftsgebiet entstanden, konnten erstmals gegeneinander abgegrenzt werden. Dieses Gebiet im Westen des Landkreises zeichnet sich durch künstlerische Homogenität aus. Im östlichen, dem Bistum Regensburg zugehörigen Teil dagegen haben Maler aus Ingolstadt wie Johann Georg Schredter, Melchior Puchner, Johann Anton Zächenberger und der in Gaimersheim ansässige Joseph Eberl gearbeitet. Ein spätes Glanzstück stellt die schon dem Klassizismus zugewandte Ausmalung des in Eichstätt geborenen Münchner Hofmalers Christian Thomas Winklers der kurbayerischen Wallfahrtskirche in Bettbrunn dar.

Nicht in diesen Band aufgenommen wurden die Ausmalungen der Kirchen in Wellheim und Gammersfeld und eine Himmelsszenerie im barocken Pavillon von Schloss Inching, weil durch Übermalungen die barocke Substanz weitgehend zerstört ist. Die Fresken in der ehemaligen Augustinerpropsteikirche Schamhaupten werden von uns – bis auf drei 1980 frei gelegte, sehr abgeriebene Emporenbilder – als neubarock bewertet. Verloren ist die 1778 entstandene Ausmalung von Johann Michael Franz in Buxheim.

DANK

Bei unserer Arbeit haben wir von vielen Seiten Unterstützung bekommen. An erster Stelle danken wir ganz herzlich Herrn Diözesanbaumeister Karl Frey, dem leitenden Baudirektor des Diözesan- und Universitätsbauamts und beim Kunstreferat Dr. Emanuel Braun, Diözesankonservator und Leiter des Diözesanmuseums und Dr. Claudia Grund, Referentin für Kunst und Kultur beim Bischöflichen Ordinariat, für ihre große Hilfsbereitschaft. Wir danken auch dem Leiter des Diözesanarchivs Eichstätt, Dr. Bruno Lengenfelder, der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Maria Ludden und allen Mitarbeitern. Unser besonderer Dank geht an Herrn Brun Appel, Diözesanarchivar a.D., für die Durchsicht von Manuskripten. In der Universitätsbibliothek Eichstätt, vor allem der Teilbibliothek Hofgarten, erfuhren wir Hilfe durch den Leiter Dr. Klaus Walter Littger und den stellvertretenden Leiter Dr. Franz Heiler, durch Frau Dr. Agnes Kürzl in der Handschriftenabteilung und die Mitarbeiter. Ebenso danken wir Prof. Dr. Rupprecht Wimmer, dem ehemaligen Präsidenten der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Herzlich bedanken wir uns für die große Freundlichkeit von Sr. Dr. Maria Magdalena Zunker, Archivarin der Abtei St. Walburg, die den Text von St. Walburg durchsah, wertvolle Anregungen gab und Quellenmaterial zur Verfügung stellte. Bereitwillig Einsicht in die Inventarisation kirchlicher Kunstgüter gewährte uns Dr. Friedrich Fuchs vom Diözesanmuseum Regensburg.

Hilfe und freundliche Aufmerksamkeit erfuhren wir von Doris Bauchrowitz vom Archiv des Bistums Augsburg, Brigitte Mersich von der Österreichischen Nationalbibliothek Wien, durch Dr. Norbert Allmer und Dr. Alois Ruhri vom Diözesanarchiv Graz und besonders durch Dr. Paul Mai vom Bischöflichen Zentralarchiv Regensburg; Auskünfte und Druckerlaubnis für abgebildete Zeichnungen gewährten uns Dr. Hermann Maué und Dr. Dagmar Hirschfelder vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, Dr. Christoph Nicht von der Barockgalerie Augsburg und Dr. Hans-Martin Kaulbach von der Staatsgalerie Stuttgart.

Mit Auskünften, teils aus noch unveröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten, haben geholfen: Dr. Alois Epple, Türkheim, Dr. Martina Eschenweck, Beilngries, Pfarrer Reinhard Förster, Böhmfeld, Dr. Verena Friedrich, Würzburg, Dr. Peter Grau, Pullach, Christine Hutter M.A., München, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Otto Mühleisen, Augsburg, Dr. Georg Paula, München, Maria und Stefan Pfättisch, Eichstätt, Dr. Ingeborg von Quillfeldt, München, Gerald Raab, Bamberg, Prof. Dr. Werner Schiedermair, München, Dr. Josef Straßer, München, Dr. Manfred Veit, Bittenbrunn, Doris Wittmann M.A., Ingolstadt, Dr. Peter Zürcher, Tauberbischofsheim.

Dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sind wir für die großzügige Gewährung der Akteneinsicht sehr verbunden und danken Frau Angelika Reichenberger und Frau Christine Koslowski für die damit verbundene Mühe, Frau Renate Heckler für Rat und Hilfe in der Bibliothek und ebenso Dr. Markus Hundemer für die großzügige Bereitstellung von Bild- und Planmaterial, und dem Referenten des Landkreises Eichstätt, Dr. Michael Mette.

An Ort und Stelle waren es vor allem die Pfarrer, die sich für unsere Arbeiten interessierten und uns Auskünfte jeder Art gaben. Ihnen und auch den Heimatpflegern wollen wir an dieser Stelle herzlich Dank sagen.

Die Damen und Herren Restauratoren gaben uns wertvolle Auskünfte und Erklärungen. Gedankt sei besonders Johann Geitner, Velberg, Claus Giersch, Fürth, Peter Pracher, Würzburg, Peter Pursche, München.

Die Aufnahme eines Objekts, das Photographieren, das Ausmessen, das allfällige Nachprüfen der fertigen Texte an Ort und Stelle ist für die jeweiligen Kirchenpfleger, Mesner und Mesnerinnen oft mit Mühe verbunden: an dieser Stelle wollen wir uns bedanken für jede Bereitwilligkeit, uns auch bei Winterkälte oder Regensturm ihre Kirche aufzusperren, Sachen beiseite zu rücken, um das Photographieren zu ermöglichen und uns Auskünfte zu geben.

Unser Unternehmen wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft getragen. Wir möchten allen Damen und Herren, die mit unserer Sache befasst sind, danken für ihre Geduld und ihr Verständnis, für manche Anregung und Kritik.

Dem Hirmer Verlag und Herrn Albert Hirmer selbst sind wir zu großem Dank für die verlegerische Betreuung verpflichtet. Frau Katja Durchholz betrieb wieder mit fachlichem Können, künstlerischem Geschick und großem persönlichen Einsatz die Herstellung dieses Bandes. Die Zusammenarbeit mit ihr ist ein reines Vergnügen.

FRANK BÜTTNER und BERNHARD RUPPRECHT